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Mordfall Bernhard Benz (2000)

271 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Cold Case ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mordfall Bernhard Benz (2000)

09.05.2026 um 12:41
Zitat von sören42sören42 schrieb:"Das Auto stand dabei vom Tatort kommend in Fahrtrichtung Krankenhaus."
Quelle: https://www.zdf.de/play/magazine/aktenzeichen-xy-ungeloest-110/aktenzeichen-xy-ungeloest-vom-6-mai-2026-100 ca. 01:03:35

"Alles deutet darauf hin, dass ihn jemand aus der Klinik mitgenommen hat."
"Und nach der Tat auch dorthin wieder zurück gefahren ist"
Neben der Klinik liegen auch die besseren Wohngegenden in Lahr in dieser Fahrtrichtung


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

09.05.2026 um 12:52
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Bei der Parkplatzszene im FF verwendet die XY-Regie einen Mercedes W124, obwohl die Balkon-Zeugin angibt, keinen Wagentyp erkannt zu haben.

Ein Mercedes geht ja auch mehr in Richtung Leitung, als in Richtung Assistenzarzt oder Krankenpfleger.
Ja, aber einen W124-Kombi hat auch der örtliche Beerdigungsunternehmer in seinem Fuhrpark, mit dem vielleicht regelmäßig der bei ihm als Fahrer angestellte Ex-Knacki die ehemaligen Chefarztpatienten der Klinik abholt. Auch und gerade am Freitagabend, weil man dort über das Wochende keine Leiche im Keller haben wollte. Und als kleines Nebenerwerbseinkommen versorgt er die halbe Belegschaft mit Kokain und anderen Leckerli, die es nicht auf Rezept gibt.

So ein Typ passt einfach besser zu einem tödlich endenden, eruptiven Gewaltausbruch, als ein Chefarzt.

Und wenn's doch kein W124, sondern ein VW Passat war, dann fährt den vielleicht die Teamleitung der externen Putzkolonne, die eventuell ja freitags immer um 20 Uhr anrückt? Oder Scherenschleifer, der zum Wochenende hin immer zum Schärfen der Skalpelle vorbeischaut?

Ich kann mir einfach einen Arzt so schlecht als raptusartig handelnden Gewalttäter vorstellen.


---

@Freundlich
Da Du Dich ja als Medizinstudentin geoutet hast, hätte ich paar Fragen an Dich:

Im FF - so bei Minute 59:00 - sagt der Gerichtsmediziner, BB habe im Bereich des Kehlkopfes "eine Fraktur des linken oberen Horns".
Wat'n s dat? Resultiert das eher aus einem Schlag oder aus dem Würgen?

Und wie häufig bekommen Unfallchirurgen überhaupt Menschen mit Schlagverletzungen im Halsbereich nach einer Prügelei auf den Tisch? Deutet das auf eine gezielte Tötungsabsicht hin oder der passiert das öfters mal in der Hitze des Gefechts? Und was tun als Ersthelfer bei einer Larynxfraktur? Tracheotomie mit 'nem Kugelschreiber?


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

09.05.2026 um 13:01
Der Vollständigkeit halber die Auslobung der StA:

Dateianhang: Auslobung_ColdCaseBenz.pdf (81 KB)

Ergänzend die Pressemitteilung mit dem Link zu dem PDF hier (nix, was wir nicht schon wüßten):

https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/110975/6268312


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

09.05.2026 um 13:18
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:Ich kann mir einfach einen Arzt so schlecht als raptusartig handelnden Gewalttäter vorstellen.
Ja, das können viele schlecht mit ihren Vorstellungen von "Göttern in weiß ", die ja eigentlich Leben retten sollen, in Einklang bringen. Das könnte während der Ermittlungen in den vergangenen 25 Jahren dem Täter durchaus einen Vorteil verschafft haben. Da wurde sicher bei manchem Klinik Mitarbeiter der Gedanke beiseite gewischt mit "kann ja gar nicht sein". Da wird so manchem (ggf Ex-)Klinik-Mitarbeiter die Kinnlade herunter gefallen sein beim Zuschauen.

Außerdem ist Totschlag/Mord gesellschaftlich geächtet und kommt sicherlich auch eher in Milieus vor, in denen diese Form der Auseinandersetzung als geeignetes Mittel angesehen wird, also nicht unbedingt unter Akademikern.

