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Was ist für Euch Bewusstsein?

17 Beiträge, Schlüsselwörter: Menschen, Glaube, Bewusstsein, Wissen, Esoterik
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Was ist für Euch Bewusstsein?

29.03.2019 um 10:43
Hallo Miteinander!

Ich stolper immer wieder auf den Begriff Bewusstsein.
Für mich ist das Bewusstsein gleichzeitig Wahrnehmung.
Das, was wir wahrnehmen, gestaltet unser Bewusstsein.
Das Bewusstsein ist sozusagen der Basisstoff im Leben.
Auf der Basis des Bewusstseins entwickeln wir Menschen
uns.

Da jeder ein unterschiedlich ausgeprägtes Bewusstsein
mit sich bringt, ist es immer schwierig, den anderen
voll und ganz zu betrachten, weil das Bewusstsein
auch geteilt sein kann. Wenn jemand etwas schlimmes
erlebt hat oder so.

Das Bewusstsein sorgt für das Schließen der Wunde mit
der Zeit. Da die Zeit doch heilt,, kann Das Bewusstsein
die Wunde verschließen. Durch die Blase des Bewusstseins
nehmen wir uns selbst präzise wahr.

Durch die Wahrnehmung prägen wir unseren Geist und
das Geistige in uns..So kann man das Bewusstsein
als Wahrnehmungsmuster wahr nehmen. Durch das
Bewusstsein registrieren wir und nehmen wir unser Umfeld
wahr. Dadurch können wir mit anderen interagieren.

Was íst für Euch das Bewusstsein?
Wie stellt ihr es Èuch vor?


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Was ist für Euch Bewusstsein?

29.03.2019 um 13:23
Bewusstsein ist für mich in erster Linie bewusstes Sein.. Ich bin mir bewusst dass ich mir bewusst bin, bewusst zu sein.

ein Werkzeug des Bewusstseins ist die Wahrnehmung zum Bleistift, wie du erwähnt hast:
Archibald schrieb:Durch die Wahrnehmung prägen wir unseren Geist und
das Geistige in uns..So kann man das Bewusstsein
als Wahrnehmungsmuster wahr nehmen. Durch das
Bewusstsein registrieren wir und nehmen wir unser Umfeld
wahr. Dadurch können wir mit anderen interagieren.
Wahrnehmung prägt des Geist und den Charakter, das Verhalten in Zukunft..
und da wir Informationen gefiltert bekommen nehmen wir in gewisser Weise nur das wahr was durch diese Filter von Persöhnlichkeit, Aufmerksamkeit, Glaubenskonstrukten usw dringt.
Archibald schrieb:Da jeder ein unterschiedlich ausgeprägtes Bewusstsein
mit sich bringt, ist es immer schwierig, den anderen
voll und ganz zu betrachten, weil das Bewusstsein
auch geteilt sein kann. Wenn jemand etwas schlimmes
erlebt hat oder so.
Das ist in der Tat eines meiner Lieblingsgebiete; ich nenne das, wenn sich ein teil des Bewusstseins abspaltet oder versiegelt wird usw einen Seelenanteil der oder verdrängt oder eben versiegelt ist.. Diese zurückzuholen ist auch sehr spannend (trotz der massiven überflutung mit den darin enthaltenen informationen und gefühlen). Ich bemerke dass fast alle Menschen in gewisser Weise verdrängte Seelenanteile haben. Diese Seelenanteile können laut meiner Auffassung für verschiedene Symptome dann verantwortlich gemacht werden, weil sie sozusagen zurück wollen abber häufig nicht erkannt werden; wenn ich nicht irre hat sogar CG Jung mal etwas davon geschrieben...


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Was ist für Euch Bewusstsein?

29.03.2019 um 14:14
Sehr interessanter Beitrag. Sagt dir der Begriff Inselbewusstsein etwas?


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Was ist für Euch Bewusstsein?

29.03.2019 um 14:36
Amanon schrieb:Bewusstsein ist für mich in erster Linie bewusstes Sein.. Ich bin mir bewusst dass ich mir bewusst bin, bewusst zu sein.
Das würde ich auch so ausdrücken und unterschreiben.
Bewusstsein leitet sich immerhin von den Teilwörtern 'bewusst' und 'Sein' ab.

Und ich stimme @Archibald zu, dass alles, was wir wahrnehmen unser Bewusstsein formt. Mehr oder weniger.
Archibald schrieb:Das Bewusstsein sorgt für das Schließen der Wunde mit
der Zeit. Da die Zeit doch heilt,, kann Das Bewusstsein
die Wunde verschließen.
Inwiefern das Bewusstsein für die Schließung einer Wunde bedeutsam sein soll, leuchtet mir spontan aber nicht ein. Weil Bewusster besonders über etwas nachdenkt, etwas reflektiert, oder wie meinst du das?


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Was ist für Euch Bewusstsein?

29.03.2019 um 14:38
Zerox schrieb:Das würde ich auch so ausdrücken und unterschreiben.
Bewusstsein leitet sich immerhin von den Teilwörtern 'bewusst' und 'Sein' ab.
Ich weiss nicht wie man diese Methode nennt, aber einfach halt das Wort ohne viel geschwurbel zu analysieren ^^
ZB Zufall =Zu-Fall= etwas das einem zufällt..


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Was ist für Euch Bewusstsein?

29.03.2019 um 21:16
@Amanon
Das ist tatsächlich mit sehr vielen Wörtern der deutschen Sprache so. Wir setzen zwei Wörter zusammen und zack - Da ist ein neues Wort.
Ich finde das klasse, denn es lässt sehr viel Spielraum für Neologismen. Was ich an Neologismen jedoch nicht toll finde ist die Tatsache, dass Wörter, die bereits eine Bedeutung haben, eine neue zugeschrieben bekommen.
Aber gut, jetzt bewegen wir uns doch dezent im Off-Topic Bereich. Oder kann hier eine Brücke zum Bewusstsein geschlagen werden?


