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Todesdrama am Großglockner

332 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Sterbehilfe, Fahrlässige Tötung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Todesdrama am Großglockner

gestern um 14:59
Zitat von LillyLegoLillyLego schrieb:Besteht denn eine Möglichkeit, diese GoPro-Kamera noch zu finden, irgendwie zu orten? Wäre sie noch auswertbar, wenn sie gefunden würde oder ist das nicht möglich, wenn so lange jeglicher Witterung ausgesetzt?
2019 wurde in Indien eine GoPro gefunden und ausgewertet.
Wie die Black Box eines Flugzeugs“

Es wird davon ausgegangen, dass die Bergsteiger durch eine Lawine starben, die sie unter sich begrub. In der Nähe des Fundorts der Leichen, unter Schnee vergraben, fand man die Videoaufnahmen einer GoPro-Helmkamera, einer robusten Action-Kamera, die Sportler und Extremsportler gern verwenden. Der knapp zwei Minuten lange Clip, der am Montag von der indisch-tibetischen Grenzpolizei (ITBP) veröffentlicht wurde, zeigt die acht Kletterer, wie sie gemeinsam bei gutem Wetter den Berg besteigen.
Quelle:

https://www.welt.de/vermischtes/article196630687/Am-Himalaja-Das-zeigen-die-Bilder-der-Helmkamera-der-verunglueckten-Bergsteiger.html

Wie das am Großglockner ist ist fraglich. Es gibt dort bestimmt etliche Stellen die unzugänglich sind. Aber durch Schnee Eis könnte sie eventuell nach Jahren nach unten kommen.

Laut dem Artikel von dem Fall im Himalaya ist eine GoPro wie eine Black Box für Flugzeuge.

Seine erste Frage nach seiner GoPro hat er ja geleuchtet gestellt, als Kerstin geborgen wurde. Oder erinnere ich mich falsch?
Irgendwas wird er sich dabei gedacht haben? Er hat sie immer am Helm befestigt.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 15:29
Zitat von EichhörnchenEichhörnchen schrieb:Seine erste Frage nach seiner GoPro hat er ja geleuchtet gestellt, als Kerstin geborgen wurde. Oder erinnere ich mich falsch?
Ich erinnere mich, daß er zwei Tage später nachgefragt hat, ob seine GoPro gefunden worden wäre.

Leider kann ich aber nicht sagen, wo ich das gelesen habe. Kann in einem Kommentar des Standard, bei den vielen Kommentaren des Live Tickers zum Prozess, gewesen sein.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 15:53
Zitat von BohoBoho schrieb:
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Vermutlich hing seine Begleiterin bereits im Seil, unrettbar, als er sie verließ. Deswegen holte er keine Hilfe, wollte weg vom Ort des Geschehens und behauptete schließlich, er habe sie zurückgelassen, um sich und dann sie zu retten.
Das vermute ich auch und sie wird ein Stück hinter ihm gewesen sein - er wird nicht zu ihr zurück gegangen sein, da bin ich mir sicher. Deshalb hatte er auch keine Ahnung, wie ihre Position war - sonst hätte er nicht diese Plateau Geschichte gebracht.
Die WebCamera hat ja die Position ihrer Stirnlampen festgehalten. Und da hat sich wohl gezeigt, dass er sich bis 2h an derselben Position aufgehalten hat, bis er dann erst über den Gipfel zur Hütte stieg.
Ich würde vermuten, er hat behauptet sie auf einem Kletter-Plateau fixiert zu haben, weil sie zu geschwächt war um weiter zu gehen (sie wäre davor nur noch auf den Knien gerobbt behauptete er). weil er dachte, damit steht er noch am besten da. Er wollte es vermeiden zugeben zu müssen, dass er die Flaschenzug Technik nicht beherrscht, und nicht geschafft hat oder genug bemüht hat zu ihr abzuklettern, um sich wenigstens um die Decke zu kümmern.

