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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

127 Beiträge, Schlüsselwörter: Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit
libertarian
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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

30.04.2015 um 17:12
@Sternadler
Das kommt darauf an. Im Kontext ist schon klar, dass sie auch sagt, dass es dafür eigentlich eine Null-Toleranz geben sollte und sie es somit auch als eigentlich unakzeptabel sieht. Doch finde ich das alles auch wieder sehr zweideutig von ihr und mir hört es sich durchaus ein bisschen so an, als würde sie damit sagen wollen, dass man diese Tatsache anerkennen muss für das Erste, zwar auch sagt sie, die Politik steure dagegen (Wie viel Geld gibt die dafür eigentlich wieder aus?) aber auch, dass es derzeit eben einfach bestehender Fakt ist und man mit diesem erstmal leben muss. Eigentlich wollte ich aber damit sowieso nur auf die Statistiken eingehen und dass sie selbst sagt "Besonders hoch ist."


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libertarian
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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

30.04.2015 um 23:00
@liaewen
liaewen schrieb:Es sollte mehr Energie in die Integrationspolitik reinfließen als in diese ganzen sinnlosen Demos mMn.
Noch ganz kurz was, weil ich zufällig wieder über das entsprechende Positionspapier von Gida gestoßen bin:

1)„die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und politisch oder religiös Verfolgten“ als Menschenpflicht
2)„die Aufnahme des Rechtes auf und die Pflicht zur Integration ins Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland“, ergänzend zum Recht auf Asyl
3)„dezentrale Unterbringung für Kriegsflüchtlinge und Verfolgte anstatt in teilweise menschenunwürdigen Heimen“
4)einen gesamteuropäischen Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge und deren gerechte Verteilung in allen EU-Staaten durch eine zentrale Erfassungsbehörde
5)bessere Betreuung von Flüchtlingen durch Sozialarbeiter
6)ein Asylverfahren analog zur Schweiz und den Niederlanden und die Mittel für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu erhöhen, um das Verfahren zu verkürzen und die Integration früher zu beginnen
7)mehr Mittel für die Polizei und gegen Personalabbau bei selbiger
8)„die Ausschöpfung und Umsetzung der vorhandenen Gesetze zum Thema Asyl und Abschiebung“
9)„eine Null-Toleranz-Politik gegenüber straffällig gewordenen Asylbewerbern und Migranten“
10)„Widerstand gegen eine frauenfeindliche, gewaltbetonte politische Ideologie, aber nicht gegen hier lebende, sich integrierende Muslime“
11)„Zuwanderung nach dem Vorbild der Schweiz, Australiens, Kanadas oder Südafrikas“
12)„sexuelle Selbstbestimmung“
13)„die Erhaltung und den Schutz unserer christlich-jüdisch geprägten Abendlandkultur“
14)„die Einführung von Bürgerentscheidungen nach dem Vorbild der Schweiz“


Du kannst das als heuchlerisch halten, als Strategie, als mehrdeutig, dabei auf Bachman und so verweisen, auf bestimmte Teilnehmer, die rechtsextrem scheinen. Aber selbst das, was du sagst, kommt in dem Papier sehr oft vor, auch wenn du das Papier als Makulatur betrachten kannst. Auch deine Meinung findet sich damit aber dort wieder.


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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

30.04.2015 um 23:06
Kc schrieb am 26.04.2015:Haltet ihr Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus unter Menschen ausländischer Herkunft in Deutschland für ein unterschätztes Problem?
Antisemitismus unter Muslimen ist definitiv ein Problem : Diskussion: Antisemitische Aufmärsche und aufkeimender Antisemitismus in Europa

* Wobei das natürlich nicht unbedingt Menschen ausländischer Herkunft sein müssen.


