Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

1.373 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Serienmörder, Bremerhaven, Cuxhaven ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

02.02.2023 um 19:06
Zitat von darkstar69darkstar69 schrieb am 02.01.2023:Wenn man aber versucht, bestehende Aussagen und Zeugenaussagen und Alibis zu widerlegen und man keine Zeugen, Aussagen und Hinweise dafür findet, dann bleibt das Alibi bestehen und wird indirekt bestätigt. Die Theorie, dass dieses Alibi falsch sein könnte entkräftigt dann nicht die bestehenden Aussagen. Daraus schlussfolgert, dass andere Theorien relevanter werden und wieder mehr in den Fokus gerückt werden (müssen).
Denn bestehende Aussagen und Zeugen usw sind ja da. Wenn es zwei Theorien gäbe, zu denen es jeweils keine Aussagen oder Zeugen gäbe, dann wären sie gleichwertig. So sind sie es aber nicht.
Mit Verlaub, so stimmt das nicht, wird aber gerne weithin angenommen!
Bei einem so lange zurückliegenden Fal können Zeugen bereits verstorben sein, sich nicht mehr erinnern können was genau wann war. Das bestätigt aber nichts indirekt in einem solchen Falle, denn die verstrichene Zeit arbeitet gegen die EB.

Beispiel: Ich war vor Jahren in Wacken. Obwohl zigtausend andere Musikfans dort waren, wirst Du heute höchstwahrscheinlich niemanden finden, der sich an meine Anwesenheit erinnert. Trotzdem war ich dort. Das dies niemand jetzt einfach so bestätigen kann, macht es nicht wahrscheinlicher, das ich nicht dort war.
Das es nach dieser vergangenen Zeit keine Augenzeugen für meine Anwesenheit gibt, bestätigt weder das ich da war, noch das ich nicht in Wacken war.
Es gibt meine Auissage, daß ich in Wacken auf Konzert war, die korrekt ist, was Du aber nicht genau wissen kannst. Du stellst jetzt die Theorie auf, Ich sei stattdessen in Stuttgart gewesen. Auf der Suche nach Zeugen findest du einige "Kann sein" Aussagenzu beiden Orten und eine ,die bestätigt ich war in Stuttgart, aber nach der Zeit weiß die Person nicht mehr genau, wann sie mich in Stuttgart gesehen hat.

Laut deinem Verständnis, zumindest wie Du es darstellst, wäre es jetzt wahrscheinlicher, daß ich in Stuttgart war, weil es mehr wacklige Aussagen pro Stuttgart gibt, denn dagegen. Das stimmt aber nicht, da die Aussagen zu meiner Standortbestimmung nichts Konkretes(!) beitragen. Beide Theorien, Wacken und Stuttgart, bleiben gleich wahrscheinlich.
ERST wenn etwas Handfestes, z.b. ein Foto auf dem ich in Wacken für ein Autogram von Joakim Brodem anstehe oder eine Rechnung von LGH "Zur Post", auftaucht, kippt die Wahrscheinlichkeit dahingehend, daß ich wohl in Wacken war.

Es kommt auf die Relevanz, die Wichtigkeit eines Hinweises, einer Aussage, usw. für die jeweilige Theorie an!
Die Theorie, daß Antje von einem Bekannten ermordet wurde ist immer noch genauso wahrscheinlich wie die Theorie vom Serienmörder, denn es ist WEDER für die eine NOCH für die andere Theorie etwas Hieb- und Stichfestes hinzugekommen, daß mehr Licht in Dunkel bringt.


melden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

07.02.2023 um 20:30
Zitat von RotmilanRotmilan schrieb am 02.02.2023:Ist im Fall Swanhild Starke nicht 2010 der zum Zeitpunkt des Urteils damals 50 Jahre alte Ferdinand H. vom Stader Landgericht verurteilt wurden, wegen Mordes zu lebenslänglicher Haft?
Zitat von RotmilanRotmilan schrieb am 02.02.2023:Klar er war ein Cruiser aber die Entfernungen sind m.E. zu weit. Und selbst wenn er mal seine Eltern besucht hat, von Lüneburg bis z. Bsp. Bremerhaven sind es auch einfache Strecke 160 km.
Also das Cuxland liegt nicht so nahe bei Lüneburg.
Zitat von RotmilanRotmilan schrieb am 02.02.2023:KWW war zwar ein Cruiser aber er kann m.E. am 23.08. 1986 wegen der großen Entfernung beider Tatorte nicht in beiden Fällen bei Irene Warnke und Elsbeth Meier der Täter gewesen sein.
Halllo @Rotmilan ,

