@nephilimfield und
@Johann_F – vielen Dank Euch! Damit ist zwar geklärt, dass auf der Anzeigetafel LINZ stand. Für mich eben noch immer nicht schlüssig, warum die Mutter mit einer Verwechslung von Lienz und Liezen zitiert wurde.
Ulrike wollte ja nach Graz. Der Zug Richtung Linz wäre die richtige Verbindung gewesen, mit Umstieg in Bischofshofen in den Zug nach Graz, der zwar über Liezen fährt, aber nicht Liezen als Ziel hatte. Somit könnte sie doch nur Lienz mit Linz verwechselt haben. So mein Verständnis. Möglicherweise ist das ein Zitierfehler. Ähnlich der genannten, aber unmöglichen, Ankunftszeit in Franzensfeste um 16:30 im selben Teil.
@nephilimfield Danke nochmal auch für die Erinnerung an Deinen Beitrag. Dein geschilderter Ablauf ist durchaus möglich und auch plausibel. Also Ulrike steigt in Eile in den falschen Zug nach Verona um 17:28. Sofern man, wie Du ja sagst, die "Rucksackaufbewahrung" außen vor lässt und auch den von Dir erwähnten Zug um 18:01 der direkt nach Lienz gefahren wäre, man also von einer letztlich gesichert festgestellten Ankunft in Franzenfeste ausgeht. Letztereres (Ankunft in Lienz) könnte die Zeitspanne bis zur Sichtung in der Bar/im Café möglicherweise erklären.
Denn wie Du ja auch sagst, was hat sie in Franzensfeste angekommen gemacht und wie ist sie von dort nach Kiens gekommen, wo sie die Kekse/Süssigkeiten/Bonbons kaufte?
Ich hatte versucht, auch die anderen (mir bekannten) Informationen in meine Überlegung einzubeziehen. Die Kombination aus der Bankomatabhebung, die Aussage der Trafikantin, die Ulrikes Rucksack für einige Zeit/mehrere Stunden aufbewahrt haben will und die von der Mutter angenommene Verwechslung Lienz mit Liezen (!), gemeint wahrscheinlich (wie ich vermute) Linz.
Dabei bin ich von der Annahme ausgegangen, dass Lienz auf der Anzeigetafel als Ziel dieser Züge stand, und die Mutter möglicherweise tatsächlich Linz und nicht Liezen meinte. Im Hinterkopf hatte ich auch die Info, dass 1998 noch von einem Bahnhofsvorsteher gesprochen wird, der sie gesehen haben will, sich dessen aber nicht sicher wäre. Während dann 2003 Ulrike bei ihrer Ankunft in Franzensfeste offenbar nach einer Rückfahrt nach Innsbruck gefragt haben soll. Wann genau sie diese Frage wem gestellt haben soll, und ob das tatsächlich gesichert ist, ist mir allerdings nicht bekannt.
Für mich ergeben sich daraus eben unterschiedliche Szenarien, 1 und 2 schon oben geschildert, oder die 3. Variante, die für mich eben nur noch schwer mit der Aussage der Trafikantin zusammenpasst:
Variante 1: Ulrike steigt bewusst in den Zug 4607 der Pustertalbahn um 17:57 oder 19:31 ein, weil ihr jemand gesagt hat, dass sie mit diesem Zug über Franzensfeste nach Lienz und von dort beispielsweise weiter nach Wien kommen könnte – ohne dass dabei die tatsächlich möglichen Verbindungen berücksichtigt wurden. Warum sie dann in Franzensfeste aussteigt?
Variante 2: Jemand hat ihr gesagt, dass mit diesem Zug nach Franzensfeste fahren soll, wo er sie abholen bzw. mitnehmen würde. Von dort hätte er sie dann zu einem Ziel mit Verbinderung nach Graz oder gleich ganz "nach Hause" gebracht.
Oder Variante 3:
Wenn der Pustertalzug bereits auf einer Anzeigetafel angekündigt war und es sich tatsächlich um eine reine Verwechslung von Linz/Lienz handelte, könnte Ulrike einfach in den Zug um 17:57 eingestiegen sein.
Dann stellt sich für mich allerdings die Frage nach der Aussage der Trafikantin, die für Ulrike den Rucksack „per qualche ora“ /„ für ein paar Stunden“ zur Aufbewahrung übernommen haben will. Ich kann mir nämlich nur schwer vorstellen, dass Ulrike ihren Rucksack für mehrere Stunden abgegeben hätte und sich dann rund zwei Stunden am Bahnhof aufgehalten hätte, ohne sich irgendwo nach der nächsten (richtigen) Verbindung nach Graz zu erkundigen. Ebenso fraglich, ob der 2. Zug um 19:31 zu diesem Zeitpunkt bereits auf einer Anzeigetafel gestanden hätte.
Hier noch die Passagen auf die ich mich beziehe (Hervorhebungen von mir und übersetzt mit DeepL.com):
Una tabaccaia della stazione sostiene che, lo stesso pomeriggio, proprio Ulrike le avrebbe lasciato in deposito lo zaino per qualche ora.
Eine Tabakhändlerin am Bahnhof behauptet, dass Ulrike ihr noch am selben Nachmittag ihren Rucksack
für ein paar Stunden zur Aufbewahrung gegeben habe.
Ulrike Reistenhofer era approdata nella sperduta stazione di Fortezza alle 16,30 del 9 agosto per un errore. La madre ha ipotizzato: "Sono certa che ha scambiato Lienz per Liezen. Ulli prendeva spesso gli autobus sbagliati". Dalla stazione di Innsbruck, per tornare a Graz, La ragazza aveva preso il treno sbagliato e, quando se ne era accorta, era scesa alla stazione di Fortezza, dove le avevano comunicato che il primo treno per tornare a Innsbruck partiva alle 3 di notte. "Per Ulli era impossibile aspettare il treno delle 3. Lei a tutti costi voleva essere a casa quella sera perché Christian, benché si fossero lasciati, le aveva promesso che avrebbe cucinato per lei".
Ulrike Reistenhofer war am 9. August
um 16.30 Uhr aufgrund eines Irrtums in dem abgelegenen Bahnhof von Fortezza angekommen.
Die Mutter vermutete: „Ich bin mir sicher, dass sie Lienz mit Liezen verwechselt hat. Ulli stieg oft in den falschen Bus.“ Vom Bahnhof Innsbruck aus hatte das Mädchen auf dem Weg zurück nach Graz den falschen Zug genommen, und als sie es bemerkte, stieg sie am Bahnhof Fortezza aus, wo man ihr mitteilte, dass der erste Zug zurück nach Innsbruck erst um 3 Uhr nachts abfahren würde. „Für Ulli war es unmöglich, auf den Zug um 3 Uhr zu warten. Sie wollte um jeden Preis noch am selben Abend zu Hause sein, weil Christian ihr – obwohl sie sich getrennt hatten – versprochen hatte, für sie zu kochen.“
Quelle:
https://www.chilhavisto.rai.it/dl/clv/Misteri/ContentSet-243cd237-61fe-434d-9199-2a41cb775811.html (Startseite und Aktualisierung 21.07.2003)