Höhenburg schrieb:
HolzaugeSHK schrieb:(...) Der Zeuge von der Bundeswehr gibt mir auch Rätsel auf. Warum fährt er so spät in der Nacht auf dieser Straße entlang?
(...) Es gäbe Gründe, weswegen er diese Straße zu dieser Uhrzeit befährt, nur spielen die in diesem Fall keine Rolle!
Da mögen meine Routenplanungsgewöhnten Augen bei der Betrachtung Einfluß nehmen, aber mit den uns bekannten Infos kann ich keinen logischen Grund für diese Fahrstrecke finden.
Kommt er von Zuhause, fährt er unweigerlich einen unsinnigen Umweg, egal zu welcher BW-Kaserne er unterwegs ist. Startet er aus der Umgebung, ist er viel zu früh unterwegs. Gemütliche Spazierfahrt fällt wegen Dunkelheit flach, diese Strecke ist für Auswärtige ein Umweg, keine Abkürzung.
Zunächst sollte man vielleicht festhalten, dass wir nicht genau wissen, von wo exakt der Zeuge zu besagter jedoch nicht örtlich näher benannten Kaserne aufgebrochen ist. Für mich ist denkbar, dass er aus dem Umland stammte, vielleicht das Wochenende bei einem/einer Bekannten verbrachte und dann von dort aus (mag ja ganz in der Nähe gewesen sein) frühzeitig zur Kaserne aufbrach, vielleicht weil der/die Bekannte selbst Frühschicht hatte und er deshalb mit ihm/ihr die Wohnung verlassen musste. Das ist jetzt nur mal ein spontan überlegtes, fiktives aber durchaus denkbares Beispiel.
Ich kenne die Gepflogenheiten bei der BW aus dieser Zeit leider nicht und weiß deshalb auch nicht, ob Rekruten nach dem Heimurlaub oder freien Wochenende beliebig jederzeit zurück in die Kaserne verlegen konnten. Möglicherweise war das ja sogar rund um die Uhr möglich und der Zeuge plante sich bis zum Morgenappell noch kurz auszuruhen oder irgendetwas für den kommenden Dienst vorzubereiten. Auch das ist theoretisch denkbar. Es mag also durchaus Gründe dafür geben, warum er an diesem Tag auf dieser Straße mit dem Ziel seines Dienstsitzes unterwegs war. Was in meinen Augen ebenfalls dafür spricht ist die Tatsache, dass seine Fahrt im Beitrag nicht hinterfragt oder gesondert begründet wurde, weil es offensichtlich ungewöhnlich gewesen wäre. Dazu kommt, dass wir den Dienstsitz, sprich die Kaserne in der er eingesetzt war nicht kennen. Wer sagt, dass sie in der Nähe dieser Örtlichkeit war? Vielleicht lag sie ja sehr viel weiter weg, was den frühen Aufbruch erklären würde, wenn er noch einiges an Fahrzeit vor sich hat.
Höhenburg schrieb:Dazu seine Aussage mit dem Porsche und dem kämpfenden Pärchen darin. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß binnen Stunden zwei Kämpfe und ein Mord an dieser ländlichen Straße pssieren? Möglich, aber unwahrscheinlich.
Wie kommst du auf zwei Kämpfe? Ich nehme an, du spielst dabei auf die Uhrzeit des Geschehens an. Denn wenn Marion Beier bereits am -relativ- frühen Abend vom Fest verschwand, aber in dem Kampf/Gerangel in jenem Porsche involviert war, würde sich automatisch die Frage stellen, was in der Zwischenzeit mit ihr passierte. Schließlich liegen zwischen ihrem Verschwinden und dieser Beobachtung einige Stunden, dass Fest war aber nur wenige Autominuten vom Ort der Beobachtung entfernt.
Ich habe mir diese Frage auch gestellt. Auch wenn Marion auf dem bekannten Bild von ihr einen selbstbewussten, vielleicht sogar resoluten Eindruck macht, war sie am Ende ein 12 Jahre junges Mädchen. Ein so junges Mädchen unter Druck zu setzen, einzuschüchtern und dazu zu bringen, den Aggressor z.B. zunächst zu ihm nach Hause zu begleiten, ist da durchaus denkbar. Vielleicht kam es dort bereits zu einem Missbrauch(sversuch), der dann möglicherweise abgebrochen wurde. Oder aber der Täter haderte, ob er eine Verdeckungstat verübt oder sie leben lässt. Vielleicht versprach er sie nach Hause zu bringen und erst als er dann entschlossen war die Tat durch Mord am Opfer zu verdecken und Marion merkte das er sie -weder Erwarten- nicht daheim absetzt sondern in ein Baugebiet fährt kam es dann zum Kampf, weil Marion instinktiv ahnte, was ihr bevorstand.
