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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

269 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: England, Krankenschwester, Lucy ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

06.06.2026 um 13:04
Was ist denn mit dem Foto? Was soll daran so schlimm sein? Habe ich die Begründung dafür überlesen? Weil sie nach der Decke gegriffen hat? Als Kinderkrankenschwester?
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Auch wenn das Starren eine harmlose Marotte Lucy Letbys sein könnte (wir haben schon über diese Möglichkeit diskutiert), warum sollte eine Unschuldige den traumatisierten Vater zweier betroffener Kinder unaufhörlich anstarren?
Und warum sollte eine Schuldige den traumatisierten Vater zweier betroffener Kinder unaufhörlich anstarren? Will damit sagen: ja, es ist merkwürdig. Aber was sagt das über Schuld oder Unschuld aus?


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

09.06.2026 um 02:33
@redsherlock
du versteifst dich zu sehr auf das Anstarren. Dabei ist dies nur EIN Aspekt von vielen, der diese Frau verdächtigt macht. Die Summe ihrer psychischen Merkwürdigkeiten ist schon enorm.

Reicht natürlich nicht für eine Verurteilung. Es kommen noch diverse verdächtige Beobachtungen von Zeugen und (für mich der wichtigste Aspekt) die Häufung von Todesfällen oder fast Todesfällen mit dieser Person hinzu.

Was ich noch total bescheuert finde: Ganz England ist zugepflastert mit Kameras aber ausgerechnet da, wo es Sinn macht, ist keine erlaubt 🙈


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

09.06.2026 um 06:44
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Was ist denn mit dem Foto? Was soll daran so schlimm sein? Habe ich die Begründung dafür überlesen? Weil sie nach der Decke gegriffen hat? Als Kinderkrankenschwester?
Verstehe es auch nicht richtig.
Nachdem sie ein „erschreckendes“ Foto von Alvin und Letby bei seiner Taufe entdeckt hatte, hat Frau Morris nun gefordert, die Ermittlungen zu seinem Tod wieder aufzunehmen.
Kann da auch nichts derartig Erschreckendes erkennen.

Quelle: https://www.standard.co.uk/news/uk/lucy-letby-emily-morris-alvin-death-countess-chester-hospital-killer-b1104933.html

Sie kämpfen einen verzweifelten Kampf:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb am 06.06.2026:Emily Morris hegte bereits 2013 einen Verdacht gegen Letby. Sie fand deren Verhalten so ungewöhnlich, dass sie sich laut eigenem Bekunden noch vor dem Tod ihres Sohnes Alvin – vergeblich – an das Krankenhaus wandte.

2018 wurde der Todesfall dann im Zuge der Letby-Ermittlungen ("Operation Hummingbird") von der Cheshire Police untersucht, man konnte aber keinerlei verdächtige Sterbeumstände erkennen, da das Kind unter Muskeldystrophie litt.

Nichtsdestotrotz machte Emily Morris den Tod ihres Sohnes 2023 mit an Letby gerichteten Vorwürfen öffentlich und forderte eine neuerliche Untersuchung. Die Cheshire Police kam aber zu keiner anderen Einschätzung des Sachverhalts als 2018.



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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

09.06.2026 um 14:03
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb am 06.06.2026:Was ist denn mit dem Foto? Was soll daran so schlimm sein? Habe ich die Begründung dafür überlesen? Weil sie nach der Decke gegriffen hat? Als Kinderkrankenschwester?
Zitat von soomasooma schrieb:Verstehe es auch nicht richtig.
Zitat von soomasooma schrieb:Kann da auch nichts derartig Erschreckendes erkennen.
Das mit dem Photo ist natürlich albern, aber die Frau sagt ja noch mehr über Letby. Steht alles in meinem Beitrag, @redsherlock, ausführlichst, siehe
Beitrag von Cpt.Germanica (Seite 13).

