Kitri schrieb:Ich habe angefangen, möglichst viele Dinge des täglichen Lebens vom Smartphone zu entkoppeln.
Ich nutze wieder eine Armbanduhr.
Ich habe einen Wochenplaner, außerdem immer dabei ein kleines Notizheft und einen Stift.
Ich schreibe meine Einkaufszettel wieder von Hand.
Mache ich auch so
:)
Kitri schrieb:Immer öfter lasse ich das Smartphone direkt zu Hause. Ich nehme es eigentlich nur noch mit, wenn ich einen Termin habe, damit ich im Falle einer Verspätung von unterwegs Bescheid sagen kann.
Ich nutze öffentliche Verkehrsmittel; dafür suche ich mir vorab die nächste Verbindung raus und vielleicht auch schon mal grob die für den Rückweg, falls ich abschätzen kann, wann das ungefähr sein wird.
Ansonsten gucke ich unterwegs auch einfach auf den Haltestellenaushang, wann die nächste passende Verbindung zurück fährt.
Verbindungen suche ich mir auch vorab am PC heraus. Und mit der Zeit wird man nach enem Umzug ja auch ortskundig.
(Hauptverwendung des Smartphines im ÖPNV entfällt bei mir auf die ersten Tage bis Wochen nach Umzug sowir bei Geshcäftsreisen in mir fremde Städte.)
Kitri schrieb:Früher habe ich das auch so gemacht und bin klar gekommen.
Ein kleiner Unterschied waren m.E. früher aber die auf allen Strecken verfügbaren Aushänge, klare Kennzeichnung von Haltestellen sowie weniger Reisen.
Am früheren Wohnort habe ich auch einfach das nächste "H"-Schild und nachgesehen wann der Bus kommt, und der hielt dann meinetwegen am Dorfplatz, Busahnhof oder Schulzentrum die mir geläugig waren.
Anders, meinetwegen zu einem Vorstellungsgespräch in Chicago oder Tucson zverlässig erscheinen...
Kitri schrieb:- Navigation. Wenn ich nicht Öffis fahre, dann Fahrrad. Wenn ich eine Strecke noch nicht gut genug kenne, brauche ich mein Navi am Lenker. Ein Fahrrad-Navi müsste ich extra erst kaufen, das Smartphone habe ich schon.
So ist das bei mir unterwegs zu Fuß auch (nutze freie Tage bei Geschäftsreisen für Unternehmungen, und dann natürlich auch das Zurechtfinden nach Umzügen). Ein Fußgänger-Navi als extra Gerät wäre nötig.
Kitri schrieb:Als mir vor ein paar Jahren mein damaliges Smartphone runter fiel und kaputt ging, hat mich das regelrecht in Panik versetzt, weil "Da drin ist mein ganzes Leben"... Eigentlich beängstigend und so abhängig möchte ich einfach nicht mehr sein.
Meinem Mann wurde seines mal gestohlen. Ein Ersatz musste am nächsten Tag her, da 2FA für den Arbeitsplatz darüber läuft und er afür kein Diensthandy bekommt. (Zudem, für die Übersetzun unterwegs auch nötig; ich konnte ihm meines leihen.)
Mir ging meines mal während einer Geschäftsreise welche zwecks Vorstellungsgespräch (mehrtätig, für Führungsposition) stattfand kaputt, direkt nach Anreise: das Display fiel einfach aus. Mein Hotel hatte gleichzeitig Internetausfall. Internetcafes sind gar nicht mehr so leicht zu finden.
In den Fällen hatten wir zwar nicht das Gefühl "mein ganzes Leben", da keinerlei Kalender, social media darüber liefen. Trothźem beides lästig, vergleichbar zu verlorenem Schlüssel.
Kitri schrieb:Mir ist aber noch was eingefallen, wofür ich das Smartphone tatsächlich schätze: Als Wecker bzw die vielen verschiedenen Wecktöne, die man einstellen kann. Alle normalen Weckersignale stressen mich dermaßen, dass ich erst recht nicht mehr aufstehen will und der Tag wegen mieser Laune gleich gelaufen ist. Das Smartphone hat Wecktöne, die sanft genug für mich sind (ich wache sehr leicht auf und bin zugleich sehr stressanfällig).
Ich benutze einen herkömmlichen Wecker.
Ist der Wecker auf eine sehr unübliche Zeit gestekkt, benutze ich teils das Handy als Zweitwecker - nicht wegen "Wecker überhören", "wieder einschlafen", sondern da Wecker auch mal Fehlfunktionen haben können. Im normalen Arbeitsalltag wäre ein etwas späteres Aufstehen kein Problem (bin vom Typ "Lerche", flexible Arbeitszeit, Kernarbeitszeit beginnt gute drei Stunden später als meine typische Ankunft am Arbeitsplatz). Hin und wieder kommt es aber auch vor, z.B. um 2, 3 oder 4 Uhr morgens aufstehen zu müssen, und falls dann der Wecker ausfällt, hätte ich ein arges Problem.
(Früher hatte ich dafür zwei Wecker.)
Kitri schrieb:Deswegen (und weil ich generell Wahlfreiheit für wichtig halte) bin ich auch unbedingt für ein gesetztlich verankertes Recht auf ein analoges Leben, d.h., dass es eben nicht irgendwann alles mögliche nur noch mit Smaertphone gibt, was in Ansätzen ja leider schon der Fall ist. Die Wahlfreiheit, ob man ein Smartphone haben oder nutzen möchte, muss erhalten bleiben und nicht zuletzt auch die Teilhabe für Menschen mit Einschränkungen.
Meine Zustimmung. Auch obwohl bei vielen Einschränkungen ein Smartphone mit entsprechenden Apps oft barrierefreier ist als die standardmäßige Variante der analogen Lösung (z.B.: Smartphone erlaubt Bedienung mittels Spracheingabe, PC erlaubt Eingabe mittels adaptierter Eingabegeräte - ein Papierformular, ein gedruckter Stadtplan, hingegen macht gute Feinmotorik und Sehfähigkeit nötig, sofern man keine Zusatzgeräte nutzt die es z.B. digital umwandeln oder eine spezielle Braille-Version anfordert). Die Wahlfreiheit muss aber da sein - m.E. einerseits jene, einen PC statt ein Smartphone zu nutzen, andererseits, auf jegliche elektronische Geräte verzichten zu können.
Eine z.B. hier von vielen Behörden genutzte Form der Authentifizierung halte ich für alles andere als barrierefrei:
Man beginnt am Computer ein Online-Formular auszufüllen. Dann wird man aufgefordert, mittels Smartphone einen QR-Code zu scannen. Es ist dann ein Ausweisdokument neben dem Kopf in die Smartphone-Kamera zu halten und eine Drehbewegung durchzuführen um Kopf, Hand, Ausweisdokument dreidimensional zu zeigen. (Das Verfahren versagt selbst bei fitten Menschen mit normaler Sehfähigkeit oft; wir brauchen i.d.R. 3 - 5 Anläufe.)
Ja, man könnte alternativ einen Behördentermin vereinbaren um den Behördenvorgang durchzuführen - für die Terminvereinbarung ist es aber nötig, sich genau so zu authentifizieren...
:( (Als Alternative wird dann nur akzeptiert: Notarisierte Vollmacht, und eine andere Person authentifiziert sich.)