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Todesdrama am Großglockner

332 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Sterbehilfe, Fahrlässige Tötung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Todesdrama am Großglockner

gestern um 22:44
Das ist alles sehr, sehr konfus. Es heißt, die Beiden wurden gegen 22:50 Uhr von einem Rettungshubschrauber über dem Gebiet gesichtet. Der Besatzung dieser Notfallrettung signalisierten sie jedoch, es sei alles ok, sie schaffen ihre Bergtour.

Nach Mitternacht wurden dann aber wohl doch die Rettungskräfte alarmiert. Allerdings war das Handy von Thomas danach ausgeschaltet oder er war anderweitig nicht erreichbar. Dann, gegen 02:00 Uhr morgens verließ er "angeblich im gegenseitigen Einvernehmen" seine Partnerin, um Hilfe zu holen. Nach mehr als 4 Stunden kehrte Thomas zu ihr zurück. Gegen 10 Uhr wird der leblose Körper von Kerstin geborgen.

Da bleiben so viele Fragen. Befand sie sich an einer steil abfallenden Hänge oder Wand, so dass es für ihn aussichtslos war, zu ihr zu gelangen? Sie selber war wahrscheinlich nicht mehr fähig, sich eigenständig vor der Kälte zu schützen, zB den Biwacksack aus dem Rucksack zu holen? Oder die gesamte Körperlage war so ungünstig.
Gegen 20:00 Uhr seien sie noch in einen Schneesturm geraten, las ich.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 23:03
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:Nach mehr als 4 Stunden kehrte Thomas zu ihr zurück.
Nein, er kehrte nicht zurück.

Er nahm den kürzesten Weg (über den Gipfel), fuhr zur Schutzhütte runter (ca 1 Std entfernt), um Hilfe zu holen. Er hoffte, andere Bergsteiger dort anzutreffen, um dann um 03:30 Uhr endlich die Rettung unmißverständlich zu verständigen.
Und das war eben viel zu spät, da um diese Uhrzeit bereits zu windig, als dass der Heli hätte helfen können, was ihm der Alpinpolizist um 0:35 wohl bereits sagte.
Da meinte T. aber noch, sie brauchten keine Hilfe.
Alles ganz furchtbar.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 23:07
Tod einer Bergsteigerin am Großglockner am 19.1.2025
Anklage gegen den Begleiter der Verstorbenen Die Staatsanwaltschaft hat gegen den 36-jährigen Alpinisten, der seine 33-jährige Freundin auf den Großglockner führen wollte, Anklage wegen des Vergehens der grob fahrlässigen Tötung erhoben.

Gegen 02.00 Uhr hat der Angeklagte seine Freundin schutzlos, entkräftet, unterkühlt und desorientiert zirka 50 m unterhalb des Gipfelkreuzes des Großglockner zurückgelassen. Die Frau ist erfroren.

Da der Angeklagte im Gegensatz zu seiner Freundin mit alpinen Hochtouren bereits sehr erfahren war und die Tour geplant hat, war er als verantwortlicher Führer der Tour anzusehen.

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck macht ihm mehrere Fehler zum Vorwurf:


1. Unerfahrenheit der Frau und herausfordernde winterliche Verhältnisse: Trotz der Unerfahrenheit der Frau, die noch nie eine alpine Hochtour in dieser Länge, Schwierigkeit und Höhenlage gemacht hat, und trotz der herausfordernden winterlichen Verhältnisse hat der Angeklagte mit ihr die alpine Hochtour auf den Großglockner über den Stüdlgrat im Winter unternommen.

2. zu spät gestartet: Der Angeklagte hat im Rahmen der Tourenplanung den Start der Tour rund zwei Stunden zu spät angesetzt.

3. keine Biwak-Notausrüstung: Der Angeklagte hat im Rahmen der Tourenplanung nicht mit einem Notfall gerechnet, sodass er keine ausreichende Biwak-Notausrüstung mitgeführt hat.

