Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Todesdrama am Großglockner

1.241 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Sterbehilfe, Fahrlässige Tötung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Todesdrama am Großglockner

22.02.2026 um 22:44
Das ist alles sehr, sehr konfus. Es heißt, die Beiden wurden gegen 22:50 Uhr von einem Rettungshubschrauber über dem Gebiet gesichtet. Der Besatzung dieser Notfallrettung signalisierten sie jedoch, es sei alles ok, sie schaffen ihre Bergtour.

Nach Mitternacht wurden dann aber wohl doch die Rettungskräfte alarmiert. Allerdings war das Handy von Thomas danach ausgeschaltet oder er war anderweitig nicht erreichbar. Dann, gegen 02:00 Uhr morgens verließ er "angeblich im gegenseitigen Einvernehmen" seine Partnerin, um Hilfe zu holen. Nach mehr als 4 Stunden kehrte Thomas zu ihr zurück. Gegen 10 Uhr wird der leblose Körper von Kerstin geborgen.

Da bleiben so viele Fragen. Befand sie sich an einer steil abfallenden Hänge oder Wand, so dass es für ihn aussichtslos war, zu ihr zu gelangen? Sie selber war wahrscheinlich nicht mehr fähig, sich eigenständig vor der Kälte zu schützen, zB den Biwacksack aus dem Rucksack zu holen? Oder die gesamte Körperlage war so ungünstig.
Gegen 20:00 Uhr seien sie noch in einen Schneesturm geraten, las ich.


4x zitiertmelden

Todesdrama am Großglockner

22.02.2026 um 23:03
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:Nach mehr als 4 Stunden kehrte Thomas zu ihr zurück.
Nein, er kehrte nicht zurück.

Er nahm den kürzesten Weg (über den Gipfel), fuhr zur Schutzhütte runter (ca 1 Std entfernt), um Hilfe zu holen. Er hoffte, andere Bergsteiger dort anzutreffen, um dann um 03:30 Uhr endlich die Rettung unmißverständlich zu verständigen.
Und das war eben viel zu spät, da um diese Uhrzeit bereits zu windig, als dass der Heli hätte helfen können, was ihm der Alpinpolizist um 0:35 wohl bereits sagte.
Da meinte T. aber noch, sie brauchten keine Hilfe.
Alles ganz furchtbar.


3x zitiertmelden

Todesdrama am Großglockner

22.02.2026 um 23:07
Tod einer Bergsteigerin am Großglockner am 19.1.2025
Anklage gegen den Begleiter der Verstorbenen Die Staatsanwaltschaft hat gegen den 36-jährigen Alpinisten, der seine 33-jährige Freundin auf den Großglockner führen wollte, Anklage wegen des Vergehens der grob fahrlässigen Tötung erhoben.

Gegen 02.00 Uhr hat der Angeklagte seine Freundin schutzlos, entkräftet, unterkühlt und desorientiert zirka 50 m unterhalb des Gipfelkreuzes des Großglockner zurückgelassen. Die Frau ist erfroren.

Da der Angeklagte im Gegensatz zu seiner Freundin mit alpinen Hochtouren bereits sehr erfahren war und die Tour geplant hat, war er als verantwortlicher Führer der Tour anzusehen.

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck macht ihm mehrere Fehler zum Vorwurf:


1. Unerfahrenheit der Frau und herausfordernde winterliche Verhältnisse: Trotz der Unerfahrenheit der Frau, die noch nie eine alpine Hochtour in dieser Länge, Schwierigkeit und Höhenlage gemacht hat, und trotz der herausfordernden winterlichen Verhältnisse hat der Angeklagte mit ihr die alpine Hochtour auf den Großglockner über den Stüdlgrat im Winter unternommen.

2. zu spät gestartet: Der Angeklagte hat im Rahmen der Tourenplanung den Start der Tour rund zwei Stunden zu spät angesetzt.

