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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

457 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Sexualverbrechen, BAO Cold Cases ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

04.12.2025 um 13:11
Zitat von rattichrattich schrieb:Wenn aber die Hausbewohner oder Siedlungsbewohner alle aus derselben türkischen Stadt stammen, teilweise miteinander verwandt oder zumindest gut bekannt sind, liegt die Hemmschwelle, der „Verräter“ zu sein, der einen Verwandten oder Freund aus der Community bei der Polizei meldet, vermutlich hoch.
Auf so eine Idee mit der möglicherweise falschen Spur könnten ja auch Hausbewohner gekommen sein. Dann überlegt man sich vielleicht, ob man möglicherweise einen Unschuldigen damit in Verbindung bringt.


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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

04.12.2025 um 13:11
Zitat von WMWM schrieb:Ich meinte natürlich denkbar. Sie wird durchaus als eigenwillig gezeigt?
Und ich hatte mich nicht verschrieben. Ich meinte, dass die Bewohner des Hauses nicht mit der Möglichkeit gerechnet hatten, dass das Mädchen nachts sein Bett, das Zimmer, die Wohnung und möglicherweise sogar das Haus verlassen würde.

Kleine Kinder hätten normalerweise nachts, allein, und vielleicht sogar im Freien, Angst.

Eigenwillig? Dafür sehe ich keine Anzeichen.


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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

04.12.2025 um 13:21
Zitat von rattichrattich schrieb:Die Ermittler halten es ausdrücklich für sehr wahrscheinlich, dass der Täter Zeynep im Treppenhaus oder evtl. auch im Keller abgefangen hat, in jedem Fall innerhalb des Hauses.
Nachtrag:
Auch den Grund, aus dem Zeynep am späten Abend heimlich die Wohnung hätte verlassen können, macht der XY-Film deutlich: Es ging ihr möglicherweise um die Puppe, die sie am Tag in einem „fremden“ Kellerraum entdeckt hatte und gern behalten hätte. Damals waren die Kinder von der Großmutter gestört worden. Vielleicht wollte Zeynep deshalb abends noch einmal allein in den Keller, um die Puppe genauer zu betrachten und ein bisschen mit ihr zu spielen? Die Staatsanwältin sagt im Studiogespräch auch, Zeynep sei es gewohnt gewesen, sich frei im Haus zu bewegen.

Warum hätte sie spät abends aus dem Haus laufen sollen? Und wohin?


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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

04.12.2025 um 13:54
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Es verwundert mich ein wenig, dass man sich nach der Schlappe mit den NSU-Morden, wo man ja lange Zeit und felsenfest von einem kriminellen Hintergrund innerhalb der Migrantengemeinde ausging, sich nun so sehr und von vornherein auf einen Täter von innerhalb festzulegen scheint.
Ist nur meine persönliche Meinung, aber ich denke, dass man sich 1986 zu sehr auf einen Täter innerhalb der "Community" eingeschossen hatte und es auch heute noch tut. Die Menschen lebten ja nicht in einem umzäunten Gebiet. Auch in der Siedlung kam der Postbote vorbei, es gab Besuch von Verwandten oder Bekannten, auch von weiterher. Vielleicht schraubten Jugendliche an Mofas rum und Kollegen aus dem Ort schraubten mit... und diese Personen bekamen ev. mit, dass die Türen immer offen standen:
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Vielleicht bemerkte er die dahingehende Arglosigkeit der Siedlungsbewohner, da sie ja unter sich waren, und sich insofern unter Familie und Verwandten sicher wähnten.



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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

04.12.2025 um 14:20
Zitat von Sophie98Sophie98 schrieb:ich denke, dass man sich 1986 zu sehr auf einen Täter innerhalb der "Community" eingeschossen hatte und es auch heute noch tut.
Ganz grundlos gehen die Ermittler aber wohl nicht von einem Täter aus der Gemeinschaft aus. Und nur das Wissen um offenstehende Türen hätte in diesem Fall auch nicht genügt. Welcher Außenstehende sollte wissen oder auch nur auf den Gedanken kommen, dass an diesem Tag in diesem Mehrfamilienhaus spät abends ein kleines Mädchen allein durchs Treppenhaus lief?

