weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenSpieleGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryWillkommenEnglishGelöscht
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

164 Beiträge, Schlüsselwörter: Sklaverei, Modern, Mitschuldig
rockandroll
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 16:37
jepp, alle dumm und faul, nur @Simowitsch und seine neoliberale Glaubensgemeinschaft hat den Durchblick.. vor dem Krieg hättste mit dem pseudowissenschaftlichen Schund Karriere machen können ;)


melden
Anzeige
Alano
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 16:42
Simowitsch schrieb:Das heißt also, dass der technische Fortschritt, also die Industrialisierung und Steigerung der Arbeitsproduktivität, nur in unseren Breiten stattgefunden hat und nicht gleichzeitig anderswo auf der Welt.
das war aber in anderen Zeitepochen ganz anders gewesen. Und es wird wahrscheinlich auch in ferner Zukunft wieder andere Länder geben, wogegen wir wie die Wilden da stehen werden.


melden
Simowitsch
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 17:00
xXGEH-H-EIMXx schrieb:Lies einen Bericht zur Analphabetisierungsquote in afrikanischen Ländern und vergleiche die Zahlen mit denen von 1990 oder ähnlichen Jahren.
Vergleiche mal das BIP Äthiopiens oder Ghanas mit dem von 1990 und du kannst feststellen, da hat sich was getan. Auch immer wieder als Vorbild kann Botswana genannt werden.
xXGEH-H-EIMXx schrieb:1. Teilsatz: Das wird schon seit Jahrzehnten angegangen... dafür fehlt aber einfach das Geld, sodass die Erfolge nicht immer so rosig sind.
Es geht nicht immer nur ums Geld. Man sieht es doch am besten in Europa, davon kann man drucken so viel man will und der Wirtschaft billig zur Verfügung stellen. Die Wirtschaft springt davon nicht an. Warum wohl? Es zählt Leistung...also etwas aufbauen, und das passiert nicht vom Geld allein.
xXGEH-H-EIMXx schrieb:Ich will gar nicht auf deine tief-braune Einstellung eingehen, deshalb nur ein paar Sachen:
Wenn ich eine tief-braune Einstellung hätte wäre ich wohl ein (National-)Sozialist. Ich bin aber gegen jegliche Form von kollektivistischen Ideen. Sozialismus macht arm - auch in Deutschland.
Sanyoo schrieb:Ein gutes Beispiel für Vorurteil würd ich mal sagen. Einfach mal Pauschal sagen das die Afrikaner kein Interesse am Fortschritt haben...Hat auch nichts mit der Politischen Instabilität zu tun oder anderen Sachen..die haben halt nur keinen Bock.....
Bis 1800 gab es bei uns auch keinen Fortschritt. Kein Bock, oder woran lags...
xXGEH-H-EIMXx schrieb:Hast du grade nicht noch gefaselt, dass die Kolonialiserung gut war und jetzt sprichst du davon, dass man nichts aufzwingen soll?
Wer zwingt hier jemanden?
Entweder du beantwortest mal meine Fragen (auch oben), oder du antwortest mir gar nicht, dann muss ich mich wenigstens nicht so mit deinen Schein-Antworten herumquälen !
Ich hab nie geschrieben dass die Kolonialisierung gut war. Die Kolonialisierung war im Grunde das Ergebnis eines fortschrittsgläubigen Westen, der im Zuge seiner Industrialisierung immer mehr Afrika entdeckte, weil er an dortigen Rohstoffen interessiert war.
Nur, anders als die industriellen Großmächte England oder Deutschland entwickelten sich die Kolonien nicht mit und blieben rückständig. Ziel der Eroberer war das aber ursprünglich gar nicht gewesen. Sie dachten dass auch die Kolonien davon profitieren könnten und damit sahen sie sich als die zivilisierten Europäer, die den Fortschritt in die Kolonien bringen würden.
Zwar war das nicht unbedingt die Idee der Spanier, da ging es eher um christliche Bekehrung, aber das britische Weltreich verfolgte andere Ideale. Sie konnten aber nicht Indien nach ihrem Vorbild verändern, dazu waren es sicher auch zu wenig Briten und zu viele Inder. Das heißt, sie konnten die Inder nicht für ihren "Fortschritt" begeistern, weil ein kultureller Austausch gar nicht stattfinden konnte, wegen uralter Traditionen der Inder, die nur Verachtung für die Briten übrig haben konnten, die ihnen fremd waren aber sich wohl einfach arrogant über sie stellten. Ist klar dass das auf wenig Gegenliebe stößt.
Natürlich war das Ziel auch, die Kolonien auszubeuten, aber das ist niemals das einzige Ziel von Eroberungspolitik. Es gibt auch ein ideologisches Ziel. Man sieht sich "in guter Mission" und will entweder die Bevölkerung zum rechten Glauben bekehren oder ihnen den Fortschritt aufzwingen. In Indien hat das überhaupt nicht funktioniert. Und zwar nicht, weil die Briten kein Interesse daran hatten, sondern weil die Inder gar nicht kooperationsbereit waren.
Das ist eben genau der Punkt. Ob nun spanisches oder britisches Weltreich, oder Kommunismus, oder auch jetzt die "Globalisierung" - all das sind im Grunde sozialistische Ideen und der Versuch dahinter war, Gesellschaften nach den eigenen Vorstellungen umzugestalten, die Ergebnisse waren verheerend, obwohl die Absichten dahinter eigentlich gut gemeint waren.


