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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

5.178 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Juni, Studentin ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 08:49
Die Fortschritte in der DNA-Analyse sind der Kernpunkt. Rückblickend denke ich, dass es 2013 von der Verteidigung klüger gewesen wäre, sich auf einen Prozess einzulassen, bei Gericht das fundierte Gutachten zu präsentieren und damit einen Freispruch zu erwirken. Die Situation sieht jetzt ähnlich aus, hat sich aber nicht verbessert und könnte sich in ein paar Jahren durch die Forschung weiter verschlechtern.

Im Grunde tauchen bei diesem Mordfall immer wieder zwei Varianten auf. Der Zufallstäter (Bosnien-Spur) und der Beziehungstäter aus dem studentischen Umfeld. Die LKA-Tirol Ermittler haben den Zufallstäter favorisiert, die BKA-Wien Ermittler den Beziehungstäter. Wenn man davon ausgeht, dass in der Regel LKA-Beamte in Mordfällen weit weniger Erfahrung haben als BKA-Beamte, die noch dazu etwa sieben Jahre mehr an Forschung/Fortschritt zu Verfügung hatten, dann fällt es mir schwer zu glauben, dass die sich komplett verrannt haben.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 10:32
Zitat von camelotcamelot schrieb:Die Fortschritte in der DNA-Analyse sind der Kernpunkt. Rückblickend denke ich, dass es 2013 von der Verteidigung klüger gewesen wäre, sich auf einen Prozess einzulassen, bei Gericht das fundierte Gutachten zu präsentieren und damit einen Freispruch zu erwirken. Die Situation sieht jetzt ähnlich aus, hat sich aber nicht verbessert und könnte sich in ein paar Jahren durch die Forschung weiter verschlechtern.
Also meinst Du, dass es besser gewesen wäre, dass der TV damals 1/2 - 1 Jahr erst in U-Haft hätte verbringen sollen um dann das Gutachten aus München im Prozess zu präsentieren? Geht's noch? Ich glaube, kein Anwalt würde so etwas seinem Klienten empfehlen. Gerichte schätzen auch solche Aktionen - alla Gerichtssoap - nicht besonders. Wenn man erkennt, dass ein solches Gutachten erst verzögert an die Justiz weiter gegeben wurde, dürfte er auch für diese Zeit keine Haftentschädigung erhalten.

So wie es jetzt laufen könnte, wenn die Anklage zugelassen wird, würde es für ihn bei einem Freispruch das endgültige Ende bedeuten. Was nun den Vorteil hat, dass er nicht erneut in U-Haft gesessen hätte.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 10:43
Ich gebe @camelot recht mit seiner Theorie das LKA - Beamte weniger erfahrung haben mit dem Ganzen wie die BKA-Ermittler in solchen Fällen.

Es wäre natürlich auch logischer wenn sich TB von Daniela um 4:30 in der Dreiheiligen Straße verabschiedet und ihr dann in den Rapolidipark folgt ca. 9 minuten zu fuß. Außerdem war er der letzte was sie gesehen hat und wahrscheinlich auch wußte wo sie noch hin wollte.

Das wäre beim Bosnier etwas schwerer da er einfach zufällig in der Nähe vom Rapoldipark gewesen sein müßte und Daniela dann mit dem Rad auch zufällig gesehen haben müßte.

Und ich schließe beide eigentlich nicht aus weder TB noch den Bosnier.

Nur gibt es mal gegen TB die DNA Spuren die wir kennen die jedoch mehr als dünn sind wenn es Sekundärspuren sind da er am Abend des Mordes mit ihr zusammen war heißt:

DNA Rock Spur irgendwo auf der Couch - auf dem Bett von TB oder am WC - würde sich halt erklären lassen.

DNA Spur Rad- TB braucht nur das Rad für Daniela irgendwann geschoben haben an dem Abend- würde sich halt erklären lassen

DNA Spur Zigarette- TB braucht sich nur Zigarette geschnort haben oder halt umgekehrt- würde sich halt auch erklären.

Man bräuchte eine DNA die nur alleine von ihm am Tatort ist dann kann man es zu 100 % sagen er war am Tatort.

