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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

726 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wald, Jäger, Radfahrer ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

26.06.2026 um 14:02
Zitat von jeangreenjeangreen schrieb:Warum macht man keine Isotopenanalyse?
Vielleicht kommt noch eine. Aber vielleicht auch nicht?

Gründe dagegen, die ich mir vorstellen könnte:
- keine klaren Hinweise für Tötungsdelikt, also eher auch kein ungeklärter Mordfall;
- es gab letztes Jahr bei Nachforschung der Polizei keine Vermisstenmeldung, die passt, bisher hat sich seit der Sendung auch niemand gemeldet: niemand vermisst die Person;
- T-Shirt und Bike weisen eher auf Mitteleuropäer, vielleicht sogar Deutschen hin - bekommt man es durch eine Isotopenanalyse noch genauer? Eher nicht. Isotopenanalyse könnte einem helfen, einen in Südeuropa vs. Osteuropa vs. Asien lebenden Menschen geographisch zuzuordnen, aber es würde ja kein Ergebnis rauskommen nach dem Motto: wir suchen jetzt jemanden, der die letzten 20 jahre in Heidelberg gelebt hat und eben nicht in Mannheim.
- kostet Geld.


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

26.06.2026 um 15:00
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:-Shirt und Bike weisen eher auf Mitteleuropäer, vielleicht sogar Deutschen hin - bekommt man es durch eine Isotopenanalyse noch genauer? Eher nicht. Isotopenanalyse könnte einem helfen, einen in Südeuropa vs. Osteuropa vs. Asien lebenden Menschen geographisch zuzuordnen, aber es würde ja kein Ergebnis rauskommen nach dem Motto: wir suchen jetzt jemanden, der die letzten 20 jahre in Heidelberg gelebt hat und eben nicht in Mannheim.
Eben. Es ist ja nicht so wie sich das einige Leute scheinbar vorstellen, dass man da dann am Ende die Adresse angezeigt bekommt, unter der der Mann gelebt hat. Sondern dann heißt es eben: "Mitteleuropa" - ja, surprise, surprise, das konnte man sich ja schon denken.

Sicher, ich verstehe natürlich, wenn man möchte, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Aber nicht alles hat auch Aussicht auf Erfolg. Und mancnhe Dinge werden auch einfach überschätzt weil man natürlich nur von den Fällen hört, die damit gelöst werden konnten.


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

26.06.2026 um 16:02
Zitat von jeangreenjeangreen schrieb:Warum macht man keine Isotopenanalyse?
Möglicherweise könnte man durch eine Isotopenanalyse zumindest bestimmen, aus welchem Land Mitteleuropas oder sogar aus welcher Region Deutschlands der Radfahrer kam.

Eine Isotopenanalyse liefert durchaus Anhaltspunkte dafür, in welchem Teil z.B. Deutschlands (Nord, Süd, Ost, West) ein Mensch gelebt hat. Das hängt u.a. vom Anteil der Sauerstoffisotopen ab, die im Gewebe abgelagert sind. Höherer Sauerstoff-Anteil = wärmeres, kontinentales Klima = Süden oder Osten. Niedriger Sauerstoff-Anteil = kühleres Klima = Norden oder Westen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Anteil an Strontium-Isotopen im Gewebe. Strontium löst sich aus dem regionalen Gestein, reichert sich im Boden an und gelangt dann über Pflanzen und Tiere in den menschlichen Organismus. Höherer Strontium-Anteil = junges Gestein = Norden, Nordwesten. Niedriger Strontium-Anteil = altes Gestein = Süden, Mittelgebirge (Schwarzwald, Bayerischer Wald, Erzgebirge, Harz usw.).
https://home.benecke.com/publications/mitisotopen
Wikipedia: Liste der Mittelgebirge in Deutschland

Im Fall des Radfahrers stehen Knochen und Zehennägel zur Verfügung.