es ist sicher fragwürdig, hinter all diesen 23.-August-Fällen KWW als Täter zu vermuten.
Es könnte auch genauso gut sein, dass er mit gar keinem dieser Fälle irgendetwas zu tun hatte.
Andererseits hatte er in seinem vergrabenen Ford Probe 24.-August-Mopo-Ausgaben der Jahre 1989-92 deponiert.
Neben dem gemeinsamen Datum gibt es bei diesen Morden noch enige weitere interessante Parallelen.
So wurde beispielsweise (mit Ausnahme des Falls Irene) jeweils exzessive Messer-Gewalt ausgebübt, auch mit Stichen (bzw. Verstümmelungen) im Unterleib.
Gleichzeitig gab es wohl neben den Messerstichen auch Würgeangriffe (wieder Ausnahme Irene).
Zitat von RalexSRalexS schrieb am 28.12.2017:23.August 1984 :
Irma B ( 59 ) fährt mit ihrem Rad in den Wald bei Wustrow. Sie wird später erdrosselt und erstochen aufgefunden, ausgeweidet mit einem Küchenmesser.
23.August 1986 :
Elsbeth M ( 60 ) fährt mit dem Rad in eine Feldmark in der Nähe Lüneburgs. Sie wird vergewaltigt, erwürgt und am Unterleib verstümmelt aufgefunden.
Bei den beiden Fällen Sonja und Swanhilt wurde ein ganz ähnlicher Kälberstrick
Bildschirmfoto 2023-02-07 um 20.14.09 (Beispielbild)
vom Täter zurückgelassen.
https://www.abendblatt.de/region/norddeutschland/article107483225/21-Jahre-spaeter-Die-Suche-nach-Sonjas-Moerder.html
Einen solchen Strick (mit dem charakterisrischen Auge) nutze übrigens auch der Bremerhavener Straßenstrich-Killer (1992/93).

Interessant finde ich auch, dass es sich (mit Ausnahme Sonja) nicht um die "üblichen" Anhalterinnenmorde handelt. Sondern der Täter lauerte den Opfern in einsamer Landschaft auf.
Und bemerkenswert auch, dass bei der Disco-Vermissten-Serie keine 23.-August-Taten vorkamen.


melden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

10.02.2023 um 15:05
Da ja gerade nichts aktuelles anliegt, möchte ich dieses Thema - 23./24. August - noch etwas weiter vertiefen.
Gemeinhin denken wohl die meisten hobby-kriminalistisch-interessierten: ok, wird schon der Wichmann gewesen sein...
Ich konnte bisher aber nirgends in den zahlreichen journalistischen und Foren-Beiträgen eine Vermutung bzw. Spekulation darüber lesen, weswegen KWW bei seinen Morden auf das Datum geachtet haben sollte.
Es könnte sich möglicherweise um eine für ihn traumatische Erinnerung handeln, die er mit diesem Jahrestag verbindet. Der Todestag eines Familienangehörigen o.ä.
Wenn man aber bedenkt - wie von @Rotmilan angeführt - dass sich zwei entfernt liegende Morde am selben Tag ereigneten und für eine dieser Taten (Swanhilt) schon jemand anders verurteilt wurde, könnte man auch vermuten, dass es sich um den Gedenk- oder Aktionstag einer wie-auch-immer gearteten Gruppe handelte.
Hierzu finde ich recht naheliegend - aufgrund der exzessiven Messergewalt - über den Heiligen Bartholomäus nachzudenken.
Wikipedia: Bartholomäus (Apostel)
Sein Namenstag ist der 24. August.
Die Nacht vom 23. auf den 24. August wird als Bartholomäus-Nacht bezeichnet - bezugnehmend auf ein Massaker an den französischen Hugenotten 1572.
Bartholomäus, einer der Jünger Jesu, wurde der Historie nach auf einer seiner Apostelreisen gefoltert, indem ihm die Haut bei lebendigem Leibe abgezogen wurde.
Auf Heiligenbildern wird er demzufolge fast immer mit Messer in der Hand, aber auch mit seiner eigenen abgezogenen Haut über dem Arm abgebildet.