3. keine Biwak-Notausrüstung: Der Angeklagte hat im Rahmen der Tourenplanung nicht mit einem Notfall gerechnet, sodass er keine ausreichende Biwak-Notausrüstung mitgeführt hat.

4. mit Splitboard und Snowboard-Softboots: Der Angeklagte hat es zugelassen, dass seine Freundin mit Splitboard und Snowboard-Softboots und damit eine für eine hochalpine Tour im kombinierten Gelände nicht geeignete Ausrüstung verwendet hat.

5. nicht rechtzeitig umgekehrt: Der Angeklagte hätte angesichts des starken bis stürmischen Windes mit Windgeschwindigkeiten bis zu 74 km/h sowie der Temperatur von ca. minus 8 Grad, was unter Berücksichtigung des „Windchill“-Effektes zu einem Kälteempfinden um minus 20 Grad führt, spätestens am sogenannten „Frühstücksplatzl“ umkehren müssen.

6. kein Notruf: Der Angeklagte hat es unterlassen, rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit einen Notruf abzusetzen.

7. keine Notsignale an den Hubschrauber: Obwohl der Angeklagte mir seiner Freundin de facto ab ca. 20:50 Uhr nicht mehr weitergekommen ist, hat er weiterhin keinen Notruf abgesetzt und auch beim Überflug eines Polizeihubschraubers um ca. 22:50 Uhr keine Notsignale abgegeben, sondern mit einer Verständigung der Rettungskräfte bis 03.30 Uhr zugewartet.

8. nicht mehr erreichbar: Nach mehreren Versuchen der Alpinpolizei, mit dem Angeklagten Kontakt aufzunehmen, hat er erstmals um 00:35 Uhr einen Alpinpolizisten angerufen. Obwohl der Inhalt des Gespräches unklar geblieben ist, nahm der Angeklagte nicht noch einmal Kontakt zu den Rettungskräften auf. Er hat sein Telefon auf lautlos gestellt und verstaut und daher weitere Anrufe der Alpinpolizei nicht mehr entgegen genommen.

9. keine Versorgung der Freundin: Der Angeklagte hat es unterlassen, seine Freundin an einen möglichst windgeschützten Platz zu bringen, um sie vor Wärmeverlust zu schützen. Bevor der Angeklagte seine Freundin gegen 02.00 Uhr zurückgelassen hat, hat er weder ihren Biwaksack noch die vorhandenen Alu-Rettungsdecken verwendet, um sie vor weiterer Auskühlung zu schützen oder ihr den schweren Rucksack samt Splitboard abgenommen.


Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens wurde ein gerichtsmedizinisches Gutachten eingeholt, Mobiltelefone, die Sportuhren der Verstorbenen und des Angeklagten, Lichtbilder und Videos ausgewertet sowie Zeugen vernommen.

Der Angeklagte hat im Ermittlungsverfahren schriftlich Stellung genommen und dabei ein Fehlverhalten in Abrede gestellt.

Abschließend hat ein alpintechnischer Sachverständiger unter Berücksichtigung sämtlicher Ermittlungsergebnisse ein Gutachten erstellt.

Das Vergehen der grob fahrlässigen Tötung ist mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren bedroht.
Quelle: https://www.justiz.gv.at/sta-innsbruck/staatsanwaltschaft-innsbruck/medienstelle/pressemitteilungen/tod-einer-bergsteigerin-am-grossglockner-am-19-1-2025.11a2.de.html


melden

Todesdrama am Großglockner

22.02.2026 um 23:11
Zitat von m_mucm_muc schrieb:Und das war eben viel zu spät, da um diese Uhrzeit bereits zu windig, als dass der Heli hätte helfen können, was ihm der Alpinpolizist um 0:35 wohl bereits sagte.
Was meinte der Alpinpolizist damit? Dass es um ca. 00:30 Uhr (Zeitpunkt des Telefonats) bereits zu spät für eine Hilfe mit dem Heli war – oder dass es künftig (also drei Stunden später) zu windig sein würde?


