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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

5.178 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Juni, Studentin ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

12.05.2026 um 21:36
Ja das war es. Es war wirklich ein schlimmes Erlebnis. Daniela war die erste Person die ich im Studiengang kennen gerlent habe und ich mochte sie sehr. Ich fahre seither Taxi wenn ich beim Ausgehen war und es ist unfassbar dass es noch nie aufgeklärt wurde. Ich würde mir sehr wünschen, dass es nun endlich ein Ende findet...


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

13.05.2026 um 00:19
Zitat von cuchiainacuchiaina schrieb:Aber die haben sich doch so sehr blamiert als 2014 das alles in die Hose gegangen ist. Würden die ihn wirklich anklagen, wenn sie nicht sehr sicher wären?
Das ist nicht vergleichbar mit der damaligen Situation. Durch den internationalen Haftbefehl hat sich die StA selbst in Zugzwang gesetzt.

Zwar ist ein internationaler Haftbefehl, der von dem Land, wo sich der TV aufhält, nicht vollstreckt wird (hier wird Australien wahrscheinlich keinen dringenden Tatverdacht gesehen haben), nicht in U-Haft, aber auch dann bedeutet das für den TV starke Beeinträchtigungen. So sind Reisen für ihn in der Zeit nicht möglich gewesen.

Die StA darf dann nicht beliebig lange diesen Haftbefehl aufrechterhalten, sondern entweder sie erhebt Anklage oder hebt den dringenden Tatverdacht (eine Voraussetzung für den internationalen Haftbefehl) auf. Da offenbar ein österreichisches Gericht diesen dringenden Tatverdacht gesehen hatte, konnte die StA diesen gar nicht so ohne weiteres wieder aufheben. Es hätten neue (entlastende) Erkenntnisse von Seiten der StA geben müssen, die aber offenbar nicht hatte.

Folglich musste die die StA die Anklageschrift erstellen und und sie zu Gericht geben.

Dieser Anklageantrag wird auch dem TV überstellt worden sein, möglicherweise ist dann erst die Verteidigung in Österreich tätig geworden und hat den Kölner Gutachter beauftragt.

Wahrscheinlich auf Grund dieses Gutachtens sieht das OLG keinen dringenden Tatverdacht mehr, der internationale Haftbefehl war daher zwingend aufzuheben, da eine der Voraussetzungen – der dringende Tatverdacht – weggefallen war.


Wie die StA gehandelt hätte, wenn ein Gericht in Österreich frühzeitig den dringenden Verdacht aufgehoben hätte, das wissen wir nicht. Ich persönlich glaube, es wäre genauso gelaufen wie 2014.

Wenn man sich die Szene vorstellt, sind auch viele hier der Ansicht, dass das Opfer diese Zigarette angeraucht hat. Wenn das zutrifft und es kein Deus ex machina gibt, dann ist ein Freispruch, sehr wahrscheinlich.

Natürlich wäre das dann schon sehr peinlich für die StA, aber sie würde sich in diesem Fall sehr wahrscheinlich damit rausreden, dass doch ein hinreichender Tatverdacht angeblich vorgelegen hätte, denn sonst hätte das Gericht nicht die Anklage erhoben. Die StA wird auch bei einem Freispruch sich rausreden können, da brauchen wir keine Angst zu haben.

Sie hat momentan der Presse gegenüber verschleiert, warum sie den internationalen Haftbefehl aufgehoben hat. Es war nicht die Anklage, nein, in Wirklichkeit war es die Feststellung des OLG, dass kein dringender Tatverdacht mehr gegeben ist. Damit war der internationale Haftbefehl zwingend aufzuheben.

Sollte es einen Freispruch geben, wäre dann für den TV auch sehr hilfreich, denn „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“. Denn dann kann die seStA ihn in dieser Sache nicht mehr belangen. Und die StA muss auch wieder andere Möglichkeiten in Betracht ziehen, vielleicht wurde das durch Confirmation-Bias 12 Jahre lang verhindert, wir werden sehen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