Bildschirmfoto 2023-02-10 um 14.59.28Original anzeigen (0,2 MB)


Bildschirmfoto 2023-02-10 um 15.00.51Original anzeigen (0,3 MB)


melden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

10.02.2023 um 18:21
Der 23. August ist auch ein Gedenktag für die Opfer des Hitler-Stalin-Paktes, der in der rechten Szene gefeiert wird. Aber eben nicht als Gedenktag an die Opfer.
Wer die Opfer gar nicht als Opfer sieht, sondern einerseits als Helden und andererseits als unwertes Leben, der könnte an diesem Feiertag vielleicht auch auf Tötungsfantasien kommen.
Inwiefern sich das aber belegen ließe und wie realistisch das wäre, weiß ich nicht.


1x zitiertmelden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

11.02.2023 um 17:45
@darkstar69

Interessanter Gedankengang m E.
Zumindest wird KWW ja eine gewisse Nähe zu rechten Gedankengut "nachgesagt".
Allerdings sind zumindest zwei der rechtslastigen Bücher, die in seinem "Geheimzimmer" im Streitmoor gefunden worden sind, erst nach seinem Tod erschienen, wenn ich das aus dem KWW-Thread noch richtig in Erinnerung habe, d. h. man könnte auch spekulieren, ob evtl Bruder HJW oder H.Rudloff diese Bücher angeschafft und dort gelagert haben, zumindest HJW soll ja bereits zu KWWs Lebzeiten ebenfalls Zugang/Zugriff auf den "geheimen Raum" gehabt haben, Rudloff wird ja, nachdem er Alice geheiratet hat, auch Zugang dort gehabt haben.


1x zitiertmelden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

11.02.2023 um 18:53
@ThoFra
KWW hatte zu bestimmten Tagen die entsprechenden Reichsflaggen gehisst. Wie genau, was genau, war im KWW-Thread auch schon Thema.


melden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

12.02.2023 um 01:27
@ThoFra
Ach, da werden die dort nach seinem Tod halt mal lieber noch schnell ihr Zeugs dazu gestellt haben.
Das nun ein Freundeskreis da ähnlichen Mist feiert bzw. liest und es dann am Liebsten überhaupt alles nicht mehr gewesen sein will, wenn einer davon ernster irgendwie auffliegt und sich aber selbst nicht mehr wehren und Dinge klarstellen kann, das ist wohl der Lauf der Welt.


1x zitiertmelden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

12.02.2023 um 11:19
@Zeralda
@ThoFra
Ja, das denke ich durchaus auch. Man weiß das natürlich alles nicht so konkret und was das mit diesen Fällen hier zu tun haben könnte auch nicht. Aber dieses Gemauschel da mit Betrugsgeschichten, Autos, Haus, Hof und Frau und geheimem Raum und Koffer, Pass, Waffe uvm. Das ist doch alles sehr merkwürdig. Das ist schon eine interessante Dynamik unter Freunden.


melden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

12.02.2023 um 20:39
Zitat von darkstar69darkstar69 schrieb:Der 23. August ist auch ein Gedenktag für die Opfer des Hitler-Stalin-Paktes, der in der rechten Szene gefeiert wird
Wird (bzw. wurde) dieser Gedenktag tatsächlich von Rechten gefeiert?
Eine hohe Bedeutung hat er wohl vor allem in den baltischen Staaten, weil sie in diesem Pakt die Ursache für 50 Jahre sowjetische Besatzung sehen.

Aber wer weiß...

Einen geheimen Bartholomäus-Kult nationalistisch-(pseuso-)religiös gesinnter Fanatiker und Moralpostel könnte ich mir durchaus vorstellen.
Und mir fallen dazu einige Anhaltspunkte ein.

Vor allem existierte - zeitgleich - von 1977-1984 die deutsch-italienische terroristische Vereinigung GRUPPE LUDWIG.
Wikipedia: Gruppe Ludwig

Deren Opfer waren nicht politische Gegner oder Ausländer, sondern Menschen die man als moralische verwerflich betrachtete, wie Drogenhändler, Schwule und Prostituierte.