Zeynep hielt sich bestimmt auch nur für wenige Minuten im Treppenhaus auf. Und gerade in diesem Moment kam ein Außenstehender vorbei und sah das Kind auf der Treppe (war das von außen überhaupt möglich?)? Zufällig hatte er gerade die Motorradhandschuhe des jugendlichen Community-Mitglieds dabei und das Messer aus der Teestube in der Tasche. Dann lief er schnell ins Haus, um Zeynep mit sich zu locken? Und sie ging einfach mit, nachts, allein, mit einem fremden Mann? Und niemand bemerkte etwas?

Laut Ermittlern muss der Täter sich im Haus ausgekannt haben, und Zeynep muss ihn gekannt haben. Welcher außenstehende Täter erfüllte denn diese Voraussetzungen?


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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

04.12.2025 um 15:08
Zitat von rattichrattich schrieb:Laut Ermittlern muss der Täter sich im Haus ausgekannt haben, und Zeynep muss ihn gekannt haben. Welcher außenstehende Täter erfüllte denn diese Voraussetzungen?
Könnte es jemand gewesen sein, der früher mal dort gewohnt hat und daher wusste, wie offen zugänglich das Haus ist bzw. Zeynep schon länger beobachtet hat.

@rattich Dass Zeynep von sich aus nach draußen gegangen ist, habe ich nicht angenommen. So weit habe ich das mit dem nächtlichen Ausflug nicht gefasst. Aber dass das Mädchen die Puppe nochmal näher in Augenschein nehmen wollte, ohne dass irgendwelche Erwachsenen intervenieren, ist mir schon denkbar. Vielleicht hat sie solche Streifzüge im Haus ja öfter gemacht.


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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

04.12.2025 um 15:30
Zitat von rattichrattich schrieb:Welcher Außenstehende sollte wissen oder auch nur auf den Gedanken kommen, dass an diesem Tag in diesem Mehrfamilienhaus spät abends ein kleines Mädchen allein durchs Treppenhaus lief?
Einen Außenstehenden halte ich auch nicht für wirklich plausibel. Wenn es wirklich jemanden außerhalb der Community gab der sich aus welchen Gründen auch immer öfter im Haus aufhielt und Zeynep kannte, wäre das der erste der ganz genau unter die Lupe genommen worden wäre.

Es waren alles Verwandte und Bekannte aus dem gleichen Dorf in der Türkei. Jeder Außenstehende der sich des öfteren in der Umgebung oder in der Nähe zum Haus zum beobachten oder was auch aufgehalten hätte wäre sofort aufgefallen.
Der Täter muss insider Wissen gehabt haben weswegen ein Außenstehender nicht in Frage kommen dürfte.


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04.12.2025 um 16:00
Zitat von WMWM schrieb:Könnte es jemand gewesen sein, der früher mal dort gewohnt hat und daher wusste, wie offen zugänglich das Haus ist bzw. Zeynep schon länger beobachtet hat.
Das wäre grundsätzlich sicher auch möglich, nur: Woher hätte ein solcher Täter dann gewusst, dass Zeynep an diesem Abend in diesem kurzen Moment gerade allein im Treppenhaus unterwegs war? Niemand wusste oder hat vorhergesehen, dass sie abends allein aus der Wohnung gehen würde. Von der Puppe im Keller, die Zeynep tagsüber entdeckt hatte, wusste wohl nur die Großmutter, aber sie kam wahrscheinlich auch nicht auf den Gedanken, dass Zeynep deshalb nachts noch einmal heimlich in den Keller gehen könnte. Vielleicht hat sie sich deswegen später schwere Vorwürfe gemacht.

Eigentlich kann nur ein Täter, der sich zu dem Zeitpunkt selbst im Haus aufhielt, Zeynep in diesem Moment bemerkt haben. Daher spricht alles für einen Hausbewohner, den Zeynep täglich sah und der sicher auch ständig Kontakt mit der Familie hatte, so dass Zeynep ihm vertraute.


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05.12.2025 um 12:36
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Der Täter von außerhalb müsste ja nicht zwingend politisch oder fremdenfeindlich motiviert gewesen sein.

Für mich ist auch eine pädokriminelle Motivation eines jungen, unerfahrenen Täters denkbar, der in der Nähe der türkischen Community, die er als verwundbar ansah, auf eine zufällige Gelegenheit traf.
Das ist für mich die dritte große Alternative bezüglich der Täterschaft.

