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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

632 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Cold Case, Aktenzeichen Xy ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

23.04.2026 um 13:11
@Höhenburg

Konnte mir den originalen Film jetzt nochmals ansehen und gebe Dir recht, dass der zweite Zeuge irgendwie merkwürdig ist.

Zunächst fährt er auf das verdächtige Auto zu und wird geblendet, Dann ist er neben dem verdächtigen Auto und beobachtet die Vorkommnisse, die sich innerhalb des verdächtigen Autos abspielen. Anschließend ist er am verdächtigen Auto vorbei und glaubt im Rückspiegel erkennen zu können, dass das verdächtige Auto ein Nürnberger Kennzeichen hat. Er ist sich da aber nicht sicher, dass das wirklich so ist.

So weit so gut, aber trotzdem kann er genau beschreiben, um welchen (nebenbei erwähnt ziemlich seltenen) Autotypen es sich handelte und hat dabei sogar noch Besonderheiten (Antenne) erkennen können.

Das passt mMn nicht wirklich zusammen. Zuerst geblendet, dann auf das Innere des Fahrzeugs fokussiert und schließlich versuchend im Rückspiegel das Kennzeichen zu erkennen, kann er trotzdem eine detaillierte Beschreibung des Fahrzeuges abgeben.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

23.04.2026 um 13:51
Zitat von Der_SchwabeDer_Schwabe schrieb:So weit so gut, aber trotzdem kann er genau beschreiben, um welchen (nebenbei erwähnt ziemlich seltenen) Autotypen es sich handelte und hat dabei sogar noch Besonderheiten (Antenne) erkennen können.

Das passt mMn nicht wirklich zusammen. Zuerst geblendet, dann auf das Innere des Fahrzeugs fokussiert und schließlich versuchend im Rückspiegel das Kennzeichen zu erkennen, kann er trotzdem eine detaillierte Beschreibung des Fahrzeuges abgeben.
Ein eher seltenes, aufgemotztes oder eben auffälliges Fahrzeug erregt meiner Ansicht nach in erster Linie Aufmerksamkeit wegen des Fahrzeug-Modells als wegen seines Kfz-Zeichens.

Der gewöhnlich unfreiwillige Zeuge wird eher nicht davon ausgehen, irgendwann zu Beobachtungen bezüglich des Kennzeichens eines bestimmten Fahrzeugs im Rahmen eines derartigen Kapitalverbrechens befragt zu werden.

Warum sollte er sich also genauestens an ein für ihn beliebiges Kennzeichen erinnern.
Was ihm lediglich auffiel, waren die eher ungewöhnlichen Aspekte; Sportwagen und mögliches Gerangel im Fahrzeug.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

23.04.2026 um 15:04
Zitat von Der_SchwabeDer_Schwabe schrieb:Das passt mMn nicht wirklich zusammen. Zuerst geblendet, dann auf das Innere des Fahrzeugs fokussiert und schließlich versuchend im Rückspiegel das Kennzeichen zu erkennen, kann er trotzdem eine detaillierte Beschreibung des Fahrzeuges abgeben.
Ich finde das auch merkwürdig, denn es war mitten in der Nacht, also dunkel ,er wurde geblendet. Da sieht man erstmal fast gar nichts. Und wenn sich da ein Paar streitet, kämpft oder was auch immer, da denkt man doch, was ist denn da los, und kann sich nicht noch die anderen Details so genau merken mMn. Denn er hat ja nicht angehalten, sondern fuhr vorbei, das ist doch nur ein sehr kurzer Moment.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

23.04.2026 um 17:59
Zitat von DewDew schrieb:(...) im Hintergrund, vor dem als "Venusstr. 14" markierten Gebäude, mindestens einen, wenn nicht sogar zwei Bauwagen zu erkennen.
Dazu schreibt der User @Ahn-Dung :
Zitat von Ahn-DungAhn-Dung schrieb:Es sind 4 bis 5 Bauwagen auf dem von mir bearbeitetem Foto zu sehen. Die Beiden, die du recht gut angegeben hast und dann gibts noch zwei am Hochhaus rechts im Bild.
Das sind die vier Bauwagen die eindeutig zu erkennen sind.
Ich habe mir aufgrund eurer Hinweise besagte Bilder noch einmal angeschaut und da habt ihr wohl Recht. Da scheint es tatsächlich mehrere dieser Bau- bzw. Material-/Lagerwagen in Tatortnähe gegeben zu haben. Soweit, so gut. Aber was bedeutet das jetzt? Wenn ich also diese Wagen in einen möglichen Tatverlauf mit einbeziehe, denke ich direkt an die Ermittler. Die finden da ein brutal erschlagenes, junges Mädchen, intim entblößt auf einer sandigen Baustelle. Da schaue ich mich als Ermittler doch um oder nicht? Sollten denen die Bauwagen entgangen sein? Waren die den Ermittlern egal? Worauf ich in dem Zusammenhang hinaus möchte ist, wurden diese Wagen nicht auf mögliche Spuren untersucht?

Nehmen wir vielleicht einmal an, der Täter hätte Marion Baier tatsächlich zum Zwecke des sexuellen Missbrauchs in einen dieser Wagen locken wollen. Nehmen wir weiterhin an, sie hätte sich sogar darauf eingelassen, obschon ich mir bereits an diesem Punkt nicht im Entferntesten vorstellen kann, dass sie das freiwillig getan hätte, weil es mMn der denkbar unpassendste Zeitpunkt war und sie sicher nicht eine offizielle Beziehung mit so einem Mopedcasnova den niemand außer sie selbst kennt führte und dann mit 12 auf Einbruch in Bauwagen stand um dann selbstverständlich mitten in der Nacht körperliche Intimitäten auszutauschen, obwohl sie schon illegal auf dem Fest war und früh am nächsten Morgen in der Schule sein musste. Aber nehmen wir nun trotzdem an, es war so...

Dann muss ihr "Freund" ja entweder einen Schlüssel und damit räumlichen und/oder beruflichen Bezug gehabt haben oder er führte ein Einbruchswerkzeug mit bzw. bediente sich an Gegenständen die dort herumlagen. Würde bei so einer Aktion ein 12 Jahre altes junges Mädel einfach mitspielen, wo sie doch sowieso schon auf heißen Kohlen sitzt und möglichst schnell heim will? Kann ich mir nicht wirklich vorstellen.

Wart ihr schon einmal in einem Bauwagen der 70er Jahre? Ich schon. Das hat mit einem romantischen, gemütlichen Rückzugsort für frisch verliebte Paare ungefähr so viel zu tun, wie die Kuh mit Eiskunstlauf. Für gewöhnlich sind die Dinger ziemlich karg, dreckig und dienen nur als Mittel zum Zweck, sind absolut spartanisch. Es gibt da einen robusten Holztisch, eine harte Holzbank mit Stauraum darunter, ein paar Kleiderhaken an einer Leiste für die Jacken, wenn man Glück hat, war dort als "Luxus" ein kleiner Kohleofen verbaut, auf dem man auch heißes Wasser für Kaffee bereiten konnte. Dazu noch ein paar Verstaumöglichkeiten für Kleidung und Arbeitsmaterial und das war es dann auch schon mit der Herrlichkeit. Da ist es draußen nicht viel ungemütlicher als drinnen. Dazu wurde Baustellendreck eingeschleppt, geraucht usw. Also kurz: Total spartanisch, ungemütlich, dreckig und eng, da überall irgendetwas rumstand oder hing. Dazu der kalte Zigarettenqualm. Wenn man das Ding sogar mit 220V Baustellenstrom von außen versort hatte, gab es sogar eine trübe Funzel im Industriedesign an der Decke. Fancy.

Ich will ja nicht per se alles schlecht reden, auch wenn ich inzwischen wahrscheinlich schon wie Statler oder Waldorf (die Nörgelopas aus der Muppet-Show) klingen mag. Aber ganz ehrlich? So ein Heustadl ist gegen so einen verranzten Bauwagen das romantische Paradies. Weiches Heu, jede Menge Platz, kein Dreck, kein Einbruch nötig, weil die eh meistens offen waren. Ok, es gab keinen Ofen und oft auch kein elektrisches Licht. Aber so ein Bauwagen war nicht wirklich besser, als der sandige und steinige Boden neben der neu verlegten Kanalisation mitten auf der platten Baufläche.