13.05.2026 um 13:53
2 Fragen dazu: 1. wenn in Österreich ein dringender Tatverdacht gesehen hat und deshalb einen internationalen Haftbefehl ausstellte - wie kann dann Australien sagen: Ne, ne, Leute, keinen Bock, sehen wir anders! Auf welcher Grundlage bitte @Rigel92? Nach meinem Laien-Rechtsverständnis gibt es einen Staat, der einen Antrag stellt wegen dringenden Tatverdachts oder es gibt ihn nicht, da kann es doch kein Dazwischen geben. (wie gesagt - ich kenne mich da auch nicht aus, alles nur Laienfragen) Ein anderer Staat kann doch dann nicht selber anfangen, den ganzen Akt zu durchforsten, ob der dringende Tatverdacht nun gerechtfertigt ist ob die DNA-Spur eindeutig oder nicht so eindeutig ist. Sowas kann ich mir einfach nicht vorstellen, der Aufwand wäre doch gigantisch. (Ganz andere Sache natürlich, wenn das Land Belarus ist oder Iran oder weiß-der-Teufel. Dann hoffe ich, dass überhaupt nicht ausgeliefert wird, aber das ist eine andere Geschichte, Österreich und Australien sind jedoch 2 demokratische Staaten mit - nehme ich an - ähnlichen Rechtsauffassungen; oder wenn der TV australischer Staatsbürger wäre)

2. wie konnte dieser internationale Haftbefehl vor den Medien eigentlich so lange geheimgehalten werden? Wie gibt es das beim spektakulärsten Mordfall Innsbrucks der letzten 20, 30 Jahre?


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

13.05.2026 um 17:51
Zitat von Atalanta89Atalanta89 schrieb:2 Fragen dazu: 1. wenn in Österreich ein dringender Tatverdacht gesehen hat und deshalb einen internationalen Haftbefehl ausstellte - wie kann dann Australien sagen: Ne, ne, Leute, keinen Bock, sehen wir anders! Auf welcher Grundlage bitte @Rigel92? Nach meinem Laien-Rechtsverständnis gibt es einen Staat, der einen Antrag stellt wegen dringenden Tatverdachts oder es gibt ihn nicht, da kann es doch kein Dazwischen geben.
Die ausliefernden Länder gehorchen nicht blind einem solche Haftbefehl, sie überprüfen es nach ihren eigenen Gesetzen.

Deutschland liefert z.B. auch nicht an Ländern aus, wo die Todesstrafe dem Auszuliefernden droht. Erst wenn der Staat zusichert, denjenigen nicht zur Todesstrafe zu verurteilen, ist dann die Auslieferung möglich.

Daher mit dem Haftbefehl auch die Gründe an Australien übermittelt worden sein, so dass Australien dies nach den eigenen Regeln prüfen konnte. Die australischen Behörden werden auch die Argumentation der betroffenen Person gehört haben und entsprechend den Antrag abgelhnt haben,

Da nun das OLG von Österreich nun auch keinen dringenden Tatverdacht mehr sieht, dürften die Australischen Behörden auch richtig gehandelt haben.
Zitat von Atalanta89Atalanta89 schrieb:2. wie konnte dieser internationale Haftbefehl vor den Medien eigentlich so lange geheimgehalten werden? Wie gibt es das beim spektakulärsten Mordfall Innsbrucks der letzten 20, 30 Jahre?
Die StA ist nicht dazu verpflichtet. Auch der TV hat offenbar still gehalten, was auch in seinem Sinne war.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

13.05.2026 um 18:07
@Rigel92
wo steht eigentlich, warum der internationale Haftbefehl zurückgenommen wurde? Konnte es nicht finden.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

13.05.2026 um 19:08
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Die Problematik der Mischspuren kann man nicht durch die Erhöhung der DNA-Empfindlichkeit lösen
Nicht unbedingt durch Erhöhung der Empfindlichkeit, aber durch Änderung der Methodik, nämlich NGS statt STR. Es muss ja einen Grund geben, warum diese DNA-Spur nicht schon früher bekannt war, die reine Empfindlichkeit wird es nicht sein.

Ich kann mich hier aus 2014 zitieren:

Beitrag von nephilimfield (Seite 156)

Hier ein Artikel dazu von Cornelius Courts, den ich sehr schätze:

https://scienceblogs.de/bloodnacid/2013/12/13/next-generation-sequencing-in-der-forensischen-genetik/


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

13.05.2026 um 20:35
Ich schwanke bei diesem Fall. Nach den anfänglichen Meldungen dachte ich "na endlich", mittlerweile bin ich bei "nicht schon wieder" angelangt.