Knochen werden langsam umgebaut, daher lassen sich daran die Aufenthaltsregionen der letzten 10 bis 15 Lebensjahre erkennen.
Finger-/Zehennägel dagegen wachsen schnell, so dass sich daraus die Aufenthaltsregionen der letzten Wochen oder Monate vor dem Tod ableiten lassen.
https://www.archaeologie-online.de/index.php?id=8&L=1&tx_news_pi1%5Bnews%5D=1375&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=f1c314c65cb2790819dbfcd2c22fb19e

Wenn man von dem Radfahrer zumindest wüsste, aus welchem Land / welcher Region er kommt und in welchem Teil z.B. Deutschlands oder Österreichs er zuletzt gelebt hat, wäre man in diesem Fall sicher schon ein Stück weiter. Von daher wäre eine Isotopenanalyse vielleicht doch sinnvoll.

Möglicherweise wird sie doch noch gemacht. Ich vermute aber, dass die Ermittler zunächst noch versuchen, über „Aktenzeichen XY“ die deutsche Bevölkerung anzusprechen, nachdem die Fahndung in Österreich sie wohl nicht weitergebracht hat.


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

26.06.2026 um 19:07
Stimmt schon, die Isotope kommen in unterschiedlichen Gegenden unterschiedlich häufig vor. Aber wie gelangen die in den Körper? Das wird durch Nahrung und Wasser der Fall sein und da beginnt das Problem - mit den heutigen globalen Lieferketten könnte es zu Fehlschlüssen kommen.


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

26.06.2026 um 19:45
Ich vermute, die Ermittler haben bis hierhin schon einen relativ hohen Aufwand betrieben und aktuell gibts eben keinen Anhalt für ein Tötungsdelikt. Die Stelle ist paarmal abgesucht und es ist nichts mehr aufgetaucht, was neue Hinweise gibt (Schädel mit Schädelbruch z.B.). D.h. aktuell ist selbst, wenn es ein Tötungsdelikt war, ein Nachweis überhaupt nicht mehr zu führen, weder hinsichtlich Tatausführung noch hinsichtlich möglichem Täter. Zusätzlich scheint es so zu sein, dass den Radler niemand vermisst. Ich denke, da wird demnächst der Aktendeckel zufallen, einfach weil Behörden auch genug mit anderen Dingen zu tun haben. Die Sendung war sozusagen der letzte Strohhalm. Irgendwo muss man auch zeit- und ressourcenökonomisch vorgehen.


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

26.06.2026 um 21:55
Zitat von K-JettieK-Jettie schrieb:Stimmt schon, die Isotope kommen in unterschiedlichen Gegenden unterschiedlich häufig vor. Aber wie gelangen die in den Körper? Das wird durch Nahrung und Wasser der Fall sein und da beginnt das Problem - mit den heutigen globalen Lieferketten könnte es zu Fehlschlüssen kommen.
Auch, aber nicht nur. Es ist etwas komplexer:
Isotope sind unterschiedlich schwere Atom-Arten eines Elements. Der menschliche Körper nimmt durch Nahrung, Getränke und Umwelt die Bio-Elemente Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff und Schwefel und die Geo-Elemente Strontium und Blei auf. Deren Isotopenwerte sind je nach Region unterschiedlich. Das bedeutet, dass sich im IsotopenMuster einer Person zeigt, wo sie ungefähr zu Hause ist. Auch, wo der Tote aufgewachsen, wann er womöglich in ein anderes Land gezogen ist, ob er am Meer gelebt und wie er sich ernährt hat.
Quelle: https://home.benecke.com/publications/mitisotopen


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

28.06.2026 um 17:34
Er muss ja, egal ob er aus dem Raum Bremen kam oder nicht, irgendwo persônliches Gepäck gehabt haben. Kleidung, usw. Er ist ja auch irgendwie dort hin angereist. Auch wenn er fiktiv 30 km mit dem Rad gefahren wäre, hätte er vorher übernachtet und außerdem muss er ja auch irgendwo etwas gegessen haben. Es muss doch jemand geben der ihn gekannt hatte, gesehen hat. Da ist die Idee mit dem Wohnmobil , die hier jemand postete, doch eine gute Idee. Das Fahrrad hätte er mit gefûhrt haben können. Evtl, mit einer 2.. Person unterwegs ? Er wäre nicht zum Frühstück, Essen aufgefallen, da im Wohnmobil gegessen wurde. Also alles Persönliche sich dann dort abgespielt haben kônnte.


