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Der Fall Mary Bell

227 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Kind, England + 6 weitere

Der Fall Mary Bell

16.10.2020 um 23:46
Genau das ist es. Mary Bell wird immer als einzige Tätern dargestellt. Mag beim ausführen des Mordes auch so gewesen sein aber das hätte sie bestimmt nicht gemacht, hätte man ihr keinen Auslöser geboten. Die Mutter ist definitiv mitschuldig aber nicht nur die Mutter.
Ich würde gern wissen wie Mary Bell heute dazu steht und was es für einen Auslöser gab.
Aber ich gönne ihr tatsächlich auch etwas den seelenfrieden, wenn sie den denn hat.


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Der Fall Mary Bell

17.10.2020 um 02:17
ich kann nur aus meiner eigenen kindheit berichten, da ich Mary Bell´s leben nie gelebt hab.

in meiner kindheit gab es sehr viel gewalt, psychisch, physisch, sexuell.
ich bin jahrgang 1965, da gab es kein tv, die kindergärtnerinnen haben ihr bestes getan, aber waren natürlich auch eingeschränkt durch ihre eigene erziehung ... die erste generation nach dem krieg.
freunde waren mir nicht erlaubt.
dennoch gab es kontakte nach aussen, kinder aus der nachbarschaft, zusammen auf dem hinterhof gespielt.
mich ganz einsperren hätte nur aufmerksamkeit erregt, also nehmen wir das kleine übel und lassen das kind mal raus.
um mein schweigen musste sich niemand gedanken machen, was hätte ich auch erzählen sollen ?
hätte mir damals jemand geglaubt ?
ich weiss noch, ich hatte einen freund.
seine eltern hatten, für die damalige zeit, eine menge "durchblick", eine menge empathie.
ich durfte zum spielen kommen wann immer ich wollte, sie haben mich zum abendessen eingeladen und, das weiss ich heute, sie haben mich ein ums andere mal nur schweren herzens gehen lassen.
es war damals nicht so einfach sich "dagegen" zu stellen und zu wem hätten sie auch gehen sollen ?
wie gesagt, all das weiss ich heute ... damals war ich der festen überzeugung, dass auch mein freund geschlagen wurde, dass das was ich zuhause erlebt habe, jeden tag, normal war.
ich war mir sicher, dass seine eltern nur "gut wetter" machen, weil ich da war.
kannte ich von meinen eltern doch zur genüge.
es hat lange gedauert, bis ich begriffen habe, dass meine familie die ausnahme war und nicht die anderen.
ja, ich bin nicht zum mörder geworden ... aber ich habe meine aggressionen dennoch an allem ausgelebt was im "machtgefälle" unter mir stand, egal ob es unsere katze war oder kinder aus der nachbarschaft.
ich sage heute, hätte es die eltern von meinem freund nicht gegeben, die mir gezeigt haben, dass es eben nicht normal und gut ist was mir zuhause passiert, wer weiss ?

diese law & order argumentation in diesem thread hat für mich was von den brennenden kreuzen des ku klux klans.
stammtischparolen ... hängt sie höher.

irgendwie hoffe ich immer wieder, dass gewisse beiträge hier nur der "stimmungsmache" dienen und das der schreiber nicht wirklich das denkt was er grad in die tasten haut.
leider befürchte ich, dass ich mir irre und das macht mir angst.

es macht mir angst, dass menschen dieser art genug mitmenschen mit ihrem denken vergiften können.
es macht mir angst, dass menschen dieser art ihre kinder vegiften.

ich rechtfertige in keiner weise das was Mary Bell getan hat.
ich weiss nur, wie schmal der grat sein kann.


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Der Fall Mary Bell

17.10.2020 um 10:05
Zitat von bey0ndbey0nd schrieb:ich rechtfertige in keiner weise das was Mary Bell getan hat.
ich weiss nur, wie schmal der grat sein kann.
@bey0nd
Danke für deinen Beitrag.
Sehr mutig von dir.

Meine Schwägerin sagte neulich zu mir: die 60er Jahre (davor natürlich auch nicht), waren keine gute Zeit für Kinder.
Wir hatten eine Gesprächsthema aus der Zeit wir sind beide "verschickt" worden. Und als wir uns über die Vorfälle in den Verschickungsheimen unterhalte haben, kamen wir auf unsere Schulzeit, Lehrer usw.

