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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

1.065 Beiträge, Schlüsselwörter: Erschlagen, Südtirol, Streetparade, Fiattipo, Ulrike Reistenhofer, Ehrenburg

Mord an Ulrike R. (Streetparade)

06.02.2016 um 22:35
Zum Zeitpunkt des Kekskaufes durfte es Ulrike noch gut gegangen sein. Sie war mit Sicherheit auch nicht zugedröhnt wie ein Äffchen. Das wäre in einer solchen Dorfgaststätte sicher aufgefallen.
Ulrike wirkte sicherlich normal und unauffällig. Sie war mit Sicherheit auch nicht verängstigt.
In solchen Dörfern wird bei Fremden die sich nicht normal Verhalten gerne die Polizei geholt bzw. solche Subjekte behält man besonders wenn es Nacht wird gerne im Auge.
Ulrike dürfte die im Wirtshaus anwesenden nicht unangenehm aufgefallen sein. Selbst in einem Touristenort wie Ehrenburg gibt es an der Theke immer Leute die die ins Lokal kommenden genau ansehen. Ein Fremdes Mädchen fällt auf und ein auswärtiger Begleiter wäre dort auch aufgefallen.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

06.02.2016 um 22:39
Eine andere Theorie: vielleicht wollten sie ja am Flussufer übernachten. Vielleicht war zunächst alles normal und geriet dann irgendwie aus der Spur. Weil er mehr wollte als sie. Oder sie etwas falsches sagte und er austickte.
Die Tür war einfach aufgeblieben, weil einer von ihnen vergessen hat, sie zu schließen.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

06.02.2016 um 23:13
@osttimor

Also, sie hat dem Fernsehen gesagt, dass sie sofort gesehen hat, dass sie Hilfe brauchte, und dass sie ihr leid tat, und dass sie ihr hinterherging, nachdem sie die Karamellbonbons bezahlt hat. Sie kam bis zum Ende der Theke, dann hat ihre Tochter gesagt, dass sie sich um ihren eigenen Kram kuemmern soll, und dann ist sie sofort stehengeblieben. Sie hat nicht gesehen, wo das Maedchen herkam -
Das ist nicht meine Meinung oder Interpretation, das steht so auf der Internetseite, unter den Updates, ganz hinten in dem Abschnitt ueber den LKW Fahrer.

@Bandini

Sie hatte eine Decke dabei, und sie hatte ja auch die letzte Nacht in einem Park uebernachtet, das stimmt. Aber die offene Tuer spricht meiner Ansicht dagegen. Wenn man kontrolliert beschliesst, draussen zu schlafen, dann stellt man auch sicher, dass das Auto sicher abgestellt ist, und auch nicht ueber Nacht geklaut wird. In Italien gibt es naemlich viele Autodiebstaehle, auch, wenn sie abgeschlossen sind. Frag besser nicht, woher ich das weiss...


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

07.02.2016 um 00:20
In un bar dove era entrata alle 22,30 si è consumata la sua ultima chance di salvezza. La barista che l'ha incontrata ha raccontato: "Da principio non l'avevo nemmeno vista la ragazza che era entrata. Ho capito subito che aveva bisogno di aiuto però non mi ha detto niente. Ha comprato delle caramelle e le ha pagate con mille lire che ha tirato fuori dallo zainetto. Mi è rimasta impressa la maglietta che indossava, era nera a righine bianche, quando l'ho vista sul giornale l'ho riconosciuta subito. Ai piedi aveva scarpe da montagna. Ero attratta da lei perché mi faceva pena. Quando è uscita l'ho seguita per vedere dove andava. A quel punto mia figlia mi ha detto di farmi i fatti miei. Mi sono fermata subito. Ero sorpresa di me stessa, del mio comportamento. Mi sono fermata prima dell'uscita del bar perciò non ho visto da che parte è andata. Ancora oggi sto male per non aver fatto niente. Sono sicura che se mia figlia non mi avesse fermato l'avrei seguita e forse l'avrei aiutata".
Hier ist noch einmal das Originalzitat, auf das sich @AnnaKomnene bezieht. Es ist natürlich nur eine Wiedergabe durch Chi l'ha visto.

