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Klarnamenpflicht im Netz

156 Beiträge, Schlüsselwörter: Internet, Überwachung, Foren, Social Media, Klarnamen, Klarnamenpflicht

Klarnamenpflicht im Netz

14.01.2020 um 20:09
Silberhauch schrieb:Über was darf und soll man denn in Zukunft noch reden? Eine Welt, die nur noch daraus besteht sich gegenseitig zu "bebauchpinseln" stelle ich mir abartig vor.
Man muss sich ja nicht gegenseitig bebauchpinseln. Es reicht doch, die Meinung von anderen zu respektieren, auch wenn es schwer fällt.


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Klarnamenpflicht im Netz

14.01.2020 um 20:14
AgathaChristo schrieb:auch wenn es schwer fällt.
Offensichtlich fällt es so schwer, dass man nun über Offenlegung der Personalien versucht, unschöne Diskussionen im Keim zu ersticken.
Was bleibt ist eine "heile Welt Fraktion".

Und selbst die ist fragwürdig.


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14.01.2020 um 20:22
Silberhauch schrieb:dass man nun über Offenlegung der Personalien versucht, unschöne Diskussionen im Keim zu ersticken.
Genau so isses! Aber ist sicher auch nur VT...

Komme mir langsam wieder wie in der DDR vor...


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14.01.2020 um 20:25
Vomü62 schrieb:Genau so isses! Aber ist sicher auch nur VT...

Komme mir langsam wieder wie in der DDR vor...
Ich sehe da auch keinen Zugewinn. Lasst die Leute doch ihren Bullshit verzapfen, man muss es ja nicht lesen und schon gar nicht geistig annehmen!


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14.01.2020 um 20:51
Entschuldigung aber manches muss man einfach nicht hin nehmen


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14.01.2020 um 21:03
Silberhauch schrieb:Offensichtlich fällt es so schwer, dass man nun über Offenlegung der Personalien versucht, unschöne Diskussionen im Keim zu ersticken.
Was bleibt ist eine "heile Welt Fraktion".

Und selbst die ist fragwürdig.
Das seh ich genau so. Umstrittene Meinungen kann man dann gar nicht mehr äußern ohne dafür geächtet zu werden. Zum Beispiel: Wenn mein Freundeskreis Pro-life ist, ich aber abtreiben gut find muss ich Angst haben dass das wer von denen liest und die sich dann abwenden.


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Klarnamenpflicht im Netz

14.01.2020 um 21:19
AgathaChristo schrieb:Schnurzegal, was z.B. Nachbarn, die hier mitlesen, über mich reden würden?
Wenn ich die Regeln einhalte, die ein gemeinsames Miteinander wie Müll entsorgen usw. erledige, habe ich meinen Soll erfüllt.
Bei dir mag das so sein. Bei anderen Menschen ist es anders. Das kann nur jeder für sich selbst beurteilen, denn für jeden sind die Bedingungen anders.
AgathaChristo schrieb:Bin für Klarnamen, wenn es dann machbar wäre. Wie ich schon erwähnte, würde es mich sehr interessieren, wie Menschen darauf reagieren würden.
Ich weiß nicht, was andere Leute machen würden. Aber ich würde mich sofort aus allen Foren verabschieden und nirgendwo mehr irgendetwas schreiben. Nicht einmal, wie hier das Wetter ist.
Silberhauch schrieb:Über was darf und soll man denn in Zukunft noch reden?
Und vor allem: Wer nimmt für sich das Recht in Anspruch, das zu entscheiden?


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14.01.2020 um 21:21
AlteTante schrieb:Ich weiß nicht, was andere Leute machen würden. Aber ich würde mich sofort aus allen Foren verabschieden und nirgendwo mehr irgendetwas schreiben. Nicht einmal, wie hier das Wetter ist.
Ich denke ein Großteil würde es dir gleich tun. Und dann lohnen sich Foren nicht mehr. Aber so eine Pflicht im gesamten Internet ist zum Glück eh nur Dystopie.


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14.01.2020 um 21:44
Denkt auch mal jemand an die Gefahren solcher Regelungen. Was wäre wenn der Staat solche Instrumente nutzen würde, um unliebsame Kritiker Mundtot zu machen?

Ihr glaubt ihr seid sicher in einem demokratischen Land, gedeckt durch Meinungsfreiheit und Gesetz.

Malta beweist gerade erschreckend eindrucksvoll, was in einer Demokratie alles möglich ist.


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14.01.2020 um 21:53
Ayashi schrieb:Denkt auch mal jemand an die Gefahren solcher Regelungen. Was wäre wenn der Staat solche Instrumente nutzen würde, um unliebsame Kritiker Mundtot zu machen?
ja sage ich ja....und da macht es auch keinen Unterschied ob wir nun ein Rechtsstaat sind oder nicht. Er kann es potentiell nutzen und er wird es, das at die Geschichte oft genug gezeigt...


