Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

598 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Cold Case, Aktenzeichen Xy ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

13.04.2026 um 00:32
Zitat von kalekokaleko schrieb:Also die Aktenzeichenzuschauer sollen sich an ein Fahrzeug aus Darmstadt erinnern, dass in der Tatnacht in Zirndorf unterwegs war.
Der Fahrer (Soldat) meldet sich als Zeuge, erfindet einen Porsche, in dem ein Kampf stattgefunden haben soll und die Polizei kann nicht klären, ob er nicht vielleicht eigentllich verdächtig ist (und womöglich sogar der verschwundene Chrissi ist.)
Verstehe ich das so richtig?
Da Chris oder wie sein echter Name auch gelautet haben mag, leider nie ermittelt werden konnte, können wir mit dem uns bekannten Material nicht sagen, wer er genau war.
Der 2.30 Uhr Zeuge war in einem Alter in dem auch dieser Chris gewesen sein kann, der Darsteller des Zeugen im Filmfall hat ähnliche Haarlänge und Haarfarbe wie in der Beschreibung von Chris, dazu das lesbare (das bei XY eben nur dann lesbar ist, wenn man zu Wagen/Fahrer mehr wissen möchte) Nummernschild. Dazu kommt seine Aussage: Er will einen Porsche Targa, in einer superseltenen Variante, mit wahrscheinlich Nürnberger Nummer gesehen haben, in dem ein Pärchen entweder Spaß gehabt oder gekämpft hat. Dies sechseinhalb Stunden nach dem letzten Lebenszeichen von Marion, ganz in der Nähe des Tatorts. Die Polizei wird den Todeszeitpunkt kennen, wir nicht.
Des weiteren stellt sich die Frage, was dieser Soldat um diese Uhrzeit da gemacht haben will. Ich habe es bereits angesprochen, daß für sein angegebenes Fahrtziel es kaum einen Grund gibt, weshalb er um 2.30Ubr in dieser Nacht dort gewesen sein will.

Die Tatsache, daß man via Nummernschild die Herkunfts/Wohnregion (da die genaue Nummer aus Schutzgründen nicht drauf sein darf) dieses Zeugen bekannt gegeben hat, zeigt an, daß seine Zeugenaussage den damaligen Ermittler auch fragwürdig vorkam und ob es noch jemanden gibt, der das bestätigen könnte.
Wahrscheinlich war dieser Zeuge nicht Chris, aufgrund der uns zugänglichen Infos könnte er es aber doch gewesen sein. Seine Aussage hätte ja nur halten müssen bis er abtauchen kann. Und wenn man ihn später doch wieder aufgespürt hätte, wäre ein Rausreden "habe mich eben geirrt" möglich gewesen, sofern keine neuen Verdachtsmomente vorgelegen hätten.

Was in vielen Themen im Forum gerne unter den Tisch fällt, was Aussagen angeht: Manchmal sehen Leute oder auch Täter sich zu einer Aussage gezwungen, wenn sie sich nicht sicher sein können, daß sie unentdeckt geblieben sind.
Achtung, Spekulation und reines Beispiel!! Nehmen wir für einen Moment an, die Tat ist gegen 23 Uhr geschehen. Wir wissen, daß ein vorbeikommender Autofahrer eine Beobachtung gemacht hat. Der Täter weiß an diesem Abend nur, ein Auto kam vorbei und hat keine Ahnung was alles die Autoinsassen bemerkt haben oder nicht.
Wenn sie nichts bemerkt haben ist alles für den Täter in Butter, aber falls sie ihn gesehen haben, könnte das ungemütlich werden. Also sieht der Täter sich gezwungen eine Falschaussage zu machen, um den Tatzeitpunkt "zu verlegen." Bitte bedenke, daß war vor über fünfzig Jahren! Die Polizei hatte damals massiv weniger Möglichkeiten geschickt gestaltete Falschaussagen zu durchlöchern. Selbst wenn sie sich sicher waren, eine Aussage ist falsch, konnten sie das oftmals nicht beweisen.
Zitat von kalekokaleko schrieb:Klär mich bitte auf, wo könnte ich mich den schlau(er) machen zu dem Thema Aktenzeichen XY und die tieferen Botschaften der Filme.
Zum Beispiel in den Büchern "Das unsichtbare Netz" und "AktenzeichenXY...ungelöst, Kriminalität, Kontroverse, Kult".


melden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

13.04.2026 um 12:56
Hallo @Höhenburg,

wir haben uns ja im Thread von Sonja Hurler schon ein bisschen zu diesem Thema ausgetauscht.

Deine Beobachtungsgabe in Ehren, aber denkst Du nicht, dass sich die Kripo da ein Eigentor schießen würde, wenn sie das alles so verschlüsselt darstellen würde, dass man das schon fast beruflich machen muss, um hier einen Hinweis zu erkennen?

Abgesehen davon, dass die Polizei sicherlich Adresse und Autokennzeichen notiert hat als dieser Zeuge seine Aussage gemacht hat, und ihn wahrscheinlich auch dazu befragt hat, was er zu dieser Zeit an diesem Ort gemacht hat, bzw. woher er kam, wäre es denn nicht einfacher gewesen, den Zeugen in der Sendung zu bitten, er möge sich noch einmal melden?

Die Beiträge waren in den 70ern bestimmt noch nicht so reißerisch und mehr sachverhaltsbezogen, aber es war damals wie heute mehr oder weniger die letzte Chance für die Polizei, um noch einmal Schwung in einen Kriminalfall zu bekommen. Darum kann ich mir nicht vorstellen, dass man seine letzte Patrone verschießt, indem man nahezu kryptische Hinweise in den Filmfall einbaut.


2x zitiertmelden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

13.04.2026 um 19:03
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Hätten die Ermittler keinerlei Zweifel an der Geschichte des Zeugen gehabt, wären im Film auch seine Schilder unkenntlich gewesen und vor allem auch kein Hochkantschild hinten angeschraubt worden.
Ehrlich gesagt halte ich ganz persönlich diese Begründung für zu schwach. Nur weil ein irreales Kennzeichen gezeigt wird, heißt das nicht automatisch, dass zwingend Zweifel seitens der Ermittlungsbehörde an der Aussage des Zeugen bestehen müssen. Auch wenn oftmals Kennzeichen unkenntlich gemacht werden oder Fahrzeuge aus einem Kamerawinkel aufgenommen werden, wo eben diese nicht abgelesen werden können/sichtbar sind, sollte man eine Ausnahme dessen vielleicht nicht gleich als Beweis für irgendetwas heranziehen.

