jeangreen schrieb:Warum macht man keine Isotopenanalyse?
Möglicherweise könnte man durch eine Isotopenanalyse zumindest bestimmen, aus welchem Land Mitteleuropas oder sogar aus welcher Region Deutschlands der Radfahrer kam.
Eine Isotopenanalyse liefert durchaus Anhaltspunkte dafür, in welchem Teil z.B. Deutschlands (Nord, Süd, Ost, West) ein Mensch gelebt hat. Das hängt u.a. vom Anteil der Sauerstoffisotopen ab, die im Gewebe abgelagert sind. Höherer Sauerstoff-Anteil = wärmeres, kontinentales Klima = Süden oder Osten. Niedriger Sauerstoff-Anteil = kühleres Klima = Norden oder Westen.
Ähnlich verhält es sich mit dem Anteil an Strontium-Isotopen im Gewebe. Strontium löst sich aus dem regionalen Gestein, reichert sich im Boden an und gelangt dann über Pflanzen und Tiere in den menschlichen Organismus. Höherer Strontium-Anteil = junges Gestein = Norden, Nordwesten. Niedriger Strontium-Anteil = altes Gestein = Süden, Mittelgebirge (Schwarzwald, Bayerischer Wald, Erzgebirge, Harz usw.).
https://home.benecke.com/publications/mitisotopenWikipedia: Liste der Mittelgebirge in DeutschlandIm Fall des Radfahrers stehen Knochen und Zehennägel zur Verfügung.
Knochen werden langsam umgebaut, daher lassen sich daran die Aufenthaltsregionen der letzten 10 bis 15 Lebensjahre erkennen.
Finger-/Zehennägel dagegen wachsen schnell, so dass sich daraus die Aufenthaltsregionen der letzten Wochen oder Monate vor dem Tod ableiten lassen.
https://www.archaeologie-online.de/index.php?id=8&L=1&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1375&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=f1c314c65cb2790819dbfcd2c22fb19eWenn man von dem Radfahrer zumindest wüsste, aus welchem Land / welcher Region er kommt und in welchem Teil z.B. Deutschlands oder Österreichs er zuletzt gelebt hat, wäre man in diesem Fall sicher schon ein Stück weiter. Von daher wäre eine Isotopenanalyse vielleicht doch sinnvoll.
Möglicherweise wird sie doch noch gemacht. Ich vermute aber, dass die Ermittler zunächst noch versuchen, über „Aktenzeichen XY“ die deutsche Bevölkerung anzusprechen, nachdem die Fahndung in Österreich sie wohl nicht weitergebracht hat.