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Corina Niemand - Verschwunden 2024, Knochenfund 2026

846 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Knochen, Knochenfund ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Corina Niemand - Verschwunden 2024, Knochenfund 2026

26.08.2026 um 13:04
Hallo,

verfolge hier den Beitrag von Anfang an.
Mir kommt es ein wenig komisch mit der Migräne und abends zu Hause einen Film schauen vor. Wenn man Migräne hat, dann kann und möchte man keinen Film schauen. Das ausgeschaltete Handy passt auch irgendwie nicht dazu.
Kann mir einer erklären, wie Simon am Freitag an Corinas Auto kommt? Hatte er einen Schlüssel? Denn sie wird ja von ihm in ihrem Auto von der Arbeit abgeholt. Wie ist Corina zur Arbeit gekommen? War Simon schon länger bei ihr und hat sie am Morgen zur Arbeit gefahren?
Wird irgendwo gesagt, ob Simon, bevor er am Samstag los ist zu seinem Termin (was für ein Termin ist das überhaupt an einem Samstag und dann noch so lange), seine Seite des Bettes gemacht hat? Ich bin der Meinung das gesagt wurde, dass nur eine Seite des Bettes benutzt war.


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Corina Niemand - Verschwunden 2024, Knochenfund 2026

26.08.2026 um 14:21
Zitat von rattichrattich schrieb:Auch im Fall Corina hat die Polizei das betreffende Gebiet abgesucht, ja, aber sie ist nicht fündig geworden, obwohl der Ausgangspunkt doch dort liegen müsste.
Vorab in eigener Sache: Ich habe der Polizeidirektion Dresden inzwischen einen als nicht dringlich gekennzeichneten Sachhinweis zukommen lassen.
Zitat von cambiocambio schrieb:Weil hier das Thema „Drohne“ schon einmal im Raum stand, müsste nicht die Kripo bei jedem/nach jedem größeren Wetterereignis so ein Ding zum Einsatz bringen? Sie sollten doch auch Interesse an der Klärung des Falles haben, egal ob Suizid oder Tötungsdelikt.
Eine Drohne nach jedem größeren Wetterereignis einzusetzen, wäre meines Erachtens eher nicht notwendig. Sinnvoller wäre m. E. ein Ausgangsflug in der laubarmen Zeit, anschließend ein Wiederholungsflug auf derselben Route nach einem tatsächlich relevanten Ereignis. Dann könnten neue Rutschungen, Windwurf, freigelegte Bodenstellen oder Veränderungen in Geröll- und Vegetationstaschen durch einen Bild- und Punktvergleich festgestellt werden.

Auch wären die Drohnen zur reinen Knochensuche leider ungeeignet. Die normale RGB-Kamera benötigt freie Sicht. Und das größte Problem ist das von Signal zu Störung. Ein einzelnes helles, längliches Objekt zwischen Monzonitscherben, Astbruch, altem Steinbruchschutt und Laub sieht aus wie tausend andere helle, längliche Objekte. Es gibt also wahrscheinlich tausende Treffer. Die Wärmebildkamera misst Temperaturunterschiede. Ein skelettiertes Einzelelement zwei Jahre nach dem Tod erzeugt keine Eigenwärme mehr, es steht vielmehr im thermischen Gleichgewicht mit seiner Umgebung.

