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Brandunglück von Crans-Montana

139 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Schweiz, Verletzte, Brandunglück ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Brandunglück von Crans-Montana

05.01.2026 um 21:54
Zitat von Rick_BlaineRick_Blaine schrieb:ch bin kein Experte im schweizerischen Recht, aber Prozesse erwarte ich schon. Zivilprozesse und auch die eine oder andere Strafanklage.
Ja, ich hoffe das es so sein wird.
Zumindest auch Änderungen was zb. Fontänen und offenes Feuer und Brandschutz und allgemeine Sicherheiten wie Notausgänge betreffen… Danke dir für deine Antwort:)

https://www.20min.ch/story/crans-montana-kellner-ruft-passt-auf-brisantes-video-aus-2019-aufgetaucht-103480934

Ein Video von Silvester 2019/2020! Ist aufgetaucht… selber Club, selbe Bilder… feiernde Menschen und viele Flaschen mit Fontänen.

Einziger unterschied- ein Kellner sagte den Gästen: PASST AUF DEN SCHAUMSTOFF AN DER DECKE AUF !!!

Also war das bekannt und wissentlich wurde nichts geändert


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Brandunglück von Crans-Montana

06.01.2026 um 00:35
Ich hättte gerne über die konkreten, mutmasslich vorhandenen Mängel diskutiert:

QSS-Einstufung: gab es diese bereits beim Umbau 2015? Wenn ja, wäre QSS 1 zu niedrig und deshalb zwingend ein Brandschutzplaner notwendig gewesen? Falls Umbau als QSS 1 eingestuft wurde, hätte der wohl nicht sachkundige Eigentümer als QSS Verantwortlicher akzeptiert werden können?

Da beim Umbau offensichtlich grosse Eingriffe auch z.B. hinsichtlich Lüftungsanlage und Fluchtwege vorgenommen wurde, war dieser zwingend baueingabe- und abnahmepflichtig. Korrekt?

Anzahl Ausgänge: gemäss VKF wären bei zwei Fluchtwegen maximal 100 Personen im unteren Raum zulässig gewesen. Bei über 100 Verletzten und 40 Toten waren mutnasslich über 100 anwesend und es hätte drei Ausgänge gebraucht. Ist dies korrekt? Wie sind der obere Raum und die davor gestellte überdachte Terrasse und die Personen darin zu werten/zu addieren?

Fluchtweglänge: die maximale Fluchtweglänge bis an einen sicheren Ort im Freien beträgt 35 m und es darf über maximal ein anderer Raum geflüchtet werden. Sind der untere Raum, der obere Raum und die überdachte Terrasse davor nicht schon drei Räume? Gelten - wenn kein horizontaler Fluchtweg ausgebildet werden muss, da die 35 m eingehalten werden, keine Anforderungen an Lage und Material des Mobiliars auf der Terasse? War der Holzpodestausgang ein sicherer Ort? Sind die Türen nicht auch hier zwingend in Fluchrichtung zu öffnen?

Baustoffe: ist es korrekt, dass gemäss Tabelle in VKF für Deckenverkleidungen RF3 Baustoffe zulässig wären? Oder gelten aufgrund der hohen (aber wohl nicht grossen) Personenzahl und der Nutzung als Bar für Gäste, die sich in den Räumlichkeiten nicht auskennen, gemäss VKF zwingend verschärfte Anforderungen?

Zählt der Baustoff anhand des Abtropfens ohnehin zur ct-Kategorie und darf nicht ohne Abdeckung verbaut werden?

Könnte ein Kamineffekt eine Rolle bei der Ausbreitung des Feuers gespielt haben? Könnte die Luftschicht zwischen Holzabdeckung an den Wänden aufgrund der Form des Pyramidenschaums eine Rolle bei der Ausbreitung des Feuers eine Rolle gespielt haben? Macht der Wandaufbau Beton, Pyramidenschaum, Holzabdeckung schalltechnisch, wärmedämmtechnisch oder brandschutztechnisch irgendwie Sinn?

