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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

1.516 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Österreich, Aktenzeichen, August ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

30.09.2023 um 10:02
Nie ermittelt werden konnte der Autor einiger Haikus (ein Haiku ist eine japanische Gedichtform), die in Plastikfolie verschweißt ab Anfang 2000 am Tatort auftauchten. Polizei und Experten vermuteten, dass ihr Autor direkt oder indirekt in Verbindung mit dem Mord stehe. Dazu tauchte ein solches Gedicht auch in einem Internetforum auf, gezeichnet mit dem Usernamen "Serialkiller". Wer sein Urheber ist und ob auch der Autor der Haikus am Tatort war, blieb ungeklärt.
Quelle: https://www.kleinezeitung.at/service/podcast/delikt/6105665/delikt-Podcast_Ulrike-Reistenhofer_Hinterliess-der-Taeter-Haikus

Also das ist das aktuellste was ich finden konnte.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

30.09.2023 um 10:33
Der Ermittler sagt, der Verfasser des Gedichts sei von japanischen Gedichten in Haikuform fasziniert und "das Mädchen" sei ihm "oft durch den Kopf gegangen".
Der Verfasser hat auch einen Bezug zu Innsbruck. Der Ermittler sagt aber, er sei nicht der Täter, weil "die DNA nicht zusammenstimmt".

Ich frage mich aber immer, ob die DNA überhaupt einen Bezug zur Tat hat, da im Bericht gesagt wird, sie könne z. B. auch aus Zürich stammen. Auch im ORF-Bericht steht, "die Hautpartikel könnten auch von einem Mann stammen, der Ulrike Reistenhofer Stunden vor ihrem Tod - auch aus ganz harmlosen Gründen - berührt und dabei einen Abrieb hinterlassen hat."

https://tirol.orf.at/v2/news/stories/2520121/

In der Kleinen Zeitung steht wiederum, dass die DNA "mit Sicherheit vom Mörder stammt". Allerdings ist hier auch nur von DNA-Spuren auf der Kleidung die Rede, wo man sich schon fragt, warum die mit Sicherheit vom Mörder stammen sollen.

http://azxy.communityhost.de/t155555701f354157108-FF-LGK-Steiermark-und-Kripo-Bozen-Mord-an-Ulrike-R-Street-Parade.html


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

23.09.2026 um 18:27
Hier der xy-Beitrag zum Tod von Ulrike aus dem Jahr 1999:
https://vimeo.com/364515120


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

23.09.2026 um 22:54
Zitat von nephilimfieldnephilimfield schrieb am 30.09.2023:Der Verfasser hat auch einen Bezug zu Innsbruck. Der Ermittler sagt aber, er sei nicht der Täter, weil "die DNA nicht zusammenstimmt".
Wo hast dann den her, dass der Verfasser der Haikugedichte bekannt ist?


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

23.09.2026 um 23:47
@schluesselbund - eine Seite zurück; das hattest Du schon gefragt und beantwortet bekommen:

Beitrag von nephilimfield (Seite 76)


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

10.10.2026 um 23:52
Es soll offenbar einen Dokumentarfilm u.a. zum Fall Ulrike geben, ggf. Erscheinungsdatum in 2027 (?) - ob die Dreharbeiten bereits begonnen haben, konnte ich nicht herausfinden. Auch keine Ankündigung einer Erstausstrahlung oder ähnliches.

Produktionsförderung (IDM Südtirol) - 17.03.2026:
Und in der österreichischen True-Crime-Dokumentarserie „Exit: E66 – Der Tod von Ulrike Reistenhofer und Carmen Wieser“ erzählen Robert Buchschwenter (Buch) und Florian Kröppel (Buch und Regie) von einer Serie ungeklärter Frauenmorde zwischen Deutschland, Österreich und Italien. Die Wiener Looks Vienna Media produziert.
Quelle: https://www.film-music.idm-suedtirol.com/de/news/12-neue-projekte-im-ersten-call-2026/70060

Förderansuchen RTR (Österreich) - 19.12.2025:
Exit: E66 - Der Tod von Ulrike Reistenhofer und Carmen Wieser
Quelle: https://www.rtr.at/migration/foerderung/01f0dcad03881995812d18a63acfa6f7[/quote]

Und hier:

Exit. E66 - Der Tod von Ulrike Reistenhofer und Carmen Wieser
Dokumentarfilm | 2026-2027 | True Crime | Österreich
Kurzinhalt:
Im August 1998 wird die Leiche von Ulrike Reistenhofer nahe des Südtiroler Dorfes Kiens an der E66 gefunden. Zahlreiche Verdächtige geraten ins Visier der Ermittler, die jeder Spur nachgehen. Dabei scheinen sie dem Täter immer wieder auf die Spur zu kommen, nur um dann doch ganz von vorn anfangen zu müssen.
Zwei Jahre später wird in der Nähe von Venedig die Leiche von Carmen Wieser, einer weiteren jungen Frau aus der Gegend von Kiens gefunden – mehr als zwei Autostunden von ihrem Zuhause entfernt.
Doch erst ein dritter Todesfall bringt die Ermittler einem Durchbruch näher und liefert Hinweise, die Verbindungen zu anderen ungelösten Morden im Grenzgebiet zwischen Deutschland, Österreich und Italien nahelegen.
Immer deutlicher wird, dass man nach einen Serienmörder sucht, der Frauen im Grenzgebiet ermordet. Die Ermittlungen dauern über zehn Jahre – eine Zeit, in der neue Ermittlungsmethoden neue Erkenntnisse und Beweise liefern.
Quelle: https://www.crew-united.com/de/Exit-E66-Der-Tod-von-Ulrike-Reistenhofer-und-Carmen-Wieser__370340.html


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

11.10.2026 um 17:28
Die Fälle Carmen Wieser und Anna Kolarova sind ja geklärt. 2004 wurde ein Fernfahrer zu lebenslanger Haft verurteilt.

Damals hatte man ihn schon für Ulrike Reistenhofer im Blick, aber der Fahrtenschreiber, der ihn in den Fällen Wieser und Kolarova belastete, hat ihn für den Zeitraum, in dem UR starb, entlastet.

2012 kam nochmal Hoffnung auf, den Fall zu klären, da man eine Spur (Hautfetzen) an dem Stein entdeckte, mit dem UR erschlagen wurde. Da hat sich aber wohl seitdem auch nichts mehr getan, bzw. es gibt keine Veröffentlichungen dazu.

BTW: das Buch „Ulrike R. - Versuch eines Lebens“ von Ulrike Maly ist hier für 14€ (DACH) und 13€ (IT) erhältlich.
Einige wollten sich das Buch ja besorgen.

Mich stößt der Titel bereits ab, bzw. finde ich ihn in Bezug auf einen (verstorbenen) Menschen sehr unpassend und problematisch; gerade wenn er von der Mutter so gewählt wurde, zeigt es doch für mich eine gewisse Abwertung des Lebens ihrer Tochter. Ihre Tochter hatte ein Leben…es war kein Versuch, ganz egal, ob ihrer Mutter das Leben ihrer Tochter so gefiel oder nicht, ganz egal, ob ihre Tochter erfolgreich (wobei auch immer) war oder nicht, ganz egal, ob sich ihre Tochter zerrissen fühlte oder nicht. Sie hatte ein Leben, welches ihr genommen wurde.

Dem eigenen Kind seinen Vornamen zu geben hat für mich auch so ein Geschmäckle (auch als Tradition), da bin ich allerdings durch meine verstorbene Partnerin sehr sensibilisiert. Hat immer sowas von Mini-me für mich (Was der Großvater schon war, wurde auch der Vater und muss der Sohn auch werden und wehe wenn nicht) und birgt grundsätzlich schon Enttäuschung, wenn sich das Kind nicht so entwickelt, wie man es geplant hat, bzw. wie man selbst ist oder es die Tradition scheinbar vorschreibt.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

11.10.2026 um 20:56
Zitat von CaiaLiaCaiaLia schrieb:2012 kam nochmal Hoffnung auf, den Fall zu klären, da man eine Spur (Hautfetzen) an dem Stein entdeckte, mit dem UR erschlagen wurde. Da hat sich aber wohl seitdem auch nichts mehr getan, bzw. es gibt keine Veröffentlichungen dazu.
Die Hautfetzen befanden sich "an der Kleidung" (ORF 2012) respektive "an den Hosen" wie die Südtirolnews dann 2017 schrieben. Das auch Spuren am Stein gefunden worden wären wäre für mich neu - hättest Du da ein Quelle zur Hand?
Neue Methoden isolieren DNA-Code