Dazu kommt dann noch die sehr wichtige Tatsache, dass die Fußspuren des Täters nur rund um den Fundort der Leiche gesichert werden konnten. Nicht in der Nähe irgendwelcher Bauwagen. Auch die Bauleute meldeten am nächsten Tag offensichtlich weder Aufbruchs- noch Kampf- oder sonstige Spuren von nicht autorisierter Nutzung. Ich sehe die Wagen daher eher nicht als Tatort. Auch nicht als Grund dafür, warum sich der Täter mit seinem Opfer dort hinbegab. Tut mir Leid. Das ist einfach nicht überzeugend, wenn man solche Objekte kennt.
Zitat von DewDew schrieb:Der Punkt, auf den es mir mit den Bauwagen ankommt ist der, dass es eben nicht so war/gewesen sein muss, wie @Slaterator annimmt.
Und weiterhin führst du aus:
Zitat von DewDew schrieb:(...) der Täter hätte mit einem Bauwagen, zu dem er sich Zutritt verschaffen konnte, sozusagen ein sichtgeschütztes "ungestörtes Zimmer" anbieten können, um sein Opfer dort hinzulocken. Inwieweit tatsächlich ein Bauwagen betreten wurde, ob der Übergriff bis zum Mord vorher stattfand, oder ob M.B. anschließend floh und erst in eben der Entfernung, in der ihre Leiche von den Bauwagen gefunden wurde, vom Täter eingeholt werden konnte, lässt sich anhand der uns vorliegenden Informationen nicht sagen.
Stimmt. Es lässt sich nicht sagen. Wie ich bereits weiter oben ausführlich geschildert habe, ist so ein Bauwagen aber ohnehin kein "ungestörtes Zimmer" wo man dann auf einem gemütlichen Sofa sitzen kann, Blümchenvorhänge an den kleinen Fensterchen, im Hintergrund "brabbelt" der Kaffeeautomat, die Stereoanlage spielt Kuschelrock und die dimmbare LED-Beleuchtung unterstreicht den romantischen Kerzenschein der Teelichte auf dem Tisch. Die Buden waren kalt, dreckig, karg, dunkel, muffig und vollgerammelt mit Bausachen. Wenn man Glück hat findet man darin vielleicht noch eine Kiste Bier um sich diesen "Ort" noch schön trinken zu können. Mehr aber auch nicht. Insofern glaube ich persönlich eher mal nicht, dass der Täter die Bauwagen als Lockmittel oder "ungestörtes Zimmer" verwenden wollte oder hat.
Zitat von DewDew schrieb:Es bleibt ( zumindest für mich ) festzustellen, dass es in unmittelbarer Tatortnähe diese mit überschaubarem Aufwand zugänglichen Unterkünfte ( hier Bauwagen, im Fall S.H. den Heustadel ) gab, die ( wiederum für mich ) eine mögliche Erklärung für die Wahl des Tatortes.
Für mich aus oben genannten Gründen keine zielführende Annahme, wenn auch eine Parallele zwischen beiden Fällen. Allerdings wissen wir im Fall Hurler soweit ich weiß nicht, wo der mögliche Missbrauch und Mord dann tatsächlich stattgefunden hat. Ob es im Stadl war oder ganz woanders ist unklar. Somit ist auch fraglich, ob hier dieses Stadl nur als Ablageplatz diente oder auch der Tatort war oder sich zufällig ergab, also nie Teil der Verbrechensplanung war, sofern es die überhaupt gegeben haben sollte. Von daher ist dann für mich auch die Parallele zu den Bauwagen hinfällig, sofern sich da keine weiteren Erkenntnisse ergeben oder erhärten.
Zitat von DewDew schrieb:Damit irgendein Zeuge das überhaupt hätte bemerken und sich geradezu merken müssen, wären tatsächlich auffällige Begleitumstände nötig gewesen.
Nicht aus meiner Erfahrung. Natürlich begünstigen besonders auffällige Begleitumstände die bewusstere Wahrnehmung und spätere Erinnerung an eine Begebenheit. Keine Frage, dem ist so. Vor allem in der eher anonymen Großstadt.

Allerdings wunderte ich mich in der Vergangenheit schon sehr darüber, wie viel Nachbarn so viel mitbekommen sich auch darüber austauschen. Wenn man auf dem "Dorf" lebt, bleibt quasi gar nichts verborgen. Als wenn die Menschen nichts besseres zu tun hätten, als den ganzen Tag hinter der Gardine zu stehen und ihr Umfeld zu beobachten. Ein Faszinosum. Das bedeutet in diesem Fall: Wenn ein Motorradcasanova den scheinbar niemand im Dorf kennt bzw. zuordnen oder identifizieren kann, mit einem einheimischen 12 Jahre alten Schulmädel welches am nächsten Morgen die Schulbank drücken muss, mitten in der Nacht, vom Fest kommend, durch die Siedlung knattert, dann IST das am Folgemorgen garantiert Thema Nr. 1 an der Bäckertheke oder Supermarkt oder im Wartezimmer beim Hausarzt oder beim Friseur. Da bin ich sicher.
Zitat von Der_SchwabeDer_Schwabe schrieb:Das passt mMn nicht wirklich zusammen. Zuerst geblendet, dann auf das Innere des Fahrzeugs fokussiert und schließlich versuchend im Rückspiegel das Kennzeichen zu erkennen, kann er trotzdem eine detaillierte Beschreibung des Fahrzeuges abgeben.
Dazu schreibt der User @Bundesferkel :
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Ein eher seltenes, aufgemotztes oder eben auffälliges Fahrzeug erregt meiner Ansicht nach in erster Linie Aufmerksamkeit wegen des Fahrzeug-Modells als wegen seines Kfz-Zeichens.
Und weiter :
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Warum sollte er sich also genauestens an ein für ihn beliebiges Kennzeichen erinnern.
Was ihm lediglich auffiel, waren die eher ungewöhnlichen Aspekte; Sportwagen und mögliches Gerangel im Fahrzeug.
Da schließe ich mich an. Das Fahrzeug war an sich so auffällig, dass seine Merkmale quasi von selbst in die Erinnerung aufgenommen wurden. Würde ich heute auf der Straße einen Ferrari F40 in gelb mit grünen Streifen sehen, würde sich das sofort in meine Erinnerung einbrennen. Denn das dürfte tatsächlich dann ein Unikat gewesen sein. Dafür muss ich gar nicht so genau hinschauen und mich anstrengen.

Die Blendung resultierte ja wahrscheinlich auch aus den Zusatzscheinwerfen, die deshalb wahrscheinlich ebenfalls im Gedächtnis blieben. Dazu die auffällige Farbe, dass recht seltene aber schon von der Form jedem Kind bekannte Modell, der Standort entgegen der Fahrtrichtung. Das er das erinnerte ist für mich absolut nicht ungewöhnlich. Da das Innenlicht eingeschaltet war, blieb dem Zeugen auch das "Gerangel" im Innenraum nicht verborgen. Aber so wie es im Filmfall dargestellt wurde, waren wohl Teile der Kennzeichenbeleuchtung defekt. Vielleicht konnte er deshalb im wackeligen Rückspiegelbild auch nicht mehr erkennen.

Ich persönlich denke, dass gerade wegen dieser Details zum Fahrzeug und dem "Gerangel" gerade diese Zeugenaussage wichtig ist und nicht erdacht wurde um von sich abzulenken.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

23.04.2026 um 23:22
Zitat von DewDew schrieb:Nein, der Täter hätte mit einem Bauwagen, zu dem er sich Zutritt verschaffen konnte, sozusagen ein sichtgeschütztes "ungestörtes Zimmer" anbieten können, um sein Opfer dort hinzulocken. Inwieweit tatsächlich ein Bauwagen betreten wurde, ob der Übergriff bis zum Mord vorher stattfand, oder ob M.B. anschließend floh und erst in eben der Entfernung, in der ihre Leiche von den Bauwagen gefunden wurde, vom Täter eingeholt werden konnte, lässt sich anhand der uns vorliegenden Informationen nicht sagen
Die Überlegung, daß sie aus dem Bauwagen geflüchtet ist und er sie dann eingeholt hat finde ich nachvollziehbar. Nur, daß man die Spuren von seinen Schuhen nicht in diese Richtung weiter verfolgen konnte passt nicht so ganz damit zusammen…. Aber man weiß ja auch nicht, in welchem Umkreis nach den Spuren gesucht wurde und ob die ganze Strecke bis zu den Bauwägen geeeignet war, um Fußspuren zu hinterlassen…
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb:und dann mit 12 auf Einbruch in Bauwagen stand
Da würde ich mir eher vorstellen, daß er einen Schlüssel hatte oder wußte, wo der Schlüssel zu finden war, weil er dort selbst gearbeitet hat, oder daß die Türen gar nicht abgeschlossen waren….

Im Übrigen kann ich mir schon vorstellen, daß es so einem Täter egal war, wie es in dem Wagen aussieht, Hauptsache etwas Privatsphäre. Daß das Mädchen da dann davonläuft ist natürlich nachvollziehbar aber wahrscheinlich nicht für ihn.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

