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Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

188 Beiträge, Schlüsselwörter: Fußball, Gewalt, Hooligans + 2 weitere

Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

22.08.2008 um 03:15
Von wegen...das gabs schon vorher,´da hiess es "Gib Gas wenn der BFC mit den Chemikern durch die Gaskammer rast"


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Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

22.08.2008 um 15:20
„Finale Provokationen“ für die Leserinnen / den Leser in Form von Thesen und Antithesen:
These:
Warum identifizieren wir uns während 90 Minuten nahezu bedingungslos mit der deutschen Mannschaft, während wir den auf fünf Jahre
gewählten Politikern von Anfang an misstrauen und nichts zutrauen? Warum gibt es den „winning spirit“ auf dem Spielfeld, nicht aber in
der deutschen Politik?
Antithese:
Politische Probleme lassen sich nicht in 90 Minuten, manche auch nicht im Rahmen einer 5-jährigen Legislaturperiode lösen. Politik ist weitaus
komplexer als ein simples Spiel von 22 Personen um einen Ball. Mit einem gemeinsamen Schulterschluss und Mannschaftskreis sind die
Verteilungskonflikte einer Gesellschaft nicht zu lösen.
These:
Fußball ist Ersatzkrieg und das Überstreifen des Fantrikots und Bemalen der Wangen ist nichts anderes als früher die Uniformierung in Zeiten
militärischer Auseinandersetzungen und die bedingungslose Identifikation mit der Nation.
Antithese:
Fußball ist lediglich ein Spiel, das 90 Minuten dauert und mit der entsprechenden Inszenierung macht das Ganze noch mehr Spaß. Die Zuschauer
wissen, dass es ein Schauspiel, ein unterhaltsames Erlebnis ist, das mit der politischen Realität nichts gemein hat.
These:
„Rettet den Fußball vor den Intellektuellen“ (Der Spiegel Nr. 27/2005, S.150): Akademiker können uns Fußballbegeisterten sogar dieses Spiel
verderben. Historiker und Politologen veranstalten darum ein „intellektuelles Buhei“ und „akademisches Blabla“. Mit ihrem multiperspektivischen
Denken vermiesen sie uns die glücklichen fußballerischen Momente. Das traurige Los des Intellektuellen ist, dass er sich über den
Gewinn einer Weltmeisterschaft nicht einfach nur freuen kann, sondern immer schon reflektiert, was das für einen politisch denkenden
deutschen Kosmopoliten für Auswirkungen haben könnte: „Der Kern des Problems liegt darin, dass die deutschen Intellektuellen mit dem
Gedanken der Nation nicht fertig werden können“ (Dahrendorf 1990).
Antithese:
Bewahrt uns vor dem gemeinen Fußballfan: Der politikverdrossene Fußballfan realisiert nicht, dass Brot und Spiele zusammengehören und
Fußball immer mehr ist als nur live dabei sein im Hier und Jetzt. Emotionen pur ohne kognitive Bezüge laufen ins Leere und sind bloßer
Zeitvertreib. Fußball ist mehr als nur ein Spiel. Vermittelt dem gemeinen Fußballfan endlich politisches Bewusstsein!
These:
Es hat viel für sich, dass wir unsere Nationalhymne nicht einfach reflexartig mitsingen und die deutsche Flagge nicht gleich als das Schrebergarten-
Schmuckstück betrachten.
Antithese:
Die notwendige Identifikation mit unserem Gemeinwesen wird vor allem Jugendlichen erschwert, wenn sie bei Anlässen wie der Fußballweltmeisterschaft
nicht unbefangen unsere nationalen Symbole verwenden können, da vor allem von Pädagogen dann sofort die Moralkeule
der Geschichte geschwungen wird.
These:
Die gebrochene nationale Identität schützt uns vor enttäuschungsanfälligen, diffusen deutschen Stimmungen und garantiert eine Auseinandersetzung
mit der Nation auf der rationalen Ebene.
Antithese:
Die Ausblendung der seelenhaften, affektiven Identifikation mit der Nation missachtet Identifikationsbedürfnisse des Individuums und für
solidarisches Verhalten notwendige Zusammengehörigkeitsgefühle einer „Schicksalsgemeinschaft“. Dies gilt insbesondere auch für eine europäische
Identität: Mit Informationskampagnen wird der Euroskeptizismus nicht besiegt werden können.
These:
Wer die Aufstellung der deutschen Weltmeistermannschaft 1974 auswendig aufsagen kann, hat noch überhaupt nichts von deutscher Geschichte
gelernt. Die Metaebene der Zusammenhänge von nationaler Mythenbildung und Fußballgeschichte wird sich dem Fußballbegeisterten
niemals erschließen.
Antithese:
Paninibildchen von Fußballern sind nachhaltiger in ihrer Wirkung auf das nationale Bewusstsein als ein Kriegerdenkmal, Ballack ist sinnstiftender
für die deutsche Nation (und ihren Ruf)? als Bismarck. Laut Eisenberg (2004, S. 7) hat sich immerhin jeder der 6,2 Milliarden Erdenbewohner,
statistisch gesehen, mehr als vier Mal in die Endrunde des Turniers eingeschaltet.
These:
Eine Diskussion über Nationalstolz und Patriotismus führt zu nichts. Die politischen Probleme Deutschlands werden dabei nicht gelöst. Leitkulturdebatte
und Fragebögen für Migranten helfen bei der Integration und Identitätsbildung der in Deutschland lebenden Menschen nicht
weiter.
Antithese:
Auf der nationalen Ebene tun sich die Deutschen aufgrund ihrer Geschichte zu Recht schwer mit ihrer Identität. Dennoch: Die Diskussion
um europäische Werte, Leitkulturen und Parallelgesellschaften muss in Deutschland geführt werden. Bislang erfolgte die Definition unserer
nationalen Identität meist über das Negative: Deutschland ist nicht Kopftuch, nicht Parallel- und Patchworkgesellschaft, vor allem aber
auch nicht Grande Nation. Besonders eine positive Annäherung an unsere nationale Identität fällt schwer. Wir sollten darauf vertrauen, dass
sich auch bei diesem Diskurs der Pluralismus bewähren und zeigen wird, wer im Streit um Meinungen und die besseren Konzepte die politische
Gestaltungsmöglichkeit erhält und die Verantwortung für die Umsetzung dann auch zu tragen hat.
These:
Trotz Geschichte, Genozid und Verbrechen der Nationalsozialisten sollte es uns möglich sein, ein normales Verhältnis zu unserem Vaterland
zu entwickeln. Eine Definition von Patriotismus, die in den USA konsensfähig ist, kann auch für einen deutschen Patriotismus Gültigkeit beanspruchen:
Patriotism is “pride and love for country” (Li and Brewer 2004) or “ Patriotism is an attachment to nation, its institutions, and
its founding principles” (Figueiredo and Elkins 2003)?
(sofern es eine solche gibt) in eine europäische
transformiert werden kann, gerade weil der
Nationalstaat als Orientierungsrahmen nicht
ohne weiteres zu überwinden sein wird. „Das
Verhältnis von Union und Nationalstaaten
wird eine der wichtigen Fragen sein, die in den
kommenden Jahren zu regeln sind. Denn auch
in Zukunft wird der Nationalstaat mit seinen
kulturellen und demokratischen Traditionen
für die Menschen in Europa der primäre Träger
ihrer Identität sein. Er ist der wichtigste Rahmen
für Sprache, Kultur und Tradition und
wird auch in einer großen Union unersetzbar
bleiben, um europäische Entscheidungen
überzeugend demokratisch zu legitimieren.
Andererseits werden die Mitgliedstaaten im
