kaleko schrieb:Oder es hat sich so zugetragen und sie ist nochmal hin.
Das würde aber voraussetzen, dass die Oma von Marion Beier angetroffen wurde, was diese jedoch verneint. Es scheint mir unwahrscheinlich, wenn auch zumindest theoretisch möglich, dass die Oma aufgrund von Abwesenheit den Besuch ihrer Enkelin irgendwie verpasste, sich aber nachher nicht an die eigene Abwesenheit im fraglichen Zeitraum erinnerte und diese bei ihrer Befragung durch die EB dann auch nicht zu Protokoll gab. Ich bin sicher, dass die Beamten diese Routinefrage damals gestellt haben.
Somit gehe ich persönlich davon aus, dass Marion tatsächlich vorhatte, als sie das Fest am frühen Abend verließ ihre Oma aufzusuchen. Doch aus welchen Gründen auch immer, kam es dazu scheinbar nicht. Für mich ist dabei recht plausibel, dass sie auf ihrem Weg zwischen Fest und dem Wohnhaus ihrer Oma zufällig oder gewollt auf eine oder mehrere Person(en) traf, die sie dann in der Folge von dem Plan ihre Oma zu besuchen abbrachte(n).
Der zitierte Beitrag von Gildonus wurde gelöscht. Begründung: Unangebracht dem Opfer sowie den Eltern gegenüber.
Das sehe ich völlig anders. Es spricht für mich absolut nichts dagegen -im Gegenteil- sogar viel dafür, dass Marion Beier nicht bewusst gelogen hat, als sie sich von ihrer Freundin verabschiedete und das Fest erstmalig an diesem Abend verließ. Es war aus ihrer Sicht sehr sinnvoll, den Besuch der Oma auf jeden Fall durchzuführen, damit eben diese das bei etwaiger Nachfrage durch ihre Eltern auch bestätigen kann. Das sie nebenher noch auf dem Fest war, würde damit unter den Tisch fallen und damit wäre ihr eigentliches Vorhaben (möglicherweise durch die Eltern unerwünschtes Treffen mit der Freundin allein auf dem Fest) ein voller Erfolg. Dieses "Alibi" zu gefährden, indem man die Oma eben gar nicht besucht, birgt völlig unnötige Risiken. Außerdem war das Verhältnis zwischen Marion und ihrer Oma scheinbar sehr gut. Regelmäßige Übernachtungen und Besuche Usus. Sie wohnte ja sogar während der Erkrankung ihrer Mutter über einen gewissen Zeitraum dort. Warum sollte sie das also vermeiden wollen?
Der zitierte Beitrag von Gildonus wurde gelöscht. Begründung: Unangebracht dem Opfer sowie den Eltern gegenüber.
Meinem Empfinden nach hat Marion eigentlich nur ihr zentrales Vorhaben (alleiniges Treffen mit der Freundin auf dem Fest) gegenüber den Eltern unterschlagen. Das sie vorhatte ihre Oma zu besuchen, die in der Nähe des Festes wohnt, halte ich für durchaus glaubhaft. Marion wollte eben das Erlaubte mit dem Gewünschten und ggf. Unerlaubten verbinden. Das sie die entscheidende Information gegenüber den Eltern verbarg, war so gesehen -streng genommen- keine Lüge.
Setzt man nun voraus das ihre Eltern erwarteten über alle ihre Vorhaben am Tag aufgeklärt zu werden, war es maximal hart an der Wahrheit gelogen. Das würde ich -an sich- nicht so überbewerten. Natürlich sind junge Mädchen mit Beginn der Pubertät mitunter schonmal mal nicht ganz ehrlich oder haben "Geheimnisse" gegenüber ihren Eltern. Das ist zwar nicht gewünscht und in Ordnung, aber es ist auch keine katastrophale Entwicklung aus der man jetzt mMn einen problematischen Charakter/Persönlichkeit herauslesen könnte.