23.04.2026 um 23:36
Hallo @Slaterator, @Der_Schwabe, @Dew, @Bundesferkel , @alle, Grüße!
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb:Ich kann jedoch bestätigen, dass auch wir in der Jugend weder Internet noch Mobilfunk kannten, PCs und Konsolen eher die Ausnahme waren und wenn dann auf Game Boy-Niveau. Aber wir hatten eine tolle, freie Zeit, echte Freundschaften, Abenteuer in der Natur und waren auch ziemlich kreativ in der Spielgestaltung. Die Einschränkungen und der Druck, welcher auf der heute jungen Generation lastet ist immens und für mich auf keinen Fall beneidenswert.
Volle Zustimmung!
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb:Diese Menschen könnten sich sicherlich noch gut an den lispelnden Mopedfahrer mit dem roten Helm erinnern, sofern Chris(sy) diese Merkmale tatsächlich hatte. Von daher ist mir schleierhaft, warum bislang keine Identifikation erfolgt ist. Ich könnte mir deshalb sehr gut vorstellen, dass er eben keine wirkliche Beziehung zu Marion Baier unterhielt
Mir nicht! :-) Ich mache für die "Den/Die muss man doch finden" Haltung einige Krimiserien verantwortlich, die die Ermittlungsarbeit teils deutlich verzerrt darstellen, gerade auch wenn man nur die Möglichkeiten von damals hatte. Datenabgleiche waren mühsam, zeitaufwendig und Vernetzungen der Ermittlungsbehörden steckten in den Kinderschuhen.
Man darf den Faktor "unterschiedliche Bekanntenkreise" selbst heute nicht unterschätzen, damals war das noch viel bedeutsamer.
Und, falls Chris vom Alter her richtig geschätzt wurde, konnte selbst da noch eine zeitnahe Entwicklung drin sein. Beispiel: Ich war an meiner Konfirmation 1,63m, bis zu meinem Abi habe ich noch 30 Zentimeter draufgelegt.
Aber einer der Hauptgründe, weshalb ich Chris zu den Hauptverdächtigen zähle, ist sein Lispeln und der knallrote Helm. Du wirst dich wahrscheinlich daran erinnern, daß schon mehrfach vermutet habe, daß Marion sein erster Mord war, ich habe nichts von erster Tat gesagt! Ich vermute, daß "Chris", falls das überhaupt sein echter Name ist, sein Lispeln stärker betont hat als es normalerweise war und der rote Helm üblicherweise irgendwo im Schrank lag. Er hat sich absichtlich an Marion herangemacht mit dem Endziel sie rumzukriegen oder zu vergewaltigen, je nachdem was letztlich klappte.
Nur war Marion körperlich weiter als es eine 12jährige gemeinhin ist. Sie hat sich gewehrt und es lief völlig aus dem Ruder, weil er Gegenwehr nicht gewohnt war.
Chris hat einen der ältesten Tricks angewandt um ein Wiedererkennen zu erschweren: Gib den potenziellen Zeugen etwas das heraussticht, wie zum Beispiel der auffällige Helm, dann achtet man weniger auf andere Sachen. Wenn er den Helm nur "auf Jagd und Heranmachen" angezogen hat und ansonsten einen deutlich weniger auffällgen Helm nutzte, schlüpft er schon bei vielen durch. Funktioniert immer wieder und deswegen wurde uns auch eingebleut, "Merkt euch Auffälliges, aber achtet um Gotteswillen auch auf etwas weniger auffällige Dinge."
Zitat von Der_SchwabeDer_Schwabe schrieb:Konnte mir den originalen Film jetzt nochmals ansehen und gebe Dir recht, dass der zweite Zeuge irgendwie merkwürdig ist.
Zunächst fährt er auf das verdächtige Auto zu und wird geblendet, Dann ist er neben dem verdächtigen Auto und beobachtet die Vorkommnisse, die sich innerhalb des verdächtigen Autos abspielen. Anschließend ist er am verdächtigen Auto vorbei und glaubt im Rückspiegel erkennen zu können, dass das verdächtige Auto ein Nürnberger Kennzeichen hat. Er ist sich da aber nicht sicher, dass das wirklich so ist.
So weit so gut, aber trotzdem kann er genau beschreiben, um welchen (nebenbei erwähnt ziemlich seltenen) Autotypen es sich handelte und hat dabei sogar noch Besonderheiten (Antenne) erkennen können.
Das passt mMn nicht wirklich zusammen. Zuerst geblendet, dann auf das Innere des Fahrzeugs fokussiert und schließlich versuchend im Rückspiegel das Kennzeichen zu erkennen, kann er trotzdem eine detaillierte Beschreibung des Fahrzeuges abgeben.
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Ein eher seltenes, aufgemotztes oder eben auffälliges Fahrzeug erregt meiner Ansicht nach in erster Linie Aufmerksamkeit wegen des Fahrzeug-Modells als wegen seines Kfz-Zeichens.
Der gewöhnlich unfreiwillige Zeuge wird eher nicht davon ausgehen, irgendwann zu Beobachtungen bezüglich des Kennzeichens eines bestimmten Fahrzeugs im Rahmen eines derartigen Kapitalverbrechens befragt zu werden.
Warum sollte er sich also genauestens an ein für ihn beliebiges Kennzeichen erinnern.
Was ihm lediglich auffiel, waren die eher ungewöhnlichen Aspekte; Sportwagen und mögliches Gerangel im Fahrzeug.
Es ist genau dieser Gegensatz, die detailverliebte Beschreibung des schlechter wahrnehmbaren Sportwagens und die deutlich hinterherhinkende Qualität was die Leute im erleuchteten(!) Innenraum des 911 angeht. Irgendwas passt nicht. Der Typ war ein guter Beobachter, anhand der Beschreibung des Porsche kann man das sagen, warum ist dann die Beschreibung der Insassen nicht mal Durchschnitt? Man sieht nicht jeden Tag ein Pärchen in so einer Situation, daß bleibt im Kopf.
Er muß ja nicht den Lippenstift der Frau erkennen, eine Beschreibung der Bluse,T-Shirt, etc. würde schon reichen. Hätte er z.B. gesagt, die Frau im Wagen hatte ein leuchtend blaue Bluse angehabt, wäre die Sache schon durch, da Marion eine karierte Bluse getragen hat.
Wie schon mehrfach erwähnt, diese Zeugenausage liegt mir krumm. Eben wegen der Diskrepanz in der Qualität und auch wegen der Örtlichkeit. Nochmals, der Zeuge hatte eigentlich keinen Grund auf der Fahrt zur Kaserne überhaupt die Hainbergstraße zu nehmen. Mit der Tat selbst mag er nichts zu tun haben, aber was ist mit einer Gefälligkeitsaussage?
Die Porschesichtung hat das mögliche Tatzeitfenster ein gutes Stück nach hinten verschoben und ein sehr seltenes Sportwagenexemplar ins Spiel gebracht. Was ist, wenn Chris/Bekannter XY einen Freund gehabt hat, willens für ihn eine Falschaussage zu machen? Solange er diese Aussage nicht unter Eid wiederholt, kann ihm selbst wenn es aufflöge nicht viel passieren.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

24.04.2026 um 09:23
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Es ist genau dieser Gegensatz, die detailverliebte Beschreibung des schlechter wahrnehmbaren Sportwagens und die deutlich hinterherhinkende Qualität was die Leute im erleuchteten(!) Innenraum des 911 angeht. Irgendwas passt nicht. Der Typ war ein guter Beobachter, anhand der Beschreibung des Porsche kann man das sagen, warum ist dann die Beschreibung der Insassen nicht mal Durchschnitt? Man sieht nicht jeden Tag ein Pärchen in so einer Situation, daß bleibt im Kopf.
Er muß ja nicht den Lippenstift der Frau erkennen, eine Beschreibung der Bluse,T-Shirt, etc. würde schon reichen. Hätte er z.B. gesagt, die Frau im Wagen hatte ein leuchtend blaue Bluse angehabt, wäre die Sache schon durch, da Marion eine karierte Bluse getragen hat.
Selektive Wahrnehmung.

Als Beispiele:

Würde ich einen Monat lang in denselben Klamotten herumlaufen und man meinen Gatten im Bedarfsfall nach meiner zuletzt getragenen Kleidung fragen, er könnte nur raten. Wir verbringen zwar sehr viel Zeit miteinander, aber er könnte kaum Angaben dazu machen, solange ich nicht nackt auf die Straße liefe.
Sein Blick liegt klar auf allem, was mit Strom und Installation zu tun hat, da sieht er jedes Detail und könnte sofort Angaben machen.

Würde mich jemand nach den Augenfarben meiner besten Freunde, direkten Nachbarn oder meiner Schüler fragen, müsste ich passen, obwohl ich einen starken Bezug zu Farben habe.
Bekleidung bei letzter Sichtung einer dieser Personen könnte ich nur sehr eingeschränkt beschreiben.

Dieser Zeuge im Fall Marion Baier erscheint mir, schon aufgrund eigener Erfahrungen, völlig glaubwürdig.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

24.04.2026 um 10:38
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Dieser Zeuge im Fall Marion Baier erscheint mir, schon aufgrund eigener Erfahrungen, völlig glaubwürdig.
Ich bin mir da nicht so sicher. Was muss man denn, bei einer frei erfundenen Aussage, als wahrscheinlicher erachten: Dass jemand ein Allerweltsauto benennt, oder einen seltenen Sportwagen?

Oder umgekehrt: Deutet diese insgesamt merkwürdig und markant anmutende Szene (Paar streitet sich im Neunelfer) tendenziell eher darauf hin, dass es sich um eine erfundene Aussage handelt, oder spricht dieses exotische Setting gerade dafür, dass der Zeuge eine reale Beobachtung mitteilt?

Wenn ich mich jetzt zu einer Notlüge hinsichtlich eines beobachteten Autos gezwungen sähe (ich weiß, man darf nicht lügen), würde ich dann eher sagen: Da war ein Mann im silbernen Golf, oder würde ich mir einen roten Alfa Romeo mit Sportfelgen ausdenken? In dem ein Paar saß, und sich gestritten hat?

Das Verhalten des Zeugen bei der Befragung wäre auch aufschlussreich. Wer den Film über die Stasi "Das Leben der anderen" kennt, weiß, dass Lügner invariant die gleiche Geschichte wiederholen, während reale Mitteilungen in ihrer Aussage variieren.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

24.04.2026 um 18:38
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb:Da scheint es tatsächlich mehrere dieser Bau- bzw. Material-/Lagerwagen in Tatortnähe gegeben zu haben. Soweit, so gut.
Denkbar wäre ja auch dass Mitarbeiter auf der Baustelle gewohnt haben, sollte das so sei wären diese sicher damals von der Polizei überprüft worden, aber eben ohne des sicheren Nachweis einer DNA-Probe. Ich denke dass der Täter das Baugebiet gekannt hat, woher auch immer, wenn er noch nie dort war hätte er nicht wissen können ob es schon bewohnte Häuser dort gibt.
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb:Dann muss ihr "Freund" ja entweder einen Schlüssel und damit räumlichen und/oder beruflichen Bezug gehabt haben oder er führte ein Einbruchswerkzeug mit
Ich würde es für möglich halten dass es sich an dem Abend nicht um einen Spaziergang zu zweit, das Vorhaben noch eine Zeit zusammen zu verbringen gehandelt haben kann. Der Täter hat zwei Morde begangen, weitere sind meiner Meinung nach nicht unmöglich, das heisst es könnte sich um einen potentiellen Serienmörder handeln, möglich dass der Mord an Marion der erste von ihm begangene war aber sicher ist das ja bisher nicht.
Das heisst für mich wäre denkbar dass es bei dem Aufeinandertreffen entweder lediglich um das Anbieten einer Heimfahrt ging, nichts was ein Schäferstündchen war und dann eskalierte sondern einfach das Nutzen einer spontanen Gelegenheit. Der Täter fährt an der Haustür von Marion vorbei und ihm wäre es bei dieser Konstellation völlig egal ob das Baugebiet dreckig, sandig oder unromantisch ist. Trotzdem müsste Marion diese Art von Täter meiner Meinung nach schon zumindest flüchtig gekannt haben.
Wenn man Bild 35 ansieht und davon ausgeht dass davon einiges stimmen könnte würde es sich eventuell um einen unorganisierten Täter handeln, "lebt allein, lebt oder arbeitet in Tatortnähe, durchschnittliche bis niedrige Intelligenz, sexuell inkompetent etc."
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Was muss man denn, bei einer frei erfundenen Aussage, als wahrscheinlicher erachten: Dass jemand ein Allerweltsauto benennt, oder einen seltenen Sportwagen?
Eine schwierige Frage. Es wirkt für mich ehrlich gesagt unglaubwürdig dadurch dass ein Bundeswehrsoldat bei einem Auto was nachts entgegen der Fahrt parkt, darin ein Mann und eine Frau die "kämpfen", nicht anhält und nachfragt ob zumindest die Frau Hilfe benötigt. Die Beschreibung des Autos sich so auszudenken halte ich für möglich aber es klingt für mich eher wie tatsichlich so gesehen.
Zitat von HolzaugeSHKHolzaugeSHK schrieb am 16.04.2026:- ein Mann konnte als Täter ausgeschlossen werden, man habe seine Speichelprobe überprüft
Vielleicht war das ja der Bundeswehrsoldat der die Hainbergstraße nachts entlangfuhr?