Wenn es 2023 einen internationalen Haftbefehl gegeben hat, dann hätte die australische Polizei TB sofort festnehmen können. Eine Auslieferung wäre aber nur bei dringendem Tatverdacht realistisch gewesen. Offensichtlich hat Australien den Haftbefehl nicht vollstreckt, weil ihnen vermutlich die Suppe zu dünn war.

@gangstertom

Die Staatsanwaltschaft konnte den Haftbefehl nicht einfach zurückziehen, also folgte die Anklage. Bleibt die Frage, ob das OLG diese nun auch zulässt. Aktuell wirkt es so, als hätte die Staatsanwaltschaft die schlechteren Karten.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

13.05.2026 um 21:03
@nephilimfield

Schon interessant, was sich in der Forensik tut. Auf den Fall bezogen, wenn man davon ausgeht, dass sich rund um die Einstichstellen DNA-Material vom Täter mit Blut vermisch hat und mittlerweile herausgefiltert werden kann, wäre es ja schon hilfreich zu wissen, ob und wieviel fremde DNA festgestellt werden konnte. Auch wenn man keine Vergleichsproben hat, ein Hinweis auf einen unbekannten Täter würde auch was aussagen, genauso wie ein Hinweis auf keine unbekannte DNA im Bereich der Einstichstellen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

13.05.2026 um 22:31
Hallo alle zusammen!

Schön, dass sich immer noch so viele Leute für den Fall interessieren! Mich würden Fragen interessieren, die aber nur die beantworten können, die den jetzigen Tatverdächtigen und Daniela Kammerer persönlich kannten:
- Trug er manchmal Messer mit sich? Ich bin in einem kleinen Tiroler Dorf aufgewachsen und gleich alt wieder Tatverdächtige. Damals trugen schon einige Burschen immer Messer mit sich, oft an Ketten in ihren Baggy-Jeans, so Klappmesser. Also für mich wäre es daher nicht ungewöhnlich, wenn er ein Messer dabei gehabt hätte. Weiß da wer was?
- Wie war seine Frisur damals? Er ist ja blond, hatte er etwas längere Haare? Würde ja zu seinem Surferboylifestyle passen ...
Und zu Daniela:
- Warum war sie in der Gegend? Wollte sie zu ihrem Freund? Irgendwie wird das in jedem Medienbericht anders berichtet ... Jedenfalls wäre dann ja Eifersucht das Motiv. Männer drehen oft extrem durch bei Nebenbuhlern, gerade junge Männer voller Testosteron. Habe das einmal live erlebt bei meinem Bruder, der sonst sanftmütig ist. Die können echt extrem aggressiv werden. Auch mein jetziger Freund war bei einer früheren Liebe von ihm extrem eifersüchtig, er hat sich selbst nicht wiedererkannt und war geschockt über sich selbst, er hat zwar nichts körperlich getan, musste sich aber einbremsen und den Ort, wo seine Liebe mit dem anderen rumschmuste verlassen, um Schlimmeres zu verhindern. Da war er allerdings noch sehr jung, jetzt hat er das Problem nicht mehr. Aber das ist leider ein Klassiker bei Männern, dass sie bei Eifersucht richtig, richtig arg aggressiv werden können.

Wäre sehr cool, wenn wer etwas dazu wüsste.
Ich hoffe, es klärt sich jetzt alles, um den Angehörigen zumindest Klarheit zu geben. Und um weitere Taten zu verhindern. Ein Mörder kann immer ein zweites Mal oder sogar öfter zuschlagen ... Drücke daher die Daumen, dass das nicht im Sand verläuft.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

13.05.2026 um 22:32
Zitat von nephilimfieldnephilimfield schrieb:Es muss ja einen Grund geben, warum diese DNA-Spur nicht schon früher bekannt war, die reine Empfindlichkeit wird es nicht sein.
Ja genau dies ist der springende Punkt, warum wäre diese DNA-Spur von Thomas B. nicht schon viel früher entdeckt worden? Wohl erst dann mit neueren Untersuchungsmethoden vor 2 - 3 Jahren?
Es müsste sich somit um eine höchst problematische Mischspur gehandelt haben.
Zitat von camelotcamelot schrieb:Offensichtlich hat Australien den Haftbefehl nicht vollstreckt, weil ihnen vermutlich die Suppe zu dünn war.
Oder Thomas B. die australische Staatsbürgerschaft erhalten hat - oder inzwischen mit seiner aust. Freundin verheiratet ist? In diesem Fall wird nie so schnell ausgeliefert als wäre er nur öster. Staatsbürger allein, auch bei einem dringenden Tatverdacht

