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Die letzten Rätsel der Menschheit

2.782 Beiträge, Schlüsselwörter: Wissenschaft, Menschheit, Rätsel, Phänomene

Die letzten Rätsel der Menschheit

19.11.2010 um 12:36
@Keysibuna

Daneben existierte als Folge der keltischen Wanderungen ab dem späten 4. Jahrhundert v. Chr. ein Siedlungsgebiet der Galater in Anatolien (heutige Türkei). Im nordspanischen Galicien fanden sich ebenfalls einige La-Tène-zeitliche-Fibeln, doch kann dort nicht von einem geschlossenen keltischen Kulturhorizont im Sinne der La-Tène-Kultur die Rede sein.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

19.11.2010 um 12:37
@KlausBärbel

Im Süden des keltisch geprägten Gebietes Mitteleuropas grenzte anfangs noch der etruskische, im Osten und Südosten der griechische, thrakische und skythische Kulturbereich an.

Große Teile dieser Gebiete gingen später im römischen Reich und dessen Kultur auf.
Nördlich des keltischen Einflussgebietes waren germanische Stämme ansässig.
Zu allen genannten Kulturen unterhielten die Kelten intensive kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

19.11.2010 um 12:39
@Keysibuna
Keltische Sprachen lassen sich von Teilen der Iberischen Halbinsel bis Irland im Westen, im Südosten bis in den nördliche Balkan nachweisen, mit einem späten Ausläufer (der Galater) in Anatolien. Die Nordgrenze zu den Germanen, etwa im Bereich der deutschen Mittelgebirge, ist nicht sicher bestimmt, südlich der Alpen bis in die Po-Ebene.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

19.11.2010 um 12:42
@KlausBärbel

Die Belege für diese sprachwissenschaftliche Deutung sind:

Das durch antike Quellen belegte ehemalige größte Verbreitungsgebiet keltischer Stämme (zum Beispiel die durch antike Autoren bezeugte Einwanderung keltischer (und thrakischer Stämme) nach Anatolien, vgl. den „Galaterbrief“ des Paulus;

Spätantike Belege, wonach in Anatolien ein Dialekt ähnlich wie in der Gegend um Trier gesprochen wurde;

Wenige sprachwissenschaftliche Belege keltischer Wörter in modernen mittel- und osteuropäischen Sprachen. Diese spiegeln sich zum Beispiel in der Benennung einzelner Stämme oder Gebiete als Gallier in Frankreich, Galicien in Spanien und Galater in Kleinasien wider;
Entlehnungen ins Baskische wie iskos 'Fisch'.

Charakteristische keltische Sprachelemente in topographischen Bezeichnungen wie beispielsweise Ortsnamen auf -briga und -durum mit den je nach Sprachgegend bewirkten Veränderungen;

Funde von steinernen Inschriften, Tonscherben-Graffiti, Münzinschriften und Bleitäfelchen in keltiberischer, lepontischer und gallischer Sprache ab dem 6. Jahrhundert v. Chr., zum Teil in eigenen (zum Beispiel lepontisches Alphabet von Lugano) oder fremden Schriften wie der iberischen, etruskischen oder später lateinischen Schrift sowie Namen und einzelne Wörter zum Beispiel in galatischer Sprache bei antiken griechischen und römischen Schriftstellern.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

19.11.2010 um 12:46
@Keysibuna

Die keltischen Sprachen werden der westlichen Gruppe der indogermanischen Sprachen zugerechnet.

Inselkeltische Sprachen werden heute noch in Wales (Walisisch oder Kymrisch) sowie in Irland (Irisch, seit 1922 offiziell erste Amtssprache neben dem Englischen), in Schottland (Schottisch-Gälisch in den Highlands und besonders auf den Hebriden) und in der Bretagne (Bretonisch, von Auswanderern von den britischen Inseln im 5. Jahrhundert auf den Kontinent gebracht) gesprochen.


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19.11.2010 um 12:48
@KlausBärbel

Das Manx auf der Isle of Man starb in den 1970er Jahren aus, das Kornische in Cornwall bereits im 18. Jahrhundert.
Es gibt aber in jüngster Zeit Bestrebungen, Manx und das Kornische wieder zu lebendigen Umgangssprachen zu machen.

Die festlandkeltischen Sprachen sind durchwegs ausgestorben. Auf der Iberischen Halbinsel wurde Keltiberisch gesprochen, das wie das Gallische und Lepontische im Zuge der Romanisierung unterging.
In Kleinasien war die schlecht dokumentierte galatische Sprache in der Antike noch anzutreffen.


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19.11.2010 um 12:49
@Keysibuna

Eine urkeltische Sprache ist nicht überliefert. Zu den ältesten als keltisch eingestuften Sprachdokumenten zählen solche in lepontischer Sprache aus dem 6. Jahrhundert vor Christus.


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19.11.2010 um 12:51
@KlausBärbel

Neben meist kurzen Inschriften aus nicht-vergänglichem Material (Stein, Blei) ist insbesondere der gallischsprachige lunisolare Kalender von Coligny überliefert, der direkt Einblicke in nicht-materielle Aspekte der keltischen Glaubenskultur und des Alltagslebens erlaubt.

Bemerkenswerte längere Schriftstücke in keltiberischer Sprache und iberischer Schrift sind zudem die Tafeln von Botorrita aus dem 2.–1. Jahrhundert vor Christus.


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19.11.2010 um 12:55
@Keysibuna

Der Begriff Kelten geht auf griechische Überlieferungen bei Herodot und anderen Autoren aus dem 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. zurück, die als Keltoi bezeichnete Stämme mit einem Verbreitungsgebiet von den Quellen der Donau bis zum im Hinterland von Massilia (Marseille) identifizierten.


