bahoma schrieb:Für Frauen war es bis Mitte 1994 verboten im Bauhauptgewerbe überhaupt zu arbeiten.
Sollte vll nicht unerwähnt bleiben.
Was, echt noch bis Mitte der 90er?
Mir nicht bewusst gewesen.
Wie hat man das bis dahin sachlich begründen können, um mit dem Gleichheitsgrundsatz und freier Berufswahl vereinbaren zu können?
bahoma schrieb:Sexismus und der Umgangston auf Baustelle ist/ war auch ein grosses Thema. Mittlerweile beschweren sich sogar männliche Azubis über den Umgangston und möchten so nicht arbeiten bzw ausgebildet werden.
Da sollte man aber auch nicht pauschalisieren.
Und in Büros oder Krankenhäusern kann es je nach Kollegen oder Vorgesetzen auch ruppig zugehen.
bahoma schrieb:Im Malerhandwerk (Baunebengewerbe) holen die Mädels kräftig auf und liegen auch bei den Meisterschaften sehr gut vorne.
Stimmt. Übers Malerhandwerk (hat mein Vater gelernt) habe ich das auch schon mal gelesen. Und auch im Tischlerhandwerk.
bahoma schrieb:Und nicht zu vergessen, es ist auch nicht jeder für jeden Beruf geeignet. Da geht's nicht immer um zu fein dafür.
Klar.
bahoma schrieb:Man denke nur an die Pflege die körperlich und seelisch sehr anstrengend ist, da ist der Frauenanteil bekanntlich sehr hoch.
Zweifelsohne.
Dafür muss man unabhängig vom Geschlecht auch gemacht sein.
bahoma schrieb:Meine Enkeltochter hat in ihrer Gruppe einen männlichen Erzieher. Find ich persönlich super.
Finde ich auch super und hoffentlich wird er auch von allen Eltern voll akzeptiert.
bahoma schrieb:. Sind sich Männer da zu fein dazu ? Oder zu wenig Geld? Oder ist es gar peinlich?
Sicherlich liegt es je nach Mann am Männlichkeitsbild.
Am Verdienst kann es auch liegen.
Ich persönlich würde es mir einfach nicht zutrauen.
bahoma schrieb:Mittlerweile denke ich, ich werde es wahrscheinlich leider nicht mehr erleben das diese Stammtischparolen ohne zuvor mal ne Minute nachzudenken (nicht in deinem Beitrag) mal aussterben.
In so einem Umfeld würde ich mich auch als Mann nicht wohlfühlen.
Zum Glück war es dahingehend in meiner Ausbildung im Garten und Landschaftsbau und bei der Stadt so weit erträglich. Klar gab es auch da über die Jahre die eine oder andere sexistische Stammtischparole auf beide Geschlechter bezogen.
Da war übrigens das Verhältnis zu Frauen und Männern recht ausgewogen. Auch unter nachkommenden Azubijahrgängen. Ich habe es auch noch nie mit Ausnahme später einmal bei einer Sicherheitsdienstfirma nur mit männlichen Kollegen in meinem Leben zu tun gehabt.
Und auf einem Werkhof nach der Ausbildung hatte ich auch zwei jüngere Frauen als Vorarbeiterinnen.
Groucho schrieb:Ich sehe im Moment eher wieder einen Abwärtstrend, was Gleichberechtigung betrifft.
Patriarchalische Parteien erhalten ja auch mehr und mehr Zulauf und wen wunderts, durch mehr Männer. Leider auch jüngere.
Und im Amiland sitzt ein Patriarchat sogar im Weißen Haus und hat auch längst nicht nur Männer unter seinen Fans.
MissMary schrieb:Es gibt ja auch die Tradwives, die genau das wollen und gut finden. Was macht man mit solchen Leuten?
Die wird es immer geben.
Einfach leben lassen, wenn sich freiwillig dafür entschieden bzw. es genau so haben wollen. Und genug Männer zur Auswahl haben sie auch nach wie vor.
Und sage auch immer, dass es ihnen ja auch niemand verbietet.
Groucho schrieb:Problematisch finde ich da diverse Influencer (aus der sog Manosphere, gibt dazu gerade eine Doku auf Netflix), die Frauen als ihren Besitz ansehen und den Mann der Frau als grundsätzlich überlegen ansehen. Und die sind - so mein Eindruck - wieder deutlich mehr geworden.
Speziell Besitzdenken und auf die Partnerin bezogen und das auch offen bzw. unverblümt gezeigt, ist mir jetzt nichts bekannt. Dass viele Männer so denken werden, bezweifle ich hingegen gar nicht.
Aber dass sich viele Männer nach wie vor nur weil sie Männer sind Frauen allgemein überlegen fühlen, das fällt mir auch wieder vermehrt auf. Wahrscheinlich auch ne Trotzreaktion auf Emanzipation und Feminismus und wenn besonders von den Linken und Grünen ausgehend bzw. propagiert und sich dafür einsetzend.
Was mir aber ehrlich gesagt auch in den letzten Jahren
gefühlt wieder mehr aufgefallen ist, dass sich auch wieder mehr Frauen in einer konservativen Rolle sehen wollen und auch konservative Männer vermissen und sich dafür stark machen, dass sie wieder mehr auf Akzeptanz treffen.
Da wird sich dann auch schon mal hämisch nicht nur über aus ihrer Sicht moderne verweichlichte Männer und Frauenversteher geäußert, sondern auch über moderne Frauen. Ganz besonders über Feministinnen.
Sind dann meist solche Frauen, die auch wie nach wie vor wie etliche Männer, auch sehr sexistisch eingestellt sind und für sich klar definiert haben, was Männlich und was Weiblich ist und für welche Aufgaben Mann und Frau auch nur da sind.