21. Jahrhundert auf eine handlungsfähige, demokratisch
legitimierte Europäische Union essentiell
angewiesen sein“ (Fischer 2001, S. 3).
LITERATUR
Anderson, B.: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines
folgenreichen Konzepts. Frankfurt am Main, 2. Auflage
2005
Assmann, J.: Kollektives Gedächtnis und kulturelle Identität.
In: Assmann, J./Hölscher, T. (Hrsg.): Kultur und Gedächtnis.
Frankfurt am Main 1988, S. 9-19.
Brusis, M.: Zwischen europäischer und nationaler Identität
– zum Diskurs über die Osterweiterung der EU. In:
Klein, A. (Hrsg): Europäische Öffentlichkeit – Bürgergesellschaft
– Demokratie. Opladen 2003
Chlada, M./ Dembowski, G.: Und täglich drückt der Fußballschuh.
Köln 2000. Unter: www.eurozine.com/article/
2000-01-08-chlada-de.html.
Dahrendorf, R.: Betrachtungen über die Revolution in Europa.
München 1990
Dembowski, G./Scheidle, J. (Hrsg.): Tatort Stadion: Rassismus,
Antisemitismus und Sexismus im Fußball. Köln
2002
Deutsch, K. W.: Nationenbildung – Nationalstaat – Integration.
Düsseldorf 1972
Eisenberg, C.: Fußball als globales Phänomen – Historische
Perspektiven. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage
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Fischer, J.: Die Zukunft Europas und die deutsch-französische
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Fischer am 30. Januar 2001 vor dem Frankreich-
Zentrum der Universität Freiburg. Unter: www.auswaertiges-
amt.de/www/de/archiv_print?archiv_id=1204.
Forschungsgruppe Wahlen e.V.: Deutschen Geschichte –
Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage.
Mannheim 2005
Klemm, T.: So werden wir Fußball-Weltmeister. In: Frankfurter
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Langewiesche, D.: Nationalismus im 19. und 20. Jahrhundert:
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Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn am 24.1.1994. Unter:
http://library.fes.de/fulltext/historiker/00625.htm
Lösche, P.: Sport und Politik(Wissenschaft): Das dreidimensionale
Verhältnis von Sport und politischem System
der Bundesrepublik Deutschland. In: Jahrbuch für Europa-
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Oberndörfer, D.: Der Wahn des Nationalen. Freiburg 1993.
Platthaus, A.: Die Welt zu Gast bei Träumern. In: Frankfurter
Allgemeine Zeitung vom 2.1.2006
Qiong, L. and Brewer, M.: “What Does It Mean to Be An
American? Patriotism, Nationalism, and American Identity
after September 11.” In: Political Psychology (im Druck)
2004
Rahn, W. M.: Feeling, Thinking, Being, Doing: Public
Mood, American National Identity, and Civic Participation.
Paper prepared for presentation at the Annual Meeting
of the Midwest Political Science Association. Chicago,
IL, April 17, 2004: Unter: www.polisci.umn.edu/faculty/
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Reinhard, W.: Geschichte der Staatsgewalt. Eine vergleichende
Verfassungsgeschichte Europas von den Anfängen
bis zur Gegenwart. München, 2. Auflage 2002
Renan, E./Euchner, W.: Was ist eine Nation? Rede am 11.
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Rötzer, F.: Kein Vertrauen in Politiker. Unter: http://
www.telepolis.de/r4/artikel/20/20959/1.html.
Schäuble, W.: Stolz, Vaterlandsliebe, Patriotismus – eine
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29.11.01
Schmid, J.: Das Ringen um nationale Identität. In:
Deutschlandradio Berlin vom 6.3.2005. Berlin 2005. Unter:
www.dradio.de/dlr/sendungen/signale/353243.
Schümer, D.: Bundesliga zwischen Kommerz und dionysischem
Ereignis. In: Badische Zeitung vom 12.6.1995
Schümer, D.: Gott ist rund. Die Kultur des Fußballs.
Frankfurt am Main 1998
Seitz, N.: Was symbolisiert das „Wunder von Bern“? In:
Aus Politik und Zeitgeschichte. Beilage zur Wochenzeitung
Das Parlament, 26/2004, S. 3-6.
Fußball und nationale Identität
Antithese:
Wir sind nicht eine Nation wie jede andere. Deutschland ist ein schwieriges Vaterland. Wir müssen uns unserer Vergangenheit stellen und
dem im Umgang mit nationalen Fragen gerecht werden. Eine Normalisierung des „Deutsch-Seins“ bedeutet die Singularität des Holocausts
bereits in Frage zu stellen.
These:
Der politischen Bildung und der Politik ist es nicht gelungen, das Grundgesetz im öffentlichen Bewusstsein als gemeinsames identitätsstiftendes
Symbol zu verankern. Ein Jersey der deutschen Nationalmannschaft in den Farben schwarz-rot-gold weckt deutlich mehr positive
Emotionen als unsere Verfassung. Demokratieerziehung sollte mehr den Sinn von Institutionen und unserer Verfassung verdeutlichen und
die positiven Errungenschaften unserer Demokratie auch mit einem gewissen Stolz vermitteln.
Antithese:
Der Stellenwert des Grundgesetzes und unserer politischen Institutionen ist den Bürgerinnen und Bürgern deutlich. Sie werden sich in Krisenzeiten
ohne weiteres auf die demokratischen Grundsätze der Verfassung berufen können. Deswegen muss man den Staat nicht gleich
lieben und stolz auf Deutschland sein: „Ich kann vielleicht zur Not noch eine Landschaft lieben, aber ich liebe keine Institutionen, den Staat
so wenig wie beispielsweise die Allgemeine Ortskrankenkasse“ (Roman Herzog).
These:
Die für die politische Bildung viel wichtigere Aufgabe lautet: Beiträge zur Ausbildung einer politischen-zivilgesellschaftlichen Identität zu
leisten und die Mechanismen aufzuzeigen, wie Identitäten mit welchen Intentionen benutzt werden und nicht nationale Gefühlsduseleien
zu betreiben.
Antithese:
„Die Frage, wie unsere Demokratie überleben soll, hat etwas mit Patriotismus und Gemeinsinn zu tun“ (Hans Apel). Es gehört deshalb zur
Kernaufgabe politischer Bildung, sich mit Fragen der nationalen Identität auseinanderzusetzen. Für unsere Zeit bleiben „Vaterlandsliebe und
Patriotismus notwendig – mit oder ohne Stolz“ (Wolfgang Schäuble2001)
NSER AUTOR
Dr. Michael Wehner
studierte in
Freiburg an der
Pädagogischen
Hochschule Politikwissenschaft
und Geschichte
und war zwei Jahre
lang im Schuldienst
des Landes
Baden-Württemberg.
Seit 1991 ist
er Leiter der Außenstelle Freiburg der Landeszentrale
für politische Bildung Baden-
Württemberg. Michael Wehner ist Autor
mehrerer Veröffentlichungen zu politikwissenschaftlichen
und pädagogischen Themen
sowie Autor mehrerer Schulbücher in den
Fächern Geschichte und Gemeinschaftskunde.
Darüber hinaus ist er Lehrbeauftragter
am Seminar für wissenschaftliche Politik der
Universität Freiburg, an der Pädagogischen
Hochschule Freiburg sowie an der Berufsakademie
des Landes Baden-Württemberg
in Villingen-Schwenningen.
UNSERE AUTORIN
Verena Scheuble
absolvierte ihr
Magisterstudium
der Neueren und
Neuesten Geschichte
und der
Ethnologie an den
Universitäten Freiburg
und Zürich.
Ihre fachlichen
Schwerpunkte
sind Nationsbildungsprozesse
im 19. und 20. Jahrhundert
und die Geschichte des europäischen Kolonialismus.
Seit 2003 ist sie freie Mitarbeiterin
der Landeszentrale für politische Bildung
Baden-Württemberg.


