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Einschläfern eines Haustieres

206 Beiträge, Schlüsselwörter: Haustier, Einschläfern

Einschläfern eines Haustieres

26.05.2018 um 16:42
meine frage geht an jene, die haustiere haben/hatten und jemals vor der entscheidung standen euthanasie ja oder nein bzw wie würdet ihr euch in der zukunft entscheiden?

euer tier ist krank und nicht rettbar. es hat eine krankheit, wo man nicht genau weiß wie schnell es schlimmer wird und ob es schmerzen hat.

wann lässt ihr euer tier einschläfern? oder lasst ihr den tod kommen (solang sich das tier nicht wirklich offensichtlich quält)

wer hat es schon machen müssen und wie war der ablauf?

ich musste die katze meiner eltern einschläfern lassen während sie selbst im urlaub waren.
die katze war aber schon mehr "drüben" laut tierärztin und es lief wirklich friedlich ab. eine überdosierung narkose in die vene und danach die finale spritze ebenfalls in die vene, wobei die katze schon nach der ersten spritze tot war laut tierärztin.
sie hat dann die lebenszeichen überprüft und da alle weg waren die katze zugedeckt bis zum hals und mich mit ihr alleingelassen. ich hab geheult wie ein schlosshund die ganze zeit.
obwohl da kein mucks, kein seufzer, kein gurgler oder sonstwas was ich alles schon gelesen hab, kam, war es für mich schrecklich. der augenblick des todes.

ich weiß nicht, ob es fluch oder segen ist, dass es die möglichkeit gibt. einerseits natürlich segen, um leiden zu ersparen, andererseits denk ich wieder, womöglich nimmt man der seele zeit, die sie noch brauchen würde, um zu "gehen" (oder so ähnlich)

wie seht ihr das?
und bitte ich spreche nur menschen an, die gefühle für ihre tiere haben, die anderen können den thread liebend gerne überlesen. ;)


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Einschläfern eines Haustieres

26.05.2018 um 16:55
@cassiopeia1977

Hey :)

Wenn einem seine Haustiere wichtig sind und man die geliebt hat, ist es ganz natürlich und verständlich, dass man über deren Tod traurig ist.
Man hat ja auch eine emotionale Beziehung aufgebaut, gerade zu solchen Tieren wie Katzen und Hunden.

Im Endeffekt sehe ich das aber immer so, gerade als Erwachsener: es sind nur Tiere. Keine Menschen. Diesen Fehler macht so mancher Haustierbesitzer, er vermenschlicht seine Tiere zu sehr und denkt, die sind irgendwie ähnlich wie er. Aber das trifft nicht zu, auch echt intelligente Hunde sind nicht vergleichbar mit Menschen.

Auch, wenn es mir schwerfällt, wenn ich einen Hund hab und der ist durch einen Unfall rettungslos verletzt, der wird nie wieder heile und quält sich nur noch, dann sag ich auch lieber:,,Einschläfern."
Diese Möglichkeit gibt es und ich find sie ok.


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Einschläfern eines Haustieres

26.05.2018 um 17:03
Ich habe nicht nur schon zahlreiche Haustiere einschläfern lassen müssen sondern wusste auch bei Beginn des Studiums, dass das Euthanasieren zu meinen zukünftigen Aufgaben gehören wird und ich habe auch schon eigene Tiere selbst eingeschläfert.

Alles was ich sicher weiß, ist das ich einmal den Fehler gemacht habe zu lange zu warten.
Wir waren grade umgezogen, deswegen konnte der neue Tierarzt nicht wissen, dass mein Husky eigentlich eher ein unverschämt verschmuster Gummiball war, der jedem ohne Vorwarnung auf den Schoss sprang.
Aus Sicht des neuen Tierarztes war er wie ein normaler Husky: freundlich aber nicht überschwänglich.

