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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

246 Beiträge, Schlüsselwörter: Fleisch, Corona, Schlachthof, Arbeitsbedingungen, Westfleisch, Tönnies

(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 11:46
@EDGARallanPOE

Das sehe ich ein bißchen anders, auch wenn ich solche Tendenzen ab und zu erkenne.

Früher war der Hofverkauf einfach Stand der Dinge. Das war nicht eine bewusste Entscheidung des Bauern und es war keine bewusste Entscheidung der Käufer.

Bei den Hofläden, die ich aktuell kenne, ist es aber eine bewusste Entscheidung, oft auch eine bewusste Entscheidung auf Gewinnmaximierung im Sinne der Massentierhaltung zu verzichten. Da leben Schweine draußen und drinnen in Kleingruppen auf Stroh, weil der Bauer es so will und weil er in diesem etwas hochpreisigeren Segment auch Absatz findet, der bei Massentierhaltung erst mal wegbrechen würde.
rhapsody3004
schrieb:
Versuche das aber mal Menschen verständlich zu machen, dass das der bessere Weg ist/wäre, wenn diese Menschen nichts anderes kennen als lebenslang (über 60 Jahre) täglich Fleisch in den verschiedensten Ausführungen zu essen - Morgens, Mittags, Abends. Solche Menschen können und werden sich nicht mehr ändern/umstellen.
@rhapsody3004

Das sehe ich ganz genauso. Das ist aber auch vielleicht gar nicht die zu gewinnende Zielgruppe. Die Menschen, die in den 50er Jahren plötzlich mal richtig was auf den Teller bekommen konnten, werden wir nicht mehr ändern. Die sind aber auch schon wirklich alt.

Wenn man das Essverhalten der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen erreichen kann, wäre das genug an erforderlicher gesellschaftlicher Veränderung. Und da bin ich zB dafür, dass Essen in Kitas und in Schulen ruhig sehr hochwertig sein darf, meinetwegen kostenlos und subventioniert. Wer 14-17 Jahre lang jeden tag eine tolle hochwertige Mahlzeit gegessen hat mit wenig hochwertigem Fleisch, will ganz sicher nicht mehr dahinter zurück.



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 11:47
sacredheart
schrieb:
Aber ein bißchen Grund zur Hoffnung sehe ich auch: In meiner Umgebung ist die Infrastruktur an tollen Hofläden in den letzten 20 jahren deutlich besser geworden, das wird ja nicht nur hier so sein. Und wenn ich mir anschaue, was da los ist, wird das auch stark nachgefragt.
Unrealistisch. Das Mio Menschen zumchofladen gehen.

Es gibt immer interessenskonflikte... Tierschutz etc geht auch nur europaweit und die Importe müsste man dann auch raushalten etc



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 11:48
Yooo
schrieb am 26.06.2020:
Einmal das und was interessieren andere Länder?
Deutschland ist einer der größten Fleischexporteure der Welt.
Also von
Bitte mal belegen



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 11:51
@Fedaykin
Fedaykin
schrieb:
Unrealistisch. Das Mio Menschen zumchofladen gehen.

Es gibt immer interessenskonflikte... Tierschutz etc geht auch nur europaweit und die Importe müsste man dann auch raushalten etc
Das erscheint mir etwas zu fatalistisch. Man wird nie alle für etwas gewinnen können. Aber alleine in meiner unmittelbaren Umgebung gibt es 7 Hofläden, von denen 5 vor 20 Jahren noch nicht da waren. Es gibt ein zunehmendes Bewusstsein für hochwertiges Fleisch aus guter Produktion.

Und wenn nur genug Leute mitmachen, muss irgendwann auch der Großbetrieb nachziehen, um am Leben zu bleiben. Dafür müssen gar nicht alle Menschen hohe Anforderungen stellen, sondern nur eine Mehrheit. Es muss noch nicht mal eine Mehrheit an Personen sein, sondern nur die Mehrheit an Finanzmitteln, die in Fleisch fließt.



