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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

166 Beiträge, Schlüsselwörter: Gesellschaft, Psyche, Krank, Erkrankung
Balthasar70
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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

22.06.2017 um 05:45
Doors schrieb:Früher ging man halt zum Pfarrer und betete 'ne Runde oder wurde von ihm auf den Scheiterhaufen gestellt.
Ja früher war halt alles besser.


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

22.06.2017 um 09:09
Manches wird hier diskutiert, wo der Krankheitsbegriff als Stigma ausgelegt wird.

ZB ist im Falle eines Todes naher Angehöriger eine lange Trauerphase normal, die Klassifikation als Depression kann aber dennoch zutreffend sein.

Die Einordnung als Krankheit bedeutet zunächst mal nur, dass der Mensch sich Hilfe beim Arzt auf Kosten seiner Krankenkasse suchen darf.
Insofern ist der Begriff Krankheit hier kein synonym für 'abnorm'.


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

31.05.2018 um 18:07
Früher schämten sich einige Leute zu sehr, um zuzugeben, dass sie psychisch krank sind.
Zum Glück wird das Thema heute mehr in die Öffentlichkeit gebracht und darauf hingewiesen,
dass die Betroffenen Hilfe brauchen. Deshalb gibt es wahrscheinlich auch mehr Diagnosen.
Obwohl ich nicht ausschließen würde, dass manche psychisch gesunden fälschlicherweise
eine Diagnose bekommen. Ist ja auch nicht so einfach. Ich kenne jemanden, der an einer
psychischen Krankheit leidet und sie hat mir erzählt, dass ihr längere Zeit die falsche
Krankheit zugeschrieben wurde, weil sie sich nicht getraut hat, alles zu erzählen.


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

31.05.2018 um 18:52
Purpur schrieb:Deshalb gibt es wahrscheinlich auch mehr Diagnosen.
Ja, da gibt es mittlerweile so viele Bezeichnungen für psychische Erkrankungen, die nicht jeder Arzt kennen muss. Dann greifen viele zur Selbstdiagnose aus dem Inet und identifizieren sich damit, weil sie meinen, sie ticken nicht so, wie man es von ihnen erwartet?


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

31.05.2018 um 19:14
@AgathaChristo

Mit den häufigeren Diagnosen meinte ich, dass vielleicht mehr Leute als früher zum Psychologen gehen und
von ihren psychischen Problemen erzählen. Deshalb gibt es möglicherweise heutzutage vom Anschein her
mehr psychisch Kranke, wobei einige Leute früher einfach nicht dazu gestanden haben.

Wenn es um die Person geht, von der ich geschrieben habe: Sie wurde anfangs von einem Psychologen
falsch diagnostiziert, weil sie nur teilweise erzählt hat, was in ihr vorgeht und er deshalb nicht
wissen konnte, das eine andere Krankheit zutreffender ist. Als sie sich dann später mehr geöffnet hat,
hat er auch eine andere Diagnose gestellt. Was ich damit sagen wollte, war, dass es immer noch
ein heikles Thema ist und deshalb Betroffene auch was verschweigen. Und das begünstigt dann
Fehler bei der Diagnose.

Ja, durch das Internet "diagnostizieren" sich manche selber, aber ich hoffe, den meisten Leuten
ist bewusst, dass das dann nur eine Vermutung ist und nur ein Arzt mit dem entsprechenden
Wissen einen diagnostizieren kann.


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

31.05.2018 um 19:29
Purpur schrieb:Wenn es um die Person geht, von der ich geschrieben habe: Sie wurde anfangs von einem Psychologenfalsch diagnostiziert, weil sie nur teilweise erzählt hat, was in ihr vorgeht und er deshalb nichtwissen konnte, das eine andere Krankheit zutreffender ist. Als sie sich dann später mehr geöffnet hat,
Man sollte sich schon ehrlich dem Psychiater öffnen.
Kenne aber viele Betroffene, die schon wissen, woher ihre psychische Probleme kommen, die aber verschwiegen werden. Weil sie Repressalien fürchten, durch Familie und sonstigen Abhängigkeiten, denen sie ausgeliefert scheinen und meinen nicht ändern zu können.