Jemand mit pädokrimineller Motivation ist zufällig durch diese Gegend gekommen und ihm ist sofort aufgefallen, entweder, dass nur Türken unterwegs sind um die Häuser herum, oder aber vor allem fielen ihm die offenen Türen auf.

Ich mag es mir nicht vorstellen, aber Lydia Benecke hat von einem Mordfall in England berichtet, in dem ein Mörder nachts in eine Jugendherberge eingedrungen ist während Mädchen im 4er-Zimmer schliefen. Genau dort hat er ein Mädchen getötet. Er ließ das Mädchen im Zimmer liegen. Keines der drei anderen Mädchen ist während des Mordes aufgewacht.

Es ist obergruselig, es wäre aber eine Möglichkeit, dass der Täter das Mädchen betäubt hatte und heraustrug aus der Wohnung. Vielleicht hatte er es bewusstlos gewürgt und herausgetragen?

Es gibt solche Täter. Nur weil man selbst es für zu gefährlich hält, sollte man den Gedanken nicht verwerfen, dass ein Täter ein Risiko eingeht.


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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

05.12.2025 um 13:28
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Es gibt solche Täter. Nur weil man selbst es für zu gefährlich hält, sollte man den Gedanken nicht verwerfen, dass ein Täter ein Risiko eingeht.
Vor allem sind die Motorad-/Mopedhandschuhe für mich ein Indiz. Man beachte den Zeithorizont dieses Falles: Was man sich heute kaum noch vorstellen kann, ist die Tatsache, dass in früheren Jahrzehnten Jugendliche mit ihrem Moped oft ständig auf Achse waren, so lange die Zeit und das Benzin reichten. Der Weg war das Ziel, und man traf andere oder erkundete die Gegend; ich spreche da aus Erfahrung. Man wollte raus und etwas erleben.

Hier kann mMn ein Täter aus dem Nichts aufgetaucht sein und zugeschlagen haben.

Stellen wir uns zu den Handschuhen noch einen Sturzhelm vor, war das Risiko, beschrieben oder wiedererkannt zu werden, gering, selbst wenn er bemerkt worden wäre.

Auf ein kleines Kind mochte ein junger Mann in Lederjacke, Helm und Handschuhen furchterregend und einschüchternd gewirkt haben - ich erwähnte ja bereits den "Maskenmann", der ähnlich vorging.

Unabhängig davon, welcher Hypothese die Ermittler in diesem Fall folgen, halte ich einen Täter von außerhalb für denkbar, da bin ich bei @Füchschen.


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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

05.12.2025 um 13:58
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Hier kann mMn ein Täter aus dem Nichts aufgetaucht sein und zugeschlagen haben.
Aus dem Nichts halte ich für ausgeschlossen. Das müsste ja bedeuten dass Zeynep sich bereits vor dem Haus aufgehalten hat.

Ich finde die Tatsache dass ein Mädchen aus ihrem Zimmer verschwindet aus einer Wohnung in der sich Ihre Geschwister und Eltern befunden haben und selbst die Großmutter im selben Haus gelebt hat ist es meiner Meinung nach ein zu großer Zufall das ein Außenstehender aus dem Nichts auftaucht.


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05.12.2025 um 14:12
@dergärtner01 Gut, ich verbessere mich: Scheinbar aus dem Nichts.

Vielleicht schenkten die Bewohner einem Mopedfahrer, der hin und wieder an den Häusern vorbeiknatterte, keinerlei Beachtung.

Es war ja niemand, den sie kannten.


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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

05.12.2025 um 14:25
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Vielleicht schenkten die Bewohner einem Mopedfahrer, der hin und wieder an den Häusern vorbeiknatterte, keinerlei Beachtung.

Es war ja niemand, den sie kannten.
So stelle ich es mir auch vor.

Seit Tagen sehe ich zum Beispiel einen seltsamen Bauerntrecker mit Schuttanhänger in meiner Straße entlangfahren. Wenn mich dieser Mordfall Zeynep nicht so sehr beschäftigen würde, würde ich nicht auf seltsame Kraftfahrzeuge achten. Normalerweise interessieren mich Kraftfahrzeuge nur insoweit, als ich ihnen ausweiche als Fahrradfahrerin.