Deswegen konnte dieser Tierarzt gar nicht erkennen wie sehr der Hund bereits gelitten hat und weil offensichtlich war, dass es sich um einen sehr guten Tierarzt handelt, der nicht nen Tier leben lässt um noch an einer Therapie zu verdienen (da gabs auch nicht mehr viel zu verdienen) haben wir es nur zu gern geglaubt das es ihm noch gar nicht sooo schlecht geht, obwohl wir es besser hätten wissen müssen.
Aber das ist uns erst später klar geworden. Als er dann Krämpfe bekam habe ich ihn gehen lassen und es hat auch nicht lange gedauert bis mein Mann und ich uns einig waren, dass wir ihn schon mindestens eine Woche zuvor hätten einschläfern müssen aber das es auch nichts bringt uns da nun Vorwürfe zu machen sondern wir nur beschließen können das uns sowas nicht nochmal passiert.
cassiopeia1977 schrieb:ich weiß nicht, ob es fluch oder segen ist, dass es die möglichkeit gibt.
Es ist ein Segen.
Es gibt Krankheitsbilder wie z.B. Nierenversagen die alles andere als selten sind bei denen wir nicht von einem "natürlichen Sterbeprozess" sprechen können bei dem ein "friedliches Einschlafen" auf natürlichem Wege auch nur im Bereich des Möglichen ist.
Statt dessen sprechen wir dann von elendigem Krepieren am Ende eines abartigen Todeskampfes der Tage dauern kann und bei dem nicht mal sicher ist ob es mit den in Deutschland geltenden Tierschutzgesetzen vereinbar ist.

Klar ist es immer problematisch sich selbst als Maßstab zu nehmen, aber hätte ich eine solche Krankheit, dann würde ich auch nicht warten "wie schlimm es wohl wird" sondern mir die Möglichkeit schaffen den Endpunkt da zu setzen wo ich ihn haben will.

Wie gesagt von sich selbst auf andere schließen ist mit Vorsicht zu genießen, aber dass kein Tier sich zu Tode quälen möchte und der Halter dann in der Pflicht ist das Tier dieser tiermedizinischen Hilfeleistung zuzuführen sehe ich als gegeben an.

In Situationen jedoch in der es sich wirklich "nur" um einen Sterbeprozess handelt bei dem keine Qualen zu erwarten sind, da finde ich es durchaus in Ordnung wenn da jeder für sich selbst entscheidet ob er sein Tier durch diesen Sterbeprozess begleiten kann und möchte oder ob er ab dem Punkt an dem eine Besserung/Genesung nicht mehr möglich/wahrscheinlich ist einen Tierarzt bittet das zu beenden.
Da finde ich beides in Ordnung.

Würde ich vor solch einem Sterbeprozess stehen würde ich es auch eher davon abhängig machen was meine Angehörigen besser aushalten können ob ich das abwarte oder beende.

Hängt vermutlich auch davon ab ob jemand bereit ist mir jeden Tag Bratkartoffeln zu bringen und ob ich die noch essen kann.


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Einschläfern eines Haustieres

26.05.2018 um 17:08
danke für eure antworten.
Fraukie schrieb:ich habe auch schon eigene Tiere selbst eingeschläfert.
wie ist/war der ablauf hierbei? ist das stets friedlich verlaufen?
ich hab schon horrorstories gehört von wegen weglassen der narkosespritze,. spritze direkt ins herz, aufheulen, grausame geräusche wie bei ersticken und und und...


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Einschläfern eines Haustieres

26.05.2018 um 17:10
Kc schrieb:es sind nur Tiere. Keine Menschen.
diese meinung kann ich persönlich nicht teilen.
warum sind tiere "nur" tiere? wir sind auch säugetiere, die sich eben mensch nennen.


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26.05.2018 um 17:11
@cassiopeia1977

Ich musste meinen Hund damals auch nach 16 Jahren einschläfern lassen, und diese Entscheidung ist mir absolut nicht leicht gefallen. Aber durch seine schwere Krankheit war er nur noch ein Schatten seiner Vergangenheit und man hat es gesehen und auch gespürt das es ihm nicht gut geht, und er sich eigentlich nur noch quält.
Laut Tierarzt hätte man ihn das Leben nur noch mit Medikamenten "annehmbarer" und "schmerzfreier" gestalten können, aber Schmerzen hätte er immer wieder gehabt.
Das wollte ich ihm einfach nicht mehr zumuten und habe mich dazu entschlossen ihn einschläfern zu lassen. Er durfte auf dem Arm bleiben als die Ärztin ihm die Spritze setzte, er schaute noch einmal hoch und kuschelte sich dann ganz fest an mich als wolle er mir sagen " Vielen dank das du mich erlöst hast, es waren wundervolle 16 Jahre bei euch".