Ich persönlich würde deshalb nicht ausschließen wollen, dass die Beobachtung des Soldaten tatsächlich mit diesem Fall in Zusammenhang steht und es Marion war, die in einem letzten verzweifelten Versuch ihr Leben retten wollte und in jenem Porsche mit ihrem späteren Mörder kämpfte. Das es zu einem Kampf mit anschließendem Mord zu früherer Zeit und einem weiteren, späteren Kampf am nahezu gleichen Ort mit völlig anderen, unbeteiligten Personen kam, halte ich -ebenso wie du- für ziemlich unwahrscheinlich.
Höhenburg schrieb:Die Tatsache, daß die Herkunftsregion zumindest des Wagens des Zeugen im alten XY-Film preisgegeben wurde, deutet darauf hin, daß man diesen Zeugen genau befragt hat und nicht wirklich zufrieden war.
Da verstehe ich offen gestanden jetzt nicht ganz wie du das meinst. Das man den Zeugen genau befragt hat, setze ich jetzt einmal voraus, weil das die reguläre Polizeiroutine in einem solchen Fall darstellt. Aber wie konntest du jetzt anhand der Herkunftsregion des Wagens darauf schließen, dass man mit dem Ergebnis dieser Befragung nicht wirklich zufrieden war?
Höhenburg schrieb:Wahrscheinlich war der Zeuge nicht Chris, aber ganz ausschließen würde ich es nicht. Es könnte doch passen.
Das der "Mopedcasanova" Chris(sy) nicht der besagte Zeuge sein kann, welcher auf dem Weg zur Kaserne das kämpfende Pärchen im Porsche beobachtet haben will, ist schon ziemlich offensichtlich. Das passt bei genauerer Betrachtung nämlich mMn hinten und vorne nicht. Die Beschreibung von jenem Chris(sy) durch die Freundin der Mario Beier lag ja vor und es wäre für die Beamten ziemlich leicht gewesen, jenen Soldaten anhand der präzisen Beschreibung auch als den beschriebenen "Chris(sy)" zu identifizieren. Zudem wäre ziemlich fraglich, warum "Chris(sy)" quasi zwei Identitäten genutzt haben sollte und dann sein alter Ego auf nimmer Widersehen einfach so abtauchen konnte. Nein, für mich ein völlig unschlüssiges und unrealistisches Szenario.
Höhenburg schrieb:Ich theoretisiere, daß sich Marion nachmittags mit Chris und seinen möglichen Kumpels auf dem Fest getroffen hat. Dann wollte sie, wie besprochen, zur Oma um dort zu schlafen.
So wie ich den Sachverhalt verstanden habe, brach Marion Beier am Nachmittag -zumindest mit dem den Eltern gegenüber kommuniziertem Ziel- auf, ihre Oma zu besuchen. Selbst von einer Übernachtung war da noch keine Rede. Weil diese Praxis mit der Übernachtung aber wohl nicht unüblich war, machten sich ihre Eltern am nächsten Morgen zunächst keine Sorgen, als Marion zum Frühstück nicht zugegen war.
Doch anstelle dieser Ankündigung dann auch nachzukommen, traf sich Marion tatsächlich anstelle dessen mit ihrer Freundin auf dem Fest. Von einer Verabredung mit Chris(sy) ist da absolut keine Rede. Es ist auch nirgendwo erwähnt, dass sie sich noch vor dem Treffen mit ihrer Freundin mit anderen Personen getroffen haben könnte. Bis sie mit dem angeblichen Ziel vom Fest aufbricht, nun ihre Oma zu besuchen und sich von ihrer Freundin verabschiedet, gibt es auf eine Anwesenheit oder gar einen Treffen mit Chris(sy) absolut keine Hinweise. Nicht einmal Anspielungen. Daraus ergeben sich für ein treffen mit jenem ominösen Chris(sy) mMn nur zwei Zeitfenster. In der Zeit nach ihrem Aufbruch vom Fest bis zu ihrer späteren Rückkehr und eben nach der Rückkehr auf das Fest. Vorher sehe ich da -ehrlich gesagt- keine realistische Möglichkeit.
Höhenburg schrieb:Nur war die Oma entweder selbst eingeschlafen, bei Freunden oder auch auf dem Fest. Marion kam zurück zum Fest um nach der Oma Ausschau zu halten. Als sie sie nicht fand, entschloß sich Mation heimzugehen.