Es gibt an diesem Punkt also mehrere Möglichkeiten als dieses "die Suppe ist zu dünn"


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

14.05.2026 um 02:59
Zitat von Atalanta89Atalanta89 schrieb:2 Fragen dazu: 1. wenn in Österreich ein dringender Tatverdacht gesehen hat und deshalb einen internationalen Haftbefehl ausstellte - wie kann dann Australien sagen: Ne, ne, Leute, keinen Bock, sehen wir anders! Auf welcher Grundlage bitte @Rigel92? Nach meinem Laien-Rechtsverständnis gibt es einen Staat, der einen Antrag stellt wegen dringenden Tatverdachts oder es gibt ihn nicht, da kann es doch kein Dazwischen geben. (wie gesagt - ich kenne mich da auch nicht aus, alles nur Laienfragen) Ein anderer Staat kann doch dann nicht selber anfangen, den ganzen Akt zu durchforsten, ob der dringende Tatverdacht nun gerechtfertigt ist ob die DNA-Spur eindeutig oder nicht so eindeutig ist. Sowas kann ich mir einfach nicht vorstellen, der Aufwand wäre doch gigantisch.
Du hast Recht, normalerweise wird in einem Auslieferungsverfahren natürlich nicht der ganze Fall bereits im "ersuchten Staat" "vorverhandelt," um dann noch einmal regulär im sog. "ersuchenden Staat" verhandelt zu werden. Das wäre unsinniger Aufwand.

Die Auslieferungsverträge und -Gesetze gehen eben gerade davon aus, dass die Rechtsnormen und -praktiken in beiden Staaten vergleichbar sind und man sich darauf verlassen kann. Kann man das nicht, wird eben kein entsprechendes Abkommen verabschiedet. Ausserdem werden in einem solchen Vertrag, wie auch hier im österreichisch - australischen Vertrag, bestimmte Verfahrensweisen festgelegt (z.B. Art 11f).

Daher ist es üblich, dass eine Auslieferung recht geräuschlos über die Bühne geht. Ich hatte einmal einen Mandanten, der aus Grossbritannien ausgeliefert wurde und zwar innerhalb einer Woche, seit dem Antrag. Der zuständige Richter in London wird den Antrag nur schnell gelesen haben. Da wir der Auslieferung prinzipiell zustimmten, war es uns auch ganz Recht.

In diesem Fall hier aber war die Situation besonders: Der Vertrag A-AU erfordert einen vorliegenden Haftbefehl. Dessen Voraussetzungen auf österreichischer Seite waren aber inzwischen in Zweifel geraten, was die australische Seite nun dazu bewegte, eine sehr seltene Ablehnung des Antrags auszusprechen.

Aber prinzipiell hast Du ganz Recht: im Auslieferungsverfahren wird generell der ersuchte Staat nicht den ganzen Fall selbst erst einmal verhandeln.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

14.05.2026 um 07:49
Zitat von DoverexDoverex schrieb:Oder Thomas B. die australische Staatsbürgerschaft erhalten hat - oder inzwischen mit seiner aust. Freundin verheiratet ist? In diesem Fall wird nie so schnell ausgeliefert als wäre er nur öster. Staatsbürger allein, auch bei einem dringenden Tatverdacht

Es gibt an diesem Punkt also mehrere Möglichkeiten als dieses "die Suppe ist zu dünn"
Unabhängig davon, ob Deine Vermutung zutrifft, da inzwischen auch das OLG keinen dringenden Tatverdacht sieht, dürfte die von Dir angedachte Möglichkeit nicht zutreffend sein.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

14.05.2026 um 08:06
Zitat von gangstertomgangstertom schrieb:wo steht eigentlich, warum der internationale Haftbefehl zurückgenommen wurde? Konnte es nicht finden.
Du hast recht. Ich gibt zwar einen Artikel hinter einer Beizahlschranke. Beim ersten Lesen könnte man annehmen, dass es angeblich auf Grund der Anklage erfolgte. Aber es scheint nur sich um eine zeitliche Zuordnung zu handeln. Da Zulassung der Anklage und die Feststellung des OLGs bzgl. des nicht vorliegen des dringenden Tatverdachts zeitlich sehr nahe lag, scheint die Zuordnung wohl nur eine Vermutung des Journalisten zu sein. In dem Artikel geht auch an anderer Stelle einiges durcheinander, was offiziell wurde und was Ansicht oder (u.U. fehlerhafte) Interpretation des Journalisten war, ist nicht sauber getrennt.