Die Spuren jedenfalls brachten vorerst keine Hinweise: Am Stein, mit dem die 19-Jährige erschlagen wurde, gab es keine Abdrücke; aus den Hautfetzen, die auf der Kleidung der jungen Steirerin gefunden wurden, konnte mit den damaligen Methoden kein brauchbarer DNA-Code isoliert werden. Das allerdings gelang jetzt Forensik-Experten der Universität Innsbruck.
Quelle: https://steiermark.orf.at/v2/news/stories/2520119/
Jahre später gelang es dank moderner Technik auf ihren Hosen, DNS-Spuren des mutmaßlichen Täters zu isolieren. Nachdem eine Überprüfung des gesamten Freundes- und Familienkreises ins Leere geführt hatten, gerieten die Ermittlungen ins Stocken.

Trotzdem wird die DNA-Probe auch heute noch mit Proben bei ähnlichen Verbrechen verglichen.
Quelle: https://www.suedtirolnews.it/chronik/cold-case-ulrike-reistenhofer-dna-gefunden


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

11.10.2026 um 21:30
Zitat von CaiaLiaCaiaLia schrieb:Mich stößt der Titel bereits ab, [...]
Dem eigenen Kind seinen Vornamen zu geben hat für mich auch so ein Geschmäckle (auch als Tradition), da bin ich allerdings durch meine verstorbene Partnerin sehr sensibilisiert. Hat immer sowas von Mini-me für mich [...] und birgt grundsätzlich schon Enttäuschung, wenn sich das Kind nicht so entwickelt, wie man es geplant hat, bzw. wie man selbst ist oder es die Tradition scheinbar vorschreibt.
Ich finde, der Titel ist nicht so schlecht gewählt, für mich hat er eine doppelte Bedeutung: Ulrikes Leben, die gerade erst begonnen hatte ihren eigenen Weg zu finden - und das ihr gewaltsam genommen wurde.
Und der Versuch ihrer Mutter nach diesem Verlust selbst irgendwie weiterzuleben.
Für Ulrikes Mutter war das Buch ja "ein Akt der Selbstheilung".

Eine Abwertung ihrer Tochter lese ich daraus jedenfalls nicht.

Für mich bedeutet auch die Namensgebung nicht automatisch, dass ein Kind in die Fußstapfen der Eltern treten muss. Und sehe darin auch nichts Negatives, auch wenn ich es selbst nicht so gehandhabt habe.
Da hast Du, wie Du ja schreibst, aus persönlichen Gründen halt einen anderen Zugang, andere Erfahrungen.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

12.10.2026 um 15:45
Zitat von 2cent2cent schrieb:Die Hautfetzen befanden sich "an der Kleidung" (ORF 2012) respektive "an den Hosen" wie die Südtirolnews dann 2017 schrieben. Das auch Spuren am Stein gefunden worden wären wäre für mich neu - hättest Du da ein Quelle zur Hand?
Du hast Recht. Den „Stoff“ in einem der Artikel habe ich überlesen.
Allerdings kann diesen „Hautfetzen“ dann tatsächlich jeder verursacht haben, der UR „berührt“ hat. Und das sind ja doch eine ganze Menge Leute; allein auf einem Techno-Festival rumpelt man ja laufend mit irgendwelchen Leuten zusammen.
Da wäre mir wohl der Stein doch lieber gewesen, vermutlich habe ich deswegen den Stoff überlesen.
Zitat von 2cent2cent schrieb:Und der Versuch ihrer Mutter nach diesem Verlust selbst irgendwie weiterzuleben.
Für Ulrikes Mutter war das Buch ja "ein Akt der Selbstheilung".
Dann wäre der Titel „Ulrike M. - Versuch…“ wohl besser gewählt. Dass Schreiben heilend sein kann, darüber muss man nicht diskutieren; bei mir stapeln sich Hefte und Notizbücher, in denen ich mich auskotze oder Ideen festhalte.
Ich persönlich sehe den Titel kritisch, auch wenn ich deinen Einwand nachvollziehen kann - genauso bei der Namensgebung (sind auch nicht nur persönliche Erfahrungen mit meiner Partnerin, wo es halt noch krasser ablief, sondern auch von anderen Betroffenen, aber sind eben nicht meine eigenen Erfahrungen- mir reicht schon, dass meine Mutter an meinen Namen Erwartungen geknüpft hat, die nicht erfüllbar sind…und ich heiße, gottlob, nicht wie sie).
Mir hat diese Tradition nie zugesagt und ich habe sie auch nie verstanden; ebenso wenig wie die Kinder Maria und Josef zu nennen, wie es dort, wo meine Oma geboren ist, Tradition war (und das obwohl ich selbst mal tiefkatholisch war).

