Höhenburg schrieb:Unter ihnen befindet sich nicht der Mörder, aber das Rumzerren des armen Mädels ist Fakt, dazu gibt es zuviele Zeugen. Die Rabauken sind jetzt selbst mögliche Zeugen, denn irgendwas muß mit dem Mädel, egal ob es Sonja war oder nicht, geschehen sein.
Hat sie sich losgerissen? Ist ihr jemand zu Hilfe gekommen? Haben sie von ihr abgelassen, weil es ihnen letztlich doch zo blöd wurde, was sie für einen Mist bauen?
Was auch immer geschehen sein mag, womöglich haben diese Jugendlichen den späteren Täter gesehen.
Das irgendwelche Jugendlichen, mutmaßlich auch voll des guten Weines, ein junges Mädchen drangsalierten bzw. wie auch immer gearteten Stress mit ihm hatten, steht für mich außer Frage. Wie du schon richtigerweise feststellst, gibt es für diesen Sachverhalt einige in der Aussage scheinbar übereinstimmende Zeugen, die sich jedoch nicht genötigt sahen in irgendeiner Form einzugreifen. Sie beließen es scheinbar bei Beobachten und Kopfschütteln. Leider.
Dennoch ist nicht gesagt und mMn. auch nicht unbedingt sehr wahrscheinlich, dass es sich bei jenem Opfer um Sonja Hurler handelte und die Jugendlichen den späteren Mörder gesehen und/oder getroffen haben könnten. Viellicht war die Situation viel harmloser als es dargestellt wurde und 1-2 Ecken weiter beruhigte sich schon alles wieder. Das würde erklären, warum sich niemand meldete und sämtliche DNA-Proben negativ waren. Was ich jedoch komisch finde ist, dass scheinbar selbst bei dem DNA-Massenabgleich und Befragung der Jugendlichen aus Thingers jenes Mädel nicht ermittelt werden konnte. Waren es vielleicht ganz andere Jugendliche die beobachtet wurden?
Höhenburg schrieb:Welcher eklatante Altersunterschied? Chris, zum Beispiel, wurde als 5-6 Jahre älter beschrieben, wenn wir ein eventuelles Bubigesicht mit einbeziehen, könnte er auch bis um 10 Jahre älter gewesen sein. Das wären ein paar Jährchen Altersunterschied, aber letztlich nicht so ungewöhnlich.
Es ist ja durchaus normal und gesellschaftlich klar akzeptiert, wenn im späteren Leben von reifen Erwachsenen zwischen Partnern 10, 20 und mehr Jahre Altersunterschied bestehen. Aber in so jungen Jahren ist ein Unterschied von 5-10 Jahren ziemlich extrem und auch gesellschaftlich eher nicht akzeptiert. Ein Mädel von 12 Jahren, unabhängig davon ob sie in ihrer charakterlichen und/oder körperlichen Reife ihrem biologischen Alter voraus sein mag, wird für gewöhnlich nicht mit einem volljährigen, im Berufsleben stehenden Erwachsenen "offiziell" zusammen kommen können. Das würden Eltern und die Gesellschaft eher nicht gut heißen und tolerieren. Natürlich kann so eine Beziehung im Geheimen geführt werden. Aber die Welten/Realitäten, Wünsche, Bedürfnisse, Möglichkeiten, Träume, Ziele und Interessen liegen zwischen einer 12 Jährigen und z.B. einem 19-28 Jährigen viel zu weit auseinander, als das da eine Beziehung auf ähnlichem Niveau möglich wäre. So bleibt es dann doch eher bei Träumen und Schwärmereien.
Höhenburg schrieb:Dazu kommt das laut Podcast sowohl Marion als auch Sonja nicht nur wie um die 16 wirkten, sondern auch schon für ihr Alter verhältnismäßig erwachsen waren.
Marion Beier wirkte wohl tatsächlich körperlich ihrem Biologischen Alter voraus und mag auch nicht mehr so "kindlich" gewesen sein, wie vielleicht andere Mädchen in ihrem Alter. Dennoch hatte sie Freundinnen und damit sicherlich auch Mädels um sich, die ihrer Entwicklung vielleicht nicht voraus waren. Ich nehme daher an, dass sie da jetzt keine so besondere Ausnahme war, nur etwas erwachsener als allgemein üblich, eben "frühreif". Nichts desto trotz, kann auch eine frühreife, körperlich/charakterlich beschleunigte Entwicklung mMn keine Lebenserfahrung und Bildung ersetzen, sofern sich Marion nicht autodidaktisch selbst entsprechend voran gebracht hat, worauf es keinen Hinweis gibt. Ich gehe deshalb davon aus, dass sie zwar körperlich weiter entwickelt war und auch erwachsener wirkte, ggf. überdurchschnittlich intelligent war, jedoch ansonsten erfahrungs- und bildungstechnisch auf ähnlichem Niveau wie gleichaltrige Mädchen gewesen sein dürfte. Das ist aber alles meine persönliche Einschätzung. Ob es so war oder nicht, lässt sich anhand der zur Verfügung stehenden Informationen nicht überprüfen.