4. mit Splitboard und Snowboard-Softboots: Der Angeklagte hat es zugelassen, dass seine Freundin mit Splitboard und Snowboard-Softboots und damit eine für eine hochalpine Tour im kombinierten Gelände nicht geeignete Ausrüstung verwendet hat.

5. nicht rechtzeitig umgekehrt: Der Angeklagte hätte angesichts des starken bis stürmischen Windes mit Windgeschwindigkeiten bis zu 74 km/h sowie der Temperatur von ca. minus 8 Grad, was unter Berücksichtigung des „Windchill“-Effektes zu einem Kälteempfinden um minus 20 Grad führt, spätestens am sogenannten „Frühstücksplatzl“ umkehren müssen.

6. kein Notruf: Der Angeklagte hat es unterlassen, rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit einen Notruf abzusetzen.

7. keine Notsignale an den Hubschrauber: Obwohl der Angeklagte mir seiner Freundin de facto ab ca. 20:50 Uhr nicht mehr weitergekommen ist, hat er weiterhin keinen Notruf abgesetzt und auch beim Überflug eines Polizeihubschraubers um ca. 22:50 Uhr keine Notsignale abgegeben, sondern mit einer Verständigung der Rettungskräfte bis 03.30 Uhr zugewartet.

8. nicht mehr erreichbar: Nach mehreren Versuchen der Alpinpolizei, mit dem Angeklagten Kontakt aufzunehmen, hat er erstmals um 00:35 Uhr einen Alpinpolizisten angerufen. Obwohl der Inhalt des Gespräches unklar geblieben ist, nahm der Angeklagte nicht noch einmal Kontakt zu den Rettungskräften auf. Er hat sein Telefon auf lautlos gestellt und verstaut und daher weitere Anrufe der Alpinpolizei nicht mehr entgegen genommen.

9. keine Versorgung der Freundin: Der Angeklagte hat es unterlassen, seine Freundin an einen möglichst windgeschützten Platz zu bringen, um sie vor Wärmeverlust zu schützen. Bevor der Angeklagte seine Freundin gegen 02.00 Uhr zurückgelassen hat, hat er weder ihren Biwaksack noch die vorhandenen Alu-Rettungsdecken verwendet, um sie vor weiterer Auskühlung zu schützen oder ihr den schweren Rucksack samt Splitboard abgenommen.


Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens wurde ein gerichtsmedizinisches Gutachten eingeholt, Mobiltelefone, die Sportuhren der Verstorbenen und des Angeklagten, Lichtbilder und Videos ausgewertet sowie Zeugen vernommen.

Der Angeklagte hat im Ermittlungsverfahren schriftlich Stellung genommen und dabei ein Fehlverhalten in Abrede gestellt.

Abschließend hat ein alpintechnischer Sachverständiger unter Berücksichtigung sämtlicher Ermittlungsergebnisse ein Gutachten erstellt.

Das Vergehen der grob fahrlässigen Tötung ist mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren bedroht.
Quelle: https://www.justiz.gv.at/sta-innsbruck/staatsanwaltschaft-innsbruck/medienstelle/pressemitteilungen/tod-einer-bergsteigerin-am-grossglockner-am-19-1-2025.11a2.de.html


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 23:11
Zitat von m_mucm_muc schrieb:Und das war eben viel zu spät, da um diese Uhrzeit bereits zu windig, als dass der Heli hätte helfen können, was ihm der Alpinpolizist um 0:35 wohl bereits sagte.
Was meinte der Alpinpolizist damit? Dass es um ca. 00:30 Uhr (Zeitpunkt des Telefonats) bereits zu spät für eine Hilfe mit dem Heli war – oder dass es künftig (also drei Stunden später) zu windig sein würde?