Der Patron dieses Kultes war der Heilige LUDWIG, dessen Namenstag am 25. August gefeiert wrid.
Er war ein frommer Asket und bekämpfte die "Feinde des Glaubens" (Juden, Ungläubige etc...)
Wikipedia: Ludwig IX. (Frankreich)

Man könnte sogar einen Bogen zu KWW spannen:

- Diesem wird hier eine Nähe zur Wehrsportgruppe Jürgens / NÜB "angedichtet":
https://www.thekasaantimes.de/mehr-als-100-tote-durch-massenmoerder-2

- Für diese Wehrsportgruppe Jürgens wird wiederum eine Nähe zur "Gruppe Ludwig" vermutet
https://www.landtag-niedersachsen.de/drucksachen/drucksachen_10_5000/3001-3500/10-3135.pdf


1x zitiertmelden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

13.02.2023 um 18:04
Zitat von GonzoXGonzoX schrieb:Wird (bzw. wurde) dieser Gedenktag tatsächlich von Rechten gefeiert?
Zumindest wird dies auf verschiedenen Internetseiten zu rechten Feiertagen genannt. Da ich nicht weiß, wie diese Seiten einzeln politisch so eingestellt sind, verlinke ich mal keine. Lässt sich googeln.

In meinem sozialen Umfeld habe ich auch was davon mitbekommen, dass es da ein Gedenken der rechten Szene gibt. Da weiß ich aber auch nicht, wie genau welche Gruppierungen da was machen.


melden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

15.02.2023 um 21:46
Ich möchte diese neue Bartholomäus-These noch etwas weiterverfolgen.

Nachdem wir uns in der Heidelberg-/Münster-Diskussion schon drei Jahre lang bemüht hatten, Gemeinsamkeiten zur Cux-Serie zu finden, fiel mir auf, dass sich die Tramp-Orte der Heidelberger und Cuxhavener Opfer teilweise ganz genau auf dem gleiche Meridian (Längengrad) befanden:

Frauenmorde in Münster und Heidelberg (Seite 20) (Beitrag von GonzoX)

Um es nochmal zu verdeutlichen: diese Orte befinden sich ca. 500 km voneinander entfernt, aber mit einer Toleranz von ca. einem Steinwurf auf dem gleichen Längengrad.

Kürzlich fand ich nun heraus, dass sich auch der Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus auf diesem Meridian 8°41' befindet.
Dort wird eine der wertvollsten Reliquien Deutschlands aufbewahrt: die Schädeldecke Bartholomäus'.
Wikipedia: Kaiserdom St. Bartholomäus

Bildschirmfoto 2023-02-15 um 21.24.12

Weitere Reliquien befinden (befanden?) sich auch im Kloster Andechs.

Wikipedia: Bartholomäus
Bildschirmfoto 2023-02-15 um 21.31.04

Und um den Kreis zu schließen, liegt Kloster Andechs auf dem gleichen Längengrad (11°11') wie das Naturschutzgebiet Lucie.
Dem Ort an dem am 23.08.1984 Irma Busch ermordet und verstümmelt wurde.

Kann man hier nachprüfen:
https://www.laengengrad-breitengrad.de/


melden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

15.02.2023 um 22:23
....na ja....ich glaube nicht unbedingt das sich der Täter nach religiösen Daten und Örtlichkeiten steuern/beeinflussen lies, geschweige denn danach angepasst seine Taten ausführte. Das ist dann doch leicht surreal und abstrakt hergeleitet.


melden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

16.02.2023 um 00:18
Hallo @Tristan2010 ,

von Wichmann wissen wir immerhin, dass er diverse Zeitungen mit Datum 24.08. in seinem vergrabenen Ford Probe deponierte.
Weiterhin wird er mit drei (der fünf) norddeutschen 23./24.08.-Morde in Verbindung gebracht.
Außerdem hat er in seinem Abschiedsbrief den Wunsch geäußert, man möge "die Madonna vernichten".
Religiösem Kult war er also zumindest nicht ganz abgeneigt.

Von der zeitgleich agierenden Gruppe Ludwig ist bekannt, dass diese ihren ersten Mord an einem 25. August beging - also am Namenstag des Heiligen Ludwig.
Außerdem liegen ihre Tatorte auffällig auf einer Linie zwischen Mailand, Verona und Venedig.

