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Welches Buch lest ihr gerade?

5.934 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Bücher, Lesen, Literatur ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Welches Buch lest ihr gerade?

06.09.2021 um 17:24
20210906 171645Original anzeigen (2,3 MB)

Ich lese eines der Hauptwerke des kardecianistischen Spiritismus, um meine nächtlichen Erlebnisse besser einordnen zu können...

Nein. Spaß...

Ich hatte vor ein paar Jahren eine beeindruckende Begegnung mit Jemandem, der Umbanda praktiziert. Da der Kardecianismus eine der Wurzeln dieser Richtung ist, schaue ich mir aus ideengeschichtlicher Perspektive mal die Quellen an. Nicht im Original, aber in einer frühen deutschen Übersetzung...


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09.09.2021 um 00:46
Kir Bulytschow - Der Tod im Stockwerk tiefer

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Der zweite Text in diesem Sammelband ist ein Katastrophenroman aus dem Jahr 1987, den Bulytschow erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion auf Russisch veröffentlichen konnte. Die Idee wurde nach einer Reise nach Swerdlowsk geboren und thematisiert die Verwerfungen der Gorbatschow-Zeit.

Einer der Auslandskorrespondenten der Regierungszeitung Iswestija, Juri Schubin, reist in eine Stadt im Bezirk von Swerdlowsk, um Vorträge über die politische Lage in Südamerika vor allem unter dem Aspekt des Falklandkonflikts zu halten. Eingeladen wurde er von einem Verband namens "Wissen", er trifft sich auch mit den Granden der Stadt, darunter Führungskader der örtlichen Chemiefabrik und des Futtermittelkombinats.

Bei einem Spaziergang lernt er in einer Buchhandlung Mitglieder einer Ökologiegruppe kennen, von denen er in Erfahrung bringt, dass Abwässer und Abgase weiterhin ungefiltert in die Umwelt gebracht werden und somit Auflagen nicht erfüllt werden können, weil sie mit den Vorgaben des Fünf-Jahresplans kollidieren. Die Leiter der Unternehmen wie auch der Stadt priorisieren aus karrieristischen wie aus ökonomischen Gründen die wirtschaftlichen Vorgaben vor den ökologischen. Analysen hätten ergeben, dass eine Mischung der abgeleiteten Schadstoffe reagieren und hochgiftige Stoffe entstehen können. Schubin selbst erlebt die stinkende Luft, sodass er sogar sein Fenster im Hotel ständig geschlossen hält, und praktisch untrinkbares, nach Schwefel stinkendes Wasser.

Im Hotel erhält Schubin mit Hilfe seiner Kontakte zum Restaurant, in dem er mit seiner Fahrerin Elja, mit der sich ein Liebesverhältnis entwickelt, zu Abend speist, was nur seinem VIP-Status zu verdanken ist. Bei den Vorträgen wird aber immer wieder weniger über Südamerika diskutiert, sondern über die Umweltverschmutzung in der Stadt. Die Kinder seien schon aufs Land verschickt worden.

Nach dem Essen schmuggelt Schubin Elja in sein Zimmer, und während sie noch Kaffee trinken, ereignet sich eine Katastrophe. Alle im Foyer befindlichen Menschen sind verstorben, und bald stellt sich heraus, dass ein schwerer gelber und stinkender Nebel in der Stadt hängt, der sofort todbringend ist. Vom Fenster aus beobachten sie, wie auf den Straßen alle Passanten sterben. Aufgrund der Kessellage der Stadt wird geschlossen, dass alle Menschen auf den Straßen, im Erdgeschoß bzw. ersten Stock (je nach Wohngebiet) verstorben sein müssen. Kontakt zu Hilfsdiensten per Telefon ist nicht möglich, niemand antwortet.