Offensichtlich ist bei dieser DIY Persönlichkeit, die keine Alpin- Kurse besucht hat, alles ausgeblendet, verdrängt, was das Thema "Rettung" betrifft. - er beherrscht die Flaschenzug- Technik nicht, die es gebraucht hätte, um sie über den exponierten Felsen hochzuziehen, er hat keinen Biwacksack, der Tee ist gefroren, das Handy leise gestellt, er möchte mit dem Hubschrauber nichts zu tun haben- vermutlich wesentlich weil er befürchten muss, dass seine Versicherung die Einsatz-Kosten nicht abdeckt.
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Damit würde sich jedenfalls auch erklären, warum er keine Maßnahmen getroffen hat, sie mit einer Decke etc. zu versorgen.
Die Frage ist da, wenn er sie sehr wohl in der Auffindesituation sah: hätte er überhaupt zu ihr alleine abklettern können, wenn sie von oder an einem exponierten Felsen im Seil hing, um an ihren Rucksack zu gelangen? Ich nehme an, dass sie in der Situation spätestens kommuniziert hätte, dass sie einen Biwacksack und Notfalldecke in ihrem Rucksack hat. Dass er das nicht wusste, klingt nach Ausrede.
Zitat von klara.verstandklara.verstand schrieb:Auch hier benötige ich doch keinerlei Ausbildung oder Wissen, ich würde permanent Kontakt zu Rettungsdiensten suchen
Ihm war um 0.30 Uhr gesagt worden, dass kein Hubschrauber mehr fliegen kann. Er hätte sich ev. am Telefon erklären lasssen müssen, ob oder wie er einen Flaschenzug machen kann. Das ist aber auch eine Technik, die Übung braucht. Und das war ihm vielleicht peinlich oder wollte er vermeiden, oder fehlte Material dafür etc.
Beim Überflug zwei Stunden davor, haben sie sich immer abgewandt und sind weiter geklettert, wenn der Hubschrauber den Lichtkegel auf sie gerichtet hatte. Sie waren da nicht mehr so weit vom Gipfel, und noch ging es langsam vorwärts. Er musste davon ausgehen, dass der Rettungsflieger wegen ihnen angeflogen kam, und damit wollte er nichts zu tun haben, nicht nur weil ihm der Gedanke gerettet werden zu müssen peinlich war, sondern v.a. weil er die Kosten gefürchtet hat. Ich glaube er hat ihre Position im Seil gesehen, und weder er noch sie selbst konnten sie aus dieser "Blockade" im Seil hängend befreien. Somit wusste er, dass kaum mehr eine Chance war, sie zu befreien, außer es wäre zufällig in der Adlerhütte jemand gewesen, was auch sehr unwahrscheinlich war. Daher glaube ich, dass er bewusst dieses Gespräch mit der Bergrettung wage gehalten hat (von wegen Missverständnis, ob das ein Notruf war) und nicht mehr weiter den Kontakt gesucht hat. Er wusste, dass die momentan nichts mehr tun konnten, und wollte momentan lieber so tun als hätte er sie in keiner Weise beansprucht und wollte sie auch weiter nachts nicht beanspruchen. Sich selbst wusste er ja offensichtlich noch zu retten.
Vielleicht war sie um 2 Uhr, nach 1,5 Stunden im Seil dann auch schon tot, als er sie verließ um sich selbst zu retten.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 16:19
Zitat von m_mucm_muc schrieb:Ich erinnere mich, daß er zwei Tage später nachgefragt hat, ob seine GoPro gefunden worden wäre.
Ich hab den Abschnitt gefunden
19. Februar 2026; 19:46
Wo ist die GoPro geblieben?
Die Zeugenbefragung mit dem Ermittler wird fortgesetzt. „Haben Sie nach der Bergung nochmals mit dem Alpinisten gesprochen?“, fragt der Richter. „Am 20. Jänner hatten wir telefonischen Kontakt – und zwar um kurz vor 8 Uhr“, antwortet er. Der Salzburger habe den Polizisten gefragt, ob im Zuge der Bergung seine GoPro gefunden worden sei.
Quelle: https://www.krone.at/4049197

Am 18.01 sind sie gestartet, am 19.01 wurde sie um 10 Uhr geborgen. Am 20. rief er bei dem alpin Polizisten an.

Ich habe aber auch in Erinnerung dass er am 19. gefragt hat ob die GoPro gefunden wurde.

