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Was denkt ihr über Transgender?

6.140 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Frauen, Frau, Mann ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Was denkt ihr über Transgender?

um 08:04
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Hmm, ja. Aber es muss theoretisch so gestaltet werden dass es nicht zum Mißbrauchen kommen kann, es muss hohe Hürden geben und auch Kontrollmechanismen. Diese wurden mit dem neuen Gesetz komplett abgebaut, eigentlich eliminiert.
genau, Du solltest aber auch dazu schreiben, warum.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Hat hier keiner behauptet - es ist auch eine miese Nummer bei konkreter Kritik in einem Fall so tun als hätte man allen Mißbrauch unterstellt.
das tust Du aber, wenn Du für alle forderst, dass das Gesetz hohe Hürden und Kontrollmechanismen braucht
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Jetzt provoziere ich mal: wenn ich mich zur Vulva Watching in einer Frauengruppe melde, kriege ich Schmerzensgeld beim Ausschluss?
Wenn dies der Grund ist, sicher nicht. Außerdem solltest Du mal damit aufhören durch Diskriminierung und grundlose Vorverurteilung von der eigentlichen Bedrohung abzulenken, das sind nämlich nicht Trans*personen.


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um 08:16
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Die einen sagen, die Hürden wurden sinnvoll reduziert. Die anderen sagen, sie wurden zu stark reduziert.
Auf was reduziert? Ich sehe gar keine.
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Nein, weil das schon deshalb keine vergleichbare Situation ist, weil „Vulva Watching“ keine geschützte Identität im Sinne des AGG oder des Grundgesetzes ist.
Wassergymnastik ist auch keine geschützte Identität.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:genau, Du solltest aber auch dazu schreiben, warum.
Weil man eine Sondersituation geschaffen hat.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:das tust Du aber, wenn Du für alle forderst, dass das Gesetz hohe Hürden und Kontrollmechanismen braucht
Ok, das darf man anscheinend nicht - wie lautet deine Lösung gegen Mißbrauch?
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:on der eigentlichen Bedrohung abzulenken
?


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um 08:27
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:?
wenn es Missbrauch ist, dann sind nicht Trans*personen die Gefahr, sondern die, die keine Trans*personen sind und dieses Gesetz missbrauchen, um strafbare Handlungen zu begehen. Das sind wohl größtenteils cis Männer, insbesondere beim Beispiel "Vulva-Watching".
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Weil man eine Sondersituation geschaffen hat.
es wurde keine SonderSituation geschaffen, es wurden die verfassungswidrigen Teile des Transsexuellengesetzes mit unserer Verfassung in Einklang gebracht, die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts umgesetzt.


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um 08:28
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Auf was reduziert? Ich sehe gar keine.
Dass du diese Hürden für zu niedrig hältst, ist ja völlig legitim – aber zu sagen, es gäbe „gar keine“ stimmt halt auch nicht ganz, weil es weiterhin Fristen, Formalien und rechtliche Folgen gibt.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Wassergymnastik ist auch keine geschützte Identität.
Natürlich ist Wassergymnastik keine geschützte Identität. Der Konflikt entsteht ja nicht wegen der Wassergymnastik, sondern wegen eines geschützten Merkmals der Person. Genau deshalb wird das überhaupt unter dem AGG diskutiert.


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um 08:31
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Der Konflikt entsteht ja nicht wegen der Wassergymnastik, sondern wegen eines geschützten Merkmals der Person.
Das sehe ich nicht so - es geht ja um das Bedecken bzw Nicht-Bedecken eder weiblichen Brust.
Und diese kann sich doch an einem Körper jeder Identität befinden.

Was meinst Du mit "geschützten Merkmal einer Person'?