Multispektralsensoren und Vegetationsindizes wie NDVI oder NDRE untersuchen Vegetationsveränderung über einem eingetragenen Zersetzungsherd. Ein einzelner Knochen, umgeben von Biomasse, erzeugt keinen Herd. Für die Frage, wo der Rest liegt, wäre das theoretisch der interessanteste Ansatz, nur ist der Effekt nach 2 Jahren und ohne belastbare Fläche kaum zu isolieren. Bleibt LiDAR, und das ist der einzige Sensor, der hier wirklich etwas bringt, aber nur als Vermesser. Laserpulse finden Lücken im Blätterdach, und aus den Bodentreffern lässt sich ein Geländemodell im Zentimeterbereich rechnen. Rinnen, Felsstufen, Wurzelteller, alte Steinbruchterrassen und Materialablagerungen träten hervor, und man sähe, ob es die durchgehende Verbindung nach unten überhaupt gibt.
Zitat von rattichrattich schrieb:. Wenn wir jetzt im Herbst bald wieder ähnliche Wetterbedingungen haben (viel Regen, starker Wind), müssten dann nicht weitere Knochen langsam nach unten gespült werden? Würde durch diesen Prozess oben auf dem Plateau nicht eine Art „Knochenstraße“ entstehen, die zumindest teilweise doch auch sichtbar sein müsste?
Für den kommenden Herbst lässt sich heute kein bestimmter Sturm oder Starkregen in Dresden seriös vorhersagen. Ob sich weitere Knochenteile lösen könnten, hängt nicht nur von den Witterungsbedingungen ab, sondern auch von der Position und äußeren Einflüssen. Eine Knochenstraße wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht bilden, denn Wasser transportiert Skelett-Elemente nicht gleichmäßig, sondern sortiert. Voorhies hat das 1969 klassifiziert: Gruppe I – Rippen, Wirbel, Sacrum, Sternum – wird sofort verlagert. Gruppe II – Femur, Tibia, Humerus, Becken – folgt später durch Schleifen am Boden. Gruppe III – Schädel und Unterkiefer – widersteht dem Transport und bleibt als Lagrest liegen. Man bekommt also keine Perlenkette, sondern räumlich getrennte Fraktionen in verschiedenen Entfernungen. Dazu kommt: Tiere entnehmen einzelne Elemente vollständig und tragen sie radial fort, nicht rinnenparallel.


Hier zur Studie: Voorhies, Michael R. (1969): Taphonomy and Population Dynamics of an Early Pliocene Vertebrate Fauna, Knox County, Nebraska. University of Wyoming Contributions to Geology, Special Paper 1, S. 1–69. DOI: 10.2113/gsrocky.8.special_paper_1.1.


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Corina Niemand - Verschwunden 2024, Knochenfund 2026

26.08.2026 um 14:45
Zitat von ivaiva schrieb:
Zitat von TritonusTritonus schrieb am 11.07.2026:Eher nicht. So was ist anfallartig ca einen halben Tag, höchstens einen Tag.
Woher nimmst du diese Info?
Bei mir ist Migräne so. Und bei ein paar anderen Leuten, die ich kenne, auch.
Ich habe jetzt aber gelernt, dass das auch anders sein kann, alles gut!
Zitat von uhurauhura schrieb:Mir kommt es ein wenig komisch mit der Migräne und abends zu Hause einen Film schauen vor.
Ich denke, wir sollten das nicht so wörtlich nehmen. Männer, die das seltener haben, oder überhaupt Leute, die Migräne nicht kennen, sagen oft zu "normalen" Kopfschmerzen Migräne. Früher schwang in diesem Begriff sogar immer ein bißchen "Frauenhysterie" mit, das ist jetzt nicht mehr so.
Bei einem richtigen Migräneanfall fühlst du dich todkrank (du bist es nicht, aber du fühlst dich halt so). Sehr starke Kopfschmerzen sind (bei mir jedenfalls) mit einer extremen Übelkeit gekoppelt. Ich würge dann so viel raus, wie ich die ganz Woche nicht gegessen habe, aber auch dann hört die Übelkeit nicht auf, sondern man würgt dann nur noch Magensaft (oder so was Ähnliches). Das geht bei mir einen halben bis einen Tag so. Dazu kommt noch eine hochgradige Lichtempfindlichkeit der Augen. Ich denke, das ist anschaulich genug um zu wissen, dass Fernsehen dann gar nicht geht. Also ich wage zu behaupten, dass das mit der Migräne nicht stimmt. Vielleicht hatte sie Kopfschmerzen.