melden
rockandroll
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 17:18
@Simowitsch
der Imperialismus der Kolonialzeit hat nichts mit irgendeiner sonstwie gerateten Entwicklung der Kolonieen zu tun gehabt, sondern schlicht mit monarchistischer Machausbreitung (in letzer Konsequenz kapitalisitischer Mehrwertsteigerung), und keinem war damals daran gelegen irgendwen kulturell zu fördern, weil man nur durch seinen technischen Fortschritt überhaupt erst die Macht dort halten konnte. Dass die Unterdrückten sich auf Dauer aber von ihren Peinigern befreien konnten zeigt wohl schon deutlich genug, dass man nicht besonders viel füreinander übrig hatte


melden
Sanyoo
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 17:22
Simowitsch schrieb:Es geht nicht immer nur ums Geld.
Simowitsch schrieb:Bis 1800 gab es bei uns auch keinen Fortschritt. Kein Bock, oder woran lags...
So eigentlich hast du deine Frage auch schon beantwortet. Fortschritt braucht Investitionen. Investoren wollen ein Politisch stabiles Umfeld...Somit nicht alleine das Geld ist für den Fortschritt Verantwortlich..Schafft man ein politsch stabiles Umfeld dann sind auch die Länder Afrikas für Investoren Interessant.
Simowitsch schrieb:Ich hab nie geschrieben dass die Kolonialisierung gut war.
Und warum denkst du sollte der Westen Afrika seine Wirschaftpolitik Aufzwingen?
Simowitsch schrieb:Wenn sie aber schon aufgrund ihrer völlig anderen Kultur nicht von sich aus auf so einen Gedanken kommen, wäre es dann sinnvoll, ihnen unsere Produktionsweise aufzuzwingen?
Bzw hast du das ja geschickt in einer Frage verpackt..
Simowitsch schrieb:Nur, anders als die industriellen Großmächte England oder Deutschland entwickelten sich die Kolonien nicht mit und blieben rückständig. Ziel der Eroberer war das aber ursprünglich gar nicht gewesen. Sie dachten dass auch die Kolonien davon profitieren könnten und damit sahen sie sich als die zivilisierten Europäer, die den Fortschritt in die Kolonien bringen würden.
Ja das Ziel der Kolonnialmächte war es die Kolonien Wirtschaftlich vorran zu bringen.....


melden
rockandroll
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 17:33
und was heisst es gab bei uns bis 1800 keinen Fortschritt?
die ganze Renaissance über war Fortschritt noch und nöcher zu verzeichnen, und hat bei uns mit den Aufklärern seine Blüte erlebt


melden

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 17:42
@Simowitsch
So, ich will vorab etwas ankündigen:
Das, was gleich kommt, ist begründet und sollte mit logischem Menschenverstand auch zu akzeptieren sein.
Wenn sich jemand in einem Forum, welches auch von Minderjährigen mitgelesen wird, derartig populistisch äußert, muss er auch mit den Reaktionen klar kommen...
Simowitsch schrieb:Vergleiche mal das BIP Äthiopiens oder Ghanas mit dem von 1990 und du kannst feststellen, da hat sich was getan. Auch immer wieder als Vorbild kann Botswana genannt werden.
Das ist ein total dummes Beispiel. Du sprichst davon, dass die Leute in Afrika nicht lesen und schreiben können und sich die Entwicklungszusammenarbeit mal darauf konzentrieren soll. Ich sage dir, dass sich da schon viel getan hat (zumindest was das anbelangt) und du haust wieder einen Dünnschiss nach dem nächsten raus.
Lies dir die Milleniumsziele durch und was schon erreicht worden ist.
Simowitsch schrieb:Es geht nicht immer nur ums Geld. Man sieht es doch am besten in Europa, davon kann man drucken so viel man will und der Wirtschaft billig zur Verfügung stellen. Die Wirtschaft springt davon nicht an. Warum wohl? Es zählt Leistung...also etwas aufbauen, und das passiert nicht vom Geld allein.
Du kennst dich einfach mal Null-Komma-Null mit wirtschaftspolitischen Themen aus, also hör auf so eine Kacke hier zu schreiben.
Natürlich ist viel zu wenig Geld vorhanden, es geht nicht darum, dass jeder Afrikaner 50€ bekommen soll, sondern darum, dass damit erstmal eine Infrastruktur aufgebaut wird, ein richtiger Bildungsapparat aufgebaut wird und somit überhaupt eine wirtschaftlich konkurrenzfähige Situation mit anderen entstehen kann.
Wenn einige Staaten trotz OECD-Vereinbarung nichtmal 0,7% des BIP's spenden können, ist das auch kein Wunder (Deutschland gehört übrigens dazu und hat das Ziel nicht eingehalten), dass das Geld für die Projekte vorne und hinten nicht reicht.
Simowitsch schrieb:Wenn ich eine tief-braune Einstellung hätte wäre ich wohl ein (National-)Sozialist. Ich bin aber gegen jegliche Form von kollektivistischen Ideen. Sozialismus macht arm - auch in Deutschland.
Du bist so dumm, wenn du den Namen "Nationalsozialist" wirklich wörtlich nimmst.
Deswegen spricht man bei den National-Sozialisten ja auch von den Rechtsradikalen. (Ironie)
^^Die DDR war ja bekanntlich auch demokratisch... das wissen die wenigsten. Obwohl eigentlich ja logisch, merkt man ja schon am Namen.
Simowitsch schrieb:Die Kolonialisierung war im Grunde das Ergebnis eines fortschrittsgläubigen Westen, der im Zuge seiner Industrialisierung immer mehr Afrika entdeckte, weil er an dortigen Rohstoffen interessiert war.
Das hat nichts mit Fortschrittsglauben zu tun !!!
Beschäftige dich mit der Geschichte und schreibe hier verdammt nochmal keine Scheiße in den Thread, den andere lesen können und im schlimmsten Fall noch glauben !!
Simowitsch schrieb:Ziel der Eroberer war das aber ursprünglich gar nicht gewesen. Sie dachten dass auch die Kolonien davon profitieren könnten und damit sahen sie sich als die zivilisierten Europäer, die den Fortschritt in die Kolonien bringen würden.
Du bist abgrundtief ... ne, ich warte noch.
Simowitsch schrieb:Es gibt auch ein ideologisches Ziel. Man sieht sich "in guter Mission" und will entweder die Bevölkerung zum rechten Glauben bekehren oder ihnen den Fortschritt aufzwingen. In Indien hat das überhaupt nicht funktioniert. Und zwar nicht, weil die Briten kein Interesse daran hatten, sondern weil die Inder gar nicht kooperationsbereit waren.
Ja, die Kreuzzüge waren in deinen Augen auch legitim, richtig?
Hitler wollte in deinen Augen auch nur die arische Rasse von der "minderwertigen Rasse" trennen, richtig?
^^Ist ja vollkommen legitim so eine "gute Mission" ._.
Simowitsch schrieb:Das ist eben genau der Punkt. Ob nun spanisches oder britisches Weltreich, oder Kommunismus, oder auch jetzt die "Globalisierung" - all das sind im Grunde sozialistische Ideen und der Versuch dahinter war, Gesellschaften nach den eigenen Vorstellungen umzugestalten, die Ergebnisse waren verheerend, obwohl die Absichten dahinter eigentlich gut gemeint waren.
Um eine Parallele vom "Kommunismus" zur "Globalisierung" ziehen zu können, muss man schon mindestens den IQ einer Kartoffel haben... gleichwohl darf er nicht größer sein, als der eines Meerschweinchen's...
Die Absichten waren auch nicht "gut gemeint", sondern nur für das eigene Land vorteilbringend, aber das wäre für dich ja "zu viel um die Ecke gedacht", also will ich dich mal nicht überfordern.
Simowitsch schrieb:Ähnlich sieht das mit dem sozialistischen Projekt Globalisierung aus.
Globalisierung als sozialistisch abzustempeln gibt mir den Rest....