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um 08:32
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:wenn es Missbrauch ist, dann sind nicht Trans*personen die Gefahr, sondern die, die keine Trans*personen sind und dieses Gesetz missbrauchen, um strafbare Handlungen zu begehen. Das sind wohl größtenteils cis Männer, insbesondere beim Beispiel "Vulva-Watching".
Auch wenn sie sich als Frau identifizieren? Interessant, dein Beitrag liest sich wie eine Unterstellung ggü einer bestimmten Gruppe.
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Dass du diese Hürden für zu niedrig hältst, ist ja völlig legitim – aber zu sagen, es gäbe „gar keine“ stimmt halt auch nicht ganz, weil es weiterhin Fristen, Formalien und rechtliche Folgen gibt.
Bevor wir hier uns wiederholen - das Gesetz ist eigentlich nur die relativ einfache Korrektur des Eintrages, weitere Rechte kann ich nicht weiter ableiten.
Du kannst mir gerne das Gesetz nennen wo es steht dass Personen nach Identität und nicht nach Biologie behandelt werden müssen.


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um 08:42
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Das sehe ich nicht so - es geht ja um das Bedecken bzw Nicht-Bedecken eder weiblichen Brust.
Und diese kann sich doch an einem Körper jeder Identität befinden.

Was meinst Du mit "geschützten Merkmal einer Person'?
Mit „geschütztem Merkmal“ meine ich Merkmale, die durch das AGG bzw. Grundrechte besonders vor Diskriminierung geschützt sind – z. B. Geschlecht, sexuelle Identität, Religion, Herkunft usw.

Und genau deshalb wird der Fall juristisch nicht als „Streit über Wassergymnastik“ behandelt, sondern als Frage, ob jemand wegen eines solchen geschützten Merkmals unterschiedlich behandelt wurde.

Dass dabei dann wiederum andere Rechte oder Schutzinteressen eine Rolle spielen können (z. B. Hausordnung, Intimsphäre etc.), ist nochmal die zweite Ebene. Und deswegen landen solche Fälle ja überhaupt vor Gericht – weil unterschiedliche Rechte gegeneinander abgewogen werden müssen.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Bevor wir hier uns wiederholen - das Gesetz ist eigentlich nur die relativ einfache Korrektur des Eintrages, weitere Rechte kann ich nicht weiter ableiten.
Du kannst mir gerne das Gesetz nennen wo es steht dass Personen nach Identität und nicht nach Biologie behandelt werden müssen.
Ich glaube, genau das ist der Punkt: So ein Gesetz gibt es in der Form schlicht nicht.

Das SBGG regelt erstmal den Personenstand. Daraus folgt nicht automatisch, dass überall nur noch nach Identität entschieden werden muss oder biologische Aspekte plötzlich irrelevant wären. Genau deshalb gibt es ja weiterhin Hausrecht, Einzelfallentscheidungen, sportliche Regelwerke, Strafvollzug usw.

Die ganze Debatte entsteht doch gerade deshalb, weil unterschiedliche Rechte und Schutzinteressen gegeneinander abgewogen werden müssen – und eben nicht alles pauschal nach dem Motto „Identität schlägt Biologie“ geregelt ist.


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um 09:04
Zitat von AniaraAniara schrieb:Person 1: "Ich fühle mich unwohl, wenn ich meine Brüste mit einem Shirt bedecken muss." --> Alles klar, hier hast du 2.000 € Schmerzensgeld!
Person 2: "Ich fühle mich unwohl, wenn eine Person ihre Brüste entblößt im Rahmen einer Reha-Maßnahme" --> Ja, da hast du leider Pech gehabt.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Die Person 1 fühlt sich nicht unwohl, sondern wird diskriminiert
Also dahingehend gibt es für mich ein Problem. Die eine Person fühlt/wird diskriminiert weil sie gebeten wird die Brüste zu bedecken, obwohl sie keine Mann oder keine Frau ist.