Den Eltern da ein massives Erziehungsproblem zu unterstellen, ist aus meiner persönlichen Sicht völlig übertrieben. Marion hat ihre Oma regelmäßig besucht, mangels Telefon wohl auch oftmals spontan und ohne vorherige Absprache. Im Rahmen dieser Besuche war es scheinbar auch Usus, dass Marion schonmal bei der Oma übernachtete. Da sie ohnehin schon einmal eine Zeitlang bei der Oma lebte, als ihre Mutter erkrankt war, finde ich das jetzt absolut nicht ungewöhnlich oder alarmierend. Auch die Eltern kannten und tolerierten diese Praxis und machten sich deshalb auch berechtigterweise absolut keine Sorgen. Das Vertrauensverhältnis zwischen Marion, ihren Eltern und der Oma war gegenseitig scheinbar groß und ungetrübt.
Insofern ist es mir schleierhaft, warum Marion bewusst alle Beteiligten hinters Licht führen sollte, um eine ganze Nacht wach und unterwegs zu sein. Ausgerechnet an einem Sonntag, wo sie am Folgetag in der Schule erscheinen muss. Für mich drängt sich daher der Schluss auf, dass Marion zunächst freiwillig, dann mit Gewalt von ihrem Ursprungsplan abgebracht wurde. So war der zweite Besuch auf dem Fest meines Eindruckes nach eher freiwillig, ihr Verschwinden und Verbleib bis zum Mord mutmaßlich nicht.
Höhenburg schrieb:Beispielsweise gibt es scheinbar auch verienzelt Aussagen zu dieser/diesen Gruppen, welche ein höheres Alter, deutich über 20, möglich erscheinen lassen.
Angesichts des Mordes in Zirndorf 8 Jahre vorher dürften diese Zeugenaussagen deutlich mehr Gewicht erlangen. Womöglich gab es 2 Gruppen an diesem Abend Was auch immer stimmen mag.
Okay, im Moment klingelt da bei mir nichts. Sofern ich korrekt erinnere war im XY-Beitrag damals nur von einer einzigen Gruppe von Jugendlichen die Rede, nicht von zwei Gruppen. habe ich da jetzt eine wichtige Information verdrängt oder gibt es da eine Quelle die ich jetzt nicht mehr auf dem Schirm habe oder von mir nicht wahrgenommen wurde? Kannst du mir bitte kurz weiterhelfen woher die Information mit der zweiten Gruppe aus möglicherweise älteren Personen stammt?
Ich kenne in dem Zusammenhang nur die Gruppe dieses Motorradclubs, deren Mitglieder in diesem Vereinsheim feierten. Die meinst du aber nicht oder? Die wurden ja auch schon überprüft.
Höhenburg schrieb:Generell halte ich es für wahrscheinlich, daß Chris sich an Marion herangemacht hat. Das er einen Hang zu "blutjung, aber körperlich keine Kinder mehr" hat, ist durch seine Taten offensichtlich.
Das der Mörder von Marion Beier zum Zeitpunkt der Tat selbst nicht in der Altersklasse bis -ich vermute- 16 Jahren zu finden war, halte ich für sehr wahrscheinlich. Von daher scheint es sich um einen mutmaßlich erwachsenen Täter (ich persönlich vermute grob im Alter zwischen 18-35 Jahren) gehandelt zu haben. Das der Täter in diesem Alter einen -ich nenne es mal- "Faible" für außergewöhnlich junge Mädchen mit sichtbaren, weiblichen Körpermerkmalen gehabt haben mag, liegt da auf der Hand. Das kann jedoch auch jemand gewesen sein, der aus dem erweiterten Umfeld der Marion Beier stammte. Eine Kollege des Vaters, ein ehem. Nachbar, jemand der in der Gemeinde eine Funktion hatte/bekannt war, also eine Respektsperson (z.B. Lehrer, Arzt, Apotheker, Ladenbesitzer, Politiker usw.) bzw. Uniformträger (Polizist, Feuerwehrmann, Schornsteinfeger usw.).
Das muss nicht ein Moped fahrender Möchtegernrocker namens Chris(sy) sein. Denn wenn ich ehrlich bin, würde ich ihn nicht für einen gestandenen Mann halten, der mitten im Leben steht und durch sein Aussehen und Auftreten die Welt junger Damen in Verzückung versetzt. Auf einem Moped und lispelnd war er eher das, was junge Mädels allgemein als "ganz süß" bezeichnen. Eine kleine Schwärmerei. Aber ernst nehme ich diese mögliche Beziehung -wenn sie denn überhaupt existierte- nicht wirklich.