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libertarian
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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 00:07
@Aldaris
Und da ist wieder die Doppelmoral der Gegendemos. Wo waren die alle, als, und ich glaube das waren viel mehr, wüste und viel gewaltigere (Oft auch in der Anzahl) Demos gegen das Judentum und Israel in Deutschland veranstaltet wurden? Die Zahlen waren oft viel größer. Korrigiere mich: Aber ich glaube während Pegida im Westen nur etwa Hunderte zusammenbringt, so brachten die Anti-Israel Demos damals Tausende im Westen auf die Beine. Und während zwar in Dresden durchschnittlich Zehntausend so demonstrieren, war diese Anzahl gegen Israel auch in Wien gegeben, wie ich mich entsinne. Aber korrigiere ruhig. Und da frage ich mich eben: Wo waren da die ganzen Gegendemonstranten, schließlich gab es meines Wissens Überfälle auf Juden und Synagogen. Wo waren die? Und wo sind die, wenn ein Haufen sogenannter Salafisten zu Pierre Vogel und co. kommen? Bald glaube ich an die rund 1000 Leute abgereist nach Syrien und den Irak in den Djihad. Anfangs waren es noch 500, irgendwann berichtete man von 600, dann von 700 und so weiter. Wo sind da die Gegen-Demos? Man stelle sich mal vor, der Trend ginge weiter und es käme, durch irgendwelche Krisen, hier mal dazu, dass hier mitten in Deutschland oder anderswo ein Kalifat ausgerufen würde; wie viele würden dann da hingehen und dafür kämpfen wollen?


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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 03:51
@libertarian
Die Kundgebungen von Salafisten wurden und werden ja nun mehr als genug kritisiert und aufgearbeitet.
Das es nicht zu großen Gegendemos kam, sollte eigentlich auch ganz klar sein.

Bei Pegida stellen sich Deutsche hin und postulieren ein Problem, welches in dem Ausmaß nicht vorhanden ist und grenzen damit im Namen des deutschen Volkes ganz Bevölkerungsschichten aus.
Klar, dass das Volk dagegen mit Gegen-Demos reagiert.

Bei Salafisten-Veranstaltungen sind es aber eben Minderheiten, die sich nicht als das Volk bezeichnen, die nicht mal unter den Moslems eine große Gruppe darstellen. Warum sollen sich aus der normalen deutschen Bevölkerung dann Gegendemos bilden, wenn die Kritik doch schon großflächig in allen sonstigen Bereichen aufzeigt?

Und wo du in der Aussage von Merkel siehst, dass man sich mit der Gewalt unter Migranten abfinden solle, verstehe ich nicht.
Im Gegenteil, sie sagt, gerade diese Gewalt ist ein Zeichen dafür, dass an der Integration gearbeitet werden muss und das man diese Gewalt nicht verschweigen darf.


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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 09:25
@rgnf
rgnf schrieb:Die Kundgebungen von Salafisten wurden und werden ja nun mehr als genug kritisiert und aufgearbeitet.
wie lange wollen wir denn noch "aufarbeiten" und kritisieren?

dieser ganze dreck gehört einfach nicht hierher und damit ein für alle mal verboten!


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interrobang
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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 09:34
@Alienpenis
verbote sind halt immer problematisch. is halt die frage wo die grenzen gezogen werden...


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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 10:22
Was das Thema Straftaten angeht:

Hilfreich halte ich die Nennung der Herkunft von Tätern, wenn sie erstens bedeutsam ist und zweitens angemessen geschieht.

Damit meine ich: Man kann bei der Berücksichtigung der Herkunft erkennen, wenn und was für ein Problem mit bestimmten Gruppen besteht. Es hilft, ein Problem zu erkennen und zu verstehen.

Als Beispiel meinetwegen:
In der heimatlichen Kultur von XY ist es üblich, dass jeder `n Messer dabei hat und Beleidiger niedersticht. Oder sonstige Leute, die einem nicht passen. Weil das richtige Männer so machen würden.

Wird dieses Denken nach Deutschland importiert, handelt es sich um ein Problem mit genau dieser Ethnie, genau dieser Nationalität.
Dann halte ich es auch für sinnvoll, Ethnie oder Nationalität bei Straftaten mit zu nennen und zu berücksichtigen, denn dann ist die Herkunft Teil des Problems. In diesem Fall sollte man nicht ,,vornehm schweigen" oder mit so einem Unsinn kommen, das Messergesteche habe doch gar nichts mit der Herkunft zu tun, das sei voll rassistisch und fremdenfeindlich, man stütze doch nur die Rechten, wenn man das beachtet, blablabla...