Scheinbar hat das Photo vor allem die Erinnerung bei Frau Morris wieder geweckt und der Rest dazu (Decke) ist vielleicht von der Presse nur falsch wieder gegeben worden; so oder so aber erlässlich, weil da eben noch mehr war woran die Frau sich gestört hat.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

09.06.2026 um 15:26
@Cpt.Germanica
Geht, aus Deinen persönlichen Recherchen zum Fall hervor, was die genaue Todesursache des Babys Alvin war? Zumindest die Frage müsste sich doch noch klären lassen.
Ein Baby mit dieser Diagnose ( Muskelschwund), da muss es doch Dokumentationen dazu geben, zb wie man die Lebenserwartung einschätzt.
Das Trauma dieser Eltern, die bereits damals unangenehme Gefühle hatten, angesichts der übereifrigen Frau Letby. Dafür entwickeln Eltern doch Sensoren, da sie ja schließlich die medizinische Betreuung ihres Babys, in die Hände von fremden Personal abgeben müssen.
Ich denke, die Mutter macht sich uG heute noch selbst schwere Vorwürfe, dass sie nicht hartnäckig genug geblieben ist, mit ihrem Bauchgefühl.
Warscheinlich stehen heute die Chancen, auf Aufklärung der Todesumstände noch schlechter, als 2013 oder 2018. Aber ich kann die Eltern sehr gut verstehen. Man bedenke, der Tod dieses Babys hätte ja der Auftakt gewesen sein können, zu dem was danach dann geradezu eskalierte.
Die Sache mit dem starren Blick? Darüber haben wir schon geredet. Sie ist damit nicht alleine. Die Verarbeitung von Informationen funktioniert bei ihr evtl etwas verzögert, langsamer. Es gibt als Kontrast dazu Menschen, die nur schwer überhaupt Blickkontakt halten können.
Solche Besonderheiten, sollten allerdings nicht als evidence für Schuldgefühle oder der Abwesenheit von Schuldgefühlen, genutzt werden.

Allerdings, wenn man so rückblickend, das Puzzle an „ Besonderheiten“, an genau dieser Kinderkrankenschwester betrachtet… dann ist das schon beunruhigend. Zu viel Pflichterfüllung, Übererfüllung, was weit über dem erforderlichen lag.
Die Frau hatte eine Übergriffigkeit, die schon recht auffällig ist. Immer da zur rechten Zeit, alle Hände frei um ungefragt zu helfen.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

09.06.2026 um 16:27
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Allerdings, wenn man so rückblickend, das Puzzle an „ Besonderheiten“, an genau dieser Kinderkrankenschwester betrachtet… dann ist das schon beunruhigend. Zu viel Pflichterfüllung, Übererfüllung, was weit über dem erforderlichen lag.
Die Frau hatte eine Übergriffigkeit, die schon recht auffällig ist. Immer da zur rechten Zeit, alle Hände frei um ungefragt zu helfen.
Man kann es aber auch umgekehrt sehen. Dass ihr Verhalten jetzt, wo sie als Massenkindermörderin verurteilt ist, als Zeichen oder Bestätigungen für ihre mörderischen Absichten ausgelegt wird. Die Aussagen der Mutter Emily Morris in den Zeitungen erscheinen mir doch ein wenig schwammig und rechtfertigen m. E. allein auch keine juristische Verdächtigung.