Gefühle sind nicht messbar, muss man halt Glauben, ich stelle mir die Frage inwieweit man es dann ggf auch gut oder schlecht gefühlt hätte, wenn die Person ggf bei der Übung dann von den Anderen wegen der Ungewöhnlichkeit angesehen worden wäre, und dadurch auch eine Diskriminierung gefühlt hätte.

Das "Gaffen" ist in D ja auch unter Strafe, überall. Das Entblößen aber nicht, an sehr vielen Orten. Die Non-Binäre-Person kommt also fast nicht drum herum sich irgendwie immer diskriminiert zu fühlen, soweit andere Menschen nicht exakt so agieren wie es dieser einen Person zuträglich ist.
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Die ganze Debatte entsteht doch gerade deshalb, weil unterschiedliche Rechte und Schutzinteressen gegeneinander abgewogen werden müssen
Aber da kommt dann ggf zu tragen, dass weniger nicht viel viel mehr Menschen "beeinflussen" sollte. Abwägung ist ja im Grunde in Waage halten. Und wenn es der einen Seite reicht nur zu sagen, es ging mir dabei schlecht und ich wurde diskriminiert und der Rest muss dafür zahlen, ist das keine Abwägung mehr. Andererseits soll keine Minderheit unterdrückt oder verdrängt werden.

Als Lösung sehe ich nur, das auch bei den Minderheiten nicht jeder wegen jedem Scheiß zu Gericht rennt, nur so kommt Verständnis gegenseitig auf. Schlimme Sachen müssen verhindert oder aufgearbeitet werden, aber Kinkerlitzchen sollte weder Bevölkerung noch Gerichte tangieren.


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um 09:26
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Das "Gaffen" ist in D ja auch unter Strafe, überall.
Nein..... du darfst ohne probleme brüste anschauen... also rechtlich. Wenn sich jemand freiwillig entblößt, dann darf geglotzt werden. Was du nicht darfst ist die person zwingen sich zu entblößen, anfassen, verfolgen, anzügliche sprüche dabei rauslassen, fotografieren oder filmen... aber gucken ist erlaubt, weil rechtlich nicht greifbar.


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um 09:37
Zitat von gastricgastric schrieb:Nein..... du darfst ohne probleme brüste anschauen... also rechtlich. Wenn sich jemand freiwillig entblößt, dann darf geglotzt werden.
Naja nur solange der begaffte dann nicht ein negatives Gefühl entwickelt oder behauptet. Und dann ist es nicht mehr so einfach, man darf dass ansehen....

Die Thematik sollte und kann man ja gern auch von der Anderen Seite sehen; Ist es denn akzeptabel dass sich eine Person bei einem medizinischen Kurs entblößt? Müssen dass die anderen Ertragen? Im Beispiel haben diese dem zugestimmt, no front, aber grundsätzlich ist das entblößen ggf schon übergriffig den anderen Gegenüber?!


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um 09:47
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Naja nur solange der begaffte dann nicht ein negatives Gefühl entwickelt oder behauptet. Und dann ist es nicht mehr so einfach, man darf dass ansehen....
Auch dann ist da rechtlich nichts greifbar. Natürlich darf man sich unwohl fühlen, wenn man angestarrt wird. Grundsätzlich. Das hat nichts mit nackter haut zu tun. Man wird hier wegen allerlei gründen angegafft, sei es ne beinprothese, ne zu enge leggings bei übergewicht, allgemein starkes übergewicht oder weil man hässlich ist und in keinem fall kann der angegaffte dich rechtlich belangen.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Ist es denn akzeptabel dass sich eine Person bei einem medizinischen Kurs entblößt?
Warum ist es inakzeptabel? Aber nur bei vorhanden sein einer weiblich zu lesenden brust? Warum darf aber der cis-mann hans dieter sein A-körbchen ungehindert zeigen? Warum sind nur bestimmte brüste problematisch und zu verdecken? Wenn männern das entblößen des oberkörpers in diesem kurs erlaubt ist, führt ein verbot für andere personen allein aufgrund ihrer anatomie oder geschlechtlichen identität zu einer diskriminierung. Daher ist in hausordnungen auch oft genug nur noch das bedecken primärer geschlechtsmerkmale erwähnt.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Im Beispiel haben diese dem zugestimmt, no front, aber grundsätzlich ist das entblößen ggf schon übergriffig den anderen Gegenüber?!
Dann sollen sich bitte alle bedecken oder ist es nur übergriffig, wenn dies weiblich gelesene personen tun?