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

24.04.2026 um 20:47
Zitat von MickelangeloMickelangelo schrieb:Da würde ich mir eher vorstellen, daß er einen Schlüssel hatte oder wußte, wo der Schlüssel zu finden war, weil er dort selbst gearbeitet hat, oder daß die Türen gar nicht abgeschlossen waren….
Normalerweise -nach meiner Erfahrung- wurden die Türen von Bauwagen (egal ob nun zur Pausennutzung oder Materiallagerung) zum Feierabend verschlossen. Der Schlüssel durch einen Vorarbeiter verwaltet. Das konnte ein einfaches Vorhängeschloss oder eingebautes Schloss sein. Kein besonders hoher Sicherheitsstandart aber sicher genug um niemanden zum Raub von Werkzeug/Material offen einzuladen.

Es ist allerdings ein interessanter Gedanke, dass der Täter auf dieser Baustelle -wie und als was auch immer- beschäftigt gewesen sein könnte. In diesem Zusammenhang hatte ich ja schonmal hier im Thread die Vermutung geäußert, dass er in diesem Dorf durchaus eine Funktion gehabt/bekannt gewesen sein könnte. Vielleicht der Inhaber eines dort tätigen Bauunternehmens oder ein wichtiger Angestellter? keine Ahnung. Ist jetzt nur mal so ein Gedankenspiel. konkrete Hinweise gibt es ja so nicht, dass der Täter da Bauwagen -für welche Zwecke auch immer- genutzt hat oder wollte.
Zitat von MickelangeloMickelangelo schrieb:Im Übrigen kann ich mir schon vorstellen, daß es so einem Täter egal war, wie es in dem Wagen aussieht, Hauptsache etwas Privatsphäre.
Das sehe ich persönlich jetzt etwas differenzierter. Es kommt mMn darauf an, welche Absicht dieser Täter hatte.

Wenn er von vorn herein eine stumpfe, brutale Vergewaltigung, möglicherweise inklusive anschließender Verdeckungstat geplant oder sich zumindest vorgestellt hat, kann er den Ort bewusst oder auch spontan gewählt haben, da kam es dann nicht auf Zustand, Lage, Hygiene, Komfort an, nur darauf nicht bei der Tat beobachtet/gehört/wahrgenommen zu werden und das Opfer dann auch anschließend entsprechend unbeobachtet ablegen und sich selbst unbeobachtet in Sicherheit bringen zu können.

Wenn er allerdings von vorn herein keine knallharte Vergewaltigung plante, sondern einvernehmliches Austauschen von körperlichen Zärtlichkeiten, dann waren weder der Ort (Baustelle), noch das Objekt (Bauwagen od. alternativ ein Rohbau) noch der Zeitpunkt in irgendeiner Weise plausibel gewählt. Das MUSSTE mMn in einer (aus Sicht des "Freundes") kompletten Vollkatastrophe enden.

Das ist der Punkt.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Ich mache für die "Den/Die muss man doch finden" Haltung einige Krimiserien verantwortlich, die die Ermittlungsarbeit teils deutlich verzerrt darstellen, gerade auch wenn man nur die Möglichkeiten von damals hatte.
Nicht das hier der falsche Eindruck entsteht: Ich beziehe mein ggf. "gefährliches Halbwissen" dieses kriminalistischen Interesses (Hobbys) ausdrücklich nicht aus amerikanischen Billigserien, Netflix und Co. oder sonstigem Ramsch-TV bzw. Streaming-Angeboten. Ich bevorzuge eigene Einsatzerfahrung, seriöse (Fach-) Literatur und die analytische Auswertung von zugänglichen, seriösen Quellen bzw. Austausch mit Gleichgesinnten und seriösen Dokumentationen. Das ist jetzt nicht als Angeberei gedacht, sondern einfach nur eine Klarstellung, warum ich einige Standpunkte bewusst einnehme und dazu auch stehe.

Die Haltung, dass man diesen "Chris(sy)" hätte finden oder zumindest identifizieren müssen, ist ja von mir nicht unbegründet, einfach so, in den Raum gestellt worden. Chris(sy) wurde -soweit ich weiß- nur von einer Einzigen, möglicherweise auch mehreren Freunden/Freundinnen der Marion Baier (so genau ist das nicht nachvollziehbar) ins Spiel gebracht. Wir wissen nicht, ob er in der Nähe aufgewachsen ist oder wohnte, wir wissen nicht, ob er jemals von der/den Zeugin/Zeugen persönlich angetroffen oder in der Realität zumindest mal beobachtet wurde, wir kennen keinen Zeitraum, in dem diese Person sich mit Marion Baier getroffen haben soll, keinen Ort, keine Absicht, keine gemeinsamen Aktivitäten. Wir wissen nichts.

Was wir haben, ist die Aussage das diese Person existent gewesen sein soll und wir haben eine ziemlich gute Beschreibung. Mehr nicht. Er wurde auch nicht am oder auf dem Fest gesehen und darüber hinaus scheint ihn niemand im Umkreis identifizieren zu können. Schon merkwürdig oder nicht? Also für mich persönlich ist Chris(sy) ein Phantom. Eine romantische Wunschvorstellung/Schwärmerei eines blutjungen Mädels, dass so einen Typen mal irgendwo gesehen hat, beobachten konnte und nun von ihm Träumte. Vielleicht um der/den Freundin(en) vorzugaukeln, dass sie auch schon eine geheime Beziehung hatte oder hat.

Es ist doch so: Chris(sy) oder wie auch immer er heißen mag, hätte doch irgendwo auf Marion treffen müssen. Es hätte gemeinsame Orte geben müssen, wo man sich trifft. Das auch in der Nähe des Wohnortes von Marion. Marion hatte KEIN Festnetz-Telefon, KEIN Mobiltelefon, kein bekanntes Fortbewegungsmittel. Keine Email, kein Social Media Account, kein Internet, kein Chat, kein Messenger. Nichts! Die konnte maximal Postkarten schreiben oder mit ein paar Groschen bewaffnet eine Telefonzelle benutzen oder indianische Rauchzeichen geben. Wie um alles in der Welt soll sie eine geheime Beziehung unterhalten und sich (spontan) verabredet haben???

Dazu kommt, dass niemand jemals diesen Chris(sy) gekannt haben will bzw. identifizieren konnte. Niemand. Kine Verwandten (also Eltern, Geschwister, Onkel, Tanten, Großeltern usw.), keine Nachbarn, keine Lehrer, keine Mitschüler, keine Freunde/bekannte, kein Tankwart wo er sein Moped betankte. Einfach niemand! Und das obschon er quasi -um Marion überhaupt kennengelernt zu haben und sich treffen zu können aus der ungefähren Gegend stammte??? Nein, das erschließt sich mir gerade nicht.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Man darf den Faktor "unterschiedliche Bekanntenkreise" selbst heute nicht unterschätzen, damals war das noch viel bedeutsamer.
Ich unterschätze sowas nicht. Doch es ist nach meinem persönlichen Empfinden ziemlich unrealistisch, dass da ein recht auffälliger, junger Mann mit einprägsamen Merkmalen ein normales Leben führt und ihn trotzdem niemand kennt und identifizieren kann. Zumal in einer Gegend und zu einer Zeit, wo sowas durchaus auch von außen beachtet und wahrgenommen wurde. Ich kann mir deshalb nicht wirklich vorstellen, dass jener Chris(sy) tatsächlich Umgang mit Marion pflegte und an jenem schicksalshaften Abend zugegen war.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Du wirst dich wahrscheinlich daran erinnern, daß schon mehrfach vermutet habe, daß Marion sein erster Mord war, ich habe nichts von erster Tat gesagt! Ich vermute, daß "Chris", falls das überhaupt sein echter Name ist, sein Lispeln stärker betont hat als es normalerweise war und der rote Helm üblicherweise irgendwo im Schrank lag.
Das ist mal ein wirklich guter Punkt den du da machst. Du führst dann noch genauer aus:
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Gib den potenziellen Zeugen etwas das heraussticht, wie zum Beispiel der auffällige Helm, dann achtet man weniger auf andere Sachen.
Das kann ich eindeutig so bestätigen! Je auffälliger ein Merkmal das wahrgenommen wird, jedoch jederzeit abgelegt werden kann und nicht zu dir gehört, desto geringer die Chance, dass ein Zeuge sich an andere Dinge erinnert, die man eben nicht ablegen kann und zu einem gehören. Absolut richtig. Volle Zustimmung.

Allerdings möchte ich dennoch da etwas einschränken. Scheinbar siehst du unseren Mopedcasanova Chris(sy) bereits schon zu dieser Tat als Planvoll, bewusst vorgehenden Serientäter, welcher bewusst vergewaltigen und von seiner tatsächlichen Person durch "Tricksen" mit auffälligen "Accessoires" ablenken möchte. Nun, ich würde da jetzt nicht so weit gehen wollen, dass er sich für diese Tat(en) in eine Art Kunstfigur verwandelte, damit er nicht identifiziert werden kann. Dafür gibt es nämlich einerseits keinerlei Anhaltspunkte und andererseits ist das für einen jungen Mann zw. 14 und 18 schon eine ziemlich harte Nummer sowas durchzuziehen.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Es ist genau dieser Gegensatz, die detailverliebte Beschreibung des schlechter wahrnehmbaren Sportwagens und die deutlich hinterherhinkende Qualität was die Leute im erleuchteten(!) Innenraum des 911 angeht. Irgendwas passt nicht.
Also wenn mir ein wirklich wahnsinnig seltenes wie schönes Auto wie z.B. ein BMW M1, ein feiner Jaguar XJR oder ein brutaler Lamborghini Countach auf der Straße begegnet, habe ich doch keine Augen mehr für die verdammten Insassen! Da ist doch das Auto der Faktor! Ob sich die Leute im Innenraum kloppen oder miteinander sexuell aktiv sind, für mich die totale Nebensache. Da habe ich nur Augen für das Wesentliche und das ist nicht die Farbe der Bluse von der dort im Innenraum befindlichen Frau. Da schaue ich auf die Details am Fahrzeug!