Wikipedia: Gruppe Ludwig


melden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

21.02.2023 um 21:25
Zitat von ThoFraThoFra schrieb am 11.02.2023:Zumindest wird KWW ja eine gewisse Nähe zu rechten Gedankengut "nachgesagt".
Allerdings sind zumindest zwei der rechtslastigen Bücher, die in seinem "Geheimzimmer" im Streitmoor gefunden worden sind, erst nach seinem Tod erschienen,
Zitat von ZeraldaZeralda schrieb am 12.02.2023:Ach, da werden die dort nach seinem Tod halt mal lieber noch schnell ihr Zeugs dazu gestellt haben.
Zitat von SchrulliSchrulli schrieb am 15.12.2022:Dass Irene vom Momo zu Roes‘ Gasthof laufen wollte und nicht umgekehrt ist mir auch neu. In allen Artikeln seither stand es immer andersrum.
An was für eine Gruppe da wohl gedacht wird die sie angegriffen haben könnte? In den späteren Achtzigerjahren gab es im südlichen Cuxland viele Probleme mit Neonazis.
Ich möchte noch etwas weiter über diese (Außenseiter-)These - hintern einigen der norddeutschen Frauenmord- und Vermisstenfälle könnte eine Gruppe pseudoreligiöser NeoNazi-Moralapostel stecken - nachdenken.

Es müsste sich dann also um einen Geheimkult gehandelt haben, von dem nie etwas ans Tageslicht bzw. in die Medienlandschaft gedrungen ist.
Wichmann und seine nun ausgiebig beleuchteten Taten könnten uns aber als kleines Fenster in diese Szene dienen
- falls diese überhaupt existierte
- und Wichmann tatsächlich im Cuxland aktiv war

Hierzu möchte ich noch mal diesen NDR-podcast - teil 4, der Abschiedsbrief - heranziehen:

https://www.ndr.de/ndr2/podcasts/Die-Geheimnisse-des-Totenwaldes-4-9-Der-Abschiedsbrief,audio784864.html

- Wichmann "feierte" 1993 noch Ostern (als er schon auf der Flucht war), war also nicht areligiös (min. 2:00)

- er wünscht sich das martialisch / militärische Abschiedslied "der Gute Kamerad" für seine Beerdigung. Sah er sich möglicherweise selbst als Soldat in einer Gruppe? (min. 07:40)

- er erwähnt im Abschiedsbrief seine Büchersammlung, die ihm viel bedeutet habe.
Laut Moderator: "ganz viel NS-Literatur, auch Hitlers Mein Kampf und so.." (min. 9:21)
(Also nicht diese 90er-Jahre Bücher, die die Journalisten später entdeckten)

- sein Brief endet mit dem Wunsch man möge eine Madonnenfigur zerschlagen.
Er schreibt: "mein Platz war direkt unter ihr".
Dieses könnte man auch nicht so gegenständlich / räumlich verstehen wie die Moderatoren, die über den Sofastandort und ein vermeintliches Versteck (in der Madonna) rätseln.
Möglicherweise wünscht er sich hier, man solle diese Marienfigur am Ende seines Lebens zerstören - und auch den Kult beenden unter dem er stand.

- was den regionalen Bezug Wichmann / Cuxland angeht, finde ich eine weitere kurze Bemerkung des Moderator interessant (min. 21:40):
Er berichtet, KWW sei, als er auf der Flucht war, zunächst bei einem Cousin in Wilhelmshaven untergekrochen.
Dieser muss dann ja wohl eine bedeutende Bezugsperson für ihn gewesen sein. Eigentlich erstaunlich, dass diese Beziehung bisher gar nicht thematisiert wird. Als möglicher Partner-in-crime muss immer nur der Bruder herhalten.
Die direkte damalige Route Lüneburg-Wilhelmshaven führte damals (als noch nicht der Weser-Tunnel bestand) durchs Elbe-Weser-Dreieck. Dort gab es zwei Auto-Fähren Bremerhaven-Nordenhamm und Kleinensiel-Dedesdorf. Um dorthin zu gelangen musste man auch eine Teilstrecke auf der B6 zurücklegen - dem Hauptrevier des gesuchten Killers.


melden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

15.03.2023 um 13:20
@ThoFra hatte 2019 in der Uta-Flemming-Diskussion eine sehr interessante Entdeckung gemacht:

Vermisstenfall aus den 80ern: Uta Flemming (Seite 12) (Beitrag von ThoFra)
Zitat von ThoFraThoFra schrieb am 07.08.2019:Einen Artikel fand ich noch recht interessant, auch wenn diese Suchaktion leider auch zu keinem Ergebnis geführt hat:

https://www.landesarchaeologie.bremen.de/sixcms/media.php/13/BAB_Online_1.pdf
Es handelt sich um den Beitrag einer Bremer Archäologin, die anlässlich des Fahrradfundes Utas im WIFO-Wald / Truppenübungsplatz Schwanewede zur Hilfe gerufen wurde.

