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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

164 Beiträge, Schlüsselwörter: Sklaverei, Modern, Mitschuldig
Scox
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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 02:33
Wenn du dir Klamotten bei Warenkaufhäusern oder Lebensmittel bei Discountern holst, bist du...

...NICHT schuldig!

Wenn du dich ins Starbucks-Café setzt und bei nem Kaffee chillst, bist du...

...NICHT schuldig!

Wenn du dir Kosmetikartikel aus der Boutique kaufst, bist du...

...NICHT schuldig!

Warum nicht? Weil ab hier ein Denken einsetzt, in dem die Verantwortung auf den Verbraucher abgeschoben wird. Jedoch sind es immer noch die Unternehmen, die unter miesesten Bedingungen produzieren lassen. Und sie tun das, weil unser Wirtschaftssystem einen Wettbewerb zwischen ihnen erzwingt, andernfalls können sie nicht überleben.
Der Verbraucher hat keine Wahl, er ist gezwungen, technologisch mitzuhalten und auch gezwungen, sich unternehmerischen Interessen zu fügen. Jeder Autofahrer verpestet die Luft und jeder Autofahrer weiß das. Kann jeder Autofahrer auf sein Auto verzichten, ohne sich aus dem gesellschaftlichen Leben auszuklinken? Nein, kann er nicht. Mobilität wird heute einfach vorausgesetzt. Ähnlich läuft es mit anderen Dingen auch.

In diesem Sinne ist es Quatsch, moralisch zu argumentieren und dem Verbraucher eine Mitschuld anzulasten, wo er doch kaum eine Alternative hat.


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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 06:49
@alle
Sorry, dass es so lang ist. Ich finde es auch ätzend, aber @interrobang hat es durch seine Ein-Satz-Verzerrung selber zu verantworten. Den Schwachsinn konnte ich nicht unkommentiert lassen.

@interrobang
Das wird echt langsam peinlich für dich. Wie kann man nur so verbissen sein? Warum fällt es dir so schwer einzugestehen, dass du dich geirrt hast?
Anarchie bedeutet somit für Anarchisten, dass jeder Mensch sich ohne unterdrückende Autorität und in freier Assoziation mit anderen Menschen entfalten kann.

Also auch Mörder, Vergewaltiger und Kinderschänder. :Y:
Nein, lies den ganzen Artikel und interpretiere nicht aus einem Satz etwas, was kurze Zeit später klar erörtert wird! (Stichwort: Ausschluss!)
Eine solche Organisationsstruktur wird hierarchie-, zwangs- und gewaltfrei gedacht

Wollen also viele das eine Person stirbt dan töten sie diese einfach. :Y:
JUNGE NEIN! Lies den Artikel richtig!
Kennst du eigentlich das Wort "gewaltfrei" nicht?
Eine anarchistische Gesellschaft ist eine Gesellschaft, in der jeder Mensch selbst beziehungsweise in Kooperation mit anderen für die eigenen Lebensumstände Verantwortung übernimmt

"Hey du bist in unseren viertel ohne dafür zu bezahlen, dafür töten wir dich." :Y:
Überleg nochmal, was du da geschrieben hast. Bei mir musst du dich nicht entschuldigen, es reicht, wenn du selber einsiehst, dass das eine Unverschämtheit ist und mir Zeit stiehlt, um das hier zu schreiben... und anderen, die das hier wegen DIR lesen "müssen".
Es gibt keinerlei lenkende Zentralgewalt.

Jeder kann jeden so schlecht behandeln wie er will. :Y:
NEIN! Die Gesellschaft bewacht die Einhaltung der Regeln.
(Deine nächste Aussage lasse ich mal, das wird sonst zu lang... sie ist mindestens genauso schwachsinnig, wie deine anderen Beiträge hier.
Als weitestgehende Konsequenz wird dabei der Ausschluss aus der kommunalen Gemeinschaft angeführt.