Wer in Deutschland ab den 70ern eingeschult worden ist, kann sich das nicht vorstellen.
Als Kind hatte man damals nichts zu sagen. Grundsätzlich wurde einem nicht geglaubt. Ein Kind, das sich zu Recht gewehrt hat, wurde einfach bestraft. - Ausnahme natürlich, wenn der Vater einflussreich war. Da haben die Lehrer gekuscht.
Was sich zu Hause abgespielt hat, blieb im Haus. Es war nicht so, dass da die Familienhilfe vorbeigekommen wäre.


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Der Fall Mary Bell

17.10.2020 um 10:12
@bey0nd

Vielen Dank für deinen erschütternden und dabei nüchtenen Beitrag. Ich glaube er trifft wirklich den Kern. Auch der traurigen Geschichte von Mary Bell und ihren Opfern.

Bestimmte Bestrafungsvorschläge gegenüber Kindern lassen mich übrigens auch ratlos zurück. Überhaupt die ganzen Gewalt- und Rachephantasien rund um das Thema Gewalt an, aber auch von Kindern. Was soll das bringen?

Je weniger man selbst auf diese Ebene begibt, desto besser. Denn es ist wirklich beängstigend.


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Der Fall Mary Bell

17.10.2020 um 11:45
Zitat von krimiloverkrimilover schrieb:JestersTear schrieb:
Bei welchem " Presseerzeugnis"

beim Radio. Aber eigentlich geht dich das ja auch rein gar nichts an ;)
Warum erwähnst du es denn gleich doppelt, daß der bei "der Redaktion/der Presse" bist, wenn es nichts angeht?
Glaubwürdiger wird´s dadurch nicht...
Zitat von bey0ndbey0nd schrieb:diese law & order argumentation in diesem thread hat für mich was von den brennenden kreuzen des ku klux klans.
Meine Assozationen waren ähnlich, "wenigstens eine Hexe muß brennen", warum nicht "das Balg der Nutte", sowieso ungeliebt und von niemandem erwünscht. Evtl. ist die ältere und deswegen vor Gericht argumentativ geschicktere Norma aus diesem Grund freigesprochen worden.

Sie scheint auch manipulativ einiges drauf gehabt zu haben:

[quote]. Dazu kam, dass Norma Bell durch ihr herzerweichendes Benehmen bei Gericht deutlich mehr Sympathien bei den Geschworenen gewann als die kühl und zeitweise aggressiv agierende Mary Bell.[/quote]

Wikipedia: Mary Bell (Kindermörderin)
Zitat von bey0ndbey0nd schrieb:irgendwie hoffe ich immer wieder, dass gewisse beiträge hier nur der "stimmungsmache" dienen und das der schreiber nicht wirklich das denkt was er grad in die tasten haut.
leider befürchte ich, dass ich mir irre und das macht mir angst.
Weißt du, eigentlich glaube ich, daß solche Personen "lost" sind und man sie deshalb einfach ignorieren sollte.

Andererseits besteht die Gefahr, daß Forums-Kollegen wie unser "Pressevertreter" glauben, daß das, was manche auf die Schnelle als Kommentare unter Youtube-Clips rotzen, Mehrheitsmeinung sein könnte.

Dem ist natürlich nicht so.

Schau dir die online-Kommentare zu Artikeln der von einem gewissen Klientel verunglimpften " Mainstream-Medien" an: man könnte meinen, eine gewisse Strömung hätte in diesem Land eine absolute Mehheit. Die Wahlen geben regelmäßig anderes her.

Die "Law and Order"-Fraktion schreit in der Anonymität des Netzes nur lauter.
Es ist mMn schon wichtig, dagegen zu halten, damit einige leicht Beeinflußbare nicht auf die Idee kommen, sowas sei Konsens.


Aber zurück zu Mary Bell, hier ein Foto des Milieus, in dem die Taten stattfanden, die Scotswood-Nachbarschaft in Newcastle:





hier wächst Mary Bell auf, deren Mutter sie "mit drei Jahren aus dem Fenster werfen wollte" (der Onkel hat´s in letzter Sekunde verhindert), mit Tabletten versuchte, zu vergiften, sie mehrfach "an andere Frauen verschenken" wollte und sie im Alter von 5 Jahren einvernehmlich von ihren Freiern mißbrauchen ließ. Abseits von Wikipedia gibt es einige Hinweise, daß Betty Bell bei der Ausübung ihres Berufes auf sadomasochistische Praktiken spezialisiert war. Ich verlinke nichts, weil ich ad hoc nicht die Seriosität der einzelnen Seiten beurteilen kann, es gibt allerdings einige...

