Gildonus schrieb:Es gibt da aber einen Gedanken, der unterwegs irgendwie "verhungert" ist.
Ich halte es durchaus für möglich das Sonja Hurler nicht die Absicht hatte diese Strecke zu laufen und auch nicht per Autostop zu fahren, sondern das sie einen erwachsenen Bekannten aufgesucht hat, der sie dann fahren sollte. Bei einer normalen 13 - Jährigen würde ich so etwas ausschließen, hier geht es aber um ein Mädchen aus sehr problematischen Verhältnissen. Manche "Problemkinder" suchen dann Anschluß an andere Erwachsene als eine Art Bezugsperson. So wie die Mutter beschrieben wird, hätte sie das auch nicht mitbekommen.
Im Mordfall Marion Baier spricht einiges dafür das es eine Art Vorbeziehung gab, das könnte in diesem Mordfall ähnlich gewesen sein.
Hallo
@Gildonus, Grüße! Die Idee ist nicht übel und könnte sie mir vorstellen. Auch die Variante, daß Sonja unterwegs diesen Bekannten getroffen hat, da er womöglich selbst auf dem Stadtfest gewesen war.
Ich denke, die Polizei hat diesen Gedankengang ebenfalls auf dem Schirm, denn Kommisar Bernhard von der Kemptener Kripo erwähnte das kaum fassbare Pech von Sonja an diesem Abend. Erst das weggefahrene Taxi, dann die Rabauken im Thingers, um schließlich in Sichtweite(!) ihres Ziels, wenige Gehminuten entfernt, auf ihren Mörder zu treffen, sowas strapaziert selbst die Wahrscheinlichkeit einer Pechsträhne.
Vor allen Dingen existiert eine weitere Parallele zum Fall Marion. Der Tatort in Oberasbach ist kaum weiter, ebenfalls nur ein paar Minuten Gehweg, in Sichtweite von Marion Baiers Zuhause, entfernt gelegen.
Falls der Täter in Zirndorf motorisiert war (was man bis heute nur aus Hinweisen ableiten kann), hätte er problemfrei einen anderen Weg oder etwas weiter aus Zirndof hinaus fahren können um komplett ungestört zu sein. Das damalige Neubaugebiet war gerade einmal Ortsrand und die nächsten bewohnten Häuser nicht wirklich weit weg, daß kann man auf alten Fotos sehen.
Warum ist er dieses Risiko eingegangen? Hätte jemand in den bewohnten Häusern in der Nähe zufällig rausgeguckt oder den Hund Gassi geführt, wäre er Zeuge geworden.
Meine Theorie ist, der Täter wollte Marion in Sicherheit wiegen und noch zu etwas Quatschen und Knutschen übereden. Was daraufhin komplett aus dem Ruder lief.
Ich glaube nicht an Mister X, einen zufälligen Besucher des Fischerfestes, als Täter in Zirndorf. Selbst wenn es nicht Chris war (der unmittelbar nach dem Mord komplett abgetaucht ist), bin ich überzeugt aufgrund der Gesamtlage, daß Marion den Täter mindestens flüchtig gekannt hat und deswegen auch Sterben mußte. Ihr Heimweg war nicht lang, besonders nicht nach Maßstäben der 70er, wo viel mehr und längere Wege gelaufen wurden.
Angesichts dessen, was ist wahrscheinlicher: Das Marion zu einem Wildfremden ins Auto/aufs Motorrad steigt oder zu Chris/Bekannter xy/Nachbar xy, der sagt: "Heh Marion, ich fahr auch heim. Soll ich dich ein Stück mitnehmen? Ach komm, ich fahr dich schnell rüber."
Ähnliches könnte ich mir gemäß deiner Theorie auch bei Sonja vorstellen. Das sie unterwegs diesen älteren Bekannten angetroffen oder bei ihm zuhause vorbeigeschaut hat und er sie dann nach Heiligkreuz brachte.