1x zitiertmelden

Todesdrama am Großglockner

22.02.2026 um 23:17
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:Der Besatzung dieser Notfallrettung signalisierten sie jedoch, es sei alles ok, sie schaffen ihre Bergtour.
Das ist so mWn nicht gewesen - dieses Zeichen hätte darin bestanden, einen Arm seitlich nach unten zu halten, den anderen nach oben -> internationales Zeichen für NO ergo "Wir benötigen keine Hilfe".
Sie ignorierten den Heli aber einfach nur, nahmen weder Blickkontakt auf noch signalisierten sie irgendetwas. Ein Hilfesignal wäre gewesen, beide Arme zu heben (YES = Wir brauchen Hilfe).


1x zitiertmelden

Todesdrama am Großglockner

22.02.2026 um 23:29
Zitat von antheanthe schrieb:
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:Der Besatzung dieser Notfallrettung signalisierten sie jedoch, es sei alles ok, sie schaffen ihre Bergtour.
Das ist so mWn nicht gewesen - dieses Zeichen hätte darin bestanden, einen Arm seitlich nach unten zu halten, den anderen nach oben -> internationales Zeichen für NO ergo "Wir benötigen keine Hilfe".
Sie ignorierten den Heli aber einfach nur, nahmen weder Blickkontakt auf noch signalisierten sie irgendetwas. Ein Hilfesignal wäre gewesen, beide Arme zu heben (YES = Wir brauchen Hilfe).
@anthe
Ja stimmt, das ist richtig. Es war eine sprachliche Ungenauigkeit meinerseits!
Wie Notfallsignale bei einem Hubschraubereinsatz eingesetzt werden müssen, hatte ich mir gestern auch angesehen.


melden

Todesdrama am Großglockner

22.02.2026 um 23:38
Zitat von StreuselStreusel schrieb:Ob man zum Zeitpunkt des Hubschrauberüberflugs noch helfen hätte können, ist unklar.
Man hätte natürlich Essen&Trinken abwerfen können, wärmende Decken, ein Zelt und Gaskocher und ein Funkgerät. Sollten Sie nichts an Board haben hätten Sie es besorgt aber dafür brauchen Sie natürlich auch erstmal den Ansatz einer Kommunikation. Also da wäre definitiv noch sehr viel herauszuholen gewesen mMn.


1x zitiertmelden

Todesdrama am Großglockner

22.02.2026 um 23:40
Zitat von m_mucm_muc schrieb:
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:Nach mehr als 4 Stunden kehrte Thomas zu ihr zurück.
Nein, er kehrte nicht zurück.

Er nahm den kürzesten Weg (über den Gipfel), fuhr zur Schutzhütte runter (ca 1 Std entfernt), um Hilfe zu holen. Er hoffte, andere Bergsteiger dort anzutreffen, um dann um 03:30 Uhr endlich die Rettung unmißverständlich zu verständigen.
Und das war eben viel zu spät, da um diese Uhrzeit bereits zu windig, als dass der Heli hätte helfen können, was ihm der Alpinpolizist um 0:35 wohl bereits sagte.
@m_muc
Danke für die Richtigstellung!

Dass er noch zu ihr zurückkehrte, las ich auf einer italienischen Seite,
okay, aber auch nur dort.


1x zitiertmelden

Todesdrama am Großglockner

22.02.2026 um 23:42
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Hat sie da nur auf ihn gehört ?
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Warum merkte die angeblich so erfahrene Alpinistin nicht, das er ein ungeeigeter Anführer/ Partner für diese Tour war und folgte ihm blind
Anscheinend war er bei ihr mit einem Imponiergehabe erfolgreich. Das erste Jahr einer Beziehung, deren Beziehungsdynamik, psychologische Hintergründe, und Persönlichkeiten...
Zitat von m_mucm_muc schrieb:Der Angeklagte hat schon wenige Monata nach dem Unglück, im Sommer 2025,
wieder eine neue Begleiterin für die Berge gesucht.
Wenn's wahr ist, meldet sie das hoffentlich dem Staatsanwalt, und hat einen mail-Verkehr dazu gesichert.
Der Mann wirkt narzistisch. Hoffentlich nicht auch noch misogyn.