So das sich alle Verbrecher zu einer gruppe zusammenrotten und dan die friedlichen gruppen überfallen können. :Y:
Ich weiß nicht, inwiefern der "Ausschluss" aussehen soll, aber denkbar ist auch die legitime Einführung von Gefängnisse. Ich verstehe nicht, warum du das alles ins Lächerliche ziehst, das System ist im Kern wie jedes andere Gesellschaftssystem auch. Die Allgemeinheit beschließt Regeln, wer dagegen verstößt bekommt Sanktionen.
interrobang schrieb:Und dein Problem ist das die Anarchiereligion hier nicht das thema ist sondern Moderne Sklaverei.
Nein, dein Problem ist, dass du das alles unnötig in die Länge ziehst, mit ständig falschen Aussagen.
interrobang schrieb:Im Chaos gibt es keine Ordnung.
Ja, ich kann auch zwei Gegensätze in einen Bezug bringen:
Im Naturschutzgebiet gibt es keine Industriegebiete... ist genauso nichtssagend und unnangebracht wie deine Aussage!
Wer sagt hier, dass es in der Anarchie keine Ordnung gibt?
Die meisten Urvölker (ich rede von Menschen, komm nicht gleich mit Neandertalern oder so...) haben nicht in einem Staat mit Verfassung und Gewaltenteilung gelebt...
^^In deinen Augen ein Wunder, dass wir es so weit geschafft haben, richti? :D :D :D

Es begann alles mit
interrobang schrieb:Nein. Das währe eine anarchy wo der eine die tochter des anderen vergewaltigt ohne dafür belangt zu werde. Es währe ein Welt ohne GEsetze und Moral. Wiederliche vorstellung.
Es ist keine Welt ohne Gesetze und ohne Moral !!!!!
Informier dich und rede dich nicht raus mit dummen Aussagen. Ich habe einleitend gesagt, dass sich jeder irren kann, aber beharre nicht auf deiner falschen (und das weißt du selber), alten Meinung.
PS: Anarchie, nicht anarchy und widerlich, nicht wiederlich... <--- weil du das jetzt schon einige Male falsch geschrieben hast ;)


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rockandroll
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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 07:58
im Tierreich herrscht auch Anarchie und trotzdem töten sich die Viecher nicht wahllos, sondern leben meist recht ausgewogen nebeneinander. Der Löwe als Herrscher über das Tierreich ist nur Märchen, lieber @interrobang :D

..und nur weil der Mensch Gesetze geschaffen hat, um eine mehr oder minder stabile Gesellschaftsordnung aufrecht zu erhalten, heißt das nicht, dass sie das Maß aller Dinge sind. Ganz im Gegenteil. Kein Gesetz der Welt hat es zB. je geschafft einen Mörder davon abzuhalten jemanden zu killen


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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 11:18
Natürlich hat es der Verbraucher in der Hand was er konsumiert.

Wenn Verbraucher Schokolade und Kaffee aus fairem Handel haben möchte, bekommt er das auch!

Jetzt grade schwabbt es auch auf Bekleidung und sogar auf die PC und generelle Elektronikproduktionen über.


Nach dem seit den Achtzigern ein Trend hin zu überbordendem Glamour, Verschwendung und Oberflächlichkeit klar erkennbar war, werden die Verbraucher nun wieder zunehmend normaler und sozialer.
Tragen ihren Pulli nen paar Monate länger und hinterfragen den ungezügelten Konsum und wollen gerne wieder lieber gesünder, leckerer und so nebenbei auch noch fair statt nur billig.

Das ist aber natürlich nur mein persönlicher Eindruck.


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Sanyoo
ehemaliges Mitglied

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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 11:33
jimmybondy schrieb:Natürlich hat es der Verbraucher in der Hand was er konsumiert.
Bis zu einem gewissen Grad stimmt das. Man kann sich zb bewusst dazu Entscheiden Regional Lebensmittel einzukaufen. Da geht das auch relativ einfach sich über die Arbeitsbedinungen zu Informieren.Funktioniert aber nur wenn man auch über das nötige Einkommen verfügt.Paradoxerweise bezahlt man nämlich beim Fleischer um die Ecke mehr als beim Discounter. Obwohl der eine sein Fleisch aus der direkten Umgebung bezieht.Der Discounter es sogar aus andern Ländern Importiert und trotzdem günstiger ist.
jimmybondy schrieb:Jetzt grade schwabbt es auch auf Bekleidung und sogar auf die PC und generelle Elektronikproduktionen über.
Aber Grundsätzlich stimm ich dir hier zu. Der Trend geht klar dahin nicht nur billig zu einzukaufen sonder auch Fair. Und man sieht auch deutlich das,dass entsprechende Angebot in den Supermärkten stetig steigt.


