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Was bedeutet es menschlich zu sein?

140 Beiträge, Schlüsselwörter: Menschen, Leben, Menschlichkeit

Was bedeutet es menschlich zu sein?

22.04.2019 um 20:19
Orig.Nathan schrieb:Wenn es so wäre, gäbe es keine Missverständnisse mehr.
Der Vorgang des Sprechens ist eine akustische Abstraktion von verschiedenen wahrnehmbaren Phänomenen. In der frühen Entwicklung der Primaten gab es wohl nur Laute um bestimmte Emotionen auszudrücken. Das hat sich immer weiter spezifiziert, und die eingangs erwähnte besondere Fähigkeit zur Abstraktion hat diese wiederum immer weiter abstrahiert und damit spezifiziert, so dass "Die Dinge" irgendwann einen Namen bekamen und in irgendein Verhältnis gesetzt werden konnten. Das erst hat die ausgefeilte Kommunikation ermöglicht, die uns schließlich den entscheidenden Vorteil in der Spezialisierung des einzelnen Individuums- und in der Ausbreitung der Spezies insgesamt verschaffte.

Missverständnisse gibt es wohl eher aufgrund von mangelnder oder ganz und gar mangelhafter Kommunikation. Nicht, weil die Sprache keine Abstraktion der Realität ist.
Orig.Nathan schrieb:Die "Realität" sieht ja für jeden anders aus und wir waren ja vorallem auch beim Menschsein im gegensatz zu anderen Lebensformen auf der Erde.
Die Realität sieht zwar für jeden etwas anders aus, das ist sicher wahr -schon alleine wegen der unterschiedlichen Perspektiven- aber das heißt nicht, dass es keine Realität gibt. Zumindest sehe ich keinen Grund sie in Gänsefüßchen zu setzen.
Orig.Nathan schrieb:Tiere haben es nicht so mit "akustischer Abstraktion", Pflanzen auch nicht (obwohl es da sicher Gegenstimmen gibt...).
Bei Pflanzen weiß ich nicht, ob die irgendwelche Töne wahrnehmen können. Bei Tieren ist es doch aber unbestritten, dass die bestimmte Situationen ebenso akustisch kommunizieren können, und da steckt doch genauso die Abstraktion der Realität drin, wie in unserer Sprechweise auch, nur eben nicht ganz so fein und detailliert.
Orig.Nathan schrieb:Du hast mich gefragt, ich habe geantwortet. Wenn es dir nicht hilfreich erscheint, ist das allein deine Sache.
Ich habe gefragt, weil mir das seltsam vorkam, dass die Forscher das in der reduzierten Grundaussage -wie ich sie zu Anfang tätigte- anders sehen sollten. Deine Links bestätigen deine Aussage auch nicht. Da steht nichts, was meine Aussage -wie gesagt, rein semantisch betrachtet- anders formuliert.


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Was bedeutet es menschlich zu sein?

22.04.2019 um 23:05
weißichnixvon schrieb:Die Realität sieht zwar für jeden etwas anders aus, das ist sicher wahr -schon alleine wegen der unterschiedlichen Perspektiven- aber das heißt nicht, dass es keine Realität gibt. Zumindest sehe ich keinen Grund sie in Gänsefüßchen zu setzen.
Das ist durchaus erforderlich und wird schmählich vernachlässigt. Wenn die Realität für jeden etwas anders aussieht - wer bestimmt dann, was die original Realität ist?

Gewiss gelten mathematische Gesetze losgelöst von unserem Blickwinkel immer gleich - sind sie aber wirklich "Realität" oder doch nur subjektive Bestimmungen und Behauptungen mit denen sich einfach gut leben lässt?

Warum verstehen wir immer noch nicht, wie Gravitationskraft wirkt? Sie verbiegt immerhin die Raumzeit, Albert Einstein hatte die Existenz von Gravitationswellen stets postuliert. Nun liegt mit "99,99% Wahrscheinlichkeit" der Beweis vor. Großartig, nur fehlt auch zu dieser "Realität" 0,01% Wahrscheinlichkeit...
Die Spiegelposition schwankte dabei um den hundertstel Durchmesser eines Wasserstoff-Atomkerns. Das ist so, als würde man die Strecke zwischen unserer Erde und dem nächsten Stern auf eine Haaresbreite genau bestimmen.
Du verstehst - "Realität" bedarf einer ungeheuren Genauigkeit, zu der wir immer noch nicht fähig sind.
weißichnixvon schrieb:Da steht nichts, was meine Aussage -wie gesagt, rein semantisch betrachtet- anders formuliert.
Das stimmt. Sollte es das denn? Du hast um eine Stellungnahme gebeten und ich habe eine geliefert, die deine Ausführung ergänzt und damit - Semantik hin oder her - eine Erweiterung deines Inhalts liefert, aber keine Widerlegung. Ich gebe dir ja recht in dieser Sache, nur liefere ich weitere Informationen aus einem berufenerem Mund als dem meinen. Warum schafft dir das Probleme?