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26.08.2026 um 15:35
Zitat von TritonusTritonus schrieb:Ich denke, wir sollten das nicht so wörtlich nehmen. Männer, die das seltener haben, oder überhaupt Leute, die Migräne nicht kennen, sagen oft zu "normalen" Kopfschmerzen Migräne.
Wenn's nicht so schlimm war auf dass sie Film schauen wollte, dann ist aber die Frage, warum der Partner gleich so besorgt die Polizei gerufen hat, bevor er selbst erst mal in die Wohnung schaute. (Er befürchte das Schlimmste, weil sie am Vorabend ja starke Medikamente genommen hätte). Es ist halt alles etwas nebulös bezüglich ihrem Gesundheitszustand.


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26.08.2026 um 15:50
Zitat von rattichrattich schrieb:Das bedeutet vermutlich, dass die Medikamenteneinnahme am nächsten Tag bzw. an den folgenden Tagen hätte fortgesetzt werden müssen, weil ansonsten Suizidgefahr bestand?
Ich kenne mich weder mit Migräne noch mit der üblichen Medikation bei Migräne aus, würde aber eher denken dass wenn man die Tabletten einnimmt, vielleicht hat Frau Niemand auch später noch ein oder 2 Tabletten mehr eingenommen weil die Migräne sehr stark war, es zu Gangunsicherheiten, Schläfrigkeit oder ähnlichem kommen könnte. Vielleicht gab es ja in der Vergangenheit schon solche Situationen.
Zitat von TritonusTritonus schrieb:Ich denke, das ist anschaulich genug um zu wissen, dass Fernsehen dann gar nicht geht. Also ich wage zu behaupten, dass das mit der Migräne nicht stimmt. Vielleicht hatte sie Kopfschmerzen.
Da kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein, ich vermute eher dass es tatsächlich Migräne war und würde auch vermuten dass sie deshalb verschreibungspflichtige Medikamente einnahm
da Corina über Migräne klagte und schwere Medikamente zu sich genommen hatte.
Quelle: https://www.blick.de/dresden/fall-corina-n-nach-aktenzeichen-xy-gehen-neue-hinweise-bei-der-polizei-ein-artikel14334695
Vielleicht halfen diese Medikamente bei ihr üblicherweise schnell und gut, falls es solche Medikamente gibt, so dass Fernsehen dann doch noch möglich war.


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26.08.2026 um 16:06
@uhura:
Man benötigt mit dem ÖPNV (Bus) ca. 40 Minuten von CNs Haustür bis zu ihrer Arbeitstelle auf der Tiergartenstraße (von Tür zu Tür, einmal Umsteigen).


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26.08.2026 um 16:09
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Wenn's nicht so schlimm war auf dass sie Film schauen wollte, dann ist aber die Frage, warum der Partner gleich so besorgt die Polizei gerufen hat, bevor er selbst erst mal in die Wohnung schaute. (Er befürchte das Schlimmste, weil sie am Vorabend ja starke Medikamente genommen hätte).
Vielleicht hatte er einfach Angst um Corina. Vielleicht dachte er, sie hätte evtl. doch zu viele oder zu starke Medikamente genommen, oder die Medikamente könnten lebensgefährliche Nebenwirkungen gehabt haben, und Corina könnte jetzt hilflos in der Wohnung liegen. Um keine Zeit zu verlieren, wollte er dann evtl. nicht abwarten, bis er selbst zurück in Dresden war, sondern hat lieber gleich von unterwegs die Polizei alarmiert. Er sagte sich wohl, je eher Corina gefunden würde, desto größer wäre die Chance, dass ihr noch geholfen werden kann.


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Corina Niemand - Verschwunden 2024, Knochenfund 2026

26.08.2026 um 16:27
Zitat von rattichrattich schrieb:Vielleicht hatte er einfach Angst um Corina
Ja, kann auch sein. (- Ist ja schwer zu sagen, wenn man die Menschen so gar nicht kennt.)

