weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenSpieleGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryWillkommenEnglishGelöscht
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

1.065 Beiträge, Schlüsselwörter: Erschlagen, Südtirol, Streetparade, Fiattipo, Ulrike Reistenhofer, Ehrenburg
blaomat
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

01.12.2015 um 22:40
Mit einem Fremden hätte sich UR mMn eher nicht auf eine Übernachtung am Fluss eingelassen, daher vermute ich mal, sie war mit Bekannten in Innsbruck verabredet. Danach sind sie dann ins Pustertal gefahren, vielleicht um eine Party zu besuchen (Flyer) oder einfach nur zum chillen nach dem anstrengenden Wochenende in ZH.

Wenn Ulrike öfters auf Partys war könnten da einige zumindest oberflächliche Bekanntschaften entstanden sein, auch schon vor dem Zürichwochenende. Theoretisch könnte sie z.B. in der Gegend um den Innsbrucker Bahnhof einen oder mehrere solcher Bekannten getroffen haben und sich in Aussicht auf eine Mitfahrgelegenheit bis Graz auf eine Fahrt ins Pustertal incl. Party eingelassen haben.


melden
Anzeige

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

02.12.2015 um 22:19
Weiß jemand etwas über den Todeszeitpunkt? Ulrike wurde laut Aktenzeichen am nächsten Morgen gegen 10.30 Uhr gefunden, in einem der letzten Berichte steht, dass sie laut Gerichtsmedizin mindestens zwölf Stunden vorher getötet wurde, wenn ich richtig übersetzt habe:

Il suo corpo venne rinvenuto la mattina seguente: l'omicidio - dissero gli esperti - era avvenuto almeno 12 ore prima.

Ulrike müsste dann bald nach dem Kekskauf ermordet worden sein. Das wäre sehr früh gewesen, wenn man bedenkt, dass das auffällige Auto noch um 2.15 in der Parkbucht stand.


melden

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

02.12.2015 um 22:46
@nephilimfield

ich bin hier nur ein quereinsteiger, aber wurde zum todeszeitpunkt hier noch nie etwas gepostet bzw wurde dieser nirgends in den berichten erwähnt?

ich kann kein italienisch, aber mein übersetzer sagt zu almeno auch mindestens!
das wäre tatsächlich sehr nah aneinander. kurz nach 22 uhr gesehen und seit 22:30 mindestens tot. die strecke beträgt ca. 1,5 kilometer, also etwa 2 minuten.
das würde dafür sprechen, dass die situation eskaliert ist.
andererseits zeigt diese tatsache auch auf, dass es vl doch nicht ulrike war die die kekse gekauft hat!? nur anhand der schuhe zu identifizieren bzw zu erinnern? finde ich persönlich schwierig. schlecht für diesen fall war diesbezüglich, dass die leiche gleich gefunden wurde. mich hätte interessiert ob diese zeugin ulrike auch erkannt hätte wenn noch keiner gewusst hat, dass ulrike nach südtirol gefahren ist. versteht ihr was ich meine?!

was mir beim nochmaligen ansehen des xy film, wegen der zeit und kilometerangaben, jetzt erst aufgefallen ist: als die frauen dass erste mal am auto vorbeifahren steht eine person neben dem auto und beugt sich durch die offenen hintere beifahrertür ins auto. als der zweite zeuge vorbeifährt (ca 1 uhr) ist nur mehr die tür offen. was sollen diese szenen aussagen? stand tatsächlich eine person bei den frauen ins auto gebeugt dort und beim zweiten zeugen nicht? oder wollten die macher/beamten hier implizieren, dass der täter zuerst die leiche oder eine lebend ulrike aus dem auto frachtet und später um 1 ist er unten am fluss bei der leiche - sprich es gibt keine dahingehende aussage, dass dort eine person gestanden hat!

ist dies zuvor schon jemanden aufgefallen mit der stehend person am auto?