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23.04.2019 um 07:08
Orig.Nathan schrieb:Das ist durchaus erforderlich und wird schmählich vernachlässigt. Wenn die Realität für jeden etwas anders aussieht - wer bestimmt dann, was die original Realität ist?
Realität nennt man alles was ist. Darüber gibt es dann auch einen Konsens. Ist etwas nicht, oder nicht ganz sicher, oder sieht nur so aus, oder oder oder, nennt man es vielleicht Vermutung, oder Annahme, oder Theorie und Ähnliches. Drüber darf man dann spekulieren und eben auch unterschiedliche Meinungen haben, nur ist es dann eben nicht das was ist, und somit auch keine Realität. Schon gar nicht die in Gänsefüßchen.
Orig.Nathan schrieb:Gewiss gelten mathematische Gesetze losgelöst von unserem Blickwinkel immer gleich - sind sie aber wirklich "Realität" oder doch nur subjektive Bestimmungen und Behauptungen mit denen sich einfach gut leben lässt?
Zunächst mal ist Mathematik auch nur eine Sprache, mit der sich bestimmte universelle Phänomene beschreiben lassen.
Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit immer ein Konsens darüber herrschen, dass ein Baum und noch ein anderer Baum daneben zwei Bäume ergibt. Solange man das Grundprinzip dieser Sprache gelernt und verinnerlicht hat.
Selbst dann, wenn man das mathematische Ordungssystem nie gelernt hatte, wie es z.B. beim Gros der Tiere der Fall sein dürfte. Selbst dann dürfte eine Gruppe Tauben z.B. 2 Bäume wahrnehmen, und sich auf ihnen entsprechend bewegen.

Wie passt jetzt eine subjektive Bestimmung und Behauptung in diese Erkenntnis rein, mit der sich gut leben ließe?
Orig.Nathan schrieb:Warum verstehen wir immer noch nicht, wie Gravitationskraft wirkt? Sie verbiegt immerhin die Raumzeit, Albert Einstein hatte die Existenz von Gravitationswellen stets postuliert. Nun liegt mit "99,99% Wahrscheinlichkeit" der Beweis vor. Großartig, nur fehlt auch zu dieser "Realität" 0,01% Wahrscheinlichkeit...
Mal langsam mit den jungen Pferden. Man muss erstmal laufen lernen, bevor man fliegen kann.

Realität ist das was wirklich ist. Im Deutschen sogar noch etwas deutlicher zu erfassen, weil es mit dem Wort Wirklichkeit belegt wurde, was schließlich von Wirkung abstammt. Also alles was wirkt. Darüber gibt es dann auch einen breiten Konsens, was wirklich wirkt. Worüber es keinen Konsens gibt, das wird auch nicht als Realität betrachtet. Worüber du gerade schreibst, ist eine Theorie. Ist ein großer Unterschied.
Orig.Nathan schrieb:Du verstehst - "Realität" bedarf einer ungeheuren Genauigkeit, zu der wir immer noch nicht fähig sind.
Das ist nicht wahr.
Siehe obige Ausführungen.
Orig.Nathan schrieb:Das stimmt. Sollte es das denn? Du hast um eine Stellungnahme gebeten und ich habe eine geliefert, die deine Ausführung ergänzt und damit - Semantik hin oder her - eine Erweiterung deines Inhalts liefert, aber keine Widerlegung. Ich gebe dir ja recht in dieser Sache, nur liefere ich weitere Informationen aus einem berufenerem Mund als dem meinen. Warum schafft dir das Probleme?
Weil ich der Überschaubarkeit halber eine Reduktion auf zwei Hauptmerkmale vornahm, und du sie mit den Worten "ja, die Forscher formulieren das anders" kommentiert hattest. Das impliziert, dass meine Reduktion in irgendeiner Weise fehlerhaft oder zumindest unvollständig sein müsste, nun lese ich aber nichts von den Forschern, die du verlinkt hattest, das diese Aussage überhaupt tangiert. Das ist schon ein Problem.