Man kann daher nur sagen, dass die StA sich offenbar diesbzgl. bedeckt hält, wenn man die Regeln kennt, dann dürfte der Grund der OLG-Beschluss gewesen sein.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

14.05.2026 um 08:08
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Unabhängig davon, ob Deine Vermutung zutrifft, da inzwischen auch das OLG keinen dringenden Tatverdacht sieht, dürfte die von Dir angedachte Möglichkeit nicht zutreffend sein.
Sorry @Rigel92
da hab ich mich ein bissl schlecht ausgedrückt, ich meinte ja den Zeitpunkt als die Auslieferung beantragt wurde bevor das OLG keinen dringenden Tatverdacht mehr sah.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

14.05.2026 um 08:25
Die logische Abfolge wäre doch: Durch die verbesserte Forensik entdeckte man die DNA-Spur von TB am Zigarettenfilter. Dies führte 2023 zu einem dringenden Tatverdacht und den internationalen Haftbefehl. Die Verteidigung wurde aktiv und gab ein Gutachten in Auftrag. Dieses Gutachten entkräftete den dringenden Tatverdacht, was das OLG dann auch so gesehen hat.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

14.05.2026 um 08:46
Zitat von camelotcamelot schrieb:Die logische Abfolge wäre doch: Durch die verbesserte Forensik entdeckte man die DNA-Spur von TB am Zigarettenfilter. Dies führte 2023 zu einem dringenden Tatverdacht und den internationalen Haftbefehl. Die Verteidigung wurde aktiv und gab ein Gutachten in Auftrag. Dieses Gutachten entkräftete den dringenden Tatverdacht, was das OLG dann auch so gesehen hat.
Wobei das noch nicht erklärt, warum auch Australien aus den von Österreich übersendeten Begründung des Haftbefehls keinen dringenden Tatverdacht sah. Wahrscheinlich war schon aus der Begründung des dringenden Tatverdachts erkennbar, dass gewisse Möglichkeiten nicht ausreichend ausgeschlossen wurden. Dass die DNA durch den TV bei dem vorherigen Zusammensein mit dem Opfer an das Filter der Zigarette gekommen sein kann, liegt eigentlich schon auf der Hand, da braucht man kein Gutachten. Eigentlich war auch 2013 es naheliegend, dass DNA des TV am Rocksaum des Opfers auch allein durch das Zusammensein vorher verursacht worden sein könnte, einen sexuellen Übergriff erfordert das nicht. Auch dazu wäre nur gesunder Menschenverstand nötig gewesen, aber manchmal haben Ermittler, StA oder auch Gerichte Scheuklappen auf, die durch Vorurteile (Confirmation-Bias) geprägt sind. Davon kann sich dann eine entfernte unabhängigere Prüfungsinstanz leichter lösen (wie wahrscheinlich hier die australische). Auch wegen der Historie dieses Falles werden sie kritischer gegenüber den österreichischen Behörden eingestellt gewesen sein, wie der OLG-Beschluss zeigt, aus gutem Grund.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

14.05.2026 um 09:38
Zitat von camelotcamelot schrieb:Die logische Abfolge wäre doch: Durch die verbesserte Forensik entdeckte man die DNA-Spur von TB am Zigarettenfilter. Dies führte 2023 zu einem dringenden Tatverdacht und den internationalen Haftbefehl. Die Verteidigung wurde aktiv und gab ein Gutachten in Auftrag. Dieses Gutachten entkräftete den dringenden Tatverdacht, was das OLG dann auch so gesehen hat.
Ich finde Deine Überlegungen und Schlußfolgerung daraus sehr zutreffend. @camelot
Und der Bericht und die kurze Zusammenfassung des Videos bestätigt im Grunde vieles was Du da andenkst