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

01.06.2018 um 07:35
Purpur schrieb:Früher schämten sich einige Leute zu sehr, um zuzugeben, dass sie psychisch krank sind.
Frueher war das auch einfach noch nicht so wie heute, dass man zu einem Psychologen gehen konnte und der hat einen dann ambulant behandelt. Wer wirklich schwer gestoert war und eine Gefahr fuer sich und andere darstellte, wurde in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen und kam nur selten wieder raus.

Alle anderen mussten einfach irgendwie klarkommen. Wenn sie Glueck hatten, gerieten sie an einen Allgemeinarzt, der ein wenig Grundahnung von Psychologie hatte und sie ein wenig unterstuetzen konnte.

Ich bin selbst kein Psychologe, aber meiner Einschaetzung nach hatte meine Oma vom Krieg ein ziemlich heftiges Trauma zurueckbehalten. Sie hatte immer wieder starke Angstattacken. Haette dringend einen Psychologen gebraucht, war aber Zeit ihres Lebens bei keinem. Denn wer zum Psychologen geht, der ist ja verrueckt!

Es ist ein Segen, dass diese Ansicht heute kaum noch existiert und die meisten Leute langsam begreifen, dass es keine Schande ist, irgendwann im Leben einen Psychotherapeuten zu brauchen.


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

01.06.2018 um 15:06
Ich wollte auch zu nem Psychologen gehen, komm mir auch stark depressiv vor. Aber ich hab vorhin mit meinem Chef von der Leihbude gesprochen und ich werd erlöst von dem Sklaventum. Ich kann nicht mehr, seh jetzt aber wieder Licht, da ich mich jetzt nach ner anständigen Arbeit umschauen kann. Drei Jahre Leiharbeit haben mich schon sehr kaputt gemacht... Und ich kenn noch einige Personen die ihren Job nur noch aus Zwang machen - weil sie vielleicht Angst haben garkeinen mehr zu bekommen. Da ist es doch kein Wunder das immer mehr Menschen an diesem Krankheitsbild leiden. Es ist ja keine Faulheit, man kann einfach nicht ewig über sich stehen. Warum weitermachen, mit dem was einen unglücklich macht? Ich denke persönliche Veränderung ist ein guter Ansatz zur Genesung.


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

02.06.2018 um 08:25
Alari schrieb:Es ist ein Segen, dass diese Ansicht heute kaum noch existiert und die meisten Leute langsam begreifen, dass es keine Schande ist, irgendwann im Leben einen Psychotherapeuten zu brauchen.
Ah,ja?
Was ist denn eines der 10 Beliebtesten Schimpfwörter der Jugendlichen ?

-du Psycho!

Dabei ist kaum einer noch psychisch Gesund.

Geht garnicht in unserer "Gesellschaft" (ein Konglomerat von Einzelindividuen, wo jeder gegen jeden kämpft)

Wer glaubt er ist es, und fühlt sich wohl in dieser Welt, so wie sie ist, ist der eigentlich psychisch Kranke.

Jeder hat eine Macke, jeder. Es kommt nur drauf an, ob man damit zurecht kommt.
Unser Zeitalter ist eines der Narzissten. Die blühen richtig auf in Konkurrenz und Leistungsdenken.
Aber nicht jeder ist so ubd will so sein.
Die sind die gekniffenen.


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

02.06.2018 um 11:38
https://www.focus.de/gesundheit/news/hirnwachstum-genforscher-schizophrenie-ist-preis-fuer-grosses-gehirn_id_9017771.htm...


Vielleicht doch normal ?


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

04.06.2018 um 06:48
Hyperborea schrieb:Ah,ja? Was ist denn eines der 10 Beliebtesten Schimpfwörter der Jugendlichen ?
Entschuldige, dass ich Jugendliche nicht in die Gruppe geistig reifer und vernuenftiger Individuen einrechne! Jugendliche benutzen auch noch andere Worte als Schimpfwort, auf die ein vernuenftiger Mensch niemals kaeme.


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

04.06.2018 um 10:03
@Alari

Das was Jugendliche leichtsinnig aussprechen, denken sich Erwachsene.
Musst mal bei ner Feier beobachten, wie "Vernünftig" alle anfangs reden, nach ein paar Drinks tun sich da Welten auf. Da fällt die Maske.
Selbst Ärzte !! und Pflegepersonal sind angenervt, aber da geht Ablehnung viel subtiler, weil, sind auch nur Menschen.Jeder wie er kann und sich traut...