melden

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

02.12.2015 um 23:07
Es gibt doch ein recht ausführliches Dokument in dem auch der XTC-Konsum erwähnt wird.
Dieses stammt von Österreichischen Behörden und legt den Todeszeitpunkt meine ich gegen 1 Uhr morgens fest, was zur Wahrnehmung eines Schreies durch einen anwohnenden Landwirt passt.
Dieser offizielle Bericht stellt den Fall komplett anders da, als die italienischen Medien.
Irgendwo hier im Thread ist das verlinkt, eher im letzten Drittel würde ich schätzen.


melden

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

02.12.2015 um 23:16
@kodama

Das müsste dieses hier sein:

https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Justiz/JJT_20010118_OGH0002_0120OS00152_0000000_000/JJT_20010118_OGH0002_0120OS00152...

Ich finde hier aber keine Angabe zum Todeszeitpunkt.

@osttimor

Diese Person am Auto ist mir noch gar nicht aufgefallen. Ob das der künstlerischen Freiheit des Filmteams geschuldet ist, wissen wir natürlich nicht, erwähnt wird diese Person jedenfalls m. W. nicht.


melden

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

02.12.2015 um 23:35
@kodama
@nephilimfield

ah danke für das dokument! liest sich mal interessant.
kann mir jemand erklären warum diese "überwachung" nur für 17:20 bis 18:30 beantragt wurde? die fahrzeit mit dem auto liegt doch bei nur 80 minuten!? mit eventuellen grenzkontrollen höchstens 2 stunden! also hätte ein anruf auch erst nach halb 7 erfolgen können - rein theoretisch!?!


melden

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

03.12.2015 um 00:02
@osttimor

Ursprüglich wurde sogar bis 22.30 Uhr beantragt. Das hat man dann auf 18.30 Uhr geändert, weil man so größere Chancen sah, dass diese Rufdatenrückerfassung bewilligt würde. Wie man sieht, hat das nichts genützt, und sie wurde abgelehnt. Erst 2001 hat der OGH diese Ablehnung als rechtswidrig beurteilt. Da war es wahrscheinlich schon zu spät.


melden

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

03.12.2015 um 00:06
@nephilimfield

danke. das kann es aber auch nicht sein, dass man den zeitraum einschränkt um bessere chance bei einem verfahren zu haben!
stell dir vor, dass wird genehmigt und man findet nichts, weil der anruf erst nach 18:30 stattgefunden hat...


melden

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

03.12.2015 um 06:55
nephilimfield schrieb:Il suo corpo venne rinvenuto la mattina seguente: l'omicidio - dissero gli esperti - era avvenuto almeno 12 ore prima.
Das ist hier ein wenig problematisch, da dieser Medienbericht wieder nur den offiziellen Bericht paraphrasiert. Man müsste genau wissen, worauf sich der offizielle Bericht bezieht: auf die Uhrzeit der Auffindung der Leiche oder auf die Uhrzeit der Untersuchung.

Wenn die Leiche gegen 10.30 Uhr gefunden wurde, und man 12 Stunden zurück rechnet, kommt man auf 22.30 Uhr. Wurde sie gegen 14 Uhr untersucht, sind 12 Stunden 02.00 Uhr. Abgesehen davon dass eine exakte Bestimmung des Todeszeitraums sowieso nicht möglich ist, ergeben sich aus der diffusen Berichterstattung hier doch zahlreiche Versionen.

Allerdings gibt es wohl die Zeugenaussage des Landwirts, der gegen 01 Uhr Schreie gehört haben will. Baut man das in die anderen Spuren am Tatort und die letzte Sichtung von Ulrike und die Sichtung des verdächtigen PKWs ein, ergibt sich, dass es wahrscheinlich ist, dass sie erst später in der Nacht ermordet wurde, z.B. nach 24 Uhr.


