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Hochsensible Menschen, genannt HSP - TEST

314 Beiträge, Schlüsselwörter: Gefühle, Hochsensibilität, HSP, Hochsensible Menschen

Hochsensible Menschen, genannt HSP - TEST

26.10.2017 um 23:18
Ich sehe hochsensibels jammern viel.

Stattdessen sollten sie an sich arbeiten, damit sie mit dem real Life besser klar kommen


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Hochsensible Menschen, genannt HSP - TEST

27.10.2017 um 07:43
Durchfall schrieb:hochsensibels jammern
Weißt du solche Kommentare sind uns wenig bis gar nicht dienlich im ganzen Gegenteil wenn du mitgelesen hättest so wüsstest du, das wir versuchen Klarzukommen,und zwar jeder auf seine ganz eigene Art und Weise.
Und genau wegen solcher Kommentare wie du sie ablässt geht es uns schlechter als wir es verdienen.
Jedesmal wenn Ich hörte das man mir sagte stell dich nicht so an oder reiß dich zusammen nur 1 cent und Ich wäre reich,damit kann Ich aber nix anfangen und die anderen auch nicht.
Stattdessen vielleicht wenn man keine Ahnung hat von der materie des HSP erst mal einlesen darin sich einfühlen damit ist uns eher geholfen.
HSP ist nichts was man Heilen könnte man kann nur damit klarkommen irgendwie weil man damit geboren ist.


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Hochsensible Menschen, genannt HSP - TEST

27.10.2017 um 08:19
AZIRAPHALE schrieb:Wie oft habe Ich mich damals in den Toiletten zurückgezogen oder sonsthin wo ich mich nur Abschirmen konnte um einigermassen zwischendurch runterzukommen
In meinen Grundschulzeugnissen heisst es, ich würde zu viel träumen.

Immer, wenn mir der Stoff zu viel wurde, so dass ich überhaupt keine Zeit hatte, die Infos zu verarbeiten, träumte ich mich regelrecht weg. Meine Phantasiewelt war besonders groß, sie schirmte mich ab, gab mir Halt und Kraft zurück.

Das passiert mir auch heute noch sehr oft, vorallem zu Musik fallen mir immer Bilder und Geschichten ein und es entspannt mich, "weg zu sein", mich wegzudenken und wegzuträumen.

Wir waren irgendwie alle alleine, @AZIRAPHALE und werden es wahrscheinlich auch unser Leben lang sein. Aber irgendwie kann man damit auch umgehen lernen. Hut ab, dass du dich da durchgewurschtelt hast. :)


@Durchfall
Das ist Blödsinn, gerade viele HSPler kontrollieren das, was sie nach außen transportieren besonders gut.


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Hochsensible Menschen, genannt HSP - TEST

27.10.2017 um 10:33
Ich trample hier mal rein.
Also es ist ja recht toll und nett und was weiß ich, dass wir alles "syndromisieren" müssen also der hat dies und das....die hat das....is nicht normal, is krank....muss therapiert werden.
Ich meine wenn es denjenigen wirklich so belastet ja ok, aber kann man nicht einfach mal akzeptieren dass es unterschiedliche Arten von Menschen gibt und eben nicht jeder gleich ist? Hier fällt natürlich auch öfters der Begriff des "das ist ja nicht normal",  ja nun was ist schon normal?

Es gibt allen möglichen schei... (sorry) an Syndromen, es wird geforscht und geforscht...natürlich mit staatlichen Geldern, meist an Unis...aber ist das nicht irgendwie ein wenig übertrieben?

Die wirklich richtig schlimmen Krankheiten, also Erbkrankheiten bspw. wo die Lebenserwartung deutlich sinkt und die Lebensqualität wirklich drunter leidet, ja ok da seh ich es ein. Ebenso wie Krebs und HIV.
Das sind klare Krankheiten die von der Norm abweichen, ob es nun entartete Zellen oder ein Virus ist was da nicht hingehört.