Ein seltsames Gespann hat noch einen Wiedererkennungswert, aber ein Motorradfahrer ist unsichtbar. Hinter seinem Helm ist er nicht zu erkennen.

Ich kann mir vorstellen, dass ein Triebtäter Möglichkeiten intensiv erforscht.

Vielleicht kam es ihm gar nicht darauf an, speziell ein Kind zu töten. In seinem Plan war ein betäubtes Kind leicht fortzutragen, um dann das zu tun, was er zu tun beabsichtigte: Töten.


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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

05.12.2025 um 15:11
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:In seinem Plan war ein betäubtes Kind leicht fortzutragen, um dann das zu tun, was er zu tun beabsichtigte: Töten.
Wobei mich das Schweizer Offiziersmesser irritiert. Offensichtlich handelte es sich um die Tatwaffe, aber wenn der Täter vorhatte, einen Menschen umzubringen, hätte er nicht eine andere Waffe mitgeführt? Ein Taschenmesser hat keine feststehende Klinge.

Man kann die Tatwaffe und das Nachtatverhalten mMn so deuten, dass der Täter wenig planvoll vorging; möglicherweise verlief die Tat nicht so, wie er sich das ausgemalt hatte. Ähnlich wurde das hier ja bereits geschrieben.

Bei einer Tat innerhalb der Gemeinschaft, bei der ein anderes als ein sexuelles Motiv tatleitend gewesen wäre, wäre der Täter mMn doch anders vorgegangen.

Und er hätte die Tatmittel sorgfältiger beseitigt.

Für mich wirkt die Tat spontan, wenngleich das Vorhaben den Täter schon lânger beschäftigt haben mochte.

Er nahm eine sich bietende Gelegenheit wahr.


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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

05.12.2025 um 15:30
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Vielleicht schenkten die Bewohner einem Mopedfahrer, der hin und wieder an den Häusern vorbeiknatterte, keinerlei Beachtung.
Es wird hier scheinbar vergessen, das ein Mädchen aus Ihrem Kinderzimmer verschwunden ist. Wir sprechen hier nicht von einem Kind das von einem Spielplatz verschwunden ist.


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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

05.12.2025 um 15:44
Zitat von dergärtner01dergärtner01 schrieb:Es wird hier scheinbar vergessen, das ein Mädchen aus Ihrem Kinderzimmer verschwunden ist. Wir sprechen hier nicht von einem Kind das von einem Spielplatz verschwunden ist.
Schon klar. Aber es wird nicht ausgeschlossen, dass das Mädchen sein Bett aus eigenem Antrieb verlassen hat. Außerdem war die Haustüre möglicherweise unverschlossen, und das Kind könnte sich auch, aus welchem Grund auch immer, im Hausflur aufgehalten haben.

Fakt ist ja leider, dass die Tat geschehen ist. Wie Täter und Kind zusammengetroffen sind, wissen wir nicht.

Wenn der Täter vielleicht am Vortrag unbemerkt Kontakt mit dem Kind hatte, kommt vieles in Frage - bis hin zu einer Art Verabredung, oder einem Versprechen.

Kinder in diesem Alter unterscheiden noch nicht randscharf Fiktion und Wirklichkeit, Märchen und Wahrheit. Eine Tatsache, die sich Pädokriminelle immer wieder zunutze machen, und leider auch oft ein Grund, dass man Kindern nicht glaubt, was sie erzählen.


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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

05.12.2025 um 17:25
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Wobei mich das Schweizer Offiziersmesser irritiert. Offensichtlich handelte es sich um die Tatwaffe, aber wenn der Täter vorhatte, einen Menschen umzubringen, hätte er nicht eine andere Waffe mitgeführt? Ein Taschenmesser hat keine feststehende Klinge.
Ist denn gesichert, dass das Taschenmesser die Tatwaffe ist? Wollte jemand eine falsche Spur legen und ließ die echte Tatwaffe verschwinden?