- Interessant, dass Reinhold Messner heute das Extrembergsteigen nicht nur als egoistisch, sondern als Dekadenzerscheinung (die möglich wurde durch eine Heroisierung über 200 Jahre) bezeichnet.


1x zitiertmelden

Todesdrama am Großglockner

22.02.2026 um 23:46
Zitat von m_mucm_muc schrieb:Und das war eben viel zu spät, da um diese Uhrzeit bereits zu windig, als dass der Heli hätte helfen können, was ihm der Alpinpolizist um 0:35 wohl bereits sagte.
Da meinte T. aber noch, sie brauchten keine Hilfe.
Das ist einer der Widersprüche, einerseits kann der Hubschrauber angeblich nicht kommen, andererseits brauchen sie keine Hilfe. Wenn sie keine Hilfe brauchen, dann brauchen sie auch keinen Hubschrauber. Für den Einsatzleiter ist das eine anderer Lage, wenn sie noch selbst heruntergehen oder kampieren können, dann wird er nicht die Hubschrauberbesatzung losschicken und gefährden.

Wenn z.B. die Feuerwehr weiß, in einem Gebäude befinden sich Menschen und sind durch einen Brand unmittelbar gefährdet, da geht die Feuerwehr anders vor und zeigt eine andere Risikobereitschaft als wenn es nur um Sachschäden geht.


melden

Todesdrama am Großglockner

22.02.2026 um 23:49
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:@m_muc
Danke für die Richtigstellung!

Dass er noch zu ihr zurückkehrte, las ich auf einer italienischen Seite,
okay, aber auch nur dort.
Nachtrag:
Es ist der 18. Januar, als das Paar, das auf einem der mit 3.798 Metern höchsten Berge Österreichs Urlaub macht, beschließt, eine Wanderung zu unternehmen. Die beiden brechen mit einer Verspätung von zwei Stunden gegenüber ihrem Zeitplan auf. Eine Zeitspanne, die kurz erscheint, aber entscheidend ist, um einen so hohen Gipfel vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Gegen 20 Uhr wird das Paar von einem Schneesturm überrascht. 50 Meter vor dem Gipfel fühlt sich Gurtner unwohl und beginnt, unter Müdigkeit und Orientierungslosigkeit zu leiden, wie es bei Höhenkrankheit typisch ist. Es ist etwa 2 Uhr morgens am 19. Januar. Plamberger lässt seine Freundin ohne Schlafsack oder Thermodecken allein auf dem Gipfel zurück und kehrt zur Erzherzog-Johann-Hütte zurück, um Hilfe zu holen.

Mehr als vier Stunden vergehen, bis der 36-Jährige nach 6 Uhr morgens an genau die Stelle zurückkehrt, an der er die 33-Jährige zurückgelassen hat. Zu spät. Gurtner ist erfroren. Die Wetterbedingungen waren in der Tat besonders extrem, mit Spitzenwerten von -8 Grad und aufgrund des eisigen Windes gefühlten -20 Grad.