Letztlich kommt Mord aber in allen gesellschaftlichen Schichten vor und mordende Ärzte gab es durchaus.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

09.05.2026 um 13:47
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:@Freundlich
Da Du Dich ja als Medizinstudentin geoutet hast, hätte ich paar Fragen an Dich:

Im FF - so bei Minute 59:00 - sagt der Gerichtsmediziner, BB habe im Bereich des Kehlkopfes "eine Fraktur des linken oberen Horns".
Wat'n s dat? Resultiert das eher aus einem Schlag oder aus dem Würgen?
Also der Dialog im FF lautet:
Gerichtsmediziner: Er hat linksseitig eine Fraktur des linken oberen Horns sowie des Zungenbeins"
Kommissarin: Also wurde er erwürgt."
Gerichtsmediziner: "Er hat einen kräftigen Schlag abbekommen und wurde dann erwürgt."

Aus dem Dialog geht nicht eindeutig hervor, welche Verletzung der Gerichtsmediziner dem Schlag und welche dem Würgen zuordnet.
Mit linkem oberen Horn - die Bezeichnung ist nicht ganz eindeutig, weil sie nicht die exakte lateinische Bezeichnung ist - ist vermutlich der Schildknorpel am Kehlkopf gemeint, also ein Knorpelteil am Kehlkopf. Und das Zungenbein ist ein kleiner U-förmiger Knochen oberhalb des Kehlkopfes.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

09.05.2026 um 13:55
Doppelpost


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

09.05.2026 um 13:58
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:Und wie häufig bekommen Unfallchirurgen überhaupt Menschen mit Schlagverletzungen im Halsbereich nach einer Prügelei auf den Tisch? Deutet das auf eine gezielte Tötungsabsicht hin oder der passiert das öfters mal in der Hitze des Gefechts? Und was tun als Ersthelfer bei einer Larynxfraktur? Tracheotomie mit 'nem Kugelschreiber?
Laut KI ist das nix, was bei einer typischen Schlägerei passiert, sondern es braucht massive Gewalteinwirkung.

Was tun als Ersthelfer:
Es besteht tatsächlich die Gefahr, dass durch die Verletzung mit der Zeit das Gewebe anschwillt oder es einblutet und das Opfer dann immer weniger Luft kriegt.
Falls das Opfer noch bei Bewusstsein ist: Aufrecht sitzen lassen, weil dann kriegt es leichter Luft als im Liegen und Blut und Sekret besser ablaufen können
Wenn bewusstlos: Stabile Seitenlage, damit das Opfer nicht an Blut, Erbrochenem oder seiner Zunge erstickt.
Möglichst vorsichtig, damit im verletzten Kehlkopf-Bereich sich nicht viel verschiebt.

In beiden Fällen einengende Kleidung wie Hemdkragen, Krawatte oder enge Jacke lockern, damit es besser atmen kann.
Beruhigend zureden, denn Opfer in Angst und Aufregung atmen schneller und flacher, verbrauchen mehr Sauerstoff, spannen die Muskulatur an, wir wollen aber das Gegenteil, dass das Opfer möglichst gleichmäßig und ökonomisch atmet, nicht viel Sauerstoff verbraucht und sich möglichst entspannt und ruhig sitzenbleibt.

Die berühmte - eigentlich Koniotomie mit Kugelschreiber:
Koniotomie ist ein bisschen weiter oben, am Kehlkopf, Tracheotomie weiter unten an der Luftröhre:
Die Schwierigkeit für den Laien:
Woher soll er wissen, wo er reinstechen soll, also wie die richtige Stelle für die Koniotomie finden?
Wenn man die falsche Stelle trifft, verletzt man den Kehlkopf oder die Luftröhrer noch mehr, trifft vielleicht noch eine Ader, es blutet noch mehr. Also ich würde das auf keinen Fall machen.

Falls das Opfer aufhört zu atmen:
Herzdruckmassage.

Aber in jedem Fall Notruf 112 wählen und dann in der Leitung bleiben - die sagen einem dann, was man tun soll.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