Die darauf folgenden Passagen aus dem Hotel sind klassischen Katastrophenfilmen nachgebildet. Schubin, der wegen seiner Kontakte zu der Ökologiebewegung durch einen Milizionär eigentlich verhaftet werden soll, bildet mit diesem sowie auch im Hotel anwesenden Stadt-, Wirtschaft- und Parteibonzen ein Notkomitee, damit Hotelgäste nicht in den Tod laufen. Sie entscheiden, haben eine kleine Schar aus Untergebenen als Handlager, die Masse an Menschen erscheint als Opfer. Tausende sterben.

Bulytschow übertreibt ein wenig, als nach dem Strom- und Wasserausfall auch noch eine Kerosinlampe einen Brand im Hotel verursacht, der nicht gelöscht werden kann. Die Protagonisten fliehen aufs Dach, von dem sie entweder auf dem Weg einer Feuerleiter oder per einem endlich anlangenden Militärhubschrauber gerettet werden können. Durch aufkommenden Wind hat sich der tödliche Nebel verzogen, die Straße ist wieder begehbar. Schubin rettet sich mit Elja über die Feuerleiter, sie ziehen sich wegen der aus den Fenstern lodernden Flammen Verbrennungen zu und Elja führt Schubin zu ihrer Mutter und ihrem nach der Scheidung von ihr erzogenen Sohn.

Als Schubin am Morgen zum Bahnhof geht, ist dort bereits ein Entscheidungsstab gegründet worden, der mit Hilfe von Soldaten die Toten aus der Stadt in ein Massengrab führen will. Schubin ist verdächtigt, dass er Papiere der Ökologiebewegung zum ZK schmuggelt (was auch sein Plan ist). Schließlich wird Schubin des Mordes im Hotel bezichtigt. Die lokalen Behörden haben großes Interesse daran, dass nichts oder nur Verniedlichendes über das Unglück aus der Stadt dringt. Um ihn festzunageln, wird er des Mordes im Hotel beschuldigt und verhaftet. Dies ist eine etwas konstruierte Episode, da im brennenden Hotel Plünderer von dem Funktionär überrascht werden, welche ihn erstechen. Die Plünderer müssen bereits im Hotel gewesen sein (Gäste?), da sie während des Giftnebels nicht eindringen haben können und in diesem auf der Flucht bereits im Foyer verstorben sind.

Schubin wird durch den Milizionär, der ihn im Hotel hat verhaften sollen, befreit. Beide haben sich während des Infernos angefreundet. Ein Mitglied der Ökogruppe fährt ihn mit einem Auto aus der Stadt, damit Schubin an deinem Güterzughalt nach Perm und schließlich nach Moskau fahren kann, um dort im ZK über das Unglück, die warnenden Expertisen, die er mitnimmt, sowie über die Vertuschungen durch die Stadtfunktionäre berichten zu können.

Die Kluft zwischen den Moskauer Behörden bzw. der hohen Parteikader ist spürbar. Während in Moskau Offenheit eingefordert werden, igeln sich die Stadt-Granden ein, um das Unglück vertuschen zu können. Auch wird versucht, diejenigen, die durch Aufklärung sie selbst in Bedrängnis bringen können, mundtot zu machen bzw. aus dem Weg zu räumen. Perestrojka und Glasnost versus alte Funktionärskader.

Die Stadt selbst wird neben den Umweltschäden als heruntergkommen und unter massiven Versorgungsmängeln leidend dargestellt. Lebensmittel werden auf Karten verteilt, um wenigstens eine minimale Grundversorgung aufrechterhalten zu können. Ein schlimmes Bild der späten Sowjetunion. Die einzige Hoffnung ist das Zentralkomitee der Partei unter Gorbatschow. Bulytschow schreibt im Vorwort, dass er im postsowjetischen Russland dieses Ende anders gestalten würde, hat den Text jedoch in seiner Fassung von 1987 freigegeben, um ihn als historisches Erbe erhalten zu können.


