RomanTisch schrieb:Der Wolf ist wohl eine Gefahr , speziell für Weidetiere wie Schafe und Ziegen , eine sehr große sogar und dies bei ca. nur 1800 Wölfen. Was denkst du , wie sähen wohl die Zahlen aus bei 12 000 Wölfen und mehr hier in D ?
Das nennt man natürliche Ordnung. Das eine Räuber Beute machen muss ist wohl klar, das die Beute, wenn man diese nicht als Beute versteht selbst schützen muss, sollte auch klar sein.
Genau da geht meine Denke ja hin, wer Nutztiere, die außerhalb einer natürliche Ordnung, hält, der muss selbst schützen. Nicht jeder per subvention.
Wenn deine Argumentation denn so greift, wie du es als großes Problem darstellst, wieso klappt es denn in anderen Ländern?
In den nordischen Ländern werden Nutztiere teils ohne Zäune durch das Land streifend gelassen obwohl es den Wolf gibt.
Es ist wohl keine Frage der Gefahr sondern der Sichtweise. Wir hier in D sind es seit 200 Jahren eben nicht mehr gewohnt, das der Wolf hier heimisch ist, für andere ist das völlig normal.
In den nördlichen Ländern gibt es mehr Unfälle durch Elche als durch Wölfe, wenn die dort so denken würden wie wir, würden die also alles einzäunen oder die Elche töten?!?!
RomanTisch schrieb:Weidetierhalter sind ja heute schon überfordert mit der Abwehr von Wölfen.
Das ist aber weder das Problem den Wolfes noch des Steuerzahlers. Es hat wohl Auswirkungen auf beide, aber Verantwortung lässt sich nicht einfach so durch Überforderung abgeben, könnte man denken......
Optimist schrieb:und hier im Thread las ich in der Vergangenheit, dass dies aus vielerlei Gründen - zumindest hier in D - mit einigen Schwierigkeiten verbunden ist.
So wie sich das für mich las, eigentlich unlösbar, zumindest nur für sehr einsame Gebiete wäre das vielleicht praktikabel, jedoch nicht in einem dicht besiedelten Gebiet.
HSH sind jedenfalls effizient und Kostengünstiger als Zäune bzw besondere Zäune. Was du jetzt mit unlösbar oder einsame oder dichtbesiedelte Gebiete genau meinst wäre für mich erstmal offen.
Nicht ist unlösbar, alles ne Frage der Sichtweise und des ggf Kompromisses.
Optimist schrieb:glaube kaum, dass es Hass, Gier oder volklorischer Glaube war, sondern es wird wohl - genau wie jetzt auch - Probleme gegeben haben.
Umsonst hat man den Wolf sicherlich nicht vertreiben wollen.
Wirklich? Angst, Unsicherheit und Pelzhandel waren in der Vergangenheit ein größeres Thema als heute, eigentlich klar. Vor 200-300 Jahre gab es zudem tatsächlich höhere Gefahren. Warum glaubst du das nicht?
Optimist schrieb:ja, wenn er das Gleichgewicht nur um Wald halten würde und nicht lernen würde, dass er anderswo viel leichter an Futter kommt, würde ich dir vollkommen zustimmen.
Ich wäre ja sogar kompromissbereit, dafür zu plädieren, dass der Mensch in einem Wolfsgebiet sich möglichst von Wäldern fernhalten sollte, vor allem nicht mit Hunden da rein gehen. 😉
Sind die Wolfsbefürworter auch kompromissbereit?
Ehm schwierig.
In den letzten 200-300 Jahren haben die Landschaften durch die Besiedlungen Änderungen erfahren. Ein Wolfsgebiet erstreckt sich über ca 100-350km² also weit mehr als es in Deutschland zusammenhängend Wald ohne Besiedlungen gibt.
Hier von einem Kompromiss zu sprechen ist, denke ich unpassend, da natürliches Verhalten gegen menschliche Wünsche steht.