Berücksichtigung der Nationalität und Ethnie sollte übrigens keinesfalls strafmildernd vor Gericht geschehen, wenn ein schwerwiegender Verstoß gegen die geltenden Gesetze im Land geschieht.
Anders ausgedrückt: Es ist mir egal, ob man in Waziristan einen Beleidiger niedermessert und das dort als absolut okay angesehen wird. In Deutschland läuft das nicht, knallhart.


Wenig hilfreich ist es, wenn man bei ganz unspezifischen Verbrechen und Zusammenhängen auch Nationalität oder Ethnie berücksichtigt.
Eine gewöhnliche Prügelei, ein einfacher Einbruch, das ist nicht unbedingt was ethnisch oder national spezifisches.

Da ist eine Konzentration auf Herkunft unter Umständen wirklich kontraproduktiv, weil schnell der Eindruck entstehen kann, Ethnie XY sei besonders emsig bei Einbrüchen und Diebstählen.
Das fördert dann natürlich die rechtsextremen Deutschen.


Noch ein paar Worte zu dem Thema, dass regelmäßig beklagt wird, man solle sich und andere doch nicht so über Herkunft definieren, wir seien doch alle Menschen und so...

Natürlich sind wir alle Menschen. Was denn sonst? :D

Aber wir sind auch Individuen und wir sind sozialisiert in verschiedenen Gesellschaften. Verschiedenen Glaubensgesellschaften, verschiedenen Kulturen, Familien, Philosophien...
All das prägt unsere Identität.
Die Herkunft ist ein untrennbarer Teil der Identität.

Kein Mensch sollte sich deshalb seiner Herkunft schämen und versuchen, sie zu verleugnen, denn damit verleugnet er einen Teil seiner selbst.
Intelligente, fähige, anständige Menschen können auch mit anderen Menschen zusammenleben, ohne sich selbst zu verleugnen.

Ich jedenfalls will keine Gesellschaft aus identitätslosen Klonen.


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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 10:39
@Kc:
Kc schrieb:Die Herkunft ist ein untrennbarer Teil der Identität.
Leider, ja. Und es fällt vielen Menschen schwer, sich von dem Gift, das man in der Kindheit in sie reingepumpt hat, zu befreien.
Also ich sehe das mit der Prägung jedenfalls sehr kritisch, und ich habe den Eindruck, dass die Menschen durch die Kultur, in der sie aufwachsen, leider sehr oft nicht nur positiv, sondern vor allem auch äußerst negativ beeinflusst werden. Sie übernehmen völlig unkritisch bestimmte Vorurteile und Denkfehler ihrer Vorfahren.
Und so ist es eben auch kein Wunder, dass gerade Menschen, die aus Kulturen kommen, in denen auf die Verbundenheit, sprich: Gehorsam seiner Familie/Clan/Nationalität gegenüber mehr Wert gelegt wird (weil sie sonst nix haben, was sie froh macht?), auch dazu neigen, jahrhundertealte Vorurteile über Juden/Schwule/andere Völker etc. nachzuplappern und uns heute immer noch mit ihrem mittelalterlichen, rückständigen Gedankengut zu nerven.
Also in gewisser Weise kann Herkunft einen auch ziemlich verblöden... und gerade das unkritische Kopieren von Verhaltensweisen der Vorfahren macht die Menschen meiner Meinung nach zu identitätslosen Klonen, die sich alle gleich verhalten und alle die gleichen dummen Stammtischparolen weitergeben.
Erst wenn die Menschen lernen, die Traditionen oder Kultur, in die sie hingeingeboren wurde, kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls auch abzulehnen, können sie auch aus dem jahrhundertealten Kreislauf aus Gewalt und Gegengewalt ausbrechen. Ansonsten sind sie dazu verdammt, die Fehler der Vergangenheit (von denen jede Nation reichlich begangen hat) immer wieder aufs Neue zu begehen.


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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 10:57
@Sternadler

Du kannst deine Herkunft und Werte deiner Kultur, Ethnie und Religion hinterfragen.