Generell warne ich immer davor, sich Beiträge von Aktenzeichen xy ungelöst mit zu großer Detailversessenheit anzusehen und womöglich in jedem einzelnen Frame nach versteckten Hinweisen auf irgendetwas zu suchen. Die filmischen Beiträge werden sicher weitestgehend an die bis dahin der Behörde bekannten Umstände der Tat angelehnt/angepasst. Da aber eigentlich nie am originalen Schauplatz gedreht wird, keine originalen Asservate verwandt werden, die exakten Dialoge und Bewegungen der Protagonisten oftmals unbekannt sein dürften, die Kleidung maximal ähnlich derer der am Tag angetroffenen/gefundenen Personen sein kann, eine Dramaturgie sowie durch die Behörde teilweise nur angenomme Tatverläufe eingefügt werden, kann und sollte man nun wirklich nicht alles Gezeigte als zwingend faktisch richtig annehmen und als Beweis für irgendetwas heranziehen. Man kann natürlich gesicherte Dinge schon als Fakt heranziehen. Natürlich. Sollte man auch. Wenn man denn weiß, dass sie gesichert sind. Aber eben nicht alles und jedes Detail.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Eine gewisse Beobachtungsgabe, Dinge, die nicht ins Gesamtbild passen zu erkennen, ist Teil meines Jobs. Bei Übungen sieht man regelmäßig,,(darum wird auch geübt, um besser und genauer zu werden) daß selbst bei uns die eigene Wahrnehmung ein Schnippchen schlagen kann, wenn man etwas extrem kurz oder im Vorbeihuschen sieht.
Das ist mir sehr wohl bekannt. Es ändert jedoch nichts an meiner Meinung zu diesem Thema, da sich die Kennzeichen der amerikanischen Soldaten in der BRD meiner Meinung nach wirklich deutlich von einheimischen Kennzeichen unterschieden haben.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Ich glaube zwar das der 23 Uhr Zeuge einen Wagen mit US-Schild gesehen hat, es würde mich aber keineswegs überraschen, wenn er (es war dunkel, hat das Auto im Vorbeifahren gesehen und keinen Grund gehabt, besonders aufmerksam zu sein) nur ein Hochkantschild gesehen hätte und einfach von einem US-Schild ausginge, da diese wesentlich häufiger im süddeutschen Raum waren als die europäischen Hochkantschilder.
Also soweit ich weiß, wurden die sog. "Backbleche" wie die Hochkantschilder umgangssprachlich oft genannt wurden nicht gerade selten auch an KFZ-Modellen wie z.B. dem VW Käfer und anderen Modellen der Marke, verschiedenen Modellen von Fiat und weiteren Marken und Modellen im Heckbereich standartmäßig angebracht und waren damit nicht quasi ein Alleinstellungsmerkmal amerikanischer Soldaten in Deutschland.
Die Kennzeichen der US-Streitkräfte in Deutschland unterschieden sich jedoch deutlich in Darstellung und Größe von den deutschen Hochkantzeichen, waren farblich und auch vom Aufbau deutlich anders und auch viel kleiner.

So sahen die Kennzeichen der in Deutschland stationierten US-Soldaten von 1973 bis 1982 zumeist wie folgt aus:


Kennzeichen US Forces GermanyOriginal anzeigen (2,0 MB)


Davor ab 1953 bis 1973 wie folgt:


Kennzeichen US Forces Germany 1953Original anzeigen (1,6 MB)


Quelle beider Bilder: Wikipedia: Kfz-Kennzeichen der US-Streitkräfte in Deutschland

Ich persönlich kann da jetzt keine so deutliche Ähnlichkeit zu den deutschen Hochkantzeichen ekennen und würde die nicht einmal bei einem flüchtigen Blick im Halbdunkel verwechseln. Dafür sind die Unterschiede meiner Meinung nach einfach zu groß.
Zitat von StauderStauder schrieb:Wurde das Kennzeichen im Film deshalb so gewählt, dass es nicht zu Verwechslungen kommen kann?
Dazu schieb der User @Höhenburg :
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Ganz genau, die Nummer darf in echt nicht vorkommen, damit Verwechselungen ausgeschlossen sind.
So sehe ich das auch. Es wäre fatal, wenn unschuldige Personen nur deshalb in den Fokus von Ermittlungen und/oder wilder Verdächtigungen geraten, weil sie ein Kennzeichen mit dieser Buchstaben/Zahlenkombi haben oder hatten. Das verhält sich damit so wie mit gezeigten Telefonnummern in amerikanischen Serien und Kinofilmen. Diese beginnen i.d.R. mit "555". Dies ist eine Kombination, die in der Realität nicht existiert und für diesen Zweck reserviert ist. So sind Verwechslungen/Gleichheiten mit tatsächlich existenten Rufnummern ausgeschlossen.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Wir haben eine Person, möglicherweise Chris heißend, die sich nachweislich im Vorfeld der Tat gehäuft mit dem Opfer getroffen hat, dies wurde in der XY-Sendung deutlich mitgeteilt. Und genauso ist es Fakt, daß diese Person unmittelbar nach dem Mord eine Verschwindibusnummer hingelegt hat und bis heute abgetaucht ist.
Nun, wenn ich korrekt informiert bin, haben Personen aus dem Freundeskreis der Marion Beier den Ermittlern gegenüber wohl Angaben gemacht, wonach sich Marion angeblich mehrmals (gehäuft würde mir da jetzt zu weit gehen) mit einer Person namens Chris(sy) getroffen haben soll. Die nähere und recht genaue Beschreibung dieser Person beruht scheinbar auch auf diesen Aussagen.