Ich meine bspw. gegen Lippenherpes forscht man ja auch nicht ewig, und das obwohl sich das Virus genau nach dem gleichen Mechanismus einnistet wie HIV...und es fast jeder Mensch in sich trägt. Naja es ist eben normal, vermutlich deswegen.

Ich meine wenn einer Hochsensibel ist kann das doch in bestimmten Berufen auch von Vorteil sein? genauso andersrum, also wenn jemand keinerlei Empathie empfindet...auch dass ist in bestimmten Berufszweigen nur von Vorteil.

Anstatt alles weg zu therapieren könnte man dass doch auch mal so rum sehen, oder nicht


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27.10.2017 um 11:36
@knopper

Mit deiner Einleitung hast du es eigentlich schon auf den Punkt gebracht. Du trampelst. Und jetzt stell dir vor, es würde sich für dich so anfühlen, als ob über 80% deines Umfeldes ununterbrochen am Trampeln ist. Könntest du dich da noch gut auf deinen Job konzentrieren?

Und beim Rest hab ich ehrlichgesagt das Gefühl, du hast hier im Thread nicht wirklich viel gelesen. Oder verstanden.
Vielleicht versuchst du es einfach nochmal. Du schaffst das. Vielleicht fällt dir ja selber auf, dass es sich bei Hochsensibilität nicht um ein Syndrom oder eine Krankheit handelt. Ups, jetzt hab ich es schon verraten! :D

Die Krankheiten sind nur der unangenehme Nebeneffekt, der auftritt, wenn ein hochsensibler Mensch sein Leben lang immer wieder niedergetrampelt wird, dafür, dass er irgendwie anders ist. Wenn er sich nicht auf seine eigene Art entwickeln und entfalten durfte.

Es gibt viele, sehr viele Hochsensible, die das Glück hatten, in einem fürsorglichen und verständnisvollen Umfeld aufzuwachsen, und stell dir vor, die tun genau das, was du hier vorschlägst. Sie machen sich ihre Eigenschaften auf positive Weise zu nutze, zB., indem sie sie für einen Beruf nutzen, in dem solche Fähigkeiten von Vorteil sind. Die gibt es schon, wirklich! Es sind wahrscheinlich mehr, als du denkst. Nur haben die vielleicht keinen Grund, sich irgendwo über ihre Hochsensibilität auszutauschen. Sie leben gut damit. Etwas, gut das funktioniert, muss nicht unbedingt ausführlich besprochen werden. Kennt man ja vom Job. Da geht das Gegacker auch erst los, wenn mal was nicht rundläuft. Oder am Tisch. Wenn alle die Klappe halten und schaufeln, scheint das Essen ja zu schmecken.

Wenn hier Redebedarf ist, dann könnte das für den aufmerksamen Leser ein Hinweis sein, dass das eben nicht bei allen gut funktioniert. Und darüber reden kann helfen. Wir können uns ja auch 300 Seiten lang darüber unterhalten, warum du keine Frau abkriegst. ;)


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27.10.2017 um 16:47
@LucyFee
Was können hochsensibele denn jetzt besser?
Ich sehe da nur, dass sie empfindlicher reagieren und schneller emotional betroffen sind. Aber das ist ja nicht wirklich eine Fähigkeit.

Man muss nicht immer aus jedem Syndrom eine Superkraft machen. Die meisten Autisten sind auch nicht hyperintelligent sondern stattdessen eingeschränkt.


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27.10.2017 um 17:25
@Durchfall

Wir können fliegen und durch Wände sehen. Und unsere Kacke duftet nach Rosen.

Nutz doch mal deine überragende Intelligenz und klicke dich....warte, lass mich nachzählen....ach ja, hier ist es ja schon, klicke dich doch bitte eiiine ganze Seite zurück, und lies den Auszug aus dem Artikel, den @Kältezeit hier verlinkt hat. Ich finde, da wird es in relativ einfachen und verständlichen Worten erklärt. Nur, falls es dich wirklich interessiert.