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24.04.2019 um 20:25
weißichnixvon schrieb:Mal langsam mit den jungen Pferden. Man muss erstmal laufen lernen, bevor man fliegen kann.
Wenn ich dir zu schnell denke, dann hast du Pech gehabt. Über deine Tauben hülle ich den Mantel der Barmherzigkeit, und auch der Rest ist das Ergebnis gekränkter Eitelkeit. Unsinn, kurz gesagt. Ich verstehe jetzt auch, warum du so reagierst, aber du liegst auch hier ganz falsch:
Weil ich der Überschaubarkeit halber eine Reduktion auf zwei Hauptmerkmale vornahm, und du sie mit den Worten "ja, die Forscher formulieren das anders" kommentiert hattest. Das impliziert, dass meine Reduktion in irgendeiner Weise fehlerhaft oder zumindest unvollständig sein müsste
Schwere Majestätsbeleidigung wird natürlich durch aggressive Überheblichkeit geahndet. Dabei ist dein Sprachverständnis mangelhaft, so sehr, dass meine Bereitschaft mit dir zu diskutieren erloschen ist. Nimm bitte abschließend zur Kenntnis:

Mein Satz "ja, die Forscher formulieren das anders", beginnt mit einem "JA", was nichts anderes als generelle Zustimmung zu deiner Aussage bedeutet hatte, versehen mit einer Ergänzung und einem anderen Blickwinkel. Du sprichst ja selber von "Reduktion", der ich eine Erweiterung gegenübergestellt hatte. Etwas anderes, besonders etwa Kritik an Fehlern oder Unvollständigkeit implizierte meine Formulierung mitnichten.


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24.04.2019 um 20:30
Nachtrag:
weißichnixvon schrieb:Realität ist das was wirklich ist. Im Deutschen sogar noch etwas deutlicher zu erfassen, weil es mit dem Wort Wirklichkeit belegt wurde, was schließlich von Wirkung abstammt. Also alles was wirkt. Darüber gibt es dann auch einen breiten Konsens, was wirklich wirkt. Worüber es keinen Konsens gibt, das wird auch nicht als Realität betrachtet
Sehr schade. Das ist eine interessante Einlassung, über die man sehr ausführlich nachdenken müsste und miteinander sprechen könnte. Ich nicht mehr, aber vielleicht findet sich hier jemand, es würde sich schon lohnen, denn schließlich ist das in etwas anderer Form genau das, was der von mir zitierte israelische Forscher festgestellt hat.


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24.04.2019 um 21:11
@Orig.Nathan
Du irrst dich mal wieder. Es gib hierbei keinerlei Affekte meinerseits.

Es gibt nur eine Aussage von dir, die, wie viele andere deiner Aussagen bis jetzt, einfach nicht richtig mit dem korrespondieren, was tatsächlich ist. Also schlicht an der Realität vorbei galoppieren.

Du beginnst zwar mit einer Zustimmung, das hab ich nicht übersehen, widersprichst aber gleichzeitig ein Stück weit mit der Behauptung "Forscher formulieren das noch etwas anders" (obschon es da -wie gesagt rein semantisch- nichts anderes zu formulieren gibt, wie es scheint) und bleibst auch noch den Beleg für deinen misslungenen Versuch klug zu scheißen schuldig.

Wie dem auch sei, den Flüchtigkeitsfehler hätte ich dir locker durchgehen lassen. Du hattest im Nachhinein genügend Möglichkeiten das auszubügeln. Stattdessen verstrickst du dich immer tiefer in völlig absurde Aussagen, so dass ich jetzt eigentlich ganz froh sein sollte, dass es hier vorbei ist. Auch wenn du völlig richtig erkennst, dass es wirklich ein sehr spannendes Thema ist, über das es sich lohnt tiefer nachzudenken. Dazu müssten aber erstmal die kleinen Egos zurück geschraubt- und die kindlichen Affekte abgelegt werden. Das ist auch etwas, wozu manch ein Mensch durchaus in der Lage ist... wenn er etwas an sich arbeitet.