Noch heute jetzt 12 Jahre nach dem ich diese Entscheidung treffen musste, denke ich noch sehr häufig an den kleinen, und er fehlt mir immer noch. Allerdings war es die beste Entscheidung für alle.


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26.05.2018 um 17:28
cassiopeia1977 schrieb:euer tier ist krank und nicht rettbar.
An dem Punkt gibts meines Erachtens nichts mehr zu diskutieren.
Haustiere als Familienmitglieder hin oder her, solange es diese "sanfte" Methode des schmerzfreien Ablebens
gibt, sollte auch jeder Tierhalter so vernünftig sein diese zum Wohl des Tieres zu nutzen.


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Einschläfern eines Haustieres

26.05.2018 um 17:50
Hallo!
Ich bin mit Tieren aufgewachsen, kann mir ein Leben ohne Tiere nicht vorstellen und für mich sind sie mehr als "nur Tiere".
Ja sie sind keine Menschen, aber sie haben eine Seele. Und die ist meiner Meinung nach rein. Das ist der Unterschied zum Menschen.
Das was Tiere einem geben können, aus reinem Herzen, das sollten wir ihnen so gut es geht zurück geben. Pure, bedingungslose Liebe.
Dazu gehört leider auch, ein Tier zu erlösen, wenn es nicht mehr geht.
Würde man es nicht bei seinen geliebten Menschen genau so machen, wenn man könnte?
Niemand hat es verdient in Qual dahinzusiechen.

Ich mußte es in meinem Leben bislang nur ein einziges Mal tun. Nächsten Monat jährt es sich zum 3. Mal. Es tut immer noch weh. Wird es wohl für immer.
Denn auch ich werfe mir vor, zu lange gewartet zu haben.
Mein Kater Camillo war 11 Jahre alt, immer gesund und innerhalb von 6 Wochen ist er von einem großen, stattlichen Katermann zu einem ausgemergelten Häuflein verfallen.
Ich habe es gesehen, aber wenn ich mir heute Bilder und Videos von dieser Zeit ansehe, sehe ich das ganze nochmal mit ganz anderen Augen. Schlimm.
Es fing nach einer Zahnextraktion an, ein klitzekleiner Mini-Frontzahn unten wurde ihm gezogen, er war locker.
Danach baute er plötzlich ab. Wurde geröntgt, alles okay. Blutabnahme, leicht erhöhte Schilddrüsenwerte. Beobachten.
2 Wochen später wog er knapp 2 Kilo weniger. Von 8 auf 6 Kilo.
Wieder Arzt, abtasten, im Mund gucken, Tabletten für die Schilddrüse nehmen.