Hat die Behörde anhand der Walliser Verordnung zu Brandverhütungsmassnahmen Art 8 Ernessensspielraum in der Durchführung der periodischen Kontrolle? Kann sie das Gebäude aufgrund subjektiv empfundener geringerer Gefährdung weniger oft kontrollieren ohne dabei Recht zu verletzen?


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Brandunglück von Crans-Montana

06.01.2026 um 09:14
Das war ein vermeidbares Unglück, was sich weltweit leider wegen Geldgier schon so oft zugetragen hat. Die Besitzer und Betreiber gehören ohne Frage hinter Gitter. Und im Social Media Zeitalter sollte den jungen Leuten an den Schulen und Universitäten gelehrt werden wie man sich in gewissen Gefahrensituationen zu verhalten hat:

- Handy weg
- sich seiner Umgebung bewusst werden
- Lage erkennen
- Ruhe bewahren
- Fluchtweg suchen


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Brandunglück von Crans-Montana

06.01.2026 um 09:24
Zitat von StadthexeStadthexe schrieb:Und im Social Media Zeitalter sollte den jungen Leuten an den Schulen und Universitäten gelehrt werden wie man sich in gewissen Gefahrensituationen zu verhalten hat:
20260106 092218

Traurig, aber wahr!


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Brandunglück von Crans-Montana

06.01.2026 um 11:48
Falls jemand ein bischen puls braucht
«Die Gemeinde ist als Geschädigte am meisten betroffen, vor allen anderen.»
https://www.blick.ch/schweiz/westschweiz/wallis/stimmung-aufgeheizt-opferfamilie-wollte-pk-verhindern-gemeinderat-von-crans-montana-vs-will-sachliche-fakten-praesentieren-id21571967.html


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Brandunglück von Crans-Montana

06.01.2026 um 12:20
Die letzte Brandschutzkontrolle fand scheinbar 2019 statt. Zwischen 2020-2025 gab es keine Kontrolle in der Bar:
Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana hat der Gemeinderat Fehler eingeräumt. Offenbar hatten die Behörden jahrelang keine Kontrollen in der Bar durchgeführt. Aber auch davor war deren Deckendämmung wohl kein Thema.

Die Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana, in der an Neujahr ein verheerender Brand ausbrach, wurde jahrelang nicht behördlich kontrolliert. Das teilte der Gemeinderat von Crans-Montana mit. Von 2020 bis 2025 habe es in dem Lokal "Le Constellation" keine Brandschutz- und Sicherheitskontrollen gegeben."Wir bereuen das bitterlich", sagte Gemeinderatspräsident Nicolas Féraud. Der Grund für die fehlenden Kontrollen sei nicht bekannt.
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/crans-montana-ermittlungen-kontrollen-100.html

Der Schaumstoff an der Decke, der zu dem verheerenden Brand geführt hat, war aber wohl auch bei den durchgeführten Kontrollen kein Thema:
Auch bei den Kontrollen vor 2020 war das Dämmmaterial der Decke laut Gemeinderat kein Thema. Der Schaumstoff könnte den Ermittlern zufolge zur schnellen Ausbreitung des Brandes beigetragen haben. Er soll durch Funken sprühende Partyfontänen Feuer gefangen haben.Trotz der Versäumnisse ziehe der Gemeinderat vorerst keinen Rücktritt in Betracht.
Quelle: ebenda


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Brandunglück von Crans-Montana

06.01.2026 um 14:32
Wie war das noch?
Der Gemeindepräsident Nicolas Féraud hatte bei einer Pressekonferenz gesagt, die Kontrollen hätten »jährlich oder zweijährlich« stattgefunden. Wann und wie das Lokal zuletzt kontrolliert wurde, sagte er nicht.
...
ine Anfrage des SPIEGEL mit Nachfragen dazu hatte Féraud ausfallend beantwortet: »Wer sind Sie, so etwas zu verlangen! Ich habe den Anstand, Sie nicht so zu behandeln, wie Sie es verdienen, und zwinge mich dazu, Sie darüber zu informieren, dass die Kantonspolizei für die Information der Presse zuständig ist«, schrieb er.
Quelle: https://www.spiegel.de/ausland/schweiz-polizei-ermittelt-gegen-betreiber-von-ausgebrannter-bar-in-crrans-montana-a-814fa61b-d7a8-4b3e-a4c1-106bc27da266