Der Leistungsgedanke ist uns so stark in unsere Werteordnung gehämmert worden, und die eigene Abwehr vor Psychischen Erkrankungen tun da den Rest. Ist zu tiefst Menschlich.
Betroffene können ein Lied davon singen, wie sie bemerken, dass sich das ganze Umfeld merklich verändert. Plötzlich werden Kontakte weniger,sie "passen" nicht mehr dazu.

Höchstens "Burn-Out" ist Gesellschaftlich noch Akzeptiert, denn da hat sich der Betroffene noch ordentlich schön Verausgabt, Brav!
Aber Depression ? Bäh! Soll sich nicht so anstellen!

Selbst der Suizid von Enke führte nur kurz zu einem Innehalten, danach Business as Usual.

Wer im Räderwerk des "Immer mehr, immer schneller" durch das Getriebe fällt, landet ganz schnell als Schwemmsand am Rand der Gesellschaft. So schmeissen sich die Menschen die Pillen ein und Hamstern weiter fremden Idealen nach. Medien wie TV und Facebook: Überall Aktive, Glückliche Gesichter. Grelle Hedonie als Lifestyle, oder um der eigenen Leere zu entkommen.

Schon die Frage "Und,was machst du?" beim Kennenlernen entlarvt unser Denken.
Es müsste heissen"Und, wer bist du?"

Ich würde mich gerne korrigieren lassen in meiner Wahrnehmung, denn ich selbst leide an einer Erschöpfungsdepression.
Wenn garnichts mehr geht, sucht der Depressive zuerst die Schuld bei sich, Krankheitsbedingt.
Wenn das auch von aussen so bestätigt wird, wird es fatal.

Aber ich Entschuldige. ;)


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

04.06.2018 um 10:08
@Hyperborea
Ich weiss durchaus, dass es immer noch die Fraktion "Stell Dich nicht so an" gibt. Aber sie wird weniger. Zum Psychologen zu gehen ist heute jedenfalls nicht mehr so mit einem Stigma behaftet wie es vor dreissig Jahren noch der Fall war.


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

04.06.2018 um 16:43
@Alari

Psychologen

Da ist das nächste Problem.
Sämtliche Therapeuten sind völlig ausgelastet.
Woran das liegt, wo wir doch in strammen Schritten der Vollbeschäftigung und des Wohlstands für alle entgegengehen?

Zynismus off.

Nein, es wird immer Menschen geben, die nicht in diese Verhältnisse passen, die keine Macher sind, die anders ticken, Sensibler sind und leichter das ganze durchschauen (und daran leiden).

Und dann ? Shit happens ?

Grade Burn-Out und Depressionskandidaten sind die (Robert Enke), die sehr Leistungsbereit und Perfektionistisch sind. Menschen mit hohem Selbstanspruch und Moral.

Ist es dann eine "Negative,Verzerrte Wahrnehmung" wenn sie sehen, dass um sie her alles nur auf Schein und Oberflächlichkeit basiert, im Grunde jeder jeden Betrügt (Buch 1000 legale Steuertricks) und alle mit ihren Masken rumlaufen?
Alles Fassade. Dann heulen sich die Menschen in Anonymen Foren aus, weil es dem Mitmenschen im RL schlichtweg nicht Interessiert.
Der Zwang zur Selbstdarstellung im Internet (Facebook) kompensiert aber m.M.nach nur Bedingt das zunehmende Versanden realer Zwischenmenschlichkeit.

Was Psychologen da auffangen sollen, ist eher ein Gesellschaftliches Problem, wie wir miteinander umgehen.


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

04.06.2018 um 18:49
@Hyperborea
Super geschrieben, kann dem nur beipflichten! Genau das ist es, was auch ich beobachte...
Zumal ich selbst zu dem “Schwemmsand“ am Rande der Gesellschaft gehöre..
Manchmal frage ich mich ob ich “zurück“ wollen würde, in die Mitte, doch sehr wahrscheinlich würde ich mich dort sehr schnell wieder sehr unwohl fühlen.
Eben u.a. deswegen, weil alle dort nur ihre Masken tragen.Weil man das tun muss, um überleben zu können..