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 23:17
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:Der Besatzung dieser Notfallrettung signalisierten sie jedoch, es sei alles ok, sie schaffen ihre Bergtour.
Das ist so mWn nicht gewesen - dieses Zeichen hätte darin bestanden, einen Arm seitlich nach unten zu halten, den anderen nach oben -> internationales Zeichen für NO ergo "Wir benötigen keine Hilfe".
Sie ignorierten den Heli aber einfach nur, nahmen weder Blickkontakt auf noch signalisierten sie irgendetwas. Ein Hilfesignal wäre gewesen, beide Arme zu heben (YES = Wir brauchen Hilfe).


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 23:29
Zitat von antheanthe schrieb:
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:Der Besatzung dieser Notfallrettung signalisierten sie jedoch, es sei alles ok, sie schaffen ihre Bergtour.
Das ist so mWn nicht gewesen - dieses Zeichen hätte darin bestanden, einen Arm seitlich nach unten zu halten, den anderen nach oben -> internationales Zeichen für NO ergo "Wir benötigen keine Hilfe".
Sie ignorierten den Heli aber einfach nur, nahmen weder Blickkontakt auf noch signalisierten sie irgendetwas. Ein Hilfesignal wäre gewesen, beide Arme zu heben (YES = Wir brauchen Hilfe).
@anthe
Ja stimmt, das ist richtig. Es war eine sprachliche Ungenauigkeit meinerseits!
Wie Notfallsignale bei einem Hubschraubereinsatz eingesetzt werden müssen, hatte ich mir gestern auch angesehen.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 23:38
Zitat von StreuselStreusel schrieb:Ob man zum Zeitpunkt des Hubschrauberüberflugs noch helfen hätte können, ist unklar.
Man hätte natürlich Essen&Trinken abwerfen können, wärmende Decken, ein Zelt und Gaskocher und ein Funkgerät. Sollten Sie nichts an Board haben hätten Sie es besorgt aber dafür brauchen Sie natürlich auch erstmal den Ansatz einer Kommunikation. Also da wäre definitiv noch sehr viel herauszuholen gewesen mMn.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 23:40
Zitat von m_mucm_muc schrieb:
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:Nach mehr als 4 Stunden kehrte Thomas zu ihr zurück.
Nein, er kehrte nicht zurück.

Er nahm den kürzesten Weg (über den Gipfel), fuhr zur Schutzhütte runter (ca 1 Std entfernt), um Hilfe zu holen. Er hoffte, andere Bergsteiger dort anzutreffen, um dann um 03:30 Uhr endlich die Rettung unmißverständlich zu verständigen.
Und das war eben viel zu spät, da um diese Uhrzeit bereits zu windig, als dass der Heli hätte helfen können, was ihm der Alpinpolizist um 0:35 wohl bereits sagte.
@m_muc
Danke für die Richtigstellung!

Dass er noch zu ihr zurückkehrte, las ich auf einer italienischen Seite,
okay, aber auch nur dort.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 23:42
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Hat sie da nur auf ihn gehört ?
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Warum merkte die angeblich so erfahrene Alpinistin nicht, das er ein ungeeigeter Anführer/ Partner für diese Tour war und folgte ihm blind
Anscheinend war er bei ihr mit einem Imponiergehabe erfolgreich. Das erste Jahr einer Beziehung, deren Beziehungsdynamik, psychologische Hintergründe, und Persönlichkeiten...
Zitat von m_mucm_muc schrieb:Der Angeklagte hat schon wenige Monata nach dem Unglück, im Sommer 2025,
wieder eine neue Begleiterin für die Berge gesucht.
Wenn's wahr ist, meldet sie das hoffentlich dem Staatsanwalt, und hat einen mail-Verkehr dazu gesichert.
Der Mann wirkt narzistisch. Hoffentlich nicht auch noch misogyn.