Der User @Bundesferkel hat das absolut korrekt zusammengefasst. Das nennt man:
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Selektive Wahrnehmung.
So ist es!
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Dieser Zeuge im Fall Marion Baier erscheint mir, schon aufgrund eigener Erfahrungen, völlig glaubwürdig.
Mir auch. Ich zweifle bislang kein Stück daran, dass seine Beobachtung der Wahrheit entspricht und denke nicht, dass er sich das -warum auch immer- ausgedacht haben könnte. Das erscheint mir ziemlich unwahrscheinlich.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Deutet diese insgesamt merkwürdig und markant anmutende Szene (Paar streitet sich im Neunelfer) tendenziell eher darauf hin, dass es sich um eine erfundene Aussage handelt, oder spricht dieses exotische Setting gerade dafür, dass der Zeuge eine reale Beobachtung mitteilt?
Nun, natürlich ist ja in der Theorie beides möglich. Doch ist das Eine wahrscheinlicher als das Andere? Das ist wohl die Frage die sich hier mMn eigentlich stellt. Ich persönlich halte seine Aussage für glaubhaft. Einfach schon deshalb, weil man eher dazu tendiert, eher etwas weit verbreitetes als exotisches zu beschreiben. Das sind ja "normale Leute". Man braucht schon eine ziemlich kriminelle und kreative Energie, da quasi "um die Ecke" zu denken und eben ganz bewusst und aus taktischen Gründen etwas exotisches zu beschreiben. Das erscheint mir ziemlich ungewöhnlich.
Zitat von 321meins321meins schrieb:Denkbar wäre ja auch dass Mitarbeiter auf der Baustelle gewohnt haben, sollte das so sei wären diese sicher damals von der Polizei überprüft worden, aber eben ohne des sicheren Nachweis einer DNA-Probe.
Das Mitarbeiter auf Baustellen wohnen, ist mMn eher ein Phänomen der Jahre ungefähr ab der Jahrtausendwende. Das lag an Billiglohnkräften, die aus Osteuropa anreisten, um für Subunternehmer auf den Baustellen für einen günstigen Sklavenlohn zu malochen. Das war aber in den 70ern -soweit ich weiß- noch nicht der Fall und daher wäre es aus meiner Sicht sehr ungewöhnlich, wenn tatsächlich Bauarbeiter, keine Facharbeiter/Bauleiter dort in Bauwagen und nicht in Pensionen/Hotels übernachtet hätten.
Zitat von 321meins321meins schrieb:für mich wäre denkbar dass es bei dem Aufeinandertreffen entweder lediglich um das Anbieten einer Heimfahrt ging, nichts was ein Schäferstündchen war und dann eskalierte sondern einfach das Nutzen einer spontanen Gelegenheit. Der Täter fährt an der Haustür von Marion vorbei und ihm wäre es bei dieser Konstellation völlig egal ob das Baugebiet dreckig, sandig oder unromantisch ist. Trotzdem müsste Marion diese Art von Täter meiner Meinung nach schon zumindest flüchtig gekannt haben.
Ja, ich vermute derzeit auch, dass der Täter Marion aus der Situation heraus, ungeplant und spontan "abgegriffen" hat und die Situation zu seinen Gunsten und Bestrebungen hin nutzte. An eine geplante Tat oder eine spontan eskalierte Beziehungssituation denke ich nicht. Ich stimme überein, dass der Täter Marion Baier mutmaßlich zumindest entfernt gekannt haben könnte oder sogar hat.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

24.04.2026 um 21:19
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb:Einfach niemand! Und das obschon er quasi -um Marion überhaupt kennengelernt zu haben und sich treffen zu können aus der ungefähren Gegend stammte??? Nein, das erschließt sich mir gerade nicht.
Es wäre noch möglich dass er nur zu Besuch in der Gegend war, im Rahmen der Ferien falls er noch zur Schule ging
Nordrhein-Westfalen 15.06. – 28.07.
Rheinland-Pfalz 28.06. – 08.08.
Saarland 28.06. – 11.08.
Quelle: https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/Ferienkalender/Ferien73_74.pdf

Ansonsten-wenn man ganz stupide gedacht bei allen Einwohnern von Heiligkreuz und Oberasbach prüfen würde welche Namen 1973 in Heiligkreuz/Oberasbach gemeldet waren und welche gleiche Namen 1981 in Kempten gemeldet waren, vielleicht wäre man dann einen Schritt näher am Täter?
Allerdings habe ich keine Ahnung wie aufwändig so etwas ist und ob überhaupt machbar.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

25.04.2026 um 23:54
Zitat von 321meins321meins schrieb:Es wäre noch möglich dass er nur zu Besuch in der Gegend war, im Rahmen der Ferien falls er noch zur Schule ging
Ja das ist selbstverständlich möglich. Allerdings muss man dann anzweifeln, dass jener Chris(sy) eine ernsthafte Beziehung mit Marion geführt hat. Schon aus zeitlichen Gründen. Außerdem bleibt schleierhaft wie sie sich wo kennengelernt haben sollen und welche Art von "Beziehung" sie geführt haben könnten. Es ist ja auch völlig unklar, wie -zumindest theoretisch- weitere Treffen verabredet wurden und stattgefunden haben sollten. Dazu kommt, dass sie "offiziell" nie zusammen gesehen wurden oder auftraten. Alles beruht auf den Aussagen aus Marions Freundeskreis, der das sehr wahrscheinlich nur aus Erzählung der Marion gewahr wurde. Ob jemand jemals bei einem Treffen von Marion mit jenem ominösen Chris(sy) dabei war, ist völlig unklar und eben auch mMn nicht besonders wahrscheinlich...
Zitat von 321meins321meins schrieb:Ansonsten-wenn man ganz stupide gedacht bei allen Einwohnern von Heiligkreuz und Oberasbach prüfen würde welche Namen 1973 in Heiligkreuz/Oberasbach gemeldet waren und welche gleiche Namen 1981 in Kempten gemeldet waren, vielleicht wäre man dann einen Schritt näher am Täter?
Ich halte das für eine gute Idee. Normalerweise sollte da ja das Einwohner Meldeamt evtl. auch die Gemeinde (Kirche) in dieser Frage weiterhelfen können. Ich frage mich ob das auch gemacht wurde. Wer die Sendungen "bitte melde dich" und "Vermisst" von und mit Julia Leischik kennt, weiß, dass genau diese Anlaufstellen oft die entscheidenden Hinweise bei der Suche nach Personen liefern. Warum also nicht auch in diesem Fall?