Und plötzlich:
Nach dem Brand hatte Féraud zunächst behauptet, die Kontrollen hätten jährlich oder zweijährlich stattgefunden. Später sagte er, es habe keine laschen Kontrollen vonseiten der Gemeinde gegeben. Diese Aussage hat er nun widerrufen. »Ich stehe nicht mehr zu dieser Aussage«, sagte Féraud. »Mir war nicht bewusst, dass diese Kontrollen nicht durchgeführt wurden.« Warum die Kontrollen ausgesetzt wurden, konnte der Gemeindepräsident nicht sagen. Bei den Kontrollen von 2019, aber
Quelle: https://www.spiegel.de/ausland/crans-montana-gemeinde-gibt-zu-inferno-bar-zuletzt-vor-sechs-jahren-kontrolliert-zu-haben-a-008bf35a-2ce9-4b40-b1b6-2387744181e4

Und:
So erklärt sich die Gemeinde: Die Gemeinde Crans-Montana sei nicht über bestehende Lücken im Kontrollsystem informiert worden, betont Féraud. Dass nur rund 40 statt aller 128 Lokale kontrolliert wurden, erklärt er damit, dass auch andere Betriebe – nicht nur Bars – ins Kontrollprogramm fielen. Auf Fragen nach Gesprächen mit sicherheitsverantwortlichen Mitarbeitenden verweigerte der Gemeindepräsident Féraud die Auskunft.
Quelle: https://www.srf.ch/news/schweiz/medienkonferenz-crans-montana-gemeinde-versaeumt-kontrolle-von-brandlokal-fragen-bleiben-offen


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Brandunglück von Crans-Montana

06.01.2026 um 14:44
In der ganzen Geschichte hat es wohl auch mindestens einen Helden gegeben der sein Leben geopfert hat um andere zu retten. Sein Name ist I. (Wobei sein voller Name und Bild in anderen Medien leicht zu finden sind aber ich lasse es mal so stehen) und er wurde nur 31 Jahre alt.

https://www.blick.ch/ausland/tuersteher-wird-zum-helden-von-crans-montana-stefan-i-31-rettete-gaeste-aus-brennender-bar-und-starb-id21567103.html

Ps: Ich finde es verstörend, dass da überhaupt die ganzen Leute von Außen und sogar von Innen die ganze Tragödie gefilmt haben. Was soll man dazu sagen?


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Brandunglück von Crans-Montana

06.01.2026 um 14:53
Es gab noch mehr Helden, u.a. einen 55-jährigen Anwohner, der eine versperrte Tür aufbrach und mehr als einem Dutzend Leuten raushalf.
https://www.merkur.de/welt/held-von-crans-montana-macht-feuerwehr-schwere-vorwuerfe-menschen-waren-in-feuer-bar-eingesperrt-94107671.html


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Brandunglück von Crans-Montana

06.01.2026 um 15:57
Bezüglich der versperrten Tür: Auf Dailymotion gibt es ein Interview mit einer ehemaligen Angestellten (BFMTV), in dem sie sagt, dass eine Notausgangstür abgeschlossen gewesen sei. https://www.dailymotion.com/video/x9x1i4o

Ich habe ihre Aussagen ins Deutsche übersetzen lassen:

00:00–00:18 (Moderator)
„Der Notausgang, von dem Sie sagen, dass er geschlossen war – war diese Tür in dem Moment geschlossen, während der Betrieb für Publikum geöffnet war, also wenn Kunden da waren, wenn es Veranstaltungen gab, wenn die Bar offen war? Sie sagen, Sie versichern, dass der Notausgang geschlossen, abgeschlossen war?“

00:19–00:33 (Sarah, ehemalige Mitarbeiterin)
„Die Notausgangstür war abgeschlossen, weil sie direkt in das andere Gebäude führte. Aber ja, sie war abgeschlossen. Denn ich selbst musste, wenn ich nach Hause wollte, einen Schlüssel nehmen, um diese Tür zu öffnen, um dann nach oben in das Stockwerk gehen zu können.“