Ende vom Lied, mein Junge mergelte immer weiter ab, fraß aber soweit normal.
Tierarzt sagt, abwarten. Alles ist sonst soweit altersmäßig okay.
3 Tage bevor ich ihn Einschläfern ließ, kam er abends um 23 Uhr ins Wohnzimmer gewankt.
Blut tropft aus seinem Mund. Panik. Ich habe Angst ich werde auch gleich ohnmächtig. Es hört auf zu bluten.
Ich will den Notdienst anrufen, rufe aber meine Mutter an und bin total fertig. Mutter rät mir, wenn es jetzt aufgehört hat und er schläft ihn in Ruhe zu lassen und morgen früh zu fahren.
Ich mache mir bis heute und wahrscheinlich für immer Vorwürfe.
Ich hätte sofort fahren sollen.
Am nächsten Morgen Tierarzt. Abtasten, in den Mund gucken, nochmal röntgen oder Ultraschall, ich weiß nicht mehr.
Nichts zu sehen. Camillo ist schwach, ich nehme ihn mit nach Hause, versuche alles, damit er sich besser fühlt.
Tut er nicht. Und ich sehe es nicht. Oder will es nicht sehen. Ich habe den Eindruck, er wird wieder. Er liegt zwar viel für sich alleine (sonst immer bei mir) aber er trinkt und frisst. Wenig, aber immerhin.
Es war das letzte Mal, daß er gefressen hat.
Am nächsten Morgen finde ich ihn unterm Bett. Absolut nicht normal. Mir war sofort klar, er wird und will sterben.
Habe die Transportbox geholt und er ist zum 1. Mal freiwillig hineingegangen. Dann haben wir uns verabschiedet und ich bin mit ihm zum Arzt gefahren. Er war schon so entkräftet, er konnte nicht mal mehr stehen.
Der Tierarzt sagt, okay, ich gebe ihm eine Spritze direkt ins Herz, 1 Sekunde und er ist auf der anderen Seite...
Ich hatte das noch nie gehört und war geschockt, habe gefragt warum, Antwort: "Geht am schnellsten und ist schmerzfrei."
Okay ...
Ich habe nicht hingesehen, mein Gesicht war in seinem vergraben und ich habe ihm zugeflüstert.
Er machte dann dieses Geräusch, was ich nie vergessen werde. Ein kurzes, tiefes knurren und ein ausatmen und dann war es vorbei.
Ich weiß nicht, ob ich diese Methode nochmal wählen würde.
Auch darüber mache ich mir irgendwie Vorwürfe. Andererseits denke ich, es war wirklich schnell für ihn.
Ich hätte ihn nach der Blutung schon erlösen sollen, nicht erst 3 Tage später.
Wahrscheinlich ist ihm irgendwo was geplatzt. Ader, Schilddrüse, ich weiß es nicht. Der Arzt wusste es auch nicht. Wollte auch keine Nachforschungen mehr anstellen und hab ihn mit nach Hause genommen und in seiner Lieblingsdecke zusammen mit seinem Lieblingstier im Garten vergraben.

Schrecklich.
Dennoch, ein Segen, daß man für Tiere entscheiden kann, wann sie genug gelitten haben.
Ich hätte es nur ein paar Tage früher tun sollen.

Entschuldigung, es ist so viel geworden. Ich mußte das glaube ich alles mal ausschreiben.

🐾🌷


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MarcusWright
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26.05.2018 um 18:04
Kc schrieb:es sind nur Tiere. Keine Menschen.
Das soll mir nun was sagen?
Das ich ein Tier nicht so zu betrauern habe, wie einen Menschen?
Ich muss ein Tier nicht vermenschlichen um mir intensiv Gedanken zu machen, wie es weiter geht, wenn es alt und krank wird. So ist mein Hund für mich nicht weniger "wert" als ein Mensch. Sind wir Menschen etwas besseres? Ich ziehe seine Anwesenheit oft den von Menschen vor weil er Eigenschaften hat, die ich bei Menschen immer wieder mal vermisse. Wenn ich dann "Es ist nur ein Tier… " höre, finde ich das einfach nur traurig.


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26.05.2018 um 18:15
cassiopeia1977 schrieb:diese meinung kann ich persönlich nicht teilen.
warum sind tiere "nur" tiere? wir sind auch säugetiere, die sich eben mensch nennen.
Einfache Frage:

welches Tier hat es in mit Menschen vergleichbarem Ausmaß geschafft, seine natürlichen Beschränkungen zu überwinden?
Ich denke, das sollte man schon richtig bewerten. Natürlich ist es cool, wenn der Hund die Tür öffnen und x einfache Hausarbeiten auf Kommando erledigen oder ein bestimmtes Buch aus dem Regal ziehen kann.
Aber kein Hund ist in der Lage, ein Auto, ein Schiff oder ein Flugzeug zu konstruieren. Kein Hund ist in der Lage, ins Weltall zu fliegen (Laika zählt nicht :D ), Krankheiten wissenschaftlich zu untersuchen und gezielt Heilmethoden zu entwickeln.
Hunde können auch nicht auf einem derartig reflektierten Niveau denken, wie menschliche Philosophen.

Ich mag Tiere, keine Frage. Ich will denen auch nichts böses. Aber Tiere sind nunmal keine Menschen, sie stehen nicht auf dem gleichen Level der Entwicklung.


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MarcusWright
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26.05.2018 um 18:20
Also ist Leistung für dich der Wichtigste Maßstab, wenn es darum geht, den Wert eines Lebens zu bemessen, kc?