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

27.04.2026 um 00:25
Hallo @Slaterator
@Bundesferkel
@sallomaeander
@321meins
@Der_Schwabe
@Dew
@Ahn-Dung
@alle!
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Dieser Zeuge im Fall Marion Baier erscheint mir, schon aufgrund eigener Erfahrungen, völlig glaubwürdig.
Mir nicht, besonders wegen eigener Erfahrungen! Der lag mir schon krumm als ich vor Jahren den alten XY-Film zum ersten Mal gesehen habe. Den alten Ermittlern scheint das genauso gegangen zu sein. Man hat nicht umsonst erwähnt wohin der Zeuge wollte, sondern auch aus welcher Region er kam. Die damaligen Ermittler werden sich genauso gefragt haben wie ich: "Warum war der um 2.30 Uhr auf dieser Straße?"
Ich erwähne es nochmals: Egal ob der Zeuge aus Richtung Würzburg oder (bei seiner Herkunft unwahrscheinlicher) von Ansbach in den Großraum Nürnberg kam, bei keiner(!) BuWe-Kaserne in Mittelfranken hätte er die Autobahnen dort verlassen müssen, um von der Hainbergstraße aus nach Oberasbach hineinzufahren. Ein gehöriger Umweg und nicht nachvollziehbar, besonders nicht falls er von Norden kam, denn dann hätte er nochmal zusätzlich umgedreht.
Falls er aus der Nähe von einer Freundin oder einer hypothetischen Mietbude gekommen wäre, ist er Stunden zu früh dran, was genauso wenig passt.
Nächster Punkt: Angesichts der Sichtverhältnisse vor Ort war er ein guter Beobachter um soviel vom Porsche zu erkennen. Warum ist dann seine Aussage zu den Insassen im beleuchteten Innenraum so schwach? Ein guter Beobachter wie er nimmt immer etwas mit, vielleicht bruchstückhaft, aber stets ein bissel. Dafür ist seine "Beobachtung" ein Mann und eine Frau kämpfen im Wagen viel zu dürftig.
Drittens: Wenn er sich so sicher ist, daß die beiden Porscheinsassen kämpfen, warum hält dieser "Spaßvogel" nicht an und fragt ob sie noch ganz knusper sind?
Der Zeuge mag das tatsächlich gesehen haben, möglich, aber glaubwürdig ist er nicht sonderlich! Seine Aussage muß man auf dem Schirm behalten, dazu ist sie zu wichtig, aber auf diese Aussage würde ich nicht alles bauen.
Ich halte die Wahrscheinlichkeit einer Gefälligkeits- oder Aufschneideraussage für deutlich höher. Wie @sallomaeander so richtig schreibt, wären Kenntnisse über das Verhalten des Zeugen bei der Aussage und überhaupt sehr erhellend.
Zitat von 321meins321meins schrieb:Eine schwierige Frage. Es wirkt für mich ehrlich gesagt unglaubwürdig dadurch dass ein Bundeswehrsoldat bei einem Auto was nachts entgegen der Fahrt parkt, darin ein Mann und eine Frau die "kämpfen", nicht anhält und nachfragt ob zumindest die Frau Hilfe benötigt. Die Beschreibung des Autos sich so auszudenken halte ich für möglich aber es klingt für mich eher wie tatsichlich so gesehen.
Ich halte die Porschebeschreibung für tendenziell echt, ich glaube aber weniger das er den Sportwagen an diesem Abend gesehen hat, sondern anderwo an einem anderen Tag. Aufgrund der Punkte, hätte dort überhaupt nicht rumfahren müssen, beschreibt was schlechter zu erkennen ist besser als die Dinge, die gut sichtbar sind und hält nicht an, obwohl er angeblich einen Kampf beobachtet, glaube ich an eine Gefälligkeits- oder Aufschneideraussage.
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb:Nicht das hier der falsche Eindruck entsteht: Ich beziehe mein ggf. "gefährliches Halbwissen" dieses kriminalistischen Interesses (Hobbys) ausdrücklich nicht aus amerikanischen Billigserien, Netflix und Co. oder sonstigem Ramsch-TV bzw. Streaming-Angeboten. Ich bevorzuge eigene Einsatzerfahrung, seriöse (Fach-) Literatur und die analytische Auswertung von zugänglichen, seriösen Quellen bzw. Austausch mit Gleichgesinnten und seriösen Dokumentationen. Das ist jetzt nicht als Angeberei gedacht, sondern einfach nur eine Klarstellung, warum ich einige Standpunkte bewusst einnehme und dazu auch stehe.
Nur soviel dazu, ich habe meine kriminalistischen Kenntnisse auch nicht in der Müslipackung gefunden und einiges an Erfahrungen spielt ebenfalls bei meinen Standpunkten eine gehörige Rolle. Unter anderem aufgrund von Erfahrungen auf der Arbeit bin ich der Porschsichtung gegenüber so skeptisch. Womöglich hat er das an diesem Abend so gesehen, aber seine Glaubwürdigkeit ist nicht hoch.
Deswegen habe ich schon mehrfach geschrieben,daß man diese Sichtung im Hinterkopf behalten muß, aber man einige Theorien nicht nur mit dieser Aussage abstützen kann, da die Gefahr einer Gefälligkeitsaussage oder Aufschneiderei was das Gesehene betrifft, eben hoch ist.
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb:Was wir haben, ist die Aussage das diese Person existent gewesen sein soll und wir haben eine ziemlich gute Beschreibung. Mehr nicht. Er wurde auch nicht am oder auf dem Fest gesehen und darüber hinaus scheint ihn niemand im Umkreis identifizieren zu können. Schon merkwürdig oder nicht? Also für mich persönlich ist Chris(sy) ein Phantom.
Tut mir leid, aber hier läuft du voll in die alte Falle: Abwesenheit von Beweisen ist KEIN Beweis der Abwesenheit!
Du blendest völlig aus, daß des Fischerfest zwar nicht die Wiesn ist, aber Zirndorf trotz seines Namens kein Dorf. Das Fischerfest ist größer wie du vielleicht annimmst. Auf Chris wurde ja nicht speziell geachtet am Mordtag und Feste ab einer gewissen Größe sind alles andere als übersichtlich.
Ebenso scheinst du auszublenden, daß wir mehr über Chris haben als du sehen willst.
Der XY-Film von 1974 läßt keinen Zweifel an seiner Existenz und auch nicht an den Treffen von Marion und Chris. Da ist kein Konjunktiv bei Ede und dem Ermittler, wenn sie von den Treffen im Vorfeld reden.

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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

27.04.2026 um 08:27
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Egal ob der Zeuge aus Richtung Würzburg oder (bei seiner Herkunft unwahrscheinlicher) von Ansbach in den Großraum Nürnberg kam, bei keiner(!) BuWe-Kaserne in Mittelfranken hätte er die Autobahnen dort verlassen müssen, um von der Hainbergstraße aus nach Oberasbach hineinzufahren. Ein gehöriger Umweg und nicht nachvollziehbar, besonders nicht falls er von Norden kam, denn dann hätte er nochmal zusätzlich umgedreht.
Deine Gedanken versuche ich nachzuvollziehen, es mag mir aber nicht wirklich gelingen.

Käme ich von Ansbach und wollte nach Oberasbach, so nähme ich eher die B14 als die Autobahn.
Als Schleichroute über Oberweihersbuch und Unterasbach dann durch die Hainbergstraße nach Oberasbach geht meiner Meinung nach am schnellsten.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

27.04.2026 um 12:30
@Slaterator
@Bundesferkel

Hallo ihr zwei. Ich gebe zu, dass ich bei meiner Überlegung ein bisschen zu viel von mir selbst ausgegangen bin. Den gleichen Fehler hat @Slaterator jedoch auch gemacht, aber eben "zu Gunsten" des Zeugen.
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb am 23.04.2026:Ein eher seltenes, aufgemotztes oder eben auffälliges Fahrzeug erregt meiner Ansicht nach in erster Linie Aufmerksamkeit wegen des Fahrzeug-Modells als wegen seines Kfz-Zeichens.
Okay, aber um es benennen zu können, muss man sich schon auch für Autos interessieren. Wir wissen natürlich nicht, ob das beim Zeugen so war/ist. Das gebe ich zu.
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb am 23.04.2026:Der gewöhnlich unfreiwillige Zeuge wird eher nicht davon ausgehen, irgendwann zu Beobachtungen bezüglich des Kennzeichens eines bestimmten Fahrzeugs im Rahmen eines derartigen Kapitalverbrechens befragt zu werden.
Dadurch, dass dem Zeugen aufgefallen ist, dass die Kennzeichenbeleuchtung teilweise defekt war, schließe ich dennoch, dass er aktiv versucht hat, das Kennzeichen zu erkennen.
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb am 23.04.2026:Da schließe ich mich an. Das Fahrzeug war an sich so auffällig, dass seine Merkmale quasi von selbst in die Erinnerung aufgenommen wurden. Würde ich heute auf der Straße einen Ferrari F40 in gelb mit grünen Streifen sehen, würde sich das sofort in meine Erinnerung einbrennen. Denn das dürfte tatsächlich dann ein Unikat gewesen sein. Dafür muss ich gar nicht so genau hinschauen und mich anstrengen.
Bei diesem Beispiel gehst Du zu sehr von Dir selber aus. Ich könnte das zum Beispiel nicht, weil ich gar nicht weiß, wie ein F40 genau aussieht, weil ich mich nicht sonderlich für Autos interessiere.
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb am 23.04.2026:Die Blendung resultierte ja wahrscheinlich auch aus den Zusatzscheinwerfen, die deshalb wahrscheinlich ebenfalls im Gedächtnis blieben.
Hmm... mir wäre zunächst mal völlig egal, wie viele Scheinwerfer mich da blenden, ich würde mir als erstes denken, warum steht der Trottel auf meiner Seite der Fahrbahn und blendet mich. Wie gesagt, da gehe ich natürlich eine bisschen zu sehr von mir aus. Vielleicht liegt die Wahrheit auch irgendwo in der Mitte ;)
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb am 23.04.2026:Was ist, wenn Chris/Bekannter XY einen Freund gehabt hat, willens für ihn eine Falschaussage zu machen? Solange er diese Aussage nicht unter Eid wiederholt, kann ihm selbst wenn es aufflöge nicht viel passieren.
Wenn dem so wäre, dann hätte dieser Freund aber vielleicht auch die Frau, die an dem Gerangel beteiligt war, so beschrieben, dass man auf Marion hätte kommen können.
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb am 24.04.2026:Selektive Wahrnehmung.
Funktioniert aber nur, wenn der Zeuge ein absoluter Autonarr war (Was ja durchaus sein kann), denn ich kann mir nicht vorstellen, dass sich jemand, der mitten in der Nacht einen Mann und eine Frau bei einem Gerangel sieht, denkt: Wow, cooler Porsche...
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb:Also wenn mir ein wirklich wahnsinnig seltenes wie schönes Auto wie z.B. ein BMW M1, ein feiner Jaguar XJR oder ein brutaler Lamborghini Countach auf der Straße begegnet, habe ich doch keine Augen mehr für die verdammten Insassen!
Du nicht, ich schon. Weil mir diese Autos völlig wurscht sind... ;)
Zitat von 321meins321meins schrieb:Es wirkt für mich ehrlich gesagt unglaubwürdig dadurch dass ein Bundeswehrsoldat bei einem Auto was nachts entgegen der Fahrt parkt, darin ein Mann und eine Frau die "kämpfen", nicht anhält und nachfragt ob zumindest die Frau Hilfe benötigt.
Das habe ich mir ehrlich gesagt auch schon mal gedacht. Allerdings weiß man nie, wie man in so einer Situation reagiert. Damals war es ja sogar noch ein bisschen anders, da das nächste Telefon nicht griffbereit war.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

27.04.2026 um 17:20
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Deine Gedanken versuche ich nachzuvollziehen, es mag mir aber nicht wirklich gelingen.