Mag aber auch sein, dass ich soviele Frauen in meiner Generation kenne, die ‚grosse‘ Schwierigkeiten mit ihren Müttern haben. Etwas was ich nie vermutet hätte und lange dachte, nur meine sei so ‚anders‘. Leider nicht.
Ich bin, auch wenn ich es heute ‚besser weiss‘, immer wieder überrascht, wie viele betroffen sind und dass es immer wieder die gleichen beiden Generationen sind und fast nur Frauen.

Trotzdem bleibt mein Gefühl bei dem Titel. Und leider hat mich meine Intuition weder bei Menschen noch bei Büchern je betrogen - was den Umgang mit ersteren durchaus problematisch macht. Bücher kann man ins Regal der Buchhandlung zurück stellen oder einfach nicht kaufen; mit Menschen geht das nicht.
Dann lieber Rückzug.

Ist ja eh egal.

Das Buch ist erhältlich, das war es ja eine Weile nicht oder nur unter sehr schwierigen Bedingungen. Jeder, der es lesen will, hat jetzt die Chance.

Und manchmal sind so Nischenbücher wirklich gut, wie „Der Versunkene“ von Bernhard Gehringer zum Verschwinden des Bürgermeisters von Zeilitzheim, Franz Räth.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

19.10.2026 um 17:39
Hallo, ich habe diesen Thread vor einiger Zeit entdeckt und mich nun durch alles gelesen. Ein bisschen wundert mich, wie oft die Frage nach den genauen Zugfahrzeiten kommt und dass die bis heute nicht umfassend beantwortet wurde. Also habe ich mal in meinem Fahrplanarchiv gekramt.

Als Erstes haben wir einen Fahrplan vom EC 161 Zürich - Wien, so wie sie früher in den Schnellzügen herumgelegen sind. Dort stehen nicht nur die bisher bekannten Zeiten (Zürich HB 13:33 - Innsbruck Hbf 17:19), sondern es wird auch explizit der Anschlusszug um 17:25 erwähnt, wo man mit einem weiteren Umstieg um 20:05 noch nach Graz kommt. Von den anderen Haltebahnhöfen des EC 161 (Salzburg, Linz) ist keine Verbindung nach Graz mehr möglich. Auch der EC nach Verona um 17:28 wird erwähnt. Die nächste Verbindung von Innsbruck nach Graz wäre dann übrigens erst wieder de Nachtzug Zürich - Graz um weit nach Mitternacht. Insofern ist es schon nachvollziehbar, dass sie unbedingt den Zug um 13:33 in Zürich erreichen wollte.

Als Zweites ist hier ein Fahrplan der Pustertalbahn, allerdings aus dem Frühling 1998. Man kann aber davon ausgehen, dass sich da nicht viel geändert hat. Hier gibt es den Zug ab Innsbruck um 17:57 via Franzensfeste 19:20 nach Lienz. Der hielt um 19:45 in Ehrenburg. Im XY-Film war dieser glaub ich um 18:00 ab Innsbruck zu sehen, also sehr ähnlich. Man sieht dass es auch später noch einen Zug gab (22:17 ab Franzensfeste), jedoch nur noch bis Innichen. Aber weder von Lienz noch von Innichen wäre man abends noch weitergekommen, nicht mal bis Villach.

Dann noch etwas zu zwei anderen Themen, die immer wieder aufgetaucht sind:
Der abgelaufene Reisepass dürfte weder in der Schweiz noch in Italien für Probleme gesorgt haben. Reisedokumente dürfen in der EU und auch der Schweiz bis zu 5 Jahre abgelaufen sein.