09.05.2026 um 14:32
Zitat von FreundlichFreundlich schrieb:In beiden Fällen einengende Kleidung wie Hemdkragen, Krawatte oder enge Jacke lockern, damit es besser atmen kann.
Beruhigend zureden, denn Opfer in Angst und Aufregung atmen schneller und flacher, verbrauchen mehr Sauerstoff, spannen die Muskulatur an, wir wollen aber das Gegenteil, dass das Opfer möglichst gleichmäßig und ökonomisch atmet, nicht viel Sauerstoff verbraucht und sich möglichst entspannt und ruhig sitzenbleibt. .. Die Schwierigkeit für den Laien: Woher soll er wissen, wo er reinstechen soll, also wie die richtige Stelle für die Koniotomie finden?
OK. Danke. Worauf ich hinaus wollte: Wenn er den Schlag tatsächlich von einem Kollegen vom Fach bekommen hat, bei Rangelei/Prügelei im Auto - nicht in Tötungsabsicht - dann hätte er ziemlich sicher gerettet werden können, richtig? Das bedeutet dann im Umkehrschluss, dass entweder schon der Schlag in Tötungsabsicht erfolgte, oder dass das anschließende Erwürgen in Verdeckungsabsicht geschah. Im letzteren Fall erfüllt das klar ein Mordmerkmal. Erfolgte der Schlag schon in Tötungsabsicht (nicht in dem Sinne, dass er an dem Schlag verstirbt, sondern in dem Sinne einer Vorbereitungstat zum Würgen), haben wir erstmal kein so klares Mordmerkmal, solange wir das Motiv nicht kennen, denke ich.

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Zitat von sören42sören42 schrieb:Ja, das können viele schlecht mit ihren Vorstellungen von "Göttern in weiß ", die ja eigentlich Leben retten sollen, in Einklang bringen.
Ach nu, nicht "Götter in weiß". Aber doch Dienstleister mit hohem Bildungsniveau, die berufsbedingt gelernt haben sollten, auch und gerade in Stress- und Krisensituationen besonnen zu reagieren. Wenn ich auf dem OP-Tisch schlecht werde, dann brauche ich keinen Arzt, der panisch wird, weil er früchtet, dass die Prämie für seine Berufshaftpflicht jetzt durch die Decke geht. Ich brauch dann einen, der ganz ruhig eine intrakardiale Injektion setzt und dabei tunlichst nicht das Amiodaron oder was auch immer mit irgendwelchen Muskelrelaxanzien verwechselt. Ich vertraue darauf, dass das auch so ziemlich alle hinbekommen.

Was ich meine:
Zitat von sören42sören42 schrieb:und mordende Ärzte gab es durchaus.
Klar. Aber morden die auf diese Weise? Spontan, mit hohem Entdeckungsrisiko und unter großer Gewaltanwendung durch die eigenen Hände?


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

09.05.2026 um 20:23
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:Aber doch Dienstleister mit hohem Bildungsniveau, die berufsbedingt gelernt haben sollten, auch und gerade in Stress- und Krisensituationen besonnen zu reagieren.
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:Ich vertraue darauf, dass das auch so ziemlich alle hinbekommen.
Meiner Beobachtung nach gibt es hervorragende und völlig unfähige Ärztinnen und Ärzte, und das in einer Normalverteilung, wie in jedem Beruf.
Solche, die besonnen reagieren und solche, die die Nerven verlieren.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

10.05.2026 um 05:09
Zitat von sören42sören42 schrieb:Ja, das können viele schlecht mit ihren Vorstellungen von "Göttern in weiß ", die ja eigentlich Leben retten sollen, in Einklang bringen. Das könnte während der Ermittlungen in den vergangenen 25 Jahren dem Täter durchaus einen Vorteil verschafft haben. Da wurde sicher bei manchem Klinik Mitarbeiter der Gedanke beiseite gewischt mit "kann ja gar nicht sein". Da wird so manchem (ggf Ex-)Klinik-Mitarbeiter die Kinnlade herunter gefallen sein beim Zuschauen.
Speziell Chefärzte haben bei Mitarbeitern oft einen anderen Ruf. Das sind nicht nur Ärzte, sondern oft auch Unternehmer und Wissenschaftler, die ein namhaftes Institut aufbauen und sich einen Namen machen wollen. Dementsprechend anspruchsvoll erwarten sie von ihren Mitarbeitern, speziell der Ärzteschaft, dass die daran mitarbeiten. Konkret bedeutet das, nicht nur Patienten zu behandeln, sondern auch zu forschen, Studien zu veröffentlichen, in Fachpublikationen zu veröffentlichen etc.

Man beachte auch die Arbeitszeiten: Dr. Benz wird am Tattag wohl kaum locker-flockig mittags um 11 Uhr Dienstbeginn gehabt haben, sondern vermutlich schon am frühen Morgen. Feierabend am späteren Freitagabend - wobei er schon im OP abgelöst wurde. Wie lange hat die OP gedauert? Wann wäre er ohne Ablösung in den Feierabend gekommen?

Viele Chefs gehen sinnbildlich über Leichen: wer ihnen nicht passt, nicht mitspielt in diesem System, wird weggemobbt.