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19.11.2010 um 12:57
@KlausBärbel

Die Nennung der Kelten und deren Lokalisierung fällt mit der eisenzeitlichen Späthallstattkultur in Mitteleuropa zusammen.

Diese Kultur hatte sich seit etwa 800/750 v. Chr. in einer Region zwischen Ostfrankreich und Österreich mit seinen angrenzenden Ländern aus den ansässigen spätbronzezeitlichen Urnenfelderkulturen entwickelt.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

19.11.2010 um 13:01
@Keysibuna

Die Hallstattkultur reichte von Slowenien über Österreich, das nordwestlichen Ungarn, die südwestlichen Slowakei, Tschechien, Süddeutschland, die Schweiz bis nach Ostfrankreich. Der gesamte Bereich wurde 1959 von Georg Kossack in einen Ost- und Westhallstattkreis unterschieden.

Der Westhallstattkreis reicht von Ostfrankreich, Mittel- und Süddeutschland über die Schweiz bis nach Mittelösterreich. Der Osthallstattkreis umfasst Nordösterreich, Südmähren, die Südwestslowakei, Westungarn, Kroatien und Slowenien.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

19.11.2010 um 13:03
@KlausBärbel

Ost- und Westhallstattkreis unterscheiden sich vor allem hinsichtlich Siedlungsweise und Bestattungssitte.
Im Westhallstattkreis herrschen große befestigte Höhensiedlungen, die von kleineren, weilerartigen Siedlungen umgeben sind, vor.
Im Osthallstattkreis dominieren kleinere befestigte Herrenhöfe.
Wurden im Westen wichtige Persönlichkeiten mit Schwert (HaC) oder Dolch (HaD) bestattet, so gab man ihnen im Osten eine Streitaxt mit ins Grab.
Im Westen gibt es reiche Wagengräber, während der Krieger im Osten mit seiner kompletten Bewaffnung, inklusive Helm, Brustpanzer beerdigt wird.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

19.11.2010 um 13:05
@Keysibuna

Die späte Hallstattkultur (HaD, etwa 650 bis 475 v. Chr.) ist berühmt für ihre reich ausgestatteten Prunk- oder Fürstengräber, die in Süddeutschland und Burgund, hier in Hochdorf an der Enz und Vix gefunden wurden sowie für Panzergräber (Männergräber mit vollen Waffenbeigaben) im Osten von Ost-Bayern bis Slowenien.


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19.11.2010 um 13:07
@KlausBärbel

Durch zahlreiche Funde sind Kontakte der hallstattzeitlichen Eliten zur südeuropäischen Antike nachgewiesen.
Die Herkunft der Importwaren reicht dabei vom westlichen Mittelmeer bis in den Iran.
Besonders beliebt waren griechische und etruskische Import-Waren.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

19.11.2010 um 13:14
@Keysibuna

Auffällige Erscheinungen der Hallstatt-Kultur sind befestigte Höhensiedlungen, die von Ostfrankreich nach Osten – vor allem in der Schweiz und in Teilen Süddeutschlands gefunden wurden. Besonders bekannt, da gut erforscht, sind der Mont Lassois bei Vix in Frankreich sowie die Heuneburg bei Hundersingen an der Donau in Baden-Württemberg.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

19.11.2010 um 13:16
@KlausBärbel

Da die Höhenbefestigungen häufig griechische Importe aufweisen und sich in ihrer Umgebung oft sogenannte Fürstengräber fanden, werden sie in der Forschung auch als Fürstensitze bezeichnet.

Durch neuere Untersuchungen, im Vorfeld der Heuneburg und in Hochdorf, wurden allerdings auch unbefestigte Flachsiedlungen aufgedeckt, in denen entsprechende Importe gefunden wurden. Damit wird nun auch in Flachsiedlungen von einer ansässigen Oberschicht ausgegangen.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

19.11.2010 um 13:17
@Keysibuna

Enge Handelsbeziehungen zum griechischen Kulturkreis, insbesondere zur Kolonie Massilia/Marseille, sind nachgewiesen, wobei die hallstattzeitliche Bevölkerung im heutigen Ostfrankreich, entlang der Rhône und Saône, eine Schlüsselposition für die Entwicklung der mitteleuropäischen Hallstattkultur eingenommen haben dürfte.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

19.11.2010 um 13:19
@KlausBärbel

In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts gerieten die Gesellschaften am nördlichen und westlichen Rand der Hallstattkultur zunehmend unter deren Einfluss, übernahmen einen Teil ihrer Sitten und wurden ins hallstättische Beziehungsnetz eingebunden, wobei die Hunsrück-Eifel- und die Champagne-Marne-Region im Westen, sowie die Gegend um den Dürrnberg (Hallein) in Österreich bei dieser Entwicklung eine besondere Rolle einnahmen.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

19.11.2010 um 13:21
@Keysibuna

Der Hallstattkultur folgt die La-Tène-Kultur (ab ca. 480 v. Chr. bis 40/0 v. Chr., je nach Region), deren Kunststile durch mediterrane und osteuropäische Vorbilder (etruskische, griechische und skythische Einflüsse) geprägt sind. Die La-Tène-Zeit stellt die letzte Blüteperiode keltischer Kultur dar.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

19.11.2010 um 13:23
@KlausBärbel

Die La Tène-Kultur selbst lässt sich grob in drei Phasen gliedern, die – je nach Region – unterschiedlich deutlich fassbar werden und deren zeitlicher Ansatz regional um etwa ein bis zwei Generationen variieren kann:
1. Frühlatène (ca. 480/ 450 bis ca. 300 v. Chr.)
2. Mittellatène (ca. 300 bis 150 v. Chr.)
3. Spätlatène (ca. 150 bis ca. nach 50 v. Chr. bzw. regional etwa bis zur Zeitenwende)


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