Das Auto in der Parkbucht könnte bereits früher dort gestanden sein, vielleicht mit geschlossenen Türen und deshalb niemandem aufgefallen sein. Meine Theorie dazu: Chillen am Fluss, wie bereits früher angedeutet. Ggf. Drogenkonsum auch schon vor der letzten Pille 1h vorm Tod. Dann ging man irgendwann benebelt noch etwas aus dem Auto (z.B. aus dem Rucksack) holen und wieder runter, wobei die Tür vergessen wurde. Und später kam es dann zur Ausenandersetzung.

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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

19.10.2026 um 23:18
Hallo @Johann_F ,

vielen Dank für das Einstellen der Fahrpläne – ich bin wirklich begeistert, dass Du diese Fahrpläne noch vorliegen hast!Ich kann mich an die Blätter im Zug erinnern, hätte aber nicht gedacht, dass sie jemand aufbewahrt und ich so eines nochmal sehen würde.

Die „Zugverwirrung“ entstand wahrscheinlich unter anderem daraus, dass niemand hier Jahre später diese Fahrpläne vorliegen/recherchieren konnte. Auch zB im Podcast der Kleinen Zeitung wird gesagt:
„Sie ist ausgestiegen und hat bei einem Bankomat, […] 100 Schilling behoben. Danach ist sie nicht mehr in den Zug nach Graz eingestiegen, […] Der Zug ist abgefahren gegen 18 Uhr.“ 1

Auch In „Ungelöst – Cold Case Austria“ kam Herr Breitegger (Journalist) zu Wort und auch dort wird gesagt, dass sie nicht mehr in den Zug eingestiegen wäre.

Während auf Chilhavisto bereits 1998 die korrekte Abfahrtszeit 17:25 für den Anschlusszug nach Graz genannt wurde.2

Warum hätte sie also wieder einsteigen sollen in den EC 161 „Maria Theresia“? Außer, sie hätte rechtzeitig bemerkt, dass sie den Anschluss nach Graz um 17:25 nicht erreicht hat und wäre dann wieder zum EC Maria Theresia gelaufen, um mit diesem um 17:30 weiter nach Wien zu fahren. Um von Wien wie auch immer nach Graz zu kommen.

Auch die vermutete „Verwechslung“ Lienz mit Liezen (Chihavisto 2003) der Mutter ist für mich nicht ganz schlüssig. Der Anschlusszug führte doch nach Graz (über Liezen) aber doch nicht NACH Liezen?

Warum sollte sie also in einen Zug NACH LIENZ (wenn ich den Pustertalplan richtig interpretiere) um 17:57 versehentlich einsteigen?

Und Dein Zugfahrplan zeigt hier doch wirklich schön, dass der IC nach Graz um 17:25 abgefahren wäre, der EC nach Venedig (auch über Franzensfeste) um 17:28.

Dennoch steigt Ulrike in Innsbruck aus um am Bankomat „seelenruhig“ 1 Minute vor Abfahrt ihres Zuges nach Graz Geld zu beheben? Sie hat Schilling behoben und soll dann in Lire bezahlt haben in Kiens, sofern ich richtig erinnere.

Wenn sie in den Zug 4607 der Pustertalbahn um 17:57 oder 19:31 eingestiegen ist, dann mM nach nur weil ihr jemand gesagt hat, dass man mit dem Zug (über Franzensfeste) nach LIENZ und von dort zB nach Wien kommen könnte (ohne die Abfahrtszeiten zu berücksichtigen).

Oder, für mich wahrscheinlicher, sie doch mit diesem Zug nach Franzensfeste fahren solle, und er sie von dort abholen/mitnehmen würde und zB nach Villach oder Klagenfurt brächte, von wo sie dann weiter nach Graz käme, oder ganz „nach Hause“ brächte.

Am gleichen Tag mM völlig unrealistisch – aber was weiß man, was ihr erzählt wurde und was sie geglaubt hat?

