Zitat von KangarooKangaroo schrieb:Was hat das mit Rache zu tun? Immer diese Rache Argument...

Ein Mensch mordet und verwirkt somit das Leben eines anderen dann sollte er selber auch sein Recht auf Leben verwirkt haben.

Das ist eine nüchterne betrachtung. Erklär mir gerne, warum diese Betrachtung mit Rache einhergehen muss, wenn ich keinen persönlichen Bezug dazu habe?
Was ist Rache? Laut Wörterbuch:
(leidenschaftliche) persönliche Vergeltung eines erlittenen oder vermeintlich erlittenen Unrechts, einer erlittenen oder vermeintlich erlittenen Beleidigung, Demütigung, Niederlage
Quelle: https://www.dwds.de/wb/Rache

Wie Du das von Deiner angeblich "nüchternen" Vorstellung von der Todesstrafe als Vergeltung für eine "besonders bestialische Tat" ("bestialisch" = "Bestie" = "unmenschlich") abgrenzt, deren Maßstäbe sich allein nach Deinen eigenen persönlichen Wertvorstellungen bestimmen, bleibt Dein Rätsel.

Denn Deinen echten grundlegenden moralischen Imperativ hast Du ja schon einen Schritt vorher ganz "nüchtern" formuliert:
Ein Mensch mordet und verwirkt somit das Leben eines anderen dann sollte er selber auch sein Recht auf Leben verwirkt haben.
Das ist das Vergeltungsprinzip, das ist "Aug um Aug und Zahn um Zahn". Dadurch, dass Du es als "Äquivalenzprinzip" bezeichnest oder wegen des Adjektivs "persönlich" von Rache abgrenzen willst, wird es nicht besser, sondern nur zynischer. Du verlangst für eine Rechtsgutsverletzung ein Äquivalent. Was äquivalent ist, bestimmst Du. Und zwar nicht als Ergebnis eines rationalen Prozesses, sondern als Ergebnis Deiner Willkür. Und damit - natürlich - Deiner persönlichen Emotionen.

Die Todesstrafe ist objektiv nicht zu rechtfertigen. Empirie und Geistesgeschichte stehen dagegen. Nur "persönlich" kann man sie fordern. Auch für mordende Kinderschänder.