Ich kenne ja ihr 'merkwürdiges' Verhalten nicht persönlich. 'Übereifrig' ist ein relativ subjektives, eher negativ besetztes Urteil. Man könnte ja auch sagen, sie hat ihren Beruf sehr Ernst genommen, wollte alles richtig machen u.s.w. Das Anstarren... Ich hkönnte mir wirklich gut Vorstellen, dass Lucy Letby auf dem Autismusspektrum ist, bzw. neurodivers. Ich kenne selbst so einige Personen, die ich auch in dieser Richtung vermute, die sehr übergriffig wirken und wenig sensibel, z. B. wenn sie einen 'volllabern', ohne es anscheinend zu merken, dass man irgendwann genervt ist, die sich auch einfach in ein laufendes Gespräch einmischen und mit ihrem Thema kommen. Dazu könnte ich mir ein 'Anstarren' auch gut zu vorstellen, weil selbst nicht wahrnehmend, dass der andere das als übergriffig empfinden könnte. Vielleicht könnte man bei Lucy Letby sogar noch ihre 'merkwürdigen' Notizen in diese Richtung deuten. Und ihre 'Übereifrigkeit' eher als Ausdruck ihrer fehlenden Feinfühligkeit deuten, und als Kompensation zu einer sozialen und professionellen Unsicherheit. Ich weiss nicht, ob es wirklich so ist. Aber es wäre eine Erklärung. Sie wurde doch sicherlich in diese Richtung begutachtet? (Sorry, wenn ich entsprechende Passagen überlesen oder wieder vergessen haben sollte.) Und jetzt, nach diesen schlimmen Ereignissen, wird alles gegen sie gedeutet und als Bestätigung für ihre 'kranken Absichten' gesehen. Natürlich könnte andererseits auch genau das alles zutreffen.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

09.06.2026 um 18:32
@redsherlock
So etwas, was Du beschreibst, liegt leider in der Natur der Sache. Da stimme ich Dir natürlich zu. Es ist doch eigentlich immer so, dass im Nachhinein, schon immer alle was geahnt haben. Oftmals ist das zu beobachten, wenn ein Prozess stattfindet oder abgeschlossen wurde. Dann aufeinmal, erinnert sich ja jeder ( zb Zeugen) an Auffälligkeiten. Ja man hätte es ahnen können und ja man kann jedes einzelne Puzzleteil einzeln genommen, anders interpretieren.
Nun weiß ich nicht, ob hier in dem Prozess überhaupt solche „ speziellen“ Eigenschaften der Angeklagten als Zeugenaussagen zugelassen waren.
Normalerweise sollten Strafverteidiger so etwas verhindern oder zumindest unterdrücken lassen. Der besondere Fleiß einer Angestellten ist alleine für sich besehen, kein Beweis für gar nichts. Charaktereigenschaften an sich oder deren negative Auslegung, sollten gar keine Rolle an sich spielen im Prozess.
Also ja, du hast recht, was das betrifft.
Diese Besonderheiten, deckungsgleiche Beobachtungen der Eltern zb, bzgl ihres Verhaltens können nur ein Gesamtbild abrunden oder ergänzen. So meine Meinung.
Leider ist ist es ja heutzutage nur so, dass sich rund um solche spektakulären Prozesse immer eine mediale Eigendynamik entwickelt. Da werden Bekannte um Interviews gebeten von Tageszeitungen, True Crime mischt mit, Verwandte oder entfernte Nachbarn werden belagert und jeder hat auf einmal was seltsames zu berichten.
Das lässt sich kaum noch vermeiden. Sollte aber alles für einen Richter keine Rolle spielen. Der hat uA auch dafür zu sorgen, dass keine Verurteilung / Vorverurteilung aufgrund solcher charakterlichen Besonderheiten gefällt wird.
Sie war schon immer komisch, ist kein Argument für irgendetwas.
Ich bin bzw war wirklich nicht tief genug im Fall bzw Prozess, Aber man könnte sagen, dass eine Art Vorverurteilung warscheinlich schon beginnt, wenn die Medien ( besonders manche UK Medien) erst mal Fahrt aufnehmen. Oftmals hilft nicht mal eine Order vom Richter, die Medienvertreter im Zaum zu halten.
Aber wie gesagt, ich habe diesen Prozess tatsächlich erst hier dank des Diskussionsleiters kennengelernt.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

09.06.2026 um 23:28
@calligraphie

Nur mal eine kurze Zwischennachricht:

Ich denke "verhaltensauffällige" Personen, also Menschen, die jenseits gängiger, sozialer Normen unterwegs sind, sind – unter den "passenden" Rahmenbedingungen (hier Mordvorwürfe!) – als Leidtragende eines Justizirrtums prädestiniert.

Ich Vergleiche das gerne mit einem Flugzeugabsturz, bei dem auch mehrere Systeme ausfallen müssen, damit so eine Tragödie passiert.