Youtube: Tat vor 21 Jahren: Mordanklage im Fall Daniela K.
Tat vor 21 Jahren: Mordanklage im Fall Daniela K.
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Andererseits wollte der RA Boran von der Familie Kammerer schon damals nach der Freilassung des vorhergehenden TV 2014 eine Anklage und Prozess bewirken, er war überzeugt davon, dass die Beweismittel schon zu der Zeit reichten für eine Anklage.
Interessant dazu finde ich von damals schon das angedacht wurde, es gibt wohl mehr DNA-Spuren als uns bekannt sind/waren, was @Kornblume in einem Posting - Inhalt aus dem Kurier - hier bei Allmy schrieb:
Auch Boran erhofft sich von der neuen Hautschuppenanalyse einen Durchbruch. Konkret geht es dabei um Spuren, die an der Leiche der 19-Jährigen gefunden, auf Klebestreifen sichergestellt und konserviert wurden. Darunter sind Spuren, die direkt neben den Einstichen und auch in intimen Körperregionen gefunden wurden. "Die Forensik entwickelt sich immer weiter. Wir haben jetzt andere Untersuchungsmöglichkeiten als noch vor acht Jahren", sagt ein Kriminalist.
(kurier) Erstellt am 23.03.2014, 08:00
Quelle: Beitrag von Kornblume (Seite 170)

Also dass es mehr hochproblematische Mischspuren gab/gibt - als etwa nur die Zigarette - war dann schon 2014 bekannt, wenn es tatsächlich zu einem Mordprozess kommt, werden wir mehr erfahren darüber - glaube ich.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

14.05.2026 um 10:02
Als DNA-Laie eine Frage zu der DNA-Spur am Filter @nephilimfield - kann die Anaylse denn nicht feststellen, ob die Spur durch Speichelkontakt oder durch Berührung mit Finger zustanden kam?


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

14.05.2026 um 10:12
@Doverex
Wenn bei dieser Analyse der Einstichstelle dann wirklich etwas rausgekommen wäre, dann hätten wir wahrscheinlich eher etwas gehört. Aber man darf auch nicht vergessen, selbst wenn bei dieser Analyse Hautschuppen des TV gefunden worden wäre, hätte man sicher stellen müssen, ob diese nicht auch durch das vorherige Zusammensein dort befunden hätten und mit dem Blut vermischt wurden. Hautschuppen können auch mitgerissen werden und sich dann auch mit dem Blut stärker vermischen. Sie werden u.U. nicht dort bleiben, wo sie vorher angehaftet hatten.. Ich denke, auch die neuesten forensischen Methoden wird dieses Problem in Wirklichkeit nicht lösen können, wenn ein Tatverdächtiger vorher mit dem Opfer eine längere Zeit zusammen war. Ermittler müssen das unbedingt ausreichend berücksichtigen. Da hier nun das OLG eine andere Sicht auf das Verfahren hat, als vorher die StA, werden hier schon sehr wahrscheinlich solche Möglichkeiten nicht ausreichend berücksichtigt worden sein. Ich glaube auch nicht, dass man die Problematik durch ein Gerichtsverfahren lösen kann, da müsste es von diesen DNA-Untersuchungen unabhängige Indizien geben. Das was man hier im Thread dazu kennt, gibt es da nichts geeignetes. Aus diesen Gründen, wird es wahrscheinlich - jedenfalls mit den uns bekannten Indizien - zu einem Freispruch kommen.


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Mordfall Daniela Kammerer - Innsbruck 2005

14.05.2026 um 10:28
@Atalanta89
Zitat von Atalanta89Atalanta89 schrieb:kann die Anaylse denn nicht feststellen, ob die Spur durch Speichelkontakt oder durch Berührung mit Finger zustanden kam?
Bei einer Zigarette wird mit Wattestäbchen abgerieben oder der Filter direkt "aufgelöst". Dann kann man die Spuren nicht unterscheiden, denn die DNA ist dieselbe. Wo die Forensik aber hingeht: Untersuchung von mRNA, denn die ist von Gewebe zu Gewebe unterschiedlich. Dann kann man eine DNA-Spur einem spezifischen Gewebe zuordnen. Ist aber noch nicht Routine.


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