Man vermutete Utas Leiche in einer Binnendüne vergraben, die an den Teich angrenzte, in dem damals Utas Fahrrad (von einem Soldaten) gefunden wurde.

Ganz spannend ist, dass die Archäologen bei der zweiten Ortsbegehung dort eine frisch ausgehobene Grube vorfanden, bei der man anscheinend nicht ausschloss, dass der durch Medien aufgeschreckte Täter hier die Leiche ausgegraben hatte.

Mich interessieren aber gerade vor allem die geographischen Informationen, die man aus dem Artikel erfährt.
Überraschend für mich: die Fundstelle befand sich also auf Bremer Gebiet - und nicht in Schwanewede (wie es in Pressemitteilungen immer geheißen hatte).
Dieser Ort lässt sich nun genau lokalisieren:

Quelle: https://routing.openstreetmap.de/?z=7&center=50.000678%2C11.991577&hl=en&alt=0&srv=1
Bildschirmfoto 2023-03-15 um 13.03.08Original anzeigen (0,5 MB)

Bildschirmfoto 2023-03-15 um 13.03.54Original anzeigen (0,4 MB)

Bildschirmfoto 2023-03-15 um 13.04.26

Luftbildaufnahme aus dem Archäologie-Artikel zum Vergleich:
Bildschirmfoto 2023-03-15 um 13.05.27Original anzeigen (0,2 MB)
Bildschirmfoto 2023-03-15 um 13.10.18


melden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

22.06.2023 um 13:33
Noch ein paar Gedanken zum Fall Uta.
In mehrerlei Hinsicht finde ich diesen Fundort ihres Fahrrads auf dem Truppenübungsplatz sehr interessant.

Wie viele sicher mitbekommen haben, hatten wir hier
Frauenmorde in Münster und Heidelberg
nach Gemeinsamkeiten der Norddeutschen Vermisstenserie mit den Anhalterinnen-Mordserien Münster / Heidelberg gesucht.

Eine unserer interessantesten Erkenntnisse dabei war, dass der Münster-/Heidelberg-Killer die Leichen seiner Opfer fünf mal hintereinander hinter die Bundesland-Grenzen transportierte und dort ablegte.
Frauenmorde in Münster und Heidelberg (Seite 14) (Beitrag von GonzoX)

Im Fall Uta hat der Täter sich nun also die Mühe gemacht, ihr Fahrrad aus dem niedersächsischen Osterholz-Scharmbek unmittelbar hinter die Bremer Landesgenze zu bringen.
Naheliegend wäre doch gewesen, dieses in einen der zahlreichen Gräben des Osterholz umgebenden Teufelsmoores zu schmeißen oder in den Fluss Hamme.

Jenes Verhalten scheint also dem des (hypothetischen) regionsübergreifenden Killers zu entsprechen.
Und ist - meiner Meinung nach - ein gutes Argument dafür dass dieser auch im norddeutschen Raum aktiv war.


melden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

22.06.2023 um 17:37
@GonzoX
wieder ein spannender Ansatz

Ich wäre allgemein interessiert, was hinter den Kulissen von den Ermittlern für Gemeinsamkeiten bei verschiedenen Fällen gesehen werden. Dass der Täter, unabhängig davon, welche Serien oder die große Serie er denn nun zu verantworten hätte, geschickt vorging und aufmerksam war und überlegt und ja auch die Fahndungen und Ermittlungen in den Medien verfolgte, ist ja bekannt. Demnach ist einem potentiellen "große Serie - Täter" auch das geplante Vorgehen die Länder- und Ermittlungsgrenzen und Kommunikationswege der Ermittler und Medien zu überschreiten sehr gut denkbar.

In diesem Kontext, ohne dazu jetzt allzuviel auf dem Thema rumreiten zu wollen, würde mich ja weiterhin der Ermittlungsstand (Ausschluss oder Vertiefung) der verschiedenen Fälle als KWW-Verdachtsfälle oder auch anderer bekannter Täter interessieren. Was ist in den Jahren der Ermittlung herausgekommen?


