1988 schrieb:Wenn man von der Hypothese ausgeht, der Knochenfund ist "Fake", und man möchte mit der Nachricht jemanden triggern, würde diese Person doch genau wissen, dass man dort nichts gefunden haben kann, da sie wo anders liegt.
Nicht unbedingt. Sollte es einen Täter geben, wüsste er natürlich, wo die Leiche liegt, bzw. dass sie nicht am Fuß der Felsen liegt. Aber bis zum Zeitpunkt des (tatsächlichen oder vermeintlichen) Knochenfunds galt Corinas Verschwinden zumindest offiziell ja als Vermisstenfall, und es hätte auch sein können, dass sie noch am Leben war. Wenn jedoch ein Knochen von ihr gefunden wird, wo auch immer, hat man Gewissheit, dass sie
nicht mehr lebt. Es spielt keine Rolle, wie der Knochen an die Stelle kam. Er muss nicht vom Täter platziert worden sein. Die Ermittler sagen ja auch, ein Tier könnte den Knochen von irgendwoher verschleppt haben. Entscheidend ist, dass man jetzt die Erkenntnis hat: Corina ist tot. Und
das wusste bis dahin niemand (außer dem Täter).
Insofern ist der Knochenfund schon ein Wendepunkt in dem Fall, auch für den Täter. Nach dem Knochenfund weiß er, dass man jetzt nach Corinas Leiche (und ggf. nach ihrem Mörder) suchen wird. Vielleicht könnte er bei der Vorstellung ja schon nervös werden?
Kielius schrieb:Deshalb finde ich interessanter die Frage, ob die Finte "Fund eines einzelnen Knochens" überhaupt Sinn ergeben kann.
Ich meine ja, falls die Ermittler glauben den Täter zu kennen, aber man ihm nichts nachweisen kann. Dann könnte die Finte der Versuch sein, bei der Überführung des Täters weiterzukommen.
Ja, das wäre für mich auch denkbar, wie oben beschrieben.