Aber du kannst nicht so tun, als besäßest du die nicht, als wärest du nicht von ihnen geprägt und als wären sie nicht Teil deiner Identität.
Dies ist doch genau das, was ich eben angesprochen habe: Es ist Unsinn, seine Herkunft und sein Selbst verleugnen zu wollen.

Intelligente und fähige Menschen prüfen sich und andere und können ihre Verhalten und Denken ändern und weiterentwickeln. Sie können und sollten aber nicht so tun, als ginge sie Herkunft überhaupt nichts an.
Für mich ist das keine positive Utopie, sondern eine schrecklich unmenschliche Gesellschaft, wo oberflächlich so getan wird, als spiele das alles keine Rolle.

Menschen brauchen Identität, Sozialisation und Halt.


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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 10:58
@Kc
Kc schrieb:Aber wir sind auch Individuen und wir sind sozialisiert in verschiedenen Gesellschaften. Verschiedenen Glaubensgesellschaften, verschiedenen Kulturen, Familien, Philosophien...
All das prägt unsere Identität.
Die Herkunft ist ein untrennbarer Teil der Identität.

Kein Mensch sollte sich deshalb seiner Herkunft schämen und versuchen, sie zu verleugnen, denn damit verleugnet er einen Teil seiner selbst.
Intelligente, fähige, anständige Menschen können auch mit anderen Menschen zusammenleben, ohne sich selbst zu verleugnen.

Ich jedenfalls will keine Gesellschaft aus identitätslosen Klonen.
Wie kannst du das so pauschal sagen? Ich definiere mich garantiert nicht über meine Herkunft und ich habe, ehrlich gesagt, noch nie ein schlüssige Begründung dafür hören dürfen, auch wenn ich das (in einem vernünftigen Maße) niemandem abspreche. Vor allem verstehe ich aber nicht, was das mit "Verleugnung" zu tun haben soll.
Und auch wenn du sagst, dass intelligente und anständige Menschen so zusammenleben können und vermutlich jeder eine Kategoriesierung in Eigen- und Fremdgruppen vornimmt, sind die Übergänge zur Ausgrenzung für Merkmale, die Menschen nicht ändern können, fließend.


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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 11:10
@Fierna

Wenn du nicht gerade auf einer einsamen Insel alleine aufgewachsen bist (und selbst dann, genau genommen) bist du auch durch deine Herkunft vielfältig geprägt.
Das kann man eigentlich nicht leugnen. Jeder hat aufgrund seiner Erfahrungen Vorstellungen und Vorurteile über Menschen, Verhältnisse, Lebensweisen, moralische Werte...

No offense, aber das kauf ich dir nicht ab, dass dich deine Herkunft überhaupt nicht beeinflussen würde, das ist Teil deiner Identität ^^


Was du vielleicht meinst, ist, dass du dir auf deine Herkunft nichts einbildest. Dass du trotz deiner Herkunft und deiner Erfahrungen offen dafür bist, neue Erfahrungen zu machen und alte Vorstellungen zu revidieren. Das ist ja auch positiv und gut.

Aber du möchtest doch wohl nicht wirklich behaupten, dass du zum Beispiel wahrnimmst, wenn Menschen verschiedene Farben haben, unterschiedliche Physiognomien, wenn sie einen Turban tragen oder eine Kippa oder ein Kreuz auf der Brust und dies bei dir nicht bestimmte Schlussfolgerungen und Einschätzungen auslöst ;)

Man sollte das nicht so negativ sehen. Wir sind nicht alle gleich. Wir Menschen sind Individuen, das ist wertvoll.


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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 11:29
Du verstehst es scheinbar nicht, Kc, oder willst es nicht verstehen...
Eben WEIL wir Individuen sind, ist es wichtig, dass wir unsere Prägung abschütteln und uns eine eigene, individuelle Identität basteln.
Ich denke, wirklich intelligente und kreative Menschen bauen sich ihre eigene Kultur, entwickeln eigene Werte und erfinden ihre eigene Religion, statt das einfach von anderen zu übernehmen. Natürlich kann man sich dabei inspirieren lassen von dem, was da ist. Aber wenn 80 Prozent der Leute aus einem bestimmten Kulturkreis alle die selbe Musik hören und den selben Modegeschmack haben, dann läuft meiner Meinung nach etwas schief. Dann ist man nicht mehr weit von der totalen Gleichschaltung entfernt.