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Was ist für Euch Bewusstsein?

30.03.2019 um 13:37
Zerox schrieb:Das ist tatsächlich mit sehr vielen Wörtern der deutschen Sprache so. Wir setzen zwei Wörter zusammen und zack - Da ist ein neues Wort.
Ich finde das klasse, denn es lässt sehr viel Spielraum für Neologismen. Was ich an Neologismen jedoch nicht toll finde ist die Tatsache, dass Wörter, die bereits eine Bedeutung haben, eine neue zugeschrieben bekommen.
Aber gut, jetzt bewegen wir uns doch dezent im Off-Topic Bereich. Oder kann hier eine Brücke zum Bewusstsein geschlagen werden?
Die Brücke dazu werde ich jetzt schlagen, um des schönen Thema willen ;)
Das ist eine Art von kabbalistischer Analyse sozusagen, man taucht in die Bedeutung der Teilwörter ein und kommt so in seinem Bewusstsein zu ganz neuen Erkentnissen über dieses Wort zB beim Zufall.. auf einmal ist das nicht mehr ein mathematisch stochastisch/statistischer Begriff sondern er bezeichner auf subtile weise Dinge die einem sozusagen in die Hände gespielt werden.. ^^

Ja die deutsche Sprache eigbet sich sehr für diese Neologismen


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Was ist für Euch Bewusstsein?

25.05.2019 um 20:23
Für mich bedeutet Bewusstseinsentfaltung, dass man seine menschlichen Bewusstseinszustände erweitert. Das beginnt beim Tiefschlaf (mindestens 0.1 Hz) bis zur Peak Performance (40 Hz). Dazwischen leben wir unseren Alltag und haben teilweise komplett verlernt weitere Teile unseres Bewusstseins zu aktivieren.

Hilfreich ist es da sich mit verschiedenen Bewusstseinszuständen zu beschäftigen, z.B von Delta, über Theta, bis Alpha und Beta oder sogar Gamma. Somit lässt sich das Bewusstsein quasi über das Gehirn "entfalten".

Habe da mal etwas mit Frequenzen gesehen, was ich sehr empfehlen kann. Schaut mal hier vorbei, wenn ihr die Frequenzen benutzen wollt. Das funktioniert wie Gehirnwellentraining. https://neobeats.de/

LG


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Was ist für Euch Bewusstsein?

26.05.2019 um 14:02
bewusstsein ist für mich der teil vom "großen geist", den man für sich persönlich halt wahrnimmt bzw. der einem bewusst ist.


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Was ist für Euch Bewusstsein?

24.08.2019 um 01:16
Man kann mMn. nicht über Bewusstsein sprechen ohne das Unbewusste zu erwähnen.
Vieles was gesagt würde ist korrekt.
Anzumerken wäre das alle Erklärungen lediglich Modelle zur Veranschaulichung sind.
Zur Ergänzung: Bewusstsein impliziert das es auch Unbewusstes gibt.
Unser Unbewusstes strebt stetig (frei nach C. G. Jung) sich bewusst zu machen.
Unter anderem durch Träume.
Bewusstsein ist alles was mir im jeweiligen Moment bewusst ist.
Das schliesst die Wahrnehmung nur teilweise ein.
Z.B. wirst Du, lieber Leser, in diesem Augenblick so beschäftigt damit sein diesen Text zu lesen das du nicht (bewusst!) hörst was um dich herum geschieht.
Falls doch, dann ist dir gerade zumindest nicht bewusst wie sich z.b. der Stuhl unter dir anfühlt auf dem du sitzt (falls du sitzt).
Oder dein Atem ist dir nicht bewusst, oder deine Nase wird ausgeblendet obwohl du sie sehen kannst...usw.. Dieses Spiel könnte man ewig spielen.
Deine Sinne nehmen zwar wahr, aber du bist dir dem Ganzen nur teilweise bewusst.
Das Bewusstsein kann nur wenige Dinge zeitgleich verarbeiten.
Dafür haben wir interne Filter und das Unterbewusstsein.
Die übernehmen den Großteil des Jobs.
Daraus wird auch klar wieso so viele Leute unglücklich sind und ihr Leben nicht unter Kontrolle bekommen (wieso scheitern wohl so viele Neujahrsvorsätze? Weil Bewusstsein und Unterbewusstsein nicht an einem Strang ziehen!).
Sie denken sich bewusst was sie alles gern anders machen würden, aber das Unterbewusstsein hat ganz andere Programme am laufen.
Daher meine Anregung: Das Bewusstsein ist (unter anderem auch) ein Werkzeug um das Unterbewusstsein bewusst umzuschreiben, genau so wie man es möchte.
Da kommen wir dann zu Themen wir religiöse Praktiken, Magie, Hypnose, Meditation, NLP, (Traum-)Yoga, Aktive Imagination nach C.G. Jung usw...was alles sehr sehr viele Überschneidungen hat wenn man sich tiefer mit der Materie befasst.
Und am Ende weiß man garnicht womit man anfangen soll ;)

Das ist natürlich nur meine subjektive Sicht. Aber sie hat sich bewährt.

Eine gute Nacht euch allen ;)


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Was ist für Euch Bewusstsein?