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

28.06.2026 um 22:23
Zitat von musikengelmusikengel schrieb:Er muss ja, egal ob er aus dem Raum Bremen kam oder nicht, irgendwo persônliches Gepäck gehabt haben.
Ja das müssen spezielle Lebensumstände sein, damit jemand nicht abgeht.
Ich könnte mir vorstellen
- dass er in einer möblierten Arbeiterunterkunft mit kurzem Vertrag und mit nur spärlicher Ausstattung untergebracht war. Als keiner mehr kam, hat man die Sachen entsorgt und gedacht es war ein Art Mietnomade.
- dass er auf Urlaub war, in einer kleinen Pension, am letzten Tag nochmal ausgefahren und nie mehr zurückgekommen, Gepäcktasche wurde weggeworfen, weil keine Kontaktdaten bzw. er einfach nicht mehr abgehoben hat.

Bei den Szenarien muss man Bedenken, dass es damals ja keinen Leichenfund gab. Jetzt denkt vielleicht niemand mehr zurück an einen Gast, der einfach weg war.

Alternativ kann es auch sein, dass er aus der Umgebung stammt und irgendwo sehr zurückgezogen lebte. Die Jäger sind nicht die einzigen, die dort sehr eigen und zurückgezogen leben…


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

28.06.2026 um 22:39
Zitat von gustigusti schrieb:Jetzt denkt vielleicht niemand mehr zurück an einen Gast, der einfach weg war.
Oder der Herbergsvater war damals schon 65 und lebt heute einfach nicht mehr, so dass er keine Beobachtungen beisteuern kann.
Zitat von musikengelmusikengel schrieb:Da ist die Idee mit dem Wohnmobil , die hier jemand postete, doch eine gute Idee.
Danke :-). Nur, was mich an der Idee selbst stört, ein Wohnmobil, das irgendwo scheinbar herrenlos steht, wird ja eher von Behörden beseitigt. Würde eine Behörde, Ordnungsamt vermutlich, einfach die Habseligkeiten im Wohnmobil entsorgen oder versteigern lassen und das Womo dann auch verwerten bzw. vesteigern lassen, ohne dass man nochmal öffentlich nachfragt? Das ist ja nicht einfach nur ein Koffer, der irgendwo verloren gegangen ist mit bissl Schmutzwäsche drin.

Was wäre passiert, wenn es ein holländisches oder belgisches oder deutsches Womo gewesen wäre, wie hätten da die Behörden zusammengearbeitet? Ich habe keine Ahnung.

Könnte natürlich auch sein, dass das Womo da länger rumstand und irgendwann hats eine Bande aus Osteuropa für sich entdeckt und das fährt jetzt irgendwo anders herum.


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

29.06.2026 um 07:08
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Was wäre passiert, wenn es ein holländisches oder belgisches oder deutsches Womo gewesen wäre, wie hätten da die Behörden zusammengearbeitet? Ich habe keine Ahnung.

Könnte natürlich auch sein, dass das Womo da länger rumstand und irgendwann hats eine Bande aus Osteuropa für sich entdeckt und das fährt jetzt irgendwo anders herum.
Klar, alles möglich. In der Nähe (Spielberg) befindet sich u.a. auch der Red Bull Ring, Dort findet der große Preis von Österreich (Formel 1) statt. 2014 zum ersten Mal wieder seit 2003. In dem Jahr war das am 22.6.
Nach elf Jahren kehrte die Formel 1 an den Spielberg zurück. Den Großen Preis von Österreich gewann Nico Rosberg vor Lewis Hamilton (beide Mercedes) und Valtteri Bottas (Williams). Wenige Monate darauf feierte das Red Bull Air Race am Red Bull Ring seine Premiere. Das spektakuläre Rennen zog tausende Fans an. Der Sieg ging an den Franzosen Nicolas Ivanoff, Nigel Lamb (GB) reichte der zweite Platz, um sich den WM-Titel zu sichern
Quelle: https://www.redbullring.com/de/red-bull-ring/geschichte/?srsltid=AfmBOor5lpyqaS-uFgAr0xbItItW8JOGoiGJEgn3mJxE3Qme6U1Z9ce6