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 12:06
sacredheart
schrieb:
Aber alleine in meiner unmittelbaren Umgebung gibt es 7 Hofläden, von denen 5 vor 20 Jahren noch nicht da waren. Es gibt ein zunehmendes Bewusstsein für hochwertiges Fleisch aus guter Produktion.
Das mit der Wertigkeit ist sehr relativ... Denn so richtig quantifizierbares gibt es nicht
sacredheart
schrieb:
Und wenn nur genug Leute mitmachen, muss irgendwann auch der Großbetrieb nachziehen, um am Leben zu bleiben. Dafür müssen gar nicht alle Menschen hohe Anforderungen stellen, sondern nur eine Mehrheit
Genau... Andere werden verlieren.

Aber was hat der Schlachthof mit der Tierhaltung zu tun.. Im Grunde sind die nachhaltiger allein schon wegen besserer schlachtbedingungen und 99% verwertu g



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 12:07
sacredheart
schrieb:
Bei den Hofläden, die ich aktuell kenne, ist es aber eine bewusste Entscheidung, oft auch eine bewusste Entscheidung auf Gewinnmaximierung im Sinne der Massentierhaltung zu verzichten. Da leben Schweine draußen und drinnen in Kleingruppen auf Stroh, weil der Bauer es so will und weil er in diesem etwas hochpreisigeren Segment auch Absatz findet, der bei Massentierhaltung erst mal wegbrechen würde.
Nicht das du mich falsch verstehst...

Für einen begrenzten Kundenkreis, der natürlich auch das "nötige Kleingeld" mitbringen muss funktioniert das. Ich halte das auch für erstrebenswert.

Dieses System hat aber eine Kapazitätsgrenze. Es darf also keinesfalls Jeder, auf diese Art des Konsums umsteigen.




Früher gab es einen Bioladen bei meiner Oma um die Ecke. Alle Produkte biologisch erzeugt. Stolz berichtete die Inhaberin, dass der längste Weg, den einer ihrer Artikel zurückgelegt hat, 35 Kilometer betrug.

Was nicht in einem regionalen Umkreis von 30 Kilometern regional und biologisch produziert werden konnte, gab es in diesem Laden eben nicht.

An manchen Tagen standen nur 2 Obst/Gemüsekisten in der Auslage, an anderen mal 5 bis 10.

Bei der Apfel- und Kartoffelernte gab es nur einen schmalen Weg zur Kasse. Der Rest des Ladens war mannshoch vollgestapelt. Da hätte kein Ordnungsamt vorbeikommen dürfen.


Heute gibt es den Laden nicht mehr...Dafür aber 300 Meter weiter oben einen Bio-Supermarkt. Dessen Produkte tragen meist ein Bio- Siegel.

Per LKW-und Luftfracht aus aller Herren Länder zusammen gekarrt.

Die Inhaberin des Bio-Ladens, die wahrscheinlich inzwischen verstorben ist ( sie war 1980 in den Fünfzigern) würde traurig durch die blankgeputzten Scheiben auf das schauen, was aus ihrer Pionierarbeit und ihrem Idealismus geworden ist.


Edit Habe den Bezug zum Fleisch vergessen. Es gab dort nur geflügel



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 12:09
Wissbegier
schrieb:
Das Problem ist nicht wirklich das Konsumverhalten der Menschen, sondern die Profitgier der Firmen. Die Gier der Firmen ist das Problem.
Nein, denn solange Hans und Franz sich schön darüber freuen wenn sie am Wochenende ihr Kilo Nackensteak für 1,99€ bekommen wird sich gar nichts ändern. Alle Unternehmen sind auf Wachstum und Profit aus. Diesen Profit können sie aber nur machen, da die Menschen ihre Produkte kaufen ohne ein bisschen darüber nachzudenken was hinter den Kulissen läuft.
Wissbegier
schrieb:
Meinen Konsum werde ich sicherlich nicht ändern, da an der Gierspitze der Firmen etwas geändert werden muss.
Und was willst du stattdessen machen?
Man muss auch bedenken, dass man als Unternehmensgründer ein großes Risiko hat, finanziell und unter Umständen auch rechtlich. Da hat sich jemand hochgekämpft um etwas zu erreichen.
Dass er damit Erfolg hat/hatte liegt einzig und allein an der Einstellung wie du sie vertrittst - die anderen bösen Kapitalisten haben an allem schuld und ich ändere gar nichts. Weißt du was? Dein Konsumverhalten ist das EINZIGE womit du da etwas erreichen kannst und was dazu geführt hat, dass es den Arbeitern und den Tieren schlecht geht! Auch, dass die Firmenchefs im Luxus leben worüber du meckerst - da hast du mit einem Konsumverhalten welches du ja nicht ändern willst kräftig mitgeholfen. Von daher liegt es in der Hand der Verbraucher etwas zu ändern. Außer natürlich man will das gesamte System umwerfen und den Kommunismus wieder einführen - tatsächlich klingt dein Text eher nach letzterem.