Nochmal, ich bezweifle nicht, dass eine Person mit diesem Namen und mit diesen oder zumindest ähnlichen Merkmalen/Eigenschaften wie in Aktenzeichen XY beschrieben existiert haben könnte. Ich frage mich jedoch, ob diese angeblichen Treffen tatsächlich so stattfanden und ob es überhaupt so etwas wie eine romantische Beziehung gab. Wir wissen anhand der vorliegenden Informationen nicht, wie die Personen aus dem Freundeskreis der Marion Beier davon erfahren haben. Bekamen sie das nur von Marion berichtet oder waren sie dabei bzw. haben diese Treffen beobachten können? Im Beitrag wird keinerlei Aussage dazu getroffen, ob es sich um eine Liebesbeziehung gehandelt hat oder haben könnte. Ebenfalls wird jener Chris(sy) zu keinem Zeitpunkt auf oder außerhalb der Festivitäten an diesem Tag durch Zeugen wahrgenommen die sich gemeldet hätten. Auch sein Moped nicht.

Das sich zudem niemand an einen so auffälligen jungen Mopedcasanova mit so spezifischen Eigenschaften (Lispeln, auffallende Haare, Moped, auffällig roter Helm usw.) erinnern konnte oder wollte, zeigt doch, dass dieser Chris(sy) nicht aus dem örtlichen Umfeld hat stammen können. Dann hätte ihn doch auch die EB sicher entdecken können. Wie und wo soll er Marion getroffen haben? Für mich spricht vieles dafür, dass ihn Marion mal irgendwann, irgendwo gesehen hat und von ihm schwärmte. Sie hat dann ggf. ihren Freunden eine ausgeschmückte Phantasiegeschichte erzählt um diese zu beeindrucken, sich vielleicht hervorzutun. Das wäre in ihrem Alter auch nicht allzu ungewöhnlich. Es wurde jedenfalls nie berichtet, dass man Marion jemals mit Chris(sy) zusammen gesehen hat.

Inzwischen stellst du ja sogar die mMn ziemlich steile Theorie auf, dass jener Chris(sy) der Soldat gewesen sein könnte, welcher die Porschebeobachtung als Falschaussage machte, um eine bewusste Trugspur zu legen, die von ihm selbst ablenkt. Mit Verlaub, das ist doch absurd. In vielerlei Hinsicht. Warum sollte sich Mopedchris(sy) plötzlich in einen Soldaten verwandeln, sein Moped gegen ein schmuckes Auto tauschen und dann unter seinem echten Namen (warum sollte er überhaupt zuvor einen falschen benutzt haben?) nach der falschen Zeugenaussage beim Barras untertauchen? Das setzt ja auch voraus, dass er mindestens 18, sehr wahrscheinlich sogar älter war. Warum sollte ein 18 bis vielleicht 28 Jahre alter Soldat in seiner Freizeit mit dem Moped (!) ausgerechnet 12 (!) Jährige Mädchen aufreißen, sie sexuell missbrauchen und dann inkl. Falschaussage zuvor bei den EB ausgerechnet beim Bund verschwinden ohne als der enttarnt zu werden der er ist? Das erschließt sich mir so nicht.
Zitat von kalekokaleko schrieb:Der Zeuge mit dem Kennzeichen (das es so nicht gibt) ist nicht mehr relevant ebenso wie der Porsche und bei der Aussage von 23 Uhr gibt es offene Fragen, deshalb kein Hinweis auf ein Kennzeichen.
Jetzt muss ich mal fragen, wie du zu dieser Annahme gekommen bist?! Warum sollten im Beitrag Zeugenaussagen und Fahrzeuge gezeigt werden, die keinerlei Relevanz im vorliegenden Fall haben? Das würde im Zweifel das Prinzip von Aktenzeichen xy ungelöst ad absurdum führen oder nicht? Wenn in den Beiträgen längst irrelevante Spuren und Aussagen gezeigt werden, wird man ja sehr wahrscheinlich keine brauchbaren neuen Zeugen oder im besten Falle sogar den Täter zu einer Meldung/Aussage akquirieren können. Da könnte man sich den Beitrag theoretisch besser sparen. Oder habe ich da jetzt etwas falsch verstanden?
Zitat von Der_SchwabeDer_Schwabe schrieb:Abgesehen davon, dass die Polizei sicherlich Adresse und Autokennzeichen notiert hat als dieser Zeuge seine Aussage gemacht hat, und ihn wahrscheinlich auch dazu befragt hat, was er zu dieser Zeit an diesem Ort gemacht hat, bzw. woher er kam, wäre es denn nicht einfacher gewesen, den Zeugen in der Sendung zu bitten, er möge sich noch einmal melden?
Ich schließe mich deinen Ausführungen an. Die Zeugenaussage wurde sicherlich genauso akribisch notiert wie die Umstände warum der Zeuge vor Ort war und wie. Es scheint daher absolut plausibel gewesen zu sein, dass jener Zeuge auch um jene Uhrzeit und auf dieser Straße zu seiner Dienststelle unterwegs war. Darüber hätte man dann auch -gepaart mit der Aussage der Freunde Marions- leicht herausgefunden, ob der Zeuge auch Chris(sy) ist und ggf. mit Marion in einer -wie auch immer gearteten- Beziehung stand.
Zitat von Der_SchwabeDer_Schwabe schrieb:Die Beiträge waren in den 70ern bestimmt noch nicht so reißerisch und mehr sachverhaltsbezogen, aber es war damals wie heute mehr oder weniger die letzte Chance für die Polizei, um noch einmal Schwung in einen Kriminalfall zu bekommen. Darum kann ich mir nicht vorstellen, dass man seine letzte Patrone verschießt, indem man nahezu kryptische Hinweise in den Filmfall einbaut.
Ja so ist es. Viele sehen in jedem Requisit, in jedem genauen Verhalten (Gestik/Bewegung/Ausdruck) der Schauspieler, jedem Satz und Wort, der Musik und sonstigen kleinsten Details eine ganz bewusste Darstellung und einen klaren Hinweis/Botschaft bzw. unveröffentlichtes Täter- oder Ermittlerwissen. Das ist meiner persönlichen Meinung nach Quatsch. Nur XY-Fans und Hobby-Kriminalisten schauen sich jeden Beitrag genauestens an, spulen zurück, sehen sich jedes Detail an. Das ist aber nicht die gewählte Zielgruppe. Den die sind alle Menschen, die vielleicht eine Beobachtung gemacht haben, etwas gehört haben, einen/mehrere verdächtige Gegenstände gesehen haben, eine Änderung des Verhaltens bei einem Menschen feststellten usw. Diese Menschen spulen jene Beiträge aber für gewöhnlich nicht zurück und interpretieren jedes Detail und das Muster der Tapete an der Wand im Beitrag. Die fühlen sich erinnert und angesprochen, im besten Fall melden sie sich dann bei der Polizei. Da ist wenig bis keinerlei Platz für Krypto-Hinweise.