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06.12.2025 um 14:12
@sallomaeander
@Füchschen

Hallo Ihr zwei,

ich gehe bei Euren Gedankengängen wirklich mit, auch wenn ich Anhänger einer anderen Theorie bin.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Wenn der Täter vielleicht am Vortrag unbemerkt Kontakt mit dem Kind hatte, kommt vieles in Frage - bis hin zu einer Art Verabredung, oder einem Versprechen.
So würde es zum Beispiel Sinn machen. Vor allem, wenn man den Gedanken weiter spinnt und sagt, es wäre ja möglich, dass sich Opfer und Täter schon öfters zu dieser Zeit getroffen haben. Eben unbemerkt von allen...

ABER: Ich verstehe nicht, weshalb der Täter dann mit den Handschuhen und dem Messer solche unnötigen Spuren legt. Warum behält er seine Handschuhe nicht einfach, oder nimmt sie mit und entsorgt sie irgendwo anders, wenn er nicht von dort kommt, sondern ein total Aussenstehender ist?

Und das Messer? Hatte er nur zufällig ein gleiches wie das, welches zuvor in der Teestube abhanden kam? Und war es echt so gleich, dass es von den Betreibern und Besuchern der Teestube, die von der Polizei sicherlich befragt wurden, verwechselt werden konnte?


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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

06.12.2025 um 18:03
Zitat von Der_SchwabeDer_Schwabe schrieb:ich gehe bei Euren Gedankengängen wirklich mit, auch wenn ich Anhänger einer anderen Theorie bin.
Vielen Dank. Ich denke, die Polizei hat sich da schon festgelegt, oder favorisiert in ihrer Fallanalyse einen Täter von innen. Das respektiere ich, denn ich halte mich keineswegs für schlauer als die Polizei.

Den vorliegenden Fall kann man aber mMn aus zwei völlig verschiedenen Blickwinkeln betrachten:


  1. Es handelt sich um eine Tat im Einwanderermilieu der 1980er Jahre. Das Verständnis des Falles gelingt nur durch Kenntnis der kulturellen, sozioökonomischen, sprachlichen und sonstigen Besonderheiten der Menschengruppe, der das Opfer entstammt.

  2. Der Fall geht um ein kleines Mädchen, das Opfer eines Sexualverbrechers wurde. Dass das Kind vom Täter ausgewählt wurde, hängt nur insofern mit seiner familiären und landsmannschaftlichen Herkunft zusammen, als der Täter vielleicht davon ausgegangen ist, dass sich die Ermittlungen auf das Umfeld beschränken, und dort versanden würden.
    Vielleicht war das dem Täter auch egal; seine latente Tatbereitschaft traf auf eine verhängnisvolle, aber letzen Endes zufällige Gelegenheit.


Folgt man dem zweiten Narrativ, und stellt den Fall in eine Reihe mit ähnlich gelagerten Fällen mit Kindern als Opfer, ist die ganze Geschichte des Filmfalles kaum mehr als Lokalkolorit, und hat mir der Motivation des Täters gar nichts zu tun.

Dass die Ermittlungen im Umfeld schwierig waren, und vielleicht noch heute sind, kann man jedenfalls auch unterschiedlich interpretieren.

Die Deutung, dass das Umfeld einen Täter kennt, aber deckt, sei es aus Angst, Rücksichtnahme, mangelnder Integration oder gar grundsätzlicher Billigung der Tat, ist doch überhaupt nur denkbar, wenn man oben dem ersten Narrativ folgt.

Ich hätte die gesamte Öffentlichkeitsfahndung, und auch den Filmfall, dahingehend offener gehalten.

Vielleicht hätte es dann auch Hinweise aus der Community gegeben.

So wirkt es ein wenig, als suchte die Polizei vorrangig Hinweise, die ihre Sichtweise stützen.


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Mord an der fünfjährigen Zeynep I. in Neuenrade (NRW), 1986

06.12.2025 um 18:20
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Das kann ja durchaus verschiedene Gründe haben, dass das so verlautbart wird:

  • Niemand aus der Communitiy weiß etwas.
  • Niemand aus der Community, der etwas weiß, will etwas sagen.
  • Jeder aus der Community, der etwas weiß, hat es bereits der Polizei mitgeteilt.
  • Die Polizei hat Hinweise aus der Community bekommen, hat aber Vertraulichkeit zugesagt.
  • In der Community besteht kein gesteigertes Interesse an Strafverfolgung des Täters.
  • Der Täter stammt, entgegen den Behauptungen, überhaupt nicht aus der Community.
Danke für diese Analyse, das ist sehr strukturiert, übersichtlich und gut durchdacht.