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22.08.2008 um 15:23
ZUSCHAUERAUSSCHREITUNGEN HABEN
GESCHICHTE
So berichten Elias und Dunning (1983) vom
Verbot Edwards II. im 14. Jahrhundert, ein Vorläuferspiel
des heutigen Fußballs auszuüben,
weil dies die öffentliche Sicherheit gefährden
würde. Am Ende des 19. Jahrhundert schloss
der englische Fußballverband kurzerhand viele
Fußballplätze, weil eine deutlich steigende
Zahl von Gewalttätigkeiten zu beobachten war
und man fürchtete, die Entwicklung nicht
mehr kontrollieren zu können. Aber auch
schon wesentlich früher und abseits vom Fußball
waren Tote und Verletzte zu beklagen.
Beispielsweise kam es im vierten Jahrhundert
anlässlich der Wagenrennen im Circus Maximus
zu häufigen und schweren Auseinandersetzungen
zwischen den „Blauen“ und den
„Grünen“, zwei Zuschauergruppen, die sich
auch entsprechend dieser Farben kleideten
(vgl. ausführlich Cameron 1976). Der römische
Geschichtsschreiber Tacitus (55-120 n. Chr.)
berichtet von Schlägereien aus „nichtigem
Anlass“ zwischen Bewohnern aus Pompeji und
Siedlern aus Nuceria anlässlich eines Gladiatorenkampfes,
den Livineius Regulus veranstaltete.
Es gab viele Tote und Verwundete. Die
Rädelsführer durften zehn Jahre lang keine
Gladiatorenkämpfe veranstalten und wurden
in die Verbannung geschickt. In den Arbeiten
von Guttmann (1986) sowie Elias und Dunning
(1983) findet man zahlreiche Beispiele zu
diesem Thema.
MOTIVE ZUM BESUCH DER
MASSENVERANSTALTUNGEN
Warum opfern einige einen großen Teil ihres
Lebens mit dem Anschauen von Spielen ihres
Clubs? Warum reisen Menschen in über 100
Länder dieser Erde, um sich Fußballspiele in
den bekanntesten Stadien anzuschauen und
die Wimpel dann wie Trophäen zu behandeln?
Dieses Verhalten nennt man „Groundhopping“,
und es wird von einigen Menschen wie
ein Wettbewerb ausgetragen. Wer schafft es,
die meisten Spielen in den meisten Ländern
anzuschauen? Warum bevorzugen es auf der
anderen Seite Menschen, vom Sport Abstand
zu halten und sind nur höchst selten in den
Stadien anzutreffen? Im Folgenden möchte
ich näher auf die Motivation zum Besuch von
Sportmassenveranstaltungen eingehen.
Es gibt die unterschiedlichsten Vermutungen
und Klassifikationen hierüber, z. B. die Vorschläge
von Messing und Lames (1996), Bette
und Schimank (1996), Sloan (1979) oder von
Wenner und Gantz (1998). In Gabler (1998)
sind diese Klassifikationssysteme ausführlich
beschrieben. Wann, Schrader, Wilson (1999)
schlagen beispielsweise acht Dimensionen
vor: (1.) Gruppenanbindung: Die Motivation,
mit anderen Menschen gemeinsam Zeit zu
verbringen; (2.) Familie: Die Motivation, mit
der Familie Zeit zu verbringen; (3.) Ästhetik:
Die Motivation, die Schönheit sportlicher Bewegungen
zu betrachten; (4.) Selbstwert: Die
Motivation, zu einem positiven Selbstgefühl
zu gelangen; (5.) Ökonomie: Die Motivation,
als Sportzuschauer ökonomischen Gewinn zu
erzielen (z.B. durch Gewinnspiele); (6.) Spannung:

Spannung:
Die Motivation, Erregung und Aufregung
zu erleben; (7.) Flucht: Die Motivation,
sich abzulenken von den Alltagsproblemen
und (8.) Unterhaltung: Die Motivation,
eine freudvolle Freizeitgestaltung durchzuführen.
Bei genauerer Betrachtung unterscheiden sich
diese Dimensionen nicht oder nur unerheblich
von denen, die auch in anderen Klassifikationssystemen
(wie z.B. von Sloan 1979) oder
von Wenner und Gantz (1998) vorgeschlagen
werden. Es fällt auf, dass sich innerhalb einer
Klassifikation zum einen Dimensionen erheblich
überschneiden (Spannung und Flucht),
zum anderen aber auch Dimensionen fehlen
können wie z.B. Identifikation. Ich habe daher
verschiedentlich (z.B. Strauß 2000) lediglich
vier (überdauerndere) Motive angenommen,
die der (aktuellen) Motivation von Menschen
zugrunde liegen, als Zuschauer Massenveranstaltungen
zu besuchen:
■ Identifikation;
■ Selbstdarstellung;
■ Stimmungsregulation und
■ das Kontrollmotiv.
IDENTIFIKATION UND IDENTITÄT
ALS MOTIVE
Folgt man der einflussreichen Theorie von Tajfel
(1978), besitzt das Selbstkonzept bzw. die
Identität einer Person zwei Aspekte (vgl. auch
Schlicht/Strauß 2003). Der erste Aspekt betrifft
die personale Identität, die die Meinungen,
Einstellungen usw. der Person über eigene
Merkmale wie z.B. Fähigkeiten und Fertigkeiten
beinhaltet: Zum Beispiel, wenn eine
Person der Meinung ist, dass sie Statistikaufgaben
gut bewältigt, ist dies Teil ihrer personalen
Identität. Die soziale Identität einer Person
ist der zweite Aspekt. Diesen Teil des
Selbstkonzepts leitet eine Person aus ihrem
Wissen über die eigene Zugehörigkeit zu einer
oder mehreren sozialen Gruppen oder Kategorien
ab. Dass Bürger deutscher Nationalität
sich eher über den Weltmeistertitel der deutschen
Fußballnationalmannschaft freuen als
über den Titelgewinn einer anderen Mannschaft,
findet hier seinen Grund. Als Angehörige
der sozialen Kategorie „Deutsche“ zeigen
diese Personen automatisch, ohne dass es
ihnen bewusst ist, eine größere Nähe zu den
gleichen Mitgliedern dieser Gruppe (also auch
zum deutschen Team) als zu Mitgliedern anderer
sozialer Gruppen (wie zu anderen Fußballteams).
Ein Fan ist also eine Person, die einen Teil des
Selbstkonzepts aus der Verbindung zu einer
Sportmannschaft, einem Verein oder auch zu
einem Sportler aufbaut. Fans richten ihre soziale
Identität ganz oder wenigstens zum großen
Teil nach den Anforderungen, die die
Gruppe, zu der man sich zugehörig fühlt, vermeintlich
stellt. Schlenker (1986, S. 23) versteht
unter Identifikation den Prozess, das
Mittel oder auch die Präsentation seiner Selbst
als bestimmte Persönlichkeit, um dadurch die
eigene Identität bzw. das Selbstkonzept zu definieren.
McPherson (1976) zeigt zum Beispiel, dass für
die Entstehung der Identifikation mit Sportmannschaften
spezifische Sozialisationsagenten
Sozialisationsagenten
wichtig sind. Ganz besonders sind Väter für
die Entwicklung einer sozialen Identität als Fan
wichtig – übrigens für Söhne und Töchter in
ähnlicher Weise. In der Wichtigkeit nachfolgend
und mit deutlichem Abstand zu den
Vätern sind als weitere relevante Sozialisationsagenten
die Schule, Gleichaltrige und
Freunde, Brüder, die Medien und die Mütter (besonders
für die Töchter) wichtig.
Prof. Dr. Bernd
Strauß, geboren
1959; Diplom in
Psychologie 1987
in Kiel; 1992 Promotion
in Psychologie
in Kiel; von
1987 bis 1992 wissenschaftlicher
Mitarbeiter und ab
1992 wissenschaftlicher
Assistent am
Institut für Sport und Sportwissenschaft der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel in der
Abteilung Sportpädagogik. 1998 Habilitation
mit der Arbeit „Die Beeinflussung sportlicher
Leistungen durch Sportzuschauer“; seit 1998
Professor für Sportpsychologie an der Universität
Münster. Bernd Strauß ist seit 2003
Präsident der Deutschen Vereinigung für
Sportwissenschaft. Arbeitsschwerpunkte:
soziale Prozesse im Sport, Zuschauer, Expertise,
Diagnostik, forschungsmethodologische
Fragen und Medien.


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Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

22.08.2008 um 15:27
Ach wo bitte haben diese ,,Regeln" und dieser ,,Ehrenkodex" schon einmal Geltung gehabt?

Es soll noch anständige Leute geben, die sich dann Abseits der Massen prügeln - können sie ja auch gerne machen, solange Unschuldige unbeteiligt bleiben.

Das schlimme ist aber auch, dass Schaulustige und "Obercoole" dann feucht fröhlich mitpöbeln und mitbeleidigen - wenn dann aber ne kamera auftaucht, dann sind gerade diese Leute die armen unschuldigen, die von den bösen hools eine in die fresse bekommen haben.


warst du schon mal im stadion, denn wenn wir nach Medien gehen sind alle islamisten Selbstmordattentäter und alle Skinheads Nazis!

Genau so ist das nämlich.