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05.06.2018 um 07:12
@Hyperborea
Absolut richtig. Aber solange die Gesellschaft so tickt, wie sie es im Moment tut, ist es nunmal gut, dass es Therapeuten gibt, die zumindest einen Teil davon auffangen koennen.


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

05.06.2018 um 09:18
@Oskura
@Alari

Ich hatte ja gehofft, dass mir meine Sichtweise etwas Auseinanderpflückt wird, denn manchmal neige ich auch zu extremem Pessimismus!!
;)
Aber Danke.

Etwas Unbeschwerter mit den Widrigkeiten und Akzeptanz der Gegebenheiten täte mir ganz gut.

"Hey, seh' das doch alles mal 'n bisschen lockerer."

Denn, ich bin nicht Perfekt, warum sollte es die Welt sein?
Denn was nutzt es, zu erkennen wie "Die Welt" tickt, und daran verzweifelt ?
Das ist ein Kampf gegen Windmühlen.
Das Leben ist ein Spiel, irgendwann ist es vorbei.
Das Leben ist nicht fair, es IST wie es ist.
Die Dinge geschehen, ob du willst oder nicht.

Und ich mache mir zu viele Knoten ins Gehirn.
Ich mag zwar keine Ratgeberliteratur, nur ein Buchtitel fasst das Problem,sich zu viele Gedanken zu machen ganz gut zusammen:


Sorge dich nicht,-Lebe!




Trivial aber Stimmt. Also drauf los Leben.
So wie der Gelassenheitsspruch:


Gott gebe mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern,
die ich ändern kann
und die Weisheit,
das eine vom anderen
zu unterscheiden.



Der hilft gut gegen diese Verkopftheit finde ich.

Um nochmal Rückgällig zu werden:

Ich finde, dass mit Angst sehr stark Gesellschaftlich gearbeitet wird, als Machtinstrument und als Mittel, Gewinn zu erzielen.
Meist Angst vor Verlusst.

(Jugend,Besitz,Freiheit...)

Da man aber das alles nicht festhalten kann, finde ich LOSLASSEN zu lernen ganz Wichtig.

"Dann ist es so."

Also, was ich meine ist, sich mehr durchs Leben treiben zu lassen, denn 90% unserer Gedanken "Hätte, Was könnte sein..." sind einfach Mumpitz.

Da ich dieser ADS-Typ bin, habe ich eh schon einen zu offenen Wahrnehmungsfilter.
Und da fällt es mir schwer, die Praxis dieser Weisheiten anzuwenden.

Dem Monk aus dem Fernsehen sind seine Verrücktheiten auch sehr bewusst... ;)

Da komme ich zum Thema Urvertrauen.
Denn ich finde, wenn man weiss dass, selbst wenn alles zusammenfällt, auf dem Grund des Lebens noch was ist, was nie kaputt geht, alles zu ertragen ist.
Wer das nicht hat ist Spielball seiner Ängste.

Oder man muss erst alles was einem wichtig erscheint, verlieren, völlig Nackt dastehen, und schauen dass da immer noch Etwas ist.
Mag es Gott sein oder irgend eine andere Kraft ausserhalb oder besser in einem selbst.


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

05.06.2018 um 09:25
@Hyperborea
Es ist nun einmal so, dass sich in der Gesellschaft erstmal jeder selbst der naechste ist. Und das ist ein Stueck weit auch gut so, denn in erster Linie muss man auf sich selbst aufpassen und das tun, was fuer einen selbst das Beste ist. Und dabei eben auch ganz einfach mal drauf scheissen, was andere denken!


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Psychische Erkrankung vielleicht doch "normal"?!

05.06.2018 um 09:45
Alari schrieb: Und dabei eben auch ganz einfach mal drauf scheissen, was andere denken!
Das setzt ein hohes Maß an Selbstständigkeit voraus.
Ich finde da hast du recht.
Leider wurden wir so erzogen "dass man das nicht tut", warum auch immer.

Meine Erfahrung mit drauf Scheissen ist, dass man Respektvoller behandelt wird.


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05.06.2018 um 10:06
Hyperborea schrieb:Das setzt ein hohes Maß an Selbstständigkeit voraus.
Bei mir kam es Gott sei Dank im Laufe der Zeit. Das ist nichts, was man von heute auf morgen kann. Man muss es lernen.


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