sallomaeander schrieb:Viele dieser Leute hätten aus ihrem Leben etwas anderes machen können, ohne als Räuber zu enden.
Ich würde fast sagen, die Meisten.
Die linke Szene ist, damals wie heute, eine sehr bildungsnahe Szene. Auch der Großteil der damaligen RAF Mitglieder kommt aus gut situierten, gebildeten Familien. Häufig fand die Radikalisierung in der Studienzeit statt. Der Grundstamm der RAF waren auch nicht einfach "Räuber". Da steckten mal Ideale dahinter. Man verstieß bewusst gegen das Gesetz für ein "höheres Ziel".
Wir brauchen uns jetzt glaube ich nicht darüber unterhalten, wie sinnvoll es ist, diese Ziele mit Gewalttaten durchsetzen zu wollen.
Und inwieweit diese ursprünglichen Ideale von der dritten Generation überhaupt noch vertreten wurden, ist auch unklar. Ich habe manchmal den Eindruck, dass man da eher einem Gefühl nachjagte als einem politischen Ideal oder Ziel.
Dennoch handelt es sich bei diesen Leuten nicht um Menschen aus sozial schwachen Familien, die zwangsläufig eine kriminelle Karriere hinlegen müssen. Das sind größtenteils intelligente Menschen mit akademischem Hintergrund. Daher halte ich es auch gar nicht für ausgeschlossen, dass es auch heute noch reiche Leute gibt, die da unterstützen. Zumindest bin ich mir ziemlich sicher, dass es ein Netzwerk gegeben haben kann aus einflussreichen Menschen, die da geholfen haben.