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um 09:52
@gagitsch
darauf geht doch das Urteil ein.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Ist es denn akzeptabel dass sich eine Person bei einem medizinischen Kurs entblößt? Müssen dass die anderen Ertragen? Im Beispiel haben diese dem zugestimmt, no front, aber grundsätzlich ist das entblößen ggf schon übergriffig den anderen Gegenüber?!
ich verstehe nicht, dass wenn die Punkte im Urteil besprochen sind, man diese dann trotzdem noch mal hinterfragen muss.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Die Non-Binäre-Person kommt also fast nicht drum herum sich irgendwie immer diskriminiert zu fühlen, soweit andere Menschen nicht exakt so agieren wie es dieser einen Person zuträglich ist.
was soll das heißen, andere Menschen sollen exakt so agieren, wie es der Person zuträglich ist? Es geht darum, dass auch Trans*personen möglichst diskriminierungsfrei leben möchten und sollen. Nur weil jemand Trans* ist bedeutet dies nicht, dass diese Person dann leider "Pech" hat, sondern sie kann gegen Diskriminierung vorgehen und dazu ein Gericht bemühen. Und "andere Menschen" müssen eben lernen, ein für alle möglichst diskriminierungsfreies Umfeld zu schaffen. Dazu müsste man aber erst einmal anerkennen wollen, dass Trans*personen diskriminiert werden, dass Diskriminierung vielfältig ist und nicht für jeden "sichtbar", dass nur weil man selbst meint, dies sei keine Diskriminierung dies nicht zutreffen muss. Man kann ja auch mal versuchen, sich in die Situation der Trans*person hinein zu versetzen.


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um 10:06
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Als Lösung sehe ich nur, das auch bei den Minderheiten nicht jeder wegen jedem Scheiß zu Gericht rennt, nur so kommt Verständnis gegenseitig auf. Schlimme Sachen müssen verhindert oder aufgearbeitet werden, aber Kinkerlitzchen sollte weder Bevölkerung noch Gerichte tangieren.
Ich glaube ehrlich gesagt auch, dass soziale Konflikte nicht immer sofort vor Gericht landen sollten. Aber gleichzeitig wirkt es in solchen Debatten schnell so, als würden Gerichte permanent mit solchen Fällen überschwemmt werden – und dafür sehe ich ehrlich gesagt keine wirkliche Grundlage.

Gerichte beschäftigen sich täglich mit deutlich banaleren Dingen: Nachbarschaftsstreitigkeiten, Beleidigungen auf Facebook, Parkplatzremplern, Lärm, Bewertungen im Internet usw. Dagegen wirken die meisten Verfahren rund um Geschlechtsidentität zahlenmäßig ziemlich klein.

Und am Ende gehen Menschen meist dann vor Gericht, wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Rechte verletzt wurden. Das gilt nicht nur für Transpersonen, sondern genauso bei Religion, Behinderung, Herkunft, Arbeitsrecht oder Persönlichkeitsrechten.

Ich glaube deshalb nicht, dass das eigentliche Problem „zu viele Klagen“ sind, sondern eher, dass diese Fälle gesellschaftlich extrem aufgeladen diskutiert werden.


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um 10:19
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Ich glaube deshalb nicht, dass das eigentliche Problem „zu viele Klagen“ sind, sondern eher, dass diese Fälle gesellschaftlich extrem aufgeladen diskutiert werden.
Vor allem sind sie weitaus interesanter als zb ein streit über einen ast welcher in den nachbargarten hineinhängt. Auserdem ist die gesetzgebung recht neu.