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26.05.2018 um 18:24
Kc schrieb:Ich mag Tiere, keine Frage. Ich will denen auch nichts böses. Aber Tiere sind nunmal keine Menschen, sie stehen nicht auf dem gleichen Level der Entwicklung.
Tiere sind auf anderer Ebene allerdings dem Menschen um ein Vielfaches voraus.
Was nun letztendlich "wichtiger" ist, in der Lage zu sein, zum Mond zu fliegen, oder ein reines Herz zu haben, das wird man evtl irgendwann sehen, nicht auf dieser Welt, wenn man nicht mehr mit dem Hirn denkt und mir den Augen sieht.


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26.05.2018 um 19:15
cassiopeia1977 schrieb:wie ist/war der ablauf hierbei? ist das stets friedlich verlaufen?
Das ist immer so.
Ich verwende zum Einschläfern ausschließlich Natrium Pentobarbital, das was in der Schweiz auch zur Sterbehilfe bei Menschen eingesetzt wird, damit sind all die fiesen Dinge die Du beschreibst die aus den unterschiedlichsten Gründen zustande kommen können so gut es geht ausgeschlossen.

Trotzdem hängt es von der Situation ab. Wenn man ein krankes Tier einschläfert, weil es "jetzt an der Zeit ist", dann hat man in großem Umfang selbst in der Hand wie das nun abläuft.

Wenn jemand mit einem Wellensittich ankommt der von der Katze erwischt und so zugerichtet wurde, dass man einfach realistisch und dem Tier gegenüber fair sein muss und "spontan" einschläfern, nachdem man ausgeschlossen hat, dass der Zustand auf einen Schock oder etwas anderes das schlimm aussieht aber behandelbar ist zurückzuführen ist, dann ist es natürlich nicht immer möglich die Ruhe reinzubringen die Familie und Piepmatz eigentlich verdient hätten.

Meist kann man Beides sein, Berater für den Halter und Tierarzt aber manchmal muss man eben erst als Tierarzt handeln bevor man sich Zeit nehmen kann dem Halter zu erklären was Sache ist bzw war.
cassiopeia1977 schrieb: Kc schrieb:
es sind nur Tiere. Keine Menschen.

diese meinung kann ich persönlich nicht teilen.
cassiopeia1977 schrieb: Kc schrieb:
es sind nur Tiere. Keine Menschen.

diese meinung kann ich persönlich nicht teilen.
warum sind tiere "nur" tiere? wir sind auch säugetiere, die sich eben mensch nennen
Ob man nun Menschen wichtiger nimmt als Tiere, umgekehrt oder beiden gleichen Wert zumisst ist eben individuell unterschiedlich und solange man den Bedürfnisse des Tieres gerecht wird ist das auch gar nicht wichtig, mir stellt sich bei @Kc Äußerung eher die Frage was der Mensch getan hat, dass er es nicht verdient hätte an dem Punkt an dem er es wünscht erlöst zu werden.
Das liest sich bei Dir so als sei es bei Tieren wichtig und bei Menschen nicht.
Das versteh ich viel eher nicht.
Basti83 schrieb:Ich musste meinen Hund damals auch nach 16 Jahren einschläfern lassen, und diese Entscheidung ist mir absolut nicht leicht gefallen.
Bei Krankheitsverläufen ist das meiner Erfahrung nach ein gutes Zeichen dafür, dass Du den Zeitpunkt gut gewählt hast.
Fällt es einem bei einem kranken Tier das man liebt "zu leicht" es einschläfern zu lassen, dann ist das sehr oft ein Hinweis darauf, dass man sich insgeheim eigentlich sicher ist, dass man diesen Schritt schon vor einer Weile hätte gehen sollen.

Wenn es noch schwer fällt und noch Raum für Abwägungen da ist, die Entscheidung aber auf "Nein, wir beenden das jetzt." fällt ist das meistens tatsächlich genau der richtige Zeitpunkt den auch ein guter Tierarzt ohne die Mitwirkung des Halters der das Tier gut kennt meistens nicht ermitteln kann.
laucott schrieb: cassiopeia1977 schrieb:
euer tier ist krank und nicht rettbar.