Ich frag mich dann halt auch wo hat TB das Küchenmesser her - kann er nur aus der Studenten WG haben oda von wo hätte er es her- ist das dann nicht abgegangen wenn es weg war in der WG oder war es sein Eigenes ?

Dann noch wie und wo hat TB den Entschluß getroffen er wird Daniela verfolgen - zur Rede stellen und dazu eben das Messer mitnehmen?

Weil vin 4:30 bis zum Mord werden es ca 20-25 min gewesen sein. Also muß er ja vorher schon den Entschluß gefällt haben und dann eben fehlt mir noch das Motiv.

Kann sich nur um Sexuelle Belästigung oder um ein Wissen irgendetwas von ihm gehandelt haben das Daniela wußte.

Weil sonst entschließt man sich ja nicht mit 2 Promille jemanden zu verfolgen- noch schnell ein Messer zu besorgen und dann den Mord zu begehen.

Also auch da gibt es viel zu viel ungereimtheiten was für mich zu keinem Schuldspruch führen können.

Obwohl ich auch inständig hoffe das sie TB mehr nach weisen können und ihn somit überführen.

Nur wenn er es dann nicht war und die Spuren eben so wie erklärt dort hingekommen sind und man sperrt dann den Falschen ein wäre es sicher auch keine Gerechtigkeit.

Darum kommt mir hin und wieder auch der Bosnier in den Sinn und er vielleicht wirklich zufällig dort war.

Weil so einem der 2 tage davor schon Straffällig wird hat mal sicher ein Messer dabei.

Noch dazu wird er wissen wo man zustechen muß wenn es ernst wird und hätte auch sicher weniger zu verlieren wie ein TB.

Nur gibt es keine Beweise - auch die Gegenüberstellung mit der Stimme brachte nix- auch die anderen Ermittlingen damals verliefen sich somit mußten sie ihn mal laufen lassen.

Ich frage mich warum hat man mit neuen DNA Methoden nicht mal mit DNA vom Bosnier probiert ob eh das mit den Spuren einen Treff gibt sondern eben nur auf TB konsentriert.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 12:12
Und dann frag ich mich noch woher kannte Daniela den Bosnier?

Aber andererseits behauptet man Daniela hatte nichts mit Drogen zu tun ( was ich auch vermute) aber der Bosnier war doch dort bekannt - von wo kannte sie ihn dann

Weil irgendwo ist ja mal gestanden sie kannte ihn und auch anscheinend den Bosnier der die obinöse SMS damals geschrieben hat.

Ausserdem war der Bosnier kein Unbeschriebenes Blatt beging immer wieder Straftaten - war in Salzburg auch im Gefängniss laut meines Wissens.

Also zum Zutrauen ist es ihm alle mal aber das werden die Ermittler sicher auch überprüft haben nehm ich an.

Aber ich möchte auch festhalten das ich nicht Ausländerfeindlich bin oder sonst was. Gibt überall gute und schlechte Menschen egal welche Herkunft.

Glaube auch nicht das obwohl die Drogenszene damals dort verbreitet war einfach ein Drogendealer dort im Suchtrausch jemanden umbringt wahllos.

Man weis halt auch nur vom Verdächtigen und auch der Gesehen wurde insofern es der Mörder war:

Männlich ca. 180 groß- blonde lange Haare- Innländer

Gut aber das trifft sowohl auf TB wie auch auf den Bosnier zu. Weil ich kann in den Morgenstunden auch keinen Österreicher von einem Bosnier unterscheiden also auch da gibt es nicht viel mehr Hinweise.

Wie gesagt die größten Rätsel für mich sind die Tatwaffe und das Motiv.

Und da es beim Bosnier keine Spuren gab damals wird sich das BKA - Wien auch auf die Spuren verlassen haben und die gibt es tatsächlich nur von TB.

Aber ich persönlich hätte mir den Bosnier auch nochmal angeschaut nur sicherheitshalber.