Wenn man die Aussage der Trafikantin (auch Chilhavisto 1998) heranzieht, die ja Ulrikes Rucksack für einige Zeit/einige Stunden aufbewahrt haben will, dann schließt das mM den Zug um EC 17:28 nach Franzensfeste aus.
Zitat von Johann_FJohann_F schrieb:Der abgelaufene Reisepass dürfte weder in der Schweiz noch in Italien für Probleme gesorgt haben. Reisedokumente dürfen in der EU und auch der Schweiz bis zu 5 Jahre abgelaufen sein.
Denke ich auch. Für die Schweiz/Österreich gilt/galt „bis zu 5 Jahren“ abgelaufen.
Ich frage mich ja eher, ob im Zug im August 1998 überhaupt noch Passkontrollen durchgeführt worden sind? Schengener Abkommen war ja seit April 1998 in Kraft – entsprechend bei Stichproben-Kontrolle möglicherweise ein Thema wenn der Grenzbeamte „stur“ gewesen wäre, aber eher unwahrscheinlich bzw. wäre das ja ziemlich wahrscheinlich erinnerungswürdig, hätte ein Grenzer Ulrike „aus dem Zug geworfen“. Und das doch eher am Brenner und nicht in Franzensfeste?
Zitat von Johann_FJohann_F schrieb:Ggf. Drogenkonsum auch schon vor der letzten Pille 1h vorm Tod.
Nun, Ulrike soll ja in einem Cafe/einer Bar in Kiens um 22:30/23:00 Süßigkeiten/Bonbons/Kekse (Caramelle gem. Chilhavisto) gekauft haben. Ein Landwirt hat zwischen Mitternacht und ein Uhr dann Schreie gehört, das Auto soll soweit ich erinnere ab ca. 22:30 dort gestanden sein, für zumindest 3 Stunden – so ganz geht und ging das für mich noch nicht zusammen. Also wie Ulrike wirklich ca 1 Stunde vor dem Tod (auf welchen Zeitpunkt wurde dieser denn geschätzt?) Ecstasy genommen hätte. Freiwillig? Untergemischt?
Ob und wie das zusammenhängt, dazu habe ich noch keine wirklich (für mich) wahrscheinliche Ablaufvariante im Kopf.

Quellen:
1 Ab ca. Min. 03:50 aus dem PC Delikt Kleine Zeitung 2022 Ulrike Reistenhofer: Hinterließ der Täter „Haikus“ über den Mord? – das sagt Hans Breitegger (Kriminalreporter der kleinen Zeitung).
2 https://www.chilhavisto.rai.it/dl/clv/Misteri/ContentSet-243cd237-61fe-434d-9199-2a41cb775811.html


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

20.10.2026 um 00:41
Zürich HB ab 13:33 - Innsbruck Hbf an 17.19
Anschlusszug ab 17:25 - Graz Hbf an 23.40

So weit dürfte die Rückfahrt nach Graz auch geplant gewesen sein. Nun muss aber in Innsbruck ein Ereignis eingetreten sein, was UR ins Südtirol führte. Nahe liegend ist da schon eine Verwechslung der Züge. Innsbruck Hbf ab 17:20 - Franzensfeste an 18.49 Und hier ist nicht klar wie sie nach Ehrenburg kommt. Wo sie in Kiens noch die Kekse gekauft hat. Vermutlich die wahrscheinlichste Variant per Anhalter.
Zitat von Johann_FJohann_F schrieb:Als Zweites ist hier ein Fahrplan der Pustertalbahn, allerdings aus dem Frühling 1998. Man kann aber davon ausgehen, dass sich da nicht viel geändert hat. Hier gibt es den Zug ab Innsbruck um 17:57 via Franzensfeste 19:20 nach Lienz. Der hielt um 19:45 in Ehrenburg.
Für mich bleibt diese Variante fraglich. Warum soll sie in Kiens aussteigen und Kekse kaufen?


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

20.10.2026 um 07:38
Zitat von 2cent2cent schrieb:Auch die vermutete „Verwechslung“ Lienz mit Liezen (Chihavisto 2003) der Mutter ist für mich nicht ganz schlüssig. Der Anschlusszug führte doch nach Graz (über Liezen) aber doch nicht NACH Liezen?
Der genannte Anschlusszug um 17.25, den sie hätte nehmen müssen, hatte als Ziel Linz. Aber nicht wie der EC aus Zürich auf direkten Weg über Deutschland, sondern über Zell am See, Bischofshofen (dort erneuter Umstieg nach Graz) und Salzburg.
Vielleicht hat sie sich gemerkt, in Innsbruck in einen Zug nach Linz umsteigen zu müssen und hat es dann mit Lienz verwechselt. es erklärt bloß nicht das Abstellen des Rucksackes bei der Trafik, das ist für 30min wohl nicht notwendig.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