2x zitiertmelden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

13.04.2026 um 19:10
Hallo @Slaterator, natürlich habe ich mich aufgeopfert 😅 für unser Forum und den kompletten 87-minütigen Podcast von vorn bis hinten angehört.

Zitat von SlateratorSlaterator schrieb am 10.04.2026:Ich nehme mal an, du hast den Podcast schon durchgehört. Gibt es da neue Erkenntnisse oder ist dort auch alles auf dem Stand, der aktuell zum Sachverhalt bekannt ist?
Ich habe parallel im Thread Sonja Hurler bereits noch ein paar Angaben zum Inhalt des Podcasts gemacht. Mittlerweile haben aber auch noch weitere User über den Podcast berichtet.

Die für mich wichtigsten Erkenntnisse mal kurz zusammengefasst:

- die Ermittler rücken nach Bekanntwerden der DNA im Fall Marion Baier davon ab, dass die Thingers-Jugendlichen altersmäßig im Jahre 1981 die Täter gewesen sein können

- gab es jedoch eine weitere Gruppe Jugendlicher/Erwachsener von bspw. Sport- oder Motorradvereinen aus der Gegend um Zirndorf welche 1981 in Kempten zu Besuch waren?

- die Motorradrocker aus Kempten haben inzwischen alle freiwillig eine DNA-Probe abgegeben

- die etwa 300 Thingers-Jugendlichen wurden auch alle getestet, nur 3 Verweigerer, diese scheiden aber auch als Täter aus

- der leibliche Sohn des Polizisten-Stiefvaters wurde um Abgabe einer DNA-Probe gebeten, sein verstorbener Vater konnte nun als Verdächtiger entlastet werden (erinnert mich an den Boxtrainer im Fall Reiner Koch)

- nach Ausstrahlung bei XY wurden Personen genannt mit Bezug Zirndorf/Kempten, diese wurden bzw. werden noch überprüft

- es werden Listen abgeglichen von Sexualstraftätern, Verbindungen zu Bundeswehr und Hochschule geprüft

- im Podcast blieben viele Sachen unerwähnt, z.B. waren der Porsche und auch Chris kein Thema mehr


2x zitiertmelden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

13.04.2026 um 19:28
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb:Jetzt muss ich mal fragen, wie du zu dieser Annahme gekommen bist?! Warum sollten im Beitrag Zeugenaussagen und Fahrzeuge gezeigt werden, die keinerlei Relevanz im vorliegenden Fall haben? Das würde im Zweifel das Prinzip von Aktenzeichen xy ungelöst ad absurdum führen oder nicht?
s

Das bezog sich darauf, dass @Höhenburg darauf hingewiesen hat, dass von dem Zeugen um 2:30 Uhr das Kennzeichen in der Sendung gezeigt wurde (DA-HJ ...) und dies deswegen ist, weil es eine große Bedeutung für den Fall haben kann.
Daraus müsste man dann ja schließen, dass das Kennzeichen des Zeugen von 23 Uhr keine Bedeutung hat bzw. dessen Aussage geklärt ist, weil dessen Kennzeichen eben nicht gezeigt wurde.


1x zitiertmelden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

13.04.2026 um 20:11
Zitat von Der_SchwabeDer_Schwabe schrieb:Deine Beobachtungsgabe in Ehren, aber denkst Du nicht, dass sich die Kripo da ein Eigentor schießen würde, wenn sie das alles so verschlüsselt darstellen würde, dass man das schon fast beruflich machen muss, um hier einen Hinweis zu erkennen?
Hallo @Der_Schwabe ! Ich habe die Sache mit den Schildern und der dahinterstehenden Fragestellung nur als zusätzliche Diskussionsgrundlage eingestellt. Die Tatsache, daß die alten Ermittler es nur halb verschlüsselt im Film brachten, zeigt für mich an, daß sie zwar durchaus noch Fragen zu diesem Zeugen hatten, aber zumindest grundsätzlich seine Aussagen akzeptierten. Frei nach dem Motto: Mit Vorsicht zu genießen, "awwer Joh". :-)
Zitat von Der_SchwabeDer_Schwabe schrieb:Die Beiträge waren in den 70ern bestimmt noch nicht so reißerisch und mehr sachverhaltsbezogen, aber es war damals wie heute mehr oder weniger die letzte Chance für die Polizei, um noch einmal Schwung in einen Kriminalfall zu bekommen. Darum kann ich mir nicht vorstellen, dass man seine letzte Patrone verschießt, indem man nahezu kryptische Hinweise in den Filmfall einbaut.
Diese eingebauten Hinweise in den alten Folgen sind aber fraglos vorhanden. Du erinnerst dich vielleicht an Wolfgang Grönebaums Klassiker "Edeltraut war aus beruflichen Gründen dort unterwegs" und im Bild sieht man zwei leichte Mädels auf dem Weg zur Arbeit. :-)
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb:Ich persönlich kann da jetzt keine so deutliche Ähnlichkeit zu den deutschen Hochkantzeichen ekennen und würde die nicht einmal bei einem flüchtigen Blick im Halbdunkel verwechseln. Dafür sind die Unterschiede meiner Meinung nach einfach zu groß.
Hallo @Slaterator ! Das ist sehr schön, daß du die Schilder selbst im Halbdunkel auseinanderhalten würdest, aber es gibt genug Leute, die das nicht könnten! Wir haben im Laufe der Zeit so einige Beschreibungen erhalten, wo uns das Zielobjekt bekannt war, die Aussagen ohne Absicht(!) aber deutlich abwichen. Das die Erinnerungen von Zeugen unabsichtliche (Verwechselungs)Fehler enthalten können, ist etwas, daß man immer im Hinterkopf behalten sollte.
Zu den US-Schildern an sich: Ich bin in einer Gegend aufgewachsen, in der sehr viele US-Fahrzeuge rumfahren. Als Einheimischer erkennst du die "10 Meter gegen den Wind", egal welche Schilder drauf sind/waren. Wenn der 23 Uhr Zeuge Einheimscher im Raum Nürnberg war, der bis heute eine US-Präsenz hat, halte ich eine Verwechselung seinerseits für sehr wenig wahrscheinlich. Nichtsdestotrotz sollte man ein solches Verwechselungsszenario nciht komplett ausschließen, um keine mögliche Spur zu verlieren.
Zitat von HolzaugeSHKHolzaugeSHK schrieb:- im Podcast blieben viele Sachen unerwähnt, z.B. waren der Porsche und auch Chris kein Thema mehr
Hallo @HolzaugeSHK ! Die Aussagen der Ermittler aus Kempten und Nürnberg(alte Ermittler)/Fürth weisen Abweichungen voneinander im Fall Marion auf. Den Autos oder auch Chris wird heute von beiden Behörden zumindest öffentlich weniger Aufmerksamkeit entgegen gebracht, aber z.B. beim Heimweg gibt es unterschiedliche Sichtweisen. Im Allgäu geht man eher davon aus, daß Marion das Fischerfest Richtung Oma verlassen hat, in Franken tendieren sie eher zu einer Rückkehr ganz nach Hause.


