Höhenburg schrieb:Das bestätigt, was die meisten von uns hier im Thema ebenfalls vermuten, daß der Täter im Umfeld/Bekanntenkreis zu finden ist. Würde man Mister X von sonstwo vermuten, würde das auch angesprochen werden.
Liebe Grüße zurück! Ich sehe das nicht ganz so eng. Für mich ist ebenso äußerst wahrscheinlich, dass Marion nicht auf eine ihr absolut unbekannte, wildfremde Zivilperson traf und ihr völlig arglos und ohne jedwede Bedenken das Vertrauen schenkte sie zu begleiten. Theoretisch ist das natürlich möglich, wahrscheinlicher ist jedoch das so etwas mutmaßlich mit Gewaltanwendung/Zwang einhergegangen wäre, worauf es -zumindest bislang- keinerlei Hinweis gibt.
Allerdings schränke ich mich nicht nur auf ihr direktes Umfeld oder direkten Bekanntenkreis ein. Eine Respektsperson bzw. eine Person des öffentlichen/lokalen Lebens schafft ja auch Vertrauen. Oder auch nur der Kollege von Vater oder Mutter, der schonmal bei ihr zuhause war. Das kann z.B. der Postbote sein, der lokale Versicherungsvertreter der regelmäßig zum Kaffee vorbeischaut, ein Lehrer, ein Polizist oder der Schornsteinfeger. Nicht zwingend alles Personen die einen wirklichen, sprich persönlichen Kontakt zu Marion haben brauchten, jedoch für sie zumindest vom "Sehen" her bekannt und als vertrauenswürdig von ihr eingestuft wurden.
Nichts desto trotz bleibt auch der völlig fremde "Mister X" nach wie vor eine Option. Wir wissen schließlich nicht, wie und wo Marion von ihm "abgegriffen" wurde. Vielleicht gab es dummerweise genau an jenem Ort keine Zeugen. Komplett ausschließen würde ich es nicht. Es ist lediglich eher unwahrscheinlich meiner persönlichen Meinung nach. Auch die Kripo wird das ähnlich sehen müssen, da es -zumindest offiziell- nach 20 Uhr keine Sichtungen mehr gibt. Die werden das deshalb ebenso wenig sicher ausschließen können.
Höhenburg schrieb:Damals 1973 war es vielleicht nicht möglich gewesen, den fehlenden Geldbeutel eindeutig dem Tatgeschehen zuzuordnen. Theorie: Womöglich hat sich jetzt im Laufe der Ermittlungen ergeben, daß Marion den Geldbeutel sicher bei sich gehabt hat, als sie das Fest verließ. Könnte z.B. sein, daß die letzte Zeugin da Auskunft geben konnte und Marion nicht wegen des Geldbeutels zurück zum Fest ist.
Warum denkst du, dass sie sicher den Geldbeutel dabei hatte als sie das Fest verließ? Lass mich mal wild raten: Weil dann "Chris(sy)" als Verabredung und Grund für ihre spätere Rückkehr unwahrscheinlich ist?
Theoretisch mag eine Verabredung zutreffen. Aber ist das auch wahrscheinlich? Was hat sie denn in der Zwischenzeit gemacht und warum blieb sie nicht einfach dort auf dem Fest? Bei der Oma kam sie zumindest sehr wahrscheinlich nie an. Also finde ich es nicht unwahrscheinlich, dass sie nach dem Treffen mit der Freundin das Fest verließ, um tatsächlich ihre Oma zu besuchen und danach nach Hause zu gehen. Das Fest war eigentlich für sie erledigt, denn mMn hatte sie lediglich eine Verabredung mit jener Freundin und wollte dann zur Oma, von dort dann heim. Das alles ergibt schon deshalb Sinn, weil sie am nächsten Tag Schule hatte. Ein so spätes Treffen ist für mich eher unlogisch. Das hätte sie am Fr. oder Sa. viel besser platzieren können.
Deshalb kann ich ich mir sehr gut vorstellen, dass sie nach dem Treffen mit ihrer Freundin zu besagter Oma aufbrach und kurz vor dem Ziel bemerkte, dass sie ihr Portemonnaie verloren hatte. Also suchte sie die gegangene Strecke und das Fest selbst ab und traf dabei gegen 20 Uhr auf eine Schulkameradin.
Da sie mit niemandem mehr auf dem Fest Kontakt aufnahm und nur suchte, gab sie irgendwann auf. Es war spät, sie wollte heim. Also Rückmarsch zur Verlegung heimwärts. Da sie schon spät dran war, gefrustet wegen des Verlustes des Portemonnaies und weil sie ihre Oma nicht besuchen konnte, kam ihr dann das Angebot gerade recht, sich mal eben nach hause bringen zu lassen, als sie es von ihrem Mörder angeboten bekam. Auch wenn es nicht weit war, sparte sie ein paar Minuten und die Lauferei. Ende der Geschichte. Der Rest ist bekannt. Das klingt für mich durchaus plausibel.
Wer sagt denn das jemand ganz sicher ihr Portemonnaie als "Trophäe" mitgenommen haben muss? Gibt es im Fall Sonja Hurler auch Gegenstände oder auch nur einen Gegenstand, den Sonja sicher bei sich trug und der nach dem Mord verschwand? Also ich gehe mal davon aus, dass jenes Portemonnaie nicht wegen des Inhalts entwendet worden sein kann. Denn bei einer Zwölfjährigen aus so einem Haushalt sind da sicher keine großen Summen drin gewesen.
321meins schrieb:Das könnte ich mir ebenfalls so vorstellen dass Zeugen ausgesagt haben dass sie diese Geldbörse tatsächlich an besagtem Abend dabei hatte.
Davon gehe ich aus. Ich kann mir aber nicht wirklich vorstellen, dass jene Zeugen wussten, wann das Portemonnaie tatsächlich abhanden kam. Also wenn ich z.B. einen Freund auf ein Fest begleite, sehe ich das er sein Portemonnaie zückt um ein Getränk zu bezahlen und wieder einsteckt. Wann es dann jedoch abhanden kommt, weiß ich nicht. Würde ich bemerken, wenn es ihm aus der Tasche fällt oder gestohlen wird, dann würde ich ihn ja darauf aufmerksam machen bzw. eingreifen. Wird etwas verloren, dann bleibt das zumeist also i.d.R. unbemerkt. Woher kann sich also jemand sicher sein, dass sie das Portemonnaie definitiv dabei hatte, als sie das Fest verließ?
sallomaeander schrieb:Ich vermute, dass die Nichtveröffentlichung des Bildes, oder des nunmehr anscheinend von der Ortsangabe befreiten Bildes, aus ermittlungstaktischen Gründen geschah bzw. geschieht.
Das kann sein. Allerdings halte ich es auch für möglich und sogar wahrscheinlich, dass es einfach eine nachweislich falsche Ortsangabe auf dem Vergleichsstück war, weil man kein Vergleichsstück mit dem auf Marions Version verewigten Gruß bekommen konnte. Also entfernte man auf dem Foto die falsche Ortsangabe um nicht zu verwirren. Fraglich ist dann nur, warum man dann den tatsächlichen Ort nicht zumindest in der Beschreibung nannte. Das könnte wieder Taktik bzw. Täterwissen sein. Da gebe ich dir Recht.