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Humor in Deutschland

85 Beiträge, Schlüsselwörter: Spaß, Charakter, Humor, Lachen, Freude, Wesenszüge
Agnodike
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Humor in Deutschland

08.11.2014 um 22:07
Vielleicht liegt es an unserer Stressgesellschaft (Höher Weiter Besser).

Ich kann dir hier nur mein empfinden erzählen/schreiben, ich liebe Humor, kommt aber auch auf meine Tagesform an, wie ich mit diesem umgehe.
dernexus schrieb:den Abgrund zwischen beiden zu kitten und eine Kommunikationsebene überhaupt erst ermöglichen kann.
Hier schreibst du etwas sehr wichtiges, ich versuche es genauso zu handhaben, funktioniert zwar nicht immer, aber immer öfter.
Ich glaube der Charakter spielt hier eine wesentliche Rolle.


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Humor in Deutschland

09.11.2014 um 00:29
Nix gegen Schneider. Komiker wie Helge Schneider verabeiten Zeit ihres Lebens die Humorlosigkeit, die Tristesse - die Piefigkeit des Deutschen. Dieses sich ernst nehmen bis man ins Grab fällt. Das Grübeln, das Zaudern das sich Beschweren, das aus dem Fenster gucken.

Andere Nationalitäten haben häufig diesen saloppen Humor, es ist nicht die Pointe, sondern die Fröhlichkeit mit der man miteinander umgeht. Ist aber auch möglich dass es zugeschriebene Rollen sind, die sich selbst erfüllen. Einer ist der humorlose Denker, der andere der Clown. Ich denke die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Was ich aber wirklich konstantieren kann ist, dass viele Ausländer, eigentlich egal woher - alle Südies, Ex-Jugoslavische, Türken und die Griechen, gerne fröhlich sind. So von ihrer Grundfarbe her. Das muss nicht auf alles und jeden zutreffen sondern ist nur ein Eindruck.

@niurick
Du hattest schon einen Versuch der Klärung unternommen. Ich würde vielleicht noch als Stichwort "Kulturnation" ergänzen. Die deutschen Tugenden sind nicht zu unterschätzen, für Humor wäre da eigentlich kaum Platz. Gebildet, vernunftbegabt und fleissig? Da bleibt der Humor auf der Strecke.

Das gilt auch nun wirklich nicht für ganz Deutschland, aber es gibt natürlich solche Strömungen, die sehr viel Wert auf Status und Bildung legen - sowohl als auch auf deutsche Tugenden. Und wer sich selbst auf ein solches Podest stellt kann über sich nicht mehr lachen.

Das wird es auch in den jeweiligen Ländern geben aus dem die ausländischen Mitbürger kommen, aber ich gehe davon aus dass diejenigen die hier nach Deutschland gekommen sind ein Mindestmaß an Freiheitsliebe in sich haben, die Grenzen überwunden haben, stolz auf eigenen Beinen stehen und einen besseren Lebensstandard geniessen als ihre Landsmänner und Frauen zu Hause. Man ist ein verschworenes Grüppchen. Ja, über soviel Glück darf man lachen.


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09.11.2014 um 00:37
Das setzt im Übrigen auch eine gewisse Kraft frei, zwar eine Heimat zu haben, aber fern davon zu leben. Es ist erstmal eine Bereicherung, aus zwei Welten zu schöpfen. Während der Deutsche aber gebunden an sein Land, seine Probleme ( wirtschaftlich, sozial ) mitzutragen versucht - können Ausländer noch eine Distanz aufrecht erhalten. Sie leben hier, aber müssen nichts als ihr Problem akzeptieren. Sie dürfen switchen zwischen Gast und Gastgeber, zwischen "Tourist" in einer neuen Welt und Alteingesessener, der einer ist immer ein "Neuer".