Ihre Tochter sagte irgendwo mal, sie vermutet dass sie auch an jenem Morgen zu einem Spaziergang raus ist um den Kopf frei zu bekommen. Man weiß halt nicht, ob sie keinen Handy- Akku mehr hatte, ob sie darauf vergaß das zu checken bevor sie mit dem Handy wegging.
Aber dann wäre sie wohl von jemand abgefasst worden. Man weiß auch nicht, ob sie ihre Runden außerhalb des Siedlungsgebiets führten. Das würde dann vermutlich im Westen sein, oder gibt es Treppen von der Felswand, auf dass sie in einen Wald käme? Samstag hatte sie wahrscheinlich Zeit. An Suizid glaube ich nicht, an freiwilliges Absetzen schon gar nicht.
Hoffentlich findet man noch etwas, sodass man wenigstens noch einen weiteren Anhaltspunkt hat.


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26.08.2026 um 16:29
@cambio
Danke für die Auskunft. Aber meine Frage war ja, ob er schon vorher bei ihr war, da im FF ja gezeigt wird, dass Simon sie mit ihrem Auto von der Arbeit abholt. Als sie einsteigt, sitzt er ja schon hinter dem Lenkrad und es sieht aus, als ob er schon ein wenig auf sie gewartet hat.
Das irritiert mich ein wenig.


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26.08.2026 um 16:47
Zitat von rattichrattich schrieb:Vielleicht hatte er einfach Angst um Corina. Vielleicht dachte er, sie hätte evtl. doch zu viele oder zu starke Medikamente genommen, oder die Medikamente könnten lebensgefährliche Nebenwirkungen gehabt haben, und Corina könnte jetzt hilflos in der Wohnung liegen.
Das setzt dann aber voraus, dass sie wirklich starke Migräne hatte. Da macht dann der Film am Abend keinen Sinn.

Irgendwas stimmt nicht. Ich kann nur noch nicht sagen was und was mich stört.


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26.08.2026 um 16:57
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:oder gibt es Treppen von der Felswand, auf dass sie in einen Wald käme?
Das wäre der Sächsische Pilgerweg (Jakobsweg), der nach Osten vom Elefantenfelsen nach unten zur Straße führt, wenn ich das richtig sehe. Und von dem gibt es auch einen Weg noch weiter nach Osten bis zum Luftbad Dölzschen. Der Weg führt durch ein etliche hundert Meter langes Waldgebiet.
Zitat von uhurauhura schrieb:Das setzt dann aber voraus, dass sie wirklich starke Migräne hatte.
Wenn ein Mann selbst keine gesundheitlichen Probleme hat, kann er das vielleicht nicht einschätzen, wenn er sich nicht näher mit ihr darüber unterhalten hat


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26.08.2026 um 17:13
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Wenn's nicht so schlimm war auf dass sie Film schauen wollte, dann ist aber die Frage, warum der Partner gleich so besorgt die Polizei gerufen hat, bevor er selbst erst mal in die Wohnung schaute.
Wird das irgendwo gesagt, dass der Partner genau wegen des Migränezustands die Polizei rief? Das fände ich dann noch merkwürdiger, denn für bedenkliche gesundheitliche Zustände ist ist doch eigentlich der Rettungswagen zuständig. Wenn ich denke, mein Freund hat einen Herzinfarkt z.B., dann rufe ich die 112 und nicht die Polizei.
Ich meine. dass das irgendwie offenblieb, weswegen genau er die Polizei rief. Kann mich irren.


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26.08.2026 um 17:29
Die Fahrzeit mit dem Bus habe ich nur angegeben um zu zeigen, dass sie vermutlich früh mit dem Auto gefahren wurde. Es war März und kalt sowie regnerisch. Dazu die Migräne/Depression. Ihr Auto kann direkt vor der Haustür parken.
Falls sie in Richtung Jochhöh gewandert ist, dort gibt es ebenfalls viel Gehölz und Wald (Steigerweg). Da kommt man auch wieder auf die Tharandter Straße.


