Menschen
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Ein Leben ohne Handy

218 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Handy, Kommunikation, Verfügbarkeit ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 11:37
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Ich finde es auch sehr schade wenn beim Essengehen, bei Ausflügen... andauernd Fotos gemacht werden um sie sofort online zu stellen, nach dem Motto "hier, das essen wir gerade", anstatt das Essen und allgemein das Zusammensein mit anderen zu genießen, ggf. ab und an mal ein Foto zu machen und sich dann später, nach Ende des Treffens, um die Fotos kümmern.
Stimme ich absolut zu ich verstehe z.B. auch nicht wirklich wenn menschen auf ein Festival gehen und anstatt zu feiern 20 minuten lang ein liveset Filmen um es dann auch social Media hochladen um anderen zu zeigen wie geil es ist wo sie grad sind aber eigentlich haben sie grad kein spaß weil sie Filmen :D
Zitat von philaephilae schrieb:Ist ein Argument. Ich hab das tatsächlich auch auf dem Tablet, habe so zwei oder drei Playlists und einen Podcast abonniert. Also nutze es nicht wirklich oft. YouTube ist auch gut für Musik. Da findet man manchmal Sachen wieder, die man längst vergessen hatte. Ansonsten habe ich meine ganzen alten CDs aus den 2000ern digitalisiert und kann sie bei Bedarf anhören. Unterwegs hören ist nicht so meins, da lenkt mich zu viel ab.
Ja also alleine schon auch z.B. beim Haushalt höre ich musik übers handy mit Kopfhörern dann weil es dadurch einfach mehr spaß macht :Y:


3x zitiertmelden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 11:38
Zitat von suffelsuffel schrieb:Ja also alleine schon auch z.B. beim Haushalt höre ich musik übers handy mit Kopfhörern dann weil es dadurch einfach mehr spaß macht :Y:
Das macht mein Mann häufiger so - Musik, oder auch Podcasts oder Sprachkurs.


1x zitiertmelden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 11:41
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Das macht mein Mann häufiger so - Musik, oder auch Podcasts oder Sprachkurs.
Ich finde auch das macht nicht so spaßige Dinge dann doch spaßigen :D

Oder auch so banale Dinge wie mal schnell ein Timer für die Waschmaschine stellen geht halt fix mit dem Smartphone ohne schnell gucken wann denn ein Paket zugestellt wird...oooder die Beleuchtung im Haus damit steuern....das sind viele kleine Dinge im Alltag die man nebenbei macht was einfach normal geworden ist :)


melden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 11:43
Zitat von geisterhandgeisterhand schrieb:Man sitzt zb in der S-Bahn/ im Zug und fährt friedlich von A nach B. Dir gegenüber setzt sich eine Person mit Minderwertigkeitskomplexen und sagt "was schaust Du".
Derartiges - ein "Klassiker", ich kenne ihn sogar noch aus Schulzeiten - finde ich nachwievor beängstigend. Egal wie man sich dann verhält, es ist potenziell falsch und wird als Einstieg zu Pöbelei bis zu körperlichen Übergriffen genutzt.
Das "friedlich" trifft auch auf mich zu: nerve unterwegs keinem mit Musik, tue keinem was und möchte am liebsten in Ruhe gelassen werden wie ich auch andere in Ruhe lasse.


1x zitiertmelden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 11:49
Zitat von suffelsuffel schrieb:Ja also alleine schon auch z.B. beim Haushalt höre ich musik übers handy mit Kopfhörern dann weil es dadurch einfach mehr spaß macht :Y:
Ja, aber da reicht ja der PC mit Lautsprecher oder halt BlueTooth Kopfhörern. :-)


1x zitiertmelden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 11:52
Zitat von philaephilae schrieb:Ja, aber da reicht ja der PC mit Lautsprecher oder halt BlueTooth Kopfhörern. :-)
Theoretisch ja aber mit Handy ist halt entspannter wenn du es in der Hosentasche hast und mal schnell ein lied wechseln willst oder so :)


melden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 12:02
Zitat von philaephilae schrieb:Welches Ticket bekommt man nur noch mit App?
Also, soweit ich weiß, kann man die Bahncards (außer der 100er) nur noch per App nutzen. Und wenn man wie ich eine Bahncard100 hat, die es zum Glück noch in Plastikform gibt, dann kann man das automatisch dazugehörige Deutschlandticket nur ausschließlich per App nutzen. Und das, obwohl man eine Plastikkarte hat, die man ja eigentlich direkt mit dem Deutschlandticket verknüpfen könnte.


