Postmortem Fotografie
02.02.2026 um 19:34
Netzfund einer Frau aus dem vermutlich asiatischen Raum. Sie wird gerade für die Beerdigung hergerichtet

Das sehe ich auch so.Siegelschild schrieb:Eigentlich dürfte man überhaupt keine solchen Bilder veröffentlichen ohne zu Lebzeiten gemachte vorherige Erlaubnis des Fotografierten
Es gibt Kulturkreise, da werden Verstorbene anders geehrt als bei uns. Das geht durchaus soweit, dass sie offen aufgebahrt werden, während drumrum Party gefeiert wird, oder so drapiert werden, dass es bspw. aussieht als würden sie dasitzen und Gitarre spielen.Siegelschild schrieb:Eigentlich dürfte man überhaupt keine solchen Bilder veröffentlichen ohne zu Lebzeiten gemachte vorherige Erlaubnis des Fotografierten. Eine ziemliche entehrung von den Fotografierten und von denen die es weiter posten.
In Bayern wurden die Toten vor einigen Jahren (ok, ich war Kind, also Jahrzehnten) auch noch oeffentlich ausgestellt. Keine Ahnung, wann (ob) sich dies geaendert hat.SomertonMan schrieb:Es gibt Kulturkreise, da werden Verstorbene anders geehrt als bei uns. Das geht durchaus soweit, dass sie offen aufgebahrt werden,
Das Handy nicht, aber eine vernuenftige Camera... doch, ich habe da Bilder.SomertonMan schrieb:das Handy zu zücken.
Ja, beides sollte seinen Platz finden. Die Trauer und die Erinnerungen an die schoenen Momente.SomertonMan schrieb:Beeindruckt war ich immer wieder von der gelösten Stimmung dann bei der Zusammenkunft danach.
es handelt wohl tatsächlich um ein Foto aus dieser Region und es gibt sehr viele solcher Fotos, wie dieses im Netz, da die offene Aufbahrung des Verstorbenen vor (im Rahmen der Totenwache) und während der Trauerfeier fester Bestandteil des Bestattungsrituals ist. Das Waschen und Herrichten der verstorbenen Person wird durch die Familie und (oder) auch Freunde und Nachbarn vorgenommen.Disaster13 schrieb:Netzfund einer Frau aus dem vermutlich asiatischen Raum
Ja es gibt viele Bilder im Netz, auch auf Youtube jede Menge Videos wo von dem herrichten der Leiche bis zur Beerdigung alles gezeigt wird. Teilweise auch professionell aufgenommen.cute_lenore schrieb:Das Filmen dieser Zeremonien oder Fotografieren ist dort auch vollkommen selbstverständlich. Als eine Zeremonie, die ebenso ausgiebig dokumentiert wird wie z.b. eine Hochzeit.
Wie es mit der Veröffentlichung dieser Bilder und Videos aussieht steht natürlich auf einem anderen Blatt !
Nein. Wir blenden den Tod und alles, was dazu gehört, in unserem Kulturkreis nur (inzwischen) stark aus. Deshalb vielleicht solche Empfindungen.Siegelschild schrieb:Eine ziemliche entehrung von den Fotografierten und von denen die es weiter posten.
nataS schrieb:Der Tod ist ein Teil des Lebens und warum sollte man eine Trauerfeier oder auch einen Leichnam nicht auch fotografieren.
Ich hatte bislang nie darüber nachgedacht, dass jemand an solchen Fotos Anstoss nehmen könne. Wie gesagt, ich fotografiere auch bei den Beerdigungen von Angehörigen.nataS schrieb:Ich hatte auch schon überlegt, ob ich die Trauerfotografie in mein Angebot aufnehme, aber ich habe Sorge, dass dies stark kritisiert wird.
Wenn das anständige, würdevolle Bilder werden, ist bestimmt ein Markt dafür da. Mach es doch, Versuch macht kluch!nataS schrieb:Ich hatte auch schon überlegt, ob ich die Trauerfotografie in mein Angebot aufnehme, aber ich habe Sorge, dass dies stark kritisiert wird.
Wer sollte das kritisieren?nataS schrieb:Ich hatte auch schon überlegt, ob ich die Trauerfotografie in mein Angebot aufnehme, aber ich habe Sorge, dass dies stark kritisiert wird.
Das denke ich auch. Das sind sehr wertvolle und unwiederbringliche Erinnerungen.Justsaying schrieb:Ich kann mir gut vorstellen, dass es fuer manche eine schoene Erinnerung ist, ein paar gute Bilder zu haben.
Würde es auf ca. 20-25 Jahre schätzen. Allerdings war zu dem Zeitpunkt eine offene Aufbahrung schon außergewöhnlich; gerade im städtischen Bereich ist das mittlerweile ein absolutes Tabu geworden.Justsaying schrieb:Keine Ahnung, wann (ob) sich dies geaendert hat
Genau, das sagt es, wir grenzen den Tod aus, empfinden den Tod, oder sich nur damit auseinanderzusetzen, als fremd und abstoßend.nataS schrieb:Der Tod ist ein Teil des Lebens und warum sollte man eine Trauerfeier oder auch einen Leichnam nicht auch fotografieren
Nicht nur das. Früher waren Fotographien was besonders und teures. Nicht jeder konnte sich sowas leisten.CaiaLia schrieb:Gerade sehr alte Aufnahmen zeugen von einem anderen Blick auf den Toten, als dem, der heute auf Tod und Verstorbenem liegt. Es war definitiv eine Art “Kunst” und man hat den Tod nicht so abgelehnt, wie es heute der Fall ist. Er hat dazugehört, vielleicht auch, weil eben sehr viele damals gestorben sind, auch sehr jung.