Tussinelda schrieb am 22.05.2026:Es gibt eine Schwerbehindertenquote, bei mehr als 20 Arbeitsplätzen müssen 5% der Stellen mit Schwerbehinderten (Gleichgestellten) besetzt werden. Will man das nicht, zahlt man eine Ausgleichsabgabe. Es geht da um Teilhabe von Schwerbehinderten, eine gute Sache, wie ich finde.
Ich kenne die Regelung und finde dies Inklusion auch nicht verkehrt. Ob diese dann schon bei 20 Angestellten gelten muss und dies dann so gut ist, ist wohl von Unternehmen zu Unternehmen Ansichtssache, finanziell wie moralisch.
Und mit meiner Quotenkritik meine ich ja nicht ausschließlich oder überwiegend behinderte AN.
Aber auch bei einer Behindertenquote kann man praktische Probleme feststellen.
Mal ein fiktives Beispiel:
Eine Firma hat 50 Leute angestellt, 30 Im Innendienst, Hat Bürofläche in Stadt X im 2. und 3. und 4.OG. Es gibt kein Aufzug.
Nun muss die Firma sich eben genau überlegen ob eine taube, eine rollstuhlfahrende oder anderweitig mit Behindertenausweis ausgestattete Person anstellt oder eben Geld an den Staat bezahlt, oder gar umzieht?
Jetzt ist die große Fragen und die ist rein unternehmerisch, warum soll der Staat Geld bekommen und das zusätzlich? Es werden ja bereits Steuern und Lohnnebenkosten abgeführt?! Warum tritt diese Benachteiligung gegenüber kleiner Unternehmen mit unter 20 AN denn überhaupt ein?
Ebenso wäre die Frage ob ein Umzug in ein Gebäude mit ggf Aufzug oder in EG sinnvoll wäre, für ggf eine Person oder um die Qoutenabgabe zu drücken?
Was ich nicht versteh, wie man sich so arg für Gleichberechtigung einsetzen kann und dann aber Qouten oder Strafzahlung fordert. Quoten sind ungleichberechtigend.
Ich denke, das Quoten grundsätzlich wegmüssen und wir weg von Strafen und Ausgleich hin zu Belohnung kommen müssten. Als Förderung wenn jemand inkludiert wird. Den Weg halte ich für sinnvoll.
Tussinelda schrieb am 22.05.2026:hat man sich selbst zur Quote verpflichtet? Hast Du eingestellt? Wenn nicht, woher weißt Du, wer besser gewesen ist? Und wer würde absichtlich jemanden einstellen, der weniger qualifiziert für den Job ist? Das ergibt null Sinn.
1. Man hat sich nicht selbst verpflichtet, sondern wurde als Verband automatisch durch die Landesregierung verpflichtet.
2. Der Verband hat eingestellt. Da ich kein Verband bin, habe ich nicht eingestellt.
3. Die Leitungsebene der Bereiche hat gewisse Abstimmungs- und Mitsprache- sowie Abwegungsentscheidungen gemeinsam zu treffen gehabt, von daher kannte ich die Kandidaten und die Anforderungen
4. Quote ist keine Absicht sondern Zwang mMn
5. Ich erkenne den Sinn einer Quote auch nur bedingt, von daher wäre wir uns einig
;), aber du meinst ja etwas anderes....
Tussinelda schrieb am 22.05.2026:nein. Denn die, die Du "benachteiligt" nennst, sind von vorne herein begünstigt. Es wird ein Nachteil ausgeglichen durch eine Quote.
Als jemand der gut ausgebildet ist und Erfahrung hat ist begünstigt, wenn er sich gegen eine Mitbewerber der nicht so viel Erfahrung und Ausbildung erlangt hat, nicht durchsetzen darf?
Der Erwerb von Erfahrung und Fähigkeiten sollte
keine gefühlte Begünstigung darstellen sondern eine Voraussetzung sein. Ich kann 0 nachvollziehen wie man das anders sehen kann. sorry
Origines schrieb am 22.05.2026:Richtiger Einwand. Deshalb wird immer wieder beklagt, dass die Unternehmen keine Schwerbehinderten einstellen und lieber die Ausgleichsabgabe zahlen. Frauen muss kein Unternehmen einstellen, sie dürfen nur nicht wegen des Geschlechts diskriminieren. Sollten also die Männer in Qualifikation und Leistung besser als die Frauen sein, ist es keine Diskriminierung, den Mann einzustellen oder zu befördern.
Und im öffentlichen Dienst müssen Frauen auch nur dann bevorzugt werden, wenn sie so genauso qualifiziert wie ein männlicher Mitbewerber sind. Die Qualifizierungs- und Leistungsmerkmale müssen in der Ausschreibung genannt werden, so dass bei einer Klage geprüft werden kann, welcher der Bewerber besser qualifiziert war oder bei Gleichstand bevorzugt werden.
Der Einwand ist richtig aber rein theoretisch. Ich habe ja selbst in der Praxis erlebt wie sich Theorie und Praxis unterschieden. Zudem wird der Einwand ja selbst negiert durch die Aussage gute AN mit guter Ausbildung seien eh schon "begünstigt". naja.
Origines schrieb am 22.05.2026:Und die eine Grundlage dafür ist Art. 3 Abs. 2 Satz 2 GG: Die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung und die Beseitigung bestehender Nachteile.
Da du immer aufs GG abzielst, ist für mich die Frage, ob nicht andere Hebel die besseren wären. Eine Quote bleibt für mich eine kleines, ggf notwendiges, aber nicht tolles Übel. Eine Quote produziert eben Bevor- und Benachteiligung gleichermaßen, auf Grund der Quotenparameter.
Ganz Egal ob wir über eine Männer-/Frauenquote reden oder ggf andere Quoten. Es wird eben nicht darauf abgezielt wie und warum,
sondern nur das die Anteil(die Quote) eben erreicht wird. Hier bleibe ich bei meiner Idee gf nicht über Ausgleich und Strafen, sondern über Belohnungstrukturen nachzudenken....
azazeel schrieb am 22.05.2026:Bist Du in die Personalentscheidung involviert? Ich frage das ernsthaft, weil ich weiß, dass sehr schnell Gerüchte zu Tatsachen werden. Man hört dies und das im Flurfunk und vermutet und denkt sich seinen Teil. Aber das gibt oft nicht die tatsächlichen Entscheidungsgründe der Personalabteilung oder Geschäftsleitung wider.
Die Unternehmen, die ich kenne, stellen im Zweifel jemanden ein, der passt und zahlen einen Ausgleich. Weil das viel billiger ist. Und ich kenne auch den Flurfunk nach dem Motto "der kann ja nix, der wurde nur wegen der Behinderung eingestellt".
Gerade auch Umschulungen sind nicht selten, denn manchmal passt eine Person einfach und das ist oft wertvoller, als tatsächliche Fähigkeiten, sofern diese problemlos erworben werden können.
In den beiden Fälle habe ich nicht allein und schlussendlich gesagt, ja oder nein zu den Bewerbern, da ich keine Personal-, oder Verbandsleitung war.
Aber ich war informiert und der Einschätzung involviert. A
lso kurz Bewertung/Einschätzung ja, Entscheidung nein.Das Problem was ich damals erkannt habe, war das um die Quote zu halten, man sich für die 2 Frauen entschieden hat und diese dann immer noch teuer schulen musste, mehrfach und verschiedenen Bereichen..... Das Ist unternehmerischer Irrsinn, aber bei Ämtern und Verbänden scheint ja Geld, was man nicht selbst erwirtschaften muss, lockerer zu sitzen.....