melden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 12:51
@philae
In Ausland habe ich das mehrfach gesehen. Ebenso, dass es keine Aushangfahrpläne oder Anzeigen, teils nicht einmal mehr Haltestellenschilder gegeben hat sondern man eine App nutzen musste, um zu wissen wann der nächste Bus kommt und wo dieser hält.
So gesehen an meinem vorherigen Wohnort im Ausland, wie auch in anderen Städten bei Geschäftsreisen.

(Hier gibt es Haltestellenschilder, und ein Fahrplan ist nicht nötig da die Busse alle 3 Minuten kommen. Allerdings gibt es in den Bussen weder Anzeigen noch Durchsagen der Haltestellen. Mittlerweile bin ich ortskundig; anfangs musste ich dafür eine Navigations-App mitlaufen lassen.)

In Deutschland wäre ich sicherlich Bahncard- und/oder Deutschlandticket-Nutzer, aber auch nicht Nutzer der Bahncard 100.


1x zitiertmelden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 12:56
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Mittlerweile bin ich ortskundig; anfangs musste ich dafür eine Navigations-App mitlaufen lassen.
Das Problem kenne ich noch aus den Zeiten vor Navi-Apps. Wenn die Informationen im Bus unzureichend waren, wussten man oft kaum, wann und wo man aussteigen musste, wenn man die Gegend nicht kannte.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Ebenso, dass es keine Aushangfahrpläne oder Anzeigen, teils nicht einmal mehr Haltestellenschilder gegeben hat sondern man eine App nutzen musste, um zu wissen wann der nächste Bus kommt und wo dieser hält.
Das war früher z.B. auf den Kanarischen Inseln ein Problem: die Linienbusse hielten sich zwar an Fahrpläne, aber die waren nicht überall ausgehängt, bzw. oft hingen da nur Fahrpläne, die die Abfahrten an der Startstation der Linie angaben. Daraus musste man dann erraten, wann der Bus ungefähr ankommen würde.


1x zitiertmelden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 13:03
Zitat von martenotmartenot schrieb:Das Problem kenne ich noch aus den Zeiten vor Navi-Apps. Wenn die Informationen im Bus unzureichend waren, wussten man oft kaum, wann und wo man aussteigen musste, wenn man die Gegend nicht kannte.
Ja. Bei derartigem mag man auch ohne Handy gut zurechtkommen wenn man immer im gewohnten örtlichen Umfeld bleibt und sich auf seine
Ortskenntnis verlassen kann. Ortskenntnis baue ich zwar schnell auf und habe allgemein einen guten Orientierungssinn, aber wird sind in den letzten Jahren sehr oft umgezogen, ich bin oft auf Geschäftsreisen an immer wieder neuen Orten...

Hier bin ich das erste halbe Jahr nur mit vollgeladenem Handy rausgegangen: Navigation zu Fuß und per Bus, Übersetzungs-App (lerne selbstverständlich die Sprache; nur kurz nach Umzug muss man auch eher noch mehr und mit ungewöhnlicheren Wörtern kommunizieren, z.B. typische Baumarkt-Situation). Anfangs habe ich viele Termine nur mittels Übersetzungs-App erledigen können, z.B. Termine im Bürgeramt, Termine bei der Ausländerbehörde, Anmeldung Kranken- und Rentenversicherung, Arzttermine.
Heutzutage stecke ich das Handy nur noch bei wichtigen Terminen ein, finde es aber bei nur dem Erledigen von Besorgungen nicht mehr wichtig. Bei den meisten Terminen muss die Übersetzungs-App mittlerweile gar nicht mehr nutzen. Zur Navigation nutze ich es nur sehr selten, z.B. wenn ich in ansonsten nicht aufgesuchten Stadtteilen weit außerhalb doch mal ein kleines Geschäft suche.