Das mag natürlich nicht immer und überall so sein, ist aber häufig vorzufinden. Es ist zwar keine körperliche, aber wenn man es so nennen will „strukturelle Gewalt“ und großer Druck für die Beschäftigten.

Mitarbeiter wissen recht genau wes‘ Geistes Kind ihr Chefarzt ist und dementsprechend werden die Leute in Lahr auch eine Meinung über den Chefarzt haben, ob sie dem hartes Auftreten gegenüber Widerstand und dann ggf. auch einen körperlichen Gewaltausbruch zutrauen - oder nicht.
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:Das bedeutet dann im Umkehrschluss, dass entweder schon der Schlag in Tötungsabsicht erfolgte, oder dass das anschließende Erwürgen in Verdeckungsabsicht geschah. Im letzteren Fall erfüllt das klar ein Mordmerkmal. Erfolgte der Schlag schon in Tötungsabsicht (nicht in dem Sinne, dass er an dem Schlag verstirbt, sondern in dem Sinne einer Vorbereitungstat zum Würgen), haben wir erstmal kein so klares Mordmerkmal, solange wir das Motiv nicht kennen, denke ich.
Ich denke, dass das Erwürgen in diesem Fall definitiv ein Mordmerkmal ist. Denn das erfolgte nach dem Schlag und dauert eine ganze Weile. Dabei lassen die Abwehrverletzungen des Opfers im Todeskampf seine Gegenwehr erkennen, die der Täter unterdrückt hat. Nicht für 2 Sekunden, sondern vermutlich minutenlang.

Auch wenn ein Verteidiger später irgendwas von Affekt faseln wird, ist das Erwürgen doch eine bewusste, nach dem Schlag erfolgte längere Handlung um das Opfer zu töten.

Weder nach dem Schlag noch nach dem Würgen unternahm der Täter etwas, was als Anzeichen der Umkehr gelten kann, also vom Opfer abzulassen und Polizei+Rettungsdienst zu rufen um das Opfer ggf. noch zu retten. Stattdessen legt er das Opfer irgendwo ab, entfernt die Jacke und haut ab.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

10.05.2026 um 09:26
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Weder nach dem Schlag noch nach dem Würgen unternahm der Täter etwas, was als Anzeichen der Umkehr gelten kann, also vom Opfer abzulassen und Polizei+Rettungsdienst zu rufen um das Opfer ggf. noch zu retten.
Das wäre dann Rücktritt, zumindest wenn BB überlebt hätte. Dann hätte seine Tochter nicht ohne Vater aufwachsen müssen und der Angreifer hätte nur eine überschaubare Strafe wegen Körperverletzung zu erwarten gehabt.

§ 24, Abs. 1,Satz 1 StGB:
Wegen Versuchs wird nicht bestraft, wer freiwillig die weitere Ausführung der Tat aufgibt oder deren Vollendung verhindert.
Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__24.html

Aber so kam es ja leider nicht.
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Ich denke, dass das Erwürgen in diesem Fall definitiv ein Mordmerkmal ist.
Etwas knifflig ist das schon.
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Denn das erfolgte nach dem Schlag und dauert eine ganze Weile. Dabei lassen die Abwehrverletzungen des Opfers im Todeskampf seine Gegenwehr erkennen, die der Täter unterdrückt hat. Nicht für 2 Sekunden, sondern vermutlich minutenlang.
Auf die Dauer der Tötugshandung kommt es aber in der Regel nicht an. Gehen wir es doch mal durch:

§ 211, Abs. 2 StGB:
Mörder ist, wer
aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen,
heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder
um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken,
einen Menschen tötet.
Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__211.html

- Mordlust --> ne
- zur Befriedigung des Geschlechtstriebs --> ne
- aus Habgier --> ja, wenn's um's Geld ging
- sonst aus niedrigen Beweggründen --> ja, wenn aus Neid über die Beförderung
- heimtückisch --> nur dann, wenn der Schlag für BB ganz überraschend kam; nicht wenn's zuvor einen Streit gab
- grausam --> ne; meint dem Opfer mehr Leiden als für die Tötungshandlung notwendig zufügen; Erwürgen dauert nunmal solange, wie es eben dauert
- mit gemeingefährlichen Mitteln --> ne
- um eine andere Straftat zu ermöglichen --> ja, wenn's um andere laufende Mauschelleien oder dergl. ging, die wir noch gar nicht kennen
- oder zu verdecken --> ja, wenn durch die Tötung eine zuvor begangene Körperverletzung (Schlag) "verdeckt" werden sollte (in dem Sinne, dass BB nicht mehr Anzeigen / Aussagen kann)