Wie soll bitte eine 10jährige, die ohne jedes Urvertrauen aufwächst und für die emotionaler, physischer und sexueller Mißbrauch und Gewalterfahrungen alltäglich sind, den Reifegrad besitzen, um "Gut und Böse" beurteilen können ?

Diese Bösartigkeit, die 1968 in ihr war, ist ihr eingepflanzt worden und nicht von Natur aus gegeben , wie auf den ersten Seiten des Threads vermutet ("schlicht und ergreifend bösartig").

Natürlich muß die Allgemeinheit geschützt werden, allerdings geht es hier nicht um Dahmer,Gacy oder Bundy.

Bell hatte bereits mit 22 ihr halbes Leben in Knästen und Anstalten verbracht und scheint anschließend, wenn anständig mit ihr gearbeitet wurde , sehr wohl in der Lage gewesen zu sein, Recht von Unrecht zu unterscheiden.


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Der Fall Mary Bell

17.10.2020 um 12:57
Zitat von JestersTearJestersTear schrieb:Wie soll bitte eine 10jährige, die ohne jedes Urvertrauen aufwächst und für die emotionaler, physischer und sexueller Mißbrauch und Gewalterfahrungen alltäglich sind, den Reifegrad besitzen, um "Gut und Böse" beurteilen können ?
Das ist schlicht und ergreifend nicht möglich, denn dazu hätte es in ihrem Leben ein "Gut" im Gegensatz zu dem alltäglichem "Böse" geben müssen.


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Der Fall Mary Bell

17.10.2020 um 13:02
Zitat von frauzimtfrauzimt schrieb:Was sich zu Hause abgespielt hat, blieb im Haus. Es war nicht so, dass da die Familienhilfe vorbeigekommen wäre.
Wegschauen war die Devise, bloss nicht einmischen, das geht uns schliesslich nichts an.
Hinter vorgehaltener Hand wurde zwar getuschelt, aber das war´s auch schon.


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Der Fall Mary Bell

18.10.2020 um 15:12
Zitat von Katinka1971Katinka1971 schrieb:Mir ist aber auch völlig unverständlich, dass Norma Bell freigesprochen wurde.

Warum regt sich darüber eigentlich niemand auf?
da könnt ich mich in der Tat auch sehr darüber aufregen. Die gehört ja schließlich genauso hinter Gittern. Soweit ich weiß, war sie vor Gericht sehr klug (Mary Bell mal wieder nicht) und hat sich beim Gericht so ein bisschen "eingeschleimt". Also einen auf braves, kleines Mädchen gemacht. Da hatte das Gericht wohl Mitleid und hat sie freigesprochen. Da Mary Bell ein kleines Dummerchen war, hat sie sich vor der Kammer sehr störrisch gegeben und auch keinerlei Einsicht gezeigt. Solche Leute werden dann selten freigesprochen, da sie mit dem Gericht nicht kooperieren.


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Der Fall Mary Bell

18.10.2020 um 15:33
Zitat von krimiloverkrimilover schrieb:Da Mary Bell ein kleines Dummerchen war, hat sie sich vor der Kammer sehr störrisch gegeben und auch keinerlei Einsicht gezeigt. Solche Leute werden dann selten freigesprochen, da sie mit dem Gericht nicht kooperieren.
@krimilover

Dummerchen?
Was hätte sie davon gehabt, wenn sie freigesprochen worden und wieder in der Hölle gelandet wäre?
Mary Bell kam ja so über Umwege aus ihrem Höllenkreis heraus und hat - so sieht es aus- Menschen gefunden, an denen sie sich zum Positiven entwickeln konnte.

Ich frage mich, ob sie vor Gericht nicht vielleicht sogar bewusst die Strategie der Störrischkeit gefahren ist.
Wenn der Anwalt ihr gesagt hat, wenn du schuldig gesprochen wirst, musst du ins Gefängnis.
Und wenn Mary Bell dachte: Lieber ins Gefängnis, als wieder nah Hause.

Ich denke auch, wenn Mary Bell in ihrem damaligen Zustand frei gesprochen worden wäre, hätte sie ein weiteres Kind getötet.