Jeder kennt das Hochgefühl in einem fremden Land mit Freunden zu sein, und sich einfach nur frei zu fühlen. Ich glaube das entscheidende Momentum ist die Distanz. Dass es möglich ist ohne weiteres eine Distanz zu unangenehmen Wirklichkeiten aufzubauen.


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09.11.2014 um 13:22
@geisterhand
Ich habe meine Probleme, alles was unter Humor so rangiert als Humor zu akzeptieren, vor allem, angestrengtes lustig sein wollen, humorloses witzeln. Natürlich gibt es kindische Witze und Männerwitze, die an manchen Tagen und Situationen nicht angebracht sind. Hätten die Menschen eine Ahnung was sie auslösen, könnte schon ein Blick oder eine kurze Entschuldigung ausreichen, um Situationen zu erklären - leider fehlt vielen Menschen diese Situationsaufmerksamkeit sowie das nötige Fein- und Taktgefühl, man könnte auch einfach sagen, sie sind Trampel. Vielen geht es schließlich nur darum, jemanden bloßzustellen, um ein kurzes Gefühl der Macht zu bekommen, dies ist natürlich immer auch Teil der Schadenfreude.

@DeadPoet
DeadPoet schrieb:Nix gegen Schneider. Komiker wie Helge Schneider verabeiten Zeit ihres Lebens die Humorlosigkeit, die Tristesse - die Piefigkeit des Deutschen. Dieses sich ernst nehmen bis man ins Grab fällt. Das Grübeln, das Zaudern das sich Beschweren, das aus dem Fenster gucken.
Absolut richtig, man muss Schneider nicht verstehen oder mögen, wenn man ihn aber versteht, dann ist es Humor und lustig.


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09.11.2014 um 20:46
@mitras, bei Deinen Worten gebe ich Dir Recht, manche wissen ja nicht in welcher Situation man sich befindet. Genau wie bei meiner beschriebenen Sache. Was für den einen lustig klingt, ist für den anderen eine ernste Sache. Wie damals wo mich Typen belästigt haben, der kumpel dachte es wäre nur Spass weil er nicht wusste was wirklich dahintersteckt. Er sagte auch noch "Hast Du verstehst Du Spass im Fernsehen geschaut", dann legte er irgendwann am Telefon auch noch auf. Das machte mich noch ärgerlicher, weil das so abwendend wirkte. Manche sollten Spass und Ernst auch unterscheiden können, indem sie genauer zuhören was der andere sagt. Ich bin froh das ich mit demjenigen nichts mehr zu tun habe.


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Humor in Deutschland

09.11.2014 um 21:18
@geisterhand
Naja, es geht nicht um Worte sondern um die dahinter stehenden Emotionen, schwierig wird es, wenn man sich von diesen in die Enge treiben lässt. Mein persönlicher Rat an dich ist, dich mit Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen.


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Humor in Deutschland

10.11.2014 um 14:07
DeadPoet schrieb:Und wer sich selbst auf ein solches Podest stellt kann über sich nicht mehr lachen.
An der Stelle stellt sich die Frage nach Sinn, Zweck und Aufgabe von Humor. Im Allgemeinen wird damit wahrscheinlich eine Form von Fröhlichkeit, Lebensfreude und Geselligkeit verbunden.

Deine Vermutung/ Anspielung, dass ab einem gewissen Level des Erreichten weniger gelacht wird, könnte auf 2 Dinge hindeuten: zum einen kennt der Erfolgreiche die ablenkende Gefahr, die dem Humor innewohnt, und aus dem Grund meidet er ihn. (Stichwort: Konzentration bzw. Reduktion aufs Wesentliche)
Zweitens muss dadurch die provokative Theorie betrachtet werden, ob Humor den weniger Erfolgreichen beim Vergessen des eigenen Elends hilft. In dem Fall würde dem Humor exakt die Wirkung zuteil, die der Erfolgreichen meidet: Ablenkung, Zersetzung, Verwässerung der Wahrnehmung.