Ich verabschiede mich...

PS: Wie heißt es doch nochmal?
Achja: "Du bist eine geistig unbewaffnete, bildungsresistente, verbal inkompetente, kognitiv suboptimierte, parasitäre Nebenexistenz!"


melden
Simowitsch
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 17:48
@rockandroll
Ich meine jetzt, im Sinne von Arbeitsproduktivität.
Marx hat ja erst "das Kapital" geschrieben, als das so richtig aufkam. So um 1850, da legte die Arbeitsproduktivität schon ganz schön zu. Das muss er erkannt haben und dazu hat er sich so seine Gedanken gemacht. Er war übrigens ein großer Denker und Philosoph. Und von daher haben seine Gedanken auch nichts mit dem zu tun, was Linke oder selbsternannte Marxisten heute wollen. Sie wollen immer nur umverteilen.
Marx hat aber erkannt, dass gesellschaftlicher Fortschritt vor allem mit dieser Arbeitsproduktivität zu tun hat, und war der Meinung, dass dieser produktive Fortschritt irgendwann zwangsläufig in den "Kommunismus" hinüberführen würde, also einer Überflussgesellschaft in der Staat und Geld verschwinden würden. Und das würde sozusagen ganz von selbst passieren, weil "das Kapital" sozusagen in einer Übergangszeit die Voraussetzungen dafür schaffen würde.
In diesem Punkt irrt er, weil der Fortschritt nicht automatisch zur "Gleichheit" aller führt, aber der Punkt mit dem Staat ist ganz interessant. Er sah diesen, bei voller Entfaltung der Produktivkräfte, irgendwann als überflüssig an. Es hat also nichts mit dem zu tun, was Sozialisten immer wollen. Die wollen ständig immer mehr Staat.
Das Geld lässt sich aber nicht so leicht abschaffen, weil ja aufgrund knapper Ressourcen immernoch gewirtschaftet werden muss. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch ohne "Staat" gehen würde.


melden
rockandroll
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 17:57
@Simowitsch
es ging nicht um mehr Staat, sondern um mehr Effizienz im gesamten Markt.. naja, falscher Thread


melden
Simowitsch
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 18:10
xXGEH-H-EIMXx schrieb:Lies dir die Milleniumsziele durch und was schon erreicht worden ist.
Hier ist gerade Chile ein absolutes Vorbild. Es ging ja darum, die extreme Armut zu halbieren, von 1990 bis 2015. Chile hat hier einen Rückgang von mehr als 80 Prozent erreicht.
Nun hat der letzte Präsident Pinera aber gesagt, das sei für ihn noch nicht zufriedenstellend und von daher habe für ihn die weitere Bekämpfung der extremen Armut höchste Priorität.
Chile hat auch kaum Staatsschulden, im Gegensatz zu fast allen anderen Ländern, und die Staatsquote liegt immer nicht viel höher als 20%. In Europa gelten oft 50-60% als normal.
Einen solchen Weg zu gehen, wäre natürlich auch mal eine Möglichkeit für die "dritte Welt" und zeigt, dass man es auch mal mit mehr Kapitalismus probieren könnte, statt weniger.