Aber ich kenne ja die Akten nicht wenn sie ihn zu 100 % ausschließen können den Bosnier so wie die zwei Freunde dann werden die es besser wissen wie ich.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 14:01
Man könnte auch sagen, die LKA-Ermittler hatten eine Vermutung ohne Spuren, die BKA-Ermittler hatten eine Vermutung mit Spuren. DNA-Spuren vom Tatverdächtigen am Rad, das er zufällig geschoben hat. DNA-Spuren vom TV am Opfer, weil er neben ihr auf der Couch gesessen ist. DNA-Spuren vom TV an einer Zigarette, die am Tatort war. Dazu zwei Gutachten, die in Wahrheit nichts aussagen, weil man sie gegensätzlich interpretieren kann.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 14:14
Und wenn ich noch was dazu fügen darf: bis zu den Cold Case Ermittlungen (durch BKA) hatte der TV ja offenbar ein Alibi (ob das nun an sich schon wacklig war oder nicht, kann ich von außen nicht beurteilen), im Zuge der neuen Ermittlungen und neuen Befragungen nach Medienberichten anscheinend eben nicht mehr.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 15:52
Zitat von NismoNismo schrieb:Obwohl ich auch inständig hoffe das sie TB mehr nach weisen können und ihn somit überführen.

Nur wenn er es dann nicht war und die Spuren eben so wie erklärt dort hingekommen sind und man sperrt dann den Falschen ein wäre es sicher auch keine Gerechtigkeit.
Ob er unschuldig ist, kann außer ihm niemand wissen, daher bringen solche Äußerungen rein gar nichts.

Viel wichtiger als den Fall nur juristisch zu klären ist, dass kein Unschuldiger verurteilt wird.

Und so wie es heute aussieht, haben hier bisher die Ermittler/StA/Gerichte in Österreich sehr mangelhaft gearbeitet. Die uns bekannten Indizien waren niemals ausreichend, um ihn überhaupt in dieser Art durch die Mühle zu drehen. Die Ermittler/Gerichte hätten von sich aus auf diese Ideen kommen müssen, die nun einen dringenden Tatverdacht nicht mehr begründen können, sie hatten offensichtlich Scheuklappen auf, die für eine schwere Voreingenommenheit sprechen.

Schon heute zeichnet sich daher ein sehr negatives Bild der in diesem Fall involvierten Teile der österreichischen Justiz ab. Kein gutes Omen für die Verhandlung, wenn die Anklage rechtskräftig zugelassen wird.
Zitat von camelotcamelot schrieb:Dazu zwei Gutachten, die in Wahrheit nichts aussagen, weil man sie gegensätzlich interpretieren kann.
In einem Rechtsstaat braucht niemand seine Unschuld zu beweisen. Das gelingt in den wenigsten Fällen. Für einen Rechtsstaat reicht es aus, wenn die berechtigten Zweifel ausreichend hoch sind. Und von daher sagen die zwei Gutachten sehr wohl etwas aus. Und viel steckt da hinter diesen Gutachten sicher nicht, das hätten - wie gesagt Ermittler/StA und Gerichte bei ausreichender Objektivität schon von sich drauf kommen können und müssen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 16:24
@Rigel92

Es ist richtig, die zwei Gutachten sagen etwas aus. Die DNA-Spuren aber auch. Und es ist nicht nur eine. Mittlerweile sind es schon drei DNA-Spuren an drei unterschiedlichen Spurenträgern, die alle mit dem Tatort, dem Opfer und dem Tatverdächtigen in Verbindung stehen. Da werden die berechtigten Zweifel immer kleiner, auch bei Geschworenen. Die uns bekannten Indizien würden auch für mich noch nicht ausreichen, um hier einen Schuldspruch zu fällen, aber viel darf da nicht mehr dazu kommen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 16:45
@camelot
Naja, eine wenig rechtsstaatliche Prognose von Dir. So könnte man immer die letzte bekannte Person verurteilen, , mit der ein späteres Opfer zusammen war. Man wird in Wirklichkeit 100te von DNA-Spuren des TV am Opfer gefunden haben. Das ist in Wirklichkeit ZWANGSLÄUFIG der Fall. Die Ermittler/StA haben bei drei Spuren gemeint, sie könnten tatspezifisch sein, was in Wirklichkeit nicht der Fall sein dürfte.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 18:31
@Rigel92