Bei Lucy Letby wäre dann – unter Annahme ihrer Unschuld – ihr seltsames, "verdächtiges" Verhalten das i-Tüpfelchen für das Bild einer abnormen Person bzw. Serienmörderin.

Amanda Knox hat sich vor Gericht auch eher "unkonventionell" benommen, den Eindruck erweckt, die Aufmerksamkeit im Prozess, die man ihr entgegen gebracht hat, regelrecht zu genießen und sich überhaupt unangemessen zu verhalten (und trotzdem bin ich von ihrer Unschuld längst überzeugt). Meiner Einschätzung nach hat Knox sich mit diesem seltsamen Verhalten definitiv geschadet.

Hier nur ein Beispiel:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb am 23.03.2026:Ich sehe das tendenziell auch im Fall von Amanda Knox so, die sich z. B. vor Gericht sicher keinen Sympathien gemacht hat, als sie am Valentinstag 2009 mit einem "All You Need Is Love"-T-Shirt an und einem diebischen Grinsen auf erschienen ist.
Obwohl ich auch im Fall Lucy Letby stark zu deren Unschuld tendiere machen ein paar Dinge nachdenklich, z. B., dass sie in ihrem ersten Verhör 2018 auf unangenehme Fragen blitzartig, kurz und knapp sowie absolut gefühllos und kontrolliert ("eiskalt") wirkend "no comment" geantwortet hat, förmlich am Fließband (Netflix-Footage).

Natürlich ... auch das ist kein Beweis (und ich weiß auch nicht, ob sie zu dem Zeitpunkt nicht vielleicht schon mit einem Anwalt sprechen konnte, der ihr genau dazu geraten hat).


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

15.06.2026 um 01:04
Nachdem ich neulich den Crown Prosecution Service (CPS) erwähnt habe (siehe Beitrag von Cpt.Germanica (Seite 13) vom 06.06.2025) lohnt es sich einen genaueren Blick auf die letzten Entwicklungen dort im Bezug auf den Fall Lucy Letby zu werfen.

Zunächst nochmal was ich bereits im März dazu geschrieben habe:
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb am 15.03.2026:Keine weiteren Anklagen des CPS

Der Crown Prosecution Service (CPS) hat im Januar 2026 entschieden, dass Letby keine weiteren Anklagen mehr drohen, da die Beweise bei den weiteren untersuchten Fällen nicht ausreichend sind (sog. fehlender Beweisstandard bzw. „evidential test“; ein Staatsanwalt darf in Großbritannien nur dann Anklage erheben, wenn eine realistische Chance besteht, dass eine Jury verurteilt).

Die CPS hatte elf Anklagepunkte bei neun weiteren Babys geprüft (darunter zwei Todesfälle), die sich während Letbys Schichten in den beiden Krankenhäusern "Countess of Chester Hospital" und "Liverpool Women’s Hospital" ereigneten. Dass der „evidential test“ nicht erreicht wird sagt ganz generell nichts über die tatsächliche Schuldfrage aus. Es wird daher wohl dauerhaft unklar bleiben, ob Letby in diesen Fällen ein Verschulden trifft oder nicht.

Quelle: https://www.cps.gov.uk/cps/news/no-criminal-charges-against-lucy-letby-relation-further-allegations-deaths-and-non-fatal
Wie die BBC und weitere Medien berichteten, hat die ermittelnde Polizeibehörde, die Cheshire Constabulary, diesen Schritt des CBS ungewöhnlich scharf kritisiert.

Die Polizei vertritt die Ansicht, ausreichend Belastungsmaterial geliefert zu haben um die Erhebung einer Anklage zu ermöglichen. Die Ermittler untersuchten Todesfälle und Kollapse sowohl im Countess of Chester Hospital, an dem die Todessserie 2015/16 statt fand, als auch im Liverpool Women’s Hospital, wo Letby als Studentin ausgebildet wurde. Sie wurde zu diesen neuen Fällen im Gefängnis befragt (siehe https://www.lbc.co.uk/article/dangerous-weird-and-whining-inside-lucy-letbys-life-behind-bars-5Hjcz2z_2/).