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10.11.2014 um 14:20
Stimmt so nicht, denn in den USA und GB hat man einen sehr gesunden Sinn für Selbstironie und Humor und diese Länder sind mindestens genauso hoch entwickelt wie Deutschland.


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10.11.2014 um 21:11
@mitras

ich lasse mich nicht in die Enge treiben. Wie kommst Du auf die Idee das ich mich mit Menschen mit Behinderung beschäftigen soll?


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10.11.2014 um 23:00
niurick schrieb:.... Vermutung/ Anspielung, dass ab einem gewissen Level des Erreichten weniger gelacht wird, könnte auf 2 Dinge hindeuten: zum einen kennt der Erfolgreiche die ablenkende Gefahr, die dem Humor innewohnt, und aus dem Grund meidet er ihn. (Stichwort: Konzentration bzw. Reduktion aufs Wesentliche)
Zweitens muss dadurch die provokative Theorie betrachtet werden, ob Humor den weniger Erfolgreichen beim Vergessen des eigenen Elends hilft. In dem Fall würde dem Humor exakt die Wirkung zuteil, die der Erfolgreichen meidet: Ablenkung, Zersetzung, Verwässerung der Wahrnehmung.

Ganz sicher ist das nicht so. Humor besitzt man, oder eben nicht. Und er wird mitnichten die Konzentration mildern. Sonst stände der Erfolg auf recht wackeligen Beinen, meine Meinung.

Und langfristig gesehen wird, meines Erachtens, ein humorvoller Mensch auch erfolgreich bleiben, weil gerade auch der Humor dazu beigetragen hat, dass er so dauerhaft erfolgreich ist. Dazu las ich unlängst einen guten Artikel, der dies ansprach. Solche Menschen sind in ihrem Job zufriedener, und haben auch weniger Probleme mit ihren Arbeitskollegen. Der Erfolg wird solchen Menschen auch eher echt gegönnt.

Es hat mit gesundem Selbstbewusstsein und Herzensgüte zu tun, die meiner Meinung nach, unzertrennlich zum wirklichen Humor dazu gehören.


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Humor in Deutschland

11.11.2014 um 05:48
@elfenpfad
@niurick


Ihr habt beide recht mit Euren Betrachtungen finde ich, aber ich würde aus dem Humor selbst nicht ableiten wollen wer die bessere Lebensstrategie fährt. Mit Humor lässt es sich durchaus leichter über schwere Situationen hinwegkommen. Der humorlos - kühle und präzise Sachverstand hilft einem bis zu einem gewissen Punkt weiter, bis der Verstand meldet, Einbahnstraße, das wars. Und DANN ist es nicht schlecht wenn man trotzdem noch drüber lachen kann.

Humor ist sozialer Kit, er hilft beim kommunizieren, beim netzwerken - und erlaubt einem auch in verfahrenen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.

Aber es gibt durchaus auch andere Einstellungen um Situationen zu meistern, Menschen zu händeln. Humor ist eine davon. Verständnis, Zuhören, Vernunft hilft - Geduld, ebenfalls nicht schlecht.

Humor wird auch gern missbräuchlich benutzt, wie wir schon im Thread besprochen haben. Auch die "Kampflache" hört man immer mal wieder. Schallendes Lachen bei dem Humor nur noch eine geringe Rolle spielt. Das Lachen auf dem Schulhof kann was verschwörerisches haben, der schallende Lacher auf dem Bürogang markiert sein Revier..Man rottet sich zusammen, spottet und lacht.


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Humor in Deutschland

11.11.2014 um 08:08
@DeadPoet

Der kleine Exkurs in der Bereich der Erfolgreichen ist meinen eigenen Erfahrungen und Erwartungen geschuldet. Die Betrachtung wird zusätzlich durch die nicht eindeutige Definition des Begriffs erschwert. Denn das, was beim Netzwerken und Kommunizieren helfen soll, ist in meinen Augen kein Humor - dort handelt es sich um Freundlichkeit, um eine Form des persönlichen Zugangs. Aber derlei Details sind vernachlässigenswert, den Kern verstehe ich durchaus.