Wenn es dich jedoch nicht interessiert, und du hier nur rumtrollen willst, was ich eher vermute, dann achte doch bitte in Zukunft darauf, dass du mich nicht attest, wenn du mal wieder auf deiner Tastatur ausrutschst.

Oh, und was ich noch ganz gut kann: Eine imaginäre Ignore-Liste anlegen, falls ein Forum diese Option nicht von selbst anbietet.


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27.10.2017 um 19:18
@LucyFee
Also so wie die Mentalisten, die vermeintlich Gedanken lesen können, aber eig nur Körpersprache lesen können?

Laut dem Wiki Artikel dazu bin ich das auch. Erstens bin ich hochbegabt, was schon mal ein Hinweis ist.
Nur habe ich keinerlei Nachteile davon bisher gespürt.
Eine weitere Gruppe stellen kognitiv hochsensible Menschen dar, die ein starkes, intuitives ‚Gefühl‘ für Logik und für ‚Wahr oder Falsch‘ besitzen. Sie denken häufig in sehr komplexen Zusammenhängen und sind auch zu lateralem und multiperspektivischem Denken fähig.
quelle:wiki
das bin auch auch.

Aber dann kann ich nur raten, zu lernen entstpannter zu sein in Leben.


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27.10.2017 um 19:23
@Kältezeit

Die Hochsensibilität IST mein Abwehrmechanismus. In meiner frühen Kindheit und später habe ich Dinge erlebt, die mich dazu gezwungen haben, Stimmungen eher zu erkennen, Gefühle anderer zu erkennnen, Dinge vorauszuahnen, ganz verrückte Frequenzen zu hören, etc.

Auch, dass ich bestimmte laute Geräusche und Frequenzen nicht ertragen kann, rührt aus dieser Zeit.

Sicher gehört auch genentische Prädisposition dazu, aber in erster Linie war das mein Weg zu überleben.


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27.10.2017 um 19:37
@knopper

Sorry für den Doppelpost, habe deinen Beitrag grad erst gelesen. Vielleicht liegt der Unterschied darin, dass wir durchaus dolle darunter leiden und schlimm damit zu kämpfen haben. Es geht kaum jemandem um "normal" oder "nicht normal", der wirklich betroffen ist.

Du nennst Krankheiten wie AIDS und Krebs - ja natürlich sind psychische Beeinträchtigungen nicht vergleichbar mit sowas. Aber der betroffene Mensch kann ähnlich heftig unter diesen, wie du es nenns,t "normal / nicht normalen nicht-Krankheiten" leiden.

Was glaubst du, wie sehr einen das beeinträchtigen kann, mit sowas sein Leben lang (!) klarzukommen. Es gibt kaum "Heilungschancen". Ich werde für den Rest meiner Tage damit auskommen müssen.
knopper schrieb:Die wirklich richtig schlimmen Krankheiten, also Erbkrankheiten bspw. wo die Lebenserwartung deutlich sinkt und die Lebensqualität wirklich drunter leidet, ja ok da seh ich es ein. Ebenso wie Krebs und HIV.
Du sagst, da siehst du das Leid ein, das ist wirklich schlimm. Was hast du für eine Ahnung, wie es ist, sein Leben lang nie zur Ruhe zu kommen und unter Dauerspannung zu stehen, um nur mal ein Symptom zu nennen?

Klar kann man, wie du sagst, sicher auch positive Aspekte finden. Aber deshalb das Leiden kleinzureden, oder auszublenden, klappt nicht. Wenn du das anders siehst, dann ist das dein gutes Recht.

Wünsche dir jedoch, nie das Gegenteil erfahren zu müssen.