melden
Soerensen
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

09.05.2014 um 18:11
@SokratesEnkel
Man ist auch für das verantwortlich was man nicht tut. Beantwortet das deine Frage?


melden
Scox
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

11.05.2014 um 14:38
@Asche
Asche schrieb:Wir wissen ganz genau, wie all diese Dinge hergestellt werden. Wir wissen ganz genau, dass von Menschenrechten da keine Rede sein kann. Wir wissen ganz genau, dass die Umwelt dort zugrunde gerichtet wird. Wir wissen ganz genau, dass die Menschen dort am Hungertod nagen. Und was machen wir? Hören wir auf diese Artikel zu kaufen? Nein. Wir spenden, um unser Gewissen zu erleichtern.
Natürlich wissen wir das. Aber jeder durchschnittliche Fulltime-Job-Verbraucher hat einen begrenzten Etat an Kohle zur Verfügung und muss zusehen, dass er davon im Monat durchkommt. Braucht er neue Klamotten, geht's in die Billigläden. Braucht er was zu futtern, geht's nach Aldi und Konsorten, denn es muss noch Asche für Miete, Stromkosten usw. reserviert bleiben.

Gut, jetzt könnte man natürlich argumentieren, woher das Geld für teure Unterhaltungselektronik kommt. Das widerspricht zudem auch der Begründung, dass man es eben immer nur billig haben will, denn Smartphones kommen aus miesesten Arbeitsverhältnissen, haben vllt. einen Materialwert von wenigen Euro, werden aber zum Vielfachen verscherbelt.
Hier muss man differenzieren, denn Unterhaltungselektronik wird aus dem eigenen Haushaltsüberschuss finanziert (man hat drauf hingespart) oder weil man aus sonstigen Gründen mehr Geld zur Verfügung hat. Man investiert allerdings nicht monatlich in neue Elektronik, sondern höchstens 2-4x im Jahr. Da hat die Menge an ausgegebenem Geld nicht mehr so ein Gewicht. ;)
Wir werden nämlich eben nicht gezwungen, diese Dinge zu kaufen. Absolut nicht. Genauso steht es uns frei anstatt Fast Food zu essen uns selber ein Brot mitzunehmen, das wir aus der regionalen Bäckerei kaufen.
Dir ist schon klar, dass die Bäckereien ihren Fertigteig tlw. aus China beziehen? Was glaubst du denn, unter welchen Bedingungen der hergestellt wird? ;)
http://www.derwesten.de/wirtschaft/china-auf-deutschen-tellern-id7183223.html

Und bevor du jetzt sagst, ja, das betrifft ja nur die SB-Ketten, eh eh, auch "Traditionsbäckereien" benutzen Fertigteig aus dem Großhandel.
Anstatt in irgendeinem Klamottenkonzern nach 2,99€ T-Shirts zu graben, können wir genauso gut in kleineren Ländern nach Ware suchen, wo die Arbeitsbedingungen zumeist besser sind.
... Die Menschen kaufen sich eben lieber drei Billigshirts bei Kick, als ein "fair-trade" in einem anderen Laden.
Woher willst du denn wissen, ob das wirklich "Fair Trade" ist? Es gibt gar keine einheitliche Bestimmung, ab wann ein Produkt das Fair Trade-Siegel bekommt, ähnlich wie bei "Bio", was sich jeder Joghurtdealer auf seine Ware pappen kann. Da es keine geschützte Marke ist, kann er sie als "bio" deklarieren und muss trotzdem nicht auf die übliche Chemie verzichten. Die Wahrheit ist, dass "Fair Trade" reine Verbraucherverwirrung darstellt:
http://www.t-online.de/lifestyle/id_58248698/oeko-test-enttarnt-fairtrade-luege.html
http://festessen.blogsport.eu/2011/02/07/zizek-zu-cultural-capitalism-und-fair-trade-products/
Asche schrieb:Das Problem ist, dass wir sagen, wir kaufen einen Apple-Computer, weil Windows auch schlechte Arbeitsbedingungen hat, aber Apple zumindest bessere Qualität am Ende hat. Des Rätsels Lösung wäre dabei manchmal einfach nur: nicht kaufen.
Windows ist immer noch das meistverbreitete OS. Nicht kaufen ist auch nicht so einfach, weil ein PC heutzutage zum Leben dazugehört und zwingend ist, um nicht gesellschaftlich isoliert zu werden.
Asche schrieb:Das Problem ist, dass wir gewisse Erwartungen an unseren Standard haben. Fünf T-Shirts und drei Hosen sind heute nicht mehr genug. Ein Lidschatten reicht einer Frau heute nicht mehr aus - sie braucht alle Farben; von Mahagoni über Cyan bis hin zu zartgrün-glitzernd.
Polemik-Alarm. Kenne keine Studentin oder Frau, die nicht zu viel Geld hat, die sich mit Kosmetikartikeln zumüllt. Btw, wenn die fünf T-Shirts und drei Hosen doch aus Fair Trade kommen, is doch alles in Buddha oder war da nich was? ;)
Asche schrieb:Es macht mich ehrlich gesagt rasend, wenn Leute behaupten, man kann nichts gegen die moderne Sklaverei tun, weil es keine Alternativen gibt. Und dann besitzen sie ein iPhone, einen iPod, ein iPad, einen Mac, eine Stereo im Zimmer, ein Radio in der Küche, vielleicht auch eines im Badezimmer.
Ähnlich argumentieren auch diese militanten Hartz-IV-Gegner. Ja, die Hartzer, das sind diese Schmarotzer, die sich mit Plasma-TV, SmartFöhn und 5 Lappys eindecken und dann noch Kindergeld kassieren. Diese böösen Sozialschmarotzer, also echt! :troll:
Asche schrieb:Uns sollte vielleicht einfach mal bewusst werden, dass kein Staat dieser Welt solch einen hohen Lebensstandard wie wir haben kann ohne einen anderen Staat völlig auszunutzen. Das ist eine Utopie.
Das ist wohl wahr.
Das Problem ist nicht, dass wir gezwungen werden. Das Problem ist, dass wir gewisse Erwartungen an unseren Standard haben.
Wie du sehen kannst, sind wir leider doch gezwungen. Es wird uns nur eine Auswahl suggeriert, die es so nicht gibt.