31.08.2019 um 19:20
Xero schrieb am 24.08.2019:Das Bewusstsein ist (unter anderem auch) ein Werkzeug um das Unterbewusstsein bewusst umzuschreiben, genau so wie man es möchte.
Wundervoll! Wo kann ich unterschreiben? ^^


Für mich ist das Bewusstsein ebenfalls ein Werkzeug - ein formbares veränderliches, aber eben ein Werkzeug. Mit dem bewussten Sein sind wir in der Lage uns, unsere Umgebung und sogar Prozesse zu reflektieren und dadurch unsere Persönlichkeit und unsere Verhaltensweisen, sogar unsere darauf folgenden bewussten Prozesse, zu entwickeln und anzupassen. Durch bewusstes Sein können wir uns in Bezug zu allem anderen setzen und dadurch auf einem völlig neuen Niveau mit unserer Umwelt interagieren.
Unser Unterbewusstsein behält sich derweil all die Prozesse vor, die innerhalb des Bewussten nicht ausführbar sind oder auch einfach nur die Kapazitäten des Bewussten sprengen würden. Daher ist es stets sehr interessant und lehrreich (für mich), Unterbewusstes ins Bewusstsein zu führen (und anders herum).
Da es hier ja nur um die Definition geht, vielleicht dies noch: Das Bewusstsein ist für mich die Grundlage des Freien Willens, eine Notwendigkeit für eine Veränderung nach Kant und der Aufklärung, ein viel zu selten benutztes Werkzeug und ein kleines Wunder von Mutter Natur, das wir viel zu oft unterschätzen. Sich-bewusst-sein heißt, die Fähigkeit entwickeln zu können, zu sehen, mitzufühlen und reflektieren zu können. Bewusstsein ist ein Teil unserer Biologie.

Liebe Grüße,
Moire


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Was ist für Euch Bewusstsein?

31.08.2019 um 21:45
Vielen Dank @Moire

Ich würde
Sich-bewusst-sein heißt, die Fähigkeit entwickeln zu können, zu sehen, mitzufühlen und reflektieren zu können. 
allerdings anders definieren.

Ich bin aus eigener Beobachtung z.B. der vollen Überzeugung das Tier wie Hunde auch mitfühlen. Obwohl sie definitiv kein Bewusstsein haben wie wir Menschen (womöglich in anderer Form?).
Während ich die Fähigkeit zu reflektieren eher in den Bereich des Intellekts einordnen würde.
Was ich meine ist, wir können uns unseren Gefühlen bewusst sein, unseren Gedanken (mit denen wir reflektieren)...aber das Bewusstsein ist schwer greifbar.

Um meinen obigen Beitrag noch zu ergänzen:
Das Bewusstsein sind in gewisser Weise wir selbst.
Unsere Essenz.
Denn wie du schon sagst, wir können mit dem Bewusstsein unser Verhalten, unsere Gefühle usw beobachten. Werten. Reflektieren.
Doch sind unsere Gedanken, Gefühle (die idr durch Gedanken entstehen) , Werte usw. lediglich Dinge die wir im Laufe der Zeit angehäuft haben. Sie "gehören" vielleicht uns. Aber genauso wenig wie du dein materieller Besitz bist, genauso wenig bist du das was du im Geiste angesammelt hast.
Sondern du bist der der sammelt.
Du bist reines Bewusstsein. So die These. Ich suche noch nach besseren Worten dafür.

Liebe Grüße
Xero


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Was ist für Euch Bewusstsein?

31.08.2019 um 22:10
@Xero
Xero schrieb:Obwohl sie definitiv kein Bewusstsein haben wie wir Menschen (womöglich in anderer Form?).
Aber da sagst du es ja schon - vielleicht in einer anderen Form.
Ich habe diese Diskussionen öfter, man kann bspw. Affen eine Menge beibringen, aber sie werden nur anwenden, was sie gelernt haben, nie ganz verstehen, warum der grüne Knopf für sie einen Apfel bedeutet. Dem widerspreche ich persönlich. Ich glaube, Tiere haben eben so ein Bewusstsein, sogar ein Selbstbewusstsein, sie nutzen es nur nicht so wie wir. (Vielleicht ohne Intellekt? Das würde deinem Einwurf zwecks dem Reflektieren ja entgegenkommen.)
Xero schrieb:Was ich meine ist, wir können uns unseren Gefühlen bewusst sein, unseren Gedanken (mit denen wir reflektieren)...aber das Bewusstsein ist schwer greifbar.
Mhm. Ich würde nicht sagen, dass ich mit meinen Gedanken reflektiere. Für mich sind Gedanken schon eher etwas, das zu großen Teilen aus dem Bauch kommt. Ich reflektiere eher, in dem ich aus mir selbst heraustrete und die Gedanken & Gefühle, die ich wahrnehme, aus einer anderen Perspektive betrachte.
Ob diese bewusste Handlung jetzt aber aus meinem Bewusstsein resultiert oder aus meinem Intellekt, könnte ich in der Tat nicht unterscheiden, da stimme ich zu.
Xero schrieb:Doch sind unsere Gedanken, Gefühle (die idr durch Gedanken entstehen) , Werte usw. lediglich Dinge die wir im Laufe der Zeit angehäuft haben.
Oh, das widerspricht meiner Ansicht dann doch. Natürlich kann ich Gedanken, Gefühle und Werte ansammeln... Aber, puh, das mache ich doch hoffentlich nur in meinen ersten Lebensjahren. Wann werden sich Kinder zum ersten Mal sich selbst bewusst? Mit einem Lebensjahr?
Mit zweien? Ab da fängt der Mensch ja an, sich selbst in Bezug zu seiner Umwelt zu setzen. Mit der Möglichkeit zu Denken (also mit dem Intellekt), der ja direkt darauf folgt, werden diese gesammelten Gedanken und Werte doch schon einmal zerpflückt und von allen Seiten betrachtet und reflektiert. Um Gefühle zu reflektieren braucht der Mensch sicherlich länger, das gebe ich zu, aber auch diese "sammelt" er nicht nur, er erlebt sie. Und wenn er sie erlebt und sich somit ihrer bewusst wird, beginnt doch direkt ein Prozess, wenn auch anfangs unterbewusst.
Aber vielleicht habe ich auch nur den Begriff "sammeln" falsch aufgefasst.
Xero schrieb:Du bist reines Bewusstsein.
Schön wäre es... Reines Bewusstsein beobachte ich allerdings weder bei mir, noch bei meinen Mitmenschen. Im Gegenteil, das Bewusstsein ist eher etwas, auf das ich nur durch Aufmerksamkeit ernsthaft Zugriff bekomme. Ich glaube, das musst du mir anders darlegen, damit ich es verstehe.