Zurück zum Erfolg: den eisbrechenden Lacher, den kleinen Witz, der dem Smalltalk dient, der lockere Spruch, der eine Atmosphäre entstehen lassen soll - das sind Dinge, wie sie meiner Meinung nach einer (infantilen) Unprofessionalität entspringen.
Bei konkreten Beispielen (Geschäftstermine oder -essen) ist die Verwendung von Humor gleichzusetzen mit einem Mangel/ Fehlen von Kompetenz. Da gilt: auf Humor greift zurück, wer mit Inhalten nicht zu überzeugen weiß.

Humor ist wichtiger, ja unverzichtbarer Bestandteil einer jeden Lebensqualität. Das werde ich nicht absprechen. Für mich habe ich jedoch entschieden, ihn aufs Private zu beschränken. Nicht zuletzt aus Diskretion. Denn nirgends würde ich mehr Einblick gewähren als beim Humor. Das sind Einblicke, die erarbeitet werden müssen, an der Stelle bin ich nicht sehr großzügig. Außerdem dient der Verzicht im Beruf definitiv meiner Fokussierung. Rückblickend sage ich, dass ich (auch) dadurch erfolgreich geworden bin.


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Humor in Deutschland

11.11.2014 um 13:07
@niurick @DeadPoet

Ich finde Eure Ausführungen sehr interessant. Und es kristallisiert sich auch in unserer kleinen Runde gut heraus, was Du niurick, ansprachst:
niurick schrieb: Die Betrachtung wird zusätzlich durch die nicht eindeutige Definition des Begriffs erschwert.
Während für mich Verständnis, Zuhören, Geduld und Freundlichkeit wesentlicher Bestandteil des Humores darstellen, trennt Ihr zwei das mehr oder weniger ab. Das finde ich interessant.

Auch den Aspekt, Humor quasi gezielt strategisch einzusetzen, widerspricht eigentlich meiner Definition davon, die mehr auf eine Verinnerlichung abzielt. Allerdings muss man sich dann jeweils auch im inneren Gleichgewicht befinden.

Eine Trennung im Beruf und Privatbereich sind für mich sehr schwer nachvollziehbar. Da ist es sicher auch noch wichtig, zwischen Witz und Humor zu unterscheiden.
Dass es Menschen gibt, die sich manchmal aus mangelnder Kompetenz/Professionalität mit einem saloppen Witzchen aus einer brenzligen Situation retten möchten, das ist wohl war. Aber ich würde es nicht als die Regel ansehen wollen, wenn es sich nicht regelmässig abspielt.


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Humor in Deutschland

11.11.2014 um 15:51
@geisterhand
Das war nur ein Impuls von mir und keine Vorschrift, vielleicht liegt es an meinen Sprachgebrauch, dass es so falsch rüberkommt. Jedenfalls habe ich selbst dadurch einiges gelernt, auch Humor.

@niurick
niurick schrieb:Bei konkreten Beispielen (Geschäftstermine oder -essen) ist die Verwendung von Humor gleichzusetzen mit einem Mangel/ Fehlen von Kompetenz. Da gilt: auf Humor greift zurück, wer mit Inhalten nicht zu überzeugen weiß.
Das betrifft aber nicht alle Arten des Humor und kann daher auch nicht als allgemeine Aussage richtig sein. Erst ein Ausweichen und Ablenken würde im Geschäftsverkehr als Schwäche wahrgenommen werden.