melden
Wraithrider
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

11.05.2014 um 15:19
Gezwungen und fällt nicht ins Gewicht?

Es fällt schon ins Gewicht, ob man im Monat 40€ für den Handyvertrag zahlt oder 10€ + alle 5 Jahre 250€ für ein neues Smartphone. Und selbst ob das nötig ist, ist fraglich. Es fällt sehr wohl ins Gewicht, ob man sich alle 2 Jahre für 1.000€ nen neuen PC kauft oder alle 5 Jahre für 400€ mit dem man auch hinreichend am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann. Und das geht weiter beim Fernseher und ähnlicher Unterhaltungselektronik.

Der Traditionsbäcker macht im übrigen zu, vor Jahren schon, weil, ja rate, obwohl er die besten Brötchen der Stadt gemacht hat, eben nicht mit dem Standard-Fertigteig, die Leute nicht bereit waren dort einzukaufen und an anderer Stelle zu sparen. Die Brötchen mussten eben billig sein, damit man sich täglich Fleisch auf dem Tisch leisten kann. Aber jetzt jammern, dass man ja keine Wahl mehr hätte, obwohl man's selbst verschuldet hat.

Das sind einfach nur Ausreden um sich im eigenen Konsum keine Selbstvorwürfe machen zu müssen.


melden
Scox
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

11.05.2014 um 15:37
Wraithrider schrieb:Es fällt schon ins Gewicht, ob man im Monat 40€ für den Handyvertrag zahlt oder 10€ + alle 5 Jahre 250€ für ein neues Smartphone.
Bestreitest du, dass es heute vorausgesetzt wird, mobil erreichbar zu sein? Smartphones bieten reichlich technischen Komfort, der immer mehr mit unserem Leben verwoben wird. Von daher könnte es sein, dass in 5 Jahren alte Handys gar nicht mehr gebräuchlich sind, da funktionell zu eingeschränkt.
Wraithrider schrieb:Es fällt sehr wohl ins Gewicht, ob man sich alle 2 Jahre für 1.000€ nen neuen PC kauft oder alle 5 Jahre für 400€ mit dem man auch hinreichend am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann.
Wer kauft sich bitte alle 2 Jahre einen PC für 1.000 €? O.o Haltlose Behauptung, mehr nicht.
Wraithrider schrieb:Und das geht weiter beim Fernseher und ähnlicher Unterhaltungselektronik.
Ja nee, klar, der Allgemeinverbraucher verdient auch seine 100.000 im Jahr. :D :troll:
Wraithrider schrieb:Der Traditionsbäcker macht im übrigen zu, vor Jahren schon, weil, ja rate, obwohl er die besten Brötchen der Stadt gemacht hat, eben nicht mit dem Standard-Fertigteig, die Leute nicht bereit waren dort einzukaufen und an anderer Stelle zu sparen.
So funktioniert Kapitalismus. Er hat einfach den Wettbewerb gegen die billigeren Anbietern verloren.
Wraithrider schrieb:Die Brötchen mussten eben billig sein, damit man sich täglich Fleisch auf dem Tisch leisten kann. Aber jetzt jammern, dass man ja keine Wahl mehr hätte, obwohl man's selbst verschuldet hat.
:ask:
Wraithrider schrieb:Das sind einfach nur Ausreden um sich im eigenen Konsum keine Selbstvorwürfe machen zu müssen.
Ich sehe hier nur Polemik und Allgemeinplatzaussagen ohne Halt. Aber selbst von "Ausreden" sprechen, yoo...