Käme ich von Ansbach und wollte nach Oberasbach, so nähme ich eher die B14 als die Autobahn.
Als Schleichroute über Oberweihersbuch und Unterasbach dann durch die Hainbergstraße nach Oberasbach geht meiner Meinung nach am schnellsten.
Hallo @Bundesferkel!
Mit Verlaub, eine Schleichroute mitten in der Nacht fahren? Autobahnen und Bundestraßen waren damals nachts noch weniger belastet als heute. Es gibt überhaupt keinen Grund für den Zeugen, der nach eingenen Angaben auf dem Weg in seine Kaserne war, dort um halb Drei in der Nacht rumzugurken. Egal aus welcher Richtung er kommt, die Autobahnen und Bundesstraßen waren frei und um in eine BuWe-Kaserne in der Region zu gelangen (selbst heute nicht mehr existente) mußte er bei Zirndorf nicht abfahren und über die Dörfer zockeln.
Und wenn er aus der Gegend gestartet wäre, ist er viel zu früh dran.
Das passt hinten und vorne nicht richtig.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

27.04.2026 um 18:24
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Man hat nicht umsonst erwähnt wohin der Zeuge wollte, sondern auch aus welcher Region er kam. Die damaligen Ermittler werden sich genauso gefragt haben wie ich: "Warum war der um 2.30 Uhr auf dieser Straße?"
Das ist aber "nur" deine ganz persönliche Interpretation des Sachverhaltes. Genauso gut könnte es alles absolut erklärbar gewesen sein und man hatte keinen Zweifel an der Glaubwürdigkeit jenes Zeugen, sondern wollte dessen Sichtung und Begründung seiner Präsenz in Tatortnähe/seine Beobachtung einfach aufzeigen, damit sich eben niemand fragt, warum er da zu dieser Uhrzeit entlang kam und dadurch beim geneigten Zuschauer möglicherweise ein falscher Verdacht entsteht.

Das er um diese Uhrzeit zu seiner Dienststelle, deren genaue Örtlichkeit wir übrigens nicht kennen(!), unterwegs gewesen ist, kann man doch nicht einfach so pauschal in Frage stellen. Du schreibst dazu:
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Egal ob der Zeuge aus Richtung Würzburg oder (bei seiner Herkunft unwahrscheinlicher) von Ansbach in den Großraum Nürnberg kam, bei keiner(!) BuWe-Kaserne in Mittelfranken hätte er die Autobahnen dort verlassen müssen, um von der Hainbergstraße aus nach Oberasbach hineinzufahren. Ein gehöriger Umweg und nicht nachvollziehbar, besonders nicht falls er von Norden kam, denn dann hätte er nochmal zusätzlich umgedreht.
Falls er aus der Nähe von einer Freundin oder einer hypothetischen Mietbude gekommen wäre, ist er Stunden zu früh dran, was genauso wenig passt.
Dazu schreibt der User @Bundesferkel:
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Käme ich von Ansbach und wollte nach Oberasbach, so nähme ich eher die B14 als die Autobahn.
Als Schleichroute über Oberweihersbuch und Unterasbach dann durch die Hainbergstraße nach Oberasbach geht meiner Meinung nach am schnellsten.
Ich persönlich denke, dass es hier sehr viele, plausible und auch absolut nachvollziehbare Gründe gegeben haben könnte, die seine Präsenz am Ort des von ihm beobachteten Geschehens (Porschesichtung) um diese Uhrzeit glaubhaft und völlig plausibel erklären können. Ich gehe weiterhin davon aus, dass man -hätte man berechtigte Zweifel an seiner Aussage gehabt- jene Sichtung gar nicht erst in den Filmfall eingebaut hätte. Man hat dem Zuschauer seitens Aktenzeichen XY ungelöst lediglich in diesem Fall erspart, eine genaue Begründung also Beschreibung seines Dienstweges darzustellen, weil diese für den Zuschauer schlicht nicht Fallrelevant ist und daher für den Filmfall uninteressant. Das ist alles. Meiner Meinung nach ist den Ermittlern sehr wohl bekannt, von welchen Ort der Zeuge aufgebrochen ist und warum er zu den angegebenen Zeiten an bestimmten Orten unterwegs zu einem bekannten Ziel war. Das festzustellen, gehört für mich persönlich zur normalen Routine bei einer Zeugenbefragung. Ich gehe daher davon aus, dass er seine Anwesenheit an diesem Ort zu jener Uhrzeit glaubhaft begründen konnte.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Angesichts der Sichtverhältnisse vor Ort war er ein guter Beobachter um soviel vom Porsche zu erkennen. Warum ist dann seine Aussage zu den Insassen im beleuchteten Innenraum so schwach? Ein guter Beobachter wie er nimmt immer etwas mit, vielleicht bruchstückhaft, aber stets ein bissel. Dafür ist seine "Beobachtung" ein Mann und eine Frau kämpfen im Wagen viel zu dürftig.
Was war denn an den Sichtverhältnissen deiner werten Meinung nach der einschränkende Faktor? Die Tatsache das es Nacht war? Okay. Aber wir hatten dort Straßenbeleuchtung, die eingeschaltete Beleuchtung am Zeugenfahrzeug, die eingeschaltete Beleuchtung am beobachteten Fahrzeug, die eingeschaltete Innenbeleuchtung des beobachteten Fahrzeuges. Ich bin da der Meinung, dass damit allgemein genug Beleuchtung vorhanden war, um ein Fahrzeug gut zu erkennen und entsprechend detailreich beschreiben zu können. Darüber hinaus ist die Form eines Porsche 911 sehr charakteristisch und es gelingt für gewöhnlich einem Großteil der Bevölkerung -unabhängig von deren spezifischen Interesses an Kraftfahrzeugen- so ein Fahrzeug zumindest mal als "Porsche" zu identifizieren.
Vergleichsbilder schaffen dann im Zweifel Sicherheit auch was das Modell angeht. Dazu kommt, dass ein Porsche damals ein eher seltener "Traumwagen" war, der bei einigen Menschen natürlich sofort Aufmerksamkeit erregt haben dürfte. Von daher musste der Zeuge mMn kein besonders "guter Beobachter" sein, um das Fahrzeug zu beschreiben.

Das Fahrzeug hatte eine seltene, daher auffällige Farbe, Zusatzscheinwerfer, die auf/an der flachen Front sehr auffällig sind und eben jene Antenne auf dem Scheibenrahmen, die auch eher exotisch war und deshalb auffiel. Für mich persönlich sind das jetzt keine Details, die dem Beobachtenden ein besonderes Talent oder Auffassungsgabe abverlangen. Sie waren schlicht auffällig. Ein "Hinkucker" gewissermaßen. Also da unterstelle ich dem Zeugen keine ungewöhnlichen Befähigungen.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Wenn er sich so sicher ist, daß die beiden Porscheinsassen kämpfen, warum hält dieser "Spaßvogel" nicht an und fragt ob sie noch ganz knusper sind?
Es könnte eine sehr wahrscheinliche Begründung sein, dass generell leider nur wenige Menschen die von einer Ausnahmesituation überrascht werden halten und zur Hilfe eilen. Ich habe diese Erfahrung schon sehr oft gemacht, da ich über viele Jahre ehrenamtlich im Rettungsdienst gearbeitet habe, auch bei meiner jetzigen Arbeit sehr eng mit Polizei, Rettungsdiensten, Notärzten usw. zusammenarbeite. Viele scheuen sich davor, gewisse Unannehmlichkeiten (z.B. verspätet am Fahrziel anzukommen oder mit der Hilfeleistung überfordert zu sein, sich ggf. selbst zu gefährden) einzugehen und helfen eben nicht, fahren einfach weiter. Fürs Gaffen ist aber dennoch -aus meiner Erfahrung- immer genug Zeit. Es wundert mich deshalb nicht, dass der Zeuge viele Details beobachtete aber eben nicht angehalten hat.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:(...) glaube ich an eine Gefälligkeits- oder Aufschneideraussage.
Das halte ich wiederum für recht unwahrscheinlich. Zunächst mal weil es keinerlei erkennbaren Zusammenhang zwischen einem mutmaßlichen Tatverdächtigen und dem Zeugen gibt. Wenn du jetzt z.B. jenen Chris(sy) für dringend tatverdächtig hälst, woher sollen sich er und der Zeuge gekannt haben und warum konnte dann Chris(sy) nicht im Umfeld des Zeugen identifiziert werden? Weshalb sollte er eine Gefälligkeitsaussage machen? Da gibt es doch absolut "0" Indizien, die da eine Erklärung liefern könnten. Ebenso erschließt sich mir nicht, warum der Soldat eine "Aufschneideraussage" machen sollte. Das ist doch reine Spekulation. Ich kann mich da ehrlich gesagt des Eindruckes nicht erwehren, dass diese Zeuge bewusst diskreditiert bzw. in Frage gestellt wird, weil ein Porsche mit kämpfenden Insassen eben so gar nicht zu einem als Täter favorisierten Mopedcasanova namens Chris(sy) passen mag.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Abwesenheit von Beweisen ist KEIN Beweis der Abwesenheit!
Wenn es nur das wäre. Auch wenn ich den Sachverhalt nicht in Frage stelle, gibt ja faktisch nicht einmal Beweise für die Existenz dieser Person. Es gibt einen Vornamen, eine gute Beschreibung und das war es dann auch. Niemand konnte sie Person identifizieren oder Angeben machen, wie er wo wann gelebt haben könnte. Es ist nicht einmal klar, wie sich Marion und er kennengelernt oder verabredet haben könnten. Nichts. Da ist es natürlich auch klar, das dieses "Mopedphantom" selbstverständlich am Ort des Geschehens sein konnte, ohne von irgendwem wahrgenommen zu werden und sich da unbemerkt und selbstverständlich konspirativ und geheim wie bei Informant und BND mit Marion treffen konnte, die sich zuvor mittels totem Briefkasten oder Rauchzeichen mit ihm verabredet hatte. So richtig? Also es tut mir leid, für mich persönlich spricht da jetzt mehr dagegen als dafür, dass jener Chris(sy) an dem Abend dort war.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Du blendest völlig aus, daß des Fischerfest zwar nicht die Wiesn ist, aber Zirndorf trotz seines Namens kein Dorf. Das Fischerfest ist größer wie du vielleicht annimmst. Auf Chris wurde ja nicht speziell geachtet am Mordtag und Feste ab einer gewissen Größe sind alles andere als übersichtlich.
Es war Sonntag Abend. Also lag das Fest da mMn quasi in den "letzten Zügen". Es wird also nicht mehr allzu viel los gewesen sein. Die meisten Menschen mussten am nächsten Tag wieder normal arbeiten und früh raus, in die Schule, zum Studium usw. Weiterhin gehe ich davon aus, dass die Kapelle und Bewirtung im Festzelt auch nicht bis Mitternacht und später "durchgezogen" haben. Vielmehr ist wahrscheinlicher, dass da irgendwann zwischen 21:30 und 23:00 Uhr die letzte Runde gezapft wurde, die Musi aufhörte und sich dann die Besucher nach und nach auf den Heimweg gemacht haben. Ohnehin werden da auf einem Sonntag Abend nicht mehr so wahnsinnig viele Besucher aufgehalten haben. Ein paar Schnapsdrosseln, Vereinsmeier und Fischer. Ich persönlich gehe da nicht von unübersichtlichem Jubel-Trubel-Heiterkeit aus.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Der XY-Film von 1974 läßt keinen Zweifel an seiner Existenz und auch nicht an den Treffen von Marion und Chris. Da ist kein Konjunktiv bei Ede und dem Ermittler, wenn sie von den Treffen im Vorfeld reden.
Wieso lässt der Filmfall von 1974 keinerlei Zweifel? Da wird nur gesagt, dass sich Marion angeblich mehrfach mit dem dann näher beschriebenen Chris(sy) getroffen haben soll. Ja und? Wurde er identifiziert? Nein. Wurde sein Wohnort und seine mögliche Beziehung zu Marion je aufgeklärt? Nein. Gibt es lebende Zeugen, die bei einem Treffen zwischen Marion und diesem Chris(sy) definitiv physisch anwesend waren und so auch benannt wurden? Nein. Gibt es ein offizielles Fahndungsplakat oder überhaupt eine aktuell noch aktive Suche nach dieser Person? Nein. Da frage ich mich doch, warum man da mit dem Brustton der absoluten Überzeugung feststellen kann, dass sich Marion mit jenem Chris(sy) tatsächlich, also ich meine auch gerichtssicher und nachweislich getroffen hat und es darüber hinaus vielleicht sogar eine amouröse Beziehung gegeben haben könnte. Nur weil nicht im Konjunktiv gesprochen gesprochen wurde? Reichlich dünn würde ich sagen.
Zitat von Der_SchwabeDer_Schwabe schrieb:Dadurch, dass dem Zeugen aufgefallen ist, dass die Kennzeichenbeleuchtung teilweise defekt war, schließe ich dennoch, dass er aktiv versucht hat, das Kennzeichen zu erkennen.
So richtig. Das stelle ich auch nicht in Abrede. Aber er versuchte es über das durch die Weiterfahrt sicher wackelige und kleine Bild im Rückspiegel. Das stelle ich mir schwierig vor, wenn dann auch noch durch die defekte Beleuchtung der größte Teil des Kennzeichens im dunkeln liegt.
Zitat von Der_SchwabeDer_Schwabe schrieb:Bei diesem Beispiel gehst Du zu sehr von Dir selber aus. Ich könnte das zum Beispiel nicht, weil ich gar nicht weiß, wie ein F40 genau aussieht, weil ich mich nicht sonderlich für Autos interessiere.
Ja ich gehe tatsächlich in dem Fall von mir selbst aus. Allerdings ist es auch so, dass sehr viele männliche Mitglieder der Menschenfamilie ein scheinbar naturgegebenes Grundinteresse an fahrendem Blech haben. Dementsprechend ist es dann auch weniger verwunderlich, dass viele meiner Geschlechtsgenossen bestimmte KFZ erkennen und sogar einer Bauzeit oder bestimmten Epoche zuordnen können, manchmal sogar eine regelrechte Expertise haben, was Motorisierung, Ausstattung usw. angeht. Sei es durch eigene Erfahrung oder eben durch allgemeinem Interesse an der Materie.

