philae schrieb:
Tussinelda schrieb:Das kann niemand außer einem selbst wissen, es ist die eigene Identität.
Und wenn man es nicht weiß? Ich frage mich immer wieder, woran man das eigentlich festmacht.
Wenn ich nur auf das Wort schaue: Geschlechtsidentität.
Ich habe dies nie zuvor gehört, ausser jetzt im Zusammenhang mit dem SBGG.
Zu meiner Schulzeit gabs einfach noch ein Geschlecht (also 2 ;-)) und im Pass steht es ja auch nicht anders.
Ich glaube auch, dass es viele Leute gibt, die damit nichts anfangen können.
Ich kann auch mit dem Satz: "Ich fühle mich als Mann/Frau" nicht wirklich etwas anfangen. Ich leb halt mit dem Körper, mit dem ich geboren wurde.
philae schrieb:Aber ich kann dennoch in meinem biologischen Geschlecht verbleiben. Das war auch ein Prozess, sich darüber klar zu werden. Denn es hatte bei mir dann doch in erster Linie mit Konventionen und Rollenbildern zu tun, denen ich mich unzugehörig fühlte.
Bei mir waren es in jungen Jahren nicht die Rollenbilder, sondern mein Körper, also Teile davon, die ich mir anders gewünscht hätte.
Das Gefühl dazu war bei mir Unsicherheit. Aber ich denke, das ist auch ein Stück weit normal - man vergleicht sich mit anderen und andere sind größer, sportlicher, sehen besser aus...blablabla. inzwischen mag ich meinen Körper. Er leistet mir abgesehen von ein paar Wehwehchen auch gute Dienste :-)
Und das gehört doch auch zum erwachsen und alt werden dazu, dass man sich selbst besser kennenlernt: was interessiert mich; was mag ich; was fällt mir leicht; was will einfach nicht gelingen, auch wenn ich mich anstrenge; was klappt nicht, weil es mir einfach auch nicht wichtig ist.... - kurz, sich selbst mit all seinen Stärken, Schwächen und auch dem Körper zunehmend zu akzeptieren.
Ich bin froh, dass ich noch jung war, bevor all diese SchönheitsOPs so leicht zugänglich wurden. Zum Doppelkinn zu neigen und dies nicht alsbald zu ändern - da braucht man schon Selbstbewusstsein.
Rollenbilder - nee, da habe ich keinen Druck verspürt. Nicht den Konventionen zu entsprechen (welchen Konventionen übrigens - was, was die Eltern sich vielleicht gewünscht hätten? Das, was die Kumpel aus der Schule in späteren Jahren aus ihrem Leben gemacht haben?) - das war kein Thema.
philae schrieb:Dasselbe sagte mir auch ein Transmann. Also, dass es eigentlich eher die Stereotype waren, die dieses Gefühl von "falsch sein" bei ihm ausgelöst hatten.
Ich glaube, das kann ganz leicht passieren - dass man nicht auf die Stereotype scheisst und sein Ding macht, sondern anfängt, an seinem Körper herumzubasteln.
Und das ist schon schade, wenn Psychotherapie vielleicht der bessere Weg gewesen wäre als dem eigenen Körper Hormone zuzuführen und evt. weitere OPs zur Anpassung zu machen.