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Der Fall Mary Bell

18.10.2020 um 15:36
Zitat von krimiloverkrimilover schrieb:da könnt ich mich in der Tat auch sehr darüber aufregen. Die gehört ja schließlich genauso hinter Gittern. Soweit ich weiß, war sie vor Gericht sehr klug (Mary Bell mal wieder nicht) und hat sich beim Gericht so ein bisschen "eingeschleimt". Also einen auf braves, kleines Mädchen gemacht. Da hatte das Gericht wohl Mitleid und hat sie freigesprochen. Da Mary Bell ein kleines Dummerchen war, hat sie sich vor der Kammer sehr störrisch gegeben und auch keinerlei Einsicht gezeigt. Solche Leute werden dann selten freigesprochen, da sie mit dem Gericht nicht kooperieren.
Du bist in deinem Ausdruck dermassen respektlos und herablassend, da fehlen mir die Worte.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass du, so wie du dich hier präsentierst, bei irgendeinem Radio eine wichtige Position inne hast.


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Der Fall Mary Bell

18.10.2020 um 15:36
Zitat von frauzimtfrauzimt schrieb:Ich denke auch, wenn Mary Bell in ihrem damaligen Zustand frei gesprochen worden wäre, hätte sie ein weiteres Kind getötet.
Da geh ich mit dir absolut konform,


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Der Fall Mary Bell

18.10.2020 um 16:08
@frauzimt
@bey0nd
Zitat von frauzimtfrauzimt schrieb:Ich denke auch, wenn Mary Bell in ihrem damaligen Zustand frei gesprochen worden wäre, hätte sie ein weiteres Kind getötet.
Ach, jetzt kommt ihr auch drauf? Das ist es doch, warum ich plädierte, dass das Kind, das zweimal getötet hat, auch ein drittes Mal töten könnte, wenn es nicht daran gehindert wird! Nicht, weil sie nicht gut und böse unterscheiden konnte, sondern weil sie die Jungen töten wollte. Nicht, weil sie nichts anderes kannte. Kannte sie denn töten, ermorden, ersticken? Wohl nicht!


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Der Fall Mary Bell

18.10.2020 um 16:14
Zitat von HathoraHathora schrieb:Ach, jetzt kommt ihr auch drauf? Das ist es doch, warum ich plädierte, dass das Kind, das zweimal getötet hat, auch ein drittes Mal töten könnte, wenn es nicht daran gehindert wird! Nicht, weil sie nicht gut und böse unterscheiden konnte, sondern weil sie die Jungen töten wollte. Nicht, weil sie nichts anderes kannte. Kannte sie denn töten, ermorden, ersticken? Wohl nicht!
@Hathora
Darauf muss man nicht kommen, das liegt doch auf der Hand.
Das Kind war damals vollkommen haltlos, weil es nie einen Halt hatte.
Vergleichbar vielleicht am ehesten mit Kindersoldaten, die aber bewusst (das ist der Unterschied) zum Töten abgerichtet werden.
Kindersoldaten werden im Kopf so kaputt gemacht, dass sie auf Befehl ihre eigenen Eltern töten. Sie werden gezwungen, die Herzen ihrer Eltern zu essen und sind danach nur noch willfährige Mordwerkzeuge.

Mary Bell und das andere Mädchen waren keine Fälle für das Gefängnis. Darum drehte sich doch die Diskussion hier.
Sie waren Fälle für eine Therapie.


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Der Fall Mary Bell

18.10.2020 um 17:44
Zitat von HathoraHathora schrieb:Ach, jetzt kommt ihr auch drauf? Das ist es doch, warum ich plädierte, dass das Kind, das zweimal getötet hat, auch ein drittes Mal töten könnte, wenn es nicht daran gehindert wird! Nicht, weil sie nicht gut und böse unterscheiden konnte, sondern weil sie die Jungen töten wollte. Nicht, weil sie nichts anderes kannte. Kannte sie denn töten, ermorden, ersticken? Wohl nicht!
Obwohl "Verstehen" eigentlich mein Beruf ist, muss ich sagen, ich verstehe dich nicht.
Was bringt es dir, dermassen darauf zu beharren, dass Mary Bell ein Monster ist, das ewig weggesperrt gehört, anstatt die Gegebenheiten, die so klar auf der Hand liegen, anzuerkennen ?