Leider sagt es auch nicht sonderlich viel aus. Im Nachhinein (!) sagt die Wirtin, dass ihr sofort aufgefallen sei, dass Ulrike "Hilfe brauche" (aveva bisogno di aiuto). Wieso, warum und was für eine Art Hilfe sagt sie hier nicht.

Das Ganze wird durch das Verhalten der Wirtin auch relativiert: denn erstens fragt die Wirtin nicht, ob Ulrike Hilfe braucht. So arg hilfsbedürftig kann sie also doch nicht ausgesehen haben. Und selbst gesagt hat Ulrike auch nichts.

Dann geht die Wirtin hinter Ulrike her, angeblich weil sie schauen will, wohin sie geht, aber sie lässt sich von ihrer Tochter sofort stoppen. Wieder muss man sagen, dass die Hilfsbedürftigkeit dann wohl nicht so gross gewesen sein kann.

Ich will es hier mal ganz hart sagen: ich denke, die Wirtin macht sich hier ein wenig wichtiger als sie war. Ich glaube eher, sie war einfach neugierig, weil Ulrike nicht in das gehobenere Ambiente des Post Hotels passte. Daher die Neugier zu schauen, wo sie denn nun hingeht. Ihre Tochter sagt dann treffend zu ihr: "kümmere Du Dich um Deine Angelegenheiten!" Dann, als die Wirtin vom Mord erfährt, bildet sie sich selbst vermutlich ein, dass Ulrike so hilfesuchend ausgeschaut hat und dramatisiert jetzt ihre eigene Rolle bis zu dem Schlussatz: "ich hätte ihr vielleicht helfen können!"

Ich gehe davon aus, Ulrike war vermutlich etwas müde, hungrig, und benahm sich eben so, wie man sich benimmt, wenn man in einem fremden Ort in ein fremdes, nicht dem eigenen Stil entsprechendes Restaurant kommt. Ein wenig reserviert, zurückhaltend, still. Das war's wohl. Ich denke, zu dem Zeitpunkt war sich Ulrike keinerlei Gefahr bewusst, war auch nicht "gestrandet" oder "verirrt" oder "verloren," sondern draussen wartete ihr Mitfahrer auf sie.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

07.02.2016 um 22:54
Nur um die Oertlichkeiten noch einmal zu veranschaulichen, hier sind ein paar Eckdaten, ueberwiegend aus Wikipedia, der Rest sind meine Erinnerungen.

Zum Brenner faehrt es sich meiner Erinnerung nach langsam, und es bleiben oft Zuege liegen. Der Zug haelt dort eine gefuehlte halbe Stunden, und mittendrin gibt es ein grosses Tohuwabohu, weil das neue Zugpersonal einmal schnellen Schrittes durch den Zug geht. Der Zug haelt wahrscheinlich, um die Lok auszutauschen. Weshalb die Schaffner einmal lautstark durch den Zug gehen, habe ich nie verstanden. Man sieht vom Fenster aus eigentlich nur den Bahnhof. Es gibt auf jeden Fall genuegend Moeglichkeit, aus dem Fenster zu schauen und nachzufragen, was denn los sei... Hinter der Grenze sind die Ansagen zweisprachig, und die Schaffner sprechen sowohl Deutsch wie auch Italienisch.

Franzensfeste, der naechste Halt, hat 970 Einwohner. Dort haelt zwar der Eurocity, aber gross ist der Ort wirklich nicht, und er sieht auch aus dem Zugfenster nicht gross aus. Der Zug faehrt dann weiter zu anderen Bahnhoefen, die groesser und bekannter sind.

Franzensfeste liegt an der Brennerstrecke Innsbruck-Italien. Das ist die Hauptstrecke. Dazu gibt es dort noch die Pustertal Linie, die von Franzensfeste einmal quer durch Suedtirol fuehrt, bis zur oesterreichischen Grenze. Ich persoenlich hatte den Namen des Grenzueberganges nie gehoert, aber das mag anders sein, wenn man aus Oesterreich ist.