- Interessant, dass Reinhold Messner heute das Extrembergsteigen nicht nur als egoistisch, sondern als Dekadenzerscheinung (die möglich wurde durch eine Heroisierung über 200 Jahre) bezeichnet.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 23:46
Zitat von m_mucm_muc schrieb:Und das war eben viel zu spät, da um diese Uhrzeit bereits zu windig, als dass der Heli hätte helfen können, was ihm der Alpinpolizist um 0:35 wohl bereits sagte.
Da meinte T. aber noch, sie brauchten keine Hilfe.
Das ist einer der Widersprüche, einerseits kann der Hubschrauber angeblich nicht kommen, andererseits brauchen sie keine Hilfe. Wenn sie keine Hilfe brauchen, dann brauchen sie auch keinen Hubschrauber. Für den Einsatzleiter ist das eine anderer Lage, wenn sie noch selbst heruntergehen oder kampieren können, dann wird er nicht die Hubschrauberbesatzung losschicken und gefährden.

Wenn z.B. die Feuerwehr weiß, in einem Gebäude befinden sich Menschen und sind durch einen Brand unmittelbar gefährdet, da geht die Feuerwehr anders vor und zeigt eine andere Risikobereitschaft als wenn es nur um Sachschäden geht.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 23:49
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:@m_muc
Danke für die Richtigstellung!

Dass er noch zu ihr zurückkehrte, las ich auf einer italienischen Seite,
okay, aber auch nur dort.
Nachtrag:
Es ist der 18. Januar, als das Paar, das auf einem der mit 3.798 Metern höchsten Berge Österreichs Urlaub macht, beschließt, eine Wanderung zu unternehmen. Die beiden brechen mit einer Verspätung von zwei Stunden gegenüber ihrem Zeitplan auf. Eine Zeitspanne, die kurz erscheint, aber entscheidend ist, um einen so hohen Gipfel vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Gegen 20 Uhr wird das Paar von einem Schneesturm überrascht. 50 Meter vor dem Gipfel fühlt sich Gurtner unwohl und beginnt, unter Müdigkeit und Orientierungslosigkeit zu leiden, wie es bei Höhenkrankheit typisch ist. Es ist etwa 2 Uhr morgens am 19. Januar. Plamberger lässt seine Freundin ohne Schlafsack oder Thermodecken allein auf dem Gipfel zurück und kehrt zur Erzherzog-Johann-Hütte zurück, um Hilfe zu holen.

Mehr als vier Stunden vergehen, bis der 36-Jährige nach 6 Uhr morgens an genau die Stelle zurückkehrt, an der er die 33-Jährige zurückgelassen hat. Zu spät. Gurtner ist erfroren. Die Wetterbedingungen waren in der Tat besonders extrem, mit Spitzenwerten von -8 Grad und aufgrund des eisigen Windes gefühlten -20 Grad.


--
Österreich: Sie erfriert wenige Meter vor dem Gipfel. Ihr Begleiter wird wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.
https://europa.today.it/attualita/kerstin-gurtner-morta-assideramento-plamberger.html
© Today

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Quelle: https://europa.today.it/attualita/kerstin-gurtner-morta-assideramento-plamberger.html

Hervorhebung von mir.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 23:59
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Man hätte natürlich Essen&Trinken abwerfen können, wärmende Decken, ein Zelt und Gaskocher und ein Funkgerät.
Das bezweifle ich. So nah wird ein Pilot mitten in der Nacht und bei böigem Wind nicht an den Berg heranfliegen.


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Todesdrama am Großglockner

um 00:18
Die beiden trugen Sportuhren, theoretisch kann man, wenn der Puls aufgezeichnet wird, auch den Todeszeitpunkt feststellen.
Das vom Sachverständigen vorgelegte Diagramm (Auswertung der Sportuhren, die beide trugen) zeichnete ein Bild des kontinuierlichen Leistungsabfalls
https://www.bergsteigen.com/news/neuigkeiten/glockner-drama-urteil/

Dann ist da noch die Frage nach der Lampe seiner Freundin. Ab einem bestimmten Zeitpunkt kann man ihr Licht nicht mehr auf den Bildern sehen. Was ist mit ihrer Lampe passiert?


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