Im Nachhinein geben manche Aussagen jetzt Sinn. In der Servus tv Doku erwähnt der Bergführer der bei der Bergung dabei war, als sie den stüdlgrat nach gehen, dass man in sehr guter körperlicher Verfassung sein muss.
Im Nachhinein hätte sie die Lungenentzündung nicht gehabt, wäre die Tour für sie eventuell machbar gewesen.

Sie hatte auch Erfrierungen an den Fingern und konnte sich deswegen nicht mehr festhalten. Das habe ich gerade gelesen, auf der Suche nach dem Abschnitt mit der GoPro.
Das hat die Seilschaft ignoriert
Die Wetterprognosen im Norden seien kein zwingendes Stoppzeichen gewesen. Dennoch wurden bedenkliche Vorboten von dieser Zweier-Seilschaft „ignoriert“. Tödlich sei laut Gerichtsgutachten eine allgemeine Unterkühlung. „Aber relevant sind auch die lokalen Erfrierungen – etwa von Fingern. Man kann sich so nicht mehr festhalten. Das war alles gegeben“, betont der Sachverständige
Quelle: https://www.krone.at/4049197


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 16:32
Ich frage mich, wie freiwillig ihr Verzicht auf Hilfe nach dem 149-Anruf war. Sie war krank und hatte schon zur Zeit der 149-Wahl viel mehr Energie einsetzen müssen, als gedacht.
Konnte sie sich davon erholen, um freiwillig weiterzumachen?
Wollte man mit der Nachricht an die Mutter einem besorgten Anruf der Eltern zuvorkommen?
Kann es sein, dass sie keine Kraft hatte, dem Hubschrauber-Personal Zeichen zu geben, weil sie die wenige Kraft brauchte, in der steilen Wand nicht abzurutschen?
Ich frage mich auch, welche seiner Äußerungen nicht nur im Hinblick auf das Urteil gemacht wurden.

Durch deine u. g. Recherche wird nochmals deutlicher, dass es einen plausiblen Grund für ihren Notrufversuch gegeben haben könnte (um es vorsichtig auszudrücken) @Kuno426 :)
Zitat von Kuno426Kuno426 schrieb:Langsam lichtet sich der Nebel (um die zeitlichen Zusammenhänge zum Anrufversuch und sms). Hier "meine" Timeline.
Um 14:30 Uhr war man beim "Frühstücksplatzl "und ist nach 20 Minuten weitergestiegen.
Quelle: https://kurier.at/chronik/tirol/grossglockner-prozess-landesgericht-innsbruck-urteil/403132538#google_vignette (10:34 Uhr)
Der Angeklagte erklärt, die Verzögerung durch den Seilverhänger habe etwa eineinhalb Stunden Zeitverlust gebracht. Nach 30 Minuten kam man zur "Schlüsselstelle", so Thomas P. Dort habe seine Freundin einen Seilpendler gehabt, nachdem sie ausgerutscht war. Dabei hat sie sich an der Hüfte und an einer Hand verletzt.
Quelle: https://kurier.at/chronik/tirol/grossglockner-prozess-landesgericht-innsbruck-urteil/403132538#google_vignette (10.59 Uhr)
Lt Kurier grob geschätzt : 14.30 Frühstücksplatzl, 14.50 weiter, Verzögerung bis 16.20, Seilpendler 16.50 (+x). Dann evtl wieder eine Pause, Verletzung angeschaut / Handschuh ausgezogen und bei der Gelegenheit Handy zur Hand genommen. Falsche Nr gewählt, 17.30 Uhr. Auf Rückruf gewartet. Dann Nachricht an Mutter gesendet? 18.07 Uhr.
Kerstin G. habe um 18:07 Uhr an ihre Mutter geschrieben: "Wir sind fertig mit der Tour." Der Angeklagte hat dazu keine Wahrnehmung. Um 17:30 Uhr habe Kerstin G. versucht, die 149 zu wählen.
Quelle: https://kurier.at/chronik/tirol/grossglockner-prozess-landesgericht-innsbruck-urteil/403132538#google_vignette (10.19 Uhr)
- - - -
Zitat von parabolparabol schrieb:Wahrscheinlich vermuten viele, dass es sich um mehr als Fahrlässigkeit handelte, Fahrlässigkeit ist das einzige was man nachweisen konnte,
Das Attribut "grobe" soll ihm erhalten bleiben ;)
Grobe Fahrlässigkeit ist schon heftiger als (einfache/leichte) Fahrlässigkeit (siehe unten, Hervorhebungen durch mich).
An Vorsatz glaube ich nicht: Wenn er sie hätte vorsätzlich töten wollen, hätte er sie evtl. abstürzen lassen.
Leicht fahrlässig ist ein Verhalten, wenn auch einem sorgfältigen Menschen ein solcher Fehler gelegentlich passiert. In diesen Fällen ist ein Schadenseintritt meist nicht so leicht vorhersehbar; auch einem durchschnittlich aufmerksamen Menschen könnte ein derartiger Fehler passieren.
Beispiel
Jemand fährt wegen einer Sichtbehinderung durch die tiefstehende Sonne auf ein anderes Fahrzeug auf.