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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 11:48
rockandroll schrieb:im Tierreich herrscht auch Anarchie und trotzdem töten sich die Viecher nicht wahllos, sondern leben meist recht ausgewogen nebeneinander.
Es überlebt halt der Stärkere. Und nur der stärkere darf sich fortpflanzen. Und nur der Stärkere bekommt das meiste von der Beute. Ob das so wünschenswert ist, wenn man das auf eine menschliche Gesellschaft überträgt?
rockandroll schrieb: Kein Gesetz der Welt hat es zB. je geschafft einen Mörder davon abzuhalten jemanden zu killen
Den Mörder nicht - aber Leute, die wegen der Gesetze nicht zum Mörder geworden sind. Weil sie in Anbetracht der zu erwartenden Strafe ihren Ärger herunter geschluckt haben oder doch noch einige Jährchen auf das natürliche Ableben der Erbtante gewartet haben.
jimmybondy schrieb:Natürlich hat es der Verbraucher in der Hand was er konsumiert.
Der Verbraucher kann steuern. Es ist allerdings mit persönlichen Einbußen verbunden. Weil man vielleicht nur wenig Kleidung kaufen kann, oder eben auf Kaffee verzichten muss.
Sanyoo schrieb:Aber Grundsätzlich stimm ich dir hier zu. Der Trend geht klar dahin nicht nur billig zu einzukaufen sonder auch Fair.
Genau. Wenn genügend Verbraucher das als Kaufkriterium definieren, bestimmt eben die Nachfrage das Angebot.


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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 11:50
kleinundgrün schrieb:Der Verbraucher kann steuern. Es ist allerdings mit persönlichen Einbußen verbunden. Weil man vielleicht nur wenig Kleidung kaufen kann, oder eben auf Kaffee verzichten muss.
Ja klar das kann man so bewerten, oder aber man sieht auch eben halt den Mehrwert darin und empfindet dies auch als Mehrwert.


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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 12:02
jimmybondy schrieb:Ja klar das kann man so bewerten, oder aber man sieht auch eben halt den Mehrwert darin und empfindet dies auch als Mehrwert.
Es ist eben eine Abwägung. Riskiere ich, Ausbeutung zu fördern oder schränke ich ggf. meinen Konsum ein.

Das Problem ist, dass auf der Hose, die ich schick finde, nicht draufsteht: "Wurde von zarten 4jährigen genäht", sondern ich muss recherchieren. Da fällt es leichter, einfach zu unterstellen, dass diese Hose schon nicht von Kindern genäht worden ist *daumendrück*


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Branx
ehemaliges Mitglied

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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 12:04
Ist mir doch egal, wie etwas produziert wird, was ich konsumiere. hauptsache ich kriege die sachen billiger. es ist ganz weit weg und deshalb juckt mich das nicht.


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Sanyoo
ehemaliges Mitglied

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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 12:05
kleinundgrün schrieb:Der Verbraucher kann steuern. Es ist allerdings mit persönlichen Einbußen verbunden. Weil man vielleicht nur wenig Kleidung kaufen kann, oder eben auf Kaffee verzichten muss.
Ja so ist es der Verbraucher kann mit seinem Konsumverhalten steuern.Und auch wenn der Kauf von Qualitativ Hochwertigeren Produkten auch Einschränkungen bedeutet denk ich doch das der Zuwachs an Qualität in vielen Fällen den Preis auch wieder ausgleicht.Selbstverständlich nicht immer. Aber vor allem im Berreich der Bekleidung hab ich zb die Erfahrung gemacht das eine Qualitäts Jean die in der Anschaffung evtl teuerer war als eine billige mich im Endeffekt trotzdem günstiger kommt als 2 billige Jeans.Somit muss Qualität nicht immer teuer sein auch wenn der Anschaffungspreis höher ist.
kleinundgrün schrieb:Das Problem ist, dass auf der Hose, die ich schick finde, nicht draufsteht: "Wurde von zarten 4jährigen genäht", sondern ich muss recherchieren. Da fällt es leichter, einfach zu unterstellen, dass diese Hose schon nicht von Kindern genäht worden ist *daumendrück*
Wenn man ein T-Shirt für 2 Euro verkauft bekommt wäre das zumindest schonmal ein Anzeichen dafür das da was nicht mit rechten Dingen zu gehen kann. Soll aber nicht heissen das die Marke alleine etwas über die Produktionsbedinungen aussagt.


