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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

3.971 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Köln, Cold Case ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

25.07.2026 um 14:47
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Danke sehr für die Unterstützung, daß Schmuggel oft ganz anders abläuft als in Krimis gezwigt. Ich halte nämlich ein Motiv aus dem Dunstkreis von Schmuggel/"Nebengeschäften" für sehr wahrscheinlich.
Prinzipiell kann ich der Schmuggeltheorie nicht so viel abgewinnen.

Da hier aber ein "Knall" gehört wurde - es gab doch diese Übungshandgranaten, DM12 hießen die, glaube ich.

Diese waren bei jenen, die daran kamen, auch beliebt als etwas, mit dem man z.B. im Freundeskreis angeben konnte.

Die waren, glaube ich, außen aus Hartschaum, hatten aber schon eine gewisse Sprengwirkung und Lautstärke, sie waren für Ausbildungszwecke im Einsatz und fielen wohl nicht direkt unter "Waffen und Munition", die strenger kontrolliert/gezählt wurden.

Könnte es sein, das jemand während Norbert Sts. Dienst mit so etwas Unfug trieb, und dabei von ihm erwischt wurde? Vielleicht auch einige DM12 entwenden wollte? Um sie vielleicht draußen zu verkaufen?


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

25.07.2026 um 15:20
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Da hier aber ein "Knall" gehört wurde - es gab doch diese Übungshandgranaten, DM12 hießen die, glaube ich.

Diese waren bei jenen, die daran kamen, auch beliebt als etwas, mit dem man z.B. im Freundeskreis angeben konnte.
Den "Knall" einer DM 12 innerhalb eines Gebäudes hätte auch Stolz gehört. Und die Reste von dem Dingen hättest Du noch tagelang gefunden. Den Gebrauch kann man ausschließen. Und bei Benutzung außerhalb des Gebäudes wäre selbst in einem disziplinarisch verlotterten Standort die Streife erschienen. Auf jeden Fall wäre diese Detonation wahrgenommen worden.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

27.07.2026 um 05:58
Zitat von Serval69Serval69 schrieb am 23.07.2026:Für mich auch. Falls es Weber war, kann es sich praktisch nur um eine Affekttat gehandelt haben.
Ich hatte bei der neuneren Doku das Gefühl das der Kripobeamte Weber den "Schützen Weber" nicht ausschließt. Mehrmals betont er als der Weber zitiert "so den Kameraden seine Aussage". Hört sich zwischen den Zeilen komisch an. Auffallend für mich, dass den Knall weder N.S. noch die Freundin hörte.
Ich nehme wenn ich telefoniere schon Geräusche aus dem Hintergrund des anderen Teilnehmer war. Auch das dies den angeblich so ambitionierten und gründlichen Scholz nicht interessiert haben soll ist unklar.
Zum Telefon habe ich nochmal Fragen, wir (im Osten) hatten erst Anfang der 90er eins-ich kenne drei Möglichkeiten beim Anruf-Freizeichen,besetzt oder "kein Anschluss unter dieser Nummer". Welches Signal wäre denn beim Leitung durchtrennen gekommen ?

Überhaupt nichts anfangen kann ich mir der Schmuggelthese-aber zwischen Sommer 89 und Sommer 99 (da habe ich angefangen zu dienen) liegt ja Zeit und politische Ereignisse...weiß nicht was vor der Wende so los war in den Kasernen. Erfahrungsberichte habe ich nur von der NVA. Da wurde wurde höchstens mal ne Flasche Schnaps für den Eigenbedarf geschmuggelt.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

27.07.2026 um 08:43
Zitat von fcmlarsfcmlars schrieb:Welches Signal wäre denn beim Leitung durchtrennen gekommen ?
Ich behaupte jetzt mal, ein Freizeichen. Natürlich wäre für jemanden, der die Leitung misst, erkennbar, dass kein Endgerät aka Telefon angeschlossen ist, für die Vermittlungsstelle spielte das aber vermutlich keine Rolle.

Ein Anruf dürfte in einer Kaserne, wie hier schon geschrieben wurde, über eine Nebenstellenanlage geleitet worden sein. Wenn überhaupt, hätte diese den abgetrennten Apparat erkennen müssen. Das halte ich aber für unwahrscheinlich.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

27.07.2026 um 10:30
Zitat von Serval69Serval69 schrieb am 23.07.2026:Falls es Weber war, kann es sich praktisch nur um eine Affekttat gehandelt haben.
Diese Aussage würde ich so nicht unterschreiben.

Dass "Weber" dann aber in sämtlichen Stuben (mindestens erstes OG und wohl Erdgeschoss), wirft dann aber in dem Zusammenhang einige Fragen auf.