An dem Punkt gibts meines Erachtens nichts mehr zu diskutieren.
Und wenn es sich um eine Diagnose handelt bei der das Tier aktuell gar kein Problem hat bzw kein heftiges sondern nur klar ist, dass das nichts ist was wieder weggeht und entweder zum Tode oder zu einem Zustand in dem man sich mit Euthanasie zumindest befassen muss ?
ReconsiderBaby schrieb:Der Arzt wusste es auch nicht. Wollte auch keine Nachforschungen mehr anstellen
Darf er auch gar nicht.
Bei eigenen Tieren, den von engen Freunden oder Fällen in denen gar nichts so richtig Sinn ergeben will brechen viele Tierärzte diese Regel zwar und "machen mal auf" aber eigentlich ist es niedergelassenen Tierärzten also normalen Praxen und Kliniken nicht erlaubt Sektionen durchzuführen. Das hat vor allem seuchenschutzrechtliche Gründe.

Ein Tier wie Deinen Kater nach Todeseintritt nochmal auf den Röntgentisch legen oder mit einer Spritze schauen ob man aus Bauch- oder Brustraum Flüssigkeit abziehen kann ist so ne Grauzone, aber es macht nur Sinn wenn man es mit einem Tierhalter zu tun hat der wenn man einen Anhaltspunkt findet entweder zufrieden ist oder das Tier für eine Sektion in die Pathologie bringt.
Hat man einen Tierhalter der einfach abschließen möchte fängt man mit sowas am Besten gar nicht erst an.
Kc schrieb:Aber Tiere sind nunmal keine Menschen
Das ist wahr, aber Menschen sind durchaus Tiere.

Aber wie gesagt, ob der Mensch zu mehr wert ist, das Tier oder doch beide gleich viel auf ihre Weise find ich für das Thema gar nicht von Bedeutung und man kommt da auch viel zu schnell auf die Sterbehilfefrage beim Menschen was rechtlich ne völlig andere Baustelle ist auch wenn es ethisch/moralisch für viele Menschen recht einfach erscheint.


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26.05.2018 um 20:03
Wir haben unseren Hund Indy mit 10 Jahren von seinem Leiden erlöst. Er hatte eine Futtermittel Allergie... Läukemie und hat wirklich gelitten. Es brach uns das Herz ihn gehen zu lassen aber ihn jeden Tag leiden zu sehen war unerträglich.


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26.05.2018 um 20:06
Ich habe vor 6 Jahren mein Kaninchen einschläfern lassen. Es war unser letztes Kaninchen und hat nach und nach abgebaut. Als es nicht mehr alleine aufstehen konnte, hatte ich es in mein Zimmer geholt, damit ich es im Blick habe und ihm aufhelfen kann. Aber als das nicht mehr half, hab ich ihn zur Tierärztin gebracht.
Die sagte uns, dass es einfach Altersschwäche ist und sein Körper abgebaut hat. Seine Körpertemperatur war auch niedriger als gewöhnlich.
Sie sagte, man könne ihn noch weiter füttern, empfahl aber, ihn einzuschläfern. Da ich es als kein würdiges Leben für ihn gesehen habe, war für mich die Entscheidung leicht.
Ich hab mich dann von ihm verabschiedet. Beim Einschläfern wollte ich nicht dabei sein. Die Tierärztin hatte ihn danach wieder in den Korb gelegt, sodass ich ihn gar nicht tot sehen musste.
Mein Vater hat ihn dann beerdigt.
Unsere Hündin ist jetzt 15 und sie baut stetig ab. Sie hat Arthrose und bekommt Schmerzmittel. Da sie aber noch sehr lebensfroh ist, gibt es da noch nichts zu diskutieren. Mein Vater hat Angst, die Entscheidung treffen zu müssen, aber sollte es zu der Situation kommen, wird man es merken und richtig entscheiden.


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26.05.2018 um 20:14
Ja! Hab ich...letztes Jahr bei meinem Kater. Er hatte eine Art Plattenepithelkarzinom am Mäulchen und Fressen wurde somit immer schwieriger. Also n Tumor halt. Nach der Diagnose lebte er noch ca. 2 Monate, aber es war am Ende wirklich nur noch Quälerei.
Der 1. Tierarzt wo wir waren wollte ihn gleich einschläfern, was wir natürlich nicht machen lassen haben...seine recht ungehaltene Antwort: "Naja müssen se selber wissen"... eines ist sicher, bei dem waren wir das letzte mal.