Wenn sich nichts davon beweisen läßt, war es "nur" Totschlag und der ist nach 20 Jahren verjährt. Ich wünsche den Ermittlern, dass es ihnen nicht nur gelingt, den Täter zu überführen, sondern auch klar und gerichtsfest das Motiv aufklären können.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

10.05.2026 um 13:15
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:berufsbedingt gelernt haben sollten, auch und gerade in Stress- und Krisensituationen besonnen zu reagieren
Ironischer Weise zeigt der Umgang mit dieser Extremsituation ja auch, dass da jemand die Nerven behalten hat - also sich nicht verraten hat, sich nicht gestellt hat etc.

Ansonsten empfinde ich die Fragestellung, ob man jemanden eine Tötung zutraut aufgrund seines Berufs als nicht zielführend. Im Rahmen des möglichen ist es allemal.

Auch hat eine Person hier ja in erster Linie als Mensch gehandelt, in einem Streit. Bemerkenswert ist die Impulsivität und Gewaltbereitschaft, die vmtl. auch in anderen Situationen schon durchgeblitzt ist, zB in der Familie oder im Job.


Wäre es denn denkbar, dass der im Filmfall dargestellte Chefarzt nicht ganz konkret eine Person darstellt, sondern es zwei oder mehrere Chefärzte gab,
- die ein Motiv hatten, denn das Poolgeld-Thema hätte ja vmtl. alle betroffen (oder?),
- eine Gelegenheit hatten, also kein wasserdichtes Alibi und
- man es ihnen vom Charakter zutrauen würde, so wie der Chefarzt-Typus hier zum Teil beschrieben hat?
Für die Darstellung im Filmfall wäre es einfacher sich auf eine Person zu beschränken, als eine komplexere Situation zu erzählen.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

10.05.2026 um 15:32
Für mich war die Tat schon (fast) geplant.


Ein hilfsbereiter guter Kollege der ihn nur ganz normal zum BHF fahren wollen würde, der würde
ja wohl kaum in der Lage sein sich so derart innerhalb weniger Minuten zu streiten um dann seinen Kollegen bewußt zu erschlagen..??

Da scheint sich beim Täter wohl länger etwas aufgestaut, und nur auf eine Gelegenheit gewartet zu haben.
Also zuerst gute und freundliche Miene beim von mir aus zuerst zufälligem Treffen am Parkplatz des KKH, aber dann die Beherrschung verlierend im Auto.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

10.05.2026 um 16:06
Zitat von Robert39Robert39 schrieb:Also zuerst gute und freundliche Miene beim von mir aus zuerst zufälligem Treffen am Parkplatz des KKH, aber dann die Beherrschung verlierend im Auto.
Genau. Ich zumindest würde niemanden mitnehmen, auf den ich insgeheim schon ein Groll hege, sondern eher ne Ausrede erfinden, warum ich ihn nicht mitnehmen kann, wenn diese Person mich fragen würde.
Außer ich habe tatsächlich was geplant oder so in der Richtung.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

10.05.2026 um 19:20
Ein wirklich interessanter Fall. Und auch tragisch.
Für mich war da kein Auftragskiller am Werk. Der wäre mMn anders verfahren. Eher denke kich das der Tod von Bernhard Benz nicht beabsichtigt war. Ichglaubeauch , dass er den Täter kennt und das es während der Fahrt zum Streit und dann zu der Tat kam. Ausserdem denke ich das der Fall eigentlich schnell aufgeklärt werden sollte. Denn der Täter kam meines Denkens aus dem Krankenhausumfeld.
Das die tat nicht geplant waar sieht man meines Erachtens auch daran, wie er die Leiche abgeladen hat und vor allen wo. War je auch riskant. Unde vielleicht hatte er auch nicht viel Zeit und wurde auch erwartet, hatte ev einen Termin, eine Verabredung oder sein Dienst fing an oder die Pause war vorbei. Das sind meine Gedanken. Deshalb überrascht es mich warum der Fall bis heute nicht gelöst ist.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