Und an Mythor: Copy & Paste kommt hier net so besonders gut an ;)


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22.08.2008 um 16:30
na da haben sich doch zwei politische Extreme getroffen, Cottbus und TeBe beides der letzte Rotz.


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22.08.2008 um 21:44
Youtube: ACU video
ACU video


Muss sagen, hat damals schon Spaß gemacht, mit auf Tour zu gehen. Wenn das Motto" Wilder Westen" hiess und 50 man(n) mit Cowboyhut und Weste ins Stadion gingen. So manchen Pinselstrich kann man von mir auch auf den Doppelhaltern erblicken.

Nur haben mir da manche Sachen nicht mehr so recht ins Bild gepasst, und wenn ein Ding rollt kann man sich nit mehr davor stellen.


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22.08.2008 um 22:20
Schiedsrichter verursachte Skandal
Berliner Tagesspiegel, 09.09.1952

Vor jedem Start einer Berliner Liga-Meisterschaft haben wir gefordert, daß nur die besten Schiedsrichter herangezogen werden, denn nur sie garantieren harmonische Kämpfe und sichern den guten Ruf des Fußballsports. Man hat es leider nicht immer beachtet und gerät gleich zu Beginn in eine Situation, die dem Sport größten Schaden zufügen kann. Was sich der Schiedsrichter beim Spiel Tennis-Borussia - Wacker im Mommsenstadion leistete, war danach angetan, auch die besonnensten Zuschauer zu scharfen Protesten zu veranlassen. Wenn die Spieler - und leider nur diejenigen einer Mannschaft - einem eigenartigen Kampfleiter ausgeliefert sind, dann hat das ebensowenig mit Fairness zu tun wie die Folgen dieses unkorrekten Verhaltens. Und deshalb sind die Zuschauer, die sich das nicht gefallen lassen, kaum mehr zu verurteilen als der Schiedsrichter, der bewährten Spielleitern vorgezogen wurde, die, wie wir wissen, an diesem Sonntag zu Jugendspielen beordert worden waren.
Im Mommsenstadion wurden die Tennis-Borussen Wittig und Deinert nach der Pause beim Stande 2:1 für den Meister hinausgestellt; der Grund war nicht ersichtlich. Das war nach mehreren Fehlentscheidungen zuviel; hunderte Zuschauer stürmten das Spielfeld, bedrohten den Schiedsrichter, der seine Aufgabe nicht zu Ende führen konnte und unter Polizeischutz abtrat. Das Spiel wurde 15 Minuten vor Schluß abgebrochen. Jetzt haben die Verbandsgerichte das Wort, und wenn Sperren verhängt werden, dann darf diesmal der Schiedsrichter nicht vergessen werden.

Bei meinem unermüdlichen Herumstochern in der Vereinsgeschichte von TeBe stieß ich auch auf diesen Spielabbruch. Natürlich habe ich die Sache genauer verfolgt, und aus drei Gründen lohnt es sich meiner Meinung nach, diese hier auch aufzuschreiben.

1. Der Vorfall dürfte in der Vereinsgeschichte von TeBe ziemlich einmalig sein. Ähnlichkeiten mit noch lebenden 'TeBe-Rentnern' sind vermutlich nicht rein zufällig ;o)
2. Die Berliner Oberliga der 50er Jahre war geprägt von Skandalen, Urteilen, Einsprüchen, Bestechungen und Intrigen. Ein wenig ist die folgende Geschichte daher auch ein Spiegelbild dieser Zeit.
3. Besonders originell finde ich die Art, wie dem armen Sportskameraden und Schiedsrichter Treichel der Schwarze Peter zugeschoben wird. Man stelle sich vor, wie die Presse heute reagieren würde!

Kommentar zum Skandalspiel
Berliner Tagesspiegel, 13.09.1952

So begrüßenswert der Appell des VBB (Anm.: 'Verband Berliner Ballspielvereine') an den Sportsgeist der Aktiven und Zuschauer war, so will uns doch scheinen, als versuche der Verband bisher, das Versagen des Unparteiischen beim Meisterschaftsspiel zwischen Tennis-Borussia und Wacker 04 im Mommsenstadion zu bagatellisieren. Wichtigste Voraussetzung gerade für die harten Punktkämpfe ist das Vertrauen der Akteure zu einer objektiven und sachlich wie fachlich einwandfreien Leitung des Treffens durch den vom Verband bestellten Schiedsrichter. Man sollte also die Schuldigen nicht allein unter fanatischen Zuschauern, versagenden Ordnern und Polizisten und unter den Spielern suchen, die durch die Schiedsrichterentscheidungen irritiert und verbittert worden sind.

Vielleicht war es nicht nötig, daß Paul Rusch, der Präsident des Verbandes der Berliner Ballspiel-Vereine, am Anfang der großen Verhandlung über den Skandal beim ersten Meisterschaftsspiel einen Appell an alle Fußballfreunde richtete und um Ruhe und Besonnenheit bat. Obwohl die Schuldfrage nicht leicht zu klären ist und die Meinungen für und wider aufeinanderprallten, verlief die Sitzung des Spielausschusses im überfüllten Saal des NNW-Kasinos unter Leitung des Vorsitzenden Erwin Würger korrekt ohne Zwischenfälle. Jeder der Beteiligten hatte nach seinen eigenen Aussagen eine weiße Weste. Länger als drei Stunden dauerte das Hin und Her der Klagen, Verteidigungsreden und Zwischenrufe. Ein Urteil wurde noch nicht gefällt, da der Spielausschuß erst das protokollierte Material verarbeiten muß.
Zu diesem Material gehört auch der Antrag des Wacker-Vorstandes, daß ihm die beiden Punkte des bei dem Stande 2:1 für Tennis-Borussia abgebrochenen Spieles zuerkannt werden. Das einzige Ergebnis der Verhandlungen ist die Bestätigung der Entscheidung, wonach die hinausgestellten Spieler Wittig und Deinert heute für Tennis-Borussia gegen Blau-Weiß nicht spielen dürfen.
Bei der Beurteilung der Frage, ob die beiden Tennis-Borussen von dem Schiedsrichter Treichel, der heute nicht zu einem Ligaspiel beordert ist, zu Recht des Spielfeldes verwiesen wurden, gingen die Meinungen stark auseinander. Der als fairer Sportsmann bekannte Berliner repräsentative Läufer Wittig ist sich keiner Schuld bewußt; ein Zuschauerzeuge will aber (als einziger) gesehen haben, daß Wittig den Wacker-Spieler Siebke so stark gegen die Beine getreten hat, daß er auf die Aschenbahn stürzte. Der Wacker-Spieler selbst erklärte, nicht getroffen worden zu sein. Im Fall Deinert gingen die Aussagen noch weiter auseinander. Er soll einem Gegner von hinten die Beine weggeschlagen haben, dann aber wieder etwa fünfzehn Meter von dem nächsten Spieler entfernt gewesen sein, als ihm Treichel das Foul ankreidete, das zu seinem Platzverweis führte.
Viele Aussagen blieben nicht ohne Widersprüche; so auch solche, die von der mangelhaften Organisation Tennis-Borussias handelten. Die Zahlen der auf das Spielfeld stürmenden Zuschauer bewegen sich zwischen 15 und 150 (Schiedsrichter Treichel). Es wird wohl kaum jemanden geben, der bei den unliebsamen Protestszenen die 'Eindringlinge' gezählt hat, worunter auch die Ordner, die Photographen und andere gerechnet werden müßten. Vorwürfe des Wacker-Vorstandes, Tennis-Borussia habe die Presse beeinflußt, wurden energisch zurückgewiesen. So gehört auch die Behauptung, das Vorstandsmitglied von Tennis-Borussia, Dr. Gorke, habe den im Tagesspiegel veröffentlichten Bericht über das Spiel verfaßt, in das Reich jener Phantasie, die schnell mit vagen Behauptungen zur Hand ist, wenn sich irgendwelche Vorgänge nicht mehr genau rekonstruieren lassen.