Nach Deiner Argumentation könnte man auch immer die letzte bekannte Person freisprechen, mit der ein späteres Opfer zusammen war, da sich ja zwangsläufig dessen DNA am Opfer findet. Bei Frauenmorden in Österreich, besonders außerhalb von Wien, dürfte die Quote, bei der sich Opfer und Täter gekannt haben, nahezu bei 100% liegen. Die letzte Kontaktperson als Täter entspricht der Regel, nicht der Ausnahme.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 19:23
Sollte es zu einem Geschworenenprozess kommen, kann man davon ausgehen, dass sich die ausgewählten Personen auch im Netz über den Fall informieren. Zwangsläufig kommt man in dieses Forum. Es könnte sein, dass auch hier noch mehr Meinungsmacherei in eine bestimmte Richtung betrieben wird, um die Geschworenen zu beeinflussen. Dieser Verdacht ist mir bei den letzten Beiträgen gekommen. Darauf sollte man hier achten, die Wahrheit weiss keiner und staatliche Institutionen machen grundsätzlich rechtsstaatlich notwendige Arbeit.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 20:00
Bei einem Geschworenen Gericht wird einem Nahegelegt als Geschworener sich nicht von Medien oder Internet egal ob Thread oda Berichte leiten zu lassen und sind eigentlich untersagt.

Da man eben nur die Beweise der Verhandlung beurteilen soll.

Und 2 Ehrenamtliche Rechtanwälte gehören auch immer zu einem Geschworenen Gericht was mir so bekannt ist.

Also werden sich die Geschworenen nicht von diesem Thread leiten lassen wäre mal so meine Einschätzung ist aber meine Persönliche Meinung.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 20:02
Berufsrichter meinte ich nicht Rechtsanwälte Sorry


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 20:06
Und ein Geschworener darf auch den Richter bitten jemanden egal wenn - der was mit der Verhandlung zu tun hat- zu befragen was meistens den TV betrifft.

Dafür ist ja ein Geschworenen Verhandlung da.

Und am Schluß wird sich zurück gezogen und das Urteil Verkündet.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 20:13
Gut wäre auch zu wissen ob es eine Geschworenenverhandlung ist heißt da sind keine Berufsrichter dabei - die Entscheudung fällt nur durch die Geschworenen.

Beim Schöfengericht entscheiden 2 Berufsrichter mit bei drm Urteil


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 20:16
Aber bei schweren Straftaten wie Mord wird es ein Geschworenen Prozess das ist Richtig


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 20:28
Ich finde, man kann nicht einfach wegwischen, was @camelot gepostet hat. Für mich persönlich - ganz generell, nicht bei diesem Fall, ich weiß ja überhaupt nicht, was in einem möglichen Prozess präsentiert werden würde und es gibt hier auch einige, die weit mehr Hintergrundwissen haben als ich - aber oft ist es bei True Crime Geschichten so, dass ich ziemlich sicher glaube zu wissen, wer der Täter ist, aber mir dabei denke - ich würde trotzdem als Geschworener anders stimmen. Weil halt alle Restzweifel ausgeräumt sein müssen. Beyond a reasonable doubt! Gerade, wenn man jemanden für sehr lange Zeit ins Gefängnis schicken würde.