Höhenburg schrieb:Marion war relativ erwachsen für ihr Alter, sie wird sich über die Aufmerksamkeit durchaus gefreut haben. Sie wird wohl offen für die "Teenagerdreifaltigkeit":-) Quatschen, Knutschen, Fummeln gewesen sein. Aber mehr nicht, denn selbst mit einer gewissen Frühreife gibt es Grenzen der Entwicklungsgeschwindigkeit.
Jedes Mädel und jede Frau freut sich genau wie Jungs und Männer auch über Aufmerksamkeit und Komplimente. Das ist zutiefst Menschlich, denn wir sind soziale Wesen. Das Marion in ihrer Körperlichen Entwicklung scheinbar anderen Altersgenossinnen voraus, also "frühreif" und selbstbewusst gewesen sein mag, könnte natürlich auch auf ältere Jungs Eindruck gemacht haben. Keine Frage.
Doch wie ich schon in meinem letzten Beitrag ausführte, kann auch eine frühe, körperliche und charakterliche Reife keine Lebenserfahrung, Menschenkenntnis, Eloquenz und Bildung ersetzen. Denn das geht nicht mit der automatischen, körperlichen und geistigen Entwicklung einher, sondern muss durch die Person selbst angeeignet werden. Das kostet eben Zeit. Deshalb gehe ich persönlich davon aus, dass Marion vielleicht (rein optisch) zunächst wie 16 Jährig wirkte und persönlich auch ein gewisses Selbstbewusstsein ausstrahlte. Doch am Ende war sie bei näherer Betrachtung eben doch "nur" ein Kind. Dessen sollte man sich bewusst sein. Das muss auch möglichen Verehrern zeitnah aufgefallen sein.
Höhenburg schrieb:An jenem schicksalshaften Juliwochenende traf sie Chris/eventl. anderer Täter auf dem Fischerfest. Später begleitete er Marion auf dem Heimweg oder traf sie unterwegs, weil sie womöglich ein Stück weit den gleichen Weg hatten.
Das wissen wir nicht. Chris(sy) wurde bislang von niemandem auf oder am Fest gesehen. Weder allein, noch in Begleitung oder sogar zusammen mit Marion. Das nur mal fürs Protokoll. Davon abgesehen hatte Marion kaum Möglichkeiten, sich überhaupt bewusst mit diesem ominösen "Chris(sy)" zu verabreden. Die Eltern hatten kein Telefon, er war scheinbar niemandem in der Gemeinde bekannt, da ihn niemand identifizieren konnte. Er besuchte nicht die gleiche Schule, nichts dergleichen. Wie hätte sich Marion da mit ihm so präzise verabreden sollen? Wenn sie ihn an diesem schicksalhaften Abend überhaupt traf, war das mMn reiner Zufall.
Höhenburg schrieb:Ich halte den Täter für eine Person deren Impulskontrolle durch Alkohol/Drogen massiv beeinträchtigt wird, mehr als der Durchschnitt.
Man könnte sowas annehmen. Natürlich. Aber wenn Chris(sy) auf dem Fest anwesend gewesen sein sollte und dort eine Menge Alkohol und/oder Drogen konsumiert hätte, wäre das sicher aufgefallen und man wäre auf ihn und mögliche Freunde in seiner Begleitung aufmerksam geworden. Das Fest war ja recht übersichtlich. Nahezu alles fand in einem einzigen Festzelt statt. Wir sprechen hier also nicht über das Oktoberfest, wo ganze Gruppen in Reisebusdimension völlig unerkannt in der schiebenden Masse volltrunkener Wisnbesucher abtauchen können. Das hier war ein recht kleines und übersichtliches Fest, wo sich die meisten Besucher persönlich oder zumindest vom sehen her gekannt haben werden. Da wäre so ein Exot wie der lispelnde Mopedcasnova Chris(sy) sicherlich aufgefallen.
Höhenburg schrieb:(...) Chris/Bekannter xy begleitet Marion nach Hause, überredet sie aber noch ein wenig zu Quatschen und zu Knutschen, bevor er sie dann absetzt. Da sie das logischerweise nicht vor Marions Zuhause machen können, fahren sie bis an den Ortsrand. (Wäre das alles komplett durchgeplant gewesen, der Täter wäre noch weiter weg gefahren um ungestört zu sein)
Ich vermute, daß zu diesem Zeitpunkt, wahrscheinlich sogar noch etwas länger alles im Lot war. Aber der Alkohol hat die Hemmschwellen des Täters eingerissen und er will mehr. Mehr als Marion zu tun bereit ist. Das Ergebnis kennen wir.