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um 10:33
Zitat von gastricgastric schrieb:Warum ist es inakzeptabel?
Ich sagte nicht das es inakzeptabel ist! Ich fragte ob es akzeptabel ist! Sicher ist es sehr situationsabhängig und auch subjektiv wann was akzeptabel oder nicht sei.

Nach der Akzeptanz fragte ich ja nicht einfach so, sondern weil es um eine Person geht die eben sich nicht als Mann definiert. Im Urteil wird dann mit Männern aber verglichen. Find ich schwierig, andererseits kann ich das Gericht eben auch ein Stück weit verstehen, mit was soll es denn vergleichen wenn nicht mit Mann oder Frau? Aber warum dann nur mit den Mann vergleichen und nicht mit Mann und Frau. Die Person ist ja keines der beiden GS. Das Urteil wird aber nur mit dem Vergleich zu Männern geurteilt. Halte ich für unzureichend weil auch die Brust wie selbst im Urteil steht, mehrheitlich als weiblich gelesen wird.

Nochmal: Deswegen ist das Urteil nicht falsch nach meiner Sicht, aber es ist in der Begründung zur Abwägung nicht vollständig. GGf hätten die Richter aber eben auch anders begründen müssen wenn mit Frauen verglichen worden wäre, was zu Argumentationskonflikten geführt hätte, also lässt man den Vergleich zu Frauen einfach weg. Clever gemacht, aber ob das dann in Gänze moralisch so iO ist....?
Zitat von gastricgastric schrieb:Warum darf aber der cis-mann hans dieter sein A-körbchen ungehindert zeigen?
Weil HD Brust nicht als weiblich gelesen wird und somit deutlich einem Mann zuzuordnen ist. Eigentlich ganz einfach. Wenn HD Körpchen D hätte und eine weiblich geformte Brust hätte, wäre dies auch befremdlich oder mindestens ablenkend. Aber grundsätzlich ist man sich doch hoffentlich einig, das Männer im Normalfall keine weiblichen Brust ausgeprägt haben, auch wenn es Männer gibt die Fettgewebe ansammeln ist die dann keine weiblich zu lesende Brust.
Zitat von gastricgastric schrieb:Warum sind nur bestimmte brüste problematisch und zu verdecken? Wenn männern das entblößen des oberkörpers in diesem kurs erlaubt ist, führt ein verbot für andere personen allein aufgrund ihrer anatomie oder geschlechtlichen identität zu einer diskriminierung. Daher ist in hausordnungen auch oft genug nur noch das bedecken primärer geschlechtsmerkmale erwähnt.
Bezogen auf das Urteil? Ich sehe wie schon erklärt hier wirklich das Problem am Klinikum, erst zu genehmigen und dann zu verweigern.
Allgemein? Ich sehe kein Problem im Entblößen, es sei denn das Hausrecht bzw die Hausordnung verweigert dies und dies ist dann anzuwenden.
Zitat von gastricgastric schrieb:Daher ist in hausordnungen auch oft genug nur noch das bedecken primärer geschlechtsmerkmale erwähnt.
Also meine Eier kann ich raushängen lassen solange über meinem Penis ein Kniestrumpf hängt? Du stellst das aber auch sehr einfach dar/vor.
Zitat von gastricgastric schrieb:Dann sollen sich bitte alle bedecken oder ist es nur übergriffig, wenn dies weiblich gelesene personen tun?
Ich hätte wenn die Hausordnung bzw das Hausrecht es so vorgibt kein Problem auch als Mann ein Shirt zu tragen beim Schwimmkurs...

Darum geht es ja, sich an das Hausrecht desjenigen zu halten, wo ich grad bin. Das ist für mich eine Form des Respektes. Genau wie ich als Person geschätzt werden will, so soll ich die Person die mir den Kurs oder die Wohnung oder was auch immer gewährt respektieren, und dazu gehören dessen Regeln, wenn diese in normalen Rahmen liegen. Kleiderordnung ist in Deutschland allgemein immer gewöhnlich.

