Rerun schrieb:Menschen sind daher auch extrem gut darin, das andere Geschlecht zu erkennen
Das sehe ich auch so.
Aber im alltäglichen Leben hat man es mit Menschen zu tun (auch wenn manche interessanter sind als andere ;-)) und ich empfinde es so, dass man nicht immer das Geschlecht vor sich hertragen muss.
Tussinelda schrieb:sind gesellschaftlich produzierte "Rollen" oder "Vorstellungen", die wir dem jeweiligen Geschlecht zuordnen
Ich meine, dass das Geschlecht fuer viele "Rollen und Vorstellungen" eine untergeordnete Bedeutung haben sollte. Und es ratsamer wäre, ein Zementieren der Stereotype zu vermeiden.
Vieles ist doch aufgebrochen - Frauen tragen selbstverständlich Hosen (warum Maenner eigtl. Keine Roecke?) und die Zahl der Professorinnen ist erfreulicherweise dtl. gestiegen (Und auch die Anrede Frau Professorin Sowieso ist üblich geworden). Und viele sind auch fein damit, mit 'Frau Professor' angeredet zu werden.
Das war doch eine gute Entwicklung.
Diese ganze Thematik hat eine Verbissenheit bekommen, die der Sache nicht gut tut.
Wenn ich lese: "mein Kind, dem ein männliches Geschlecht zugewiesen wurde, hat schon als sie klein war gerne mit Barbie gespielt und hat sich eine Nähmaschine gewünscht - wir ebnen jetzt den Weg fuer eine Transition" - dann verstehe ich das nicht.
Dann wäre Lagerfeld eine Karla gewesen und Kretschmer wuerden wir Maria rufen.
Man hat einen Körper und man kann ganz viel ausprobieren und machen, ohne dass man den Körper an stereotype Vorstellungen anpassen muss.
Als ich jung war, wurden wir ermutigt, die stereotypen Rollevorstellungen zu verlassen - und diese Haltung vermisse ich in der heutigen Zeit.
Origines schrieb:Menschen, bei denen die Geschlechtlichkeit nach Außen nicht steuerbar ist, die soziale Normen überschreiten, die haben ein Problem
Ich weiss nicht, ob das Problem nicht auch zu einem Problem gemacht wird.
Als Frauen begannen, Hosen zu tragen, wurden sie auch skeptisch beaeugt - aber das legt sich. Maenner mit Dutt sind auch eine jüngere Erscheinung (zumindest in Dtl) und vor einigen Jahren noch sehr ungewöhnlich.
Es sind einfach nur Aeusserlichkeiten.
Bei Positionen in Leitungsfunktionen: da sollte es doch auch die Qualifikation des Menschen ankommen, Geschlecht und meinetwegen Geschlechtsidentitaet sollten da doch untergeordnet sein.
Das meine ich damit, wenn ich schreibe, dass ich das Geschlecht nicht als soooo wichtig ansehe.
Man muss es eben auch nicht staendig explizit vor sich hertragen.
sooma schrieb am 02.04.2026:Wo war der Punkt, wo der Wunsch nach geschlechtsneutraler Sprache zum Fordern nach geschlechtsexpliziter wurde?