@elfenpfad
elfenpfad schrieb:Während für mich Verständnis, Zuhören, Geduld und Freundlichkeit wesentlicher Bestandteil des Humores darstellen, trennt Ihr zwei das mehr oder weniger ab. Das finde ich interessant.
Mich würde interessieren, ob das als eine männliche Eigenschaft wahrgenommen wird, das glaube ich nämlich. Immer dann, wenn Argumente fehlen und man nicht mehr differenzieren kann, wird schubladisiert. Schubladen (Kategorien) sind zwar praktisch, aber man bekommt selten den Inhalt hinein, den man hineinbekommen wollte und muss dann quetschen.


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Humor in Deutschland

11.11.2014 um 16:28
Meine Entscheidung, Humor nicht auf jeden Bereich des täglichen Lebens zu übertragen, finde ich absolut notwendig und logisch. Es überrascht mich, dass es für Erstaunen sorgt.

Der Grund dafür liegt in meiner Interpretation des Begriffs: bei Humor handelt es sich nicht um eine Art angeborene Freundlichkeit oder Charaktereigenschaft. Humor ist vielmehr ein sorgsam einzusetzendes Instrument – um zu locken oder fernzuhalten, zur Selektion, zum Testen. Demnach ist er Privatsache. Humor macht den Anwender auslesbar und ist deshalb mit Vorsicht zu genießen. Humor beschreibt in meinem Fall das Level, auf dem sich die persönliche Beziehung befindet.

Im Beruf gibt es eine ergänzende Erklärung. Ich habe Geschäftspartner beispielsweise in Göppingen, in Dresden oder in der Nähe von Stade. Aus Zeitmangel und Desinteresse kann ich mich nicht dafür interessieren, welchen Humor der Ossi amüsant findet und was ich beim Fischkopp im hohen Norden lieber nicht sage. Darauf legt meine Branche keinerlei Wert, da es schon aufgrund der Altersstruktur äußerst konservativ zugeht. Wie in vielen anderen Bereichen auch gilt hier: Zeit = Geld, Humor = Zeitverschwendung. Da braucht’s keine humoristischen Türöffner und Brückenbauer.

Zurück zur Funktion. In anderen Berufen kommt Humor eine völlig andere Aufgabe zu. Nehmen wir Notärzte, Feuerwehrleute oder Polizisten als Beispiele, bei denen sich häufig das entwickelt, was ich als schroffen Galgenhumor bezeichne. Hier dient der Humor der Verarbeitung des Erlebten, sorgt für einen erträglichen Umgang mit Leid und Elend.

Es gibt also allerhand Beispiele, in denen sich der weite Begriff Humor den Gegebenheiten anpasst.


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Humor in Deutschland

11.11.2014 um 18:15
Einmal richtig schön gelacht, verschönert jeden noch so beschissenen Tag. Humor ist wichtig, weil wir sonst nur noch Deprimiert überall aufschlagen würden. Ausserdem wirken wir dadurch menschlich und nicht wie eine Maschine.


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Humor in Deutschland

11.11.2014 um 18:20
@elfenpfad
elfenpfad schrieb:Während für mich Verständnis, Zuhören, Geduld und Freundlichkeit wesentlicher Bestandteil des Humores darstellen, trennt Ihr zwei das mehr oder weniger ab. Das finde ich interessant.
Wobei ich das nicht grundsätzlich trenne. Es ist schon so, dass diese Eigenschaften mit dem Humor einhergehen können, aber nicht unbedingt müssen. Ich trenne sie nur nicht so exakt, weil die Motivationen für diese Tugenden auch vom Humor abhängen können. Wie ein Mensch agiert hat vor allem etwas mit seiner Einstellung zu tun, und sicher auch seinem Persönlichkeitstyp. Ein grundsätzlich milder Charaker braucht keinen Humor, um in einer Situation Ruhe zu bewahren. Aber sicherlich kann auch dieser Humor nutzen, um sich und anderen die Zeit netter zu gestalten.

Fast jeder kennt Tage, an denen man auf der Autobahn festsitzt und jeden anderen Autofahrer als Idioten ansieht. Das ist im Grunde der Moment, wo einer tynische Witze über "die anderen Idioten" reisst, oder aber humorvoll sich selbst und seinem Groll auf die Schulter klopft.