00:34–00:48 (Moderator)
„Sie als Angestellte – Sie und die anderen – hatten also das Verbot, diese Tür zu öffnen? Was haben Ihnen die Verantwortlichen, die Betreiber/Manager des Lokals dazu gesagt?“

00:49–01:00 (Sarah)
„Oh ja, ja. Wir durften sie nicht öffnen, außer um nach Hause zu gehen. Ich war die Einzige – zu der Zeit, als ich dort gearbeitet habe –, die oben gewohnt hat. Deshalb war ich die Einzige, die diesen Weg benutzt hat.“

01:01–01:28 (Moderator)
„Das heißt also: Für die Angestellten und für die Kunden gab es zu der Zeit, als Sie im Constellation gearbeitet haben, nur einen einzigen Weg, nur einen Verkehrsweg. Dieser Treppenaufgang, dessen Anordnung wir inzwischen kennen – wir haben mehrere Fotos. Und auch heute Morgen zeigt BFMTV mehrere Fotos der Haupttreppe des Constellation, die vom Erdgeschoss ins Untergeschoss führt – wo das Feuer in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar begonnen hat.“

01:29–01:32 (Sarah)
„Für die Kunden gab es nur diese Treppe.“

01:33–01:49 (Moderator)
„Und erst recht: Im Fall einer Evakuierung, die zum Beispiel durch einen Brand zwingend wird – dann konnten sie nur diese Treppe benutzen, bei einer Kapazität von 300 Personen. Wie würden Sie diese Treppe beschreiben, angesichts dessen, was vor drei Tagen passiert ist?“

01:50–02:37 (Sarah)
„Also schon die Treppe: Für mich ist es komplett unmöglich, 200 Personen innerhalb von 10 Minuten darüber zu evakuieren. Denn selbst wenn nur ein bisschen Andrang war, gab es schon Staus auf der Treppe. Die Treppe ist sehr eng. Und wenn es auch diese Tür gegeben hätte – diese Tür gegenüber den Toiletten, hinten unten im Untergeschoss – wenn diese Tür hätte geöffnet werden dürfen, dann denke ich, hätte das auch die Zahl der Toten, der Schwerverbrannten usw. begrenzen können, weil die Leute viel schneller hätten rauskommen können. Also abgesehen von dieser Tür, die geschlossen ist, und dieser Treppe, um nach oben zu kommen: Es gab nur diese zwei Stellen.“

02:38–02:51 (Moderator)
„Sarah, noch ein Wort: Dieses Lokal wurde umgebaut. Als Sie dort gearbeitet haben – waren die Arbeiten, insbesondere die Arbeiten an der Haupttreppe, Ihrer Meinung nach bereits abgeschlossen?“

02:52–03:19 (Sarah)
„Ja, ja, die waren schon gemacht. Ich habe 2023 dort gearbeitet, genau, im Constellation. Also ja, ja: Die Arbeiten waren gemacht, alles war gemacht. Danach war alles aus Holz, ich denke, das war ein bisschen … Aber alles war aus Holz. Und es stimmt, es gab diese brennenden/Sprüh-Kerzen für Champagnerflaschen. Das war schon gefährlich, aber ich habe das Risiko nicht unbedingt gesehen, weil das schon seit einiger Zeit so war.“


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Brandunglück von Crans-Montana

06.01.2026 um 16:23
Zitat von VenomVenom schrieb:Ps: Ich finde es verstörend, dass da überhaupt die ganzen Leute von Außen und sogar von Innen die ganze Tragödie gefilmt haben. Was soll man dazu sagen?
Die haben das analoge Leben verlernt. Ihr Leben besteht darauf, in Bildschirme zu schauen. Die Welt durch ihr Handy zu betrachten. Alles wie fake AI clips. Da hält man dann schon auf die brennende Decke drauf und denkt, es wäre ein special effect.
Ich mein das sogar ernst.

Statt irgendwie versuchen zu helfen, filmt man das und lädt es irgendwohin hoch, während Menschen bei lebendigem Leib verbrennen.