Gemäß Presseberichten hat die Polizei sogar versucht den CPS umzustimmen. Außerdem fürchtet sie, dass die Entscheidung für manche ein Grund zum „Sektkorken knallen lassen" sein könnte (in Anspielung auf die wachsende Anhängerschaft Lucy Letbys).

Die aufgrund ihrer Unverblümtheit bemerkenswerte, offizielle Stellungnahme der Cheshire Constabulary (Operation Hummingbird Investigation update) findet sich hier:

https://www.cheshire.police.uk/news/cheshire/news/articles/2026/1/operation-hummingbird---investigation-update/



Im Folgenden eine kleine Presseschau zu den Vorgängen (jeweils mit Übersetzung nach dem Zitat):


BBC (20.01.2026):
Lucy Letby will not face further criminal charges
Lucy Letby wird sich keinen weiteren strafrechtlichen Anklagen stellen müssen

Quelle: https://www.bbc.com/news/articles/c5yxdgl21nko



RTE (20.01.2026):
UK police criticise decision not to bring further charges against Lucy Letby
Britische Polizei kritisiert Entscheidung, gegen Lucy Letby keine weiteren Anklagen zu erheben

Quelle: https://www.rte.ie/news/uk/2026/0120/1554145-lucy-letby/


Manchester Evening News (20.01.2026):
Everything we know as CPS confirm no further charges to be brought against Lucy Letby

The CPS said there has been a 'thorough review' of evidence

Prosecutors have decided no further charges will be brought against killer nurse Lucy Letby, 36, who is serving 15 whole life terms for murdering seven babies and attempting to murder seven more. She is expected to die in prison after being handed a whole life order. [...]

In a statement, Cheshire Constabulary said they had believed the evidence submitted to the CPS met "charging standard". The force has spoken publicly against the decision saying it was "not the outcome that we had anticipated throughout our investigation". [...]
Alles was wir wissen: Keine neuen Anklagen im Fall Lucy Letby

Das CPS spricht von einer ‚gründlichen Prüfung‘ der Beweislage

Staatsanwälte haben entschieden, keine weiteren Anklagen gegen die Kindermörderin Lucy Letby (36) zu erheben, die 15 lebenslange Haftstrafen ohne Aussicht auf Freilassung verbüßt, weil sie sieben Babys ermordet und versucht hat, sieben weitere zu töten. Sie wird voraussichtlich im Gefängnis sterben, nachdem gegen sie eine Haftstrafe ohne Entlassungsmöglichkeit verhängt wurde. [...]

In einer Erklärung sagte die Cheshire Constabulary, dass sie der Ansicht gewesen sei, die an den CPS übermittelten Beweise erfüllten den „Anklagestandard“. Die Behörde hat sich öffentlich gegen die Entscheidung ausgesprochen und erklärte, dass dies „nicht das Ergebnis war, das wir während unserer gesamten Ermittlungen erwartet hatten“. [...]

Quelle: https://www.manchestereveningnews.co.uk/news/uk-news/everything-know-cps-confirm-no-33268836


The Resident (20.01.2026):
Police hit back at decision not to bring more charges against nurse Lucy Letby

[...] Cheshire Constabulary passed evidence to prosecutors last year, linked to eight potential additional offences of attempted murder and one offence of murder at the Countess of Chester Hospital.

Another two allegations of attempted murder and murder were linked to one child at Liverpool Women’s Hospital. [...]

In a rare step, Cheshire Constabulary spoke out publicly against the decision, which it said was “not the outcome that we had anticipated throughout our investigation”.

A statement from the force said: “We believed the evidence submitted met the Crown Prosecution Service charging standard.

The CPS did not agree and despite our representations we must respect the decision that has been made.

There will be some who will feel that this is news worth celebrating.” [...]
Polizei wehrt sich gegen die Entscheidung, gegen Krankenschwester Lucy Letby keine weiteren Anklagen zu erheben.