21.10.2026 um 20:02
Zitat von 2cent2cent schrieb:Die „Zugverwirrung“ entstand wahrscheinlich unter anderem daraus, dass niemand hier Jahre später diese Fahrpläne vorliegen/recherchieren konnte.
Ich darf auf meinen allerersten Beitrag verweisen (das Video ist allerdings nicht mehr verfügbar):

Beitrag von nephilimfield (Seite 8)

Ich halte diesen Ablauf immer noch für denkmöglich, zumal ja ihre Mutter in ihrem Buch sagt:
Zitat von nephilimfieldnephilimfield schrieb am 11.02.2016:Umsteigen ist für Ulli mit Sicherheit eine Hürde. Wie oft ist sie bei kurzen Strecken fehlgelandet? Dreimal, viermal, erinnere ich mich. In den falschen Bus gestiegen, an der falschen Station ausgestiegen, alles hatten wir.



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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

22.10.2026 um 00:18
@nephilimfield und @Johann_F – vielen Dank Euch! Damit ist zwar geklärt, dass auf der Anzeigetafel LINZ stand. Für mich eben noch immer nicht schlüssig, warum die Mutter mit einer Verwechslung von Lienz und Liezen zitiert wurde.

Ulrike wollte ja nach Graz. Der Zug Richtung Linz wäre die richtige Verbindung gewesen, mit Umstieg in Bischofshofen in den Zug nach Graz, der zwar über Liezen fährt, aber nicht Liezen als Ziel hatte. Somit könnte sie doch nur Lienz mit Linz verwechselt haben. So mein Verständnis. Möglicherweise ist das ein Zitierfehler. Ähnlich der genannten, aber unmöglichen, Ankunftszeit in Franzensfeste um 16:30 im selben Teil.

@nephilimfield
Danke nochmal auch für die Erinnerung an Deinen Beitrag. Dein geschilderter Ablauf ist durchaus möglich und auch plausibel. Also Ulrike steigt in Eile in den falschen Zug nach Verona um 17:28. Sofern man, wie Du ja sagst, die "Rucksackaufbewahrung" außen vor lässt und auch den von Dir erwähnten Zug um 18:01 der direkt nach Lienz gefahren wäre, man also von einer letztlich gesichert festgestellten Ankunft in Franzenfeste ausgeht. Letztereres (Ankunft in Lienz) könnte die Zeitspanne bis zur Sichtung in der Bar/im Café möglicherweise erklären.

Denn wie Du ja auch sagst, was hat sie in Franzensfeste angekommen gemacht und wie ist sie von dort nach Kiens gekommen, wo sie die Kekse/Süssigkeiten/Bonbons kaufte?

Ich hatte versucht, auch die anderen (mir bekannten) Informationen in meine Überlegung einzubeziehen. Die Kombination aus der Bankomatabhebung, die Aussage der Trafikantin, die Ulrikes Rucksack für einige Zeit/mehrere Stunden aufbewahrt haben will und die von der Mutter angenommene Verwechslung Lienz mit Liezen (!), gemeint wahrscheinlich (wie ich vermute) Linz.

Dabei bin ich von der Annahme ausgegangen, dass Lienz auf der Anzeigetafel als Ziel dieser Züge stand, und die Mutter möglicherweise tatsächlich Linz und nicht Liezen meinte. Im Hinterkopf hatte ich auch die Info, dass 1998 noch von einem Bahnhofsvorsteher gesprochen wird, der sie gesehen haben will, sich dessen aber nicht sicher wäre. Während dann 2003 Ulrike bei ihrer Ankunft in Franzensfeste offenbar nach einer Rückfahrt nach Innsbruck gefragt haben soll. Wann genau sie diese Frage wem gestellt haben soll, und ob das tatsächlich gesichert ist, ist mir allerdings nicht bekannt.