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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 12:09
@kleinundgrün

Ja absolut und wünsche mir das mein Bewusstsein und auch das Bewusstsein der Anderen darin noch deutlicher geschärft wird.
Meine letzten paar Jeans hab ich etwa alle vom Flohmarkt, auch wenn sie aus Kinderarbeit stammen, ob sie nun auf dem Müll fliegen oder in eine zweite Runde gehen. Da scheint es sinnvoller sie weiter zu nutzen.
Ach was die letzten Jeans, ALLE. Ich mache das seit Jahren, lol.

Es sind übrigens alles einwandfreie Jeans, ich sehe da keinen Unterschied zu neu gekauften.

Im Laden hingegen sind mittlerweile nicht nur die Tragetaschen aus zertifizierter Fair Trade Biobaumwolle was ich als Hohn empfand, sondern die ersten Unterhemden sind es auch schon.
Der Preis, lächerlich! Dann ist es eben 1-2 Euro teuerer, so schlimm ist das auch nicht. :D

Diese Shirts finde ich auf dem Flohmarkt eher nicht, die verschleissen aber auch anders, schneller als Hosen.

Dennoch frage ich mich, wie sie die Baumwolle so weich bekommen?


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rockandroll
ehemaliges Mitglied

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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 12:19
kleinundgrün schrieb:Es überlebt halt der Stärkere. Und nur der stärkere darf sich fortpflanzen. Und nur der Stärkere bekommt das meiste von der Beute. Ob das so wünschenswert ist, wenn man das auf eine menschliche Gesellschaft überträgt?
der Bestangepasste heißt in unserer Gesellschaft: der Teamfähigste, der mit den besten "soft skills" etc.
Das hat doch nichts mit "persönlichen Wünschen" zu tun, sodern schlicht mit dem was real gegeben ist^^
kleinundgrün schrieb:Den Mörder nicht - aber Leute, die wegen der Gesetze nicht zum Mörder geworden sind. Weil sie in Anbetracht der zu erwartenden Strafe ihren Ärger herunter geschluckt haben oder doch noch einige Jährchen auf das natürliche Ableben der Erbtante gewartet haben.
nicht falsch verstehen.. ich hab nichts gegen die Rechtssaatlichkeit, und sie hat sicher ihre Berechtigung, durch die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, dass gesellschaftlich unerwünschtes Verhalten vermieden werden kann, dennoch ist es wie gesagt nicht das maß aller Dinge und wirkt aus dem Blickwinkel meiner persönlichen Ethik recht unbeholfen.. zumindest Stellenweise


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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 12:28
rockandroll schrieb:der Bestangepasste heißt in unserer Gesellschaft: der Teamfähigste, der mit den besten "soft skills" etc.
Das hat doch nichts mit "persönlichen Wünschen" zu tun, sodern schlicht mit dem was real gegeben ist
Aber auch ein schlecht angepasster nach Deinen Maßgaben verhungert nicht und wird nicht gefressen. Anders als im Tierreich eben.
rockandroll schrieb:nicht falsch verstehen..
Na ja, Du hattest Deine Mörderthese auch recht absolut formuliert.

Aber was wäre denn die Alternative? Und damit meine ich eine funktionierende Alternative, die die menschliche Natur berücksichtigt und keine Utopie.


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rockandroll
ehemaliges Mitglied