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26.08.2026 um 18:12
Zitat von TritonusTritonus schrieb:Wird das irgendwo gesagt, dass der Partner genau wegen des Migränezustands die Polizei rief?
In AZxy wird es so dargestellt: Er wunderte sich ob dem Handy was passiert wäre, oder ihr. Nachdem er die Krankenhäuser angerufen hatte, hat er die Polizei gerufen, weil er das Schlimmste befürchtete, weil sie ja starke Medikamente am Vorabend genommen hätte. Die Polizei fand, dass man wegen der beschriebenen Umstände in der Wohnung nachschauen sollte. Bei der Nachbarin war ein Schlüssel hinterlegt.
Zitat von cambiocambio schrieb:Falls sie in Richtung Jochhöh gewandert ist, dort gibt es ebenfalls viel Gehölz und Wald (Steigerweg
Aber das sind wohl alles keine Wege wo man mit einem Auto ranfahren könnte, um eine Leiche abzutransportieren. Im Wald im Umkreis dieser Wege ist das Gebiet immer noch überschaubar (für den Fall, dass der gefundene Knochen nicht vom Ablageort der Leiche stammte).
Es ist glaube ich nicht bekannt, ob die Polizie damals am ersten Samstag ihres Verschwindens mit dem Hubschrauber Wärmebildkameras über diesen Waldgürteln eingesetzt hat.


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26.08.2026 um 23:33
Zitat von LucaMR06LucaMR06 schrieb:Ich habe der Polizeidirektion Dresden inzwischen einen als nicht dringlich gekennzeichneten Sachhinweis zukommen lassen.
Ich hoffe, es kommt eine positive Antwort. Die Polizei hat ja Spezialisten für alles Mögliche, aber ich habe noch nie etwas von diesen wissenschaftlichen Methoden zur Ortung von Knochen gehört. Vielleicht löst Du am Ende den Fall und wirst berühmt? Es gibt sicher auch noch viele andere Fälle, in denen Deine Analysen weiterhelfen würden.

Vielen Dank auch, @LucaMR06 , für Deine präzise und ausführliche Beantwortung meiner Frage und Deine weiteren Erklärungen zur Knochensuche. Das ist ja eine Wissenschaft für sich.

Nach der Studie von Michael R. Voorhies werden in der Natur also zuerst Knochen der Gruppe I wegtransportiert, d.h. Rippen, Wirbel, Kreuzbein und Brustbein. Schade, dass öffentlich nicht bekannt ist, ob der im Fall Corina Niemand gefundene Knochen zu dieser Gruppe gehört. Im Thread war ja eher ein großer Arm- oder Beinknochen vermutet worden. Nach Voorhies werden die großen Röhrenknochen wie Oberschenkel- und Oberarmknochen und Schienbein (Gruppe II) aber erst nach den o.g. Knochen der Gruppe I wegbewegt.

Je nachdem, was für ein Knochen bereits gefunden wurde, sollte man das Grundstück dann vielleicht doch noch einmal gezielt nach weiteren Knochen absuchen, falls sie nach Voorhies' Studie dem gefundenen Knochen vorausgegangen sein müssten?


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Corina Niemand - Verschwunden 2024, Knochenfund 2026

27.08.2026 um 01:05
Zitat von LucaMR06LucaMR06 schrieb:Dieser bewegte sich zusammen mit Laub, Erde und Geröll durch eine der schmalen Hangrinnen (eine der wenigen Dutzend Fallinen) auf das Grundstück (begrenzter Teil des Wandfußbandes – violett). Ende März wurde er möglicherweise teilweise freigespült. Die lange Ostrinne am Elefantenfelsen führt nicht in das modellierte Fundband und ist daher kein plausibler Abflussweg zu C.
Von der Begerburg verläuft nach Osten dort die Wurgwitzerstraße. Weg geht dort nicht auch noch entlang nehme ich an, und die Straße hat eine Mauer zum Abhang(?) Aber man kann vermutlich schon da drüber steigen um an die Felskante zu gelangen. Ostrinne kann ich keine erkennen.
Hmm, Dort kann man sich schlecht vorstellen, dass sie jemand abgefasst hat und hinunter gestoßen.