Diese Zugstrecke ist eine eingleisige Regionalbahn, und man kommt damit in die Naehe des Ortes, in dem UR Kekse gekauft hat. Ich frage mich gerade, wenn sie diesen Zug genommen hat, hatte sie eine Fahrkarte? Gab es in Franzensfeste einen Fahrkartenautomaten? Gab es in dem Zug einen Schaffner? Viele Orte gibt es an dieser Strecke nicht, und sie sind ueberwiegnd klein bis sehr klein. Voll wird ein Zug auch nicht gewesen sein, am Sonntag Abend.

Wo traf sie auf den Moerder? In Franzensfeste? In der Naehe des Cafes? Oder war sie zu Fuss unterwegs, und jemand hat sie in der Naehe der Fundstelle gesehen und angehalten?

Die Ortschaft in der Naehe des Cafes hat 2700 Einwohner, ist also auch nicht gross, aber es gibt zumindest ein Cafe/Hotel, also Tourismus.

Mir fiel nur auf, wie duenn besiedelt das Gebiet ist, und wie wenig wahrscheinlich es war, eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Ich muss mir demnaechst noch mal eine italienische Autobahnkarte ansehen. Macht es Sinn dort langzufahren, um Maut zu umgehen?


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08.02.2016 um 00:23
@Rick_Blaine
Post Hotel in Kiens? Ich dachte sie hätte die Kekse in Ehrenburg gekauft, dort ist auch der Bahnhof.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

08.02.2016 um 07:09
@Raldon
Das ist ja gerade der Punkt: die offizielle Darstellung in Presse und von der Polizei spricht immer von Kiens. Nie hat jemand behauptet, dass sie mit dem Zug nach Ehrenburg gefahren sei oder irgendwo in Ehrenburg gesehen wurde. Das kam erst hier im allmy auf, nachdem man XY falsch verstanden hat.

Die Post in Kiens liegt direkt an der Hauptstrasse. Das macht dann auch weitaus mehr Sinn, wenn man der offiziellen Vermutung folgt, dass sie in Franzensfeste in ein Auto stieg.


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08.02.2016 um 07:31
@AnnaKomnene
Ich bin in jenen Jahren sehr oft mit dem Zug über den Brenner gefahren, es ist ungefähr so gewesen, wie Du hier beschrieben hast. Am Grenzbahnhof Brenner (Brennero), der schon in Italien liegt, wurde damals die Lok gewechselt, von ÖBB zu FS und umgekehrt. Je nach Tageszeit geschah das mal schneller, mal weniger schnell.

Der Grenzbahnhof liegt in einem engen Tal, auf der einen Seite, wenn man zum Fenster herausschaut, sieht man nur eine Bergwand, auf der anderen Seite nur das Bahnhofsgebäude. Man sieht eigentlich nichts, was darauf hinweist, dass man nun irgendwo falsch ist, wenn man sich dort nicht auskennt. Ulrikes Mutter sagte ja aus, dass Ulrike geographisch nicht sehr bewandert war. Am Bahnhof standen auf den Gleisen meist wartende ÖBB Loks und wartende FS Loks. Ein schneller Blick aus dem Fenster kann also immer noch den Eindruck erwecken, dass man noch in Österreich ist.

Vor Abschaffung der Grenzkontrollen stiegen in der Regel am Brenner zwei Beamte des italienischen Zolls zu (Guardia di Finanze) in grauen Uniformen, die recht oberflächlich die Reisenden auf der Fahrt nach Bozen (Bolzano) kontrollierten. Oft gingen sie aber auch gar nicht durch den Zug. Die Uniform hatte im Prinzip die gleiche Farbe wie die der österreichischen Gendarmerie (ebenfalls grau damals). Österreichische Beamte habe ich im Zug nie gesehen. Italienische Carabinieri, die z.T. auch grau-blaue Uniformen anhatten, kontrollierten zwar am Strassengrenzübergang, aber seltenst im Zug.

Soweit ich mich erinnere, fuhr Ulrike aber bereits nach der Abschaffung der Kontrollen, so dass vermutlich gar keine Grenzbeamte den Zug bestiegen.

Es fielen also am Ende allein die italienischen Schaffner auf, die aber erst in Brenner begannen, durch den Zug zu gehen.