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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 12:41
@kleinundgrün
kleinundgrün schrieb:Aber auch ein schlecht angepasster nach Deinen Maßgaben verhungert nicht und wird nicht gefressen. Anders als im Tierreich eben.
das mit dem Tierreich bezog sich auf die Aussage, dass ohne Gesetze und eine Herrschaftsstruktur alles in Mord und Totschlag ausarten würde, und darf sehr bezweifelt werden. Der Mensch als solches ist doch nicht gleich ein Killer nur weil es keine Polizei gäbe, sondern höchstens erst dann, wenn ihm so grundlegende soziale Fähigkeiten wie Empathie und Kommunikationsfähigkeiten fehlen würden. Diese kann man aber niemandem einpfalnzen, nicht mal durch ein Gesetz. Sowas lernt man eher im Kindesalter, und dann auch nur wenn man das Gespür für die Notwenigkeit dieser Dinge hat
kleinundgrün schrieb:Na ja, Du hattest Deine Mörderthese auch recht absolut formuliert.
weil sie auch Absolut ist. Das Gesetz macht keinen Mord ungeschehen, es könnte höchstens nur weitere Morde verhindern, indem es den Mörder wegsperren läßt, aber an dem gewaltbereiten Menschen wird kaum was geändert, selbst wenn er aus Angst vor Strafe zögert (wobei der Abschreckungseffekt sehr gering ist, wie Untersuchungen zeigen)
kleinundgrün schrieb:Aber was wäre denn die Alternative? Und damit meine ich eine funktionierende Alternative, die die menschliche Natur berücksichtigt und keine Utopie.
ich halte mich an meine persönliche Ethik


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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 12:53
rockandroll schrieb:und darf sehr bezweifelt werden.
Das finde ich ist eine gewagte These. Im Tierreich nimmt sehr wohl der Stärkere dem Schwächeren die Beute weg. Und tötet diesen auch, wenn er sich wehrt.
Das Tierreich ist voll mon Mord und Totschlag. Tiere kämpfen nur dann nicht, wenn es zu riskant ist. Wenn sie eine Chance für einen Überlebensvorteil sehen, der das Risiko überwiegt, töten sie.
rockandroll schrieb:aber an dem gewaltbereiten Menschen wird kaum was geändert, selbst wenn er aus Angst vor Strafe zögert (wobei der Abschreckungseffekt sehr gering ist, wie Untersuchungen zeigen)
Welche Untersuchungen sind das denn? Du meinst vielleicht Untersuchungen, dass eine doppelt so hohe Strafe nicht doppelt so stark abschreckt. Das stimmt.
Aber Menschen betrachten die Gesamtsituation: Was kann ich erlangen und was kostet es mich. Du siehst sehr schön, wie in rechtsfreien Räumen Verbrechen zunehmen. Z.B. Plünderungen wenn durch Katastrophen Polizeikräfte gebunden sind. Und da werden nicht nur Nahrungsmittel geplündert, sondern auch Fernseher und ähnliches - nur falls Du da einen Notstand konstruieren möchtest.
Darin unterscheiden sie sich nicht von den Tieren.
rockandroll schrieb:ich halte mich an meine persönliche Ethik
Ich finde es gut, wenn die persönliche Ethik über die Anforderungen der Gesellschaft hinaus geht und sie Dich motiviert, nicht zu plündern und zu morden.
Aber das lässt sich nicht als gesellschaftliches Muster übernehmen - denn jeder hat so seine eigene Vorstellung von recht und Unrecht.


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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 13:50
@Scox
Scox schrieb:Wenn du dir Klamotten bei Warenkaufhäusern oder Lebensmittel bei Discountern holst, bist du...

...NICHT schuldig!

Wenn du dich ins Starbucks-Café setzt und bei nem Kaffee chillst, bist du...

...NICHT schuldig!

Wenn du dir Kosmetikartikel aus der Boutique kaufst, bist du...

...NICHT schuldig!

Warum nicht? Weil ab hier ein Denken einsetzt, in dem die Verantwortung auf den Verbraucher abgeschoben wird. Jedoch sind es immer noch die Unternehmen, die unter miesesten Bedingungen produzieren lassen. Und sie tun das, weil unser Wirtschaftssystem einen Wettbewerb zwischen ihnen erzwingt, andernfalls können sie nicht überleben.
Der Verbraucher hat keine Wahl, er ist gezwungen, technologisch mitzuhalten und auch gezwungen, sich unternehmerischen Interessen zu fügen. Jeder Autofahrer verpestet die Luft und jeder Autofahrer weiß das. Kann jeder Autofahrer auf sein Auto verzichten, ohne sich aus dem gesellschaftlichen Leben auszuklinken? Nein, kann er nicht. Mobilität wird heute einfach vorausgesetzt. Ähnlich läuft es mit anderen Dingen auch.