--
Österreich: Sie erfriert wenige Meter vor dem Gipfel. Ihr Begleiter wird wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.
https://europa.today.it/attualita/kerstin-gurtner-morta-assideramento-plamberger.html
© Today

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Quelle: https://europa.today.it/attualita/kerstin-gurtner-morta-assideramento-plamberger.html

Hervorhebung von mir.


melden

Todesdrama am Großglockner

22.02.2026 um 23:59
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Man hätte natürlich Essen&Trinken abwerfen können, wärmende Decken, ein Zelt und Gaskocher und ein Funkgerät.
Das bezweifle ich. So nah wird ein Pilot mitten in der Nacht und bei böigem Wind nicht an den Berg heranfliegen.


melden

Todesdrama am Großglockner

23.02.2026 um 00:18
Die beiden trugen Sportuhren, theoretisch kann man, wenn der Puls aufgezeichnet wird, auch den Todeszeitpunkt feststellen.
Das vom Sachverständigen vorgelegte Diagramm (Auswertung der Sportuhren, die beide trugen) zeichnete ein Bild des kontinuierlichen Leistungsabfalls
https://www.bergsteigen.com/news/neuigkeiten/glockner-drama-urteil/

Dann ist da noch die Frage nach der Lampe seiner Freundin. Ab einem bestimmten Zeitpunkt kann man ihr Licht nicht mehr auf den Bildern sehen. Was ist mit ihrer Lampe passiert?


1x zitiertmelden

Todesdrama am Großglockner

23.02.2026 um 00:33
Zitat von EichhörnchenEichhörnchen schrieb:Kann jemand die Lampe von Kerstin irgendwo links am stüdlgrat erkennen?
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Hier denke ich:

IMG 2086
Ich denke, ich habe mich getäuscht, das ist wohl doch nur eine Schneeplatte. Ich habe dieses Bild mit anderen verglichen und die Lampe sieht man zuletzt etwas weiter unten.


1x zitiertmelden

Todesdrama am Großglockner

23.02.2026 um 00:38
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Ich habe dieses Bild mit anderen verglichen
Wie könnt ihr da nach 22.30 Uhr überhaupt noch etwas erkennen, die Fotos sind dann doch für Stunden so hell wie am Tag? Hat das eigentlich etwas mit dieser Tragödie zu tun, denn genau diese Stunden wären am interessantesten?


melden

Todesdrama am Großglockner

23.02.2026 um 00:45
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Anscheinend war er bei ihr mit einem Imponiergehabe erfolgreich. Das erste Jahr einer Beziehung, deren Beziehungsdynamik, psychologische Hintergründe, und Persönlichkeiten...
Ich finde es komplett unprofessionell mitten im Winter los zu ziehen mit jemanden mit dem man noch nie Touren geklettert ist und zudem noch eine private Beziehung hat, die auch noch nicht so lange andauert.
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:- Interessant, dass Reinhold Messner heute das Extrembergsteigen nicht nur als egoistisch, sondern als Dekadenzerscheinung (die möglich wurde durch eine Heroisierung über 200 Jahre) bezeichnet.
Da hat er doch Recht. Manch abenteuerlustige Millionär, will sich selbst etwas beweisen und klettert im Himalaja herrum. Tonnen von Müll zurück lassend.

Ich schätze den Verurteilten so ein, das er von persönlichem Ehrgeiz getrieben den Aufstieg fortsetzte.
Obwohl ja für die ganz blöden am Frühstücksplatz geschrieben stand, das man besser umkehren sollte, wenn man mehr als 3 Stunden im Verzug ist, setzten die beiden den Aufstieg fort.

Seine Begleiterin auch Alpinistin mit Erfahrung ,musste das auch irgendwie aufgefallen sein und sie die Umkehr zumindest in Erwägung gezogen haben.
Sie mussten doch auch am Frühstücksplatz nachgerechnet und bemerkt haben, das sie eh nicht mehr im Hellen auf den Gipfel kommen.
Hat sie, ganz unprofessionell, seinem Ehrgeiz folgend mitgezogen ?
Oder hat sie erst im letzten Stück diese gesundheitlichen Probleme bekommen.
Wie dem auch sei: Er, als der erfahrenere von Beiden , vor allem bei winterlichen Touren,hat von Anfang an einen Fehler nach dem anderen begangen.
In der Menge der Fehler, kann man nur von grob fahrlässigem Verhalten sprechen, wobei die Geschädigte eine erhebliche Eigenverantwortung hatte.