3x zitiertmelden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

13.04.2026 um 21:15
Zitat von vorsichtfallevorsichtfalle schrieb am 12.03.2026:Dass auf dem Fischerfest eher keine Schausteller waren, kann ich mir vorstellen. Aber auf dem Stadtfest in Kemptem im Fall SH auch nicht? Dort waren doch bestimmt Schausteller anwesend.
Nein auf dem Stadtfest in Kempten waren und sind keine Schausteller. An verschiedenen Bühnen und Orten treten Musikgruppen auf, es gibt diverse Verpflegungsstände, ein buntes Kinderprogramm - aber nix Jahrmarktähnliches.


1x zitiertmelden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

13.04.2026 um 21:26
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Diese eingebauten Hinweise in den alten Folgen sind aber fraglos vorhanden. Du erinnerst dich vielleicht an Wolfgang Grönebaums Klassiker "Edeltraut war aus beruflichen Gründen dort unterwegs" und im Bild sieht man zwei leichte Mädels auf dem Weg zur Arbeit. :-)
Hallo @Höhenburg

Naja, der Hinweis war aber nicht versteckt, sondern offensichtlich :D Ausserdem habe ich mal irgendwo gelesen, dass es nicht anders ging, weil zu diesem Zeitpunkt das Thema Prostitution im Fernsehen tabu war. Eine Quelle hierzu kann ich leider nicht benennen, da es echt schon ewig her ist, dass ich das gelesen habe.


melden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

13.04.2026 um 21:42
Zitat von BlackCat70BlackCat70 schrieb:Nein auf dem Stadtfest in Kempten waren und sind keine Schausteller. An verschiedenen Bühnen und Orten treten Musikgruppen auf, es gibt diverse Verpflegungsstände, ein buntes Kinderprogramm - aber nix Jahrmarktähnliches.
Naja, Schausteller sind ja nicht nur auf Jahrmärkten aktiv. Wenn ich mir die Fotos vom Fest anschaue, sehe ich da schon Bühnen, Aktivitäten wie Trampolinspringen oder Gastronomie. Ich denke nicht dass dies nur lokale Unternehmen sind. Beispielsweise gibt es Firmen für den Bühnenverleih/ bau. Das würde ich auch unter Schausteller subsumieren.


melden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

13.04.2026 um 22:04
Meiner Meinung nach erfolgt der Auf- und Abbau durch den Bauhof der Stadt Kempten.


melden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

13.04.2026 um 22:16
Ich habe mir zwischenzeitlich noch einmal die Angaben zu Chris bzw. Chrisi rausgesucht.

IMG-20260413-WA0008

Quelle: Ausstrahlung des Falles bei XY am 13.12.1974

Wenn, wie von einigen Usern hier vermutet wird, der Bundeswehrsoldat der Chris gewesen sein soll, dann hätte man das doch zwischenzeitlich längst abgleichen können.

- Alter 17-18 Jahre
- Größe 1,70 m
- hellblondes Haar
- Sprachfehler


Wie passt das nun zu dem Porsche-Zeugen? Ich lass mich leider auch immer optisch täuschen von der Darstellung bei XY, da muss ich leider @Slaterator Recht geben, Asche auf mein Haupt. Aber der Schauspieler sah größer als 1,70 m aus, kräftig und mit einem Bart älter als 18 Jahre! Und jetzt bei Vorliegen einer DNA-Spur an Marion Baier's Bluse wäre es doch ein Leichtes den Bundeswehrangehörigen mit Abgabe einer Speichelprobe zu entlasten! Die Ermittler haben das sicher auch schon getan


Ich glaube damit wäre die Diskussion um den Bundeswehr-Porsche-Zeuge und Chris beendet!


Als Neugierde würde es mich trotzdem interessieren was er zu später Stunde dort in der Heinbergstraße verloren hatte! Spoiler Oooh, war er auf der Suche nach einer Kette?



Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Im Allgäu geht man eher davon aus, daß Marion das Fischerfest Richtung Oma verlassen hat, in Franken tendieren sie eher zu einer Rückkehr ganz nach Hause.
Das habe ich auch aus dem Munde von Kommissar Norbert Bernhard gehört. Er wollte eigentlich nur die Ähnlichkeit der beiden Fälle erläutern.

- fast gleiches Alter der Mädchen
- wirkten beide schon wie 16 Jahre
- Tat geschah am ersten Juli-Wochenende an einem schönen Sommertag
- es gab 1973 und 1981 jeweils ein Stadtfest
- Mädchen haben sich allein auf den Heimweg gemacht
- Sonja wollte zur Oma
- Marion nach Hause nach Oberasbach
-> hier kam der Kommissar etwas durcheinander, Marion war ja schon bei der Oma. Ich nehme an, es ist ja nicht sein eigener Fall, er hat es etwas unmissverständlich ausgedrückt!
- beide Leichen wurden untenrum unbekleidet und an einer Straße ermordet aufgefunden
- Marion Baier lag offen auf einer Baustelle
- Sonja Hurler wurde durch Zufall nach 3 Monaten gefunden, versteckt unter einem Stadl

Warum gab sich der Täter in Zirndorf keine Mühe die Leiche zu verstecken? War er dort nicht heimisch? In Kempten muss er sich ausgekannt haben, warum wählte er das Versteck unter dem Stadl?