Um auf den Fall zu kommen, hier wurde eben respektlos durch das Klinikum gehandelt, nicht wissentlich, aber dennoch. Erst zulassen dann verweigern zeigt eben nicht den nötigen Respekt. Gleichzeitig stellt sich dennoch auch die Frage ob man da als Person immer gleich zu Gericht rennen muss? Man hätte sicher eine sinnvolle Lösung gefunden wenn beide Seite das hätten gewollt. Aber 2000,-€ haben oder nicht haben ist wohl tendenziell ein Argument ;)
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:ich verstehe nicht, dass wenn die Punkte im Urteil besprochen sind, man diese dann trotzdem noch mal hinterfragen muss.
Weil ich als Person alles hinterfragen kann. Durch hinterfragen ist die Menschheit zu den Erkenntnisse gelangt die es heute gibt. Warum sollte ich hinterfragen bei Transpersonen oder Non-Binäre auf einmal lassen?! Im Sinne der Gleichberechtigung sollte auch bei diesen Themen eben Fragen gestellt werden. Das abzutun halte ich für falsch.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:was soll das heißen, andere Menschen sollen exakt so agieren, wie es der Person zuträglich ist? Es geht darum, dass auch Trans*personen möglichst diskriminierungsfrei leben möchten und sollen. Nur weil jemand Trans* ist bedeutet dies nicht, dass diese Person dann leider "Pech" hat, sondern sie kann gegen Diskriminierung vorgehen und dazu ein Gericht bemühen.
Jeder soll gleich und gut leben dürfen, das steht außer Frage. Es ist ja zu klären ob man immer gleich zu Gericht gehen sollte.....
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Und "andere Menschen" müssen eben lernen, ein für alle möglichst diskriminierungsfreies Umfeld zu schaffen. Dazu müsste man aber erst einmal anerkennen wollen, dass Trans*personen diskriminiert werden, dass Diskriminierung vielfältig ist und nicht für jeden "sichtbar", dass nur weil man selbst meint, dies sei keine Diskriminierung dies nicht zutreffen muss. Man kann ja auch mal versuchen, sich in die Situation der Trans*person hinein zu versetzen.
Das Umfeld muss fair und gleichberechtigt sein, auch da stimme ich dir zu. Dazu gehört aber auch immer, egal ob bei dem Beispiel oder grundlegend sind dann Hausrechte zu akzeptieren.

Und zu deinem Vorwurf des Hineinversetzens. Das tue und versuche ich immer. Ich habe halt gefühlmäßig keinen Einblick, sondern nur einen Eindruck und da stellt sich die Frage, Warum hat man nicht einfach ein Shirt drübergezogen. Es wäre zumindest befriedend und viel einfacher gewesen, als die Kurse abzusagen und vor Gericht sich zu streiten. Der Stress und Zeitaufwand steht in keinem Verhältnis zu den 2.000,-€. Also geht es nur ums Prinzip und nicht um sich selbst und den Kurs. So mein Eindruck auch wenn da das Gericht eine Diskriminierung sieht.

Mal eine Anekdote. Auf uns ist eine Interessentin herangetreten, die uns verklagen wollte, weil die Eigentümer nciht an Sie vermieten wollte. Wir haben die Entscheidung nicht getroffen, wir haben nicht diskriminiert, aber die Person hat das Gefühl gehabt und wird da ggf etwas anstreben.