Es ist doch irgendwie unglaublich, wieviele Minderjährige in diesem Club waren. Okay, es war Silvester und vielleicht war ein volljähriger Begleiter dabei. Dennoch ist die Zahl erschreckend. Unabhängig vom Unglück, sollte Betreiber für solche Vergehen durchaus zur Rechenschaft gezogen werden. Ganz ohne Spaßbremse sein zu wollen, aber viele haben das mit ihrem Leben bezahlt.


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Brandunglück von Crans-Montana

06.01.2026 um 16:35
Zitat von InterestedInterested schrieb:sollte Betreiber für solche Vergehen durchaus zur Rechenschaft gezogen werde
Selbstverständlich - allein die Idee, auf den Schultern einer anderen Person hockend mit 'brennenden Champagnerflaschen' zu herumzuwedeln...
Absolut hirnrissig, auf so ein Konzept zu setzen. Da muss nur eine Dame ins Straucheln kommen und die Srühfontainen in die Kundschaft fallen lassen.
Sprühfontänen wirken ähnlich wie Wunderkerzen zunächst harmlos, die beim Abbrennen ablaufenden chemischen Reaktionen erzeugen aber punktuell eine enorme Hitze von teils über 1.000 Grad Celsius. Solche Temperaturen könnten Teile der Deckenverkleidung unbeabsichtigt in Brand gesetzt haben. Die Produkte haben darum meist einen Mindestabstand, der zu Gegenständen und Decken eingehalten werden muss.

Die Schweizer Tageszeitung "Blick" zitiert einen Augenzeugen, demzufolge auch in der Silvesternacht solche Flaschen mit Wunderkerzen im Spiel waren:

Eine Frau saß auf den Schultern einer anderen Dame. Sie hatte zwei Flaschen mit Wunderkerzen.

Augenzeuge gegenüber dem "Blick"
Quelle:
https://www.zdfheute.de/panorama/brand-schweiz-constellation-silvester-ursache-ablauf-100.html
Zitat von InterestedInterested schrieb:Statt irgendwie versuchen zu helfen, filmt man das und lädt es irgendwohin hoch, während Menschen bei lebendigem Leib verbrennen
Irre.
Manche (viele?) Leute haben kein Vorstellungsvermögen bzügl. Gefahr.
Gerade bei Deckenbränden.
Die Juegendlichen waren wohl einfach zu unerfahren, um die Situation zu uebersehen.


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Brandunglück von Crans-Montana

06.01.2026 um 17:27
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Irre.
Manche (viele?) Leute haben kein Vorstellungsvermögen bzügl. Gefahr.
Gerade bei Deckenbränden.
Die Juegendlichen waren wohl einfach zu unerfahren, um die Situation zu uebersehen.
Bei uns demonstriert die Feuerwehr jedes Jahr auf ihrem Fest diverse Szenarien.
Unter anderem auch was geschieht, wenn ein Fettbrand in der Küche mit Wasser gelöscht wird.
Selbst beim Wissen "dass es passiert/ passieren kann" sind immer welche erstaunt wie heftig diese Reaktion ist.

Oft ist man sich einer Gefahr wirklich nicht bewusst ( Alter, Reife, mangelnde Aufklärung, bewusste Gefahrenverschweigung...), manchmal ist es fehlende Intelligenz (damit meine ich jetzt nicht da feiernde Jungvolk in dieser Bar), dann vielleicht so etwas wie eine Informationsübersättigung.
Mit einem Überfluss an Medien und Informationen könnte man meinen, dass man nie aufgeklärter war.

Trotzdem müssen jedes Jahr im Sommer Autoscheiben eingeschlagen werden, weil Kinder und Hunde zurückgelassen werden.
Die Zahl der Badetoten ist nicht nur wegen den Nichtschwimmern/ Schlechtschlimmern so hoch angestiegen (weniger Schwimmbäder, Kurse, Möglichkeiten etc), sondern auch weil sich viele junge Leute, meist Männer überschätzen, oder fast noch schlimmer, Eltern daddelnd mit ihrem Smartphone dasitzen, anstatt DIREKT bei ihren Kindern zu sein. In Greifnähe.