Falls niemand eine Zeitmaschine erfindet, werden die Vorwürfe immer ungeklärt bleiben (wobei das inzwischen wohl eher auch ein marginales Problem der Menschheit sein dürfte). Es folgt der Urteilsspruch des VBB, wieder durchsetzt mit der Meinung des Tagesspiegel-Redakteurs, daß es eine wahre Freude ist. Und wie gesagt: Man beachte die Auffassung von Begriffen wie 'Fairness' vor knapp 50 Jahren.

Unverständliches Urteil im Fußball-Skandal
Berliner Tagesspiegel, 16.09.1952

Widersprüche gab es genug in den Verhandlungen über den Fußball-Skandal beim Spiel Tennis-Borussia - Wacker im Mommsenstadion, aber alle erreichten nicht die Stärke des Widerspruchs, der in dem jetzt vom Spielausschuß des VBB gefällten Urteil liegt. Die automatische Sperre der Tennis-Borussen Wittig und Deinert von einem Spielsonntag sah man als genügend, vielleicht schon als zu hart an, da beide im gleichen Atemzuge für würdig befunden wurden, Berlin gegen Wien repräsentativ zu vertreten. Haben Wittig und Deinert sich so unsportlich benommen, daß ihre Hinausstellung berechtigt war, dann sollten sie nicht als Auserwählte Berlins nach Wien fahren. Der Spielausschuß ist bekannt dafür, daß er sich bemüht, das Sportliche in den Vordergrund aller seiner Handlungen zu stellen. Wenn er jedoch einen Verein damit bestraft, daß er ihm zwei Verlustpunkte ankreidet, obwohl er beim Abbruch des Spiels mit 2:1 in Führung lag, dann hat das mit den sportlichen Gesetzen nichts zu tun. Im sportlichen Wettkampf soll der Schlechtere verlieren und nicht durch Zwischenfälle, an denen ursächlich der Spielleiter die Schuld trägt (Anm.: !!!), zu einem unberechtigten Gewinn kommen. Der Verein Wacker 04, dessen Antrag auf Zusprechung der Punkte Erfolg hatte, kann nicht stolz sein auf diesen Sieg am grünen Tisch. Und seine Spieler, das glauben wir annehmen zu dürfen, werden sich kaum über diese beiden 'gewonnenen' Punkte freuen. Hat man die Aussage Siebkes vergessen, der in sportlicher Fairness bekannte, von Wittig nicht getroffen worden zu sein? Die Strenge des Spielausschusses richtete sich nur gegen Tennis-Borussia; die erwiesenen Fehlentscheidungen des Schiedsrichters ließen die Verbandsrichter unbeachtet. Man sperrte ferner das Mommsenstadion für vier Spieltage. Wir glauben nicht, daß es bei diesem Urteil bleiben kann und erwarten nach der Berufung Tennis-Borussias eine Revision.

Was man damals als unerträgliche Härte empfand, würde heute sicher als mildes Urteil klaglos hingenommen.


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22.08.2008 um 22:21
Falsche Töne bei der Berufung
Berliner Tagesspiegel, 28.09.1952

Wenig neue Momente ergab die Berufungsverhandlung über den Spielabbruch des Fußball-Meisterschaftstreffens Tennis-Borussia gegen Wacker 04. Nur dem umstrittenen Schiedsrichter Treichel, der seine Aussagen aus der ersten Verhandlung vor dem Spielausschuß wiederholte, wurde diesmal bewiesen, daß er die Spieler Deinert und Wittig beim Feldverweis nicht auf dem kürzesten Wege in die Kabinen schickte. Unerfreulich blieb der Ton, in dem Wacker 04 und Tennis-Borussia ihre Ansichten vertraten. Der wenig redegewandte Wacker-Vorsitzende Pelzner beharrte auf der Forderung, daß Tennis-Borussia die Punkte abgesprochen werden. Dr. Gorke, der Pressewart des Meisters, ließ sich zu einigen verletzenden Bemerkungen hinreißen. Er verlangte die Aufhebung des Urteils, das nach Ansicht der Tennis-Borussen sportlich nicht zu vertreten ist. Ob der VBB-Präsident Paul Rusch mit seinen versöhnenden Worten einen Ausgleich der zwischen Tennis-Borussia und Wacker 04 bestehenden Spannungen erreichte? Nicht befriedigen konnte die Vertagung des Urteilsspruches um 24 Stunden. Bei Redaktionsschluß stand die Entscheidung noch aus, ob das Urteil der ersten Instanz bestehenbleibt oder, was nach der Berufungsverhandlung wahrscheinlicher ist, das Spiel neu angesetzt wird. Kommt es zu einer Neuauflage der abgebrochenen Begegnung, so dürfte auch das von Tennis-Borussia 2:3 gegen Blau-Weiß 90 verlorene Treffen wiederholt werden.