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24.04.2019 um 21:59
FlamingO schrieb am 20.04.2019:sich mitten durch die Menge der Aussteigenden mit Ellenbogeneinsatz ins Verkehrsmittel drängeln zu müssen,
Das ist ein sehr egoistisches Verhalten anderen Menschen gegenüber. Solche Leute haben Angst kein Sitzplatz zu bekommen. Vielleicht haben die auch nie gelernt was anständiges Benehmen ist. Da denke ich immer wieder das ich froh bin das mir meine Eltern/Großeltern die waren und guten Werte des menschlichen Miteinander vermittelt haben.
kiwifresh schrieb am 20.04.2019:An öffentlichen Plätzen müssen manche immer den kürzesten Weg nehmen wo sich alles staut. Und nicht da gehen wo sie gemütlich und stressfrei ans Ziel kommen,
Solche Leute sind nicht normal, durch so eine Denkensweise brauchen die mehr Zeit als wenn die ein weg gehen der nicht so frequentiert ist. Weiss nicht woran das liegt, laufffaulheit? Oder psychisches Ego?

Ich gehe da gerne ein paar Schritte mehr um solchen Leuten auszuweichen. So viel Zeit nimmt das auch nicht in Anspruch.


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28.04.2019 um 19:04
weißichnixvon schrieb am 24.04.2019:Wie dem auch sei, den Flüchtigkeitsfehler hätte ich dir locker durchgehen lassen
Menschlich halt, ich verstehe. Lassen wir es dabei. ---
Klapperschlang schrieb am 24.04.2019:Da denke ich immer wieder das ich froh bin das mir meine Eltern/Großeltern die waren und guten Werte des menschlichen Miteinander vermittelt haben.
Meinst du, dass gute Erziehung ein Kriterium für "menschlich sein" ist?


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28.04.2019 um 21:22
Orig.Nathan schrieb:Meinst du, dass gute Erziehung ein Kriterium für "menschlich sein" ist?
Sie schadet einer Entwicklung hin zum humanistischen Betragen zumindest nicht. -
Es gibt aber auch Personen, bei denen sich trotz unzulänglicher Erziehung eine Haltung zum "Menschlichen" hin herausschält. Dies setzt jedoch eigenständiges Arbeiten an sich selbst und Reflexion voraus.


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28.04.2019 um 21:33
FlamingO schrieb:Es gibt aber auch Personen, bei denen sich trotz unzulänglicher Erziehung eine Haltung zum "Menschlichen" hin herausschält. Dies setzt jedoch eigenständiges Arbeiten an sich selbst und Reflexion voraus.
Ich würde auch eine Theorie gelten lassen, nachder sich die Menschlichkeit des Menschen zum Zeitpunkt seiner Geburt auf ihrem Höchststand befindet und danach nur noch abnimmt, wenn man sich nicht von außen und innen um ihren Erhalt kümmert.


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28.04.2019 um 21:36
Orig.Nathan schrieb:Ich würde auch eine Theorie gelten lassen, nachder sich die Menschlichkeit des Menschen zum Zeitpunkt seiner Geburt auf ihrem Höchststand befindet und danach nur noch abnimmt, wenn man sich nicht von außen und innen um ihren Erhalt kümmert.
Eine interessante Theorie zum Thema von Lawrence Kohlberg:
Diskussion: Der rationale Ursprung der Ethik und Moral! (Beitrag von dedux)


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28.04.2019 um 21:55
Orig.Nathan schrieb:Ich würde auch eine Theorie gelten lassen, nachder sich die Menschlichkeit des Menschen zum Zeitpunkt seiner Geburt auf ihrem Höchststand befindet
Nein. Ein Neugeborenes ist zunächst einmal (zwangsläufig) absolut auf sich selbst und die eigenen Bedürfnisse ausgerichtet. Das Baby erlernt erst im Rahmen der sozialen und geistigen Entwicklung. Es empfindet grundlegend v.a. die Regungen Wohlgefühl oder Unbehagen, Lust oder Unlust.


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28.04.2019 um 22:08
Also für mich ist menschlich zu sein, Fehler und Schwächen zu haben, aber auch dazu stehen zu können. Anderen zu helfen ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Menschlichkeit beginnt für mich da, wo die Hilfsbereitschaft anderer aufhört. Zuhören können, für den anderen da sein, miteinander reden und streiten können ohne sich gleich die Köpfe einzuschlagen. Auch eine gesunde Portion Egoismus denke ich macht einen nicht gleich zum Unmenschen.