melden

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

03.12.2015 um 09:30
@Rick_Blaine

Aufgrund der Abkühlung des Körpers kann man wenigstens eine Mindestdauer, die seit dem Tod vergangen ist, angeben. Deshalb sagt die Gerichtsmedizin auch "mindestens zwölf Stunden". Das ist der Zeitungsbericht, in dem das steht:

http://altoadige.gelocal.it/bolzano/cronaca/2012/02/07/news/dopo-14-anni-trovato-il-dna-dell-assassino-1.4343633

Natürlich müssen sich die zwölf Stunden darauf beziehen, wann die Körperkerntemperatur gemessen wurde. Das wird normalerweise bereits am Leichenfundort gemacht. Nun kommt es darauf an, wann der Rechtsmediziner am Fundort war. Sicher nicht gleich um 10.30, aber wahrscheinlich auch nicht erst um 13 Uhr. Ich schätze also den Todeszeitpunkt auf spätestens Mitternacht, aber sicher nicht später als 1 Uhr. Warum stand das Auto bis mindestens 2.15 Uhr am Fundort?


melden

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

03.12.2015 um 10:58
@nephilimfield

Nun, so exakt ist die Forensik leider nicht. Und wie schon gesagt, es kommt erst einmal darauf an, wann erste Untersuchungen angestellt wurden. Um 10.30 Uhr wurde die Leiche gefunden, in einer abgelegenen ländlichen Gegend. Man verständigt die Carabinieri, die müssen erst einmal erscheinen, dann sich umschauen, erste Schlussfolgerungen ziehen, dann ihre Vorgesetzten informieren. Die fahren raus und schauen sich ebenfalls die Sache an und melden dann die ganze Angelegenheit an die zuständige Kriminalabteilung. Die verständigt den Rechtsmediziner in Bozen. Der muss dann noch bis zum Fundort fahren.... doch, es ist sehr leicht vorstellbar, dass niemand eine Untersuchung vor 13 Uhr vorgenommen hat.

Die These von 01 Uhr wird durch andere Beobachtungen gestützt. Zum derzeitgen Stand der Ermittlungen und der Diskussion hier spielt es sowieso noch keine grosse Rolle ob 24 Uhr oder 01 Uhr.

Interessant ist dabei die Beobachtung des Fahrzeugs: wenn es wirklich bis 02.15 Uhr am Fundort war, ergibt sich durchaus eine relativ lange Zeit. Hier kann man spekulieren: was hat der/haben die Täter noch so lange dort gemacht?

Vor gefühlten 100 Seiten habe ich dazu schon einmal geschrieben, besonders im Hinblick auf die Frage, ob wir es mit einem oder mehr als einem Täter zu tun haben.

In den Blick kommen dabei auch andere Erkenntnisse vom Tatort, vom Zustand der Leiche und der Art der Gewaltausübung.

Man muss noch einmal resümieren: wie wurde Ulrike am Flussufer gefunden? Wie wurde sie ermordet? Was wurde noch rechtsmedizinisch festgestellt? Was haben die Zeugen zum Auto genau ausgesagt? Wann wurde Ulrike zuletzt gesehen und in welcher Verfassung?

All das zusammen erlaubt eine Spekulation zum Tathergang, die bestimmte Fragen beantwortet: wo wurde sie ermordet? Ungefähr wann? Wie? Von einem oder mehreren Tätern? Was ging der Tat voraus und was war das Motiv?

Meine Spekulation: Am Flussufer, etwa gegen 1 Uhr. Sie wurde mit einem Stein erschlagen. Ich vermute zwei Täter am Tatort. Der/die Täter hatten die Absicht sexuell mit ihr zu verkehren, aber sie wollte nicht. Die Täter hatten bis dahin nicht die Absicht sie zu töten, da sie hofften, einvernehmlich mit ihr Sex zu haben. Vermutlich standen alle Beteiligten unter Drogen- und/oder Alkoholeinfluss. Es entwickelte sich dann aber zumindest eine versuchte Vergewaltigung. Und im Laufe dieser Auseinandersetzung kam es zur Tötung, die aber mindestens einen Täter überraschte und beide danach relativ verstört zurückliess. Die Täter könnten sogar deswegen in einen Streit untereinander geraten sein. Sie haben zuvor noch nie eine solche Tat begangen und wussten nicht recht, wie sie sich verhalten sollten. Aus diesem Grund verweilten sie weitaus länger am Tatort als man annehmen würde.