melden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 13:16
Zitat von rhapsody3004rhapsody3004 schrieb:Live-Konzerte auch tatsächlich live zu genießen anstatt auf Live-Veranstaltungen aufs Handy zu starren und wo erlaubt die Show und Auftritte zu filmen.
Ich war 2015 beim letzten Konzert von Linkin Park mit Chester in Hamburg und freue mich über jeden Schnappschuss den ich von Chester habe als hätte ich einen Schatz, die Erinnerungen knallen dann immer wieder rein, wenn ich zufällig auf die Fotos stoße. Aber ja, das war alle 15 Minuten mal 2-3 Fotos wenn ich mal "Luft" brauchte, den Rest der Zeit habe ich gerockt :)
Zitat von martenotmartenot schrieb:Naja, den größten Teil meines Lebens habe ich ja ohne Handy gelebt, insofern kann ich mir so ein Leben sehr gut vorstellen.
Ich auch, aber war nicht geiler.
Zitat von martenotmartenot schrieb:Ich wüsste gar nicht, ob es für meinen Musikgeschmack da überhaupt was geben würde. Ich kenn mich mit Spotify etc. aber auch nicht aus und habe mir nie das Angebot angeschaut.
Auch wenn man z.B. gezielt bestimmte Barockmusik oder z.B. ein Orchesterstück eines selten gespielten Komponisten hören will? Ich höre z.B. gern Purcell, Monteverdi, Bach. Oder Orchestermusik von Poulenc, Strawinsky, Prokofjew, Messiaen, etc.
Ich habe mir alle Deine genannten Interpreten auf Spotify anzeigen lassen, wobei Prokofiev und Stravinsky anders geschrieben werden (meine Schreibart), alle vorhanden, mit genug Auswahl :)

Abo ist an sich wie bei Youtube, ohne Abo mit Werbung, mit Abo ohne.
Zitat von suffelsuffel schrieb:Ja also alleine schon auch z.B. beim Haushalt höre ich musik übers handy mit Kopfhörern dann weil es dadurch einfach mehr spaß macht :Y:
Würd mich nerven, beim Haushalt machen oder Garten, verlinke ich meine Boombox entweder mit Handy oder mit der Spotify Desktop App meines Rechners und nehm dann die Boombox mit in den jeweiligen Raum. Mit Kopfhörern habe ich mir in meiner Jugend schon genug die Ohren versaut, da ich immer mit Walkman unterwegs war und immer alles auf Maximallautstärke :)

@Topic

Na klar ginge ein Leben ohne Handy - aber warum?

Mein Umfeld weiß das ich zu faul für Textnachrichten bin und da ich jobbedingt viel telefonieren muss, ist mein Handy Abends in der Regel lautlos, dh wenn ich nicht erreichbar sein möchte, warum auch immer, bin ich auch nicht erreichbar.

Aber alle anderen Quality of Life Funktionen will ich nicht mehr missen. Ich brauche kein Buch, Walk-Man mitschleppen, ich kann jederzeitz unterwegs checken wie es auf dem Konto aussieht, ich habe ein Lexikon dabei (was schon so manche Streitgespräche vor allem in Bars instant beendet hat, weil man Fakten einfach googeln konnte, statt sich Meinungen über Fakten um die Ohren zu hauen). Ich kann Fahrkarten online kaufen und dabei die schnellste Verbindung von a nach b raussuchen, ich habe eine Landkarte dabei, die ich zudem wie ein Navi nutzen kann. Wenn ich unterwegs Hunger habe, lasse ich mir anzeigen, was es geiles in nähren Umkreis gibt. Und das alles überall und vor allem auch im Ausland, was mich schon so vor manchen Spelunken gerettet hat :)


1x zitiertmelden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 13:17
Zitat von cejarcejar schrieb:Würd mich nerven, beim Haushalt machen oder Garten, verlinke ich meine Boombox entweder mit Handy oder mit der Spotify Desktop App meines Rechners und nehm dann die Boombox mit in den jeweiligen Raum. Mit Kopfhörern habe ich mir in meiner Jugend schon genug die Ohren versaut, da ich immer mit Walkman unterwegs war und immer alles auf Maximallautstärke :)
Ja ok also maximale Lautstärke habe ich jetzt nicht aber beim staubsaugen oder autowaschen ist das schon ganz praktisch mit Kopfhörer + Handy :D


melden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 13:22
Zitat von philaephilae schrieb:Welches Ticket bekommt man nur noch mit App?
Also in Hamburg kannst Du in einem Bus kein Ticket mehr mit Bargeld oder Bankkarten kaufen. Entweder per App oder per HVV-Prepaid-Karte, das Ticket wird dann dort gespeichert.