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

29.06.2026 um 12:29
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:
Zitat von gustigusti schrieb:Jetzt denkt vielleicht niemand mehr zurück an einen Gast, der einfach weg war.
Oder der Herbergsvater war damals schon 65 und lebt heute einfach nicht mehr, so dass er keine Beobachtungen beisteuern kann.
Der Mann ist ja irgendwie dort "angereist". Sein Fahrrad hatte er bei sich. Also wenn er nicht aus der Gegend war (Umkreis) dann mit der Bahn / PKW / Wohnmobil. So das er sein Fahrrad mitnehmen konnte. Falls er alleine unterwegs gewesen wäre , wären doch auch persönliche Dokumente irgendwo gefunden worden. Bei einem Wirt /Gasthaus , wie auch immer, müsste er sich ja auch ausgewiesen haben und diese Dokumente könnte er ja dann evtl. im Zimmer zurückgelassen haben. Somit ist doch schnell nachzuforschen woher der Gast gekommen ist der vermisst wird. Ein Wirt / Pensionsinhaber u.ä. versucht doch dann über diese Heimatadresse den Gast zu finden. Er will ja immerhin sein Geld. Es hat ihn aber offenbar kein Gastwirt vermisst gemeldet was eigentlich dagegen spricht, dass er sich irgendwo einquatiert hatte.

Er ist ja nicht nur mit Fahrrad und Fahrradbekleidung unterwegs gewesen. - Im Urlaub -
Das klingt für mich doch so wie wenn er wirklich eine Begleitung hatte - nicht auf der Fahrradtour - aber sonst.


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

29.06.2026 um 12:57
Zitat von musikengelmusikengel schrieb:Es hat ihn aber offenbar kein Gastwirt vermisst gemeldet was eigentlich dagegen spricht, dass er sich irgendwo einquatiert hatte.
Stimmt. Aber es hat ja auch niemand das Fahrrad offiziell gemeldet, sondern man hat halt gewartet und irgendwann ging es mehr oder weniger in die eigene Verfügungsgewalt über.
Analog könnte das mit ein paar Sachen im Fremdenzimmer passiert sein. Wenn Leute dort keine Skrupel haben, eine Leiche unbeerdigt im Wald liegen zu lassen, gibts dort vielleicht auch Leute, die keine Skrupel haben, sich nach einem halben Jahr die ausstehenden 50 Euro aus der Geldbörse zu nehmen und den ganzen Rest in den Ofen zu schmeissen.
Zitat von jeangreenjeangreen schrieb:Klar, alles möglich. In der Nähe (Spielberg) befindet sich u.a. auch der Red Bull Ring, Dort findet der große Preis von Österreich (Formel 1) statt. 2014 zum ersten Mal wieder seit 2003. In dem Jahr war das am 22.6.
Vielleicht war das tatsächlich der Anlass für einen Urlauber, überhaupt in dieser Gegend unterwegs zu sein. Die Fahrradtour von dort bis Ende Bretsteingraben wäre sportlich, aber machbar gewesen (45 km Asphalt, ca. 400 Hm, wenn ich es recht in Erinnerung habe). Für eine trainierte Person ist das auch bei gemütlicher Fahrweise in wohl unter 3 h zu schaffen und die Ausstattung des Rades dafür eigentlich genau passend. Morgens los, mittags was essen, rauf auf den Berg, runter, zurück. Da reicht eine Trinkflasche - die halt weg ist - um unterwegs immer mal nachzufüllen und zu Essen bekommt man unterwegs sicher auch. Vielleicht ist er mit einem Womo sogar näher rangefahren, dann war die Strecke noch kürzer. Man könnte sich natürlich fragen: warum ausgerechnet in den Bretsteingraben fahren - aber die Frage kann man bei jedem Fundort erstmal stellen. Vielleicht kannte er den Graben von Familienurlauben als Kind und wollte sich das nochmal anschauen.