Wie gesagt: alles Spekulation, aber ich denke, die bekannten Spuren weisen in diese Richtung.


melden

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

03.12.2015 um 13:00
@Rick_Blaine

und wie bekommst du die offenen autotür in deine theorie hinein?
würde mich interessieren, da du ja schon den kompletten ablauf skizziert hast. selbst wenn alles noch nach plan gelaufen sein sollte bis zum fluss, warum lassen sie die autotüre offen?
das weist für mich eher daraufhin, dass es NICHT mehr nach plan gelaufen ist, ansonsten würde das normale verhalten doch sein, die türen zu schließen (nicht unbedingt auch das auto zusperren, aber zumindest die türen geschlossen zu haben!).


melden

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

03.12.2015 um 17:42
ihr schreibt immer von Gedichten ich kann die ganzen Links dazu nicht finden.wo waren die Gedichte und kann sie jemand verlinken?


melden

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

03.12.2015 um 18:19
@Fenjala

Von @Walkarin eingestellt:
Quelle "Kleine Zeitung"

Ein Gedicht könnte der Schlüssel zur Klärung des Mordes an der Steirerin Ulrike Reistenhofer in Südtirol sein. Wurden die Zeilen vom Mörder geschrieben?

Es ist ein Gedicht, genauer gesagt, ein Haiku, das auf die Spur des Mörders der Steirerin Ulrike Reistenhofer (18) im Südtiroler Pustertal führen könnte. Polizei und Experten vermuten, dass die Person, die diese Zeilen geschrieben hat, mit dem Mord direkt oder indirekt in Verbindung steht. Die Bozener Polizei hat bis vor wenigen Tagen versucht, den Schreiber auszuforschen. Die Ermittlungen endeten vorerst in Wien.

Sommer 99:

Blau blüht - und gelb die Königskerze - die Wegwarte und rot der Mohn - mit einem Bachstein der Rienz erschlagen - an dieser Straße mit dem römischen Meilenstein liegt das Mädchen seit einem Jahr.

Tatort. Begonnen hat die "Haiku"-Geschichte schon Anfang 2000. Damals entdeckte ein Beamter der steirischen Gendarmerie-Kriminalabteilung den in einer Plastikfolie verschweißten Text am Tatort in Ehrenburg. Dort hatte die Mutter der Ermordeten ein Holzkreuz aufstellen lassen - und auf diesem Kreuz hing das Schreiben. Obwohl der Kriminalist seine Wahrnehmung den Carabinieri gemeldet hatte, erfuhr die Polizei in Bozen damals nichts davon.

Herbst 99:

Herbstnebel streicht über Blut und Neid. Kälte kriecht vom Wasser der Rienz in dein Herz.

Gedicht. Erst als Jahre später österreichische Zeitungen darüber berichteten, wurden die Kriminalisten in der Quästur in Bozen auf das Haiku aufmerksam. Auf Grund der Berichte, meldeten sich 2006 Haiku-Fans und berichteten, dass genau dieses Gedicht bereits im Jänner 2003 in einem Internetforum erschienen sei - gezeichnet vom "Serialkiller" (Serienkiller). Was die Haiku-Fans damals vermuteten, bestätigt jetzt im wesentlichen der Grazer Psychologe Alfred Endl: "Man kann mit erhöhter Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Person, die das geschrieben hat, mit dem Mord direkt oder indirekt zu tun hat. Sie hat einen gewissen Druck aufgebaut, den sie damit los werden möchte."

Winter 99/00:

Schneekristalle fallen durch das Gehölz, auf gefrorene Tränen.

