Cpt.Germanica schrieb:Du bist jetzt bei 2018, sie im blauen Dress?
Ja genau, das war die erste Verhaftung.
Ich lese da aus ihrem Gesichtsausdruck folgendes:
Beim öffnen der Türe und Anblick der Polizei: freundlich und keinerlei Angst, so in etwa "ah, jetzt kann ich endlich auch mal was dazu sagen"
Der Ermittler betrat das Haus und Lucy wurde gleich gefragt, wer noch im Haus ist. Als sie antwortete, dass ihr Vater noch im Haus sei, sagte der Ermittler, dass eine Kollegin bei ihrem Vater bleiben würde. Sie fragte dann schon etwas verunsichert: "Warum?"
Sie wird auch von einer anderen Polizistin informiert, dass eine BodyCam mitläuft.
In ihrem Blick zeigt sich Unverständnis, also so, als ob sie gar nicht begreift, was hier passiert und warum eine Polizistin einfach nach oben stürmt zu ihrem Vater.
Der Ermittler erklärt ihr dann, dass ihr vorgeworfen wird die Babys ermordet zu haben und spricht dann die Belehrung (weiter unten mehr dazu) aus und dass sie jetzt festgenommen wird, um andere Personen zu schützen.
Sie schaut immer noch so, als ob sie das alles gar nicht begreift und der Ermittler hakt auch noch mal nach, ob sie alles verstanden hat.
Dann bricht sie in Tränen aus und ist kaum noch fähig auf irgendwas zu reagieren.
Cpt.Germanica schrieb:Damit bewege ich mich freilich selbst in dem Widerspruch zwischen Moral und einer gewissen Sensationsgier.
Wie auch
@calligraphie schreibt, halte ich das nicht für Sensationsgier bei den meisten von den hier anwesenden Usern.
calligraphie schrieb:Um ein paar brennenden Fragen auf den Grund zu gehen, ist es doch erforderlich, sich eben auch solche unappetitlichen Video Clips anzuschauen. Wie sonst könnte man darüber diskutieren, wenn man es selbst nie angesehen hat. Also ich vermute mal, bei Dir steckt definitiv keine Schlüsselloch Affinität dahinter.
Ich zum Beispiel bemerke gar nicht die Umgebung, Einrichtung, Kleidung oder ob die Haare ungekämmt sind usw., ich sehe nur die Menschen, wie sie agieren, reagieren, wie sie auf mich wirken und höre was sie sagen.
Mich interessierte schon immer, was genau passiert war und wollte schon immer alles mit eigenen Augen sehen und eigenen Ohren hören.
Den Berichten Dritter begegne ich eher mit Vorsicht, tausche mich aber sehr gerne mit anderen über deren Wahrnehmungen und Meinungen aus und es kann durchaus sein, dass sich dann meine Sicht der Dinge auch ändern kann.
Manche empfinden das als sensationsgeil, pietätlos oder neugierig. Ich hab mich dahingehend selbst auch schon hinterfragt und kam zum Schluss, dass es auch immer drauf ankommt, wie man seine Neugier und sein Interesse zeigt.
Ich verstand nie, wenn jemand in einem Gespräch etwas Interessantes erzählte und ein anderer rief "too much informations", obwohl ich selbst gerne alles gehört hätte, für mich gibt es nie zu viele Informationen. Aber mittlerweile verstehe ich, dass jeder Mensch seine eigenen Grenzen hat und ich versuche diese zu erfühlen und zu respektieren.
calligraphie schrieb:Persönlichkeitsrechte? Das galt nur bis zum Urteil.
Ich krame gerade in meinem Gedächtnis, ob ich sowas schon mal von einer deutschen Polizei erlebt habe. Wir haben keine BodyCams, aber dass auch detaillierte Beschreibungen oder Bilder von Verurteilten, die sehr in die Privatssphäre eindrangen, an die Presse weitergegeben wurden, ist mir nichts bekannt.
Gerade auch in dem Fall, da es ja auch um die Persönlichkeitsrechte der Eltern ging und deren Haus innen gefilmt wurde von der Polizei, kann ich das nicht nachvollziehen, dass sowas erlaubt ist.
Was mich auch sehr verwunderte, dass in England sich das Schweigen eines Beschuldigten nachteilig auf einen Prozess auswirken kann.
Das sagt auch die Polizei in der Belehrung bei einer Verhaftung.
“You do not have to say anything but it may harm your defence if you do not mention something when questioned that you later rely on in court. Anything you do say may be given in evidence.”
Quelle:
https://www.libertyhumanrights.org.uk/advice_information/do-i-have-to-answer-police-questions/„Sie müssen nichts sagen, aber es könnte Ihrer Verteidigung schaden, wenn Sie bei der Befragung etwas nicht erwähnen, worauf Sie sich später vor Gericht stützen. Alles, was Sie sagen, kann als Beweismittel verwendet werden.
Quelle: Deepl Übersetzung