Boho schrieb:
Origines schrieb:Vermutlich hing seine Begleiterin bereits im Seil, unrettbar, als er sie verließ. Deswegen holte er keine Hilfe, wollte weg vom Ort des Geschehens und behauptete schließlich, er habe sie zurückgelassen, um sich und dann sie zu retten.
Das vermute ich auch und sie wird ein Stück hinter ihm gewesen sein - er wird nicht zu ihr zurück gegangen sein, da bin ich mir sicher. Deshalb hatte er auch keine Ahnung, wie ihre Position war - sonst hätte er nicht diese Plateau Geschichte gebracht.
Die WebCamera hat ja die Position ihrer Stirnlampen festgehalten. Und da hat sich wohl gezeigt, dass er sich bis 2h an derselben Position aufgehalten hat, bis er dann erst über den Gipfel zur Hütte stieg.
Ich würde vermuten, er hat behauptet sie auf einem Kletter-Plateau fixiert zu haben, weil sie zu geschwächt war um weiter zu gehen (sie wäre davor nur noch auf den Knien gerobbt behauptete er). weil er dachte, damit steht er noch am besten da. Er wollte es vermeiden zugeben zu müssen, dass er die Flaschenzug Technik nicht beherrscht, und nicht geschafft hat oder genug bemüht hat zu ihr abzuklettern, um sich wenigstens um die Decke zu kümmern.
Offensichtlich ist bei dieser DIY Persönlichkeit, die keine Alpin- Kurse besucht hat, alles ausgeblendet, verdrängt, was das Thema "Rettung" betrifft. - er beherrscht die Flaschenzug- Technik nicht, die es gebraucht hätte, um sie über den exponierten Felsen hochzuziehen, er hat keinen Biwacksack, der Tee ist gefroren, das Handy leise gestellt, er möchte mit dem Hubschrauber nichts zu tun haben- vermutlich wesentlich weil er befürchten muss, dass seine Versicherung die Einsatz-Kosten nicht abdeckt.
equinoxx schrieb:Damit würde sich jedenfalls auch erklären, warum er keine Maßnahmen getroffen hat, sie mit einer Decke etc. zu versorgen.
Die Frage ist da, wenn er sie sehr wohl in der Auffindesituation sah: hätte er überhaupt zu ihr alleine abklettern können, wenn sie von oder an einem exponierten Felsen im Seil hing, um an ihren Rucksack zu gelangen? Ich nehme an, dass sie in der Situation spätestens kommuniziert hätte, dass sie einen Biwacksack und Notfalldecke in ihrem Rucksack hat. Dass er das nicht wusste, klingt nach Ausrede.
klara.verstand schrieb:Auch hier benötige ich doch keinerlei Ausbildung oder Wissen, ich würde permanent Kontakt zu Rettungsdiensten suchen
Ihm war um 0.30 Uhr gesagt worden, dass kein Hubschrauber mehr fliegen kann. Er hätte sich ev. am Telefon erklären lasssen müssen, ob oder wie er einen Flaschenzug machen kann. Das ist aber auch eine Technik, die Übung braucht. Und das war ihm vielleicht peinlich oder wollte er vermeiden, oder fehlte Material dafür etc.
Beim Überflug zwei Stunden davor, haben sie sich immer abgewandt und sind weiter geklettert, wenn der Hubschrauber den Lichtkegel auf sie gerichtet hatte. Sie waren da nicht mehr so weit vom Gipfel, und noch ging es langsam vorwärts. Er musste davon ausgehen, dass der Rettungsflieger wegen ihnen angeflogen kam, und damit wollte er nichts zu tun haben, nicht nur weil ihm der Gedanke gerettet werden zu müssen peinlich war, sondern v.a. weil er die Kosten gefürchtet hat. Ich glaube er hat ihre Position im Seil gesehen, und weder er noch sie selbst konnten sie aus dieser "Blockade" im Seil hängend befreien. Somit wusste er, dass kaum mehr eine Chance war, sie zu befreien, außer es wäre zufällig in der Adlerhütte jemand gewesen, was auch sehr unwahrscheinlich war. Daher glaube ich, dass er bewusst dieses Gespräch mit der Bergrettung wage gehalten hat (von wegen Missverständnis, ob das ein Notruf war) und nicht mehr weiter den Kontakt gesucht hat. Er wusste, dass die momentan nichts mehr tun konnten, und wollte momentan lieber so tun als hätte er sie in keiner Weise beansprucht und wollte sie auch weiter nachts nicht beanspruchen. Sich selbst wusste er ja offensichtlich noch zu retten.
Vielleicht war sie um 2 Uhr, nach 1,5 Stunden im Seil dann auch schon tot, als er sie verließ um sich selbst zu retten.