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09.09.2021 um 12:12
Der Junge aus dem Wald

von Harlan Coben

Als kleiner Junge wurde er im Wald gefunden, allein und ohne Erinnerungen. Niemand weiß, wer er ist oder wie er dort hinkam. Dreißig Jahre später ist Wilde immer noch ein Außenseiter, lebt zurückgezogen als brillanter Privatdetektiv mit außergewöhnlichen Methoden und Erfolgen. Bis die junge Naomi Pine verschwindet und Staranwältin Hester Crimstein ihn um Hilfe bittet. Was zunächst wie ein Highschooldrama aussieht, zieht bald immer weitere Kreise – in eine Welt, die Wilde meidet. Die Welt der Mächtigen und Unantastbaren, die nicht nur Naomis Schicksal in den Händen zu halten scheinen ...


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09.09.2021 um 15:03
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09.09.2021 um 15:17
@Befen
Worum geht es in dem Buch?


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09.09.2021 um 15:33
Zitat von TsurukawaTsurukawa schrieb:Worum geht es in dem Buch?
:D


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10.09.2021 um 17:56
Arthur Schnitzler - Er wartet auf den vazierenden Gott

Schnitzler-Erz

Dies ist eine ganz kurze frühe Erzählung Schnitzlers aus dem Jahr 1886, die nur ein paar Seiten lang ist. Thematisiert ist ein offensichtlich arbeitsloser Wiener Kaffeehausliterat namens Albin, der an seinen vielen kreativen Ideen zerbricht und kein angefangenes Werk zu Ende bringt, wie er auch sein eigenes Leben nicht ordnen kann. Der Ich-Erzähler beobachtet ihn, nennt ihn seinen Freund und reflektiert darüber, dass Albin auf einen vazierenden Gott wartet, einen arbeitslos (und auch ziellos) umherziehenden Gott, und kommt zu der Schlussfolgerung, dass Albin selbst dieser Gott ist.

Der Arzt und Psychologe Schnitzler fokussiert in dieser Skizze ein zutiefst menschliches Thema, das vermutlich sehr viele auch heute noch kennen: Eine Idee, ein Plan wird mit großem Enthusiasmus begonnen, jedoch nie zu Ende geführt. Doch anstatt dies mit einem erhobenen Zeigefinger zu monieren, wird dies zur Göttlichkeit erhoben.

Der Text ist online auf zeno.org zu lesen, und eine (längere!) Interpretation des Literaturwissenschafters Gregor Babelotzky (Cambridge, UK) findet sich am Server der Universität Mailand.


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11.09.2021 um 10:07
Fürchte die Schatten

von Michael Robotham

Evie Cormacs Leben ist eine Lüge. Seit man sie aus den Fängen eines angeblichen Entführers rettete, verbirgt sie verzweifelt ihre wahre Identität und Geschichte. Denn wer immer die Wahrheit ahnte, musste sterben.
Einer ist dennoch entschlossen, ihr zu helfen: Cyrus Haven, Psychologe, polizeilicher Berater und Evies engster Freund. Als er bei Ermittlungen zum Mord an einem Detective auf Hinweise zu ihrer Vergangenheit stößt, will er endlich Licht ins Dunkel bringen. Was er nicht ahnt ist, dass ausgerechnet er damit Evies Todfeinden einen entscheidenden Hinweis liefert. Und die Jagd auf sie beginnt von neuem ...

schatten


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11.09.2021 um 11:31
Sultan Selims Seeräuber (Wastl 7)

Wastl7

Wie am Titelbild zu sehen ist, wird wieder in die kulturelle Klischeekiste gegriffen. Professor Barabas findet im erloschenen Vulkankrater eine alte Riesenkanone des Seeräubers Selim und will sie bergen. Der Ahne von Selim macht ihm mit Seeräuberkostümen und historische gekleideten Kämpfern, die auf einer Galeere zur Insel rudern, den Fund streitig. Barabas ist der Ansicht, dass die Insel herrenlos ist, da niemand drauf wohnt, Selim erhebt Anspruch auf die Funde. Durch ein im Kampf entstandenes Malheur geht die Kanone los und eine riesige Kanonenkugel fliegt auf ein Fischerdorf am Festland zu. Wastl kann die Kugel ablenken und ein Unglück vermeiden. Auf dieser Basis wird ein Kompromiss geschlossen:

- Die Goldmasken untersuchen in ihrem Labor die Kanone wissenschaftlich.
- Selim baut auf der Insel ein Museum, in dem sie anschließend ausgestellt wird.