Der Wolf ist keine reine Wald oder Wiesenraubtier, sondern jagt und lebt in allen Bereichen. Der Mensch ist in diese Eingedrungen, wie soll ja der Wolf oder die Wolfs-Fans da irgendwelche gewünschten Kompromisse herbeizaubern?
Du musst bedenken, das der Wolf nicht willkürlich Beute reißt, sondern im Eigeninteresse schon instinktiv abwägt, wo ein Selbstrisiko liegt, somit werden Weidetiere, wie Ziegen und Schafe immer bevorzugter sein, als ein Dachs, eine Kuh, ein Hirsch. Das ist nicht zu verhindern, wenn es um den wolf geht. Das ist nur zu verhindern, wenn das Risiko durch HSH erhöht wird und er sich andere Beute sucht, oder die Weidetiere anders geschützt werden.
Optimist schrieb:Zum Beispiel Entnahme eines ganzen Rudels, wenn die ihren Nachkommen gelernt hatte, wie man sich auf Wieden gütlich tut.
Welchen Vorteil erwartest du dir? Der Bereich der frei wird durch die Entnahme wir recht schnell wieder gefüllt. Das ist keine Lösung, das bringt nur Tot ohne nutzen.
Optimist schrieb:in einem Wolfsgebiet hat ein Weidetierhalter sicherlich kaum noch Vorteile, sondern einige Probleme.
Und einfach das Fleisch teurer machen (wegen Zaunbau usw.) wird wohl auch nicht so einfach sein.
Und was ist mit den Deichschafen? Die haben einen gesellschaftlichen Nutzen.
Ganz Europa und Asien ist Wolfsgebiet wenn man es mal genau nimmt. Es gibt 3 Wolfsarten auf diesen Kontinenten, der Wolf ist natürlicher Bestandteil, domestizierte Weidetiere in der heutigen Form nicht.
Optimist schrieb:ich nutze den Wolf für gar nichts.
Und wenn ich einiges kritisiere, hat das nichts mit Verdrossenheit zu tun.
Bitte unterlasse Unterstellungen, Danke.
Ich frage nach weil du von Nebeneffekten für die Politik schreibst..... Und das ohne darauf genauer einzugehen.
Optimist schrieb:aber zum Schutz der Weidetiere:
Ja. Dann muss man sich halt entscheiden, ob man Wildtier oder Nutztier will. Beides wird nicht gut gehen, beides wird nur gehen, wenn man mal eine Weidetierverlust mit einpreist.
Optimist schrieb:nein, es sollte nicht nur auf die Halter abgewälzt werden.
Oben steht: "ein gesamtgesellschaftliches Anliegen"
Weil das so steht, muss man das ja nicht so sehen. Es ist doch nur ein gesellschaftliches Anliegen, weil die Bürger billigen Fleisch, billige Eier und Billigmilch auf dem Tisch haben wollen. Aber mann kann auch sagen es ist ein gesellschaftliches anliegen weil das da steht, steht jedem frei.
Für mich ist es ebenso ein gesellschaftliche Anliegen, egal ob das irgendwo steht oder nicht, dass ich so gut es geht mein Umfeld, die Natur und Tiere achte und schütze, keine sinnloses Töten oder vertrieben unterstütze. Jedwedes Tier höherer Art ja Bewusstsein, Schmerz, Angst usw. Jeder Tier will einfach nur leben, der Mensch schränkt das so krass ein, da muss man nicht mehr nur an gesellschaftliche Interessen Glauben weil das irgendwer in ein Gesetz gepackt hat, da sollte man selbst ein Bild haben.
Ich selbst wünschte ja auch das Natur und Mensch in völligen Einklang leben, aber das ist unrealistisch. Von daher gilt meiner Faszination weiter eher der Natur als der Legehenne oder dem Mastschwein. Hört sich ggf hart an aber dieses der Wolf kann gefährlich sein, also muss der weg, finde ich völlig daneben.