Grob fahrlässig ist ein Verhalten, wenn der Fehler einem ordentlichen Menschen in derselben Situation keinesfalls unterlaufen würde.

Beispiel
Jemand fährt mit einem Fahrzeug obwohl sie/er weiß, dass die Bremsen defekt sind.

Achtung
Die Abgrenzung von grober und leichter Fahrlässigkeit ist äußerst schwierig. Eine definitive Beurteilung des Verschuldensgrades erfolgt in den meisten Fällen erst bei Gericht.
Quelle: https://www.oesterreich.gv.at/de/lexicon/F/Seite.991394
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Sicherlich ist die Grenze zwischen Eventualvorsatz und Fahrlässigkeit schwer zu ziehen und der Richter hat natürlich ein viel umfassenderes Bild als wir. Ich wundere mich aber trotzdem sehr darüber, dass das mögliche Strafmaß im Falle fahrlässiger Tötung nicht stärker ausgereizt wurde.
Unbescholten ist er m. E. im juristischen Sinn, aber nach Schilderungen der Ex nicht im moralischen Sinn.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 16:36
Zitat von EichhörnchenEichhörnchen schrieb:Im Nachhinein hätte sie die Lungenentzündung nicht gehabt, wäre die Tour für sie eventuell machbar gewesen.
Sie hatte völlig unpassende Snowboardstiefel, die allenfalls nur für kurze Strecken akzeptabel sind.


Der Hubschrauber überm Berg, laut Daily Mail um 7 Uhr morgens:

104471237-15573567-image-a-37 1771498857

Der Rettungstrupp ein paar Stunden später:

104471233-15573567-Just under three hour

https://www.dailymail.co.uk/news/article-15573567/Climber-left-girlfriend-freeze-death-Austrian-mountain-insists-told-denies-manslaughter.html


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 17:03
Zitat von KarloSamtKarloSamt schrieb:Warum ist es der Mutter so wichtig, dass K nicht als unerfahrene Bergsteigerin wahrgenommen wird? Viel entscheidender ist doch die Frage, warum der Freund sie im Stich gelassen hat. Oder?
Ich könnte mir vorstellen, was ich unten geschrieben habe. Ansonsten denke ich, es steht mir nicht zu, das Verhalten von trauernden Menschen zu hinterfragen.
Zitat von watnuwatnu schrieb am 19.02.2026:Die Mutter im Interview:
"Unsere Familie arbeitet noch daran, dieses Unglück zu begreifen und dann zu verarbeiten. Wir vermissen unseren Bergfex."