In was für einer Gesellschaft leben wir denn wenn Diskriminierung als Vorwand genutzt werden kann? Da müssen wir halt aufpassen wann ist es so und wann nur ein Vorwand.
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Aber gleichzeitig wirkt es in solchen Debatten schnell so, als würden Gerichte permanent mit solchen Fällen überschwemmt werden – und dafür sehe ich ehrlich gesagt keine wirkliche Grundlage.
Lt KI sind 2024 11400 Fälle wegen Diskriminierung behandelt worden 24% davon sind Geschlechtstatbestände. Das ist nicht wenig. Lt KI ist 2025 ein weiter Anstieg von 25% der Diskriminierungsfälle vorhanden gewesen. Eine Belastung ist das. Die Frage wäre, die mir nicht beantwortet wurde, bei wie vielen Fälle hat das Gericht eine Diskriminierung erkannt?
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Gerichte beschäftigen sich täglich mit deutlich banaleren Dingen: Nachbarschaftsstreitigkeiten, Beleidigungen auf Facebook, Parkplatzremplern, Lärm, Bewertungen im Internet usw. Dagegen wirken die meisten Verfahren rund um Geschlechtsidentität zahlenmäßig ziemlich klein.
Meine Rede, muss es immer ein Streit sein, oder warum rennt man gleich zu Gericht ohne eine Lösung zu suchen?
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Und am Ende gehen Menschen meist dann vor Gericht, wenn sie das Gefühl haben, dass ihre Rechte verletzt wurden. Das gilt nicht nur für Transpersonen, sondern genauso bei Religion, Behinderung, Herkunft, Arbeitsrecht oder Persönlichkeitsrechten.
Ja aber reicht ja nicht oder oftmals ein Gefühl aus.... Gefühle sind nicht messbar, daher sollte man mal durchatmen, überlegen und nicht gleich streiten. Ich könnte ja auch das Gefühl entwickeln das man mir meine Meinung verbieten bzw das Schreiben verbieten will und dann klage ich. Aber so geht es ja nicht. Wenn man zu Gericht rennt ist die Kommunikation am Ende, sie wurde aufgegeben. Wie soll Akzeptanz ohne Kommunikation entstehen?


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um 10:44
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Ich glaube deshalb nicht, dass das eigentliche Problem „zu viele Klagen“ sind, sondern eher, dass diese Fälle gesellschaftlich extrem aufgeladen diskutiert werden.
und genau da sollte man ansetzen, warum dies so ist.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Weil ich als Person alles hinterfragen kann. Durch hinterfragen ist die Menschheit zu den Erkenntnisse gelangt die es heute gibt. Warum sollte ich hinterfragen bei Transpersonen oder Non-Binäre auf einmal lassen?! Im Sinne der Gleichberechtigung sollte auch bei diesen Themen eben Fragen gestellt werden. Das abzutun halte ich für falsch.
ja, meine Frage war aber warum Du dies tust, wenn im Urteil doch dezidiert darauf eingegangen und Dir Antwort gegeben wird.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Es ist ja zu klären ob man immer gleich zu Gericht gehen sollte.....
"immer gleich"? Hast Du irgendeinen Beleg dafür, dass Trans*personen immer gleich zu Gericht gehen? Wenn man berücksichtigt, dass sie zu den am meisten diskriminierten Gruppen gehören ist diese Aussage mMn nicht haltbar.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Und zu deinem Vorwurf des Hineinversetzens. Das tue und versuche ich immer. Ich habe halt gefühlmäßig keinen Einblick, sondern nur einen Eindruck und da stellt sich die Frage, Warum hat man nicht einfach ein Shirt drübergezogen. Es wäre zumindest befriedend und viel einfacher gewesen, als die Kurse abzusagen und vor Gericht sich zu streiten. Der Stress und Zeitaufwand steht in keinem Verhältnis zu den 2.000,-€. Also geht es nur ums Prinzip und nicht um sich selbst und den Kurs. So mein Eindruck auch wenn da das Gericht eine Diskriminierung sieht.
es geht darum zu klären, ob es sich um eine Diskriminierung handelt. Das ist wichtig, um Diskriminierung zu vermeiden.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:In was für einer Gesellschaft leben wir denn wenn Diskriminierung als Vorwand genutzt werden kann? Da müssen wir halt aufpassen wann ist es so und wann nur ein Vorwand.
und genau das entscheiden Gerichte und eben nicht Du oder die diskriminierte, ggf. vermeintlich diskriminierte Person
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Lt KI sind 2024 11400 Fälle wegen Diskriminierung behandelt worden 24% davon sind Geschlechtstatbestände.
Geschlechtstatbestände bedeutet was? Nur Trans*personen? Gibt es da einen Beleg?
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Ja aber reicht ja nicht oder oftmals ein Gefühl aus.... Gefühle sind nicht messbar, daher sollte man mal durchatmen, überlegen und nicht gleich streiten. Ich könnte ja auch das Gefühl entwickeln das man mir meine Meinung verbieten bzw das Schreiben verbieten will und dann klage ich. Aber so geht es ja nicht. Wenn man zu Gericht rennt ist die Kommunikation am Ende, sie wurde aufgegeben. Wie soll Akzeptanz ohne Kommunikation entstehen?
also bei den meisten Fällen hat doch Kommunikation stattgefunden. Meist zum Nachteil der dann klagenden Person. Das wird aber immer geflissentlich übersehen,man denke an die Trans*person und das Frauenitnessstudio.
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Um auf den Fall zu kommen, hier wurde eben respektlos durch das Klinikum gehandelt, nicht wissentlich, aber dennoch. Erst zulassen dann verweigern zeigt eben nicht den nötigen Respekt.
auch gleich verweigern hätte nichts geändert, das erschliesst sich doch aus dem Urteil, habe ich jetzt schon zig mal darauf hingewiesen