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27.10.2017 um 19:57
Durchfall schrieb:Eine weitere Gruppe stellen kognitiv hochsensible Menschen dar, die ein starkes, intuitives ‚Gefühl‘ für Logik und für ‚Wahr oder Falsch‘ besitzen. Sie denken häufig in sehr komplexen Zusammenhängen und sind auch zu lateralem und multiperspektivischem Denken fähig.
Ich denke, dies ist eine Fähigkeit, die ein bestimmter IQ unmittelbar mit sich bringt. Ich finde aber, zu HSP gehört mehr, eben diese besondere Wahrnehmungsintensität der Umwelt. Ich denke, dass diese positive Seiten hat, sofern man sie einzusetzen weiß. Auf der anderen Seite bringt HSP denke ich aber auch unabwendbar negative Seiten mit sich; sodass man das Leben einfach nicht so entspannt angehen kann wie man es gerne würde. Man wird einfach darin gehemmt, sein Potential vollständig zu entfalten.
'Das Leben entspannter angehen' sagt sich so leicht, gerade von denen, die solche Probleme (glücklicherweise) nicht kennen. Wenn ich endlich wüsste, wie man bestimmte Barrieren und Hemmungen überwinden kann, ich würde es tun. Aber ich denke, manche Menschen sind aufgrund bestimmter Charakterzüge einfach nicht prädistiniert dafür.


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27.10.2017 um 20:59
@MarryMuffin


ok das wusste ich jetzt nicht, also dass es so schlimm werden kann. Dafür noch mal sorry.

Wenn man darunter leidet dann muss natürlich irgendwas getan werden um dieses Leiden zu mindern, da ja hierdurch ebenfalls die Lebensqualität erheblich sinkt.
Was ich eher meinte sind bestimmte Verhaltensweisen von Menschen, wie bspw. Schüchternheit, evt. soziale Phobie, dass man große Menschenansammlungen, Partys usw.. meidet.

Dies wird leider von vielen auch schon als Störung bzw. Krankheit angesehen ("Mit deiner Schüchternheit kommst du doch im Leben niemals klar") usw... und so muss dass natürlich unbedingt therapeutisch behandelt werden.

Getreu dem Motto "Wir formen aus dir einen alltagtauglichen, normalen Menschen, dich biegen wir schon hin"...ohhh nee bei so was richten sich mir die Nackenhaare auf.

Aber wie gesagt so wie du es beschreibst ist so was natürlich alles andere als normaler Alltag und ziemlicher Stress, und da muss man was tun (falls es überhaupt möglich ist).


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27.10.2017 um 21:19
knopper schrieb:Dies wird leider von vielen auch schon als Störung bzw. Krankheit angesehen ("Mit deiner Schüchternheit kommst du doch im Leben niemals klar") usw... und so muss dass natürlich unbedingt therapeutisch behandelt werden.
Dann verstehe ich deinen Punkt, bzw. worauf du hinauswillst. Und da geh' ich auch mit dir konform. Habe das so oder so ähnlich tatsächlich (auch hier im Forum) schon beobachtet - ohne es werten zu wollen.

Sehe auch, dass viele gerne was "Besonderes" wären und sich dann selber dort einkategorieren... Special Snowflakes lassen grüßen. Aber dieses Besondere hat für einen, der echt betroffen ist, kaum was Positives...

Wollte dich nur mal draufhinweisen, dass sowas tatsächlich übel sein kann, da du da nicht weiter differenziert hast. Schön, dass du so reflektierst und sagst, dass du das so nicht gesehen hast.

Finde den Punkt mit der Lebensqualität schon treffend und bezeichnend.
knopper schrieb: und da muss man was tun (falls es überhaupt möglich ist).
Leider ist das, meines Wissens nach, nur sehr bedingt möglich. Es ist keine Krankheit im engeren Sinne, man kann wenig dagegen tun. Es gehört zur Persönlichkeit und ist tief verwurzelt.