Ein belgisches Haudrauf-Comic thematisiert also bereits in den frühen 1970er Jahren die Frage, wem historische Kulturgüter eigentlich gehören und wie mit diesen umgegangen werden soll.


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12.09.2021 um 15:49

IMG 20210911 105656Original anzeigen (1,5 MB)



Geschätzter 5 kg-Wälzer mit massenhaft Bildern und Informationen. Da macht das Schauen und Lesen auf knapp 500 Seiten richtig Laune. Die Bilder sind eindrucksvoll, die Texte anspruchsvoll, doch eingängig geschrieben.

Es ist Band 1 aus einer 4 Bände umfassenden Edition. Europa, Asien und Afrika folgen als Lese- und Guck-Stoff dann demnächst.


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13.09.2021 um 12:24
ehe



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Ein wirklich spannendes und bildendes Buch, kann ich nur empfehlen ;)


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14.09.2021 um 21:24
Corona-Netzwerke. Gesellschaft im Zeichen des Virus

Corona-NetzwerkeOriginal anzeigen (0,2 MB)

Mit Stand Mai/Juni 2020 hat der renommierte Springer-Verlag einen Sammelband mit Beiträgen der Netzwerk-Soziologie zur Corona-Krise veröffentlicht. Der Band ist in vier Abschnitte gegliedert:

- Individuen
- Gesundheitswesen
- Bildung und Arbeit
- Politik und Medien

Die einzelnen Beiträge sind von unterschiedlichem Abstraktionsniveau, wobei jedoch das Essayistische mit anekdotischen Beschreibungen überwiegt, der wissenschaftliche Erkenntniswert ist eher gering. Und wenn eine Zufallsbegegnung mit einem emeritierten Soziologieprofessor, der mit dem "Oma-Porsche" einkaufen geht und Tipps gibt, wo es Nudeln und Klopapier gibt, geschildert wird, ist ein ziemlicher Tiefstand erreicht.

Höheres Niveau wird vereinzelt erreicht, wenn das Hamsterverhalten aus der Unsicherheit interpretiert wird, die selbst Beschwichtigungsbotschaften vermitteln, oder wenn durch den Lockdown der Verlust an schwachen Beziehungen beobachtet wird, der nicht nur Privatpersonen in eine Echokammer treibt, sondern auch Unternehmen von notwendigem Informationsfluss abschneidet, weil nur mehr Teams mit sich selbst kommunizieren und Außenverbindungen gekappt sind, die auch durch digitales Kommunizieren nicht kompensiert werden können. Dies ließe sich bis ins Politische verfolgen, indem die EU mehr oder weniger zu existieren aufgehört habe und die Nationalstaaten auf sich selbst gestellt seien. Auch internationale Organisationen wie die WHO hätten sich ausgeklinkt und zum Teil nur mehr widersprüchliche oder nicht nachvollziehbare Informationen in die Welt gesetzt.

Interessant ist die Reflexion des Hamburger Kriminologen Nils Zurawski, der konstatiert, dass der Schutz der Privatsphäre nicht nur eine qualitative gesetzgeberische Entscheidung sei (Briefgeheimnis, Hausdurchsuchungen nur auf Basis eines richterlichen Beschlusses). Der Corona-Lockdown habe Menschen in ihre Privatsphäre zurückgedrängt, aber genau deswegen sei genau nachvollziehbar, wo sie sind. Wer den öffentlichen Raum betrete, sei von Haus aus verdächtig. Eine Überwachung, was die Menschen in ihren vier Wänden trieben, sei gar nicht mehr nötig, wenn eine Nation in einen mehr oder weniger offenen Freiheitsentzug verdammt werde. Dies solle nicht zu einer üblichen Praxis werden.