Kriminalisten. Die Bozener Kriminalisten versuchten, den Schreiber über die so genannte IP-Adresse auszuforschen. Sie kamen bis zu einem Wiener Internet-Provider. Dort endeten die Ermittlungen, weil die Daten schon gelöscht waren. Staatsanwalt Markus Mayr musste den Bericht zu den Akten legen. Aufgegeben hat man die Hoffnung aber noch nicht. "Vielleicht bringt uns das Haiku doch noch auf eine konkrete Spur", bemerkt ein Ermittler. Doch vorerst bleibt nur die Vermutung, dass der Dichter ohne Namen der Mörder von Ulrike Reistenhofer sein könnte. "Würden wir den Schreiber dieses Gedichtes kennen, wären wir sicher schon weiter", ist der Polizist überzeugt.


melden
blaomat
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

04.12.2015 um 01:58
Hier ist nochmal das Gedicht unkommentiert

_______________________________________________________________________________________________
Sommer 99

Blau blüht - und gelb die Königskerze - die Wegwarte und rot der Mohn. Mit einem Bachstein der Rienz erschlagen - an dieser Straße mit dem römischen Meilenstein liegt das Mädchen seit 1 Jahr.

Herbst 99

Herbstnebel streicht über Blut und Neid. Kälte kriecht vom Wasser der Rienz in dein Herz.

Winter 99

Schneekristalle fallen durch das Gehölz, auf gefrorene Tränen.

Frühling 00

Das Leben geht weiter, als ob es dich nie gegeben hätte. Tausendfach bricht das Licht in den hellen Wellen der Rienz. An dieser Straße mit dem falschen römischen Meilenstein.

_______________________________________________________________________________________________-


melden
blaomat
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

04.12.2015 um 02:42
@osttimor
die Person am Auto hatte ich auch noch nicht bemerkt, danke für den Hinweis.

@Rick_Blaine
was könnte denn neben den Schreien gegen 1.00h noch für die 1 Uhr These sprechen, da fällt mir grad nichts ein.


melden

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

04.12.2015 um 07:22
@osttimor

Die offene Tür ist tatsächlich etwas rätselhaft, obwohl sie auch für eine Prämisse steht: nämlich, dass wir es mit 2 Tätern zu tun haben. Ich denke sie weist erst einmal darauf hin, dass jemand auf der Rückbank gesessen hat. Ich vermute, das war Ulrike. Wäre nur eine weitere Person im Fahrzeug gewesen, wäre es zumindest unüblich, dass Ulrike auf der Rückbank sass. Daher vermute ich, vorne sassen der Fahrer und sein Kumpel. Ulrike, die m.E. unterwegs mitgenommen wurde, sass hinten.

Ich vermute, dass den beiden Tätern der Parkplatz am Fluss bekannt war und dass sie ihn bewusst angesteuert haben. Ulrike freilich war die Gegend komplett unbekannt. Ich kann mir das Szenario so vorstellen: man hält an, vielleicht unter einem Vorwand, dass einer der beiden vorne austreten muss. Ulrike steigt ebenfalls aus, vielleicht nur um einmal stehen zu können (sie hat ja fast den ganzen Tag gesessen, in Zügen, im Auto...), sie lässt dabei die Tür offen. Inzwischen lenkt einer der Täter oder beide sie ein wenig ab und geleiten sie an das Flussufer. Die beiden wissen dabei durchaus, warum sie das tun, Ulrike aber zu dem Zeitpunkt noch nicht. Man spricht von einer kurzen Pause etc. In dem Eifer, sicherzustellen, dass Ulrike schön brav mit ans Ufer kommt, vergessen die beiden anderen komplett die offene Tür.

Ich weiss, dass das nur Spekulation ist, ich weiss auch, dass ein anderes Szenario diskutiert wird: dass bereits im Auto klar war, dass die Täter etwas wollten, was sie nicht wollte, dass sie in dem Moment, als das Auto anhielt, die Türe aufstiess und heraussprang, um zu entkommen, und die Täter hinter ihr her sind, und dabei die Türe völlig vergessen haben.