Cool, wie du einlenkst, Respekt für deine Offenheit - ich war ja nicht gerade freundlich , aber du auch wenig taktvoll ^^


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27.10.2017 um 21:32
knopper schrieb:evt. soziale Phobie,
Huhu,
Also für mich bedeutet die Sozialphobie das Haus nicht allein verlassen zu können, nicht wie andere Menschen mal eben einkaufen gehen zu können oder jemand anrufen.
Ich habe so eine Angst vor anderen Menschen und meiner Umwelt, dass ein erfülltes Leben nicht möglich ist.
Ich bin eine Gefangene. Und das ist auch ein sehr leidvolles Leben.
Deshalb werde ich therapiert und muss auch therapiert werden.

Ich musste Dinge durchmachen, die sich andere nicht mal in ihren Albträumen ausdenken können.


Deshalb ist es einfach unfair, über Menschen einfach mal zu urteilen und nichts darüber zu wissen, was sie schon überlebt haben.
@Durchfall


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27.10.2017 um 21:41
knopper schrieb:Getreu dem Motto "Wir formen aus dir einen alltagtauglichen, normalen Menschen, dich biegen wir schon hin"..
Naja, teilweise müsste man das, so habe ich zumindest das Gefühl. Auch durch Eigenschaften wie Schüchternheit, soziale Phobie etc. kann man finde ich sehr eingeschränkt werden. Schön wäre es finde ich, wenn man diese Eigenschaften zumindest ein wenig zurecht biegen könnte und ein wenig mehr zum "normalen", unbeschwerten Menschen werden könnte.


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27.10.2017 um 22:04
Bei mir ist es ähnlich wie bei @feallai

Termine, über die ich ein paar Tage im voraus Bescheid weiß und für die ich kurze, gewohnte Wege in vertraute Gegenden habe, schaffe ich alleine, bzw muss mich einfach zwingen, weil mein Freund nicht immer und überall mit hingehen kann. Manchmal kriege ich aber selbst da kurz vorher eine Panikattacke und komme kaum pünktlich weg. Ich hab für den Fall ein Bedarfsmedikament, ein leichtes Beruhigungsmittel, aber wie ich schon mal sagte, ich versuche Medikamente ja auch zu vermeiden, wo es nur geht.

Dazu kommt dann meist noch das heftige Gefühl, versagt zu haben, wenn ich es nicht ohne schaffe. Das ist das Schlimmste, ich nehme es mir selber immernoch schrecklich übel und hasse mich dafür. Ich fühle mich doppelt schlecht, zum einen die Angst, zum anderen die eigene Abneigung gegen diese Angst, die Wut auf mich selbst, das Wertlosigkeitsgefühl. Und grade weil ich mich nicht damit abfinden kann, nehme ich mir oft Dinge vor, die ich dann doch nicht schaffe.

Deshalb hat mich die Enttäuschung über meinen letzten Job wahrscheinlich auch endgültig aus den Latschen gehauen. Der Job war praktisch direkt vor meiner Haustür. Es hat sich angefühlt, als ob meine einzige und letzte Chance, einer Arbeit nachzugehen und mich dabei halbwegs normal zu fühlen, für immer dahin ist.

Bei Ämtergängen muss immer mein Freund mit. Ich bin da so angespannt, dass ich dem Sachbearbeiter überhaupt nicht folgen kann. Ich kann mich einfach nicht konzentrieren. Mein Freund führt die Gespräche und erklärt mir dann hinterher, was Sache ist. Allein die dämlichen Blicke immer, weil die Sachbearbeiter oft irritiert sind über diesen Ablauf. Arztbesuche schaff ich auch nicht alleine. Entweder ich heule die ganze Zeit oder ich werde aggressiv, jenachdem, wie körpernah die Untersuchung oder Behandlung abläuft.

Ich bin jetzt über ein Jahr mit abgelaufenem Ausweis rumgelaufen, weil ich so ziemlich jeden Tag weinen muss, sobald ich aufwache und ich wollte einfach nicht mit verheulten Augen Passfotos machen gehen. Ich hab jetzt endlich wieder einen Ausweis. Und mein Bild sieht aus, als hätte der Fotoautomat: Arsch! zu mir gesagt, in dem Moment, als er ausgelöst hat. Aber besser als nichts.