Daher kann ich mir gut vorstellen, dass Ulrike erst relativ spät bemerkte, dass sie falsch war. Vielleicht erst, als der Zug bereits wieder fuhr.

Der nächste Halt wäre dann Franzensfeste (Fortezza) gewesen. So macht es Sinn, dass sie hier dann den Zug verlassen hat, um nicht weiter in Richtung Verona zu fahren.

Es gibt eine Aussage eines italienischen Bahnbeamten, der meint, sie eventuell in Franzensfeste gesehen zu haben.

Dort hätte sie dann festgestellt, dass in den nächsten Stunden kein Zug zurück nach Innsbruck fuhr. Das gleiche hätte sie auch im Bahnhof Brenner, oder weiter südlich festgestellt.

Daher macht es Sinn, dass man annimmt, sie hat in Franzensfeste das Angebot eines Fremden angenommen, sie mit dem Auto in Richtung Österreich mitzunehmen. Dabei kommt in Frage, dass man ihr angeboten hat, wieder Richtung Innsbruck zu fahren, oder aber durch das Pustertal in Richtung Lienz. Dort ist sie jedenfalls gefunden worden.

Zur Frage der Autobahn: Ich bin damals auch ab und zu mal mit dem Auto gefahren und wie viele andere auch habe ich versucht die Maut, die recht erheblich war, zu sparen: Man musste damals auf österreichischer Seite und auf italienischer Seite Autobahngebühr bezahlen, konnte das aber umgehen, wenn man auf der Bundesstrasse (Ö) bzw. Staatsstrasse (I) fuhr. Gerade die Einheimischen auf italienischer Seite taten das regelmässig. Es gab dort also durchaus regen Verkehr. Besonders nach Einbruch der Dunkelheit war es sogar relativ angenehm, denn der LKW Verkehr war kaum noch vorhanden, so dass man relativ zügig vorankam. Die Polizia Stradale stand meistens nur auf der Autobahn, so dass man auch nicht unbedingt immer das Tempolimit beachtete.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

08.02.2016 um 09:42
@Rick_Blaine
Rick_Blaine schrieb:Die Post in Kiens liegt direkt an der Hauptstrasse. Das macht dann auch weitaus mehr Sinn, wenn man der offiziellen Vermutung folgt, dass sie in Franzensfeste in ein Auto stieg.
Das sehe ich auch so. Das Problem ist halt, dass das mit dem Auto eben nur eine Vermutung ist und wir hier nahe an einem Zirkelschluss sind (Auto --> GH Post plausibel; GH Post --> Auto plausibel).
Wenn sie in Ehrenburg aus dem Zug (Pustertalbahn) ausgestiegen ist, könnte sie auch abseits der Straße ein Cafe gefunden haben. Deshalb wäre wichtig zu wissen, ob es eine gesicherte Quelle für diesen "Gasthof Post" gibt.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

08.02.2016 um 09:46
@nephilimfield
Ich glaube es war in einem italienischen Bericht, aber ich finde das nicht mehr. Ob es die Post war oder ein anderer Gasthof in Kiens ist auch egal, denn in Kiens war es auf jeden Fall, das sagt die Polizei in jeder Verlautbarung.

Meiner Ansicht nach ist es auch aus anderen Gründen gegeben: Das Szenario, dass sie mit einem Auto ins Pustertal kam ist weitaus wahrscheinlicher, als dass sie in einen Zug der Pustertalbahn gestiegen ist - wobei niemand mehr herausfinden kann, ob um die Tageszeit überhaupt noch ein Zug dieser Bahn fuhr, ich bezweifle das - und dass sie dann ausgerechnet in Ehrenburg (Casteldarne) ausgestiegen ist.

Letzter Punkt ist sehr unwahrscheinlich, denn dafür hätte sie gar keinen Grund gehabt: die Züge der Bahn fuhren weiter, und sie hatte ja keinerlei Grund, irgendwie in Ehrenburg zu stranden. Es hätte keinen Sinn gemacht, dort auszusteigen.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

08.02.2016 um 09:49
@Rick_Blaine

Ja, sie ist nach Wegfall der Grenzkontrollen gefahren.