melden
Wraithrider
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

11.05.2014 um 15:47
Natürlich bestreite ich das. Mein Smartphone habe ich nur, weil mir das gefällt. Nicht mal ein traditionelles Handy bräuchte ich, wenn es rein nach Notwendigkeit ginge. WENN ich mal beruflich meine Privatnummer raus rücke, dann ist das auch nur ein Zugeständnis um nen guten Eindruck zu machen für die nächste Gehaltsverhandlung. Aber das Notfall-Handy für 10€ mit ner PrePaid Karte für noch mal 10€ um auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch mitteilen zu können, dass man im Stau steht, gestehe ich ja schon jedem zu.
Scox schrieb:Wer kauft sich bitte alle 2 Jahre einen PC für 1.000 €? O.o Haltlose Behauptung, mehr nicht.
Nun sei mal nicht so kleinlich. Darauf ob das Ding nun 1.000€ oder 1.500€ kostet, kommt's dabei doch nicht an.
Scox schrieb:So funktioniert Kapitalismus. Er hat einfach den Wettbewerb gegen die billigeren Anbietern verloren.
Richtig. Was bedeutet: Jeder einzelne von uns, der mit den Füßen und der Geldbörse über den Gewinner abgestimmt hat, ist schuld an den daraus entstehenden Konsequenzen. Da kann man sich nicht raus reden, so funktioniert Marktwirtschaft nunmal.


melden

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

11.05.2014 um 15:53
@Scox
Scox schrieb:Gut, jetzt könnte man natürlich argumentieren, woher das Geld für teure Unterhaltungselektronik kommt.
Schön, dass du das vorwegnimmst, genauso argumentiere ich nämlich auch: Wer Kohle für ein mehrere hundert Euro teures Gerät hat (das mitnichten nicht lebensnotwendig ist), der braucht mir anschließend nichts von Geldnot zu erzählen. Das ist genauso abstrus wie die Tatsache, dass viele Hartz IV Empfänger trotz allem genug Geld für Kippen und Hundefutter haben.

Ich verstehe durchaus, wenn man sparen will, aber es macht letztendlich auch nicht so einen riesigen Unterschied wie immer alle meinen. Ob man jetzt in einem Bioladen einkauft (und dafür Zuhause vielleicht mal weniger wegwirft) oder in einem Discounter - das sind am Ende nur ein paar Euro. Und ich wiederhole auch gerne nochmal: man braucht ja nicht unbedingt 10 T-Shirts. Genauso wie man sich nicht jedes Jahr ein neues Paar Schuhe kaufen muss.
Scox schrieb:Dir ist schon klar, dass die Bäckereien ihren Fertigteig tlw. aus China beziehen? Was glaubst du denn, unter welchen Bedingungen der hergestellt wird? ;)
Ich weiß ja nicht, in welcher Ecke du lebst, aber in meinem Dorf gibt es zwei Bäcker, die alle Geschäfte beliefern, und da mache ich mir nicht die geringsten Sorgen, dass das irgendein China-Zeug ist. Glaub mir, ich habe dort gearbeitet und der Bäcker ist mein Nachbar. Nur regionales Getreide ;) Man muss nur wissen, wo und wie.
Scox schrieb:Woher willst du denn wissen, ob das wirklich "Fair Trade" ist? Es gibt gar keine einheitliche Bestimmung, ab wann ein Produkt das Fair Trade-Siegel bekommt, ähnlich wie bei "Bio", was sich jeder Joghurtdealer auf seine Ware pappen kann. Da es keine geschützte Marke ist, kann er sie als "bio" deklarieren und muss trotzdem nicht auf die übliche Chemie verzichten. Die Wahrheit ist, dass "Fair Trade" reine Verbraucherverwirrung darstellt:
Häng dich doch nicht so auf dem Begriff "Fair Trade" auf. Sicherlich kann der Verbraucher nicht alles richtig machen und er trägt auch keine Schuld für moderne Sklaverei, solange er von einem Konzern hinters Licht geführt wird. Aber es geht darum, nicht genau die Läden zu unterstützen, bei denen man ganz genau weiß, dass sie moderne Sklaverei betreiben.
Scox schrieb:Windows ist immer noch das meistverbreitete OS. Nicht kaufen ist auch nicht so einfach, weil ein PC heutzutage zum Leben dazugehört und zwingend ist, um nicht gesellschaftlich isoliert zu werden.
Die Ausrede finde ich ziemlich billig. Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als ich klein war und Kommunikation noch von Angesicht zu Angesicht stattfand. Zu behaupten, isoliert zu sein, wenn man ein Gerät nicht hat, finde ich irgendwie abstrakt. Gegenthese: PCs, Handys usw. sind es, die uns von unseren Mitmenschen isolieren.
Scox schrieb:Btw, wenn die fünf T-Shirts und drei Hosen doch aus Fair Trade kommen, is doch alles in Buddha oder war da nich was?
:D Das sei jedem selbst überlassen. Ich habe selbst mehr als fünf T-Shirts, daher brauch ich dazu nix zu sagen, aber Tatsache ist doch, dass man sie nicht braucht ;)
Scox schrieb:Ähnlich argumentieren auch diese militanten Hartz-IV-Gegner. Ja, die Hartzer, das sind diese Schmarotzer, die sich mit Plasma-TV, SmartFöhn und 5 Lappys eindecken und dann noch Kindergeld kassieren. Diese böösen Sozialschmarotzer, also echt! :troll:
Das ist nun etwas weit hergeholt.
Wer genug Geld hat, um sich mit sämtlichen technischen Neuerungen einzudecken, der braucht mir anschließend nichts von Armut zu erzählen, denn das ist wirklich zum Kotzen. Hartz IV - das ist arm. Oder die Leute, die unseren Plasma-TV herstellen - die sind arm.
Meinetwegen sollen sich die Leute diese Dinge kaufen, aber dann sollen sie zumindest ehrlich genug sein und zugeben, dass die moderne Sklaverei für sie kein Grund ist, selbst zurückzustecken. Jeder hat Prioritäten und ich würde selbst bei manchen Dingen, die mir wichtig sind, "Unmoralisches" einstecken.
Wir sind alle Räuber, seien wir doch ehrlich ;)
Scox schrieb:Wie du sehen kannst, sind wir leider doch gezwungen. Es wird uns nur eine Auswahl suggeriert, die es so nicht gibt.
Was uns zwingt, sind die vermaledeiten Werbungen, die Masse und die Konzerne/Politik. Das ist keine Neuheit und wahrscheinlich führt es zu weit, das Thema hier auszubreiten.
Aber solange wir alle 4 Jahre zur Wahl laufen und unser Kreuzchen machen, brauchen wir uns darüber auch nicht zu beklagen. Jeder weiß es, alle halten die Mäulchen. Schöne Demokratie, wo das Volk mundtot ist.