Bei der Suche nach der Ursache des mysteriösen Knalls, den außer ihm niemand gehört haben will, fiel nämlich auch noch ab, dass es keine Zeugen gibt.

Und sie wäre eine Erklärung für Spuren von W. an Stellen, wo normalerweise keine Spuren von ihm zu erwarten gewesen wären.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

27.07.2026 um 15:35
@sören42 Richtig. Bei jeder Spur von 'Weber" im gesamten Gebäude war dieser entweder in Vertretung des GvD/UvD unterwegs oder auf der Suche nach dem Verursacher des mysteriösen Knalls.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

27.07.2026 um 15:52
Zitat von sören42sören42 schrieb:Dass "Weber" dann aber in sämtlichen Stuben (mindestens erstes OG und wohl Erdgeschoss), wirft dann aber in dem Zusammenhang einige Fragen auf.
Also meinst Du Knall erfunden-bewusst Spuren gelegt...könnt ich mir zwar vorstellen,aber warum ?


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

27.07.2026 um 18:51
Screenshot 20260727 184305 FirefoxOriginal anzeigen (0,9 MB)
Mir ist beim anschauen der Fotos noch ein Detail aufgefallen. Der Schlüssel in der Eingangstür steckt von innen. Dieser Umstand suggeriert doch das die Fotos tatsächlich vom Auffindetag stammen, ansonsten macht es keinen Sinn, das er dort so steckt. Da stellt sich mir immer mehr die Frage warum der Fluchtweg augenscheinlich aus dem Fenster war was nur einige Meter von der Eingangstür entfernt liegt und somit keinen Vorteil bringt.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

27.07.2026 um 19:05
Ok natürlich kann der Schlüssel auch erst nach Eindringen ins Gebäude über das eingeschlagene Fenster zur Türöffnung benutzt worden sein. Also nicht überbewertet, die Idee kam mir erst grade.. Schade das man das nicht genau weiß.


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27.07.2026 um 21:00
Zitat von KTKT schrieb:Da stellt sich mir immer mehr die Frage warum der Fluchtweg augenscheinlich aus dem Fenster war was nur einige Meter von der Eingangstür entfernt liegt und somit keinen Vorteil bringt.
Vielleicht weil der Täter (wenn es nicht Weber war) dachte aus der Eingangstür kommt man nicht so unerkannt wie aus einem Fenster (beleuchteter Eingangsbereich...).


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27.07.2026 um 21:29
Zitat von ShilohShiloh schrieb:Bei jeder Spur von 'Weber" im gesamten Gebäude war dieser entweder in Vertretung des GvD/UvD unterwegs oder auf der Suche nach dem Verursacher des mysteriösen Knalls.
Das wäre auch eine interessante Frage. Stand in der Zeit, in der Weber GvD war, ein Rundgang an? Wenn ja, wäre er definitiv auch im obersten Geschoss gewesen und hat scheinbar nichts besonderes wie eine offene Tür festgestellt.
Allerdings kommt jetzt drauf an, wie lange er wirklich als GvD aushalf und ob es da einen Rundgang gab


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

27.07.2026 um 22:18
Ist es überhaupt gesichert das Weber die Vertretung GvD übernahm ?
Bei uns hieß es "während des Arrestes keine dienstlichen Verpflichtungen" außer die Unterschriften holen.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

27.07.2026 um 22:18
Zitat von fcmlarsfcmlars schrieb:Also meinst Du Knall erfunden-bewusst Spuren gelegt...könnt ich mir zwar vorstellen,aber warum ?
Also niemand außer Weber hörte den Knall. Vielleicht gab es den, vielleicht auch nicht. Die Polizei wird sixh jedenfalls sicher dafür interessiert haben, weshalb Weber in allen Zimmern im ersten Stock, aufgrund einiger Berichte auch in Dienstzimmern im Erdgeschoss war. Da könnte er gesagt haben: "Es gab ja den Knall und da dachte ich mir...". Und dass der Knall eine bloße Schutzbehauptung war, müsste man Weber erstmal nachweisen. Weber muss seine Knallwahrnehmung nicht beweisen.


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27.07.2026 um 22:27
Ja, dass er evtl. den Knall erfunden hat um ein fremdeindringen zu suggerieren ist klar.
Aber wozu das Spuren hinterlassen im ersten Stock ?


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

27.07.2026 um 22:31
Zitat von fcmlarsfcmlars schrieb:Ja, dass er evtl. den Knall erfunden hat um ein fremdeindringen zu suggerieren ist klar.
Aber wozu das Spuren hinterlassen im ersten Stock ?
Wenn man den Gedanken einer womöglichen Täterschaft zulässt, ist es konsequent, sicherzustellen, dass es keine Zeugen eines Tatgeschehens gibt. Dazu könnten die Stuben vorher vom Täter abgesucht worden sein.