  • Es war niemand aus der Community, deshalb weiß auch niemand von dort etwas zielführendes. Das was man weiß, was einem aufgefallen ist, hat man schon damals mitgeteilt, es hat aber nicht gereicht um einen Täter zu identifizieren und zu überführen.

  • Der Täter stammt aus der Community, aber trotzdem weiß niemand von dort etwas zielführendes, weil er geschickt agiert hat. Das was man weiß, was einem aufgefallen ist, hat man schon damals mitgeteilt, es hat aber nicht gereicht um einen Täter zu identifizieren und zu überführen.

  • Der Täter stammt aus der Community, aber innerhalb der Community kann sich niemand vorstellen, dass jemand aus den eigenen Reihen einer anderen Familie aus der Community so etwas antut oder zu so einer Tat fähig ist. Man hat zwar etwas gesehen, es aber unbewusst umgedeutet und sich harmlos erklärt, weil es besser zum eigenen Weltbild und zum Bild, das man von der eigenen Community hat passt. (Beispiel: "Klar hatte der XY auch solche Handschuhe, aber der hat je gesagt, dass er sie verloren hat und der würde sowas niemal tun."

  • Der Täter stammt aus der Community, innerhalb der Community wissen auch mehrere Menschen genau, wer der Täter ist, haben aber beschlossen ihn zu decken. Gründe und Motive kann es dafür viele geben, z.B. weil man der deutschen Polizei prinzipiell misstraut, weil man sich von den Ermittlern als Gemeinschaft vorverrteilt gefühlt hat, weil man "so etwas" lieber intern klärt, weil man den netten XY nicht ans Messer liefern will etc.


Die Möglichkeiten 1 und 2 würden dazu führen, dass heute keiner der Polizei mehr neue Infos liefern kann. Alles was man weiß, hat man schon damals mitgeteilt, aber es ist halt nicht genug, um den Täter zu überführen. Natürlich könnte es sein, dass in dem Film neue Infos platziert waren, und sich dadurch jemand eben doch neue Infos erschließen kann. Z.B. die Frage, wem die Handschuhe und das Messer gehört haben und dass das Messer aus einer türkischen Teestube abhanden gekommen ist. Keine Ahnung, ob das damals schon publik gemacht worden ist.

Bei den Möglichkeiten 3 und 4 dagegen muss man sich die Frag stellen, wie lange die Motivationen und Überzeugungen bestehen bleiben. Das damals eine gewisse Front zwischen der Community und den Ermittlern bestand, dürfte doch heute für viele nicht mehr so bedeutend sein. Klar, man hat sich vielleicht vorverurteilt und missverstanden gesehen, ungerecht behandelt, hat gedacht, dass die Polizei doch lieber mal ihren Job machen soll, statt ihre Vorurteile gegen Einwanderer zu pflegen etc. Aber hält das 40 Jahre an? Tritt das innerhalb von 40 Jahren nicht nach und nach in den Hintergrund, zumal es um den ungesühnten Tod eine kleinen Mädchens geht?
Die meisten aus dieser Community dürften mittlerweile deutlich besser integriert sein, viele der Kinder in zweiter und dritter Generation sprechen besser deutsch als türkisch, sind vielleicht teilweise mit Deutschen verheiratet, haben deutsce Arbeitskollegen, Freunde und Nachbarn. Und die Community dürfte schon allein rein geografisch nicht mehr so eng sein, weil eben viele Familien nicht mehr in der Siedlung leben, in andere, bessere Wohngebiete oder auch andere Städte gezogen sind.

Vielleicht hat auch der/die ein oder andere ältere, den eigenen Kindern was zu dem Fall erzählt, die sich nicht mehr so sehr der Community zugehörig und verpflichtet fühlen.

Aber ich stimme Dir, @sallomaeander zu, dass die Info, es habe keinen einzigen Hinweis aus der Community selbst gegeben, auch eine Finte der Polizei sein kann. Eben weil man Vertraulichkeit zugesichert hat oder weil man die Mitglieder der Community vielleicht auch ein bisschen provozieren und zum Reden motivieren wollte.


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