Liebe Grüße,
Moire


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Was ist für Euch Bewusstsein?

01.09.2019 um 01:33
@Moire
Moire schrieb:man kann bspw. Affen eine Menge beibringen, aber sie werden nur anwenden, was sie gelernt haben, nie ganz verstehen, warum der grüne Knopf für sie einen Apfel bedeutet. Dem widerspreche ich persönlich. Ich glaube, Tiere haben eben so ein Bewusstsein, sogar ein Selbstbewusstsein, sie nutzen es nur nicht so wie wir. (Vielleicht ohne Intellekt? Das würde deinem Einwurf zwecks dem Reflektieren ja entgegenkommen.)
Klingt für mich recht schlüssig, wobei ich zugeben muss das ich mich mit Bewusstsein bei Tieren nun nicht so intensiv beschäftigt habe.
Das Affen sich (ich nenne es mal so) bewusst sind, dass Knopf=Apfel, aber nicht verstehen wieso, könnte tatsächlich mit vorhandenem Bewusstsein aber mangelndem/eingeschränkten Intellekt zutun haben.
Aber gut, das führt hier vielleicht etwas weit.
Moire schrieb:Mhm. Ich würde nicht sagen, dass ich mit meinen Gedanken reflektiere. Für mich sind Gedanken schon eher etwas, das zu großen Teilen aus dem Bauch kommt. Ich reflektiere eher, in dem ich aus mir selbst heraustrete und die Gedanken & Gefühle, die ich wahrnehme, aus einer anderen Perspektive betrachte.
Ob diese bewusste Handlung jetzt aber aus meinem Bewusstsein resultiert oder aus meinem Intellekt, könnte ich in der Tat nicht unterscheiden,
Ich vermute wir sollte erst einmal die Definitionen klären.
Bei Diskussionen über Themen wie diese mangelt es ja leider oft an einheitlichen Definitionen. Dadurch kommt es oft zu Missverständnissen.

Definition Reflexion mal kurz von Wikipedia geklaut: "Reflexion bedeutet etwa prüfendes und vergleichendes Nachdenken, Überlegen (wenn es auf eine geistige Tätigkeit bezogen ist). Das zugehörige Verb ist reflektieren und steht für grübeln, durchdenken oder nachsinnen."

MMn. resultiert jegliches reflektieren über Dinge (allein schon aus der Definition heraus) aus dem Intellekt.
Man betrachtet etwas aus verschiedenen Blickwinkeln. Ein selbstreflektierter Mensch ist jemand der sich selbst (und seine Wahrnehmungen) hinterfragt, analysiert. Das funktioniert nur meiner Kenntnis nach ausschliesslich mit Gedanken, da stetig eine (Be)Wertung erfolgt.
Moire schrieb:Oh, das widerspricht meiner Ansicht dann doch. Natürlich kann ich Gedanken, Gefühle und Werte ansammeln... Aber, puh, das mache ich doch hoffentlich nur in meinen ersten Lebensjahren. Wann werden sich Kinder zum ersten Mal sich selbst bewusst? Mit einem Lebensjahr?
Mit zweien? Ab da fängt der Mensch ja an, sich selbst in Bezug zu seiner Umwelt zu setzen. Mit der Möglichkeit zu Denken (also mit dem Intellekt), der ja direkt darauf folgt, werden diese gesammelten Gedanken und Werte doch schon einmal zerpflückt und von allen Seiten betrachtet und reflektiert.
Sehr komplexes Thema. Aber ich möchte dennoch gern darauf eingehen.
Du sprichst einige Punkte an die ich auch sehr faszinierend finde.
Ich entschuldige mich das ich mich vorhin so kurz und unverständlich ausgedrückt habe.
Ehrlich gesagt weiß ich kaum wo ich anfangen soll um verständlich auszudrücken was ich meine. Aber ich versuche es.

Eins vorweg, die Entwicklung des Kindes in Kurzfassung:
Ein Kind erkennt sich mit ca. 18 Monaten selbst im Spiegel. Dieses Erkennen ist allerdings noch keine Selbsterkenntnis.
Die Selbsterkenntnis erfolgt tatsächlich erst etwa mit 4 Jahren.

Am interessantesten aber: Kinder haben bis etwa zum 8. Lebensjahr keinen, oder einen sehr eingeschränkten, kritischen Faktor. Dieser ist die "Schranke" zum Unterbewusstsein.
Soll heissen:
Wenn ich dir jetzt sagen würde "Du verstehst nicht was ich schreibe, du bist so doof!" wäre deine Reaktion vielleicht so etwas wie "Nee, du hast es mir nur nicht richtig erklärt." (oder was auch immer, zumindest würdest du es dir nicht annehmen da du es intern "kritisch" geprüft hast).

Ein Kind ist bis zu 8 Jahren quasi in einem tranceähnlichem Zustand.
Sagt man einem Kind, dass es doof ist, wird es viel eher bereit sein es anzunehmen, da es die Aussage nicht groß hinterfragt.
Das war jetzt ein sehr simples Beispiel.

Nehmen wir ein weiteres:
Ein Vater befiehlt seinem Kind immer wieder Dinge die es ungern macht. Auf die (klassische) Frage "Warum?" kommt nur: "Weil ich es dir sage! Und nun mach oder Papa wird böse!".
Dadurch kann sehr schnell ein Gefühl von Schwäche und ausgeliefert sein im Kind entstehen. Vielleicht wird es sich auch für die Gefühlslage des Vaters verantwortlich fühlen.

Kinder können extrem schnell durch kleinste Dinge "traumatisiert" (oder zumindest geprägt) werden.
Sieht ein Kind z.B. seine Mutter sich panisch vor einer Spinne erschrecken und aus der Küche stürmen, so ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch das es die Spinnenphobie der Mutter übernimmt. Und der Erwachsene weiß später unter Umständen nicht einmal woher er es hat.