Menschlichkeit - bedeutet es das man in seinem Verhalten immer gut sein muss um menschlich zu wirken oder zu sein? Oder gehört es zur Menschlichkeit auch dazu böse zu sein und Dinge zu tun die mancher vielleicht nicht versteht und es dann mit Unmenschlichkeit ab zu tun?

Ich denke auch, das unsere Emotionen, Bedürfnisse, Wünsche und Träume uns erst zum Menschen machen. Das Wir denken und Nachdenken können, kommunizieren, lernen und behalten, Gedanken und Gelerntes umsetzen können. Das alles macht uns zum Menschen und unterscheidet uns vom Tier. Jedes Handeln und wie wir andere behandeln lässt uns menschlich oder auch unmenschlich erscheinen. Ich denke, das jeder das auf seine individuelle Weise sieht. Was der eine für menschlich hält muss ein anderer noch lange nicht.

Bin kein Wissenschaftler und Menschlichkeit für mich zu definieren finde ich auch nicht leicht, weil es so viele Aspekte gibt die uns erst zum Menschen machen.

Aber muss man nur gut sein um menschlich zu sein?


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28.04.2019 um 22:19
Orig.Nathan schrieb:Meinst du, dass gute Erziehung ein Kriterium für "menschlich sein" ist?
Das finde ich schon so, immerhin werden dadurch die guten Eigenschaften übermittelt.


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Was bedeutet es menschlich zu sein?

28.04.2019 um 23:06
FlamingO schrieb:Nein. Ein Neugeborenes ist zunächst einmal (zwangsläufig) absolut auf sich selbst und die eigenen Bedürfnisse ausgerichtet. Das Baby erlernt erst im Rahmen der sozialen und geistigen Entwicklung. Es empfindet grundlegend v.a. die Regungen Wohlgefühl oder Unbehagen, Lust oder Unlust.
Sicher. Das bedeutet aber nicht, ein Säugling hätte nicht im Moment der Geburt (oder sogar schon früher) keine Persönlichkeit. Wir sind keineswegs zu 100% unseres Wesens das Ergebnis von Fremdsozialisierung. Wir kommen bereits als Mensch auf die Welt und werden nicht erst von der Welt dazu gemacht und ich meine das durchaus nicht nur körperlich.


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28.04.2019 um 23:20
@Orig.Nathan
Die Persönlichkeit bildet sich erst bei der Entstehung des Ich aus. Im Säuglingsalter empfindet das Kind noch keine Trennung von der Umwelt, das passiert erst später.


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29.04.2019 um 18:51
dedux schrieb:Die Persönlichkeit bildet sich erst bei der Entstehung des Ich aus
Sicher. Die Entstehung des Ichs beginnt aber genau genommen bereits bei Chromosomenvereinigung und der Verschmelzung von Erbgut.
Erst in Zusammenhang mit der Entdeckung der molekularen Struktur der Chromosomen, also der DNA-Doppelhelix, durch Crick und Watson 1953 gewann die Zwillingsforschung wieder mehr an Bedeutung. Die psychologische Verhaltensgenetik und die Genforschung arbeiten dabei Hand in Hand. Die Psychologen geben den Molekulargenetikern wichtige Hinweise, wonach sie im Erbmaterial des Menschen suchen sollen, um der Aufklärung der Anlage-Umwelt-Problematik ein Stück näher zukommen.
und jetzt kommts sozusagen durch die Hintertüre:
..Bedeutend geringer ist der Einfluss unserer Anlagen, wenn es um Persönlichkeitseigenschaften geht, wie etwa Ängstlichkeit oder Offenheit gegenüber anderen. Hierbei werden nur rund 30 bis 40 Prozent den Genen zugeschrieben. Der Rest ist durch Einflüsse der Umwelt entstanden..
Weniger als die doch zu großen Teilen angeborene Intelligenz, aber immerhin... wie ich sagte, grundsätzlich ist schon vor der Geburt ein bedeutender Ansatz der Persönlichkeit festgeschrieben!