Ich denke es ist tatsächlich eine Mischung zwischen wirklicher Unkenntnis, Verantwortung indirekt an andere abgeben und einer Art Resignation, bzw Scheißegalität.

Man möchte sich ja auch nichts verbieten lassen.
Man fährt im Skiurlaub Routen die ungeeignet oder gesperrt sind.
Wandert mit Sandalen und ohne Ausrüstung in die Berge, als wäre es ein Feldspaziergang.
Geht trotz roter Flagge und Sturmwarnung baden...
Beispiele gibt es viele.

Ein Selfie hier am Rande der porösen Felsen, oder auch Extremsportler die immer ihren Kick suchen (Base Jumping, Wingsuit- Fliegen..)
Leider könnte man so viele Unglück verhindern.

Den Feiernden hier jetzt als solches, zähle ich da natürlich nicht dazu.
Der Großteil geht bei so einem Event ja nicht davon aus, dass es derart viele prekäre Punkte gibt, die dann in solch einem Inferno enden.
Aber niemals hätte diese Location so vorhanden sein dürfen.
Ich hoffe nur, dass es nicht wie bei der Loveparade endet.


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Brandunglück von Crans-Montana

06.01.2026 um 22:11
Auf der einen Seite fällt es mir sehr schwer hier etwas zu schreiben, da ich immer noch sehr betroffen bin über das Geschehen. Ich verfolge seit dem 01. Januar dieses unvorstellbare Unglück größtenteils über die französische und italienische Presse.
Die Fehler und Nachlässigkeiten bei Genehmigungen, Zulassungen usw. werden auf jeden Fall ermittelt und angeklagt werden. Darüber mache ich mir eigentlich keine Gedanken.

Als ich dieses eine Video gesehen habe, ich kann und möchte es eigentlich auch nicht verlinken, in dem im Untergeschoss schon die ganze Decke ein einziges Flammenmeer war, und diese Jugendlichen und für mich waren das Kinder, mit ihren Handys diese Decke - immer noch tanzend - gefilmt haben. Die lachenden Gesichter, sie waren immer noch auf einer super Party. Über das denke ich die ganze Zeit nach.
Mein erster Gedanke war, was haben diese Handys mit unseren Kindern, mit diesen Kindern getan. Wie hat die Handybenutzung das Gehirn verändert?. Ich kann dafür keine Studien vorlegen.

Aber wo ist der Überlebensinstinkt geblieben? Der Instinkt, bei Gefahr davon zu laufen? Der Instinkt Gefahr zu spüren? Der Instinkt, der eigentlich in jedem Lebewesen vorhanden ist? Vor allem bei Feuer.

Das sind so meine Gedanken seit 5 Tagen.
Zitat von VenomVenom schrieb:Ps: Ich finde es verstörend, dass da überhaupt die ganzen Leute von Außen und sogar von Innen die ganze Tragödie gefilmt haben. Was soll man dazu sagen?
Wenn man 4-5 Meter von der Terassentür entfernt steht, die Menschen durch eingeschlagene Scheiben herausstürzen, sich verletzen, übereinander stürzen und man immer noch weiter filmt und nicht hilft, dann stimmt mit diesem Menschen etwas nicht mehr.

Es gab zum Glück auch andere junge Menschen. Die Kommandant der Feuerwehr als Ersthelfer hat sich bei Ihnen bedanktt.
Zitat von InterestedInterested schrieb:Die haben das analoge Leben verlernt. Ihr Leben besteht darauf, in Bildschirme zu schauen. Die Welt durch ihr Handy zu betrachten. Alles wie fake AI clips. Da hält man dann schon auf die brennende Decke drauf und denkt, es wäre ein special effect.
Ich mein das sogar ernst.

Genau das meine ich. So sinnlos, diese vielen jungen hoffnungsvollen Menschen.
R.I.P.


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Brandunglück von Crans-Montana

06.01.2026 um 22:47
Zitat von jeandArcjeandArc schrieb:Aber wo ist der Überlebensinstinkt geblieben?
Im Alkohol ertränkt, wie auch schon vor 80 Jahren.