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 12:18
Fedaykin
schrieb:
Aber was hat der Schlachthof mit der Tierhaltung zu tun.. Im Grunde sind die nachhaltiger allein schon wegen besserer schlachtbedingungen und 99% verwertu g
@Fedaykin

Tierhaltung reicht ja von der Geburt des Tieres bis zur Schlachtung und beinhaltet ausdrücklich auch die sicher nicht sehr tierwohldienlichen Massentransporte. Diese werden Tieren, die auf dem Hof geschlachtet werden, komplett erspart.
Und ich denke gerade nicht, dass ein Hof, der wesentlich mehr in die Aufzucht des Tieres steckt, nicht auch eine hohe Verwertungsquote anstrebt.

@EDGARallanPOE

Man muss gar nicht sooo viel mehr bezahlen. Man kann aus Schweineschulter einen leckeren Braten oder auch Gulasch machen. Die Schweineschulter vom Hofladen ist immer noch etwas teurer als das Discounter Filet, aber da reden wir nur noch über Klimpergeld.
Und wenn man den Konsum von 7x pro Woche auf 2x runterschraubt, hat man sogar noch etwas Klimpergeld übrig.
EDGARallanPOE
schrieb:
Dieses System hat aber eine Kapazitätsgrenze. Es darf also keinesfalls Jeder, auf diese Art des Konsums umsteigen.
Es ist ja auch nicht so, dass der Andrang jetzt gar nicht zu bewältigen wäre.
Aber Produktionen können sich umstellen. Da ist ohne Weiteres einiges mehr an Kapazität möglich.
EDGARallanPOE
schrieb:
An manchen Tagen standen nur 2 Obst/Gemüsekisten in der Auslage, an anderen mal 5 bis 10.

Bei der Apfel- und Kartoffelernte gab es nur einen schmalen Weg zur Kasse. Der Rest des Ladens war mannshoch vollgestapelt. Da hätte kein Ordnungsamt vorbeikommen dürfen.
So einen Bioladen kannte ich auch, Den gibt es schon lange nicht mehr. Gut gemeint und gut gemacht ist halt nicht automatisch das Gleiche. Dieser Laden war an meiner U-Bahn Haltestelle. Und ich konnte einer grünen Paprika, die im Fenster lag, über mehrere Wochen bei diversen Stadien des Verfalls zuschauen, während ich auf die Bahn gewartet habe. Das fragt der Markt eher nicht nach.



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 12:20
Ich entschuldige mich jetzt schon bei allen die ich bei den Zitaten anführe. Die sieben Seiten habe ich mir mal zu Gemüte geführt. Das ist ein schwieriges Thema.
Nochmal Sorry, aber es wurde schon einiges gesagt das ich für richtig halte.

Vorneweg muss ich ebenfalls nochmal festhalten:

„Das Angebot bestimmt die Nachfrage“
knopper
schrieb am 24.06.2020:
Also mir ist an der ganzen Sache auch nicht ganz klar warum jetzt stets und ständig auf den Verbraucher gezeigt wird, nach dem Motto "bitte da seht ihrs, ihr habt es ja so gewollt".
knopper
schrieb am 24.06.2020:
Egal welche Diskussion man dieser Tage hört...am Ende kommt immer wieder heraus dass man ja als Verbraucher das billigere Fleisch kauft, und hier der Hauptschuldige an der Ganzen Misere sitzt...sowas ko... mich echt an. :palm:
Danke!
So viel Fleisch essen wie ich kot.. könnte geht nicht. Die Verbraucher sind die Leid tragenden. Wie viel verdient ihr alle im Durchschnitt?
kleinundgrün
schrieb am 24.06.2020:
Mit dem Kauf solcher Ware unterstützt man natürlich schon auch dieses System. So ganz frei von jeglicher Verantwortung würde ich den Verbraucher eben nicht sehen.
Alles Bio und direkt von der Quelle. Seid ihr da so Konsequent es wirklich bei allen Produkten eure Moral und das Ego zu streicheln?
Also Bio – Säfte, Fleisch vom Bauern, Saisonales Gemüse und Obst?
Noch besser selbst angebaut und gepflückt?
Eier, noch warm vom legen?
Immer schön unverpackt Einkaufen? Den Co2 Ausstoß bei der Produktion berechnet?
Lachs und andere Meeresfrüchte nur aus dem Meer? Direkt vom Kutter?
Ja halt mal. Richtig! Selbst geangelt und Ausgenommen?
*Ironie*
Drecks Forellenfarmen, Tierquäler!! Besser mit fetten Schleppnetzen die Meeresböden umpflügen. Dann wachsen Korallen ja besser!!

Manche Forderungen zu Kaufverhalten und Konsum sind einfach weitab jeglicher Realität.
Wenn wir das konsequent machen, kann bald keiner mehr seinen Tisch anständig Decken.
Letzt endlich bezahlen Arme, Großfamilien und gering Verdiener den Preis.
Fördert nur noch mehr die Kluft zwischen Arm und Reich!
Augenknecht
schrieb am 24.06.2020:
So ein Problem kann man nur Gesamtgesellschaftlich diskutieren, es geht ja letzten Endes nicht bloß um die Unwirtschaftlichkeit: Man kann bei steigenden Ausgaben die Preise erhöhen, muss dann aber feststellen das sie niemand mehr bezahlen kann, da das Gros der Bevölkerung nicht im Reichtum lebt.
Hier liegt, wie Augenknecht schön formuliert hat, der Hund begraben.
Erstmal brauche ich nicht mehr Arbeiten. Bis ich alles zu Ernährung, Lebensmittel, Herstellung und Vertrieb studiert habe, kann ich in Rente gehen. Bzw. brauche ich zwei Leben um es „Moralapostel“ richtig zu machen. Mal abgesehen davon das „Ottonormal“ nicht in der Lage ist es zu finanzieren.

Ach Gott…da fehlt ja noch alles was mit Umwelt zu tun hat. Anbauflächen für euren Fleischersatz. Pestizide, Monokulturen usw….
Deutschland ist nicht in der Lage sich komplett, autark zu Versorgen.
8 Milliarden Menschen Weltweit die ständig mehr werden machen eine Lösung des Problems unmöglich.
Wie glaubt ihr das Global zu lösen??
In Deutschland gibt’s dann vier mal im Monat Fleisch für alle und anderswo werden die Grills voll bestückt?
Glaubt ihr der Amerikaner wird weniger Barbecue machen weil der achso moralische Deutsche die Welt verbessert?
Meine Damen und Herren, noch falscher kann man sein Ego nicht puschen!!

Außer einer massiven Einschränkung der Vermehrung des Menschen, sehe ich keine reale Lösung. Das Hauptproblem wird verlagert, geschweige denn beachtet und Angesprochen oder im Sinne aller gelöst.
So lange wir Menschen nicht im Gleichgewicht mit unserer Umwelt leben. Alles ausbeuten und zum persönlichen Vorteil verscheuern, wird es Armut und Hunger geben.
Sowie die Zerstörung von "Mutter - Erde" mit all seinen Lebewesen.



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 12:23
Nur mal so aus meiner Sicht:
Ich esse viel Fleisch, und an dieser Vorliebe wird sich wohl grundlegend nichts mehr ändern. Wenn die heutige Jugend zu Vegetariern und Veganern wird - okay. Wahrscheinlich ist es gut so auch wenn man es noch gerne belächelt (es hat durchaus auch seine komische Seite mit den Food-Religionen).

Aber: Billigfleisch ekelt mich an. Der Qualitäts-Unterschied ist deutlich. Billigfleisch hat immer einen fiesen Beigeschmack und auch die Qualität insgesamt trägt kaum zu schmackhaften Zubereitung bei. Wenn ich es an der Theke kaufe, liegt das immer ca. zwischen 2,50 bis hin zu 4,00 Euro/kg.