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

29.06.2026 um 13:16
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Aber es hat ja auch niemand das Fahrrad offiziell gemeldet, sondern man hat halt gewartet und irgendwann ging es mehr oder weniger in die eigene Verfügungsgewalt über.
Gibt es eine Quelle dafür, dass der Jäger das gefundene Fahrrad NICHT ordnungsgemäß gemeldet hat? Ich hatte mal zum vorgeschriebenen Umgang mit Fundsachen für Waldbesitzer in Österreich recherchiert und auch etwas dazu gepostet ( Beitrag von rattich (Seite 30) ). Demnach war der Jäger im Recht, wenn er den Fund des Fahrrads meldete und es (mit Zustimmung der Gemeinde) dann bei sich aufbewahrte, bis der Eigentümer gefunden war. Hatte sich nach einem halben Jahr niemand gemeldet, ging das Fahrrad legal in den Besitz des Jägers über.

Der Jäger wusste zum Zeitpunkt des Fahrradfunds ja noch nichts von dem Toten. Das bestätigt auch der österreichische Ermittler in der Fahndungssendung von Servus TV. Auch wurde gegen den Jäger m.W. nie wegen möglicher Fundunterschlagung oder Beweismittelunterdrückung in Bezug auf das Fahrrad ermittelt.


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

29.06.2026 um 13:35
Zitat von rattichrattich schrieb:Gibt es eine Quelle dafür, dass der Jäger das gefundene Fahrrad NICHT ordnungsgemäß gemeldet hat? I
Ne, nicht dass ich wüsste. Aber wenn er das korrekt gemacht hätte, wäre es sicher extra erwähnt worden. Während der Moderator in der Sendung etwas angewidert erschien, hat der Kommissar es doch eher sportlich-locker aufgefasst und war einfach nur professionell. Ich glaube, man hätte sich die Pointe "hat das Fahrrad ordentlich beim Fundbüro gemeldet, die Leiche aber über 10 Jahre liegen lassen" nicht entgehen lassen ;-).
Zitat von rattichrattich schrieb:Auch wurde gegen den Jäger m.W. nie wegen möglicher Fundunterschlagung oder Beweismittelunterdrückung in Bezug auf das Fahrrad ermittelt.
Eine Fundunterschlagung im Wert dieses Fahrrads verjährt in Österreich nach einem Jahr. Wenn man ihm bezüglich der Leiche nichts anhaben konnte, braucht man wegen des Fahrrads gar nicht erst mit der Arbeit anzufangen.
Wer ein fremdes Gut, das er gefunden hat oder das durch Irrtum oder sonst ohne sein Zutun in seinen Gewahrsam geraten ist, sich oder einem Dritten mit dem Vorsatz zueignet, sich oder den Dritten dadurch unrechtmäßig zu bereichern, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.
Quelle: Fundunterschlagung Strafbarkeit Österreich

Aus der Dauer der möglichen Haftstrafe folgt in Österreich die Verjährungsfrist, bei bis 6 Monaten Haft verjährt die Tat 1 Jahr nach Vollendung.


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29.06.2026 um 14:01
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Ne, nicht dass ich wüsste. Aber wenn er das korrekt gemacht hätte, wäre es sicher extra erwähnt worden.
Gut, dann ist die Unterschlagung des Fahrrads durch den Jäger also keine Tatsache, sondern lediglich eine Vermutung bzw. Unterstellung Deinerseits. Das wollte ich nur klären.