Beobachtbar sei als Reaktion ein Rückzug entweder in lokale und kleine Netzwerke (zum Beispiel in Krankenhäusern, die sich dem seit den 1990er Jahren beginnenden ökonomischen Ausgehungertsein und der Profitorientierung entgegenstemmen müssen) oder in die Familie, die sich zum Teil als "autonomer Kampfverband" (Julian Wolf und Kaspar Molzberger) neu definiert habe.

Die Politik habe gezeigt, dass auch dort Netzwerke, die für ein demokratisches Miteinander mit Kontrollinstanzen notwendig sind, sich verkleinert haben. Entscheidungen seien weltweit verstärkt der Exekutive übertragen worden (Regierungen, Polizei), parlamentarische Mechanismen einer Entscheidungsfindung seien geschwächt, wenn nicht sogar ausgesetzt worden. Auch die Medien hätten ihre Kontrollfunktion zurückgeschraubt, was die Bedeutung direkter, aber auch unreflektierter Kommunikation in sozialen Medien des Internets verstärkt hätte. Politiker, Wissenschafter, aber auch Kritiker bis hin zu Verschwörungstheoretikern verbreiteten über diese Medien ihre Positionen, ohne diese zur Diskussion zu stellen, sondern eher um ihre Echokammern zu befeuern, wie nicht uninteressante Nutzerstatistiken erschlossen haben.

Ein zwiespältiges Buch, das jedoch gut ein Jahr danach doch noch einige nachdenkenswerte Analysen enthält.


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15.09.2021 um 09:48
Die Komplizin

von Nicci French

Wer ist gefährlicher? Ein Feind? Ein Freund? Oder ein Liebhaber?

Bonnie Graham steht in der Wohnung einer Freundin. Vor ihr liegt die Leiche eines Mannes: Hayden. Hayden Booth – begabter Musiker, attraktiver Lebemann, gefährlicher Verführer. Sechs Wochen lang hat er mit einer Gruppe von Musikern unter Bonnies Leitung geprobt. Sechs Wochen hat es gedauert, bis sich Liebe in Lüge verkehrte, Freundschaft in Verbrechen und Leidenschaft in Mord ...


komplizin


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15.09.2021 um 12:13
Martin Suter
Die dunkle Seite des Mondes

Glücklicherweise hab ich den Film noch nicht gesehen.
Hab gestern 100 Seiten am Stück gelesen, das ist schon lange nicht mehr vorgekommen, und war richtig drin in der Geschichte. Als ich dann dabei gestört wurde soll ich beim aufschauen ein sehr unfreundliches Gesicht gemacht haben.

Suter schreibt echt gut.
Kann jemand noch was von ihm empfehlen?


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15.09.2021 um 13:29
Zitat von HäresieHäresie schrieb:Suter schreibt echt gut.
Kann jemand noch was von ihm empfehlen?
Na klar:

"Der letzte Weynfeldt"

und

"Ein perfekter Freund"

Beides wirklich mitreißend.

"Small World" soll auch toll sein, hab ich aber noch nicht gelesen.


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15.09.2021 um 13:43
@gardner
Danke dir.


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15.09.2021 um 19:31
Arno Strobel - Die App.

Fange grad an.... bin sehr gespannt :-)


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16.09.2021 um 22:40
Satanismus. Die unterschätzte Gefahr

Grandt-SatanismusOriginal anzeigen (0,2 MB)

Das Brüderpaar Guido und Michael Grandt hat in den 90er Jahren einige Bücher über Satanismus und Kindermisshandlung veröffentlicht, dieses Buch war im Jahr 2000 der Abschluss dieser Themenserie. Ausgegraben habe ich es wegen der in den letzten Jahren aktuellen Kindermisshandlungsdiskussion aus dem VT-Bereich.

Es gibt Satanismus. Es gibt Kindesmisshandlungen. Auch rituelle. Auch gibt es grausame Netzwerke, wie der Fall Dutroux gezeigt hat. Dies ist auch in diesem Buch anhand der weltweiten Beispiele und den Aussagen von ausgewiesenen Expertinnen wie Michaela Huber und Claudia Bommert überzeugend dargestellt. Auch die psychischen Folgen frühkindlichen Missbrauchs wie Multiple Persönlichkeitsstörungen sind nachvollziehbar.