Was ich damit sagen will ist, dass viele Mitglieder unserer Gesellschaft sogar unabhängig von Geschlecht und Herkunft, durchaus autoaffin genug sind, eine Designikone wie den Porsche 911 oder Jaguar E-Type, Mercedes Benz 300SL Flügeltürer, Ferrari F40 usw. sofort auch nur bei flüchtigem Hinsehen erkennen. Das ist keine wirkliche Kunst.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

27.04.2026 um 18:53
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Nächster Punkt: Angesichts der Sichtverhältnisse vor Ort war er ein guter Beobachter um soviel vom Porsche zu erkennen.
Das finde ich auch, aber man kann die Sichtverhältnisse von damals auch nicht so gut einschätzen finde ich.
@Ahn-Dung hatte ja bereits ein Foto eingestellt
Zitat von Ahn-DungAhn-Dung schrieb am 08.02.2026:So liebe Threadbegleiter,
ich darf euch nun recht exakt die Stelle präsentieren an der angeblich der Porsche gegen 0230 Uhr gestanden haben soll
da kann ich allerdings nicht ganz genau erkennen ob bzw. wo die Strassenlaternen standen. Wenn man sich die Sichtung vorstellt, man wird geblendet, schaut deshalb nach links, fährt weiter (Frage ist in welcher Geschwindigkeit) an der Beifahrerseite entlang, müsste also die Frau besser erkennen können als den Mann, wann sieht man dann die Antenne bzw. kann man sie überhaupt sehen? Und das Nummernschild,kann man das erkennen unter den damaligen Bedingungen? Sollte der Zeuge noch als verdächtig gelten könnte man eine Nachstellung der Szene unter gleichen Bedingungen machen um zu gucken ob diese Sichtungen überhaupt möglich sind.
Zitat von SlateratorSlaterator schrieb:Wurde er identifiziert? Nein. Wurde sein Wohnort und seine mögliche Beziehung zu Marion je aufgeklärt? Nein.
Das wundert mich aus dem Grund dass ja falls Marion ihren Freundinnen von Chris erzählt hat diese doch höchstwarscheinlich fragen würden wo sie ihn kennengelernt hat, was er macht, wo er wohnt, übliche Fragen meiner Meinung nach.
Allerdings hatte ja @HolzaugeSHK schon gefragt
Zitat von HolzaugeSHKHolzaugeSHK schrieb am 17.04.2026:Wann wurde denn in den letzten Monaten von den Ermittlern der Arbeitsgruppe „Hainberg“ jemals über Chris gesprochen?
so dass ich ebenfalls die Möglichkeit in Betracht ziehe dass sowohl Bundeswehrsoldat als auch Chris kein Thema mehr sind bei den aktuellen Ermittlungen.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

27.04.2026 um 19:47
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Egal aus welcher Richtung er kommt, die Autobahnen und Bundesstraßen waren frei und um in eine BuWe-Kaserne in der Region zu gelangen (selbst heute nicht mehr existente) mußte er bei Zirndorf nicht abfahren und über die Dörfer zockeln.
Ich schrieb nicht, er wäre eventuell bei Zirndorf abgefahren, sondern von Ansbach kommend bei Oberweihersbuch von der B14 abgefahren und weiter über Unterasbach direkt durch die Hainbergstraße nach Oberasbach.

Wem das Autofahren Vergnügen bereitet, wer gerne kurvige Ortsverbindungswege fährt, der wählt auch heute noch solche Wege und zieht diese einer Autobahn vor.


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Marion Baier am 01. oder 02.07.1973 in Oberasbach (LK Fürth) ermordet

28.04.2026 um 01:12
Zitat von BundesferkelBundesferkel schrieb:Ich schrieb nicht, er wäre eventuell bei Zirndorf abgefahren, sondern von Ansbach kommend bei Oberweihersbuch von der B14 abgefahren und weiter über Unterasbach direkt durch die Hainbergstraße nach Oberasbach.

Wem das Autofahren Vergnügen bereitet, wer gerne kurvige Ortsverbindungswege fährt, der wählt auch heute noch solche Wege und zieht diese einer Autobahn vor.
Ausgehend vom Nummernschild ist der Zeuge sowieso aus Richtung Norden gekommen, aber das ist im Moment nicht die Sache. Mir ist die Strecke nach Nürnberg von den A6/B14 aus kommend bekannt, da ich selbst diese Verbindung nehmen würde.
Fällt dir nicht selbst auf, wo das genaue Problem liegt? Nachts um halb drei fährt auch nicht der größte Autofan über irgendwelche Ortsverbindungsstraßen wenn er/sie nicht muß! Wir haben bei uns in der Nähe ein Tal, daß bei Autofans äußerst beliebt als Spazier/Ausflugsstrecke ist, wenn man Autofahren mag. Bin selbst schon mehrfach dort durch weil es Spaß macht. Aber nichtsdestotrotz wird dieses Tal nachts nur von denen durchfahren die es auch müssen.
Nochmals: Laut XY war der Zeuge (mit Darmstädter Nummer) auf dem Weg in seine Kaserne und fuhr von Süden kommend nach Oberasbach hinein. Einige Mitdiskutanten haben sicherlich nicht die Landkarte vor Augen, denn dann sieht man rasch das Problem. Für keine(!) Kaserne im Fränkischen, selbst nicht ehemaligen wie z.B Wallenstein-Kaserne, mußt du durch Zirndorf, Oberasbach, Unterasbach, Peteshöhe und wie die sonstigen Städtchen und Dörfer dort heißen, durch. Es ist schlicht ein Umweg und nachts unverständlich, da schöne Landschaft wegen Dunkelheit ausfällt.

Dazu kam der Zeuge aus der Region Darmstadt, also Fahrt Richtung Norden noch ungewöhnlicher. Denn Leute aus Darmstadt fahren üblicherweise die A3 und/oder B8 Richtung Nürnberg, kommen also von Nordwesten herunter. Die A6 und/oder B14 von Südwesten ist für sie ein großer Umweg, da ein weiter Bogen gefahren wird.
Falls der Zeuge, wie von Einigen vermutet von einer hypothetischen Freundin oder ener Mietbude losfuhr, stellt sich die Frage warum er so früh unterwegs ist. Er muß nicht so früh fahren, um eine in der Nähe liegende Kaserne (und das wäre ja bei Freundin/Mietbude in dieser Ecke der Fall) zu erreichen. Um 5 Uhr wäre er immer noch deutlich vor dem Berufsverkehr gewesen.


karte von Nurnberg
Quelle: weltkarte1.com


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