Für mich ergeben sich daraus eben unterschiedliche Szenarien, 1 und 2 schon oben geschildert, oder die 3. Variante, die für mich eben nur noch schwer mit der Aussage der Trafikantin zusammenpasst:

Variante 1: Ulrike steigt bewusst in den Zug 4607 der Pustertalbahn um 17:57 oder 19:31 ein, weil ihr jemand gesagt hat, dass sie mit diesem Zug über Franzensfeste nach Lienz und von dort beispielsweise weiter nach Wien kommen könnte – ohne dass dabei die tatsächlich möglichen Verbindungen berücksichtigt wurden. Warum sie dann in Franzensfeste aussteigt?

Variante 2: Jemand hat ihr gesagt, dass mit diesem Zug nach Franzensfeste fahren soll, wo er sie abholen bzw. mitnehmen würde. Von dort hätte er sie dann zu einem Ziel mit Verbinderung nach Graz oder gleich ganz "nach Hause" gebracht.

Oder Variante 3:
Wenn der Pustertalzug bereits auf einer Anzeigetafel angekündigt war und es sich tatsächlich um eine reine Verwechslung von Linz/Lienz handelte, könnte Ulrike einfach in den Zug um 17:57 eingestiegen sein.
Dann stellt sich für mich allerdings die Frage nach der Aussage der Trafikantin, die für Ulrike den Rucksack „per qualche ora“ /„ für ein paar Stunden“ zur Aufbewahrung übernommen haben will. Ich kann mir nämlich nur schwer vorstellen, dass Ulrike ihren Rucksack für mehrere Stunden abgegeben hätte und sich dann rund zwei Stunden am Bahnhof aufgehalten hätte, ohne sich irgendwo nach der nächsten (richtigen) Verbindung nach Graz zu erkundigen. Ebenso fraglich, ob der 2. Zug um 19:31 zu diesem Zeitpunkt bereits auf einer Anzeigetafel gestanden hätte.


Hier noch die Passagen auf die ich mich beziehe (Hervorhebungen von mir und übersetzt mit DeepL.com):
Una tabaccaia della stazione sostiene che, lo stesso pomeriggio, proprio Ulrike le avrebbe lasciato in deposito lo zaino per qualche ora.
Eine Tabakhändlerin am Bahnhof behauptet, dass Ulrike ihr noch am selben Nachmittag ihren Rucksack für ein paar Stunden zur Aufbewahrung gegeben habe.
Ulrike Reistenhofer era approdata nella sperduta stazione di Fortezza alle 16,30 del 9 agosto per un errore. La madre ha ipotizzato: "Sono certa che ha scambiato Lienz per Liezen. Ulli prendeva spesso gli autobus sbagliati". Dalla stazione di Innsbruck, per tornare a Graz, La ragazza aveva preso il treno sbagliato e, quando se ne era accorta, era scesa alla stazione di Fortezza, dove le avevano comunicato che il primo treno per tornare a Innsbruck partiva alle 3 di notte. "Per Ulli era impossibile aspettare il treno delle 3. Lei a tutti costi voleva essere a casa quella sera perché Christian, benché si fossero lasciati, le aveva promesso che avrebbe cucinato per lei".
Ulrike Reistenhofer war am 9. August um 16.30 Uhr aufgrund eines Irrtums in dem abgelegenen Bahnhof von Fortezza angekommen. Die Mutter vermutete: „Ich bin mir sicher, dass sie Lienz mit Liezen verwechselt hat. Ulli stieg oft in den falschen Bus.“ Vom Bahnhof Innsbruck aus hatte das Mädchen auf dem Weg zurück nach Graz den falschen Zug genommen, und als sie es bemerkte, stieg sie am Bahnhof Fortezza aus, wo man ihr mitteilte, dass der erste Zug zurück nach Innsbruck erst um 3 Uhr nachts abfahren würde. „Für Ulli war es unmöglich, auf den Zug um 3 Uhr zu warten. Sie wollte um jeden Preis noch am selben Abend zu Hause sein, weil Christian ihr – obwohl sie sich getrennt hatten – versprochen hatte, für sie zu kochen.“

Quelle: https://www.chilhavisto.rai.it/dl/clv/Misteri/ContentSet-243cd237-61fe-434d-9199-2a41cb775811.html (Startseite und Aktualisierung 21.07.2003)


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Rubikon am 16.09.2013, Seite: 1 2 3 4 5
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