Ich bin seit Herbst 2001 oefter auf der Strecke unterwegs gewesen, dh in der Zeit nach 9/11. Wer die Beamten waren, die durch den Zug gingen, weiss ich nicht, aber sie trugen blau-graue Uniformen. Es koennten Zoll, Polizei oder auch Schaffner gewesen sein. Kontrolliert wurde nie etwas. Sie liefen einmal schnell durch den Zug, als er den Brenner gerade verlassen hat. Mir kam es wie eine Formalitaet vor, so, als muessten sie den Zug "abnehmen" bei der Uebergabe.

(An der deutsch-franzoesischen Grenze wurden damals uebrigens die Grenzkontrollen wieder eingefuehrt, das Schengener Abkommen wurde zeitweilig ausgesetzt, und dort wurde richtig kontrolliert, und an der italienisch-schweizerischen Grenze sowieso. Dort haben sie zB auch Koffer durchsucht.)

Meine Beobachtung koennte also anachronistisch sein. Ich weiss es nicht. Vielleicht hatte es nur etwas mit der Terrorwarnung zu tun, vielleicht war es auch nur Vorschrift, bei der Uebergabe des Zuges einmal durchzulaufen.

Wie denn auch sei, am Brenner sah man das Dorf auch damals nicht, das sah aus wie ein grosses Bahnhofsgebaeude in den Alpen, und Franzensfeste war auch damals schon sehr klein, mit einem huebschen Bahnhof mit Blumenkoerben, sehr provinziell.

Am naechsten Bahnhof auszusteigen ist, glaube ich, was die meisten Leute getan haetten. Da kann man sich auch immer noch beim Schaffner herausreden, so dass meine keine zusaetzliche Fahrkarte kaufen muss. Alternativ koennte man auch bis zur naechsten "Querverbindung" im Zug bleiben, und dann einen Umweg ueber Suedtirol fahren. Da braeuchte man aber wirklich eine Fahrkarte. Die naechste Querverbindung waere Franzensfeste.


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08.02.2016 um 09:52
@AnnaKomnene
Genau, aber nur wenn da auch noch ein Zug fuhr. Der Betrieb der Pustertalbahn wurde damals bald eingestellt, eine Zeitlang fuhren da gar keine Züge mehr, nur noch Busse. Ich glaube auch, dass so spät kein Zug mehr fuhr. Aber wenn sie in einen Zug der Pustertalbahn gestiegen wäre, ist es extrem unwahrscheinlich, dass sie in Kiens gesehen worden wäre: der Ort liegt nicht an der Bahnstrecke und sie hätte auch gar keinen Grund gehabt, in Ehrenburg auszusteigen und gar noch nach Kiens zurückzuwandern.

Wenn sie nach Graz wollte, wäre sie mit der Pustertalbahn bis zur Endstation gefahren.


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08.02.2016 um 09:53
@Rick_Blaine

Sie haette die Pustertalbahn fahren koennen, um nach Oesterreich zu kommen. Und es gibt zwei plausible Grunde, weshalb sie ausgestiegen sein koennte, entweder weil ihr jemand eine Mitfahrgelegenheit anbot, oder weil sie keine Fahrkarte hatte, und der Schaffner kam. Im letzteren Fall haette sie ziemlich in der Tinte gesessen, komplett ab vom Schuss, und sie haette nach Franzensfeste laufen muessen.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

08.02.2016 um 09:56
Nein, man konnte damals ganz bequem im Zug eine Fahrkarte lösen, und die Fahrpreise der italienischen Staatsbahn (damals war sie noch nicht privatisiert) waren extrem billig. Sie hätte wohl genug Geld gehabt eine Fahrkarte zumindest bis zur letzten Station nachzulösen.

Ausserdem hiess es, wurden die Schaffner (welche genau ist nicht bekannt) befragt. Sie hätten sich sicher erinnert, hätten sie eine Ausländerin in Ehrenburg aus dem Zug geworfen.

Das Szenario, dass sie die Pustertalbahn benutzte macht keinen Sinn.