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27.10.2017 um 22:14
LucyFee schrieb:Dazu kommt dann meist noch das heftige Gefühl, versagt zu haben,
Das ist das schlimmste.
Ich sitze oft zuhause und denke: bin ich jetzt nicht einfach nur zu faul? Oder zu blöd?
Ich hinterfrage mich ständig und habe eine unglaubliche Wut auf mich, weil ich so vieles nicht schaffe.

Ich musste mein Studium abbrechen, weil ich nicht mehr zur Uni fahren konnte.
Ich hatte so schlimme Panikattacken, dass gar nichts mehr ging. Noch heute wird mir bei dem Gedanken Angst und Bange.

Es war so schlimm, dass ich mein Leben nicht mehr als lebenswert angesehen habe und es beenden wollte.
Merkwürdigerweise hat man dann in solchen Momenten den Mut. Aber so ist es bei mir fast immer bei selbstschädigung.
Meine Familie war zum Glück aber aufmerksam genug.
LucyFee schrieb:Bei Ämtergängen muss immer mein Freund mi
So ist es hier auch. Das macht alles mein Mann mit mir. Zum Arzt muss ich allein rein. Und es ist die Hölle. Ich hab so eine Angst und bekomme nie richtig raus was los ist und natürlich nimmt man mich dann nicht richtig ernst.

Es tut mir schrecklich leid, dass es dir da genau so geht. Ich weiß wie schlimm sich das anfühlt und ich wünsche das niemandem


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27.10.2017 um 22:32
@feallai

Danke für dein Mitgefühl. Auch mir tut es sehr leid zu lesen, dass du dein Leben so schon nicht mehr weiterleben wolltest. Um so schöner, dass du noch da bist!  :)

Ist es bei dir auch so, dass du in der Hinsicht sehr auf deinen Partner fixiert bist? Ich könnte zB nicht anstelle von ihm einfach meine beste Freundin mitnehmen, es wäre nicht das selbe, ich habs versucht. Mein Freund ist die einzige Person neben meiner Tochter, die sich gefühlt innerhalb meines eigenen kleinen Schutzkreises befindet. JEDE andere Person, und steht sie mir noch so nah, befindet sich dennoch außerhalb von diesem Kreis. Ich kann meine Angst nur vor meinem Freund zeigen, würde ich jemand anders mitnehmen, hätte ich schon wieder diesen Zwang, denjenigen eher vor meiner Angst zu schützen, um ihn nicht zu beunruhigen.

Klingt jetzt erstmal so, als würde ich auf meinen Freund weniger Rücksicht nehmen, aber es hat eher mit dem Vertrauen zu tun. Nur er DARF mich so kennen, wie ich wirklich bin. Vor anderen Personen ist dafür auch meine Scham zu groß. Vor ihm kann ich weinen, vor anderen nicht. Ich krieg auch die Krise, wenn es doch passiert und mich dann jemand trösten will. Das macht es nur noch schlimmer. Nur mein Freund kann mich beruhigen und trösten.


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27.10.2017 um 22:41
LucyFee schrieb:Um so schöner, dass du noch da bist!  
Danke <3
LucyFee schrieb:st es bei dir auch so, dass du in der Hinsicht sehr auf deinen Partner fixiert bist?
Nicht mehr so extrem wie früher.
Mittlerweile kann ich auch mit meinen Freundinnen raus gehen, wenn ich ihnen vertraue und keinen schlechten Tag habe.
Und wenn ich meine Hündin dabei habe, schaffe ich es auch nur mit ihr. Meistens jedenfalls, auch nicht immer.
Sie gibt mir sehr viel Sicherheit.
Allerdings ist sie auch kein ‚normaler‘ Hund.
Sie weiß genau was in mir vorgeht und spürt, wenn sich meine Gemütslage verändert.