Das schließe ich für mich aus, weil man sicherlich die Oma dazu befragt haben wird. Hätte sich aus dieser Befragung ergeben, dass die Oma zu den fraglichen Zeitpunkten am Nachmittag und Abend überhaupt nicht zugegen war, hätte man das im Filmfall mMn mit absoluter Sicherheit auch so dargestellt. Denn das verändert den gesamten Sachverhalt. Das hätte man bei Aktenzeichen Xy ungelöst sicher nicht einfach so übergangen.
Höhenburg schrieb:Ich denke Marion wurde von Chris oder dem Bekannten überredet noch ein bißchen zu plaudern und zu knutschen, bevor er sie zuhause absetzt.
Dafür müsste erst einmal gesichert sein, dass es jenen Chris(sy) tatsächlich so wie beschrieben gab und beide auch eine Beziehung führten. So sicher ist das nämlich mMn nicht. Es ist durchaus realistisch das es eine Person mit dem Namen kurzfristig im Umfeld der Marion Beyer gab und er ggf. auch in Teilen oder sogar vollständig jene Eigenschafften gehabt haben mag. Aber wie lange Marion ihn kannte, ob beide eine geheime Beziehung führten oder ob es nur ein Schwarm war und sie ihrer Freundin um sie zu beeindrucken schöne Phantasiegeschichten erzählte, ist überhaupt nicht klar. Fakt ist, außer der Freundin und Marion selbst scheint niemand aus dem Umfeld jenen Chris(sy) gekannt oder von ihm Kenntnis gehabt zu haben. Wo sollte sie ihn also getroffen haben? Er war ja offensichtlich nicht auf ihrer Schule, kein Nachbar, niemand der von der Polizei im Umfeld von Marion Beier, ihrem Freundes- und Bekanntenkreis etc. ermittelt werden konnte. Alles ziemlich fadenscheinig.
Höhenburg schrieb:(...) vielleicht durch Alkohol mutig geworden, wollte Chris/Bekannter mehr als Marion bereit war zu tun. Es kommt zum Kampf und Mord. Der Tatort ist aber nicht wirklich abgelegen und es sind mit Sicherheit Autos vorbei gekommen
Also die spontane Vergewaltigung (wobei die nicht einmal gesichert stattgefunden hat, weil man nur anhand der Fundsituation davon ausging, scheinbar aber nicht anhand rechtsmedizinischer Untersuchungen) einer 12 Jährigen durch einen Bekannten und/oder den Bundeswehrsoldaten, der sich am selben Abend spontan vom Mopedcasanova Chris(sy) in den braven Soldaten mit anderem Namen verwandelt und sich eine Trugspur ausdenkt, um von sich abzulenken, die er dann später der Polizei meldet. Nebenher vermisst niemand den abgetauchten Chris(sy), welcher ja jetzt der brave Soldat XY ist und deshalb nicht mehr ermittelt werden kann.
Ich kann mir nicht helfen, auch wenn das eine tolle Geschichte für einen Kriminalroman ergibt, ist mir das alles wirklich zu viel unrealistische Phantasie. Das tut mir Leid. Von daher halte ich diesen ominösen "Chris(sy)" nach jetzigem Informationsstand für ziemlich unverdächtig. Aber gut, warten wir mal ab, was sich sonst noch so in diesem Fall ergibt.
HolzaugeSHK schrieb:Heute wurde ein neuer stern-Crime-Podcast in der Staffel „SPURENSUCHE“ veröffentlicht
Vielen Dank
@HolzaugeSHK für das Heraussuchen und Einstellen dieses Podcasts!
:Y:Ich nehme mal an, du hast den Podcast schon durchgehört. Gibt es da neue Erkenntnisse oder ist dort auch alles auf dem Stand, der aktuell zum Sachverhalt bekannt ist?
Höhenburg schrieb:Der Wagen des Zeugen hat auch ein Hochkantschild hinten. Deswegen hatte ich schon spekuliert, ob der 23 Uhr Zeuge im trüben Licht und Vorbeifahren nur ein Hochkantnummernschild gesehen hat, nicht unbedingt ein US-Schild.
Die US-Kennzeichen hatten sehr große und gut sichtbare Unterschiede was die Ausführung anging. Es war lediglich die Form ähnlich. Die Gestaltung war eine ganz Andere. Ich denke auch im Zwielicht oder bei Dunkelheit hätte man den Unterschied leicht erkannt.