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15.01.2020 um 08:28
Tuidamo schrieb:Zuerst müsste in Schulen
Erziehungsarbeit in den Schulen ist so eine Sache. Das hat durchaus auch Nachteile.
Und klar, "Cybermobbing" ist schon ein Problem, aber die Ursachen davon sind tiefgreifender und weitgehender. Wer ein Arsch ist, der unter der Sicherheit der Anonymität andere beleidigt, hat ein grundlegendes Empathieproblem.
Silberhauch schrieb:Lasst die Leute doch ihren Bullshit verzapfen, man muss es ja nicht lesen und schon gar nicht geistig annehmen!
Wenn man bedroht wird, ist das recht schwer, das geistig nicht anzunehmen.
knopper schrieb:ja sage ich ja
Aber genau dafür sind die Kontrollmechanismen des Rechtsstaates da. Der Staat darf nicht, was er könnte.


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15.01.2020 um 08:43
kleinundgrün schrieb:Aber genau dafür sind die Kontrollmechanismen des Rechtsstaates da. Der Staat darf nicht, was er könnte.
Gefährlich wird es dann, wenn diese Kontrollmechanismen auch wegfallen.
Ein gutes Beispiel sind hier die rosa Listen.
Die rosa Listen dokumentierten im 19. Jhdt. in Deutschland offen bekennende Homosexuelle zur Strafverfolgung im Rahmen von §175 (Schwulensexverbot - sowas gab es damals) zu erleichtern.
Diese Listen fielen später den Nazis in die Hände, die diese nutzten um homosexuelle gezielt zu verfolgen.

Auch gibt es einige bekannte Fälle, in denen Menschen plötzlich vom Staat überwacht wurden, nur weil sie zufälligerweise ihren Namen mit einem Verbrecher teilen.

Das folgende Video zum Thema Überwachungsstaat zeigt anhand einiger Beispiele, warum der Staat nicht unbedingt der beste Geheimnishüter ist und worin die Gefahren von zu vielen Daten über die Bürger liegen:
Youtube: Überwachungsstaat - Was ist das?

Es ist zwar schon 6 1/2 Jahre alt, aber so aktuell wie eh und je.


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15.01.2020 um 09:13
Fennek schrieb:Gefährlich wird es dann, wenn diese Kontrollmechanismen auch wegfallen.
Das ist in der Tat eine Gefahr.
Deswegen ist auch in einem Rechtsstaat das Prinzip der Datensparsamkeit wichtig. Man kann nie abschließend sagen, wem Daten mal in die Hände fallen.

Es ist eine Gratwanderung. So viele Daten, um eine effektive Strafverfolgung und -prävention gewährleisten zu können. Aber so wenige Daten, wie nur möglich.

Der Punkt ist in meinen Augen, dass das Internet völlig andere Mechanismen ausweist, als das analoge Leben. Wie schon geschrieben, die automatisierte Auswertbarkeit von Datenmengen und Verknüpfungen ist etwas, das sehr neu ist. Wir reden heir von nur wenigen Jahren oder meinetwegen Jahrzehnten an Erfahrung mit etwas, das in einigen Bereichen sich dramatisch von allem unterscheidet, als das, worauf wir bisher unsere Rechtsordnung aufgebaut haben.

Da muss man sehr genau überlegen, was man macht und wie man es macht. Und vor allem, welche Folgen es neben dem Zweck der Zielerreichung haben kann.


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15.01.2020 um 09:49
Klarnamen, am liebsten noch mit Anschrift und Kontaktdaten - ja, das hätten sie gern. Das mögen die Schnüffler schon selbst herausfinden. Das fällt ihnen ja jetzt schon leicht.
Die anderen, die einen Beitrag lesen und, weil anderer Meinung, gern mal mit dem Baseballschläger oder der Knarre vorbei kommen möchten, müssen halt schon selbst recherchieren.


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15.01.2020 um 10:14
kleinundgrün schrieb:Erziehungsarbeit in den Schulen ist so eine Sache. Das hat durchaus auch Nachteile.
Und klar, "Cybermobbing" ist schon ein Problem, aber die Ursachen davon sind tiefgreifender und weitgehender. Wer ein Arsch ist, der unter der Sicherheit der Anonymität andere beleidigt, hat ein grundlegendes Empathieproblem.
Ich bin aber überzeugt , daß es mehr Vorteile bringt. Denn es sollten in diesem Alter schon die Kinder so erzogen werden , daß sie untereinander, egal welche Hautfarbe , Religion etc respektvoll miteinander umgehen und sich nicht gegenseitig aufs Heftigste mobben. Ein bischen "hänseln" , das gab es schon immer und wird man nie ganz vermeiden können. Nur sollten Kinder mit dem Umgang von Verbalattacken gut gerüstet sein und entsprechend daraufhin reagieren können. Sicher ist dies ein langer Prozeß , aber deshalb sollte Schulpsychologen, Pädagogen möglichst früh damit beginnen. Denn später kosten diese "Heilprozesse" unser Gesundheitswesen, sprich die Krankenkassen, doppelt und 3mal soviel. Ebenso könnte damit der spätere Umgang , wenn die Kinder erwachsen
geworden sind, dazu führen, daß auch das cybermobbing reduziert wird und damit das Problem der Klarnamenheit vom Tische wäre.