Leider ist auch das deutsche regionale Fleisch nicht unbedingt deshalb besser, weil es regional und fair ist. Der Preis liegt aber ebenso in dieser Spanne. Sehr gute Erfahrungen habe ich vor allem mit dem australischen Rindfleisch und Kikok-Huhn.

In der deutschen Großstadt, in der ich lebe, kenne ich aktuell eine Metzgerei, die nur Top-Qualität anbietet.

Wie man es politisch in Angriff nehmen soll, dass die Bevölkerung nicht mehr tonnenweise das Ekelfleisch in sich hineinstopft? Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Vielleicht war die Deklaration der Haltungsform auf der Packung schon ein guter Schritt. Aber wen interessiert das wirklich? Der aktuelle Skandal hat sicher schon den Einen oder Anderen zum Umdenken gebracht. Aber wahrscheinlich nicht dauerhaft. Irgendwann war damals auch BSE vergessen. Es ist im Wesentlichen wohl eine Frage der gesellschaftlichen Schicht, vorsichtig formuliert. Aber es ist auch schwer zu vermitteln, dass der einfache Bürger nicht mehr als einmal die Woche Fleisch bekommt, wie es für unsere Großeltern noch ganz normal war. Die Preisschraube funktioniert da sicher, möchte man meinen. Aber was bekommt man durchgesetzt?



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 12:33
Nemon
schrieb:
Nur mal so aus meiner Sicht:
Ich esse viel Fleisch, und an dieser Vorliebe wird sich wohl grundlegend nichts mehr ändern. Wenn die heutige Jugend zu Vegetariern und Veganern wird - okay. Wahrscheinlich ist es gut so auch wenn man es noch gerne belächelt (es hat durchaus auch seine komische Seite mit den Food-Religionen
Soll die Jugend mal machen. Veganismus ist jedenfalls keine Lösung. Auch wenns gerade in Mode ist. Und dieser ganze Fraß, was mittlerweile als Fleischersatz angeboten wird, na ja, ich weiß ja nicht. Gesund geht anders.
Fleischersatz ist keine Lösung. Zu einer ausgewogenen Ernährung gehören nun mal tierische Produkte, wozu auch Fleisch und Fisch zählt, dazu. Gewisse Nährstoffe kann der Körper nun mal ausschließlich nur über tierische Produkte am besten aufnehmen.

Die Zukunft kann eigentlich nur lauten, wie hier schon oftmals gesagt wurde, den Fleischkonsum zu beschränken und anstatt täglich Billigfleisch zu fressen lieber 1-2 mal in der Woche auf hochwertiges Fleisch und Fisch aus entsprechender Zucht zurückzugreifen. Gilt auch für Eier etc.



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 12:34
@sacredheart

Ich habe da noch ein Super-Beispiel zu dem Nachfrage-Thema.

Bei uns tingelt Dienstag und Freitag ein Bäcker mit Verkaufsauto durch die Straße. Bei dem sind wir Stammkunden und nehmen auch kräftig Ware ab. Wir liegen ziemlich am Ende seiner knapp 5-stündigen Tour

Als der Corona-Lockdown begann, kam er 2 Wochen nicht.

In der dritten Woche hörten wir wieder seine vertraute Klingel, wenn er in die Straße einbog.

Er entschuldigte sich bei uns, dass er uns quasi im Stich gelassen hätte. Er habe bis auf weiteres beschlossen ab sofort nur noch die Stammkunden anzufahren, die ihm immer die Treue gehalten haben.

Ab der ersten Tour im Lockdown, erklärte er scherzhaft, hätten die Käufer ihn überrannt..tütenweise eingekauft und ihn "mit Geld beworfen".

Bereits nach 30 Minuten war der Wagen leer...Auch zweimaliges Nachladen half nichts...auch diese Bestände waren längst verkauft bevor er uns erreichte.

"Ich hätte das Geschäft meines Lebens machen können", sagte er noch mit verschmitztem Grinsen. Habe richtig geackert in der Zeit, hätte aber noch viel mehr verkaufen können......