Aber es ist, wie @camelot sagt, schon eine Anhäufung von Zufällen mittlerweile - und zwar, seitdem das Cold Case anfing, zu ermitteln. Da sollen DNA-Spuren unter dem Rock gewesen sein (lassen sich erklären, ja), das Alibi ist angeblich weg (Zimmerkollege soll - so habe ich das verstanden - Aussage zurückgezogen haben, er hätte den TV schlafend angetroffen zur Tatzeit oder schlafen "gewähnt" o.Ä., was sich, wer die Zimmer in dem Heim kennt, recht schwer erklären lässt, warum oder wie kann man sich da täuschen?, aber kann man sicher irgendwie erklären), der TV soll angeblich einen Freund gedrängt haben, einen Streit zwischen ihm und Opfer zu verschweigen (lässt sich erklären?, Angst davor, unschuldig in Verdacht zu geraten?), jetzt soll es DNA-Spuren des nun TV am Tatort geben (lassen sich erklären, ja), nehme ich jetzt noch die Ohrenzeugin dazu, die am Tag darauf anscheinend gesagt hat, sie hätte den Streit gehört, der Mann hätte Deutsch ohne Akzent gesprochen (später hieß es dann auch mal mit leichtem Akzent, aber zuerst war das die Aussage) und wäre wohl schwer betrunken gewesen, der bis heute einzige Augenzeuge kurz vor dem Mord soll einen Mann mit langen, blonden Haaren gesehen haben (nehme an, Haarlänge passt nicht, aber blond?).

Was ich sagen will, @camelot hat schon Recht: das ist mittlerweile recht viel, das man "erklären" muss. Er war halt ein Schnorrer und hat von dem Opfer eine Zigarette geholt und dabei die Zigarette vom Tatort berührt ....... oder hat er halt doch tatsächlich am Tatort geraucht? Ich habe hier einmal vorlaut behauptet, mir würden die Indizien fast schon reichen, um sicher zu sein, nein, das war totaler Quatsch (ich habe die DNA-Spur als Laie auch sofort falsch interpretiert), nicht mit dem Wissen, das ich hier und heute habe, aber es passt halt schon mittlerweile einiges zusammen. Und vielleicht haben die, die ermitteln, noch einiges mehr an "Zufällen", die sie in einem möglichen Prozess präsentieren würden. Und irgendwann würde ich halt auch nicht mehr glauben, dass man 50x oder 70x hintereinander eine 6 würfeln kann. (kann man und die Wahrscheinlichkeit ist dieselbe, wie wenn sie wild durcheinander fallen, die Augen, aber ich hab es in meinem ganzen Leben nicht mal erlebt, dass jemand 10x hintereinander eine 6 gewürfelt hat)

Und ich weiß, jetzt kommt der Einwand mit der Ohrenzeugin 2, aber die wurde wie das Kaninchen aus dem Hut viel später herbeigezaubert, und sie hat ja sogar - oha! - ganze Sätze verstanden, also - ich weiß nicht, wo war die Frau denn all die Zeit (kann man auch wieder erklären, ja) - ich würde Ohrenzeugin 1 viel mehr glauben schenken, da wurde nämlich am nächsten Tag akribisch der Häuserblock abgefragt.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 22:15
Zitat von camelotcamelot schrieb:Nach Deiner Argumentation könnte man auch immer die letzte bekannte Person freisprechen, mit der ein späteres Opfer zusammen war, da sich ja zwangsläufig dessen DNA am Opfer findet. Bei Frauenmorden in Österreich, besonders außerhalb von Wien, dürfte die Quote, bei der sich Opfer und Täter gekannt haben, nahezu bei 100% liegen. Die letzte Kontaktperson als Täter entspricht der Regel, nicht der Ausnahme.
DNA ist in solchen Fällen häufig wertlos. In diesen Fällen liegen andere Gründe vor. Im Fall Böhringer z.B. Blut des Opfers auf Geldscheinen, eine besondere Lokalzeitung in seiner Wohnung u.s.w.. Dort gibt es dann Spuren, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der eigentlichen Tat zu tun haben, nicht einfach mit einem Zusammensein vorher. Wie gesagt, eine StA könnte in Wirklichkeit hunderte von DNA-Spuren auf der Kleidung des Opfers nachweisen. Aber das macht sie glücklicherweise nicht, denn dann würde sie sich komplett unglaubwürdig machen. Sie hatte aktuell angenommen, dass diese DNA die Anwesenheit des TV nachweisen würde. Das scheint es jedoch nicht, andernfalls wäre der dringende Tatverdacht sicher nicht aufgehoben worden bzw. die australischen Behörden hätten ihn auch wahrscheinlich ausgeliefert. Sie kannten die Historie dieses Falls und dürften genauer hingesehen haben und die Fehler der StA erkannt haben. Denn eigentlich liegt diese Möglichkeit auf der Hand - auch ohne Gutachten, welche offenbar nun zum Aufheben des dringenden Tatverdachts geführt hatte..