Die OFA hat wohl schon ein Täterprofil erstellt, aus Ermittlungstaktischen Gründen will Kommissar Bernhard jedoch darauf nicht näher eingehen.


2x zitiertmelden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

14.04.2026 um 03:02
Zitat von HolzaugeSHKHolzaugeSHK schrieb:Ich glaube damit wäre die Diskussion um den Bundeswehr-Porsche-Zeuge und Chris beendet!
Als Neugierde würde es mich trotzdem interessieren was er zu später Stunde dort in der Heinbergstraße verloren hatte! Spoiler Oooh, war er auf der Suche nach einer Kette?
Hallo @HolzaugeSHK ! Wie ich ja schon weiter oben geschrieben habe, bin ich selbst eher davon überzeugt, daß der 2.30 Uhr Zeuge nicht Chris war, aber man muß es schon einmal durchspielen "was wäre wenn", um diese Theorie abzuhaken.:-)
Bin genau wie du sehr neugierig, was der Zeuge um diese Zeit am Hainweg gemacht hat (wobei wir das wahrscheinlich nicht rausbekommen werden). Denn völlig unabhängig ob der Zeuge Chris war oder nicht, kaufe ich ihm die Geschichte mit der zeitigen Anreise zur Kaserne so nicht ab. Schon garnicht mit dem Landstraßenrumtuckern.
Zitat von HolzaugeSHKHolzaugeSHK schrieb:Warum gab sich der Täter in Zirndorf keine Mühe die Leiche zu verstecken? War er dort nicht heimisch? In Kempten muss er sich ausgekannt haben, warum wählte er das Versteck unter dem Stadl?
Der Kommisar aus Kempten hat deutlich gemacht, daß der Ablageort im Stadl Ortskenntnisse voraussetzt. Man hat Sonja also nicht einfach reingeworfen und ab, sondern beim Verstecken der Leiche nachgedacht. Das zeigt neben dem Ortswissen auch eine größere Abgebrühtheit als Jahre zuvor in Franken.
Es ist eine legitime Frage, ob der Täter in Zirndorf nicht heimisch war. Ich halte ihn für jemanden, der auch in Zirndorf nicht fremd war. Das Marions Leiche nicht versteckt wurde, dürfte daran liegen, daß dies sein erster Mord war.


melden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

14.04.2026 um 17:22
Zitat von HolzaugeSHKHolzaugeSHK schrieb:Ich habe parallel im Thread Sonja Hurler bereits noch ein paar Angaben zum Inhalt des Podcasts gemacht. Mittlerweile haben aber auch noch weitere User über den Podcast berichtet.
Nochmals vielen Dank für das Einstellen des Podcasts und die Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse. Auch wenn keine wirklich neuen Fakten darin genannt werden, ergibt sich schon ein interessantes Bild. Gerade der Zusammenhang mit dem Mord an Sonja Hurler zeichnet ein ganz neues Täterbild, welches man -würde man die Fälle einzeln und nicht im Zusammenhang betrachten- wahrscheinlich so nicht angenommen hätte. Interessant ist in dem Zusammenhang immer noch das Alter des Täters zu jeweiligen Tatzeitpunkt. Ich verstehe deshalb zum Beispiel nicht, warum man im Fall Sonja Hurler weiterhin der Spur von Jugendlichen nachgeht, welche ein Mädchen bei dem es sich um Sonja Hurler gehandelt haben könnte drangsalierten. Das passt nicht vom Alter, wenn deren Mörder auch der von Marion Beier ist.

Außerdem bin ich mir persönlich sehr sicher, dass der Mörder von Marion Beier schon aufgrund des eklatanten Altersunterschiedes keine Beziehung mit seinem Opfer hatte. Sie mögen sich ggf. über Eltern, aus dem Dorf, als Nachbarn, oder ähnlich oberflächlich gekannt haben. Ich denke aber nicht, dass sie im Vorfeld privat nennenswert Zeit miteinander verbracht haben.
Zitat von kalekokaleko schrieb:Daraus müsste man dann ja schließen, dass das Kennzeichen des Zeugen von 23 Uhr keine Bedeutung hat bzw. dessen Aussage geklärt ist, weil dessen Kennzeichen eben nicht gezeigt wurde.
Ah okay, dann hatte ich das missverstanden. Danke für die Erklärung.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Das ist sehr schön, daß du die Schilder selbst im Halbdunkel auseinanderhalten würdest, aber es gibt genug Leute, die das nicht könnten! Wir haben im Laufe der Zeit so einige Beschreibungen erhalten, wo uns das Zielobjekt bekannt war, die Aussagen ohne Absicht(!) aber deutlich abwichen. Das die Erinnerungen von Zeugen unabsichtliche (Verwechselungs)Fehler enthalten können, ist etwas, daß man immer im Hinterkopf behalten sollte.
Ich denke die Befähigung, ein Din-Hochkantkennzeichen (Backblech) aus der BRD der 70er Jahre von einem Kennzeichen der US-Streitkräfte in der BRD aus der gleichen Zeit zu unterscheiden ist definitiv weder Talent noch Glückssache. Das kann mMn sprichwörtlich der Blinde mit dem Krückstock. Die Unterschiede sind offensichtlich eklatant und auch im Halbdunkel und/oder bei einem nur flüchtigen Blick auffällig und sehr leicht erkennbar. Mir ist natürlich unbekannt, bei welcher Arbeit der du nachgehst die Erkenntnis entstanden sein mag, dass viele Menschen scheinbar bei einem flüchtigen Blick mutmaßlich keinen Baum von einem Möbelwagen unterscheiden können. Für mich ist das in dem hier vorliegenden Fall aber nur sehr schwer vorstellbar. Schon allein, weil weder das Format übereinstimmt (Das US-Kennzeichen ist wesentlich kleiner und hat ein anderes Format), noch die Farbe, eher blau/petrol und nicht weiß. Dazu ist das US-Kennzeichen (abgesehen von Plakette und USA-Kennung) nur einzeilig und besteht aus lediglich zwei Buchstaben mit vier Zahlen. Also wer das verwechselt, erkennt auch keinen Unterschied zwischen Vorfahrt achten- und Halteverbotsschild.