[...] Die Cheshire Constabulary übermittelte im vergangenen Jahr Beweise an die Staatsanwaltschaft, die sich auf acht mögliche weitere Fälle von versuchtem Mord und einen Mordfall im Countess of Chester Hospital beziehen.

Zwei weitere Vorwürfe – versuchter Mord und Mord – standen im Zusammenhang mit einem Kind im Liverpool Women’s Hospital. [...]

Ungewohnt deutlich sprach sich die Cheshire Constabulary nun öffentlich gegen die Entscheidung aus und erklärte, dass dies „nicht das Ergebnis war, das wir während unserer gesamten Ermittlungen erwartet hatten“.

In einer Erklärung nahm die Behörde Stellung:

„Wir waren der Ansicht, dass die eingereichten Beweise den Anklagestandard des Crown Prosecution Service (CPS) erfüllen.

Der CPS war anderer Meinung, und trotz unserer Einwände müssen wir die getroffene Entscheidung respektieren.

Es wird einige geben, die diese Nachricht als Grund zum Feiern ansehen.” [...]

Quelle: https://www.theresident.co.uk/news/national/25781749.police-hit-back-decision-not-bring-charges-nurse-lucy-letby/


The Standard (20.01.2026):
Police slam decision not to charge Lucy Letby over further baby deaths

Police hit out at decision after CPS reject file of evidence after several incidents at Countess of Chester and Liverpool Women’s Hospital

Child killer Lucy Letby will not face criminal charges in relation to further allegations of deaths and non-fatal collapses of babies, the Crown Prosecution Service has said.

It follows an investigation launched in July 2025 into allegations of murder and attempted murder against nine children at the hospitals where she worked. [...]

In a statement, Cheshire Constabulary said on Tuesday: “This is not the outcome that we had anticipated throughout our investigation; we were confident that we held enough evidence to take to the CPS.

“We submitted files for charging decisions in relation to nine babies – for consideration of nine offences of attempted murder and two of murder.

We believed the evidence submitted met the CPS charging standard. [...]
Polizei kritisiert Entscheidung, Lucy Letby wegen weiterer Babytode nicht anzuklagen

Polizei übt scharfe Kritik, nachdem der CPS eine Beweisakte nach mehreren Vorfällen im Countess of Chester und Liverpool Women’s Hospital abgelehnt hat

Die Kindermörderin Lucy Letby wird nicht wegen weiterer Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Tod oder nicht-tödlichen Zusammenbrüchen von Babys strafrechtlich belangt, teilte die Crown Prosecution Service (CPS) mit.

Dies folgt auf eine Ermittlung, die im Juli 2025 zu Vorwürfen von Mord und versuchtem Mord an neun Kindern in den Krankenhäusern eingeleitet wurde, in denen sie gearbeitet hatte. [...]

In einer Erklärung sagte die Cheshire Constabulary am Dienstag:

„Wir haben Akten für Anklageentscheidungen in Bezug auf neun Babys eingereicht – zur Prüfung von neun Fällen versuchten Mordes und zwei Fällen Mord.

Wir waren der Ansicht, dass die eingereichten Beweise den Anklagestandard des CPS erfüllten. [...]

Quelle: https://www.standard.co.uk/news/crime/lucy-letby-criminal-charges-deaths-collapses-babies-cps-b1267306.html


The Justice Gap (21.01.2026):
CPS says no charges against Lucy Letby in relation to further allegations

The Crown Prosecution Service has announced that there will be no criminal charges against Lucy Letby in relation to further allegations of deaths of babies. The CPS has decided that the evidential test has not been met in relation to a file of evidence sent from Cheshire constabulary in July last year relating to deaths and non-fatal collapses of babies at the Countess of Chester Hospital and Liverpool Women’s Hospital.