1x zitiertmelden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 13:24
Zitat von cejarcejar schrieb:Also in Hamburg kannst Du in einem Bus kein Ticket mehr mit Bargeld oder Bankkarten kaufen.
In München gibt es zum Glück in den Bussen noch Automaten, die die üblichen Zahlungsmittel annehmen. Wie das in anderen Städten ist, weiß ich nicht, weil ich ja dank D-Ticket keine Fahrscheine kaufen muss.


1x zitiertmelden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 13:31
Zitat von martenotmartenot schrieb:In München gibt es zum Glück in den Bussen noch Automaten, die die üblichen Zahlungsmittel annehmen. Wie das in anderen Städten ist, weiß ich nicht, weil ich ja dank D-Ticket keine Fahrscheine kaufen muss.
Bei uns in Hamburg hast Du vorher das Ticket beim Fahrer gelöst, was nicht nur Zeitraubend war, sondern aufgrund des Mitführens von Bargeld natürlich auch eine Gefahrenquelle.

Als ich das letzte Mal in München war musste man seinen komischen kleinen Fahrstreifen noch selbstständig in so einem kleinen Teil abstempeln, ist das noch so? (Falsch formuliert, als ich das letzte Mal in München die Öffis genommen habe)


1x zitiertmelden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 13:40
Zitat von cejarcejar schrieb:Bei uns in Hamburg hast Du vorher das Ticket beim Fahrer gelöst, was nicht nur Zeitraubend war, sondern aufgrund des Mitführens von Bargeld natürlich auch eine Gefahrenquelle.
Die Fahrer verkaufen bei uns in München keine Fahrscheine. Zu diesem Zweck hängen im Bus Automaten.
Zitat von cejarcejar schrieb:Als ich das letzte Mal in München war musste man seinen komischen kleinen Fahrstreifen noch selbstständig in so einem kleinen Teil abstempeln, ist das noch so?
Meinst du die Streifenkarten? Die gibt es noch, wenn man sie nutzen will. Sie sind eine von mehreren Fahrschein-Optionen. Klar gibt es auch eine Fahrschein-App, aber deren Nutzung ist nicht obligatorisch.

Das Abstempeln von Fahrscheinen gibt bzw. gab es übrigens früher in vielen Städten, einschließlich auch in Berlin. Früher, als ich noch Tageskarten gekauft habe, habe ich die in Berlin immer am Stempelautomaten abgestempelt.


melden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 15:07
Bei mir laufen gerade zwei Projekte parallel, die sich teilweise ein wenig überschneiden: Einmal die digitale Unabhängikeit und dann ein langfristiger digitaler Detox. Bzw. genau genommen ein Smartphone-Detox; vor der Smartphone-Zeit habe ich auch oft stundenlang am PC gesessen und war in Foren wie diesem unterwegs. Aus verschiedenen Gründen finde ich das nicht so problematisch wie das Smartphone.

Ich habe angefangen, möglichst viele Dinge des täglichen Lebens vom Smartphone zu entkoppeln.
Ich nutze wieder eine Armbanduhr.
Ich habe einen Wochenplaner, außerdem immer dabei ein kleines Notizheft und einen Stift.
Ich schreibe meine Einkaufszettel wieder von Hand.

Immer öfter lasse ich das Smartphone direkt zu Hause. Ich nehme es eigentlich nur noch mit, wenn ich einen Termin habe, damit ich im Falle einer Verspätung von unterwegs Bescheid sagen kann.
Ich nutze öffentliche Verkehrsmittel; dafür suche ich mir vorab die nächste Verbindung raus und vielleicht auch schon mal grob die für den Rückweg, falls ich abschätzen kann, wann das ungefähr sein wird.
Ansonsten gucke ich unterwegs auch einfach auf den Haltestellenaushang, wann die nächste passende Verbindung zurück fährt.

Früher habe ich das auch so gemacht und bin klar gekommen.