Das ist sicher ein mögliches Szenario, für mich sprechen allerdings zwei Dinge dagegen: 1. Es gab keinerlei Kampspuren etc. oberhalb des Flussufers. Wenn Ulrike vom Auto "wegfloh," ist es eher unwahrscheinlich dass sie in der Dunkelheit hinab zum Flussufer lief. Natürlicher wäre es auf der sichtbaren Strasse zu bleiben und zu hoffen, von einem Autofahrer gesehen zu werden. Die Täter hätten sie dann bereits auf der Strasse überwältigen müssen. Dafür gab es keinerlei Anzeichen. 2. Der recht lange Zeitraum, in dem das Auto dort stand. Wäre es bereits beim Aussteigen zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen, denke ich, wäre das gesamte Verweilen am Tatort kürzer gewesen. Oder es hätten sich z.B. Spuren einer vollzogenen Vergewaltigung ergeben.

Ich denke dagegen, man begab sich mehr oder weniger einvernehmlich ans Ufer. Vielleicht kam das alles Ulrike ein wenig merkwürdig vor, vielleicht war sie müde und wollte eigentlich so schnell wie möglich heim, vielleicht war sie auch bereits ziemlich verpeilt -sie hat ja wohl Drogen eingenommen an dem Abend, vielleicht bereits im Fahrzeug-, aber ich denke, sie hatte beim Aussteigen noch keine Panik, noch keinen "Fluchtgedanken," sondern ging freiwillig mit bzw. liess sich mitnehmen, weg von der Strasse, ans Ufer.

Und dort blieb man auch noch eine Weile, in dieser mehr oder wenigen einvernehmlichen Stimmung. Ich denke, die Täter, die keine abgebrühten Verbrecher waren, wussten noch nicht so richtig, wie sie es nun anstellen sollten, zu ihrem eigentlichen Ziel zu kommen: Sex mit ihr. Und so verging noch einige Zeit bis es dann zu einem wie auch immer gearteten Übergriff kam, bei dem einer der Täter von ihrer Gegenwehr so überrascht wurde, dass er seinerseits zu dem Stein griff...

Schreie gegen 1 Uhr würden diesen Moment markieren.

Und so stelle ich mir den weiteren Verlauf vor: Die beiden Täter sehen, was sie angerichtet haben, bzw. was einer der beiden angericht hat. Beide sind selbst geschockt. Beide sind ratlos: ihnen ist klar, dass es schlimme Konsequenzen haben wird. Ich kann mir vorstellen, dass sie sich gegenseitig hier anmachen: "was hast du getan? Bist du bekloppt..." vielleicht sogar etwas streiten. Dass sie ratlos sind, dass vielleicht der eine sagt: "Hey, wir müssen Hilfe holen..." und der andere ihn zurückhält: "bist du bescheuert? Der ist sowieso nicht mehr zu helfen, willst du lebenslänglich in den Knast? Hilf mir lieber, das Blut von meinen Klamotten zu kriegen..." So vergeht Zeit. Die Tatortspuren legen nahe, dass mindestens ein Täter erhebliche Blutspuren an sich bzw. seiner Kleidung haben muss. Sie sitzen am Fluss. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Täter versucht, die blutbefleckte Kleidung im Fluss notdürftig zu waschen. Vielleicht hat er eine Partnerin, Eltern, etc. zu Hause, die es sofort bemerken würden, wenn er mit blutbesudelter Hose nach Hause kommen würde, oder gar ohne Hose. Usw. Vielleicht mussten sie sich gegenseitig etwas Mut machen, nach Hause zu fahren. Dabei geht wieder einiges an Zeit drauf. Und deshalb steht das Fahrzeug noch bis gegen bzw. nach 2 Uhr am Tatort.