Wenn es interessiert, hier der ganze Artikel --> https://www.br.de/telekolleg/faecher/psychologie/entwicklungspsychologie106.html


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29.04.2019 um 18:59
Und Jean Paul Sartre, der große Existentialist und Erforscher des Menschseins schrieb u.a.:
Der Mensch ist nichts anderes als sein Entwurf; er existiert nur in dem Maße, als er sich entfaltet.
Er schrieb auch, das deutlichste Kennzeichen des Menschseins wäre die Großzügigkeit, die ihn über das Tier erhebt, weil letztlich nur die Großzügigkeit ermöglicht, die Freiheit des anderen als solche anzuerkennen. Nun ja, philosophische Worte ... und Sartre sagte selbst, das beste was zwei Philosophen zu einander sagen könnten wäre ein "Guten Morgen!"

Guten Abend.


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29.04.2019 um 19:46
Orig.Nathan schrieb:Sicher. Die Entstehung des Ichs beginnt aber genau genommen bereits bei Chromosomenvereinigung und der Verschmelzung von Erbgu
Wikipedia: Strukturmodell_der_Psyche
Entstehung des Ichs

Nach den ersten Lebensmonaten erfährt ein Neugeborenes immer deutlicher, dass es von Dingen und anderen Menschen unterschieden ist. Es entwickelt ein erstes Bewusstsein von den eigenen Körpergrenzen und Selbstgefühlen. „In den folgenden vier Lebensjahren lernt ein Kind (vorsprachlich und deshalb auch unbewusst) die Fragen zu beantworten: 'Wer bin ich?' – 'Was kann ich?' und somit sein Selbstbewusstsein auch inhaltlich zu füllen.“[4] Um das Es herum wird also eine Zone aufgebaut, die man als „frühes Ich“ bezeichnen kann. Dieses frühe Ich, das sich wie eine Hülle um das Es legt, wird somit von den frühen Körperrepräsentanzen und den frühen Selbstrepräsentanzen gebildet. Die frühen Körperrepräsentanzen sind die kindlich grundgelegten Bewusstseins- und Gefühlsinhalte über Körperbereiche. Zu den frühen Selbstrepräsentanzen zählen die kindlich grundgelegten Bewusstseins- und Gefühlsinhalte bezüglich der eigenen Person. Sie bestimmen den Sozialcharakter und all unsere später erworbenen Selbstvorstellungen (wer wir sind, was wir fürchten und erhoffen, was wir uns zutrauen...) auf unterschiedliche Weise mit.

„Die Auffassung bedarf kaum einer Rechtfertigung, daß das Ich jener Teil des Es ist, der durch die Nähe und den Einfluß der Außenwelt modifiziert wurde, zur Reizaufnahme und zum Reizschutz eingerichtet, vergleichbar der Rindenschicht, mit der sich ein Klümpchen lebender Substanz umgibt.“
– Sigmund Freud, Neue Folge der Vorlesungen[5]

Zum frühen Ich zählte Freud auch den sozialisationsgebildeten Charakter eines Menschen: die bewusstseinsfähigen Emotionen und Bedürfnisse, die in Art und Intensität aus den Grundtrieben des Es durch den Sozialisationsprozess geformt worden sind. Dabei bezeichnete Freud die sozialisationsgeformten Emotionen und Bedürfnisse als „Triebabkömmlinge des Es im Ich“. Das Es mit seinen angeborenen Triebimpulsen wird hier mit einem Baumstamm verglichen, aus dem das frühe Ich als Krone herauswächst. Deswegen nennt Freud diesen Teil des Ichs ein Produkt des Es: Er ist aus dem Material des Es (aus Grundtrieben) entwickelt worden.


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29.04.2019 um 23:05
Ja, der Freud freut einen auch heute noch. Ich fühle mich durch seine Worte auch diesmal wieder bestätigt. Kann es sein, dass du seine Worte ein bisschen ergebnisorientiert auslegst? Insgesamt ist das nämlich kein Widerspruch zur aktuellen modernen Auffassung. Selbstverständlich gibt es diesen sehr wesentlichen "Sozialisationsprozess". Er macht sogar, wie bereits auch von mir beschrieben, mindestens 60%, eher mehr, der Wesensbildung aus. Jedoch eben nicht nur, jedoch ist der Mensch nicht nur das Produkt seiner Umwelt sondern auch bestimmt durch seine Erbanlagen. Das bedeutet, dass sich zwei gleichgeschlechtliche Säuglinge von verschiedenen Eltern, die beide von allen Sozialkontakten und allen Umwelteinflüssen fern gehalten werden, ganz unterschiedlich entwickeln und trotz absolut identischer Sozialisation (Nämlich = Null) sehr deutlich unterscheidbar sein werden.


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