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08.02.2016 um 09:57
@Rick_Blaine

Ja, hier wird auch nur gesagt, dass sie entweder per Anhalter oder zu Fuss zum Cafe gekommen sein muss:

http://www.chilhavisto.rai.it/dl/clv/Misteri/ContentSet-243cd237-61fe-434d-9199-2a41cb775811.html

Da fuhr wohl kein Zug mehr.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

08.02.2016 um 09:59
So ist es. Wie gesagt, wäre sie mit der Pustertalbahn gefahren, wäre sie wohl kaum in Ehrenburg ausgestiegen.

Am meisten Sinn macht, dass sie bereits in Franzensfeste ein Mitfahrangebot bekam.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

08.02.2016 um 10:13
Wie gesagt, ich kenne die Gegend dort recht gut und bin auch mitten in der Nacht durch manche dieser Dörfer schon mit dem Auto gefahren. Man darf das nicht aus städtischen Augen sehen, und auch nicht aus heutiger Betrachtungsweise.

Die italienischen Staatsbahnen z.B. waren damals ein unglaublich billiges Transportmittel (ich habe damals in der Regel für eine Strecke von ca. 100km gerade mal 7500 Lire bezahlt). Dafür waren sie langsam und fuhren nicht oft.

Die Dörfer in Südtirol lebten zwar vom Tourismus, aber die Touristen waren meist deutsche, englische oder österreichische Familien oder Rentner, die gerne wanderten und nicht auf nightlife aus waren. In den Dörfern war nach 21 Uhr meist nichts mehr los. Dass es in Kiens noch die Post gab, die bis 23 Uhr offen hatte, war eben nur bei ganz wenigen grossen Hotels so. Ich habe in manchem Ort nach 21 Uhr selbst im Hotel nichts mehr zu essen bekommen. Und gegen Mitternacht ist alles stockdunkel und kein Mensch, Tier oder sonstiges Wesen mehr unterwegs. Einmal musste ich gegen 2 Uhr nachts am Brenner an der Grenze (Staatsstrasse) gar den Carabiniere aufwecken, damit er den Schlagbaum hob.

Es gab also weder viel Auswahl, wo Ulrike in dieser Nacht hätte auftauchen können, noch viel Gelegenheit, wo sie ohne offiziell sich ein Hotelzimmer zu nehmen, hätte übernachten können. Das Angebot eines netten Einheimischen, sie mit dem Auto in Richtung Österreich mitzunehmen, war ihr sicherlich sehr willkommen.

Den Stop in Kiens erkläre ich mir damit, dass um diese späte Uhrzeit nur noch die Post geöffnet hatte und man mal austreten musste. Und ein wenig Hunger hatte. Da sie weder um Hilfe bat, noch andere Anstalten machte zu bleiben, denke ich hatte sie um diese Zeit auf jeden Fall schon eine Mitfahrgelegenheit.

Gegen 23 Uhr sind Anhalter auf der Pustertalstrasse nämlich auch nicht zu finden.


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08.02.2016 um 22:17
@Rick_Blaine

Franzensfeste ist ja wie gesagt nicht gross, das hat nur 970 Einwohner, und es muss schon ein ziemlicher Zufall sein, dass dort jemand am Sonntagabend noch unterwegs ist, zumindest von den Einheimischen.

Dort passierte eigentlich nur eines, der Fernzug kam an. Und ich frage mich, ob UR den Moerder vielleicht schon im Zug kennengelernt haben koennte. Ergibt es Sinn, dort zu parken, und dann den Zug nach Oesterreich oder weiter zu nehmen? Oder wuerde man eher gleich mit dem Auto fahren?

Ich bin immer nur durchgefahren, in andere Staedte in Norditalien.


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Mord an Ulrike R. (Streetparade)

08.02.2016 um 22:38
Es gibt die Gemeinde Kiens, bestehend aus den Orten Kiens, Ehrenburg, Getzenberg, Hofern und St. Sigmund.
Wenn in diesem Fall von Kiens gesprochen wird, kann es sich um die Gemiende handeln. Es kann aber durchaus Ehrenburg gemeint sein.
Im xy-Beitrag wird eindeutig Ehrenburg gezeigt. Sie ist in Ehrenburg angekommen, da liegt die Bahn nahe. Es könnte theoretisch auch mit einem PKW geschehen sein.
Die Straße vom Bahnhof zur Rienz heißt Via Stazione. Hausnr.7 ist z.B.das Falkensteiner Hotel. Hier könnte sie die Kekse gekauft haben.