Jetzt kommt nochmal ein Klops. Schon merkwürdig: TeBe-'Fans' provozierten den Spielabbruch, und wer ist schuld? Mal lese und staune...

Salomonischer Urteilsspruch
Berliner Tagesspiegel, 30.09.1952

Nach mehrstündiger Beratung fällte der Berufungsausschuß des VBB sein Urteil zum Mommsenstadion-Skandal. Danach wird das am 7. September abgebrochene Spiel zwischen Tennis-Borussia und Wacker 04 auf neutralem Platz neu angesetzt. Die Reineinnahmen nach Abzug der Unkosten fallen der Verbandskasse zu. 'Wir nehmen das neue Urteil an', erklärte Carl Helfert, der Vorsitzende des Berliner Fußballmeisters. 'Durch die Bestätigung der automatischen Sperre für die damals des Feldes verwiesenen Spieler Deinert und Wittig ist unser Protest gegen die Wertung des Meisterschaftsspiels gegen Blau-Weiß hinfällig geworden.' Der Wacker-Vorsitzende Otto Pelzner lehnte jede Stellungnahme ab. Wacker 04, anfangs über die beiden am grünen Tisch billig gewonnenen Punkte sehr erfreut, ist mit dem Urteil der Berufungsinstanz nicht zufrieden. Erneut verwischen die leitenden Köpfe der Reinickendorfer leider die Grenze zwischen starrköpfigem Vereinsfanatismus und sportlicher Gerechtigkeit. Zwar nicht direkt, aber zwischen den Zeilen rügte der Berufungsausschuß das krasse Versagen des Schiedsrichters Treichel. 'Treichel wird in Kürze wieder Vertragsligaspiele leiten', sagte der Schiedsrichter-Obmann Hoppe.

Damit war alles geklärt? Na keinesfalls!

Wacker beantragte Wiederaufnahme
Berliner Tagesspiegel, 24.10.1952

Noch immer ist das Ende der leidigen Mommsenstadion-Affäre nicht abzusehen. Tennis-Borussia protestierte gegen die Ansetzung des Wiederholungsspiels auf dem SSV-Platz in der Neuendorfer Straße. Da am 23. November jedoch außerdem nur das Stadion am Lochowdamm frei ist, dürfte der Einspruch des Berliner Fußballmeisters abgelehnt werden, denn Tennis-Borussia hat sich bekanntlich während der Platzsperre dieses Stadion als 'zweite Heimat' erwählt, so daß in diesem Falle von einem neutralen Platz kaum gesprochen werden kann. In der nächsten Woche verhandelt der Schiedsrichter-Ausschuß den Protest, den Tennis-Borussia gegen den Schiedsrichter Treichel einlegte. Wer die Mentalität der leider etwas zu sehr von sich eingenommenen Berliner Schiedsrichter kennt, kann sich schon jetzt ausrechnen, daß gegen Treichel von seinen eigenen Vorstandskollegen kein Wort der Klage erhoben wird. Im Gegenteil: Treichel wurde dem DFB als Spitzenschiedsrichter gemeldet und pfeift eventuell im nächsten Jahre Gruppenspiele zur Deutschen Meisterschaft.
Aber auch Wacker 04 ist noch nicht zufrieden. Die Reinickendorfer haben beim VBB ein Wiederaufnahmeverfahren beantragt. Wacker stützt sich in der Begründung auf die Feststellung, das vom Berufungsausschuß gefällte Urteil fuße nicht auf den amtlichen Satzungen. Gibt das Verbandsgericht in der kommenden Woche dem Antrag statt, wird die leidige Affäre noch einmal von vorn beginnen.

Keine Angst! Soweit ist es nicht gekommen. Das Verfahren wurde nicht noch einmal aufgerollt. Wenn man diese Geschichte so liest, wundert man sich fast schon über das friedliche Ende: Die Vereine einigten sich darauf, das Spiel im Stadion Neukölln auszutragen. TeBe gewann 3:1 (2:0), Zwischenfälle gab es nicht.


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Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

23.08.2008 um 02:35
Wow, Copy & Paste Thread!


Sie fühlt sich stark und sexy wie nie. Und bekennt sich ohne Wenn und Aber zu ihrem Ehemann.

Seit Wochen häufen sich Trennungsgerüchte um Popstar Sarah Connor (28, „Under my skin“) und ihren Ehemann Marc Terenzi (30). Jetzt spricht die Sängerin in BILD erstmals Klartext über ihre angeblichen Ehe-Probleme. Und wischt alle Krisen-Gerüchte vom Tisch.

Sarah Connor ist die erfolgreichste deutsche Pop-Sängerin. Gestern erschien ihr neues Album „Sexy as Hell“

„Marc und ich werden uns nicht trennen“, sagt Sarah Connor zu BILD. „Dazu gibt es überhaupt gar keine Veranlassung. Unsere Liebe ist nach sechs Jahren Ehe noch stärker und intensiver geworden.“

Vor einer Woche waren Fotos aufgetaucht, die Marc Terenzi beim Fremdflirten mit einer Stripperin auf Mallorca zeigten. Sarah Connor lassen die pikanten Bilder angeblich kalt.