Na ja, klingt erstmal recht logisch. Setzt aber einiges voraus, was ich persönlich so nicht sehe. Angefangen mit der Präsenz von Chris(sy) auf dem Fest, was ich gerade im Abschnitt drüber ausgeführt habe und ich stark bezweifle. Dann die Örtlichkeit, die mir definitiv nicht für Aktivitäten außerhalb der -wie du es nennst- "Teenagerdreifaltigkeit" geeignet ist, da es dort dreckig, sandig, steinig und ohne Sichtschutz auch äußerst unkomfortabel für alle Beteiligten ist. Dann fraglicher Alkohol/Drogenkonsum.
Soweit ich weiß, wurde nirgendwo auch nur angedeutet, dass Marion Beier selbst Alkohol/Drogen konsumierte und/oder daran interessiert war bzw. gutgeheißen hat. Im Normalfall wirkt ein angetrunkener und/oder unter Drogen stehender Mensch auf nüchterne Menschen eher abstoßend und nervig, teilweise sogar beängstigend. Wenn Marion (wovon ich ausgehe) selbst weder konsumierte, noch Erfahrung mit Alkohol/Drogen hatte, warum sollte sie mit einem Typen der selbst berauscht war, ggf. eine "Alkoholfahne" hatte, auf ausgerechnet einer Baustelle herumfummeln und knutschen wollen? Für mich klingt das wenig schlüssig und auch nicht wirklich plausibel.
Höhenburg schrieb:So wie Marion beschrieben wurde, halte ich eine Komplettlüge (überhaupt nicht vorhaben bei der Oma reinzuschneien) für sehr unwahrscheinlich!
Da schließe ich mich an.
Höhenburg schrieb:Sie war dann rund eine Stunde vom Fest weg. Das passt zeitlich sehr gut für Hin- und Rückweg, inklusive etwas Suchen. Wie gesagt, ich glaube sie war bei ihrer Oma und tragischerweise haben sie sich verpasst oder die Oma war im Garten
Zeitlich mag das passen. Aber auch wenn es theoretisch möglich ist das Marion am Wohnort der Oma war, sie aber dort nicht antraf, erscheint mir das nicht sehr wahrscheinlich. Überhaupt hatte ich den Eindruck im XY Film, dass die Oma in einer Mietwohnung lebt. Ob sie überhaupt Garten/Balkon hatte, ist ungewiss.
Höhenburg schrieb:Was auch immer es war, unglaublich tragisches Pech. Ich würde die Worte der Omadarstellerin nicht zu wörtlich nehmen, da man sie auch allgemeiner auslegen kann.
Ich nehme Dialoge bei Aktenzeichen XY ungelöst generell nicht wortwörtlich. Aber der gezeigte Sachverhalt legt sehr nahe, dass die Oma zu den fraglichen Zeitpunkten daheim und munter war. Sie wird das ja auch als Routine von den Beamten bei ihrer Zeugenvernehmung gefragt worden sein. Von daher gehe ich davon aus, dass Marion nicht bei ihr war.
HolzaugeSHK schrieb:Jetzt wurde ein früherer Hauptverdächtiger überprüft.
Das sind großartige Neuigkeiten! Danke für diese Information! Schade, dass nicht genau klar ist, wer da gemeint ist. Das würde mich jetzt sehr interessieren!
HolzaugeSHK schrieb:Kann es sein, dass es sich bei dem Hauptverdächtigen um diesen damals 21-jährigen handelt?
Kann natürlich sein. Ich habe den jetzt nicht mehr so wirklich auf dem Schirm. Ich muss mich da nochmal schlau machen.
sallomaeander schrieb:Hat man einen Tatverdächtigen, und damit seine Vita, seinen Aktionsradius, wird man schon wissen, wofür er sonst noch als Täter in Frage kommt.
Das wäre natürlich der Idealfall, wenn man mit dessen Ergreifung vielleicht sogar weitere bislang ungeklärte Kriminalfälle aufklären könnte. Es bleibt also spannend.