Und zum Thema Fremdenfeindlichkeit:
Nicht ohne Grund gibt es die meiste Fremdenfeindlichkeit nicht in den Städten, wo die unterschiedlichsten Kulturen zusammentreffen, sondern auf dem Land, im hintersten Bayern oder Sachsen, wo noch Monokultur herrscht und die Kinder keinen anderen Einflüssen ausgesetzt sind und keinen Kontakt zu anderen Lebensweisen haben.


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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 11:31
Kc schrieb:Wenn du nicht gerade auf einer einsamen Insel alleine aufgewachsen bist (und selbst dann, genau genommen) bist du auch durch deine Herkunft vielfältig geprägt.
Das kann man eigentlich nicht leugnen. Jeder hat aufgrund seiner Erfahrungen Vorstellungen und Vorurteile über Menschen, Verhältnisse, Lebensweisen, moralische Werte...

No offense, aber das kauf ich dir nicht ab, dass dich deine Herkunft überhaupt nicht beeinflussen würde, das ist Teil deiner Identität ^^
Ich rede nicht davon, was mich psychologisch geprägt hat sondern davon, wie ich mich willentlich sozial definiere und identifiziere und da spielt Herkunft für mich keine Rolle.
Du stellst da einfach ein paar Prämissen auf die ich nicht ohne Begründung hinnehme.
Kc schrieb:Aber du möchtest doch wohl nicht wirklich behaupten, dass du zum Beispiel wahrnimmst, wenn Menschen verschiedene Farben haben, unterschiedliche Physiognomien, wenn sie einen Turban tragen oder eine Kippa oder ein Kreuz auf der Brust und dies bei dir nicht bestimmte Schlussfolgerungen und Einschätzungen auslöst ;)
Natürlich nicht, aber darum ging es mir auch gar nicht. Was wäre denn daran unlogisch, wenn ich mich eher mit dem Menschen mit dem Turban identifiziere, weil er dieselbe Musik hört wie ich, als mit dem Klischee-Mallorca Touristen, nur weil er meine Staatsbürgerschaft teilt?


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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 12:11
@Fierna
Du kannst dich identifizieren mit was du willst. Aber kritische Fragen von mir: Identifizierst du dich denn dann auch mit allem von diesem Menschen, auch mit seinem Turban? Wirst du dann selbst ein Träger dessen? Wie weit geht deine Identifikation? Doch wahrscheinlich nur solange, wie du irgendwelche Gemeinsamkeiten siehst und vielleicht auch gemeinsame Ziele, oder? Und übrigens: Was ist denn der Turban (Den auch viele Hindus und Sikhs meines Wissens nach tragen) oft, nicht immer, aber oft oder sogar meistens anderes als ein Ausdruck von kollektiver Identität und Übernahme von kultureller Tradition durch die Herkunft? Außerdem: Warum sollen individuelle Identitäten nicht auch, die mit kaum was Gemeinsamkeiten haben (Mit wem macht man dann aber gemeinsame Sache, etwa sich zu einer Subkultur zusammenzuschließen) ausgrenzen können?


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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 12:56
libertarian schrieb:Identifizierst du dich denn dann auch mit allem von diesem Menschen, auch mit seinem Turban?
Wieso sollte ich? Das kommt doch nur in Frage, wenn ich irgendeiner sozialen Gruppe angehörte, die alle Turban tragen und ist noch nichtmal da ein unabwendbare Konsequenz.
Wenn jetzt ein guter Freund von mir gläubig ist, identifiziere ich mich doch deswegen nicht mit dem Christentum.
libertarian schrieb:Was ist denn der Turban (Den auch viele Hindus und Sikhs meines Wissens nach tragen) oft, nicht immer, aber oft oder sogar meistens anderes als ein Ausdruck von kollektiver Identität und Übernahme von kultureller Tradition durch die Herkunft?
Ja , sicherlich.
libertarian schrieb:Außerdem: Warum sollen individuelle Identitäten nicht auch, die mit kaum was Gemeinsamkeiten haben (Mit wem macht man dann aber gemeinsame Sache, etwa sich zu einer Subkultur zusammenzuschließen) ausgrenzen können?
Sorry, aber ich verstehe den Satz nicht, aber ich bin auch gerade kurzzeitig auf der Couch eingenickt :D.