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 12:35
sacredheart
schrieb:
Und ich denke gerade nicht, dass ein Hof, der wesentlich mehr in die Aufzucht des Tieres steckt, nicht auch eine hohe Verwertungsquote anstrebt.
Unwagrscheinlich... Was macht er mit den Knochen etc
Lumpikahn
schrieb:
Das Angebot bestimmt die Nachfrage“
Jein



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 12:39
Nemon
schrieb:
Vielleicht war die Deklaration der Haltungsform auf der Packung schon ein guter Schritt.
@Nemon

Ich galube, das war ein wichtiger Schritt...


...um alles beim Alten zu lassen.
Haltungsform 1 bis 3 unterschieden sich kaum. Was hat ein Schwein davon, wenn in einem Riesenstall dann ein einziges Tageslicht Fenster ist, das so groß ist wie in einem Wohnwagenklo? Was hat ein Schwein von mehr an Platz, wenn das mehr kaum so groß ist wie ein Stück Küchenrolle? Weiterhin findet man bei Discountern überwiegend 1



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 12:39
@Lumpikahn
Wer sagt denn, dass man Vegetarier werden muss? Es geht doch nur darum, dass man das, was in vielen Ländern Standard ist, auch mal selbst überdenken könnte. Ich muss nicht jeden Tag Fleisch und Wurst in x Varianten essen, 2 x die Woche und dann Qualität vom Dorfmetzger, bei dem die Namen der Kleinbauern veröffentlicht sind bzw manchmal sogar der Name der Kuh bekannt ist, die ein schönes Leben auf der Weide hatte.. reicht völlig aus. Da zahl ich lieber mehr und ess das nur manchmal, statt täglich irgendeinen gestreckten Mist aus Massentierhaltung zu essen..
In Deutschland geben die Menschen nur einen Bruchteil ihres Gehalts für Essen aus als zb in Frankreich. Und irgendeinen Qualitätsmetzger hat jeder in seiner Gegend.



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 12:47
Nemon
schrieb:
es ist auch schwer zu vermitteln, dass der einfache Bürger nicht mehr als einmal die Woche Fleisch bekommt, wie es für unsere Großeltern noch ganz normal war. Die Preisschraube funktioniert da sicher, möchte man meinen. Aber was bekommt man durchgesetzt?
Die älteren Generationen langen genauso beim Fleisch täglich zu wie jüngere. Schon meine Großeltern (beiderseits) haben Fleisch gefressen als gäbe es keinen Morgen mehr.
Und ob davon tatsächlich nur der einfache Bürger das Billigfleisch kauft und frisst, bezweifle ich auch irgendwie.

Viele ältere Menschen sind heutzutage ja auch schon gezwungen dazu Fleisch nur noch im Discounter zu kaufen, weil Altersarmut auf dem Vormarsch ist. Die wohlhabenden Rentner sterben immer mehr aus.

Hier müsste man dann auch den Älteren versuchen klar zu machen, obwohl schwieriger, dass sie ja gar nicht auf Fleisch verzichten sollen, müssen, sondern einfach nur nicht mehr täglich fressen sollen. Dann kommt es auch Finanziell hin. Anstatt jeden Tag Billigfleisch lieber auf wenige Tage in der Woche beschränken, dafür aber hochwertigeres kaufen.



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 12:54
@rhapsody3004
Genau das. Sogar für Kochmuffel. Denn ob es geiler ist, sich dreimal pro Woche eine "geht so" Fertigpizza und Billig Lasagne reinzupfeifen, als ein paar Tage lang mal bisschen abwechslungsreich was kleines zu essen und sich dann eine richtig geniale Pizza vom Italiener zu gönnen, bezweifle ich.
Und günstig frisch kochen ist kein Problem und finanziell mit wenig Geld machbar.. Gerade italienisch zb... Pasta, Tomatensauce, Oliven, Auberginen Basilikum, Kapern, fertig a la Sizilien.
Uswusw.



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13.07.2020 um 13:05
abberline
schrieb:
Da zahl ich lieber mehr und ess das nur manchmal, statt täglich irgendeinen gestreckten Mist aus Massentierhaltung zu essen..
Wenn alle Menschen dies so sehen würden, dann würden wir als Gemeinschaft deutlich mehr bewegen können - einerseits was das Tierwohl angeht und andererseits was die Arbeitsbedingungen der Menschen angeht. Mir ist natürlich bewusst, dass es weiterhin geringverdiener geben wird, die einerseits kein Geld für teures Fleisch haben und andererseits auch andere Probleme haben die deutlich mehr gewichtet sind.
Wenn das alles so einfach wäre hätten wir diese Probleme nicht...



