Sophie98 schrieb:Für mich auch auffällig, dass die Handschuhe und die Tatwaffe in nächster Nähe zum Wohnhaus und zum Auffindeort in einer Mülltonne entsorgt wurden. Fast schon so, als ob jemand eine falsche Spur legen wollte.
WM schrieb:Gerade weil offenbar alles frei zugänglich war, wäre es sicher kein Problem gewesen an Dinge zu kommen zu kommen, mit denen eine solche [falsche Spur] gelegt wird.
Denkbar wäre vielleicht, dass der Täter schon länger den Plan hatte, Zeynep irgendwann abzufangen, und deshalb zuvor fremde Gegenstände sammelte, die er bei der Tat verwenden wollte, damit kein Verdacht auf ihn fallen sollte. Nach der Tat versuchte der Täter dann evtl., den Verdacht auf den Jugendlichen zu lenken, indem er die Tatgegenstände dort in die Mülltonne legte, wo (möglicherweise) der Jugendliche wohnte.
Die Ermittler halten es ausdrücklich für sehr wahrscheinlich, dass der Täter Zeynep im Treppenhaus oder evtl. auch im Keller abgefangen hat, in jedem Fall
innerhalb des Hauses. Daher wären mögliche Zeugen, auf die die Ermittler hoffen, sehr wahrscheinlich selbst Hausbewohner (oder vielleicht deren Besucher). Sie könnten Zeynep und den Täter im Treppenhaus gehört haben, und wenn sie ihn persönlich kennen, sollten sie ihn auch anhand der Stimme identifizieren können.
Wenn aber die Hausbewohner oder Siedlungsbewohner alle aus derselben türkischen Stadt stammen, teilweise miteinander verwandt oder zumindest gut bekannt sind, liegt die Hemmschwelle, der „Verräter“ zu sein, der einen Verwandten oder Freund aus der Community bei der Polizei meldet, vermutlich hoch.
Das Dilemma ist wohl, dass die Polizei Zeugen braucht, die den Täter kurz vor der Tat gehört oder gesehen haben und ihn identifizieren können.