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

29.06.2026 um 14:07
Zitat von rattichrattich schrieb:Gut, dann ist die Unterschlagung des Fahrrads durch den Jäger also keine Tatsache, sondern lediglich eine Vermutung bzw. Unterstellung Deinerseits. Das wollte ich nur klären.
Ja, das stimmt, es ist eine einigermaßen begründete Vermutung. Moralisch gesehen würde es für mich keine wirkliche Rolle spielen. Das ggf. unterschlagene Fahrrad finde ich Peanuts dagegen, eine Leiche einfach so bei sich liegen zu lassen, ohne sich zu kümmern. Aber man will dem Jäger auch nicht noch mehr anhängen. Du hast schon Recht :-).


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

29.06.2026 um 14:19
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Moralisch gesehen würde es für mich keine wirkliche Rolle spielen. Das ggf. unterschlagene Fahrrad finde ich Peanuts dagegen, eine Leiche einfach so bei sich liegen zu lassen, ohne sich zu kümmern.
Faktisch gesehen wohl auch nicht: Da doch offenbar weder der Tote, noch sein Fahrrad als vermisst gemeldet sind oder man zumindest keine Verbindung zu einer Vermisstenmeldung herstellen kann, wäre ja auch bei einer Meldung des Fahrrads wohl kaum irgendwas herausgekommen das den Fall gelöst hätte.

Statt einem herrenlosen Rad das beim Jäger im Schuppen steht, wäre es dann ein herrenloses Rad gewesen das beim Fundbüro steht (und vermutlich irgendwann versteigert oder verschrottet worden wäre. Insofern ist es rückblickend sogar ein Glücksfall, dass das Fahrrad wohl nicht gemeldet wurde).


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

29.06.2026 um 14:36
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Insofern ist es rückblickend sogar ein Glücksfall, dass das Fahrrad wohl nicht gemeldet wurde).
Das stimmt irgendwie auch. War zwar nicht die Intention des Jägers, aber letztlich stimmt das. Optimal wäre gewesen, wenn er die Leiche schon nicht melden will, dass er sie dann wenigstens bei sich eingefroren hätte. Jäger haben ja i.d.R. Zugriff auf größere Kühlräume. Aber das ist jetzt schon fast makaber.


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29.06.2026 um 15:27
Der letzte Bericht der "Krone" zum Fall:
Ein Toter muss scheinbar in A nicht gemeldet werden.


Keine Hinweise
Mysteriöser Leichenfund: Ermittlungen abgebrochen

...

Verschweigen von Leichenfund nicht strafbar


Das Verfahren gegen ihn wegen des Verdachts der Unterdrückung von Beweismitteln wurde inzwischen eingestellt. Es konnte kein strafbares Verhalten nachgewiesen werden. Das bestätigte Anika Maierhofer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Leoben, am Mittwoch.

Das Verschweigen eines Leichenfundes stelle zudem gar kein strafbares Verhalten dar – moralisch gesehen ist es natürlich eine ganz andere Frage. Fest steht aber: Der Tatbestand der Störung der Totenruhe wurde nicht erfüllt.

Erhoffter Durchbruch blieb aus

Nach wie vor bleibt die Identität des Toten ungeklärt. Trotz umfangreicher kriminalpolizeilicher Ermittlungen, DNA-Analysen und forensischer Untersuchungen verlief auch ein Abgleich mit bekannten Vermisstenfällen in Österreich und im Ausland bislang ohne Treffer. Auch ein Aufruf in der ServusTV-Sendung „Fahndung Österreich“ brachte nicht den erhofften Durchbruch. Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren nun abgebrochen, bis sich neue Ermittlungsansätze ergeben.
Quelle: https://www.krone.at/90014191708


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01.07.2026 um 07:38
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Morgens los, mittags was essen, rauf auf den Berg, runter, zurück. Da reicht eine Trinkflasche - die halt weg ist - um unterwegs immer mal nachzufüllen und zu Essen bekommt man unterwegs sicher auch
Ohne Geldbörse? Halte ich doch eher für unwahrscheinlich. Wie man es dreht und wendet: da fehlt was bzw ist nicht stimmig...


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