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Brandunglück von Crans-Montana

gestern um 01:11
Der Feuerwehrchef von Crans-Montana, David Vocat, sprach am Montag, den 5. Januar, bei BFMTV über die "sehr komplizierte" Aktion, die er zur Rettung der 40 Opfer und 119 (116) Verletzten des tödlichen Feuers in einer Bar in der Schweiz an Silvester leitete.
Bis 1:30 Uhr morgens lief alles gut, ich sagte zu mir: 'endlich ein guter Silvesterabend'. 1:31 Uhr: Roter Alarm wegen Feuer, Explosion und Feuer in der Bar La Constellation", sagte er.
In jener Nacht waren etwa fünfzehn Feuerwehrleute von David Vocat und seinem Team auf der Station anwesend. "Ich habe sofort unser Kantonspolizeihauptquartier kontaktiert, um zusätzliche Hubschrauber zur Verfügung zu stellen", erklärt er. Für die jungen Leute, die dort waren, schien es vielleicht eine lange Zeit zu sein (...) aber wir haben das Maximum gegeben."
In Bezug auf die dramatischen Umstände dieses Feuers lobte David Vocat die wertvolle Hilfe, die junge Menschen den Feuerwehrleuten bei der Rettung der Opfer geleistet haben. "Sie haben uns geholfen (...) Es war Krieg und wir haben getan, was wir konnten", erklärt der Leiter des Crans-Montana Feuerwehrzentrums (CSI). "Ich denke an all diese jungen Menschen, die diese Bilder gesehen haben. Es muss sehr schwer sein."
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:
Zitat von jeandArcjeandArc schrieb:Aber wo ist der Überlebensinstinkt geblieben?
Im Alkohol ertränkt, wie auch schon vor 80 Jahren.
Außer dass ich deine Ironie in deiner Antwort respektlos finde, aber mich würde schon interessieren, wen du meinst? Wer hat vor 80 Jahren schon seinen Überlebensinstinkt im Alkohol ertränkt?
Mir ging es um den Überlebensinstinkt in Zeiten der Handynutzung.

https://www.msn.com/fr-fr/actualite/monde/c%C3%A9tait-la-guerre-le-chef-des-pompiers-de-crans-montana-raconte-lintervention-tr%C3%A8s-compliqu%C3%A9e-des-secours-lors-de-lincendie/ar-AA1TAUPi


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Brandunglück von Crans-Montana

gestern um 06:50
Zitat von jeandArcjeandArc schrieb:Wer hat vor 80 Jahren schon seinen Überlebensinstinkt im Alkohol ertränkt?
Junge Menschen.
Zitat von jeandArcjeandArc schrieb:Mir ging es um den Überlebensinstinkt in Zeiten der Handynutzung.
Ich kann da keinen Zusammenhang zu Handys erkennen. Es war ne ausgelassene Feier mit sicherlich viel Alkohol der Risiken falsch einschätzen lässt.
Hier jetzt ein "früher war alles besser" sehe ich nicht.


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Brandunglück von Crans-Montana

gestern um 09:21
Das Schlimme ist, dass diese Gefahr schon so lange Jahre bekannt war und das Risiko anscheinend von allen ignoriert wurde.
Während der Silvesterfeierlichkeiten 2019/2020 warnte ein Kellner vor der Brandgefahr durch die Schallschutzplatten an der Decke des "Constellation" in Crans-Montana. Laut Informationen des irischen Rundfunksenders RTS, die auf verifizierten Videos und bestätigten Zeugenaussagen basieren, war die Gefahr bereits seit einiger Zeit bekannt. (...)

Bereits während der handwerklichen Renovierung des Hotels Constellation durch die französischen Eigentümer im Jahr 2015 wurden Bedenken hinsichtlich der Qualität der verwendeten Materialien und der Einhaltung der Brandschutzbestimmungen geäußert. Zwei prominente Persönlichkeiten aus Crans-Montana bestätigten gegenüber RTS, diese Bedenken geäußert zu haben. "Keine Sorge", soll der Eigentümer einem der Zeugen geantwortet haben.
Original:
Lors du Nouvel An 2019-2020, un serveur avait mis en garde contre le risque de mettre le feu aux protections phoniques du plafond du Constellation à Crans-Montana. Le danger était connu depuis longtemps, selon des informations de la RTS basées sur des vidéos vérifiées et des témoignages recoupés. (...)