Wenn es andere Gegenstände in dem Telefonhäuschen gibt, wo DNA vom TV gefunden worden sind, wo man mit ausreichender Sicherheit auch sekundäre Übertragung ausschließen kann, dann wäre das etwas anderes (z.B. Zigarettenkippe am Boden, welche der TV geraucht hat). Aber nach unseren Informationen gibt es das nicht.

Alles andere wäre mit einem Rechtsstaat nicht vereinbar.
Zitat von Atalanta89Atalanta89 schrieb:Ich finde, man kann nicht einfach wegwischen, was @camelot gepostet hat. Für mich persönlich - ganz generell, nicht bei diesem Fall, ich weiß ja überhaupt nicht, was in einem möglichen Prozess präsentiert werden würde und es gibt hier auch einige, die weit mehr Hintergrundwissen haben als ich - aber oft ist es bei True Crime Geschichten so, dass ich ziemlich sicher glaube zu wissen, wer der Täter ist, aber mir dabei denke - ich würde trotzdem als Geschworener anders stimmen. Weil halt alle Restzweifel ausgeräumt sein müssen. Beyond a reasonable doubt! Gerade, wenn man jemanden für sehr lange Zeit ins Gefängnis schicken würde.
Naja, in den meisten uns bekannten Fällen geht es häufig in eine Richtung. Sie stellen durch die Spuren die Ermittler nicht mehr so vor große Herausforderungen. Wenn diese dann fehlen oder durch das Zusammensein vorher entstanden sein können, dann wird es schwierig und dann werden manchmal auch Unschuldige verurteilt, wie z.B. im Fall Hanna W.. Manchmal unterliegen Ermittler/StA und leider auch Gerichte auch einem gewissen Verfolgungseifer. Und die Historie einschl. des jüngst aufgehobenen dringenden Tatverdacht dieses Falles zeigt leider, dass so ein Eifer im vorliegenden Fall wohl nicht ganz von der Hand zu weisen ist.
Zitat von Atalanta89Atalanta89 schrieb:Was ich sagen will, @camelot hat schon Recht: das ist mittlerweile recht viel, das man "erklären" muss. Er war halt ein Schnorrer und hat von dem Opfer eine Zigarette geholt und dabei die Zigarette vom Tatort berührt ....
Nein, auf diese Möglichkeit hätten Ermittler, StA, Gerichte von sich aus kommen MÜSSEN. Es ist unter Rauchern nicht ganz selten, dass anderen eine Zigarette angeboten wird, es gehört fast schon zum guten Ton. Das weiß auch ein Nichtraucher. Er muss es nur erklären, weil die Ermittler/StA/Gerichte leider dazu nicht im Stande sind. Das waren sie 2013 schon nicht, ein Armutszeugnis.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

16.05.2026 um 23:35
Zitat von NismoNismo schrieb:Beim Schöfengericht entscheiden 2 Berufsrichter mit bei drm Urteil
In Österreich ist es etwas anderes geregelt. Dort urteilen nur die Laienrichter. Die Berufsrichter haben jedoch ein Art Veto-Recht.

Ist in meinen Augen gar nicht so schlecht. Denn die sogenannte Lebenserfahrung ist dann doch recht vielseitig. Nur als passendes Beispiel: So könnten unter den Laienrichter auch Raucher sein, die solch eine Möglichkeit besser einschätzen können. Bei einem Gericht, das überwiegend aus Berufsrichtern besteht - wie in D, ist das heutzutage nicht mehr so wahrscheinlich, dass Raucher dabei sind. Gegen eine zu starke Beeinflussung durch die Medien hilft dann das Veto-Recht der Berufsrichter.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

17.05.2026 um 07:22
Dankeschön @Rigel92 für die Gute Erklärung der Spuren und die Vorgangsweise des Gerichts.


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