Gildonus schrieb:Sie hatte aber behauptet zur Oma zu wollen und sich statt dessen nach Mitternacht noch irgendwo herumgetrieben. So sieht es für mich aus. Geht es nach der Darstellung im Filmfall, haben sich die Eltern erst am anderen Morgen Sorgen gemacht. Berücksichtigt man bei der Sendung Aktenzeichen XY die Tendenz nur "das Beste" über die Tatopfer und ihr Umfeld zu berichten, steht die Möglichkeit Problemkind deutlich im Raum.
Also darauf das Marion Beier ein Problemkind gewesen sein könnte, gab es bislang keinerlei Hinweise. Im Gegenteil. Sie wurde als besonnen, selbstständig und gefestigt dargestellt. Ich denke man würde ihr mit so einer Behauptung posthum Unrecht tun. Sowie sich der bisher bekannte Sachverhalt darstellt, war Marion an dem Tag eben wie andere Mädels in ihrem Alter drauf, als sie sich einer Notlüge bediente um etwas zu machen, was ihr im Normalfall vielleicht nicht erlaubt werden oder an strenge Bedingungen geknüpft werden würde. Einen Besuch auf dem Fest mit Freundin und ohne die Eltern. Klar, wenn so etwas auffliegt gibt es berechtigt Ärger. Aber wo kein Kläger da kein Richter. Ich würde sagen, in dem Alter kein ungewöhnliches Verhalten, wenn es eine Ausnahme und nicht die Regel ist. Zudem war es für die Eltern wohl normal, dass sie auch mal spontan bei der Oma übernachtet. Insofern gab es erst einmal auch keinen Grund zur Sorge.
Höhenburg schrieb:Unter dem Strich sollte man "Herumtreiberin" generell aus der Diskussion lassen. Denn Infos in diese Richtung sind nicht einmal ansatzweise im Film verschlüsselt dargestellt worden.
Ja absolut. Da gab es keine Hinweise, auch keine vermeintlich verschlüsselten Hinweise die ich erkennen konnte. Da bin ich mit dir einer Meinung.
Höhenburg schrieb:Das Marion zur Oma wollte ist richtig. Ich gehe davon aus, daß sie auch tatsächlich dort war (in der Zeit zwischen 19 und 20 Uhr), die Oma aber nicht angetroffen hat, warum auch immer.
Das denke ich allerdings nicht. Ich hatte in einem meiner früheren Beiträge ja schon erklärt, dass die Oma im Beitrag klar angab, dass sie weder wusste das Marion vor hatte bei ihr zu erscheinen, noch bei ihr gewesen ist. Wäre sie in den fraglichen Zeiträumen aber selbst nicht zugegen gewesen, hätte sie das anders ausdrücken müssen. Denn dann hätte sie nicht beurteilen können, ob Marion da war, sie aber nicht antraf oder eben nicht. Dadurch das sie ausdrückte das Marion nicht bei ihr war, gehe ich davon aus, dass die Oma zu den fraglichen Zeitfenstern daheim und munter war.
Höhenburg schrieb:Was den Besuch bei der Oma als Ganzes angeht, kann man relativ gesichert davon ausgehen, daß es in Teilen eine Ausrede war, um sich auf dem Fischerfest mit einem Schwarm zu treffen.
Es war sicher in Teilen eine bewusste Notlüge/Ausrede. Davon ist mMn auszugehen. Allerdings nicht zwingend um einen Schwarm zu treffen. Sie traf sich ja auf dem Fest zunächst mit ihrer Freundin. Die Frage ist, ob sich Marion einer weiteren Lüge bediente, als sie sich später von eben dieser Freundin verabschiedete und angab, nun ihre Oma zu besuchen, obschon sie etwas ganz anderes vor hatte. Wenn dem so war, frage ich mich, mit wem sie sich wo verabredet hatte und wie diese Verabredung zustande kam. Marions Eltern hatten so weit ich weiß kein Telefon. Von daher gehe ich derzeit davon aus, dass Marion zwar tatsächlich mit dem Vorhaben ihre Oma zu besuchen vom Fest aufbrach, dann aber zufällig einen oder mehrere Personen traf, die sie dann von dem Vorhaben abbrachten und sogar dafür sorgten, dass sie allein auf das Fest zurückkehrte.
kaleko schrieb:(...) hatte auch schonmal an einen Personenkreis gedacht, mit denen man als junges Mädchen zu tun hat wie z. B. Lehrer.
Ja das ist ein sehr guter Gedanke. Lehrer haben die Möglichkeit, Mittel und Wege. Als Respektsperson sind da Kinder/Jugendliche auch eher folgsam und stellen keine Fragen.
HolzaugeSHK schrieb:Diese Idee ist garnicht so abwegig, vielleicht ihr Sportlehrer (Adidas-Turnschuhe), der auch von ihrer Fußverletzung wusste und ihr deshalb angeboten hat sie mit dem Auto nach Hause zu fahren? Er wusste ja auch, am nächsten Tag ist wieder Schule und Marion musste eigentlich ins Bett.
Das ist ein sehr guter Ansatz! Darüber sollten wir mal weiter nachdenken, da es viele Dinge erklären könnte bzw. würde.