Was bei diesen Beispielen recht negativ rüber kommt, hat aber auch viele Vorteile.
Kinder saugen alles mögliche an Eindrücken in sich auf um sich in der Welt zurecht zu finden und hinterfragen sehr wenig.
Das ist ein Grund wieso Kinder so schnell lernen.
Laufen lernen zum Beispiel, weißt du wie verdammt schwer das ist? Andauernd fliegt man auf den Hintern dabei, oft tut das Kind sich weh. Aber meckert es? Gibt es auf? Nein. Ein Erwachsener würde ein paar mal scheitern und meinen: "Kann ich nicht. Tut weh. Ich krabbel lieber weiter.".
Ein Kind hinterfragt nicht. Es sieht was vorgemacht wird und macht nach.

Wie gesagt, bis etwa zum 8. (manche sagen auch 6.-8. Lebensjahr) ist der kritische Faktor kaum existent. Von 8 bis zur Pubertät wird er immer ausgeprägter. Das ist bestimmt auch ein Grund wieso Teenager plötzlich so schwierig werden. *lach*
Und dennoch bilden unsere ersten Lebensjahre bis zur Pubertät das Fundament unserer späteren Persönlichkeit mit der wir uns identifizieren.

Der Kernpunkt auf den ich aber eingehen wollte ist der:
Moire schrieb:Mit der Möglichkeit zu Denken (also mit dem Intellekt), der ja direkt darauf folgt, werden diese gesammelten Gedanken und Werte doch schon einmal zerpflückt und von allen Seiten betrachtet und reflektiert.
Da erfolgt mMn. dein Trugschluss. Denn es wäre schön wenn es so wäre.
Davon abgesehen, dass viele noch nicht einmal in der Lage (oder willens) sind, die ganz offensichtlichen, gedanklichen Fehlschlüsse zu reflektieren, so ist ein Großteil der Prägung bereits im Unterbewusstsein versickert.

Ein Beispiel:
Hans und Heidi sind ein Paar. Die Beziehung läuft garnicht mal so übel. Bis auf eine Eigenschaft an Hans die den Hausfrieden öfter stört.
Wenn Heidi ausversehen etwas vergisst, etwa die Lieblingssalami von Hans mit einzukaufen, geht Hans an die Decke. Also so richtig. Dann nennt er Heidi alle möglichen Namen, nur nicht bei ihrem eigenen. Und das obwohl Heidi es garnicht böse meinte. Und Hans selbst weiß garnicht so richtig was da in ihn fährt. Er ist ja sonst eher der ruhige Typ. Aber es regt ihn einfach auf, dass SIE so vergesslich ist.
Was ist hier wirklich Phase?
Hans wurde als Kind oft von seinen Eltern vernachlässigt und vergessen. Das tat ihm damals sehr weh. Und in dem Moment in dem er das Gefühl hat, Heidi vernachlässigt ihn, platzt es aus ihm raus.
Dann ist er nicht mehr der kluge Hans. Sondern der kleine Hans von damals.
Hans handelt in dem Moment völlig angetrieben von seinem Unterbewusstsein.
Die alten Emotionen (eine der Ausdrucksweisen des Unterbewusstseins) kommen einfach hoch durch den ausgelösten "Trigger".

Ein weiteres Beispiel sind die meisten Phobien, vor Hunden, Katzen, Spinnen usw...

Der Witz daran: Oftmals wissen die Leute sogar was die Phobie ausgelöst hat!
"Ach ja, als Kind wurde ich vom Hund gebissen. Und eigentlich WEIß ich doch das man keine Angst vor Hunden haben braucht, aber trotzdem hab ich sie..."
Die Betonung liegt aus wissen.
Wenn Wille bzw. Intellekt/Logik/Bewusstes Denken (wie auch immer du es nennen willst) auf das Unterbewusstsein treffen...wird das Unterbewusstsein stets gewinnen.
Es dauert extrem lang durch reines reden, denken und handeln das Unterbewusstsein "umzuschreiben".
Nicht umsonst dauert eine (nicht zwingend erfolgreiche) kognitive Verhaltenstherapie i.d.R. 25 Stunden.
Und das Schlimme daran: Es kann gut sein, dass z.B. die Phobie nach der Therapie verschwindet, doch durch Symptomverschiebung, da die Ursache im Unterbewusstsein nicht aufgelöst wurde, wieder woanders auftaucht.
Vielleicht statt durch die Phobie nun als Zwangshandlung, Tick, oder was auch immer.

(Anm. Off-Text: Die unterbewussten Baustellen könnten wir meiner Erfahrung nach effektiver durch [eigene] Arbeit mit dem Unterbewusstsein in Trance/Hypnose auflösen)


Du siehst, wir sammeln sehr viele Dinge an.
Und selbst wenn du all diese Dinge reflektierst, dann reflektierst du schließlich mit deinem Intellekt...und der kann auch nur auf dein gesammeltes Wissen zurückgreifen.
Was bedeutet, du wirst so nie über den Tellerrand hinausschauen können.
Nie aus deinen eigens geschaffenen Grenzen ausbrechen, sondern dich ständig darin bewegen.
Wenn du realisierst, dass all das was du da angesammelt hast nicht du bist, sondern es lediglich zu dir gehört, dann hast du keine mentalen Begrenzungen mehr.
Als du geboren wurdest, was hattest du da schon? Ein paar Kilo Zellen. In all den Jahren haben sich selbst diese erneuert.
Durch die Nahrung die du zu dir genommen hast.
Dein heutiger Körper ist das Produkt der Nahrung die du "angesammelt" hast (und wie du mit ihm umgegangen bist usw...). Aber nicht du.
Dein materieller Besitz bist du auch nicht, oder? Du hast ihn lediglich angesammelt.
Dein Verstand bist du auch nicht, er ist lediglich ein Werkzeug und das Produkt allen Wissens das du angesammelt hast.
Deine Gefühlswelt bist du nicht, sie ist das Produkt deiner Gedanken, deiner Werte, Glaubenssätze...
Und doch identifiziert sich so ziemlich jeder mit all dem.