Da scheidet sich ein wenig die Spreu vom Weizen..
elfenpfad schrieb:Auch den Aspekt, Humor quasi gezielt strategisch einzusetzen, widerspricht eigentlich meiner Definition davon,
Das widerspricht meiner dann auch. Das wäre, als ob man sagt, Sexualität ist nur eine Strategie um seinen Artbestand sicherzustellen. Es ist zwar richtig, dass solche Prozesse im Hintergrund ablaufen, aber wir Menschen bestehen ja aus mehr als einem Reptiliengehirn, und da fallen weit mehr Faktoren rein die unsere Motivationen im Alltag bestimmen.
elfenpfad schrieb:Eine Trennung im Beruf und Privatbereich sind für mich sehr schwer nachvollziehbar. Da ist es sicher auch noch wichtig, zwischen Witz und Humor zu unterscheiden.
Nachvollziehen kann ich @niurick schon, aber sehe es ganz anders. Ohne Humor kann der Arbeitsalltag auch mal sehr freudlos daherkommen. Humor verbindet Menschen und gibt ihnen das Gefühl "Alles O.K!" Und wir brauchen das unser Leben lang..

Gut, es wird Menschen geben, so auch ich - die in bestimmten Phasen ihres Lebens mal auf Blödelein im Arbeitsalltag getrost verzichten können, weil sie manchmal auch einfach nur enervierend, schwer zu deuten und/oder sinnlos sind. Aber es wird schon sehr kalt, wenn man nicht versucht sich bei aller Funktionalität am Feuer des Humors zu wärmen..


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ramisha
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Humor in Deutschland

11.11.2014 um 18:30
DerFremde schrieb:Einmal richtig schön gelacht, verschönert jeden noch so beschissenen Tag. Humor ist wichtig, weil wir sonst nur noch Deprimiert überall aufschlagen würden.
Dazu braucht man aber einen Anlass. Grundlos vor sich hinzu grinsen sieht ja eher
grenzdebil aus. Und sich selber kitzeln bringt's auch nicht. Also sollte man jeden
Morgen hoffen, dass einem etwas Putziges begegnet, über das man wenigstens lächeln kann.


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Humor in Deutschland

11.11.2014 um 18:35
@ramisha

Es reicht schon, wenn man Leute hat (Freunde, Kollegen etc) mit denen man auch mal ein Späßchen machen kann. Das es nun nicht jeden Tag etwas zu lachen gibt, ist ja klar.


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Humor in Deutschland

12.11.2014 um 12:32
@DeadPoet @niurick
DeadPoet schrieb:Nachvollziehen kann ich @niurick schon, aber sehe es ganz anders. Ohne Humor kann der Arbeitsalltag auch mal sehr freudlos daherkommen. Humor verbindet Menschen und gibt ihnen das Gefühl "Alles O.K!" Und wir brauchen das unser Leben lang..
In gewisser Weise kann ich das auch nachvollziehen, allerdings überhaupt nicht bei einem Geschäftsessen, was ja in der Aufzählung auch miteinbezogen wurde.
niurick schrieb:Bei konkreten Beispielen (Geschäftstermine oder -essen) ist die Verwendung von Humor gleichzusetzen mit einem Mangel/ Fehlen von Kompetenz. Da gilt: auf Humor greift zurück, wer mit Inhalten nicht zu überzeugen weiß.
Da muss einem doch eigentlich der Bissen im Halse steckenbleiben, so ganz ohne Humor ;)


@ramisha
mitras schrieb:Mich würde interessieren, ob das als eine männliche Eigenschaft wahrgenommen wird, das glaube ich nämlich.
Ich kann darüber nur meinerseits eine sichere Aussage machen. Und ich denke nicht, dass es geschlechterspezifisch ist.


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