Aber -da gebe ich dir natürlich Recht-, ist eine falsche Erinnerung oder Verwechslung zumindest in der grauen, sehr grauen Theorie möglich. Völlig ausschließen kann man es demzufolge also nicht kategorisch. Dennoch halte ich das für extrem unwahrscheinlich und denke das die Chance für so einen Fall gen "0" tendiert also einfach vernachlässigt werden kann.
Zitat von HolzaugeSHKHolzaugeSHK schrieb:Wenn, wie von einigen Usern hier vermutet wird, der Bundeswehrsoldat der Chris gewesen sein soll, dann hätte man das doch zwischenzeitlich längst abgleichen können.
Da bin ich vollkommen deiner Meinung. Die Überlegung, der Soldat könne der Täter sein und die Porschesichtung nur von ihm als Ablenkungsmanöver erfunden, ist ja vor allem dem Zeitraum zwischen dem Verschwinden von Marion Beier und eben dieser Sichtung geschuldet. Das an sich ist ja durchaus nachvollziehbar, wenn man davon ausgeht, dass der (möglicherweise versuchte) sexuelle Missbrauch an der Fundstelle stattgefunden hat, also Missbrauchsort, Mordort und Fundort identisch sind. Dessen bin ich mir jedoch derzeit nicht zu 100% sicher. Aber um auf dein Argument zurück zu kommen, hätte man einen entspr. naheliegenden Anfangsverdacht ziemlich schnell überprüfen können und hat das recht wahrscheinlich auch schon getan, denn weder der Soldat, noch jener Mopedchris(sy) befinden sich derzeit im Fokus der Ermittlungen.
Zitat von HolzaugeSHKHolzaugeSHK schrieb:jetzt bei Vorliegen einer DNA-Spur an Marion Baier's Bluse wäre es doch ein Leichtes den Bundeswehrangehörigen mit Abgabe einer Speichelprobe zu entlasten! Die Ermittler haben das sicher auch schon getan
Wie oben. Man hätte den Soldaten einfach überprüfen und entlasten können, sofern er noch unter uns weilt.
Zitat von HolzaugeSHKHolzaugeSHK schrieb:(...) hier kam der Kommissar etwas durcheinander, Marion war ja schon bei der Oma.
Das sehe ich etwas anders. Marion Beier begab sich von ihrem Elternhaus -entgegen ihrer Ankündigung- auf direktem Weg zum Fest, wo sie dann davor oder darauf eine Freundin traf. Gegen Abend verabschiedete sie sich mit der Ankündigung, nun ihre Oma besuchen zu wollen. Wie im Filmfall dargestellt, gab ihre Oma jedoch an, dass Marion eben nicht bei ihr gewesen sei, was sie nur dann wissen konnte, wenn sie im fraglichen Zeitraum auch daheim und wach war und nicht außer Haus unterwegs oder im Schlaf. Deshalb gehe ich persönlich derzeit davon aus, dass Marion gar nicht bis zu ihr kam. Entweder traf sie zufällig oder bewusst eine/mehrere unbekannte Person(en) oder ging irgendeiner unbekannten anderen Tätigkeit nach. Fakt ist, dass sich für den Zeitraum vom Verlassen des Festes, bis zu ihrer Rückkehr keine Zeugen gemeldet haben, die sie beobachtet haben oder sich mit ihr getroffen haben wollen.


2x zitiertmelden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

14.04.2026 um 19:02
Hallo, hier ein Podcast von Stern Spurensuche zum Fall der beiden Mädchen.

https://plus.rtl.de/podcast/stern-crime-spurensuche-51hypuwzaau7o


melden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

14.04.2026 um 19:33
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb:Interessant ist in dem Zusammenhang immer noch das Alter des Täters zu jeweiligen Tatzeitpunkt. Ich verstehe deshalb zum Beispiel nicht, warum man im Fall Sonja Hurler weiterhin der Spur von Jugendlichen nachgeht, welche ein Mädchen bei dem es sich um Sonja Hurler gehandelt haben könnte drangsalierten. Das passt nicht vom Alter, wenn deren Mörder auch der von Marion Beier ist.

Außerdem bin ich mir persönlich sehr sicher, dass der Mörder von Marion Beier schon aufgrund des eklatanten Altersunterschiedes keine Beziehung mit seinem Opfer hatte. Sie mögen sich ggf. über Eltern, aus dem Dorf, als Nachbarn, oder ähnlich oberflächlich gekannt haben. Ich denke aber nicht, dass sie im Vorfeld privat nennenswert Zeit miteinander verbracht haben.
Hallo @Slaterator, Grüße!
Seit dem Spur-Spurtreffer hat sich die Sache mit den Rabauken nur, logischerweise, verschoben. Unter ihnen befindet sich nicht der Mörder, aber das Rumzerren des armen Mädels ist Fakt, dazu gibt es zuviele Zeugen. Die Rabauken sind jetzt selbst mögliche Zeugen, denn irgendwas muß mit dem Mädel, egal ob es Sonja war oder nicht, geschehen sein.
Hat sie sich losgerissen? Ist ihr jemand zu Hilfe gekommen? Haben sie von ihr abgelassen, weil es ihnen letztlich doch zo blöd wurde, was sie für einen Mist bauen?
Was auch immer geschehen sein mag, womöglich haben diese Jugendlichen den späteren Täter gesehen. Und was der Leiter des Untersuchungen auch angesprochen hat, unter den Zeugenaussagen zu den jugendlichen Krawallos gibt es auch welche, die die Möglichkeit offenlassen, daß einer der gesichteten Trupps vom Alter her durchaus schon (deutlich) über 20 Jahre gewesen sein kann.