Es geht doch in keinster Weise darum ihre Taten zu entschuldigen.
Sehr wahrscheinlich hätte sie ein drittes Mal getötet, eine Gegebenheit die ich akzeptiere, weil sie ebenso klar auf der Hand liegt.
Es kann doch aber nicht der Weg sein, ein Kind, mit einer solchen Leidensgeschichte, einfach nur wegzusperren.
Wegsperren ist einfach, aus den Augen aus dem Sinn, der "Gerechtigkeit" ist genüge getan.
Kann es in einem solchen Fall überhaupt Gerechtigkeit geben ?
Egal ob nun lebenslanges Wegsperren oder die Todesstrafe, die in diesem Thread ja auch schon eingefordert wurde, nichts macht die Taten ungeschehen.
Es geht nicht nur darum, die Täterin zu bestrafen, sondern es geht auch darum zu verstehen, wie es dazu kommen konnte, um solche Taten in Zukunft zu verhindern.
Mary Bell war Täterin und Opfer zugleich, wie soll man ihr gerecht werden ?
Ich höre schon den Aufschrei "hängt sie höher die Mörderin, sie hat es nicht verdient, dass man ihr gerecht wird".
Genau an diesem Punkt trennen sich unsere Wege.
Wollte sie diese Jungen tatsächlich töten ?
Oder hat sie nicht viel mehr an Ihnen ausgelebt, was sie selbst erfahren hat ?
Gegen ihre Mutter, die Freier hatte sie keine Chance ... Machtgefälle ... die Jungs waren ihr unterlegen.
Diesmal war sie die, die die Macht hatte, die weitergeben konnte, was ihr selbst angetan wurde und dabei spielt es doch bitte keine Rolle, ob sie töten, ermorden oder ersticken kannte.
Wobei, zumindest den Versuch zu ermorden hat sie ja durchaus am eigenen Leib erfahren.


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Der Fall Mary Bell

18.10.2020 um 18:08
@alle
Das ist ein Zitat aus meinem Beitrag hier. Das ist die Basis dieser unsäglichen Diskussion, in der gegen mich geschossen wird.
Zitat von HathoraHathora schrieb am 13.10.2020:Dieses Gerede "sie kannte ja nichts anderes" ist doch gar nicht der Realität entsprechend.
Ein Kind lernt schon im Kindergartenalter, dass es weh tut, wenn man geschlagen wird oder wenn man andere schlägt. Es lernt, dass man das nicht tun darf, dass man nichts wegnehmen soll, was einem nicht gehört und immer die Wahrheit sagen muss. Das lernt ein Kind idealerweise beizeiten von den Eltern, aber nicht nur! Es lernt auch durch den Umgang mit Gleichaltrigen, durch Anschauen und Erleben in anderen Familien und Fernsehsendungen usw. Mit 10 Jahren weiss ein Kind was ein Mord ist! Und es weiss, dass man das nicht darf! Egal wie das eigene Befinden gerade ist.
Und dann wird neben anderen Beleidigungen und Unterstellungen das daraus gemacht:
Zitat von bey0ndbey0nd schrieb:Obwohl "Verstehen" eigentlich mein Beruf ist, muss ich sagen, ich verstehe dich nicht.
Was bringt es dir, dermassen darauf zu beharren, dass Mary Bell ein Monster ist, das ewig weggesperrt gehört, anstatt die Gegebenheiten, die so klar auf der Hand liegen, anzuerkennen ?
Geht es euch noch gut? Das wird hier Diskussion genannt? Beleidigen, verdrehen, unterstellen. Euer Spielchen mach ich nicht mit.
Beisst euch untereinander weiter.


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Der Fall Mary Bell

18.10.2020 um 18:12
Zitat von bey0ndbey0nd schrieb:Es geht nicht nur darum, die Täterin zu bestrafen, sondern es geht auch darum zu verstehen, wie es dazu kommen konnte, um solche Taten in Zukunft zu verhindern.
Und das ist ja zum Glück auch geschehen. Die Forschung ist inzwischen sehr weit. Ich hab hier neulich das Wort "Bindungstheorie" gepostet.
Nur müssen dem theoretische Wissen über die Zusammenhänge, die zu Aggressionen führe (gegen sich und gegen Andere) auch Verbesserungen im Alltag folgen.
Dass Missbrauch ganz früh erkannt wird und noch besser nie stattfindet. Dass verstanden wird, was sich hinter auffälligem Verhalten bei Kindern verbirgt. Moderne Therapien und wenn es für das Kind besser ist, Rausnahme aus der Familie.