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Corina Niemand - Verschwunden 2024, Knochenfund 2026

27.08.2026 um 09:55
@rattich: Danke, dein Einwand trifft zu. Voorhies hat seine Gruppen 1969 aus fluvialem Transport in Gerinneströmung abgeleitet, also aus Flotation und Saltation in fließendem Wasser. Das in Betracht stehende Gelände ist ein steiler Hang, in dem überwiegend Schwerkraft, Geröll und Hangmaterial wirken und Wasser eher Auslöser und Schmiermittel ist als Transportmedium. Dort verschiebt sich die Sortierung: Masse, Form und Reibung entscheiden, und ein kompaktes Element kann weiter rollen als ein leichtes, das sich im Laub verhakt.

Damit gilt deine Feststellung erst recht: Die Gruppen beschreiben Verlagerungsneigungen, keine zeitliche Reihenfolge am selben Ort. Leichtere Elemente können längst weiter unten oder außerhalb des abgesuchten Bereichs liegen. Eine erneute gezielte Absuche wäre nur dann sinnvoll, wenn Knochenart, exakte Fundlage und Geländeprofil zusammenpassen. Diese genauen Modalitäten des Fundes besitzt bloß die Polizei.
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Hmm, Dort kann man sich schlecht vorstellen, dass sie jemand abgefasst hat und hinunter gestoßen.
Das Modell unterstellt gerade nicht, dass Corina dort abgefangen oder hinuntergestoßen wurde. Der gelbe Korridor bezeichnet nur einen möglichen Ausgangsraum eines bereits gelösten Knochens. Über Tathergang, Todesort oder beteiligte Personen sagt er nichts, und er soll es auch nicht.

Zur Ostrinne: Das ist eine aus dem Höhenmodell gerechnete Abflusslinie, kein im Luftbild erkennbarer Weg. Das DGM1 ist ein Bodenmodell mit einem Höhenwert je Quadratmeter. Es zeigt Mikrorelief, das unter Bewuchs optisch gar nicht sichtbar sein kann. Es stimmt aber, und das ist die eigentliche Schwäche: Zäune, Mauern oder andere hochgezogene Blockaden sind in einem Geländemodell nicht zuverlässig abgebildet. Ein einziger Mauerabsatz quer zur Linie beendet jeden modellierten Transportweg, ohne dass die Rechnung das merken kann.

Eine Korrektur an mir selbst: Ich hatte die Ostrinne als Weg zum Fundband ausgeschlossen. Das ist zu final. Richtig ist: Nach dem Modell endet sie in einem anderen Teileinzugsgebiet als jenem, das sich aus den öffentlichen Ortsangaben zum Fundbereich ergibt. Da der genaue Fundpunkt nicht veröffentlicht ist, steht und fällt diese Aussage mit meiner Abgrenzung des Fundortes. Läge der reale Fundpunkt einige Dutzend Meter weiter östlich, gewänne die Ostrinne sofort wieder Gewicht.

Zur Wurgwitzer Straße: Ob die Kante dort durchgehend durch eine Mauer abgegrenzt war/ist und wie zugänglich sie tatsächlich war, lässt sich aus den öffentlichen Daten nicht beurteilen. Das gehört örtlich, durch die zuständigen Ermittler beurteilt.