Und ehrlich, es gefällt mir immer besser. Auf den ersten Blick ist es manchmal etwas weniger bequem, aber ich fühle mich freier, ruhiger und wacher. Dabei habe ich das Smartphone schon vorher unterwegs nur wenig genutzt. Meistens nur, um auf die Uhr zu sehen oder die nächste Verbindung raus zu suchen. Trotzdem ist der Effekt bemerkenswert.

Ich fühle mich auch autarker und mir scheint, dass geistige Fähigkeiten allmählich zurück kommen, die ich verloren geglaubt habe. Ich bin im Laufe der Smartphone-Jahre unglaublich verpeilt und vergesslich geworden. Noch mehr als vorher. :D In den letzten 1-2 Jahren war das so schlimm, dass ich zeitweise dachte, ich hätte entweder schweres ADHS oder eine früh einsetzende Form von Demenz. Schon ein paar Wochen, in denen ich mich nicht mehr auf das Smartphone verlasse, sondern die Dinge selber und analog regele, und mein Gehirn beginnt wieder zu funktionieren.

Letztens musste ich nach einem Termin länger auf die S-Bahn warten. Ich saß in der Sonne und habe die Zeit genutzt, meine Notizen in meinen Wochenplaner zu übertragen. Als ich damit fertig war, habe ich einfach meinen Blick schweifen gelassen, gegenüber war ein kleiner Park, in dem Leute joggten oder mit ihren Hunden Gassi gingen. Die Bank war voll besetzt, aber ich war die einzige, die nicht mit krummem Hals aufs Smartphone starrte. Ich habe mich so frei gefühlt! :D

Ich habe noch ein gutes Stück Weg vor mir, aber ich möchte nie wieder zurück.

Eigentlich wollte ich nie ein Smartphone haben. Als die Dinger aufkamen, hat mich der bloße Anblick schon geärgert. Diese Vorstellung, so einen Minicomputer ständig dabei zu haben und dann auf diesem Bildschirm rum zu wischen fand ich total blöd.
Ungefähr 2016 hab ich dann ein altes aus der Verwandtschaft "geerbt" und weil es für meinen Beruf damals sinnvoll erschien, habe ich es auch genutzt. Ich wollt, ich wäre mir treu geblieben und hätte einfach weiter das gute, alte Nokia benutzt. Dann hätte ich jetzt nicht die ganze Arbeit, mein Leben wieder zu analogisieren.

Probleme, die ich für mich dabei sehe, das Smartphone ganz aufzugeben:

- ich kommuniziere mit der Familie und ein paar Freunden regelmäßig über Signal. Das hab ich inzwischen zwar auch auf dem Desktop, aber ganz so spontan ist das dann halt nicht mehr. Meine Eltern leben weit entfernt und das teilweise tägliche Chatten und Fotos schicken gibt mir ein Stück Nähe, das ich anderfalls nicht hätte.

Und ich bin mir bewusst, dass das nur eine scheinbare Nähe ist. Ich glaube, dass die Möglichkeit regelmäßig spontan mit Leuten in Kontakt zu treten, ein Gefühl von scheinbarer Nähe gibt, wodurch ein Telefonat oder gar Treffen sich mitunter weniger dringlich anfühlt. Weil man den anderen einfach weniger vermisst.

- Onlinebanking. Das ist etwas, das ich am modernen, digitalen Leben wirklich schätze. Wie schon jemand hier angesprochen hat: Ohne Smartphone-App wird das schwierig.

- Navigation. Wenn ich nicht Öffis fahre, dann Fahrrad. Wenn ich eine Strecke noch nicht gut genug kenne, brauche ich mein Navi am Lenker. Ein Fahrrad-Navi müsste ich extra erst kaufen, das Smartphone habe ich schon.

Ein (vielleicht das größte?) Problem an Smartphones ist m.E., dass sie halt so ziemlich sämtliche Tools und Funktionen des täglichen Lebens in sich bündeln, von Nützlichkeit bis Entertainment. Ich glaube, deshalb fällt es vielen so schwer, nur auf einzelne Aspekte zu verzichten. Es ist zu verlockend, dann eben auch mal kurz noch dieses oder jenes zu gucken, machen, tun.

Als mir vor ein paar Jahren mein damaliges Smartphone runter fiel und kaputt ging, hat mich das regelrecht in Panik versetzt, weil "Da drin ist mein ganzes Leben"... Eigentlich beängstigend und so abhängig möchte ich einfach nicht mehr sein.