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libertarian
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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 14:57
@Fierna
Meine letzte Frage war auch sehr verschroben und unverständlich verfasst, zugegeben. Ich wollte damit eigentlich darauf hinaus, dass man doch wohl immer irgendwo seine sozialen Gefüge kennt, mit denen man sich identifiziert und dass eigentlich auch mit einer sogenannt individuellen Identität man wohl vielleicht doch gar nicht anders kann, als doch irgendwo dann sich mit jenen zu verbinden, mit denen man irgendwo Gemeinsamkeiten sieht. Nur, jetzt nehmen wir mal an, das sei so, klar, warum auch nicht? Nur warum sollen solche Identitäten, die sich irgendwie so modern, individuell und anti-traditionell verkaufen; warum sollten diese nicht auch fähig sein, auszugrenzen? Oder warum sollte die Gefahr hier kleiner sein? Dann doch wohl mehr nur darum, weil die Gesellschaft mehr zersplittern würde und damit mehrere kleinere Gruppen existieren, oder nicht?
Fierna schrieb:Wieso sollte ich? Das kommt doch nur in Frage, wenn ich irgendeiner sozialen Gruppe angehörte, die alle Turban tragen und ist noch nichtmal da ein unabwendbare Konsequenz.
Ja, hast du wohl Recht. Aber ich frage mich da halt dann doch schon, wem jenes Beispiel hier denn mehr seine Loyalität schwören würde; dir, weil du die gleiche Musik wie er hörst, oder seiner sozialen Gruppe, nach der er so manches mehr vielleicht nur richtet als die Musik? Wenn man sich mit jemanden identifiziert, dann doch, weil man einen Teil von sich selbst in diesem Jemand zu erkennen glaubt, oder nicht? Und sei es vielleicht auch nur einen Teil, der man gerne sein wollen würde. Und vielleicht mag man am Anderen da so manches von sich erkennen; aber um sich gänzlich mit jemand Anderem identifizieren zu können, so müsste dieser vielleicht schon fast ein Klon von einem sein oder einem halt schon sehr, sehr ähnlich?


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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 15:20
@libertarian
libertarian schrieb:Nur, jetzt nehmen wir mal an, das sei so, klar, warum auch nicht? Nur warum sollen solche Identitäten, die sich irgendwie so modern, individuell und anti-traditionell verkaufen; warum sollten diese nicht auch fähig sein, auszugrenzen? Oder warum sollte die Gefahr hier kleiner sein? Dann doch wohl mehr nur darum, weil die Gesellschaft mehr zersplittern würde und damit mehrere kleinere Gruppen existieren, oder nicht?
Natürlich grenzen diese ebenfalls aus. Man definiert genauso Eigen- und Fremdgruppe. Nur kann ich es für mich durchaus moralisch vertreten, einen Menschen wegen bspw politischer Einstellung aus meiner sozialen Gruppe auszugrenzen, als ihn bspw für Geburtsmerkmale auszugrenzen, die nunmal unabänderlich sind und für die man keine Verantwortung trägt. Wenn es mir um Herkunft geht, wird das ja in diesem Falle nicht die Staatsbürgerschaft sondern der Geburtsort sein, oder nicht?
edit: Oder vielleicht sogar die Abstammung.
libertarian schrieb:Ja, hast du wohl Recht. Aber ich frage mich da halt dann doch schon, wem jenes Beispiel hier denn mehr seine Loyalität schwören würde; dir, weil du die gleiche Musik wie er hörst, oder seiner sozialen Gruppe, nach der er so manches mehr vielleicht nur richtet als die Musik? Wenn man sich mit jemanden identifiziert, dann doch, weil man einen Teil von sich selbst in diesem Jemand zu erkennen glaubt, oder nicht? Und sei es vielleicht auch nur einen Teil, der man gerne sein wollen würde. Und vielleicht mag man am Anderen da so manches von sich erkennen; aber um sich gänzlich mit jemand Anderem identifizieren zu können, so müsste dieser vielleicht schon fast ein Klon von einem sein oder einem halt schon sehr, sehr ähnlich?
Du fixierst dich hier viel zu viel auf dieses Beispiel einer individuellen Person. Bleiben wir mal bei dem Musikbeispiel:
Sagen wir, ich gehöre einer Gruppe an, die sich jeden Samstag trifft, um Konzerte zu besuchen. Dieser Mensch mit dem Turban gehört jetzt dieser Gruppe an, weil alle in der Gruppe ein Interesse teilen. Darüber findet die Identifikation statt.
Ob dieser Mensch jetzt privat irgendwelchem Buddhismus nachgeht oder was er arbeitet, ist doch an dieser Stelle für mich vollkommen unerheblich.