Bei wichtigen Terminen brauche ich aber auch immer meinen Mann. Da kann ihn keiner ersetzen, weil ich nur bei ihm die totale Sicherheit fühle.
Ich sollte letztens allein ein Auto anmelden weil er noch schnell weg musste und es nicht klar war ob er es noch rechtzeitIg zum Termin zurück schafft.
Ich habe solch eine Angst bekommen, als er weg gehen wollte, dass ich im Warteraum des Straßenverkehrsamt angefangen habe zu weinen. Vor allen Leuten.
Das war so schlimm :(
Ich schäme mich auch immer sehr dafür, kann es aber nicht verhindern in solchen Momenten.


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27.10.2017 um 23:39
@feallai

Wartezimmer sind eh schlimm. Ich hasse das auch, da ganz alleine rumsitzen zu müssen. Meist ist da auch das Licht immer so grell, dass ich Kopfweh kriege. Bei meiner Psychiaterin ist der Wartebereich eher ein schmaler Flur, das finde ich auch sehr beklemmend. Man sitzt da mit den anderen wie die Hühner auf der Stange, und wenn jemand durchläuft, würde ich am liebsten rückwärts in der Wand verschwinden. Zu nah. Geräusche prallen direkt vor mir an der Wand ab und fliegen mir um die Ohren. Beim ersten Termin wäre ich fast wieder gegangen, bevor ich überhaupt dran war, weil jemand neben mir die ganze Zeit gehustet hat. Die Arme konnte ja nichts dafür, aber das zählt zu den Geräuschen, die ich nicht gut ertragen kann. So laut und scheppernd.

Als Kind hatte ich Angst vor Hunden, und jeder dachte, es wäre die übliche Hundeangst, weil ich befürchtete, gebissen zu werden. Ich konnte aber das Gebell nicht ertragen. Noch heute ist mir das unangenehm, obwohl ich Hunde inzwischen sehr gerne mag. Solche Geräusche gehen mir durch und durch und erzeugen ein schmerzhaftes Gefühl in der Brust, das noch eine ganze Weile nachklingt.

Ich geh auch jedesmal in Deckung, wenn mein Freund niesen muss. :D Ich denke, dass das alles mit meiner Knallphobie zu tun hat, welche mit Sicherheit durch die Hochsensibilität entstanden ist. Ich fühle das Geräusch körperlich, und es ist einfach unangenehm, ich kanns schlecht beschreiben. In meiner Kindheit war auch das so ein typischer Fall von: Stell dich doch nicht so an! Ich wollte um die Faschingszeit nie nach draußen, weil ich Angst vor den Kindern mit Spielzeugpistolen hatte. Das mir so ein Geräusch richtig wehtun kann, hat damals einfach keiner verstanden.

@AZIRAPHALE

Ich habe übrigens auch oft so ein leichtes, fiepsiges Summen im Ohr, wenn es um mich rum ganz still ist. Ist es das, was du meintest mit deinem Tinnitus? Dann kenne ich das auch. Ich dachte immer, das ist eben mein inneres "Körpergeräusch", so als ob man sein eigenes Blut rauschen hört.

Wenn es draußen zu laut wird, und das wird es hier schnell, wegen den vielen Baustellen, dann verschmelzen manchmal plötzlich alle Geräusche zu einer Art rhythmischem Rauschen, als ob die Umweltgeräusche sich an meinen Puls anpassen. Ganz komisch, wieder so ein Ding, dass ich kaum beschreiben kann. Als ob mein Kopf alle Töne zusammennimmt und etwas Vertrautes daraus macht, um es besser verarbeiten zu können. Das beruhigt mich dann sogar tatsächlich für einen Moment, aber ich kann es nicht steuern oder bewußt herbeiführen. Wenn mich dann etwas ablenkt, zB wenn mein Freund mich anspricht, ist es wieder weg.


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