Dann ne andere Tierärztin aufgesucht, die noch ne Art Palliativmedizin gemacht hat also schmerzmittel usw.. so das er dann wie gesagt noch 2 Monate lebte. Ja logisch hat man danach immer noch Hoffnung gehabt, dachte es wird wieder, er erholt sich wieder usw...

Ist doch ganz logisch. Wenn mir jemand sagen würde du bekommst dieses Jahr Krebs und erlebst nur noch 1 Weihnachten und den Frühling danach nicht mehr, würde ich natürlich alles daran setzen das es nicht so kommt, und nicht etwas fröhlich munter sagen "och dann ist es eben so" und mein letzten Tage genießen.

Genauso war es halt bei ihm...er war ein Teil der Familie (Eltern) und so hat man es natürlich nicht für wahr haben wollen. Zum einschläfern war dann mein Bruder und mein Vater, ich war zum Gluck nicht dabei. Mein Bruder hat es nur erzählt wie er so traurig aus seiner Box rausgeguckt hat, als sie hingefahren so...wie immer halt.
Er wusste es ja nicht. Ist in etwa so als fährt man jeden morgen ganz normal zur Arbeit und hat nen schweren Verkehrsunfall wo man bei drauf geht...oder n Flugzeugabsturz oder so. In beiden Fällen will man eigentlich nur von A nach B...und nicht nach C, also in den Tod. So in etwa muss es für ihn auch gewesen sein. Ja auf dem Rückweg lag er dann halt tot in der Box....

Ich kam dann abends und dann halt noch ne kleine Beerdigung organisiert...als ich ihn dann da sah in der Box liegen sah, konnte ich schon fast nicht mehr, die Stimme war fast wie weg und die Tränen waren doch recht nah, ließ sich nur sehr schwer zurückhalten. Bis dahin noch nie erlebt.
Dann bei der kleinen Beerdigung der Moment, als mein Vater ihn genommen hat und ein wenig in Papier eingewickelt und man genau wusste jetzt sieht du ihn das letzte mal ging es nicht mehr...da flossen dann Tränen, dicker Hals und Stimme versagte komplett...bis dato noch nicht erlebt...auch auf keiner normalen Beerdigung zuvor. Diese Endgültigkeit, also das es kein zurück gibt. Das war somit die schlimmste Beerdigung die ich bisher erlebt habe.....

"Soppp ein Shice" ...sagt man sich dann nur noch hinterher, wenn man das Ganze wieder objektiv betrachtet.
Dann sind natürlich die Worte Außenstehender die meinen "is doch ganz normal", "Tod gehört zum Leben dazu" Mensch das war doch nur n Tier usw... wie eine Antriggerung zum Wutausbruch...also das es eben nicht normal ist.

Ja wie gesagt, will ich eigentlich nicht noch mal erleben müssen. Glaube dazu mist mein Charakter irgendwie zu schwach…kann auch sein weil ich bisher wenig Beerdigungen und Todesfälle hatte in den 33 Jahren….


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26.05.2018 um 20:39
Fraukie schrieb:Bei Krankheitsverläufen ist das meiner Erfahrung nach ein gutes Zeichen dafür, dass Du den Zeitpunkt gut gewählt hast.
Wie bereits oben erwähnt er war halt schwer krank, und hatte 1,5 Jahre zuvor schon eine schwere Operation. Nach der Operation hat er sich zwar etwas erholt und es ging eine Zeit ganz gut, aber dann kam der Rückfall und er hat sich immer mehr zurück gezogen. Das war für mich eigentlich das Zeichen ihn gehen zu lassen. In den ganzen Jahren zuvor habe ich ihn nie so erlebt, er war sonst immer ein richtiges Energiebündel und wollte jemanden um sich herum haben.


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26.05.2018 um 20:42
Mein Kater hat einen Tumor in der Brust. Ich vermute es ist eine vergrößerte Thymusdrüse, die eigentlich irgendwann aufhört zu wachsen, aber in seinem Fall größer wurde.