Wieso fühlt wohl jeder Mensch unterschiedlich gegenüber verschiedenen Situationen und Dingen? Wieso denkt jeder unterschiedlich?
Weil wir alle andere Dinge in uns angesammelt haben.
Natürlich gibt es auch Überschneidungen. Diese beruhen oft auf kulturellen Gemeinsamkeiten, gesellschaftlichen Konventionen...ich gehe da aber nicht weiter in die Tiefe. Ich denke es ist ausführlich genug soweit. Falls nicht frag einfach konkret nach :)
Moire schrieb:Reines Bewusstsein beobachte ich allerdings weder bei mir, noch bei meinen Mitmenschen. Im Gegenteil, das Bewusstsein ist eher etwas, auf das ich nur durch Aufmerksamkeit ernsthaft Zugriff bekomme. Ich glaube, das musst du mir anders darlegen, damit ich es verstehe.
Nun, Moire, kann das Messer sich selbst schneiden? Kann die Hand sich selbst schütteln? Kann das Auge sich selbst sehen?
Es liegt in der Natur der Sache das wir es nicht erkennen. Und doch ist es eine logische Schlussfolgerung.

Was bleibt übrig wenn du all das was du angesammelt hast, was vielleicht dir gehört, aber nicht du bist, loslässt?
Du dich nicht mehr damit identifizierst?
Nicht sehr viel.
Lediglich dein Bewusstsein in genau dem jeweiligen Moment bleibt.

Das Problem ist, so ziemlich jeder Mensch (bis auf sogenannte Erleuchtete) identifiziert sich mit all diesen Sachen.
Das fängt an beim Besitz (Ich BIN arm!), geht über die psychische Verfassung (Ich BIN depressiv!) bis zum Verstand (Ich BIN dumm).
Statt zu sagen/wahrzunehmen "Ich besitze nicht viel" oder "Ich fühle mich momentan depressiv" oder "Ich fühle mich gerade dumm".

Wir tun so als wären wir all das, dabei sind es lediglich Dinge die wir wahrnehmen bzw. eben gesammelt haben.
Ich sage nicht, dass diese Dinge vergessen oder verbannt werden sollen. Ich sage lediglich das man sich nicht damit identifizieren sollte.
Ich mein, mir ist es egal was andere machen. Aber der ein oder andere wäre so wohl bedeutend glücklicher.
Denn wenn ich aufhöre mich damit zu identifizieren, dann habe ich auch die Möglichkeit etwas zu ändern.
Dann muss ich auch nicht mehr in der Opferrolle leiden, sondern kann -bewusst- entscheiden wie ich leben will.
Auf die äußeren Gegebenheiten kann man natürlich nur begrenzt Einfluss nehmen, aber über sich selbst, seine Gedanken, Gefühle und Handlungen, seine Reaktion auf das Außen, hat man die volle Kontrolle.

So, genug Text für heute. Es ist spät und ich bin müde :) Ich hoffe ich konnte mich diesmal klarer ausdrücken.

Eine gute Nacht noch!

Xero


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Was ist für Euch Bewusstsein?

02.09.2019 um 11:27
Für mich ist Bewusstsein:

Mir über mein Handeln im klaren zu sein und bewusste Entscheidungen zu treffen.

Wahrzunehmen.

Aus meiner Überzeugung heraus Dinge zu vertreten hinter denen ich stehe.

Wach zu sein und aktiv zu erleben.

Vielleicht aber auch eine Art "Illusion" die unser Denken erschafft, um die Realität zu verarbeiten.
Xero schrieb:Das Bewusstsein sind in gewisser Weise wir selbst.
Unsere Essenz.
Oder so.


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Was ist für Euch Bewusstsein?

03.09.2019 um 00:21
@Xero

Wow. Erst mal lieben Dank für deine ausführliche und erklärende Antwort. Ich denke, diesmal bin ich tatsächlich besser dahinter gestiegen. ;)
Xero schrieb:von Wikipedia geklaut: "Reflexion bedeutet etwa prüfendes und vergleichendes Nachdenken, Überlegen (wenn es auf eine geistige Tätigkeit bezogen ist). Das zugehörige Verb ist reflektieren und steht für grübeln, durchdenken oder nachsinnen."