4x zitiertmelden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 15:41
Zitat von philaephilae schrieb:Ans Ohr kann man sich das Ding doch kaum halten, ohne versehentlich irgendwas auf dem Display zu berühren oder aufzulegen.
Zitat von philaephilae schrieb:In der Hand liegt das auch nicht richtig, finde ich, die meisten sind viel zu groß
Boah, ja! :shot: Was mir beim Telefonieren schon alles passiert ist: Taschenlampe an, WLAN aus, Wecker eingeschaltet, irgendwelche Einstellungen geändert.
Und ich hab Hände wie ein 8-10-jähriges Kind, ich komm mit den heutigen Dingern einfach nicht klar.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Das Problem hatte ich bislang nicht, muss aber auch nur selten damit telefonieren (seltener als einmal im Monat).
Gespräche draußen beschränke ich sowieso auf ein Minimum, da es mir schwer fällt in Umgebungen mit Nebengeräuschen etwas zu verstehen, und ich auch nicht andere damit belästigen will.
Ist bei mir auch so. Eigentlich war mein Plan, mir für unterwegs ein Dumbphone "für den Notfall" zuzulegen; aber da ich in der Öffentlichkeit am Telefon sowieso nichts verstehe, kann ich es eigentlich auch bleiben lassen. :idee:

Mir ist aber noch was eingefallen, wofür ich das Smartphone tatsächlich schätze: Als Wecker bzw die vielen verschiedenen Wecktöne, die man einstellen kann. Alle normalen Weckersignale stressen mich dermaßen, dass ich erst recht nicht mehr aufstehen will und der Tag wegen mieser Laune gleich gelaufen ist. Das Smartphone hat Wecktöne, die sanft genug für mich sind (ich wache sehr leicht auf und bin zugleich sehr stressanfällig).


3x zitiertmelden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 15:46
Zitat von KitriKitri schrieb:Und ich hab Hände wie ein 8-10-jähriges Kind, ich komm mit den heutigen Dingern einfach nicht klar.
Ich muss sagen, dass ich mich oft irgendwie unbeholfen fühle, insbesondere, wenn ich am Smartphone etwas machen muss, bei dem man sich registrieren, Passwort eingeben oder 2-Faktor-Authentifizierung durchführen muss. Irgendwie klappt das bei mir oft nicht, oder die Software läuft in einen Fehlerzustand, Bildschirm wird komplett weiß oder schwarz, oder die App hängt sich auf, es gibt einen "Unbekannten Fehler", oder die Anmeldung oder Registrierung klappt nicht, etc.

Auch meinem Partner geht es oft so. Neulich mussten wir für eine Flugreise unsere Checkins durchführen, und mein Partner hat bestimmt eine halbe Stunde lang damit rumgewurstelt und sich dabei ziemlich aufgeregt (Anmeldung funktionierte nicht, Buchungscode war angeblich unbekannt, nach erfolgter Bestätigung stürzte die Software ab, die Bordkarten wurden nicht verschickt etc.). Er musste den Vorgang mindestens einmal komplett wiederholen.

Oder wie es mir neulich passiert ist: wir wollten eine stark nachgefragte Sehenswürdigkeit besichtigen, für die eine Vorab-Onlinebuchung benötigt wurde. Ich absolvierte den Buchungsvorgang, gab die Zahlungsdaten ein, absolvierte die 2-Faktor-Authentifizierung, und dann - passierte nichts. Der Bildschirm des Smartphones wurde weiß, danach war Schluss. Es wurden mir auch keinerlei Tickets per E-Mail zugeschickt.


melden

Ein Leben ohne Handy

09.03.2026 um 15:51
@martenot
So wahnsinnig praktisch sind die Dinger nämlich auch gar nicht unbedingt... :p Vieles geht am Desktop einfach immer noch besser. Ich glaube, dass oft auch "bequem" mit "praktisch" verwechselt wird. Dann wird schnell ausgeblendet, wenn Sachen nicht so richtig funktionieren, oder man schiebt es auf das Gerät ("zu alt", "kaputt") oder auf seine vermeintliche eigene Unfähigkeit.


1x zitiertmelden