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libertarian
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Rassismus/Fremdenfeindlichkeit unter Migranten

01.05.2015 um 22:34
@Fierna
Es gibt auf der Welt so viele unterschiedliche politische Anschauungen, die sich dann alle gegenseitig ausgrenzen müssten. Bei dir hört sich das so an, als ginge es gar nicht anders als ohne Ausgrenzung. Jeder hat für sich so seine Präferenzen, sagt man. Diese können sich im Laufe des Lebens durchaus wandeln. Aber ich glaube dass gerade außerhalb der westlichen Hemisphäre die meisten Menschen eine nationale Identität oder Abstammung und/oder eine kulturelle oder religiöse Identität leben. Bei Letzeren ist der Spalt zwischen Entscheidung und Geburt ziemlich dünn gesät. Religionen definieren sich in der Regel klar doch durch Ausgrenzung der Anderen, denen sie oftmals gerade für ein angenommenes Jenseits mithin das Übelste überhaupt androhen, aber sie machen das oft von der freien Entscheidung zur Konversion abhängig, und damit wäre der Mensch dafür selbst verantwortlich. Und auch hier gibt es so viele Religionen und so viele Strömungen, die alle eine andere Moral predigen.

Aber nehmen wir welche, die national gesinnt sind oder so, oder nach Abstammung gehen. Da ist der Spalt oft auch ganz anders. Im Judentum etwa, welches sozusagen eine ethnische Religion ist, mag es zwar so sein, dass Jude sei, wer von einer jüdischen Mutter abstamme, doch gibt es für die jüdische Volksangehörigkeit je nach Strömung noch mehr Kriterien. Wenn man diesen nicht unterliegt, ist der Bann über einen gesprochen und eigentlich irgendwie draußen aus dem Volk. Und wie gesagt, jeder hat seine Präferenzen. Wenn etwa ein Kurde nur unter seines Gleichen heiraten will und mehr unter sich als unter anderen (Was den Respekt diesen gegenüber nicht ausschließen muss), verurteilst du ihn dann dafür? Oder gelten deine Urteile mehr gegen Deutsche, die so eingestellt sind oder so eingstellt scheinen? Jeder muss doch letztlich für sich entscheiden, mit wem er sich abgeben will und mit wem nicht, oder nicht? Und die aber, die nicht deinen Moral-Kriterien unterliegen verurteilst du dann alle?
Fierna schrieb:Ob dieser Mensch jetzt privat irgendwelchem Buddhismus nachgeht oder was er arbeitet, ist doch an dieser Stelle für mich vollkommen unerheblich.
Das kommt darauf an. Du hast ein Merkmal vielleicht, welches du mit ihm teilst. Die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe und mit was sie sich identifiziert. Aber was weisst du sonst von ihm? Wie tief geht die Beziehung wirklich? Vielleicht würdest du irgendwann an ihm was finden, was dir nicht so passt, etwa seine politischen Anschauungen. Gerade wenn es tiefer geht, dann stellen sich glaube ich weit mehr Fragen.


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02.05.2015 um 00:41
@libertarian

Gerade zu viel Input,weil ich aus war, ich antworte dir morgen aber auf jeden Fall, finde das interessant :*


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