Vielleicht ist es unter dem Schock für die Eltern leichter, hinzunehmen, dass die Tochter aufgrund höherer Gewalt gestorben ist. Der Gedanke, dass sie vermutlich noch gerettet werden gekonnt hätte, ist grausam.
Hier ist nochmals ein Ausschnitt aus dem Interview, das die Mutter vor dem Prozess gab. Was sie inzwischen oder künftig denkt, wissen wir nicht.
Sie hat selbst alpine Erfahrung, weil sie im Prozess sagte, dass K. sich Equipment von ihr auslieh oder ausleihen wollte.
Auch die strafrechtlichen Vorwürfe gegen den damals 36-jährigen Partner weist die Mutter zurück. Niemand könne die Extremsituation jener Nacht realistisch beurteilen, betonte sie. Die Ereignisse seien das Ergebnis einer tragischen Verkettung unglücklicher Umstände. Die öffentliche Kritik am Angeklagten bezeichnete sie als "Hexenjagd", das Paar habe Entscheidungen am Berg "immer gemeinsam getroffen", so ihre Darstellung.
Quelle: https://www.alpin.de/home/news/63353/artikel_erfrorene_bergsteigerin_am_grossglockner__mutter_nimmt_angeklagten_lebenspartner_in_schutz.html

- - -
Quelle in meinem o. g. älteren Post war:
Zitat von watnuwatnu schrieb am 19.02.2026:https://www.focus.de/panorama/erfroren-am-glockner-gipfel-eltern-des-opfers-schuetzen-angeklagten-freund_c954d687-2ced-45cb-afa7-f33bf5180bb4.html



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gestern um 18:04
Zur GoPro - Eintrag um 16:19 Uhr:
Zitat von EichhörnchenEichhörnchen schrieb:Ich hab den Abschnitt gefunden
Super, herzlichen Dank - hatte im Standard gesucht (und war schon bis 18:59 Uhr gekommen, immerhin ;) ), aber bisher nichts dazu gefunden.


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gestern um 18:26
Zitat von EichhörnchenEichhörnchen schrieb:
Zitat von LillyLegoLillyLego schrieb:Besteht denn eine Möglichkeit, diese GoPro-Kamera noch zu finden, irgendwie zu orten? Wäre sie noch auswertbar, wenn sie gefunden würde oder ist das nicht möglich, wenn so lange jeglicher Witterung ausgesetzt?
2019 wurde in Indien eine GoPro gefunden und ausgewertet.
Wie die Black Box eines Flugzeugs“
Danke @Eichhörnchen für die Rückmeldung zu meiner Frage. Dann hoffe ich, dass bei den vielen Alpinisten oder zumindest denen, denen der Ablauf auch suspekt vorkommt, vielleicht bei gelegentlichen Touren darauf geachtet wird.

Im Übrigen könnte ich mir vorstellen, dass die Nachricht an die Mutter gar nicht mehr von ihr geschrieben wurde, wenn er "dazu keine Wahrnehmung" hat.

Vielmehr vermute ich, sie war seit dem versuchten und gescheiterten Notruf in einer Position, wo er sie unter Druck setzte oder zumindest beeinflusste und im schlimmsten Fall sogar so "grantig" war, dass sie den Notruf gewählt hatte, dass ER dann selbst "übernahm" und eine Fake-Nachricht an die Mutter von ihrem Handy initiierte, um ggf. einem (vermuteten) Notruf entgegenzuwirken.

Man weiss ja auch nicht, ob er ihr nicht vielleicht sogar mit Beziehungs-Aus gedroht hat, wenn sie den Gipfel nicht schafft und nicht weiterkämpft. Das Wegducken unter dem Scheinwerferlicht des Helis ist für mich auch ein Zeichen einer bereits stattgefundenen Einflussnahme durch ihn.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 18:29
Erfrierungstod einer schlanken Person beim Klettern durch Herzrhythmusstörung -
ohne Biwacksack, bei (beginnender) Lungenentzündung, Sturm bei -20 Grad, immobile Position im Seil, Erschöpfung, weniger Sauerstoff in der Höhe. ChatGPT sagt, sie erfriert innerhalb 30- 60 min. Das hat er sicher auch unterschätzt. Hat er denn versucht nachher die Erfrorene noch in andere Position zu bringen?
Die Finger sind ohne Handschuhe wahrscheinlich schon erfroren, bis der Partner wieder in ihrer Nähe war.
Da kann man dann leider nur noch sagen, gut wenn es nicht zu lange gedauert hat :-(


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gestern um 18:42
P.S: wahrscheinlich oder möglicherweise schon eher bisschen unterkühlt in die Position am Seil gekommen (hab ich vergessen in der Aufzählung)