2x zitiertmelden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

27.06.2023 um 10:48
Zitat von darkstar69darkstar69 schrieb am 22.06.2023:Dass der Täter, unabhängig davon, welche Serien oder die große Serie er denn nun zu verantworten hätte, geschickt vorging und aufmerksam war und überlegt und ja auch die Fahndungen und Ermittlungen in den Medien verfolgte, ist ja bekannt.
Ich empfinde diese Betrachtung der Gesamtlage gerade als ziemlich konfus.
Ganz sicher kann man sein, dass der Münsteraner Täter die Berichterstattung bei XY verfolgte, denn unmittelbar nach der Sendung versuchte er die Handtasche eines Opfers zu verbrennen.
Scheinbar verlagerte er dann auch seinen "Wirkungskreis" nach Heidelberg.
In einem Interview des für die niedersächsischen Opfer (der Münsterland-Serie) zuständigen Osnabrücker Staatsanwalts, schwächte dieser die These des überregionalen Serienzusammenhangs ab.
Jene basierte anscheinend nicht unwesentlich auf dem "Mann im Grab".
Nachdem man ihn aus seiner letzten Ruhestätte berförderte, stellte man fest, dass es nicht seine DNA-Spur war, die man bei einem der Opfer fand.

https://www.radiorst.de/artikel/die-muensterlandmorde-teil-4-109334.html

Die Zeit-Journalistin Anne Kunze berichtet hier im podcast, dass sogar die Heidelberger Ermittler "ihre" 4-er-Serie mittlerweile in Frage stellen.

Youtube: Per Anhalter in den Tod | Kriminalpodcast “ZEIT Verbrechen”
Per Anhalter in den Tod | Kriminalpodcast “ZEIT Verbrechen”
Externer Inhalt
Durch das Abspielen werden Daten an Youtube übermittelt und ggf. Cookies gesetzt.


Und wie wir in den letzten Monaten erfahren mussten, ist es die favorisierte Variante der niedersächsischen Polizei, verschiedene Täter hinter der scheinbaren Serie der Cux-Vermisstenfälle zu sehen.


melden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

27.06.2023 um 18:12
@GonzoX
weitergebracht hat das die Ermittlungen aber bislang in keiner der möglichen Serien. Ich denke, die Ermittler gehen jetzt mehr den Weg in alle Richtungen. Das ist ja prinzipiell auch gut.

Diese zeitlichen und regionalen Zusammenhänge sowie diverse Ähnlichkeiten im Zugang und im Tatverhalten zu den Opfern (nicht alles) bleiben dennoch.

Aber es stimmt, diese Aussagen, dass es eben auch kleinere oder gar keine Serien sein könnten, verwirrt schon etwas. Aber beispielsweise zu den Fällen im Weser-Elbe-Dreieck wurde dennoch stets betont, dass eine Serie nicht ausgeschlossen wird sondern einfach beide Möglichkeiten geprüft werden.

Ich persönlich denke, dass es durchaus möglich ist, dass einzelne der Fälle nicht in eine Serie gehören oder parallele Serien sein könnten, aber dass es alles Einzelfälle sind, das glaube ich nicht. Oder aber, dass diese drei Serien (inkl mögl Einzelfälle) von zwei bis drei Tätern zu verantworten sind.

Wir wissen ja leider auch nicht genau, zu welchen gefundenen Opfern es Täter-DNA gibt und welche Täter offiziell ausgeschlossen werden konnten.


1x zitiertmelden

Frauenmorde im Elbe-/Weserraum

27.06.2023 um 23:08
Zitat von darkstar69darkstar69 schrieb:Ich persönlich denke, dass es durchaus möglich ist, dass einzelne der Fälle nicht in eine Serie gehören oder parallele Serien sein könnten, aber dass es alles Einzelfälle sind, das glaube ich nicht. Oder aber, dass diese drei Serien (inkl mögl Einzelfälle) von zwei bis drei Tätern zu verantworten sind.
Deinen Ausführungen schließe ich mich an.
Könnte mir darüber hinaus durchaus auch noch vorstellen, dass es noch weitere ungeklärte (Vermissten-)Fälle geben könnte, die zu "der großen Serie" oder einer der drei Serien (je nach Betrachtungsweise) gehören, die man bisher jedoch offiziell zumindest nicht dazuzählt, wurde hier im Thread auch schonmal diskutiert, wenn mich nicht alles täuscht, müsste nochmals nach den entsprechenden Beiträgen suchen.


melden