Laute Schreie des Opfers könnten dazu führen, dass Personen, die der Täter nicht auf der Karte hatte, plötzlich Teil des Geschehens sind. Und spätestens dann kommt ein Täter mit einem Messer nicht mehr weit.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

27.07.2026 um 22:38
Ahhhh ok, interessanter Gedanke !
In dem Fall müsste aber die Tat auch zeitnah passiert sein, weil die Situation ein oder zwei Stunden später auf den Stuben wieder eine ganz andere sein kann.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

27.07.2026 um 22:45
Zitat von fcmlarsfcmlars schrieb:In dem Fall müsste aber die Tat auch zeitnah passiert sein, weil die Situation ein oder zwei Stunden später auf den Stuben wieder eine ganz andere sein kann.
Je nach dem, wann die Tat genau geschah und wieviel Bewegung da am Wochenende (Kaserne überwiegend leer) war, unter Umständen ja.

Die Spuren ließen sich womöglich nicht vermeiden, um die Gewissheit zu erlangen, dass da niemand war. Nicht nachzusehen hätte aber zu aus Tätersicht "bösen Überraschungen" führen können.

Die Spuren konnten womöglich mehr oder weniger plausibel erklärt werden.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

27.07.2026 um 23:57
Zitat von fcmlarsfcmlars schrieb:Ist es überhaupt gesichert das Weber die Vertretung GvD übernahm ?
"Weber" hat laut EB am Freitag von ca. 14 Uhr bis ca. 17 Uhr Norbert Stolz im GvD/UvD-Dienst vertreten. Währenddessen war Norbert Stolz draußen und hat bei Verladetätigkeiten geholfen, da er einen Staplerschein hatte.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

28.07.2026 um 00:29
mal einige punkte:
(1) in unserer kaserne (>1.500 soldaten), 1990/91 konnte man von extern nicht einfach den uvd anrufen. man rief den zentralruf der bundeswehr am standort an und die dame dort verband dann mit der nebenstelle. war die leitung gestört bekam sie ein besetztzeichen zu hören.
das hiesse für unseren konkreten fall, die dame der vermittlung konnte sich sicherlich an den durchgestellten anruf der freundin an den uvd erinnern, und danach gab es keine weiteren anrufe. zumindest in unserer kaserne hätte ein dauerbelegtzeichen die dame stutzig gemacht und sie hätte die wache informiert (so bei uns vorgekommen)
(2) in meiner einheit gab es viele spannende dinge (elektronikinstandsetzung) und ich erinnere mich, dass die batterien sehr interessant waren. ich erinnere mich aber auch, das wirklich alle kameraden an dieser tauschwirtschaft teilnahmen. irgendwie hatte da definitiv keiner ein unrechtsbewusstsein. ein guter kamerad vergab lustigerweise für die dinge den jeweiligen „pn“-faktor. noch heute bei mir ein geläufiger begriff. pn = privat nutzbar. klar hat mein stubenkamerad und sani eine tüte aus dem sanbereich mitgebracht und irgendwer hats genommen. da hat aber auch keiner gefragt oder sich erregt. warum auch? es gab ja irgendwas zurück. das was halt jeder organisieren konnte. einzig heilig waren waffen und munition… aber sonst? daher verstehe ich deinen einwand @out_sider aber warum sollte deshalb jemand morden?
(3) das knallgeräusch und der eigentliche mord: ich bin ja persönlich auch der meinung, dass man einen mord mit todesschreien in einem ansonsten mucksmäuschen stillen unterkunftsgebäude einer kasere höre muss (müsste) - auch unter kopfhörern. sehe ich allerdings auf den mir zugemuteten und meistens geliebten lebenspartner, schnarchend am sofa vor dem fernseher, es könnte neben ihm der dritte weltkrieg ausbrechen und er würde seelenruhig weiterschlafen.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

28.07.2026 um 00:39
aber nach wie vor gibt es für mich in diesem fall zwei grosse rätsel, auf die mir absolut keine vernünftige antwort einfällt:
(1) wenn ich der mörder bin, warum durchschneide ich das telefonkabel?
(2) und warum benutze ich nach der tat nicht den kürzesten fluchtweg? ich habe gerade norbert niedergemetzelt und will flüchten, warum nehme ich nicht das uvd fenster? warum nicht die eingangstüre? nein, ich gehe aus dem uvd zimmer, den (finsteren) gang entlang in eine stube (?) und springe dort aus dem fenster? sorry, aber das widerspricht jeder logik, aber auch jeglichem menschlichen fluchtverhalten.

und noch eins. wir schreiben das jahr 1989. kein mensch hatte damals jeweils etwas von einer dna gehört. kein soldat hat ahnung von kriminalistik. und trotzdem haben wir einen nahezu perfekten mord…


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