Cheshire Constabulary yesterday, issued a press release expressing surprise at the decision: ‘This is not the outcome that we had anticipated throughout our investigation; we were confident that we held enough evidence to take to the CPS.’ The statement went on to say that the police ‘believed evidence submitted met the CPS charging standard. The CPS did not agree and despite our representations, we must respect the decision that has been made.’ ‘There will be some who feel that this is news worth celebrating,’ it added. ‘We do not share this view and would ask that people respect the privacy end of the families involved.’

Frank Ferguson, head of the CPS’s special crime and counter terrorism division, said: ‘Following a thorough review of that evidence, we have decided that no criminal charges should be brought in respect of those further allegations. The CPS considered offences of murder and attempted murder in respect of two infants who died and attempted murder in respect of seven infants who survived. We concluded that the evidential test was not met in any of those cases.’

[...]
CPS erhebt keine neuen Anklagen gegen Lucy Letby wegen zusätzlicher Vorwürfe

Die Crown Prosecution Service (CPS) hat bekanntgegeben, dass keine strafrechtlichen Anklagen gegen Lucy Letby wegen weiterer Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Tod von Babys erhoben werden. Der CPS entschied, dass die Beweislage für eine Anklage nicht ausreicht. Dies bezieht sich auf eine Beweisakte, die im Juli des letzten Jahres von der Cheshire Constabulary übermittelt wurde und Todesfälle sowie nicht-tödliche Zusammenbrüche von Babys im Countess of Chester Hospital und im Liverpool Women’s Hospital betraf.

Die Cheshire Constabulary veröffentlichte gestern eine Pressemitteilung, in der sie ihre Überraschung über die Entscheidung ausdrückte:
„Dies ist nicht das Ergebnis, das wir während unserer Ermittlungen erwartet hatten; wir waren zuversichtlich, dass wir genügend Beweise für den CPS hatten.“ In der Mitteilung hieß es weiter, dass die Polizei „glaubte, dass die eingereichten Beweise den Anforderungen des CPS für Anklagen entsprechen. Der CPS war anderer Meinung, und trotz unserer Einwände müssen wir die getroffene Entscheidung respektieren.“
„Es wird einige geben, die diese Nachricht als Grund zum Feiern ansehen“, fügte die Polizei hinzu. „Wir teilen diese Ansicht nicht und bitten darum, die Privatsphäre der betroffenen Familien zu respektieren.“

Frank Ferguson, Leiter der Abteilung für Sonderkriminalität und Terrorismusbekämpfung beim CPS, erklärte:
„Nach einer gründlichen Überprüfung der Beweise haben wir entschieden, dass keine strafrechtlichen Anklagen in Bezug auf diese weiteren Vorwürfe erhoben werden sollten. Der CPS prüfte die Delikte Mord und versuchter Mord im Zusammenhang mit zwei verstorbenen Säuglingen sowie versuchten Mord im Zusammenhang mit sieben überlebenden Säuglingen. Wir kamen zu dem Schluss, dass in keinem dieser Fälle die Beweislage ausreichend war.“

[...]

Quelle: https://www.thejusticegap.com/cps-says-no-criminal-charges-against-lucy-letby-in-relation-to-further-allegations/



Soweit was die britische Presse schrieb (natürlich nur ein Auszug).


Jetzt stellt sich die Frage, warum das CPS keine neuerliche Anklage erheben möchte:

  • Genügen die Beweise tatsächlich nicht für eine Anklageerhebung nach englischem Recht, also für die realistische Möglichkeit einer Verurteilung?


  • Oder hat man die Befürchtung, dass ein dritter Prozess im Falle eines Freispruchs (der heute realistischer erscheint als zum Zeitpunkt der bisherigen Prozesse 2023 und 2024) die beiden bestehenden, rechtskräftigen aber höchst umstrittenen Urteile zusätzlich unter Druck setzt?


  • Hat man Lucy Letby also überhaupt einen Gefallen getan, auf weitere Anklagen zu verzichten?



Interessant wäre auch zu wissen, was genau die Polizei ermittelt hat, aber das wird die Öffentlichkeit wohl nie erfahren, zumindest nicht solange es bei der o. g. Entscheidung des CPS bleibt.


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