MMn. resultiert jegliches reflektieren über Dinge (allein schon aus der Definition heraus) aus dem Intellekt.
Das kann ich so nicht abstreiten. Nach dieser Definition, mit der ich gerne mitgehe, hat Reflektieren nichts mit dem Bewusstsein an sich zu tun. Ich denke, ich habe da einen Schritt übersprungen. Ich kann mir Reflektieren nicht ohne ein (Selbst-)Bewusstsein vorstellen, weswegen ich zu schnell verknüpft habe. Vermutlich müsste ich mich daher korrigieren zu: Bewusstsein ist eine (oder vielleicht sogar DIE) Grundlage für den Intellekt/ intelligentes Verhalten.
Xero schrieb:Am interessantesten aber: Kinder haben bis etwa zum 8. Lebensjahr keinen, oder einen sehr eingeschränkten, kritischen Faktor. Dieser ist die "Schranke" zum Unterbewusstsein.
Deine Beispiele hinsichtlich des Verhaltens der Kinder bzw. etwaiger Folgen sind verblüffend eindrücklich. Du hast vollkommen recht, auch wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, so begannen die ersten Ansätze zum ernsthaften reflektieren eigentlich erst ab der 3. Klasse - also ab ca. 8 Jahren. Ich wurde zwar auch vorher immer zum Selbst-Denken angeregt, aber erinnere ich mich kaum an kritisches Hinterfragen, höchstens an "Verstehen" von Beobachtetem.
Dein Hans-Heidi-Beispiel ist wirklich großartig. Besonders auffällig finde ich solche Verhaltenseigenschaften (Ich möchte es nicht gleich "Störung" nennen) gehäuft unter Stressbedingungen oder gar unter direkten Depressionen. Ich denke ab diesem Punkt verstehe ich - ohne weiter darauf eingehen zu müssen - was du mit dem Ansammeln meinst.
Genau das ist für mich der Grund dafür, dass man viele Menschen halbwegs gut einschätzen kann, sobald man ein paar grundlegende Informationen über die Vergangenheit eines Menschen hat.
Xero schrieb:Wenn Wille bzw. Intellekt/Logik/Bewusstes Denken (wie auch immer du es nennen willst) auf das Unterbewusstsein treffen...wird das Unterbewusstsein stets gewinnen.
Das ist ein Gedanke, den ich selbst ebenfalls für mich habe. Wenn das Wissen um etwas Einfluss auf unsere Emotionen hätte, würden so einige Probleme gar nicht erst entstehen.
Moire schrieb:Und wenn er sie erlebt und sich somit ihrer bewusst wird, beginnt doch direkt ein Prozess, wenn auch anfangs unterbewusst.
Dieser Gedankengang von mir beruhte auf diesem Gedanken. Dein "Ansammeln" habe ich nun verstanden, es widerspricht meinen eigenen Ansichten auch überhaupt nicht, eher im Gegenteil.
Ich denke, das, was ich im Auge hatte zu sagen, war die Tatsache, dass der Intellekt eben ständig auf das Unterbewusste prallt. Und auch wenn das Unterbewusstsein diesen "Kampf" (in Ermangelung eines passenderen Begriffes) stets gewinnen wird, ist doch gerade das auch ein Zeichen eines Prozesses.
_____________________________________
Xero schrieb:Und selbst wenn du all diese Dinge reflektierst, dann reflektierst du schließlich mit deinem Intellekt...und der kann auch nur auf dein gesammeltes Wissen zurückgreifen.
Was bedeutet, du wirst so nie über den Tellerrand hinausschauen können.
Nie aus deinen eigens geschaffenen Grenzen ausbrechen, sondern dich ständig darin bewegen.
Wenn du realisierst, dass all das was du da angesammelt hast nicht du bist, sondern es lediglich zu dir gehört, dann hast du keine mentalen Begrenzungen mehr.
Aber das Realisieren funktioniert doch am Ende auch nur über unseren Intellekt. Begriffen zu haben, dass man (ein bisschen mehr als) die Summe seiner Erfahrungen ist, rührt erst einmal aus dem Intellekt her und ist (meiner Meinung nach) ebenfalls eine Facette der Reflexion. Was mich wieder zu dem Gedanken bringt, dass das Bewusstsein die Grundvorraussetzung für den Intellekt ist.
Xero schrieb:Was bleibt übrig wenn du all das was du angesammelt hast, was vielleicht dir gehört, aber nicht du bist, loslässt?
Du dich nicht mehr damit identifizierst?
Nicht sehr viel.
Lediglich dein Bewusstsein in genau dem jeweiligen Moment bleibt.
Das ist furchtbar schwer vorzustellen :D, erhält aber erst einmal meinen vollsten Zuspruch. Es hat in dieser Ausdrucksweise auch sehr viele Überschneidungen mit den religiösen Ansichten über die Seele, wodurch ich den von dir gewählten Begriff "Essenz" nun auch sehr gut nachvollziehen kann.
Xero schrieb:Statt zu sagen/wahrzunehmen "Ich besitze nicht viel" oder "Ich fühle mich momentan depressiv" oder "Ich fühle mich gerade dumm".
Ich habe vor ein paar Jahren tatsächlich angefangen, jedes mal, wenn ich mich bei einem Gedankengang wie "Ich bin dumm" erwischt habe, daraus ganz bewusst den Gedanken "Ich fühle mich dumm" zu machen. Mittlerweile klappt es ganz gut, ich habe nur noch sehr wenige dieser endgültigen Gedankengänge. Diese Umformulierung legt sich tatsächlich auch auf meine Emotionen, ein kleines Erfolgserlebnis dabei, mein Unterbewusstes ein kleines bisschen zu beeinflussen. Oder sagen wir: Ein kleines Erfolgserlebnis dabei, meine angesammelten Werte/Gedanken/Emotionen anders auf mein Leben Einfluss nehmen zu lassen.
Xero schrieb:Dann muss ich auch nicht mehr in der Opferrolle leiden, sondern kann -bewusst- entscheiden wie ich leben will.
Abschließend möchte ich sagen, dass ich deinen Ausführungen sehr gut folgen konnte und dank deiner Beispiele auch feststellen konnte, dass mein Blick auf das Ganze deinem gar nicht so fern ist. Danke noch mal für die Mühe, die du dir gemacht hast.
Xero schrieb:du bist der der sammelt.
...Nun für mich eine schöne Formulierung, um das Bewusstsein dem Intellekt ein wenig näher bringen zu können.

Ganz liebe Grüße und auch dir eine angenehme Nachtruhe,
Moire


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Was ist für Euch Bewusstsein?