2x zitiertmelden

Todesdrama am Großglockner

23.02.2026 um 00:56
Zitat von parabolparabol schrieb:Dann ist da noch die Frage nach der Lampe seiner Freundin. Ab einem bestimmten Zeitpunkt kann man ihr Licht nicht mehr auf den Bildern sehen. Was ist mit ihrer Lampe passiert?
Um 2 uhr 30 ist kein Lichtkegel mehr zu erkennen, nur noch der des Angeklagten. Seltsam, dass das während des Prozesses nicht angesprochen wurde, was mit der Lampe der Frau passiert ist.

104471235-15573567-An image captured at
https://www.dailymail.co.uk/news/article-15573567/Climber-left-girlfriend-freeze-death-Austrian-mountain-insists-told-denies-manslaughter.html


2x zitiertmelden

Todesdrama am Großglockner

23.02.2026 um 00:59
Zitat von parabolparabol schrieb:Um 2 uhr 30 ist kein Lichtkegel mehr zu erkennen, nur noch der des Angeklagten. Seltsam, dass das während des Prozesses nicht angesprochen wurde, was mit der Lampe der Frau passiert ist.
Das ist auf der anderen Seite. Er ist gerade am Abstieg. Seine Freundin hat die andere Seite nicht erreicht.


1x zitiertmelden

Todesdrama am Großglockner

23.02.2026 um 01:08
Jetzt habe ich auch so lange gebraucht, um die Windsituation zusammenzusuchen ... keine Ahnung, ob das momentan noch für Euch relevant ist - aber ich hab mein Bestes gegeben. ;)
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Was meinte der Alpinpolizist damit? Dass es um ca. 00:30 Uhr (Zeitpunkt des Telefonats) bereits zu spät für eine Hilfe mit dem Heli war – oder dass es künftig (also drei Stunden später) zu windig sein würde?
Windig war es wohl bereits den ganzen Tag, je weiter nach oben um so windiger ...
Aus dem ganzen Prozess geht hervor, daß zum Zeitpunkt als dann wirklich Hilfe angefordert wurde, nämlich ab 03:30 Uhr der Heli Einsatz aufgrund starken Windes erschwert war.
Geborgen wurde K. ja auch erst am Morgen, ich meine gegen 10 Uhr.


Wen es interessiert, der schaut einfach mal im Der Standard, dort findet man den gesamten Prozessablauf, alle Zeugenaussagen, die Sachverständigen, die Gendarmen am Berg etc.
Die Befragung erfolgte logischerweise den Unglückstag betreffend auch nicht chronologisch.

https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000308718/1000400983/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet


ZB
Maximilian Werner 19.2.2026, 11:50
"Ich habe sie an diesem Punkt nicht zurückgelassen"
...
Jetzt zur Rettungskette: Um 3 Uhr 30 sei er in einem Telefonat mit einem Alpinpolizisten gefragt worden, ob er noch aufsteigen könne. Der Angeklagte habe verneint und gesagt, dass er sich bei der Adlersruhe – in einem Schutzraum – ausruhen müsse und es vielleicht ein, zwei Stunden später nochmals versuchen könne. Dabei habe er angeregt, einen Hubschrauber zu schicken.
Quelle:
https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000308718/1000401053/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet

---
Maximilian Werner 19.2.2026, 12:01
"Haben Sie überlegt, sie an einen windgeschützten Platz zu bringen?", fragt der Staatsanwalt.

Die Antwort: "Wie gesagt, na, das war eine Stresssituation" Ein windgeschützter Platz wäre zudem nur "an der steilen Ostwand oder der steilen Westwand" zu finden gewesen – und die Verstorbene dort hinzubringen, wäre zu riskant gewesen.