Das Manko dieses Buches ist, dass die Fäden nicht zusammengeführt werden. Einerseits wird anhand von Gerichtsakten belegt, dass es in Europa Überlappungen zwischen Mitgliedern satanistischer und nationalsozialistischer (alt und neo) Gruppierungen gibt, die durchaus höchst gewaltbereit sind, aber dann verlaufen sich die Thesen aufgrund von Nichtbelegen. Seitenweise werden satanistische, zum Teil freimaurerische Gruppierungen vorgestellt, aber es müsste nachrecherchiert werden, ob diese auch Sexualrituale mit Kindern durchführen. Dies bleiben die Autoren schuldig. Dafür werden eher Zweifel an Gießkannenanschuldigungen als organisierte Kampagne von Pädophilen bezeichnet, womit sich das sehr wichtige Thema, wie Kindesmisshandlungen auch juristisch erschlossen werden können, ins Plakative und damit Beliebige verläuft.

Das mit 230 Seiten eh schon dünne Buch enthält noch dazu einen sehr langen religionsgeschichtlichen Teil, welcher ergründet, wie seit den Sumerern Satans- oder Teufelskulte entstanden sind.

Nach diesem Buch haben die Brüder Grandt das Thema nicht mehr aufgegriffen, und Michael Grandt ist journalistisch noch tätig, jedoch in einen sehr beliebigen VT-Bereich abgedriftet, beim Kopp-Verlag gelandet und hat gerade eben dort ein Buch über die deutsche Grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock veröffentlicht, in dem mehr oder weniger es darum geht, dass sie eine Globalisierungsstrategie von Soros umsetze.

Diese Beliebigkeit ist auch in diesem Buch zu erkennen. Es vermittelt Betroffenheit, aber dient nicht der Sache, Kindermisshandlungen aufzudecken. Opfern ist auch nicht gedient: Es gibt keine Hilfestellung, wohin diese sich wenden könnten. Es bleibt das eigentümliche Gefühl zurück: Dieses Buch wurde geschrieben, weil das Thema sich gut verkaufen könnte.


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gestern um 22:17
Gaston Salvatore - Tauroggen

Salvatore-Stuecke

Salvatore, Chilene und Freund Rudi Dutschkes, hat dieses skurrile Theaterstück 1976 geschrieben. Eine Gruppe von Deutschen wird im Winter nach Grenzübertritt von den österreichischen Behörden in einem grenznahen Hotel festgesetzt und von Soldaten bewacht. Darunter ist die Titelfigur Tauroggen, ein Psychiater, der sich in Deutschland für die Freisetzung von Psychiatrierten eingesetzt hat. Ein weiterer Festgehaltener ist ein Spekulant, dessen Bank involvent wurde und deren Kunden ihre Ersparnisse verloren haben. Die Älteren unter den Festgehaltenen scheinen Sozialdemokraten zu sein, während deren Kinder eher Sympathisanten Linken und der RAF sind.

Eigentlich passiert in dem Stück nichts, es wird in der Hotelhalle andauernd geredet. Unter welchen Anschuldigen die Leute festgehalten werden, bleibt ein Geheimnis. Auch lässt sich kein roter Faden finden, das Stück ist aus, bevor irgendeine Aufklärung stattfindet. Vielleicht ist dies Kafka geschuldet, aber diese Dialoge reichen nicht mal, um Deutungen breittreten zu können.

Nicht so ganz der Bringer.


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um 17:22
Da hat man mal ein spannendes Buch ("Der geheime Ort") der Autorin gelesen und denkt nun, die sind alle so spannend.
Sind sie nicht. Dies hier hat sich unglaublich gezogen (bis ca. Seite 160) bist der Protagonist mal in diesem dunklen Garten gelandet ist.
Unglaublich breit erzählt. Aus mir selbst nicht ganz erklärlichen Gründen lese ich es dennoch zu Ende (zumal ,mittlerweile auch ein ganz klein wenig Schwung in die Sache gekommen ist)


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