@Rick_Blaine
Dass sie im Ort Kiens angekommen ist und im Hotel Post die Kekse gekauft hat, glaube ich nicht.


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09.02.2016 um 04:56
@AnnaKomnene
Möglich ist das schon. Sonntagabend wäre die Zeit, zu der Einheimische von einem Ausflug in die Stadt zurückkehren. Da es mangels wirklicher "Stadt" nichts in unmittelbarer Umgebung gibt, werden mindestens aus Bozen einige Rückkehrer den Bahnhof benutzen. Und wem Bozen zu klein ist, der war vielleicht in Innsbruck.

Franzensfeste bietet sich an, wenn man mit dem Zug fahren will. Auf die wenigen Verbindungen der Pustertalbahn will man nicht angewiesen sein, auf der Hauptstrecke verkehren mehr Züge. Wenn ich im Pustertal wohne und am WE mal nach Innsbruck will, kann ich mir vorstellen, das Auto in FF stehen zu lassen und von dort mit dem Zug zu fahren (wie gesagt, Bahnfahren war spottbillig in Italien, weitaus billiger als Benzin).

Vielleicht wurde auch jemand am Bahnhof abgeholt. Es ist ja auch möglich, dass Ulrike nicht auf einen, sondern zwei Täter traf.

Das Problem ist, dass es einfach gar keine Anhaltspunkte gibt und einige verschiedene Möglichkeiten. Der einzige Anhaltspunkt so weit ist, dass ein Bahnbeamter in FF meint, Ulrike im Bahnhof gesehen zu haben. Das ist bisher zwischen den immer noch unklaren Sichtungen in Innsbruck und der eindeutigen Identifizierung in Kiens der einzige Hinweis.

Nicht ausschliessen kann man auch noch, dass sie in Innsbruck bereits auf eine MFG gestossen ist, jedoch gibt es da Zweifel.

Ich habe einmal meine Grazer Verwandten gefragt, wie sie mit dem Auto nach Innsbruck fahren würden, und alle meinten über Salzburg und das deutsche Eck. Es ist einfach schneller als über ost- und südtiroler Landstrassen. (Laut google ca. 1 Stunde schneller, also etwa 22% Zeitersparnis).

Wenn also in Innsbruck jemand eine MFG nach Graz anbietet, dann müsste man davon ausgehen, dass er über Salzburg, nicht aber über Italien fahren würde. Ulrike soll ja nicht sonderlich geographisch bewandert gewesen sein, aber der Täter wüsste das ja nicht, und hätte damit rechnen müssen, dass sie ihn schief anschaut, wenn er sagt, er wolle durch das Pustertal und Osttirol fahren. Daher vermute ich, dass sie tatsächlich mit dem Zug nach Italien gefahren ist und erst dort ein Angebot einer MFG wahrgenommen hat.

Woraus dieses bestand, ist natürlich auch so eine Frage. Es war ja offensichtlich schon recht spät. Ob man ihr versprochen hatte, bis nach Graz zu fahren, ist fraglich, denn das wäre eine Fahrt von ca. 5 Stunden gewesen. Selbst der freundlichste Italiener macht das nicht einfach mal so. Ob man behauptet hat, man wäre selbst dorthin unterwegs wissen wir nicht, genausowenig, wie gutgläubig Ulrike gewesen wäre. Ob man ihr eher umgekehrt klargemacht hat, dass sie in dieser Nacht nicht mehr mit einem Zug aus Südtirol wegkommt, und ihr eher eine Übernachtung angeboten hat? Auch das weiss keiner.

Das einzige, was ein wenig merkwürdig ist, ist dass sie sich nicht telefonisch in Graz gemeldet hat. Denn Telefone gab es freilich auch in Südtirol. Die öffentlichen Telefone in Italien waren allerdings sehr umständlich zu bedienen, man brauchte damals teilweise noch "Telefonmünzen" (getone). Im Gasthof hätte sie aber wohl eine Telefonmöglichkeit gehabt.


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