Der Angeklagte wiederholt, dass er davon ausgegangen sei, dass die Rettungskette spätestens seit dem ersten Telefonat um 0 Uhr 30 in Gang gesetzt worden sei.
Quelle:
https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000308718/1000401058/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet

---
Maximilian Werner 19.2.2026, 15:06
Der nächste Bergsteiger ...
... ist als Zeuge im Landesgericht zu Gast. Er sei auf der Normalroute in Richtung Gipfel unterwegs gewesen. Der Wind sei "schon sehr stark" gewesen, auch aufgrund dessen habe er seine Tour auf Höhe des Glocknerleitls abgebrochen. Der Zeuge traf am Berg auf die Verstorbene und den Angeklagten. Man habe sich "bissl über die Bergwelt unterhalten", er habe sich mit dem Angeklagen ausgetauscht: "Es war ein interessantes und ein feines Gespräch".
...

Quelle:
https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000308718/1000401135/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet

---
Maximilian Werner 19.2.2026, 15:16
Sprechen sich die Zeugen ab?
...
Dem Zeugen seien mehrere Menschen von oben entgegenkommen, er habe die Tour aber fortgesetzt. Gegen 13 Uhr sei ihm dann von seiner Partnerin gesagt worden, dass sie die Tour abbrechen wolle – vor allem wegen des starken Windes, die sei fast weggeweht worden. Daraufhin hätten sie die Tour abgebrochen.
...

Quelle:
https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000308718/1000401139/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet

---
Maximilian Werner 19.2.2026, 15:54
Mit dem Hubschrauber unterwegs
Der nächste Zeuge ist da, er war in dieser Nacht in Salzburg im Rahemn der Flugpolizei im Hubschraubereinsatz und habe gegen 22 Uhr eine Meldung über eine "unklare Situation am Stüdlgrat" bekommen. Daraufhin habe er "einen sehr genauen Wettercheck" gemacht.
Quelle:
https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000308718/1000401149/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet

Im Ticker direkt danach/darunter:
Maximilian Werner 19.2.2026, 15:59
Den Helikopter sichtbar machen
"Unsere Überlegung war ja: Vielleicht hört man uns aufgrund des starken Windes nicht." Also hätte man versucht, den Helikopter mit einem starken Scheinwerfer sichtbar zu machen:
...

(Meine Anmerkung: Das war zum vorherigen Post gegen 22 Uhr!)

Quelle:
https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000308718/1000401150/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet

---
Maximilian Werner 19.2.2026, 16:03
Wieder eine Uniform
Und sogleich folgt der nächste Flugpolizist, ein Revierinspektor, als Zeuge im Gerichtssaal. Er war an besagtem Abend als Co-Pilot im Dienst. Während des Einsatzes kümmerte er sich um den Funk. "Position: Vorne links, nehme ich an?", fragt der Richter. Der Zeuge bejaht.

Es sei "sehr sehr windig" gewesen, man wollte den Einsatz aber versuchen. Beim Überflug des Angeklagten und der Verstorbenen sei man sich nicht sicher gewesen, ob die beiden den Hubschrauber wahrnehmen. "Dort konnte man erkennen, dass sie sich immer, wenn der Suchscheinwerfer auf sie gerichtet war, wegdrehen und weiterklettern."
...

Quelle:
https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000308718/1000401151/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet

---
---
Maximilian Werner 19.2.2026, 19:13
VanGoth 0 19.2.2026, 19:13
Das ist jetzt der Alpinpolizist, mit dem um 0.30 Uhr telefoniert wurde.
exakt, danke für die Ergänzung.
Quelle:
https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000308718/1000401208/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet

dazu gehörig
Maximilian Werner 19.2.2026, 19:16
Über Facebook kontaktiert
Die Identität des Angeklagten habe er, der Zeuge, herausgefunden, indem er das Kennzeichen des einzigen Autos am Parkplatz abfragte. Daraufhin habe er dem Angeklagten über Facebook eine Nachricht geschrieben, um eine Rückmeldung gebeten und seine Telefonnummer dazu geschrieben. Er habe dann auch WhatsApp und SMS geschickt.