Na gut - ich sag nichts mehr dazu, ansonsten schweife ich noch in einen schriftlichen Wutanfall ab.


melden
Scox
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

12.05.2014 um 00:19
@Wraithrider
Wraithrider schrieb:Nun sei mal nicht so kleinlich. Darauf ob das Ding nun 1.000€ oder 1.500€ kostet, kommt's dabei doch nicht an.
Also ich leiste mir in Kürze einen PC aus dieser Preisklasse. Aber der ist deshalb so teuer, weil ich die Leistung für höchst anspruchsvolle Zwecke brauche (Audio-Bearbeitung). Der Durchschnittskonsument braucht NIEMALS einen Computer mit so einem aufgeblasenen Budget! Reichen tut da ein 400 €-Teil locker. Du verzählst Schwachfug.
Wraithrider schrieb:Jeder einzelne von uns, der mit den Füßen und der Geldbörse über den Gewinner abgestimmt hat, ist schuld an den daraus entstehenden Konsequenzen. Da kann man sich nicht raus reden, so funktioniert Marktwirtschaft nunmal.
Siehst du den Widerspruch? Da Marktwirtschaft "eben so funktioniert", kann der Verbraucher schon keine Schuld haben. Ich gebe zu, dass insofern eine Mitschuld bestehen könnte, als Produkte von wirklich kriminellen Betrieben (Tierquälerei in Schweinemast usw.) gekauft werden, und sicher eine Alternative existiert (Fleisch von Bio-Höfen). Hier kann der Verbraucher tatsächlich was ändern. Nur ist das Problem, dass es sich bei dem Beispiel um einen REGIONALEN Betrieb handelt und nicht um einen GLOBALEN. Da erweitert sich das Problem dann nämlich gewaltig und wird von ganz anderen Faktoren mitbestimmt.

@Asche
Asche schrieb:Das ist genauso abstrus wie die Tatsache, dass viele Hartz IV Empfänger trotz allem genug Geld für Kippen und Hundefutter haben.
Reine Phrase der populistischen Propagandisten um BILD & Co. Glaubst du, so einfach ist die Welt? Ich kann dir aus früherer eigener Erfahrung sagen, dass das viel zu kurz gedacht ist. Ein ALG2er hat genauso viel Geld wie andere auch, scholle, ob der raucht, kifft, säuft, Plüschtiere sammelt, in den Puff geht oder weiß der Henker. Was ist das Geheimnis? Wenn also Geld für Kippen oder Hundefutter draufgehen muss, wird es halt woanders eingespart, wie eben beim Essen z.B. Qualmende Hartzer sehen nicht umsonst noch abgefuckter aus als nicht-qualmende. ;)
Asche schrieb:Ob man jetzt in einem Bioladen einkauft (und dafür Zuhause vielleicht mal weniger wegwirft) oder in einem Discounter - das sind am Ende nur ein paar Euro. Und ich wiederhole auch gerne nochmal: man braucht ja nicht unbedingt 10 T-Shirts. Genauso wie man sich nicht jedes Jahr ein neues Paar Schuhe kaufen muss.
Richtige Bio-Produkte sind meist deutlich teurer als der Mainstream-Shit in den Discountern. Mit dem Wegwerfen ist es auch sone Sache. Haltbarkeitsdaten sind absichtlich falsch angesetzt, damit Lebensmittel früher weggeworfen werden. In Wahrheit dürfte das meiste länger als die angegebene Haltbarkeitsgrenze genießbar sein. Nur, wer setzt denn die Daten tiefer an als nötig? Machen das die Verbraucher? Nein, sondern die Hersteller.