10.05.2026 um 19:54
Zitat von quaerere1quaerere1 schrieb:her denke kich das der Tod von Bernhard Benz nicht beabsichtigt war. Ichglaubeauch , dass er den Täter kennt und das es während der Fahrt zum Streit und dann zu der Tat kam. Ausserdem denke ich das der Fall eigentlich schnell aufgeklärt werden sollte. Denn der Täter kam meines Denkens aus dem Krankenhausumfeld.
Der Tod war sehr wohl gewollt. Nach dem ersten Schlag hätte der Täter zu Besinnung kommen können und erste Hilfe leisten. Tat er nicht. Stattdessen hat er ihn erwürgt am Straßenrand abgelegt, um seine Tat zu vertuschen und Angst vor Konsequenzen.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

10.05.2026 um 20:11
@kittyka
Nein das hast du falsch verstanden. Der Täter hat für mich nicht Bernhard Benz mitgenommen, damit er ihn umbringen kann. Wenn die Zeugin recht hatte, haben sich Benz und noch eine Person im Auto gestritten und im Laufe dieses Streites sind dem Täter die Sicherungen durchgebrand.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

10.05.2026 um 21:15
Zitat von quaerere1quaerere1 schrieb:Nein das hast du falsch verstanden. Der Täter hat für mich nicht Bernhard Benz mitgenommen, damit er ihn umbringen kann.
Die Polizei vermutet, dass ein Konflikt eskaliert ist. Es könnte durchaus vom Täter geplant gewesen sein, die Fahrt für ein Gespräch zu nutzen. Und in dem Zusammenhang könnte sowohl die außerordentliche Einplanung von BB wie auch seine vorzeitige Ablösung geplant gewesen sein.

Spoiler
Zitat von sören42sören42 schrieb am 07.05.2026:
Zitat von kittykakittyka schrieb am 07.05.2026:Ich denke, der Dienstplan wurde kurzfristig geändert ohne BB darüber zu informieren. Damit alles in den Zeitplan des Täters passt.
Ja, denn die Polizistin im Filmfall stolpert ja darüber. Sie sagte, dass es nur wenige Personen gab, die davon wussten


Der Täter brauchte nur noch am Notausgang zu warten, bis BB erscheint - zu einem Zeitpunkt, wo sonst niemand Schluss hat, und ihm eine Mitnahme zum Bahnhof offerieren. Wahrscheinlich keine oder wenige Zeugen, speziell wenn er die Klinik extra aufgesucht hatte, um BB da anzupassen. Ich denke an die im Filmbeitrag herausgearbeiteten Freitagsroutinen bezüglich der Trainingsabholung des Sohnes von "Dr K".

Dann fand die Fahrt statt, ein Wort gab das andere. Da noch etwas Zeit war, bis der Zug ging, wurde das Gespräch im geparkten Wagen, einem Kombi der Oberklasse, fortgesetzt. Hier könnte dann die Eskalation erfolgt sein, etwa weil BB einen "wunden Punkt" beim Täter - mutmaßlich könnte es sich dabei um Dr. Konstantin wie er im FF genannt wurde, gehandelt haben - herausgefunden hatte, wo es mutmaßlich nicht allein um Geld ging, sondern um etwas, was vielleicht das Karriere-Ende für den Täter bedeutet hätte. Was genau, ist unklar. Off-Label-Use von Medikamenten ohne Einwilligung des Patienten etwa, oder Schlimmeres.
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Man beachte auch die Arbeitszeiten: Dr. Benz wird am Tattag wohl kaum locker-flockig mittags um 11 Uhr Dienstbeginn gehabt haben, sondern vermutlich schon am frühen Morgen. Feierabend am späteren Freitagabend - wobei er schon im OP abgelöst wurde. Wie lange hat die OP gedauert? Wann wäre er ohne Ablösung in den Feierabend gekommen?
Und der Chefarzt lag ab 17:30 auf der heimischen Couch. Das ist eine Privatklinik mit 75 Betten, spezialisiert auf Herzerkrankungen. Ob da wirklich immer viel los war, sei mal dahingestellt. Ich denke der Ort Lahr ist auch nicht so riesig, das sollte man auch Hinterkopf behalten bezüglich Bahnhof, wo ja einige meinen, da wäre am Freitag Abend sonstwas los, und irgendwer hätte doch noch was sehen müssen. Das ist nicht der Frankfurter Hauptbahnhof, sondern ein Ort im Schwarzwald.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

10.05.2026 um 22:15
Zitat von sören42sören42 schrieb:Und der Chefarzt lag ab 17:30 auf der heimischen Couch. Das ist eine Privatklinik mit 75 Betten, spezialisiert auf Herzerkrankungen
Ich denke, der Arbeitsalltag dürfte im Vergleich zu anderen Kliniken noch halbwegs entspannt gewesen sein.


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