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Klarnamenpflicht im Netz

15.01.2020 um 10:23
Ein tolles Negativbeispiel für Klarnamenpflicht hat damals die Spielefirma Blizzard gebracht.
Blizzard wollte 2010 für ihr Spiel World of Warcraft eine Real ID (Klarnamen) Pflicht einführen, um eben Trollen das Leben zu erschweren.
Um als gutes Beispiel voranzugehen, hat Micah Whipple, einer der Moderatoren des Blizzard Forums, seinen Klarnamen veröffentlicht.
Die Folge daraus war, dass die User des Blizzard Forums anhand des Klarnamens sehr viele teils sensible Informationen (wie Telefonnummer, die Namen seiner Familienmitglieder, Adresse) über den Moderator veröffentlicht haben.
Danach ist Blizzard von dieser Idee zurückgetreten, weil sie selbst gemerkt haben, was passieren kann. Außerdem sah man die Gefahr, dass auch falsche Personen darunter leiden können, die nur zufällig den selben Namen tragen.
One employee, Micah Whipple, dared to give out his name in a show of confidence on Blizzard’s part. Almost immediately, someone posted reams of his personal information in the forum thread, including his phone number, the names of all of his relatives, and his address. As it turns out, some of the information may have been inaccurate, which prompted the unreasoned argument that if the wrong person was harrassed or threatened, it would somehow be Whipple’s fault.
https://www.themarysue.com/blizzard-real-id-what-weve-learned/

@Tuidamo
Das Problem mit Erziehung durch staatliche Einrichtungen ist, dass die Erziehung natürlich immer staatsfreundlich sein wird und eher selten lehrt, Kritik am Staat und Obrigkeiten zu üben. Willst du wirklich eine Generation staatstreuer Kinder hier rumlaufen haben?


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15.01.2020 um 10:30
@Fennek

Eigentlich war es sogar die "staatstragende Erziehung" gewendeter Ex-Nazis, die meine Generation in den späten 1960ern die Kritik lautstark auf die Strasse tragen liess. Der Schuss kann also auch nach hinten losgehen.


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15.01.2020 um 10:40
@Doors
Natürlich kann das auch anders ausgehen, daher ein gutes Beispiel. Jedoch gibt es auch genug Systeme, in denen das so funktioniert, wie der Staat gerne hätte. Ich sehe China da als gutes Beispiel mit ihrem Social Scoring System. Ich hab da mal ne Doku drüber gesehen (ich glaube das war Frontal21) und viele Bürger begrüßen dieses System mit den guten alten Argumenten, es helfe der Verbrechensbekämpfung und "wer nichts zu verbergen hat, dem droht ja auch keine Gefahr". Sie lassen sich dann durch die Vorteile locken, die ein gutes Scoring verspricht.

Ich hab das gesehen und war echt schockiert darüber, wie leichtsinnig die Bürger sowas mit offenen Armen empfangen. Aber sowas kann man wohl mit gezielter Erziehung durch den Staat und reichlich Propaganda ziemlich gut erreichen. Man muss die Bevölkerung nur lange genug indoktrinieren und an Dissidenten ein paar Exempel statuieren und schon züchtet man sich seine hörige Masse.


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15.01.2020 um 10:42
Fennek schrieb:Das Problem mit Erziehung durch staatliche Einrichtungen ist, dass die Erziehung natürlich immer staatsfreundlich sein wird und eher selten lehrt, Kritik am Staat und Obrigkeiten zu üben. Willst du wirklich eine Generation staatstreuer Kinder hier rumlaufen haben?
Wir , auch die Erwachsenen können doch Kritik am Staat und deren Obrigkeiten üben. Das ist doch genau ein Instrument , das jedem Bürger in einem demokratischen Staat aufgrund unserer Verfassung zur Verfügung steht. Ich bin froh , daß ich hier in D wohne und Bundesbürger bin.


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Klarnamenpflicht im Netz

15.01.2020 um 10:43
@Fennek

Freiheit wird oft und gern auf dem Altar des Fetischs "Sicherheit" geopfert. Das stimmt schon, muss aber nicht hingenommen werden.

Selbst, wenn man nicht gewinnen kann, sollte man sich dem entgegen stellen.

Youtube: 1989: Man stops Chinese tank during Tiananmen Square protests


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