Ich kann mir so vorstellen, dass sie sich noch ca. 1 Stunde nach der Tat am Tatort aufhielten. Zusammen mit den Schreien, ergibt sich daher für mich der Tatzeitpunkt gegen 1 Uhr. Ich kann mir weniger vorstellen, dass sich die Täter zwei oder drei Stunden nach der Tat immer noch am Tatort aufhalten, das spricht gegen einen früheren Tatzeitpunkt. Immer vorausgesetzt, die Zeugen haben die korrekten Zeiten angegeben, wann sie den Wagen gesehen haben.

Wie gesagt, Spekulation, aber ein Szenario, das einige der Merkwürdigkeiten in dieser Nacht erklären könnte.


melden

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

04.12.2015 um 09:31
@Rick_Blaine

Das halte ich durchaus für ein realistisches Szenario.

Bei einem Einzeltäter könnte Ulrike vorne gesessen sein und die offene Tür darauf verweisen, dass der Täter auf der Rückbank nach irgendwas gesucht hat (wie man's im Film sieht). Dein Szenario erklärt aber besser, warum sie offen blieb.
Nach deiner Version gäbe es einen Täter und einen Mitwisser. Dann soll sich der endlich melden und sein Gewissen erleichtern, ich hoffe doch, er hat eins!
Rick_Blaine schrieb:Ulrike, die m.E. unterwegs mitgenommen wurde
Dann gehst du davon aus, dass sie ursprünglich mit dem Zug nach Südtirol gekommen ist?

Noch eine Anmerkung zur Dunkelheit: Am Samstag, 8.8.1998, war Vollmond. Es dürfte also in der Tatnacht nicht völlig dunkel gewesen sein. Das hat wahrscheinlich den Entschluss, sich an die Rienz zu begeben, erst ermöglicht.


melden

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

04.12.2015 um 09:55
@nephilimfield
nephilimfield schrieb:Dann gehst du davon aus, dass sie ursprünglich mit dem Zug nach Südtirol gekommen ist?
Ja, ich halte das immer noch für das Wahrscheinlichste, zumal die Mutter es ja auch für sehr möglich hält, dass Ulrike in den falschen Zug eingestiegen ist.

Ich denke sie bemerkte den Irrtum erst hinter dem Brenner und ist dann an der nächsten Station ausgestiegen, vermutlich Franzensfeste, und hat sich plötzlich auf einem recht menschenleeren Bahnhof wiedergefunden. Dort wurde sie vermutlich von einem oder zwei "hilfsbereiten" Italienern aus dem Pustertal angesprochen. Da sie ja geographisch anscheinend nicht so bewandert war, laut ihrer Mutter, war ihr vielleicht gar nicht so klar, wo sie sich befand und liess sich dann auf ein Versprechen ein, mit dem Auto wieder näher an ihr Ziel gebracht zu werden. Das kann ja durchaus auch erst einmal die Absicht ihrer "Helfer" gewesen sein, nur dass diese es nicht eilig hatten und sich erst noch ein wenig fun mit ihr versprachen. Vielleicht hat man ihr sogar zu verstehen gegeben, dass sie heute sowieso nicht mehr nach Graz kommen wird, nachdem sie erst einmal in der südtiroler Pampa gelandet war, und man sie eben morgen früh zum allerersten Zug bringen werde, etc.


melden
Anzeige

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

04.12.2015 um 20:41
Rick_Blaine schrieb:Man spricht von einer kurzen Pause etc. In dem Eifer, sicherzustellen, dass Ulrike schön brav mit ans Ufer kommt, vergessen die beiden anderen komplett die offene Tür.
das überzeugt mich nicht! :D

@Rick_Blaine nach deiner theorie haben die täter also ulrike auch zu dem kekskauf gefahren?! wie sicher schätzt du diese zeugenaussage von der keksverkäuferin ein?

ich weiß nicht ob das hier schon geklärt wurde, aber mich würde noch interessieren in welche fahrtrichtung das auto gestanden hat!? von ehrenburg weg oder entgegen des zeitfensters vl doch wieder richtung ehrenburg zurück?
vl kann mir auch @nephilimfield weiterhelfen!


melden
291 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt
Anzeigen ausblenden