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gestern um 18:52
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Offensichtlich ist bei dieser DIY Persönlichkeit, die keine Alpin- Kurse besucht hat, alles ausgeblendet, verdrängt, was das Thema "Rettung" betrifft. - er beherrscht die Flaschenzug- Technik nicht, die es gebraucht hätte, um sie über den exponierten Felsen hochzuziehen, er hat keinen Biwacksack, der Tee ist gefroren, das Handy leise gestellt, er möchte mit dem Hubschrauber nichts zu tun haben- vermutlich wesentlich weil er befürchten muss, dass seine Versicherung die Einsatz-Kosten nicht abdeckt.
Diese Passage könnte das Drehbuch für "Mr. Bean und sein neuer Freund gehen wandern" sein, wenn es nicht so mega tragisch wäre.

Nicht zu vergessen die Gummibärchen als Power-Proviant, das zu späte Losgehen, die wunderbare Gipfelaussicht, die man dann gar nicht sieht, wenn man erstmal oben ist, da durch den späten Start ja schon wieder Nachtdunkelheit herrscht, das falsche Schuhwerk von ihr, dass die Schwächere der Tour die schwere Last trägt, während der Hero ohne Biwack und Alu-Decke vorauseilt...


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gestern um 18:58
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Die Finger sind ohne Handschuhe wahrscheinlich schon erfroren, bis der Partner wieder in ihrer Nähe war.
Ja, davon kann man ausgehen.
Finger, Nase, Ohren und Füße sind besonders gefährdet! Das zeigen auch die erlittenen Erfrierungen vieler Soldaten, die den II. Weltkrieg überlebt haben. Fingerhandschuhe nützen mir bei extremer Kälte zB garnichts, schmales Handgelenk, schlanke Finger. Wenn, dann eher Fausthandschuhe.


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gestern um 19:14
Bei eiskalten Fingern wird ja auch die Feinmotorik immer mehr eingeschränkt, so dass man, wenn die Handschuhe einmal ausgezogen sind, sie in weiter bestehender Kälte kaum noch wieder (allein) anziehen kann. Das sind meine Erfahrungen.


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gestern um 19:30
Zitat von klara.verstandklara.verstand schrieb:Und, was war überhaupt der Masterplan, als weit vor Mitternacht - also als der Hubschrauber über ihnen kreiste - absehbar sein musste, dass alle ambitionierten Zeitziele bereits verfehlt wurden.
Es gab keinen Masterplan. Das war ja das Problem. So wie der Angeklagte als Persönlichkeit geschildert wurde, kann ich mir gut vorstellen, dass er sauer war auf seine Begleiterin, die mit ihrer Ausrüstung, ihrer Erfahrung und ihrer Kondition von der Situation am Berg völlig überfordert war. Er sah keine andere Möglichkeit, als sie irgendwie auf den Gipfel zu treiben - was misslang.

Zu Gute kann ich ihm ab diesem Zeitpunkt nur halten, dass er durch die lange Tour (16 bis 18 Stunden) selbst an seinen Grenzen war und nicht mehr klar denken konnte.
Zitat von klara.verstandklara.verstand schrieb:Es geht hier um den schmalen Grat zwischen Eigenverantwortung und Verantwortung für jemanden anderen. All die Fehler, die möglicherweise im Vorfeld bei der Ausrüstung gemacht wurden, finde ich schlimm, aber ja, jeder hat eine Verantwortung für sich selbst. Vorwerfen würde ich ihm auch nicht, dass sie den letzten Umkehrplatz trotz Warnschild nicht wahrgenommen haben, ich würde sogar meinen, sie war selbst sehr ambitioniert (wollte es schaffen). Das ist alles Eigenverantwortung.
Wenn ich es richtig im Kopf habe, war der Angeklagte rund ein Dutzend Mal auf dem Großglockner. Seine Begleiterin noch nie. Sie hatte keine realistische Vorstellung davon, was sie erwartete. Diese schwierige Route, im Winter, geschlossene Hütten, keine ordentliche Verpflegung. Er hätte sie beraten und aufklären müssen. Hätte sagen müssen, "mit den Stiefeln geht des ned!"