Die Sängerin: „Ich vertraue Marc auf ganzer Linie und habe absolut keinen Grund zur Eifersucht. Solche Dinge von außen machen unsere Ehe nicht angreifbar. Marc und mich bringt so schnell niemand auseinander.“

Auf ihrem brandneuen Album „Sexy as Hell“ (Sexy wie die Hölle) widmete Sarah ihrem Ehemann Marc sogar den Song „Crazy in Love“. Darin heißt es u. a. in deutscher Übersetzung: „Ich bin immer noch verrückt verliebt in dich ... Ohne dich würde ich mich selbst verlieren ... In meinem Herzen weiß ich, dass meine Liebe für dich stark ist.“

Sarah Connor: „Ich habe meine Texte auf der neuen CD alle selbst geschrieben. Sie kommen also direkt aus mir heraus. Und dieses Liebeslied für Marc zeigt wohl sehr deutlich, wie viel er mir bedeutet.“

Auf der CD besingt Sarah Connor auch ihr neues, sinnliches Lebensgefühl. Sie sagt: „Ich habe nach zwei Schwangerschaften meine Sexualität neu entdeckt. Ich liebe meinen Körper und spiele gerne mit meinen weiblichen Reizen.“


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Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

23.08.2008 um 02:51
ich muss ehrlich sagen ich komme aus der ns bzw nsh scene also aus der kategorie c und der unterschied zwischen hools und ulras is das die ultras mehr macht haben. die ultras in italien z.B. haben soviel macht das sie entscheiden können welcher spieler in die manschaft kommen und welche nicht. aber der grundgedanke der hools ist der das die hools das spiel nicht auf dem spielfeld entscheiden... wer infomaterial in video formbrauch kann mir ne pm schreiben


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Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

23.08.2008 um 12:42
Propagandavideos?!
Oder einfach nur Videos von sinnlosen Kloppereien


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Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

23.08.2008 um 15:14
ich muss ehrlich sagen ich komme aus der ns bzw nsh scene also aus der kategorie c und der unterschied zwischen hools und ulras is das die ultras mehr macht haben.

Wobei ich sagen muss, dass sich viele ehemalige Mitglieder der Gruppe Kategorie C mittlerweile zum Neonazitum bekennen. Auch wenn die Band, insbesondere durch Vollkontact, ein klares Statement gegen rechts geben, sind zwei Mitglieder aus der Musikgruppe ausgetreten und spielen jetzt in anderen Bands für das rechte Lager.

Zeigt aber auch klar, dass die restlichen darauf kein bock haben und so einfach weiter hool-mukke machen.

Und wie bei den Onkelz auch hat KC natürlich das Problem, dass vor allem die gehirnamputierten nazis meinen, sie müssten das image kaputt machen durch ihre scheisse...


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Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

24.08.2008 um 10:26
Also meine Erfahrung ist das
man ruhig Ultras mit Hools gleichsetzten kann.

Die Ultras leben für ihre Mannschaft JA, sie machen auch Stimmung und die Fangesänge
aber wenn es dann ums eingemachte geht sind sie auch immer mit dabei........

Ein Tummelplatz für unsere Rechten ist das.....


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Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

24.08.2008 um 10:34
Zitat von BleachBleach schrieb:Also meine Erfahrung ist das
man ruhig Ultras mit Hools gleichsetzten kann.
Du hast praktisch auch die Reportage aufm DSF gesehen?!?


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Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

24.08.2008 um 13:50
Also wenn man Ultras kennt, denk ich braucht man sich nicht irgend eine Reportage im Fernsehen anschauen.
Aber wer weiß vielleicht ists im Osten wirklich anders^^


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Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

24.08.2008 um 15:34
Beim Spiel Hannover gegen Cottbus gab`s keinen Ärger im Stadion.

Die Cottbusser hatten auch nur so eine ganz kleine Mini-Ecke besetzt und waren den Hannoveranern weit unterlegen.

Die Hannoveraner Ultras waren harmlose Kerle, die eben nur die ganze Zeit gesungen, getrommelt, ihre Mannschaft angefeuert und die Vereinsfarben am Anfang mit einer großen Zahl farbiger Papierbögen hochgehalten haben.

Damit komme ich nun zu folgendem Schluss, es gibt:

1. Hooligans, Kategorie A (so nenne ich die einfach mal) - sich nur gegenseitig auf die Fresse hauen
2. Hooligans, Kategorie B - jedem auf die Fresse hauen, bei dem ein Grund vorhanden ist

Hooligans gibt es mit und ohne Fußball.

3. Ultras, Kategorie A - Fans, die einfach voll hinter ihrem Verein stehen, ihre Mannschaft unterstützen wollen mit Fangesängen, nett anzusehenden Choreographien und weiteren Aktionen, aber gewaltlos
4. Ultras, Kategorie B - wie A, nur bei Provokation gewaltbereit
5. Ultras, Kategore C - Typen, die einfach nur alle ,,Gegner" ihrer Mannschaft und von sich selbst fertigmachen wollen, egal wie

Ultras gibt es nur mit Sport, meist mit Fußball.


Das sollten jetzt so in etwa die Gruppen sein.


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Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

25.08.2008 um 12:21
Die Freunde getretenen Leders waren mir schon immer suspekt.
Wie arm dran muss jemand sein, der sonst nichts zum Identifizieren hat, als eine Truppe überbezahlter Ball-Kasper?
Wie ereignislos muss das eigenen Leben sein, wenn es ausser Suff und Klopperei keine Höhepunkte bietet?


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Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

25.08.2008 um 16:56
"Wie arm dran muss jemand sein, der sonst nichts zum Identifizieren hat, als eine Truppe überbezahlter Ball-Kasper?"

man identifiziert sich nicht mit den Spielern, das sind heutzutage eh alles Söldner ohne Ehre, sondern mit dem Verein.


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Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

25.08.2008 um 17:03
Das ist ja noch absurder!!!
Warum soll ich als kleiner Hartz-Hungerleider mich denn mit einem Multi-Millionen-Umsatzriesen, dessen hochbezahlte Angestellte nebenbei noch Fussball spielen, identifizieren?
Kann ich ja gleich Deutsche-Bank-Fan werden.


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Sind Ultras schlimmer als Hooligans?

29.08.2008 um 16:37
Zitat von DoorsDoors schrieb am 25.08.2008:Die Freunde getretenen Leders waren mir schon immer suspekt.
Wie arm dran muss jemand sein, der sonst nichts zum Identifizieren hat, als eine Truppe überbezahlter Ball-Kasper?
Wie ereignislos muss das eigenen Leben sein, wenn es ausser Suff und Klopperei keine Höhepunkte bietet?
Mit solch einer unnötigen dekadenten Sichtweise kann man jede Lebenseinstellung absägen, was für Höhepunkte soll das Leben denn sonst bieten?
Schmierereien die sich Leute an die Wand hängen? Bedruckte Blätter die im Regal Staub fangen? Oder doch der gute Rote, der 15 Jahre im Keller lag aber immer noch Scheisse schmeckt, man jedoch das Bioleksche "Mmmmmmmm" anbringen muss, sonst wird man schief angeschaut?


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