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Der Fall Mary Bell

18.10.2020 um 18:13
Zitat von HathoraHathora schrieb:bey0nd schrieb:
Obwohl "Verstehen" eigentlich mein Beruf ist, muss ich sagen, ich verstehe dich nicht.
Was bringt es dir, dermassen darauf zu beharren, dass Mary Bell ein Monster ist, das ewig weggesperrt gehört, anstatt die Gegebenheiten, die so klar auf der Hand liegen, anzuerkennen ?
Zitat von HathoraHathora schrieb:Geht es euch noch gut? Das wird hier Diskussion genannt? Beleidigen, verdrehen, unterstellen. Euer Spielchen mach ich nicht mit.
Beisst euch untereinander weiter.
Jetzt wäre ich doch wirklich sehr interessiert daran, in welchem Punkt ich beleidigt habe, etwas verdreht oder etwas unterstellt ?


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Der Fall Mary Bell

18.10.2020 um 18:19
@Hathora

Ich habe dein Zitat gelesen und kann dir dazu nur sagen, dass du von idealen Kindheiten ausgehst. Das sollten Kinder lernen und erfahren. Aber leider ist es zu oft leider nicht so.
Es gibt Kinder, die auf sich geworfen sind, verprügelt, gedemütigt und missbraucht werden. Kinder erhalten Schläge (was sowieso falsch ist) und wissen noch nicht einmal warum.
Sie dürfen nicht lernen, weil sie voll damit beschäftigt sind, das Erbrochene ihrer betrunkenen Eltern wegzuwischen, ihre Eltern zu. kochen und zu versorgen. Im Winter gehen sie in Sommersachen zur Schule, weil sich die Eltern nicht kümmern. Pausenbrote haben sie auch nie dabei.
Ich habe einen notorischen Schulschwänzer kennengelernt, der jeden Tag zu tun hatte, die betrunkenen Kerle aus der Wohnung zu werfen, die seine Mutter von ihren Kneipentouren mitbrachte.

Ich habe jahrelang mit Kindern aus schwierige Verhältnissen gearbeitet und hab gesehen, wie die nach unten durchgereicht werden.


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Der Fall Mary Bell

18.10.2020 um 19:34
Zitat von HathoraHathora schrieb:Das ist ein Zitat aus meinem Beitrag hier. Das ist die Basis dieser unsäglichen Diskussion, in der gegen mich geschossen wird.

Zitat von HathoraHathora schrieb am 13.10.2020:
Dieses Gerede "sie kannte ja nichts anderes" ist doch gar nicht der Realität entsprechend.
Ein Kind lernt schon im Kindergartenalter, dass es weh tut, wenn man geschlagen wird oder wenn man andere schlägt. Es lernt, dass man das nicht tun darf, dass man nichts wegnehmen soll, was einem nicht gehört und immer die Wahrheit sagen muss. Das lernt ein Kind idealerweise beizeiten von den Eltern, aber nicht nur! Es lernt auch durch den Umgang mit Gleichaltrigen, durch Anschauen und Erleben in anderen Familien und Fernsehsendungen usw. Mit 10 Jahren weiss ein Kind was ein Mord ist! Und es weiss, dass man das nicht darf! Egal wie das eigene Befinden gerade ist.
@Hathora

Schade, daß du dich direkt persönlich angegriffem fühlst, wenn widersprochen wird.

Ich hoffe,die Bildverlinkung klappt heute besser!

JS80763738

Das ist ein Bild der "Scotswood-neigbourhood" in Newcastle aus dem Jahr 1971.

Mehr "Slum" geht eigentlich nicht mehr, zumindest für europäische Verhältnisse.

Ich vermute mal, die Kita-Angebote für Kinder von Frauen, die der Prostitution nachgingen, waren dort im Jahre 1968 eher begrenzt!

Für Mary wird es nichts zu lernen gegeben haben - außer vielleicht von Gleichaltrigen oder Älteren , wie man auf der Straße überleben kann.

Überleben war für sie eh schwierig genug: wir reden von einem Kind, auf das dessen Mutter mehrere Mordanschläge verübt hat!


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Der Fall Mary Bell

18.10.2020 um 19:58
@JestersTear

Weisst du, was wir auf dem Foto sehen?
Hinten Gebäude, die vermutlich bewohnt waren. Auch rechts, scheinen bewohnte Bruchbuden zu stehen.
Aber direkt im Vordergrund nur unbewohnter Verfall. Vielleicht haben dort Obdachlose gehaust.

edit:

Ich hab noch mehr Fotos gefunden
Mit dem Zusatz: Bevor die Bulldozer anrückten


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