Dass er mit sich selbst fahrlässig umgegangen ist (ebenfalls keine Verpflegung, keine Biwack-Ausrüstung) rechtfertigt nicht, den weitaus Schwächeren mit ins Verderben zu ziehen. Das hat mit Eigenverantwortung nichts zu tun. Oder was würde man sagen, wenn der nicht so gut trainierte Kumpel für eine gemeinsame 200km-Radtour mit einen Dreigangrad ohne Licht ankommt? "Wird schon gut gehen"?


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 19:34
PS: Ich weiß nicht, ob diese Aufnahmen vom Stüdlgrat schon mal verlinkt wurden.

Wenn ich mir die Aufnahmen von der Tour im Winter ansehe, dann ist das kein Spaziergang, sondern sauschwer. Man muss topfit sein, sicher mit der Ausrüstung, sicher klettern können und v.a. schnell sein. Das ist nichts für Anfänger.

Youtube: 🏔️ GROSSGLOCKNER STÜDLGRAT: Die ausführlichste Doku | Tagestour #grossglockner
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Todesdrama am Großglockner

gestern um 19:45
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Die Finger sind ohne Handschuhe wahrscheinlich schon erfroren
Kann das mit dem verhedderten Seil zusammenhängen?
Ich bin ja absoluter Laie. Wenn ich jedoch höre, dass ein "Seilverhänger" zu einer Verzögerung von 1,5 Stunden geführt hat ... Muss man da die Handschuhe ausziehen, um alles wieder in die richtige Position zu bringen?
Und ne halbe Stunde später dann Ausrutschen - Seilpendler - Verletzung an Hand und Hüfte.
Zitat von LillyLegoLillyLego schrieb:dass ER dann selbst "übernahm" und eine Fake-Nachricht an die Mutter von ihrem Handy initiierte, um ggf. einem (vermuteten) Notruf entgegenzuwirken.
... vermute ich weniger. Wie gestern schon geschrieben (und mit dem Wissen vom tragischen Ausgang - was ihre Mutter damals nicht haben konnte), klingt es für mich nach Abbruch der Tour. Abbruch des Plans, zu Zweit den Gipfel zu erreichen und auf gelanter Route abzusteigen. "Wir sind fertig mit der Tour." Vorwärts schaffe ich es nicht mehr. Zurück gehts nicht. Für mich ist hier die Tour beendet. Ich muss mich bergen lassen.
Da war es 18.07 Uhr! Und die Dunkelheit brach herein. Interessant wäre, ob man schon zu der Zeit die Fortbewegung ihrer Stirnlampen auf der Webcam erkennen konnte.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 20:05
Zitat von Kuno426Kuno426 schrieb:Da war es 18.07 Uhr! Und die Dunkelheit brach herein. Interessant wäre, ob man schon zu der Zeit die Fortbewegung ihrer Stirnlampen auf der Webcam erkennen konnte.
Ich hab die Webcam gefunden
https://www.foto-webcam.eu/webcam/adlersruhe/2025/01/18/1810

Den lichpunkt erkennt man
Sie waren da schon weiter oben.


IMG 7948Original anzeigen (4,4 MB)


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 20:26
Zwei Bilder möchte ich noch anhängen
2:30 ein sein Licht unterhalb mittig vom Gipfel
IMG 7949

Seine Lampe um 3:00 kurz vorm Schnee rechts im Bild.
IMG 7950
Kann jemand die Lampe von Kerstin irgendwo links am stüdlgrat erkennen?

Ich habe jetzt alles durchgeschaut, entweder ist das ein Schneebrett kurz unterhalb vom Gipfel oder ihre Lampe. Es war teilweise eine helle Nacht. Irgendwie sieht es manchmal aus als wäre es hell. War da Vollmond?


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 20:31
Ich muss einfach mal sagen dass ich 5 Monate bedingte Strafe und etwas Bußgeld als eine WAHRE Frechheit empfinde. Viel zu niedrig. Dafür wie er das organistorisch Alles durchgeführt hat und noch zusätzlich sie ohne irgendetwas zurückgelassen hatte.


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