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um 10:47
Zitat von gagitschgagitsch schrieb:Lt KI sind 2024 11400 Fälle wegen Diskriminierung behandelt worden 24% davon sind Geschlechtstatbestände. Das ist nicht wenig.
Die Zahlen beziehen sich aber auf Beratungsanfragen bei der Antidiskriminierungsstelle, nicht auf Gerichtsverfahren. Wie viele Fälle davon vor Gericht gelandet sind, weiß ich nicht. Und unter Geschlecht/Geschlechtsidentität fallen aber auch sexuelle Belästigung, Benachteiligung von Frauen im Beruf etc. Aber eben auch Diskriminierung von trans* und inter* Personen. Also bezieht es sich nicht nur auf Trans*.

Ich habe nochmal nachgelesen. 53% der Beratungsanfragen kamen von Frauen wegen Sexismus. Wegen Diskriminierung von Trans*, inter*, non-binär haben sich übrigens "nur" 388 Menschen an die Antidiskriminierungsstelle gewandt ;) Vielleicht beim nächsten mal auch die Quelle der KI lesen.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:und genau da sollte man ansetzen, warum dies so ist.
Richtig :)


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um 10:52
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:und genau da sollte man ansetzen, warum dies so ist.
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Richtig
Schwierig. Bei dieser thematik besteht der streit im grunde ja darin das die eine seite auf die biologie/wissenschaft beruft wärend die andere sich auf identität/gefühle beruft...


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um 10:56
Zitat von interrodingsinterrodings schrieb:Bei dieser thematik besteht der streit im grunde ja darin das die eine seite auf die biologie/wissenschaft beruft wärend die andere sich auf identität/gefühle beruft...
Ich finde die Gegenüberstellung „Wissenschaft vs. Gefühle“ ehrlich gesagt etwas zu simpel. Psychologie, Psychiatrie oder Neurowissenschaften sind ja auch Wissenschaften – und die beschäftigen sich genau mit Identität, Wahrnehmung, Dysphorie oder psychischem Leidensdruck.


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um 11:02
@Dasdeeeeniz
Dysphorie oder leidensdruck sind bei der transgender debatte nicht mehr relevant. Wie würdest du sonst die fronten sehen?


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