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27.08.2026 um 11:33
Der bei der Begerburg in östlicher Richtung bei Google Maps noch als Wurgwitzer Straße bezeichnete Weg ist der „Jakobsweg“, der auf die Tharandter Straße führt. Er ist zur Böschung mit einem einfachen Geländer gesichert.
Die eigentliche Wurgwitzer Straße endet oben hinter der Grundschule (Hohendölzschener Str./Am Kirschberg).
Der Weg von der Grundschule, weiter oberhalb der Kleingartensparte, zum Luftbad (FKK) wurde bisher auch kaum betrachtet. Dieser könnte auch Bestandteil einer regelmäßigen Joggingrunde sein.
Wenn sie wirklich noch nach Leipzig wollte, kommt vermutlich eine längere Runde ohnehin nicht in Frage. Die Zeit war einfach nicht vorhanden.
In ihrem Büro kannte man ihren Freund. Er hat sie öfter abgeholt. Bezüglich chronischer Krankheiten war nichts bekannt. Auch wenn es nicht viel aussagt, ihre Kollegen glauben nicht an einen Selbstmord.


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Corina Niemand - Verschwunden 2024, Knochenfund 2026

27.08.2026 um 13:28
Zitat von LucaMR06LucaMR06 schrieb:Das in Betracht stehende Gelände ist ein steiler Hang, in dem überwiegend Schwerkraft, Geröll und Hangmaterial wirken und Wasser eher Auslöser und Schmiermittel ist als Transportmedium. Dort verschiebt sich die Sortierung: Masse, Form und Reibung entscheiden, und ein kompaktes Element kann weiter rollen als ein leichtes, das sich im Laub verhakt.
Ja, das hatte ich mir später auch noch überlegt. Bei der Voorhies-Studie bestanden wohl andere Bedingungen. Aber am Hang müsste sich ja gerade ein schwerer Knochen wie ein Schädel (der zudem noch eine kugelige Form hat) eher nach unten bewegen als ein flacher Knochen. Auch Zäune oder Mauerreste o.a. können den Transportweg der Knochen natürlich blockieren oder evtl. in eine ganz andere Richtung umleiten. Hinzu kommen mögliche Eingriffe durch Tiere, das ist vermutlich der größte Unsicherheitsfaktor.

Als Außenstehender, der das betreffende Gelände nicht kennt und auch die erforderlichen Daten nicht zur Verfügung hat, kann man nur beispielhaft Berechnungen anstellen. Alles Weitere müsste die Polizei übernehmen. Sehr interessant ist das Thema trotzdem.

Es gibt hier bei Allmy noch weitere Threads zu Fällen, in denen Knochen bzw. Schädel einzeln gefunden wurden bzw. verschwunden sind. Mir sind jetzt zwei solcher Fälle präsent, tatsächlich sind es wahrscheinlich mehr. Und in beiden Fällen spielen Hanglage und etwas rauere klimatische Verhältnisse eine Rolle. Konkrete Daten fehlen natürlich auch hier, und vielleicht kennst Du die Fälle ja auch, aber ich wollte mal darauf hinweisen: Ich meine den Fall Émile in Frankreich ( Émile (2) in Le Haut-Vernet (F) tot aufgefunden ) und den Fall des toten Radfahrers in Österreich ( Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich ).


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Corina Niemand - Verschwunden 2024, Knochenfund 2026

27.08.2026 um 13:44
Zitat von rattichrattich schrieb:Knochen wie ein Schädel (der zudem noch eine kugelige Form hat) eher nach unten bewegen als ein flacher Knochen.
Ja, genau. Bei einem Schädel würde ich wegen Masse und annähernd kompakter Form ebenfalls eine relativ hohe Mobilität erwarten.
Zitat von rattichrattich schrieb:Es gibt hier bei Allmy noch weitere Threads zu Fällen, in denen Knochen bzw. Schädel einzeln gefunden wurden bzw. verschwunden sind.
Ja, die sind beide sehr interessant. Gerade Émile wäre spannend, weil dort, meines Wissens nach, ebenfalls steiles Gelände, einzelne aufgefundene Überreste und die Frage nach Verlagerung zusammenkommen. Wenn es konkrete DGM‑ und Fundparameter gibt, füttere ich die auch mal ins Modell. Vielleicht hilft es weiter.

Richtig interessant wäre es, wie oben schon gesagt, wenn wir die exakten Koordinaten und einen Lidar-Scan des Geländes hätten. Das bleibt aber die Aufgabe der Ermittler


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