Dès le départ, lors de la rénovation artisanale du Constellation par ses repreneurs français en 2015, des remarques ont été faites sur la qualité des matériaux utilisés et le respect des normes incendie. Deux notables de Crans-Montana ont confirmé à la RTS avoir émis des craintes. "T’inquiète", aurait répondu le patron à un de ces témoins.
Quelle: https://www.rts.ch/info/regions/valais/2026/article/video-choc-employe-du-bar-constellation-avertit-du-danger-des-mousses-en-2019-29108515.html


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Brandunglück von Crans-Montana

gestern um 10:54
Flashover – kurz erklärt
Voraussetzungen
Geschlossener Raum
War das wirklich ein Flashover - für ein Flashover müssen Gegenstände längere Zeit brennen damit sich ein Hitzestau an der Decke entwickeln
kann, in der Bar selbst hat doch nichts gebrannt
In der Entstehungsphase brennen zunächst Einrichtungsgegenstände (z. B. Sofa, Tisch, Möbel) und bilden Verbrennungsgase und Pyrolysegase. Kann der entstandene Rauch nicht durch Raumöffnungen abgeführt werden, kommt es zu einem Wärmestau an der Decke. Die stark erwärmte Rauchschicht sendet nun auf die gesamten Einrichtungsgegenstände eine immer weiter steigende Wärmestrahlung aus. Zugleich steigt die Temperatur im gesamten Brandraum.
Wikipedia: Flashover

Und was ist mit der Explosion - in den ersten Berichten war von einer Explosion die Rede
In einem Sonderbericht des Fernsehsenders RTS TV schilderte der Anwohner und Augenzeuge Jeoffroy D’Amecourt, wie er mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen wurde. Auslöser sei eine Explosion gewesen, die sich für ihn deutlich von Feuerwerkslärm unterschieden habe.
Eine minderjährige Überlebende schildert die dramatischen Minuten in der Bar. Laëtitia, 17 Jahre alt, befand sich nach eigenen Angaben erst kurz in der Kellerbar, als die Situation eskalierte. «Etwa eine Minute bevor das Feuer ausbrach, hörte ich plötzlich ‹Feuer, Feuer›», sagte sie im Interview mit dem französischen Fernsehsender BFMTV.

Dann sei Panik ausgebrochen. «Wir rannten los. Das Feuer breitete sich sehr, sehr schnell aus, und der Rauch brannte in unseren Augen. Wir konnten nicht atmen», schilderte die Jugendliche. Sie habe zudem eine Explosion in Bodennähe gespürt. «Ich spürte sie an meinen Beinen», sagte Laëtitia.
https://www.bluewin.ch/de/news/schweiz/es-gab-eine-explosion-dann-rannten-menschen-schreiend-aus-der-bar-3031653.html


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Brandunglück von Crans-Montana

gestern um 11:04
Zitat von parabolparabol schrieb:War das wirklich ein Flashover - für ein Flashover müssen Gegenstände längere Zeit brennen damit sich ein Hitzestau an der Decke entwickeln
kann, in der Bar selbst hat doch nichts gebrannt
Klar hat es in der Bar gebrannt.
Und je nach Brandlast hast diesen Zustand auch sehr schnell erreicht.
Die Kellerbar hatte, so wie ich die Berichte verfolgte, nur eine Abluft nach oben.
Das war die Treppe.
Die dürfte aber wie ein Zug gewirkt haben, der das Feuer antreibt.
Wenn es dann hinten keine Abluftmöglichkeit gab, und wie dieses Zeug brennt sah man ja, dann geht's schnell.
Zitat von parabolparabol schrieb:Und was ist mit der Explosion - in den ersten Berichten war von einer Explosion die Rede
Wenn es durchzündet, dann ist das zum Teil wie eine Explosion.
Also wenn das Feuer über dich hinweggeht spürt man den Druck durchaus.
Habs mit dem Backdraft verwechselt, da ist die deutsche Begrifflichkeit 'Rauchgasexplosion'.


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