Du kannst niemandem das Bedürfnis schlechtreden, sich abwechslungsreich anziehen zu wollen. Eine Belehrung über eine Mitschuld an inhumanen Herstellungsbedingungen ist doch nicht zielführend. Für das Gehirn ist es viel zu abstrakt, sich beim Kauf neuer Schuhe Kinder in Giftpfützen in Fernost vorzustellen. Soll ja Schuhläden geben, die nicht so anfertigen lassen. Sind dann (wenn überhaupt) kleine Boutiquen, aber die haben eh oft die bessere Ware als die Ketten...
Asche schrieb:Ich weiß ja nicht, in welcher Ecke du lebst, aber in meinem Dorf gibt es zwei Bäcker, die alle Geschäfte beliefern, und da mache ich mir nicht die geringsten Sorgen, dass das irgendein China-Zeug ist.
Ich leb in ner Großstadt, hier muss alles schnell gehen und der Teig glitzern, währen die Theken immer voll sein müssen. Nachschub liegt in Kühlfächern zu Hauf. Möglich, dass das in deinem Dorf anders ist.
Sicherlich kann der Verbraucher nicht alles richtig machen und er trägt auch keine Schuld für moderne Sklaverei, solange er von einem Konzern hinters Licht geführt wird. Aber es geht darum, nicht genau die Läden zu unterstützen, bei denen man ganz genau weiß, dass sie moderne Sklaverei betreiben.
Diese sind aber marktbeherrschend und killen den Einzelhandel langsam aber sicher. In jeder Großstadt kannst du sehen, wie die kleinen Boutiquen nach und nach verschwinden und stattdessen immer mehr Ketten aufmachen.
Asche schrieb:Zu behaupten, isoliert zu sein, wenn man ein Gerät nicht hat, finde ich irgendwie abstrakt. Gegenthese: PCs, Handys usw. sind es, die uns von unseren Mitmenschen isolieren.
Ich weiß, was du meinst und sehe das im Prinzip genauso. Leider sollte man den Einfluss dieser Medien auf unser Sozialleben nicht unterschätzen. Jemand ohne Facebook-Acc und ohne SmartFöhn hat es schwerer, alte Kontakte zu halten und neue aufzunehmen, das ist Fakt. Kannste ja mal selber ausprobieren. Dass sich dadurch ne neue Form von Sucht-Generation entwickelt, die sich per se immer mehr von der Elektronik vereinnahmen lässt, bestreite ich nicht. Grund dafür kann nur die psychologisch geniale Beeinflussungstechnik dieser Produkte dahinter sein.
Asche schrieb:Ich habe selbst mehr als fünf T-Shirts, daher brauch ich dazu nix zu sagen, aber Tatsache ist doch, dass man sie nicht braucht ;)
Dass man oft mehr für sich einkauft, als nötig ist, stimmt leider. Liegt auch daran, dass Klamotten Statussymbole sind und viele davon implizit nicht schaden können. Status ist ja das Wichtigste heutzutage.
Asche schrieb:Wer genug Geld hat, um sich mit sämtlichen technischen Neuerungen einzudecken, der braucht mir anschließend nichts von Armut zu erzählen, denn das ist wirklich zum Kotzen.
Naja, da spricht man eher von Bildungsarmut. Finanzielle Armut wäre es bei Hartz IV/Grundsicherung, denn das entspricht dem Regelsatz am Existenzminimum für unsere Verhältnisse.
Asche schrieb:Meinetwegen sollen sich die Leute diese Dinge kaufen, aber dann sollen sie zumindest ehrlich genug sein und zugeben, dass die moderne Sklaverei für sie kein Grund ist, selbst zurückzustecken. Jeder hat Prioritäten und ich würde selbst bei manchen Dingen, die mir wichtig sind, "Unmoralisches" einstecken.
Wir sind alle Räuber, seien wir doch ehrlich ;)
:D Jep.

Zu dem Rest sag ich mal, dass ich mal Dokus darüber sah, in denen gezeigt wurde, wie Discounter, Werbung etc. den Verbraucher manipulieren. Da werden Fleischstücke an der Theke extra rot beleuchtet, damit sie saftiger aussehen. Es werden Duftsäulen aufgestellt, die die Konsumenten in die Läden locken. Dazu kommt dann noch das Preisschild-Marketing. Die 99 fällt im Preis gar nicht auf, man sieht nur die groß angegebene erste Zahl, womit das Gehirn mit einem scheinbar billigeren Angebot getäuscht wird. Geht noch weiter, das fiel mir gerad nur auf die Schnelle ein...

Irgendwann muss man sich einfach fragen, ab wann die Entscheidungsmacht des Verbrauchers aufhört. Und angesichts der perfektionierten Marketingstrategien scheint das wohl sehr früh zu sein...


melden

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

12.05.2014 um 00:51
Des einen Reichtum ist des anderen Armut. Das ist eine Gleichung, die die Menschheit seither begleitet.

Ansich wäre für jeden auf der Welt genug da. Das Problem ist, dass wir den Arsch nicht voll bekommen, da unser Gehirn ein Apparat voller Süchte ist, die sich schwer kontrollieren lassen.

Deshalb tricksen wir unsere Mitmenschen aus, insbesondere in schon verarmten Ländern, wo die Menschen aus der Not die Drecksarbeit für unseren Wohlstand erledigen.

Ich denke mir, dass auch die meisten Menschen ihre Bedürfnisse einschränken könnten und nicht auf Kosten anderer leben würden. Aber es reicht wenn in der Welt 100 Menschen über das halbe Weltvermögen verfügen. Dann ist es eigentlich schon egal und zu spät, ob die Mehrheit vernünftig ist.

Die Rechnung wird so nie aufgehen.


melden

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

12.05.2014 um 02:56
Stelle die Frage lieber so: Inwieweit bin ich Teil moderner Sklaverei?


melden
Anzeige
rockandroll
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Inwiefern ist man mitschuldig an moderner Sklaverei ?

12.05.2014 um 06:22
abschied schrieb:Ansich wäre für jeden auf der Welt genug da. Das Problem ist, dass wir den Arsch nicht voll bekommen, da unser Gehirn ein Apparat voller Süchte ist, die sich schwer kontrollieren lassen.
DAS ist das, was der Wahrheit am nächsten kommt. Ganz genau


melden
203 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt
Human Design System70 Beiträge
Anzeigen ausblenden