03.09.2019 um 01:40
@Moire
Vielen Dank für deinen Zuspruch, da hat sich der Aufwand ja gelohnt :)
Xero schrieb:Wenn du realisierst, dass all das was du da angesammelt hast nicht du bist, sondern es lediglich zu dir gehört, dann hast du keine mentalen Begrenzungen mehr.
Moire schrieb:Aber das Realisieren funktioniert doch am Ende auch nur über unseren Intellekt. Begriffen zu haben, dass man (ein bisschen mehr als) die Summe seiner Erfahrungen ist, rührt erst einmal aus dem Intellekt her und ist (meiner Meinung nach) ebenfalls eine Facette der Reflexion. Was mich wieder zu dem Gedanken bringt, dass das Bewusstsein die Grundvorraussetzung für den Intellekt ist.
Oh jetz kommen wir beide auf ganz glattes Eis...denn das ist ein Thema, das kratzt an der Erleuchtung, oder zumindest an der Spiritualität.
Der Intellekt ist ein Werkzeug.
Vorallem ist er sehr nützlich um sich in der Welt zurecht zu finden - ohne Intellekt wäre der Mensch vermutlich, mit verlaub, am Sack.
Doch hat sich unser Intellekt gewissermaßen gegen uns gewandt.
Statt ihn zu benutzen um gut zurecht zu kommen, macht er uns stattdessen oft das Leben unnötig schwer.
Intellekt ist ein Schneidewerkzeug. Der Intellekt teilt, er ordnet ein, er bewertet.
Bewusstsein nimmt wahr. Für Bewusstsein ist alles einfach nur wie es ist. Da ist kein Wertung. Nur Einheit.
Doch wir nehmen uns nicht als Teil eines Ganzen wahr.
Wir nehmen nicht wahr das die Hälfte unserer Lunge da draussen steht und Baum heisst.
Der Baum "atmet ein" was wir ausatmen, wir atmen ein was der Baum "ausatmet".
Die Hälfte unserer Lunge steht da draussen. Wieviele Menschen sind sich dem gerade wirklich bewusst?

(Anm.: Die Sache ist, um sich dem wirklich bewusst zu werden reicht es mMn. nicht, lediglich darüber zu reden.
Man muss es erfahren. Da hilft z.B. Meditation.)


Der Intellekt trennt. Er bewertet. Das ist gut, das schlecht. Das dick, das dünn. Das dumm, das schlau. Bla, bla, bla.
Das kann Sinn machen, wie gesagt. Es kann ein sehr nützliches Werkzeug sein.
Problematisch aber wird es, wenn wir uns mit dem Werkzeug identifizieren.
Mit dem was es uns mitteilt. Wenn wir dem anhaften.

(Off-Text: Da kommt mir auch der Gedanke: Jeder Mensch bewertet ja etwas anders mit seinem Intellekt, wäre diese "persönliche Note" dann nicht das Ego?)

In gewisser Weise bedeutet realisieren, dass all diese Identifizierung nur Illusion ist, den Intellekt wieder "zum Freund" zu machen.
Zu realisieren, dass man all das gesammelt hat und nichts davon wirklich man selbst ist...

(Anm.: Weil wir im Kern eben nicht die Summe unserer Erfahrung, sondern "nur" Bewusstsein sind, denn deine "Erfahrungen" sind ja auch nur völlig subjektive Bewertungen von Dingen die du erlebt hast, genausowenig würdest du sagen "Ich bin meine Kleidung!" nur weil du sie an dir trägst, nicht?)

...bedeutet nicht den Intellekt zu verbannen. Eher ihn zu domestizieren.
Dann ist man frei von Anhaftungen und damit auch frei von Leiden.
Denn wenn es nurnoch Präferenzen gibt ("Nice to have, aber ich bin auch ohne glücklich.") statt Abhängigkeiten ("Oh Gott, wie soll ich ohne es/sie/ihn nur leben!"), stellt sich automatisch Glückseeligkeit ein.
Die Welt wird ein großer Erlebnispark, eine Erfahrung die so gut ist wie sie ist, weil eben nicht erst irgendeine Voraussetzung erfüllt werden muss um glücklich zu sein.

Da fällt mir ein jämmerliches (ups, eine Bewertung...wie ungeschickt von mir *lach*) Beispiel aus meinem Umfeld ein.
Da gab es eine Frau, die wollte mit ihrem Mann ein Haus kaufen.
Als die Finanzierung des zu kaufenden Hauses zu platzen drohte, hatte "Sie" tatsächlich einen Nervenzusammenbruch (sogar mehrmals...).
Wegen einem Haus! Einer Finanzierung! Sie verzweifelte weil sie sich nicht verschulden durfte!
Als Kontext: Sie wohnte bereits in einer recht schicken Wohnung.
Es war also nicht so das sie unter der Brücke schlief.
Sie hatte nichts verloren, und doch war sie totunglücklich.

Plot Twist: Die Finanzierung klappte am Ende doch.

Plot Twist 2: Sie war anschließend mit Kind und Haus völlig überfordert und es folgten weitere Nervenzusammenbrüche.

Ist das wirklich alles was das Leben uns bieten soll?

Ich bin sicher solche und ähnliche Beispiele häufen sich zu....Massen.
Man verliert nichts, und doch ist man völlig unglücklich. Ist das nicht irgendwie ironisch?
Lass mich erst garnicht anfangen WENN mal wirklich etwas verloren geht.
Denn überraschung: Alles was ich habe geht irgendwann verloren. Wenn ich nicht vorher mein Leben verliere.
Dann kann ich wenigstens nicht mehr jammern :D

Was ich damit sagen will ist: Habe ich meinen Intellekt wieder unter Kontrolle, dann kann ich mich bewusst entscheiden ob ich unglücklich sein will oder nicht. Und rate mal wer im Leben mehr erreicht und Freude hat :D

Dann heisst es eben:

"Oh schade, Haus abgefackelt. Aber hey, das Haus bin nicht ich. Shit happens. Leben geht weiter."

statt:

"OMFG, ich bin die nächsten 50 Jahre depressiv und werde auf jeder Familienfeier wieder in meinem Leid schwelgen und über das vor etlichen Jahren abgefackelte Haus berichten! (natürlich mit Tränen in den Augen)".


Das lässt sich auf so ziemlich alles übertragen. Auch Todesfälle, Trennungen...
Moire schrieb:Das ist furchtbar schwer vorzustellen :D
Glaub mir, vorstellen ist das eine...mit etwas Fantasie geht das schon.
Aber es wirklich verinnerlichen und realisieren...das kann etliche Leben dauern *lach*

Zieh dir doch mal "Sadhguru" rein wenn dich solche Themen interessieren. Da gibts viel auf Youtube.
Der hat wirklich gute Ansätze und eine tolle Art zu erzählen.
Einige meiner Anregungen hier im Thread habe ich auch von ihm.

Liebe Grüße zurück und schlaf gut, Moire :)

Xero


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