Zitat von kalekokaleko schrieb:Also die Aktenzeichenzuschauer sollen sich an ein Fahrzeug aus Darmstadt erinnern, dass in der Tatnacht in Zirndorf unterwegs war.
Der Fahrer (Soldat) meldet sich als Zeuge, erfindet einen Porsche, in dem ein Kampf stattgefunden haben soll und die Polizei kann nicht klären, ob er nicht vielleicht eigentllich verdächtig ist (und womöglich sogar der verschwundene Chrissi ist.)
Verstehe ich das so richtig?
Da Chris oder wie sein echter Name auch gelautet haben mag, leider nie ermittelt werden konnte, können wir mit dem uns bekannten Material nicht sagen, wer er genau war.
Der 2.30 Uhr Zeuge war in einem Alter in dem auch dieser Chris gewesen sein kann, der Darsteller des Zeugen im Filmfall hat ähnliche Haarlänge und Haarfarbe wie in der Beschreibung von Chris, dazu das lesbare (das bei XY eben nur dann lesbar ist, wenn man zu Wagen/Fahrer mehr wissen möchte) Nummernschild. Dazu kommt seine Aussage: Er will einen Porsche Targa, in einer superseltenen Variante, mit wahrscheinlich Nürnberger Nummer gesehen haben, in dem ein Pärchen entweder Spaß gehabt oder gekämpft hat. Dies sechseinhalb Stunden nach dem letzten Lebenszeichen von Marion, ganz in der Nähe des Tatorts. Die Polizei wird den Todeszeitpunkt kennen, wir nicht.
Des weiteren stellt sich die Frage, was dieser Soldat um diese Uhrzeit da gemacht haben will. Ich habe es bereits angesprochen, daß für sein angegebenes Fahrtziel es kaum einen Grund gibt, weshalb er um 2.30Ubr in dieser Nacht dort gewesen sein will.

Die Tatsache, daß man via Nummernschild die Herkunfts/Wohnregion (da die genaue Nummer aus Schutzgründen nicht drauf sein darf) dieses Zeugen bekannt gegeben hat, zeigt an, daß seine Zeugenaussage den damaligen Ermittler auch fragwürdig vorkam und ob es noch jemanden gibt, der das bestätigen könnte.
Wahrscheinlich war dieser Zeuge nicht Chris, aufgrund der uns zugänglichen Infos könnte er es aber doch gewesen sein. Seine Aussage hätte ja nur halten müssen bis er abtauchen kann. Und wenn man ihn später doch wieder aufgespürt hätte, wäre ein Rausreden "habe mich eben geirrt" möglich gewesen, sofern keine neuen Verdachtsmomente vorgelegen hätten.

Was in vielen Themen im Forum gerne unter den Tisch fällt, was Aussagen angeht: Manchmal sehen Leute oder auch Täter sich zu einer Aussage gezwungen, wenn sie sich nicht sicher sein können, daß sie unentdeckt geblieben sind.
Achtung, Spekulation und reines Beispiel!! Nehmen wir für einen Moment an, die Tat ist gegen 23 Uhr geschehen. Wir wissen, daß ein vorbeikommender Autofahrer eine Beobachtung gemacht hat. Der Täter weiß an diesem Abend nur, ein Auto kam vorbei und hat keine Ahnung was alles die Autoinsassen bemerkt haben oder nicht.
Wenn sie nichts bemerkt haben ist alles für den Täter in Butter, aber falls sie ihn gesehen haben, könnte das ungemütlich werden. Also sieht der Täter sich gezwungen eine Falschaussage zu machen, um den Tatzeitpunkt "zu verlegen." Bitte bedenke, daß war vor über fünfzig Jahren! Die Polizei hatte damals massiv weniger Möglichkeiten geschickt gestaltete Falschaussagen zu durchlöchern. Selbst wenn sie sich sicher waren, eine Aussage ist falsch, konnten sie das oftmals nicht beweisen.
Zitat von kalekokaleko schrieb:Klär mich bitte auf, wo könnte ich mich den schlau(er) machen zu dem Thema Aktenzeichen XY und die tieferen Botschaften der Filme.
Zum Beispiel in den Büchern "Das unsichtbare Netz" und "AktenzeichenXY...ungelöst, Kriminalität, Kontroverse, Kult".