In diesem Sinne ist es Quatsch, moralisch zu argumentieren und dem Verbraucher eine Mitschuld anzulasten, wo er doch kaum eine Alternative hat.
Entschuldige, aber das ist doch totaler Schwachsinn.
Wir wissen ganz genau, wie all diese Dinge hergestellt werden. Wir wissen ganz genau, dass von Menschenrechten da keine Rede sein kann. Wir wissen ganz genau, dass die Umwelt dort zugrunde gerichtet wird. Wir wissen ganz genau, dass die Menschen dort am Hungertod nagen. Und was machen wir? Hören wir auf diese Artikel zu kaufen? Nein. Wir spenden, um unser Gewissen zu erleichtern.

Wir tragen Schuld, wenn wir zu Starbucks, McDonalds, Burger King und Co. gehen. Wir tragen Schuld, wenn wir bei Kick, H&M und C&A einkaufen. Wir tragen Schuld, auf jeden Fall.
Wir werden nämlich eben nicht gezwungen, diese Dinge zu kaufen. Absolut nicht. Genauso steht es uns frei anstatt Fast Food zu essen uns selber ein Brot mitzunehmen, das wir aus der regionalen Bäckerei kaufen. Anstatt in irgendeinem Klamottenkonzern nach 2,99€ T-Shirts zu graben, können wir genauso gut in kleineren Ländern nach Ware suchen, wo die Arbeitsbedingungen zumeist besser sind.

Bei uns ist derzeit die große Diskussion, dass eben diese Läden nach und nach schließen müssen, weil sie keine Kundschaft mehr haben. Die Menschen kaufen sich eben lieber drei Billigshirts bei Kick, als ein "fair-trade" in einem anderen Laden.
Das Problem ist nicht, dass wir gezwungen werden. Das Problem ist, dass wir gewisse Erwartungen an unseren Standard haben. Fünf T-Shirts und drei Hosen sind heute nicht mehr genug. Ein Lidschatten reicht einer Frau heute nicht mehr aus - sie braucht alle Farben; von Mahagoni über Cyan bis hin zu zartgrün-glitzernd.
Das Problem ist, dass wir uns einreden, wir hätten keine Möglichkeit, einfach weil wir so fixiert sind.
Das Problem ist, dass wir sagen, wir kaufen einen Apple-Computer, weil Windows auch schlechte Arbeitsbedingungen hat, aber Apple zumindest bessere Qualität am Ende hat. Des Rätsels Lösung wäre dabei manchmal einfach nur: nicht kaufen.

Es macht mich ehrlich gesagt rasend, wenn Leute behaupten, man kann nichts gegen die moderne Sklaverei tun, weil es keine Alternativen gibt. Und dann besitzen sie ein iPhone, einen iPod, ein iPad, einen Mac, eine Stereo im Zimmer, ein Radio in der Küche, vielleicht auch eines im Badezimmer.

Uns sollte vielleicht einfach mal bewusst werden, dass kein Staat dieser Welt solch einen hohen Lebensstandard wie wir haben kann ohne einen anderen Staat völlig auszunutzen. Das ist eine Utopie.


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rockandroll
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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 14:07
@kleinundgrün
jo, wie ich schon sagte.. relativ betrachtet gibt es die Notwendigkeit einer gesetzlichen Leitlinie, weil man dadurch Exteme abmildert (das ist der Gesellschaftliche Konsens für ein mehr oder minder harmonisches Miteinander). Absolut betrachtet eher nicht, denn schon allein mein persönliches Beispiel zeigt, dass man auch ohne diese Leitlinie sehr gut und ohne groß aus dem gesellschaftlichen Ramen fallen zu müssen durchs Leben gehen kann, ohne seine Taten an dem messen zu Müssen, was die Legislative als vertretbar bemisst. Ich tue das nie, und ich wage zu behaupten, dass es den meisten Bürgern so geht, da ich nun mal ein Paradebeispiel für einen "Durchschnittsbürger" bin.

Ich tue, was ich tue, weil ich um die Notwenidgkeit einer intakten Gesellschaft weiß, die zu einem Großteil dafür veratnwortlich ist, dass ich das Leben so bequem führen kann. Ich tue es nicht, weil mir das irgendwelche juristischen Zwänge gebieten. Das wollte ich damit nur betonen


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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 14:22
rockandroll schrieb:Ich tue, was ich tue, weil ich um die Notwenidgkeit einer intakten Gesellschaft weiß, die zu einem Großteil dafür veratnwortlich ist, dass ich das Leben so bequem führen kann. Ich tue es nicht, weil mir das irgendwelche juristischen Zwänge gebieten. Das wollte ich damit nur betonen
Dann habe ich das falsch verstanden.