Er hat immer Hustenanfälle gehabt, als er Klein war, dachte ich noch, er kotzt Haarballen aus und irgendwann wurde das aber zu häufig.

Hab ihn dann zum Tierarzt gebracht, der übrigens auch sehr unsensibel und blöd ist.. Naja es wurden ganz viele Tests und Röntgenbilder gemacht, aber wirklich sagen, was mein Katerchen hat, konnte er mir nicht.

Oh ich hab so geheult und dachte, dass ist nun das Ende. Hab gedacht er stirbt bald .. Für mich wäre das ganz ganz schlimm.

Jemand der sagt, Tiere kann man mit Menschen nicht vergleichen - sind nicht auf einer Ebene, der hat nicht verstanden worum es geht. Sowas dummes.

Es sind Gefühle, die emotionale Bindung die man zu einem Tier hat und die kann sogar enger sein, als zu einem Menschen.

Wir hatten als ich Teeny war schon mal einen Kater den wir abgeben mussten... Ich kann mittlerweile sagen, dass ich ungefähr genauso getrauert habe, wie bei dem Tod eines geliebten Menschen! Dabei haben wir ihn nur abgeben müssen - er ist nicht gestorben.

Mittlerweile ist nach der feststellung des Tumors 4 Jahre vergangen und mein Kater hustet zwar now and then noch vor sich hin, aber ihm geht's gut und ich bin sehr sehr froh drum.


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26.05.2018 um 20:50
Damals hab ich mich belesen, wie es ist, ein Tier einschläfern zu lassen.
Weiß nicht ob ich es könnte. Denn, speziell bei Katzen zum Beispiel ist es so, dass das Tier die Trauer und die Angst des Halters spürt. Man muss also selber das Tier beruhigen können und quasi vorgaukeln, das alles Gut ist und du als Halter auf ihn aufpasst und die Situation nicht schlecht fürs Tier wird.

Ich denke das ist der Punkt, wo es bei vielen Tieren beim einschläfern nicht "glatt" läuft.

Ich weiß nicht, ob ich tough genug sein könnte, ist vermutlich Situationsabhängig und wie weit ich mich schon damit beschäftigt habe.

Wenn man sich für ein zusammen leben mit einem Tier entscheidet, dann muss man auch bereit sein, los zu lassen und den Weg gemeinsam mit dem Tier gehen. Wissen, wann der Zeitpunkt da ist und der Tod eine Erlösung ist.
Gut, dass es beim Tier möglich ist. Wir Menschen müssen dafür in die Schweiz.


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26.05.2018 um 21:09
danke erstmal für die vielen antworten und tut mir leid um eure tiere. :(

ich habe in den letzten jahren zwei katzen durch unfälle verloren, einmal wars ein auto (schon bald 14 jahre her) und vor 3 jahren ein fürchterliches missgeschick, das meinem flaschenkindkater das leben kostete. ich hab so sehr getrauert, das hat echt lang gedauert..er ist im garten beerdigt und hätte im juni seinen 8. geburtstag.

zurzeit hab ich 5 katzen, 5 meerschweinchen, 3 riesenkaninchen und 10 hühner. ich hab zu ALLEN tieren eine beziehung. meine hühner sind übrigens bei uns haus-, nicht nutztiere (ok, die eier werden natürlich schon genutzt als positiver nebeneffekt ;)), da ich hühner total interessant und schön finde. die lassen sich auch streicheln und hochnehmen.

ich würde übrigens immer dabeibleiben, wenn mein tier eingeschläfert wird, zumindest bis es in narkose liegt. ich hätte viel zu viel angst, dass das sonst nicht korrekt abläuft. außerdem ist mans dem tier schuldig find ich.

@Fraukie: ich nehm an, du bist tierärztin? dieses t61 ist doch zumindest ohne vorherige narkose verboten, oder? ich glaub, das mittel wars, was zu diesen o.g. dingen geführt hat. und der herzstich ist doch auch hoffentlich eher unüblich, oder? was macht man bei kleintieren wie meerschweinchen? intraperitoneal? auch mit überdosis narkosemittel?


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