Er habe Kollegen informiert, dass eine Notsituation am Stüdlgrat entstehen könne und dass diese sich auf einen möglichen Einsatz vorbereiten sollten. Anhand der Webcam-Bilder habe man "sagen können, dass Fortschritt am Grat vorhanden ist". Gegen 21 Uhr 45 sei der Lichtpunkt "relativ lange stationär" gewesen, daraufhin habe der Zeuge die Libelle – also den Hubschrauber – für eine Abklärung angefordert.
Quelle:
https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000308718/1000401209/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet

UND
Maximilian Werner 19.2.2026, 19:20
"Es ist alles in Ordnung"
Jetzt geht es um das Telefonat, das der nunmehrige Angeklagte mit dem jetzigen Zeugen führte. Sein Telefon habe um 0 Uhr 35 geklingelt, der Angeklagte bestätigte seine Identität und führte aus, dass seine Begleiterin unterhalb des Gipfelkreuzes sei.

Der Zeuge habe hinterfragt, warum der Angeklagte und die Verstorbene nicht auf den Hubschrauber reagierte. Der Angeklagte habe am Telefon gesagt: "WIr brauchen heroben nichts vom Hubschrauber, es ist alles in Ordnung."
...
...
...

Quelle:
https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000308718/1000401210/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet
Maximilian Werner 19.2.2026, 19:25
"Definitiv kein Notruf"
"Das war definitiv kein Notruf. Das war definitiv keine Mitteilung, dass eine Notsituation vorherrscht", sagt der Alpinpolizist über das Telefonat um 0 Uhr 35.

"Für mich wäre das kein großer Aufwand gewesen, die weiteren Schritte in Gang zu setzen", sagt der Polizist, für den Fall, dass ihm deutlich gemacht worden wäre, dass Notfallunterstützung gebraucht wird.

Der Angeklagte führte vorhin (vor einigen Stunden aus), dass er davon ausging, mit diesem Telefonat die Notfallkette in Gang gesetzt zu haben.
Quelle:
https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000308718/1000401212/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet
Maximilian Werner 19.2.2026, 19:29
Rettungskette in Gang gesetzt
Nach 1 Uhr habe der Zeuge den Angeklagten noch per WhatsApp über den Winterschutzraum unter dem Gipfel informiert.

Danach habe der Zeuge geschlafen, gegen 3 Uhr 20 bzw. 3 Uhr 30 habe er allerdings einen Anruf des Angeklagten bekommen. Die Information darin sei gewesen, "dass wir uns in der Adlersruhe befinden". Der Zeuge habe zunächst gedacht, dass "alles in Ordnung" sei. Dann habe der Angeklagte doch mitgeteilt, dass er seine Freundin zurücklassen musste.

Daraufhin setzte der Zeuge laut eigenen Angaben die Rettungskette in Gang.
Quelle:
https://www.derstandard.at/jetzt/livebericht/3000000308718/1000401213/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet


1x zitiertmelden

Todesdrama am Großglockner

23.02.2026 um 01:09
Zitat von StreuselStreusel schrieb:Das ist auf der anderen Seite. Er ist gerade am Abstieg. Seine Freundin hat die andere Seite nicht erreicht.
Von 0 Uhr, da sollen sie kampiert haben, gibts ein Bild, das ist noch sein oder ihr Licht zu sehen. Die haben dann längere Zeit sich nicht bewegt, schließlich ist der Angeklagte abgestiegen.
https://www.heute.at/g/bilder-webcam-filmte-todes-drama-am-grossglockner-mit-120085172

8f5ee06f-c73f-42c1-b32f-4e28d076cb3a


2x zitiertmelden