Ich würde das allerdings etwas differenzieren - nur der Vollständigkeit halber:

Meine Ethik ist nicht immer deckungsgleich mit der gesellschaftlichen Ethik.
Klar, ich töte niemanden.
Aber ob ich meine Steuererklärung mit der gleichen Sorgfalt ausfüllen würde, wenn falsche Angaben nicht sanktioniert werden würden? Ich bin mir da nicht so sicher.


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rockandroll
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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 14:27
@kleinundgrün
spätestens wenn der DHL-Laster nicht mehr durch kommt, wird sich eine Einsicht breit machen :D
..aber du hast schon klar auch Recht, wenn du sagst, dass ein sanfter gesetzlicher Druck die Zahnräder der Gesellschaft schmiert


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Simowitsch
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Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 14:34
Würden die Länder der Dritte Welt endlich mal mehr auf moderne Maschinen und Produktionsanlagen setzen als auf Kinderarbeit und die Ausbeutung einer billigen menschlichen Arbeitskraft, die keine gute Bildung genießen durfte, würde sich so eine moralische Frage für uns gar nicht stellen.
Die Länder auf der Welt sind halt unterschiedlich, und die Tatsache, dass Deutschland ein Exportland ist, das besonders auf den Export seiner hier gefertigten modernen Maschinen setzt, zeigt mal wieder dass gut gemeint nicht unbedingt gut gemacht ist. Mehr zu exportieren, als zu importieren, ist aber eine Nettosozialleistung, und damit spielen wir tatsächlich sozusagen das "Sozialamt der Welt" wie das auf einem NPD Plakat so schön formuliert wird. Traurig genug, dass ich auch mal der NPD recht geben muss.
Es ist aber klar dass Deutschland auch Waren einführen muss, die durch Kinderarbeit oder sogar Zwangsarbeit gefertigt wurden, weil wir eben ein rohstoffarmes Land sind, das auf Importe angewiesen ist. Unser Exportmodell ist ja dafür gedacht, dass wir uns diese Importe auch leisten können, das heißt aber nicht, dass man es überstrapazieren sollte.
Insofern sehe ich auch nichts verwerfliches daran, dass entsprechende Waren, die durch harte menschliche Arbeit gefertigt wurden, hier angeboten werden, weil das Problem ja nicht daran liegt, dass wir ihnen diese Waren abnehmen, sondern dass diese Länder bisher zu wenig in Bildung, Forschung und Enticklung investiert haben. Oftmals geht das dort nicht, weil zu wenig wirtschaftliche Freiheit dort gegeben ist, oftmals will man sich aber auch gar keine moderne Produktionsweise leisten, weil altes traditionalistisches Denken vorherrscht, und man lieber auf Handarbeit setzt, weil sich das bewärt hat (die haben ja auch Angst durch den Fortschritt ihre Jobs zu verlieren, wie das ja auch bei uns seit den 70ern ist).
Im Gegenteil, indem wir Handel mit ihnen treiben, verhindern wir sogar ein Umdenken in den Entwicklungsländern, und ermöglichen somit weiter dort ein expansives Bevölkerungswachstum, ohne dass man dort gleich verhungert. Wir ermöglichen dort Kinderarbeit, indem wir es überhaupt ermöglichen, dass die noch so viele Kinder kriegen können, die alle durchgefüttert werden müssen, oft ohne dass genug für die Modernisierung der Wirtschaft getan wird. Das könnte man in der Tat als unmoralisch bezeichnen. Wenn wir alle Handelsbeziehungen zu Afrika abbrechen würden, wäre das erstmal ein Schock und würde den Kontinent wohl tief in die Krise zurückstürzen. Dann wären sie aber zu einem Umdenken gezwungen und würden sich keine wachsende Bevölkerung mehr leisten. Stattdessen aber würde man mehr auf Wissenszuwachs, Ausbildung und technische Neuerungen setzen. Das gut gemeinte Entwicklungshilfeprogramm "Wandel durch Handel" taugt also auch nicht wirklich.


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