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 13:11
Lumpikahn
schrieb:
Seid ihr da so Konsequent es wirklich bei allen Produkten eure Moral und das Ego zu streicheln?
Diesen Satz verstehe ich nicht. Wie kommst Du auf "Ego streicheln" bei der Frage einer Mitverantwortung durch den Kauf der Waren?
Lumpikahn
schrieb:
Mal abgesehen davon das „Ottonormal“ nicht in der Lage ist es zu finanzieren.
Warum nicht? Wir reden von 200 Gramm Fleisch pro Woche. Wie würdest Du Deine Aussage da begründen?
Lumpikahn
schrieb:
Manche Forderungen zu Kaufverhalten und Konsum sind einfach weitab jeglicher Realität.
Das musst Du - abseits Deiner Polemik - erläutern.
Lumpikahn
schrieb:
Wenn wir das konsequent machen, kann bald keiner mehr seinen Tisch anständig Decken.
Rechne mal vor.
Was richtig ist, dass die Fleischmenge, die pro Woche konsumiert werden kann, abnehmen würde. Dann würde es nur bedeuten, dass für Dich "anständiges Essen" darin besteht, dass jeder 2 Kilo Fleisch pro Woche auf dem Tisch hat. Wie begründest Du diese Ansicht?
Lumpikahn
schrieb:
Außer einer massiven Einschränkung der Vermehrung des Menschen, sehe ich keine reale Lösung.
Ja genau. Darauf habe ich gewartet. Da weiß man ja schon, wohin die Reise geht.
Viele Menschen weniger, damit manche ihr Leben im Überfluss führen können.



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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

13.07.2020 um 13:14
Lumpikahn
schrieb:
Alles Bio und direkt von der Quelle. Seid ihr da so Konsequent es wirklich bei allen Produkten eure Moral und das Ego zu streicheln?
Also Bio – Säfte, Fleisch vom Bauern, Saisonales Gemüse und Obst?
Noch besser selbst angebaut und gepflückt?
Eier, noch warm vom legen?
Immer schön unverpackt Einkaufen? Den Co2 Ausstoß bei der Produktion berechnet?
Lachs und andere Meeresfrüchte nur aus dem Meer? Direkt vom Kutter?
Ja halt mal. Richtig! Selbst geangelt und Ausgenommen?
*Ironie*
Drecks Forellenfarmen, Tierquäler!! Besser mit fetten Schleppnetzen die Meeresböden umpflügen. Dann wachsen Korallen ja besser!!

Manche Forderungen zu Kaufverhalten und Konsum sind einfach weitab jeglicher Realität.
@Lumpikahn

Selbstverständlich kann man alles übertreiben. Man kann aber auch um der Gefahr der Übertreibung vorzubeugen, alles so machen wie immer und dann am Ende ganz überrascht tun, dass von den 1,99€ für die Familienpackung Nackensteak tatsächlich der Arbeiter nur wenig Lohn bekommt und das Vieh ein unwürdiges Leben hatte. ist dann einfach der geldgierige Fabrikant schuld.

Man kann doch einfach auch das tun, was möglich ist, ohne sein Leben völlig auf den Kopf zu stellen. Dazu gehört u:u: hochwertiges Fleisch vom Biohof kaufen und wenn man schon mal da ist, kann man auch Eier und Salat und Gemüse mitnehmen. Und auch dort kann man ein bißchen aufs Geld achten.

Wenn man einfach die Hände in den Schoss legt, dann ändert sich auch nie etwas.

Ich möchte einfach mal den Satz in den Raum stellen:

Alle Macht geht vom Volk aus. Dann soll es die auch wahrnehmen, anstelle auf 'die da oben' zu schimpfen. Und als Konsumenten geht die Macht definitiv von uns aus. Solange man aber der irrigen Annahme ist, es gäbe ein 'die da oben', kann man es sich ja bequem machen.



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