Zum Fall Marion: Welcher eklatante Altersunterschied? Chris, zum Beispiel, wurde als 5-6 Jahre älter beschrieben, wenn wir ein eventuelles Bubigesicht mit einbeziehen, könnte er auch bis um 10 Jahre älter gewesen sein. Das wären ein paar Jährchen Altersunterschied, aber letztlich nicht so ungewöhnlich. Dazu kommt das laut Podcast sowohl Marion als auch Sonja nicht nur wie um die 16 wirkten, sondern auch schon für ihr Alter verhältnismäßig erwachsen waren.
Was beiden wohl bei diesem mörderischen A... zum Verhängnis wurde, als er mehr wollte als sie zu tun bereit waren. Ich halte "Chris" weiterhin für einen Hauptverdächtigen, aber selbst wenn er es nicht war, bin ich mir sicher, daß Marion den Täter mindestens flüchtig gekannt hat. Der Einfachheut halber zitiere ich mich mal selbst:
"Ich glaube nicht an Mister X, einen zufälligen Besucher des Fischerfestes, als Täter in Zirndorf. Selbst wenn es nicht Chris war (der unmittelbar nach dem Mord komplett abgetaucht ist), bin ich überzeugt aufgrund der Gesamtlage, daß Marion den Täter mindestens flüchtig gekannt hat und deswegen auch Sterben mußte. Ihr Heimweg war nicht lang, besonders nicht nach Maßstäben der 70er, wo viel mehr und längere Wege gelaufen wurden.
Angesichts dessen, was ist wahrscheinlicher: Das Marion zu einem Wildfremden ins Auto/aufs Motorrad steigt oder zu Chris/Bekannter xy/Nachbar xy, der sagt: "Heh Marion, ich fahr auch heim. Soll ich dich ein Stück mitnehmen? Ach komm, ich fahr dich schnell rüber."


1x zitiertmelden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

14.04.2026 um 20:53
Der zitierte Beitrag von Gildonus wurde gelöscht. Begründung: Wie zuvor
Stopp. Wir müssen uns hier nichts ausmalen, was in Richtung "Herumtreiberin" geht. Mit der Aussage, dass sie älter wirkte, als sie war, und allein auf einem Fest unterwegs war, ist mMn schon alles ausreichend umschrieben.

Das beinhaltet auch, dass sie möglicherweise Bekanntschaften hatte, und Dinge tat, die ihrem Alter vielleicht nicht angemessen waren. Aber das müssen wir nicht näher explizieren, um über den Fall zu diskutieren. Es setzt in dieser Diskussion einfach falsche Akzente.


melden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

14.04.2026 um 21:01
Der zitierte Beitrag von Gildonus wurde gelöscht. Begründung: Wie zuvor
Hallo @Gildonus !
Ich sehe dich mit dieser Einschätzung auf dem Holzweg. Wir haben bereits vor einiger Zeit darüber diskutiert und sind zum Schluß gekommen, daß eine leichte Problemsituation vorgelegen haben könnte, aber falls, nicht im Ausmaß wie es bei Sonja war. Laut den uns zugänglichen Informationen war Marions Mutter erkrankt/auf dem Wege der Besserung, Marion auch aus diesem Grund häufig bei der Oma.
Unter dem Strich sollte man "Herumtreiberin" generell aus der Diskussion lassen. Denn Infos in diese Richtung sind nicht einmal ansatzweise im Film verschlüsselt dargestellt worden.

Ich weiß nicht, woher du die Story hast, daß Marion sich noch nach Mitternacht in Zirndorf "herumgetrieben" hat. Soweit bekannt, hat sie sich zwischen 20 und 21 Uhr auf den Heimweg, eine Strecke von nicht einmal 2 Kilometern, gemacht. Das ist auch die Position der Ermittler. Ob Marion allein oder in Begleitung aufbrach, ist nicht geklärt.

Das Marion zur Oma wollte ist richtig. Ich gehe davon aus, daß sie auch tatsächlich dort war (in der Zeit zwischen 19 und 20 Uhr), die Oma aber nicht angetroffen hat, warum auch immer. Was den Besuch bei der Oma als Ganzes angeht, kann man relativ gesichert davon ausgehen, daß es in Teilen eine Ausrede war, um sich auf dem Fischerfest mit einem Schwarm zu treffen.


2x zitiertmelden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

15.04.2026 um 07:52
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Ich weiß nicht, woher du die Story hast, daß Marion sich noch nach Mitternacht in Zirndorf "herumgetrieben" hat. Soweit bekannt, hat sie sich zwischen 20 und 21 Uhr auf den Heimweg, eine Strecke von nicht einmal 2 Kilometern, gemacht. Das ist auch die Position der Ermittler. Ob Marion allein oder in Begleitung aufbrach, ist nicht geklärt.
Das wissen wir aber doch auch nicht, ob sie sich auf den Heimweg gemacht hat.
Die Position der Ermittler ist doch,
Die Polizei hatte im Rahmen der Ermittlungen rekonstruieren können, dass sich Marion Baier am Sonntagabend (01. Juli 1973) auf dem Fischerfest im benachbarten Zirndorf aufgehalten hatte. Dort war sie zuletzt gegen 20:00 Uhr von einer Schulfreundin gesehen worden.
Quelle: https://www.polizei.bayern.de/aktuelles/pressemitteilungen/097070/index.html

Ich hätte zwar nicht gedacht, dass das Fest am Sonntagabend noch länger gedauert hat, aber wenn sie laut Aktenzeichensendung am Nachmittag schon da war und später (vielleicht) nochmal rein ist, dann meiner Ansicht nach nur, weil sie hoffte, jemand bestimmtes zu sehen oder zu treffen.
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb:Außerdem bin ich mir persönlich sehr sicher, dass der Mörder von Marion Beier schon aufgrund des eklatanten Altersunterschiedes keine Beziehung mit seinem Opfer hatte. Sie mögen sich ggf. über Eltern, aus dem Dorf, als Nachbarn, oder ähnlich oberflächlich gekannt haben. Ich denke aber nicht, dass sie im Vorfeld privat nennenswert Zeit miteinander verbracht haben.
Ja dem würde ich zustimmen, hatte auch schonmal an einen Personenkreis gedacht, mit denen man als junges Mädchen zu tun hat wie z. B. Lehrer.


4x zitiertmelden

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

15.04.2026 um 08:34
Zitat von kalekokaleko schrieb: hatte auch schonmal an einen Personenkreis gedacht, mit denen man als junges Mädchen zu tun hat wie z. B. Lehrer.
Diese Idee ist garnicht so abwegig, vielleicht ihr Sportlehrer (Adidas-Turnschuhe), der auch von ihrer Fußverletzung wusste und ihr deshalb angeboten hat sie mit dem Auto nach Hause zu fahren? Er wusste ja auch, am nächsten Tag ist wieder Schule und Marion musste eigentlich ins Bett.


Bloß, wie kommt der Lehrer dann 1981 nach Kempten? Hat er sich nach Kempten versetzen lassen und arbeitete dann an der Hochschule oder an Sonja Hurlers Gymnasium? 🤔


3x zitiertmelden